Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1936)
- Date
- 1936-01-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2, 7. I. 1936 JOO.ISCHE RUNDSCHAU S^lfo Tf Aus den* VltetAtb- und l/hu$ilde&e*t Drei Premieren in Tel-Awiw Tel-Awi», Ende Dezember 1935 „Obel": „Sdiwcjk" auf Hebräisch Mit dramatisierten Büchern hat es seine Bewandtnis. Nur selten wird aus einem guten Epos ein gutes Stück. Die Dramatisierung des „Schwejk" insbesondere bietet — will man die Ideologie des Autors wahren — Schwierigkeiten, die das Maß des üblichen weit übersteigen. „Obel" hält sich im großen ganzen an die Reimann-Brod'sche Vorlage der Dramatisierung, die den Vorzug hat, bühnenwirksam und routiniert r/u sein. Bekanntlich blieb Haseks Buch durch den frühzeitigen Tod des Autors Fragment, und ein befriedigender Schluß wurde von seinen Bearbeitern nicht gefunden. In der „Ohel"-Aufführung wird als Schluß die im Buch vorkommende Verabredung Schwejks mit seinem Kameraden Woditschka: „Um 6 Uhr nach dem Weltkrieg!" realisiert, und man Kommt hier in diesem letzten Bild der Grundidee des Autors wohl am nächsten. Unter der Regie Friedrich Lobes bringt ,,Ohel" eine Aufführung heraus, die ein in Palästina selten erreichtes Niveau hat, die von einer enormen Arbeit des Regisseurs mit jedem einzelnen der Schauspieler zeugt und vor allem auch die technisch schwierigere Aufgabe, zwölf Bilder reibungslos hintereinander abrollen zu lassen, gut gelöst hat. Es ist erfreulich, festzustellen, daß, selbst gemessen an dem bereits sehr beachtlichen Standard der „LilionV'-Aufführung, bei der gleichfalls Lobe die Regie führte, diese Einstudierung noch eine Steigerung darstelit. Vor allein ist Margalit ein herrlicher Schwejk, ausgezeichnet in Haltung und Geste, weit entfernt von jeder billigen Komik, im stummen Spiel (hervorragend die Notbremsen-Szene) ebenso treffsicher wie im Dialog. Gleichfalls sehr gelungen der Lazarettarzt von ("zechoval, der Untersuchungsrichter von Po poch, der Feldwebel N a c Ii t o m i s und F o g e I s o Ii n, wenn er in Schwejk den russischen Spion entdeckt zu haben glaubt. Einstein in der Frontszene befriedigt weniger, was wohl vor allem an seiner unnatürlichen Tongebung liegen dürfte, die ihn der Wirkungsmöglichkeiten in dieser, im HaSekschen Sinne sehr wesentlichen Rolle, beraubt. Aehnlich ist es bei K'naani (Woditschka), der viel leiser und zurückhaltender sein könnte. Auch G a b b a i als Leutnant Lukas trifft nicht immer einen sehr überzeugenden Ton. Von den Damen war Frau Schlonsky als Dienstmädchen, der man den Hund des Herrn Hauptmann entführt, am besten. (Hin lebendes Htindecxemplar betreute seinen Part hervorragend.) Serubabel, Bar ab an, Chalfi und die übrigen eifrigen Helfer am Werk, müssen sich mit einem Gesamtlob begnügen. Die Inszenierung erhielt eine besondere Note durch das sehr originelle und fein durchkonstruierte Bühnenbild von Heinrich G o 111 i e b. Er baute einen breiten Bühnenrahmeri aus Leinwand, auf dem, zu jedem Bild passend, ein gezeichnetes Diapositiv projiziert wird. Der Bühnenausschnitt, hierdurch stark verkleinert, ergänzt in seiner Bewegtheit die stehende Projektion zu einer Einheit und ergibt bei kleinstem Spielsegment, das die Drehbühne liefert, eine außerordentliche Wirkung. Während Projektionen auf den Horizont der Bühne vielfach angewandt wurden, dürfte diese Art der Rahmenprojektion nicht nur für Palästina, sondern überhaupt neuartig sein. Wäre der technische Apparat des Tel-Awiwer Theaters nicht so unvollkommen, so hätte eine bessere Lichtgebung die Wirkung zweifellos noch erhöht. Von deu gebauten Bildern ganz besonders gehmgen: Straße, Wachthaus und Frontbild. Die Kostüme sind stüecht und charakteristisch. Das Publikum applaudierte vor der Pause und am Schluß überaus stark, ein Beifall, der ganz besonders auch der ausgezeichneten Uebersetzung Avigdor H a m e i r i s galt. Habima: Sdialom Alediem Auch der neu-alte Habima-Autor ist ein Epiker und kein Dramatiker. Ja es gibt wohl kaum einen Zweiten, auf den der sprichwörtliche Begriff des Erzählens mit „epischer Breite" so treffend anzuwenden wäre, wie auf Schalom .Mechern. Aber gerade diese besondere Note des F.r/ählcrs ist ein gewaltiges Manko für den Bühnenautor. Die Bühne braucht Handlung, scharf pointierten Dialog, Bewegung. Nichts von alledem ist in der Erzählung „Das Fid'I", eine psychologisch feine Skizze, die den Leidensweg eines kleinen Ghcttojtingen besehreibt, der gegen den Widerstand der Familie das Fiedeln erlernen will, zu den „Klcsmern", den Dorfsnielern, geht, — aus einem kleinbürgerlichen ostjüdischen Milieu entfliehen will, zu den „Künstlern", den Vagabunden, die für morgen nicht das Brot im Hause haben, dafür aber Musik. Selbst einem routinierteren Bearbeiter und Regisseur als Tschemerinski mußte es schwer fallen, diese Novelle ZU beleben. B a r a t z ist der musikalische Knabe, Tschmerinski nicht nur Regisseur, auch Vater der „Klesmer"-Familie, M e s - kin tanzt, spielt und erzählt mit tiefem Baß seine Geschichten, Klatzkin ist wieder mal komisch, und Frau Händler in einer neuen Hosenrolle wie zu Hause. Luft glas macht eines seiner hübschen Bühnenbilder. Für wen wird das gespielt? fragt man sich. Für die Arbeiterschaft? Gewiß nicht. Sie hat ganz andere Sorgen, denen die Bühne in Erez Israel viel zu wenig Rechnung trägt. Für die bürgerlichen Westjuden? Noch weniger, sie stellen ganz andere Ansprüche an die Schaukunst. Für die noch nicht sehr stark an Palästina akklimatisierten Ostitiden? Sie'wissen das alles viel besser und nur wenige von' ihnen wünsche: sich die Gheftoromantik auf der Bühne. Warum werden nicht die Ansätze, die in „Vier Generationen" spürbar waren, ausgebaut, wenn man es schon nicht des Experimentes für wert hält, palästinensische Stücke — und es gibt solche, allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz — wenigstens versuchsweise und mit sparsamen Mitteln zur Aufführung zu verhelfen? Mafate: Sdi'ma kolenu Eine aktuelle satirische Bühne braucht nicht so mühevoll nach einem aufführimgsfähigen Buch zu suchen, braucht nur in das überreiche Materia! der palästinensischen Tagesereignisse zu greifen, und schon findet man genug Stoff. Ursprünglich scheint man es diesmal sogar etwas zu toll getrieben zu haben: Die Zensur der palästinensischen Regierung verbot erst das ganze Stück (die Premiere mußte verschoben werden), dann ließ sie es bei Streichung einiger Pointen und dem Verbot nur eines ganzen Bildes bewenden. Was bleibt, ist kurzweilig genug. Ob die Matate-Leute an ihrer leichten Kunst schwer arbeiten? Vermutlich ja, denn man merkt -es ihnen nicht an — und das ist das Entscheidende. „Scli'tna k o I e n u", „Höre unsere Stimme", das ist der kategorische Titel der neuesten „Matate-Abendzeitung", deren Redaktion und Umbruch vor unseren Augen geschieht. Wie am Entstehen einer Zeitung viele Kräfte mithelfen, so sind auch diesmal mehrere Redaktcure (sprich: Verfasser) am Werk. Nathan A 11 e r m a n n schreibt den „Leitartikel", besorgt die „Telegramme", redigiert die „Arabische Ecke". Er ist seit langem ein unersetzliches Mitglied der „Matate-Redaktion, seine fein pointierten Chansons gehören zu dem Besten, was in dieser Art überhaupt in Hebräisch geschrieben wird. Heiblums „Internationale Politik" (betrieben auf dem Rothschild-Boulevard von Tel-Awiw) ist ebenso gelungen, wie sein „Ost und West": ein Jemenite reist nach Polen, um mit drei Ehefrauen zurückzukehren. Da die Jemeniten bekanntlich nicht von der berühmten Verordnung "des „Rabbenu Oerschon" betroffen werden, ist so die Frage des natürlichen jüdischen Bevölkerungszuwachses in Palästina mit einem Schlage gelöst. Der Artikel des „Wiener Sonderberichterstatters" hingegen ist ein wenig billig und selbst bei Anerkennung seiner „ehrlichen" Absichten in dieser Form nicht druck-, sprich: aufführungsreif. Der Tel-Awiwer Berichterstatter, der sich mit den Stadtvcrordnetenwahlcn und in der „Chronik" mit den sanitären und Instnüationseinriclitungen unserer Stadt, sowie der noch immer nicht durchgeführten Wasserversorgung von Jerusalem in ironischer Weise auseinandersetzt, bleibt wohlweislich ein Anonnnus. Daß die Zensur gerade die „Kinder-Ecke" verbietet, auf die unsere Kleinen so gespannt zu warten pflegen, ist wirkli.-h nicht nett. „Theaterkritik" aber macht A vidi an an. Mit der allen Rezensenten eigenen —■ selbstverständlich ganz objektiven — Einstellung nimmt er sich Goldfadens „Hexe" vor (kürzlich in Tel-Awiw aufgeführt und auch an dieser Stelle besprochen). Können wir ihn richtig lesen, so hat er sich weit mehr amüsiert, als der Autor es wohl beabsichtigt haben mag. Daß diese Revue mehrerer Autoren wirklich zu einem abgeschlossenen Ganzen wurde, ist ebenso sehr das Verdienst der ausgezeichneten Führung Benno Frankel s, wie der hingebungsvollen Arbeit des „Matate-Ensembles, das in seiner Gesamtheit höchstes Lob hinnehmen möge. Das Spiel erhält durch Wüenskis Musik (zu den Chansons von Alterm a n n) und die freundlichen Bühnenbilder von 1: m a n u e 1 i (sehr hübsch die Zeitung als Vorhang und Umrahmung) erfreuliche Beigabe. Eine Neuheit für „Matate" ist die Verwendung kurzer, sehr gelungener Filmstreifen, die die Ueberleitung zu den einzelnen Bildern herstellen und eigens aufgenommen wurden von Nathan A x e I r o d, der gemeinsam mit dem früheren Berliner Filmfachmann David Weißmann allwöchentlich in Tel-Awiw eine sehr instruktive palästinensische Wochenschau produziert. Manfred Geis Haifas neues Theater eröffnet H a i f a, Ende Dezember Nachdem in der vergangenen Woche den Vertretern der Presse Gelegenheit gegeben wurde, die Anlage und den technischen Ausbau des neuen Theaters kennen zu lernen, fand am 23. Dezember die für Haifa und ganz Palästina bedeutungsvolle offizielle Eröffnung durch eleu Acting District Commissioner, Mr. Morris B a i I e y, statt. Dr.s neue Theater, das den Namen „Orah" (Licht) führt, ist im Zentrum des Haifaer jüdischen Wohnviertels in der Herzlstraße auf dem Hadar Hakarmel gelegen. Der Entwurf stammt von dem bekannten (ehemals Berliner) Theaterarchitekten Professor Oskar Kaufmann, der auch die Arbeitern unter Assistenz der Herren E. Stolzer und Dr. H. Neumann leitete. Der Innenraum mit seinen IHK) Plätzen erstrahlt in gelben, roten und blauen Pastellfarhen; Prof. Kaufmann konnte mit Recht bei der Besichtigung darauf hinweisen, daß hier erstmalig in Palästina Licht als Baustoff verwendet wurde. Einen besonderen Hinweis verdient auch die Tatsache, daß die gesamte Einrichtung „Tozereth Haarez" ist und das Theater auf KKL-Boden steht. Das Gebäude gehört der Histadruth und wurde vom Misrad Kablani in der kurzen Zeit von nur 13 Monaten ausgeführt. Er ist mit allen technischen Errungenschaften ausgestattet und enthält u. a. eine umfangreiche I.uftkühhmgsanlage. Das Theater kann als Konzertsaal, Theater und Kino verwendet werden. _ Dr. Ernst A s c Ii n e r Ausstellung russischer Künstler. In der Steimatzky-G illery in Jerusalem wurde eine Ausstellung russischer Künstler des 1(). und 20. Jahrhunderts eröffnet, die in jeder europäischen Großstadt gewürdigt werden würde. Aber hier in Jerusalem findet sie nur bei einer kleinen Auslese von Kunstverständigen Beachtung. Und verdiente doch auch bei uns von weitesten Kreisen besucht und bewundert zu werden. Natürlich ist unsere heutige Aulfassung von Farben- und Lichtproblemen anders. Aber jede Zeit hat ihre eigenen Aufgaben, Und die russischen Künstler des vorigen Jahrhunderts haben eine Qualität, von der unsere heutige Generation genug Anregung und Belehrung schöpfen könnte. Ein Museumsstück ist da die Straßenmusikantin von V. P c r o f f. Ebenso I. Repins virtuose Zeichnung der Teetrinker und, obwohl ein Jugeudwcrk, das reizende Porträt seiner Schwester. I. Levitan ist ein ganz Großer auch im kleinsten Format. Es gibt da eine kleine Bahnstation einsam zwischen Räumen gegen d< n verdämmernden Himmel — entzückend! Ganz ohne Pathos und doch welche Melancholie. Impressionistisch und temperamentvoll wirkt dagegen plötzlich sein modernes Blumenstück. A. B o g o I j u b o f zaubert in engem Rahmen ein im Abendrot verschwimmendes Stückchen Venedig. Ch. O u c r i n ist durch ein vorzügliches Herrenporträt vertreten, das die innere Verwandtschaft mit Daumier und ("iavarni nicht verleugnet. Von V. Scroff sind drei Bilder zu sehen; das berühmte, vielfach reproduzierte ..Modell", einen virtuos gezeichneten Löwen, und die „Entführung der Europa". S. Vinogradof ist ein famoser ArchitcKturmaler. Seine Darstellung des mittelalterlichen Klosters Petchory ist vom historischen, architektonischen und malerischen Standpunkt aus bedeutungsvoll. _ Lotte Baerwaid Im Verlag Omanuth, Tel-Awiw, sind zwei volkstümliche hebräische Lieder von Karl S a 1 o m o n erschienen: „Schir Hanoar" und „Jehudi Chofschi ani". „Schir Hanoar" ist ein Abschnitt aus einem Oratorium: Schir Hatcquma (Text von M. Y. Ben Gabriel, Hebräisch von Avigdor Hameiri). Die Lieder, die für jugendliche Chöre bestimmt wurden, sind Henriette Szold zum 75. Geburtstag gewidmet. Sie werden zugunsten der Jugend-Alijah verkauft. Für „jüdische Musik" im palästinensischen Rundfunk I'rogiuminvorsililug für eine Spezialabteilung (Aus einem dem „Palestine Broadcasting Service" eingereichten Schreiben.) 1. Das erste Erfordernis ist, der jüdischen Musik als solcher diejenige Achtung zu verschaffen, die ihr gebührt. Daß hierzu ihre künstlerisch besten und edelsten Erzeugnisse dienlich sind, ist selbstverständlich. Aber ausreichend wäre deren bloße Vorführung keineswegs. Um sich Achtung zu erringen, muß sie zunächst —" und aucli hier bei den Juden Palästinas noch zum großen Teil — um ihr Verständnis kämpfen. Besonders die an die klassische europäische Musik gewöhnten Ohren der Westjuden müssen vielfach erst auf die besondere Eigenart der jüdischen Musik aufmerksam gemacht werden, und gerade solchen Werken gegenüber, in denen diese Eigenart echt und voll zur Geltung kommt, und' insbesondere da, wo eine moderne Technik angewandt ist, was vielfach bei der neuen jüdischen Musikbewegung zutrifft. Neben den reinen Konzerten — die ihrerseits den Anforderungen hoher Kultur standhalten müssen — und u n a b h ä n g i g von ihnen wurde hier eine Verbindung von V o r f ü h r u n g u n d erläuternden Hinweisen (einer leicht faBlichen Form.malyse und historischen Kunst selber zugute kommen. Einführungen) sicher lieh 2. Andere Aufgaben und der Art des g e g i M u s i / i e r e n s gesteh scheu Musiklebens auf zu schenken. Lieder, die werden, sollten — soweit artigen Charakter haben .......... Popularität gebracht werden neu, den Sender selbst in populär zu machen. 3. Andererseits bedarf Wegen und Straßen oder improvisiert z. B. an wieder werden von dem Faktum n w a r t i g c n v o I k s t ü m 1 i c h c n!. Den neuen Anfängen eines jüdidem l ande wäre größte Beachtung lie hier und dort gern gesungen ie einen wertvollen volkslicdvom Sender aus zu weiterer Zugleich würde das dazu dieden Kolonien und Siedlungen die Art, wie vielfach auf den bei Geselligkeiten und Festen „gesungen" wird, einer Korrektur. Es könnte zwei nebeneinandergestellten Chören Jugendlicher drastisch gezeigt werden, wie ein Lied gesungen zu werden pflegt, und wie es gesungen werden sollte. Eine solche Art f r ö h 1 i c h e r U n t e r r i c h t s s t u n d e würde auch fiir Musikk'hrer auf dem Lande manche Anregung bieten können. 4. Aber abgesehen von solchen „pädagogischen" Absichten ließe sich ähnlich auch auf die Art der künstlerischen Verwendung der Volkslieder einwirken. Man könnte an Hand von Beispielen zeigen, wie völlig stilwidrig ein Volkslied bearbeitet zu werden pflegt und wie dies stilgerecht geschehen könnte. 5. Eine besondere Stunde wäre einzurichten zur Förderung junger kompositorischer Talente. 6. Oder eine besondere Stunde für Zwiegespräche über den Wert dieses oder jenes eben gehörten Stückes. Dabei würde klar werden müssen, wie man eine neue Musik zu hören habe; oder was denn das Wirksame oder das Eigentümliche oder das „Jüdische" an diesem Stück sei u. dg!. 7. Ein Verständnis für die „monotone" orientalische, besonders für die arabische Musik — woran es noch sehr mangelt — wäre hier gleichfalls zwanglos anzubahnen, und zwar von den tatsächlichen Berührungspunkten dieser beiden Musiken aus. 8. Abgesehen von solchen Situationsaufgaben müßte diese Abteilung eine Art „\V c 11 z e n < r a 1 c der jüdischen Musik" werden, insofern als hier das gesamte musikalische Schaffen des jüdischen Volkes in Erscheinung treten sollte. 0. Was das Historische und Geographische anlangt, ist dies lebendig zu machen durch eine Konfrontation z. B. synagogaler Melodien in den verschiedenen Landern (und Bräuchen) zum gleichen Text oder von Tanzliedern bei den verschiedenen Volkstypen. Kuhn Hinweise auf das Alter iitl auf Einflüsse Bein erklingen 10. Vor Musik" darir ine aus der Umweh wurden hier da allem mußte sie bewähren, daß dischen Komponisten von R 11. Wenn außerdem alle (auch die sog. „leichteren"' fuhrt werden, so wurde dii eine lebhafte allgemeine Auf gesetzt, daß bei aller Vieh Niveautragc für die Auswahl ie Erläuterungen, Melodie oder eines Motivs, und mitunter sogar kritische as Ilderesse steigern, ich die „Weltzentrale jüdischer 1 hier alle zeitgenössischen jümg zu Wort kämen. Gattungen der jüdischen Musik Tänze, Operette) hier vorgehe Abteilung des Senders bald merksamkeit auf sich ziehen, — eitigkeit und Abwechslung die immer bestimmend bleibt. 12. Daß in der Programmgestaltung dem Bedürfnis großer Teile der indischen Bevölkerung gemäß dem Charakter seiner Bestzeiten Rechnung getragen versteht sich von selbst. A i i c e Jacobwerden muß, Loewenson Konzerte in Jerusalem Der blinde Pianist Imre Unga r, der auch im Vorjahre hier erfolgreich gastiert hat, spielte mit viel Innerlichkeit, ausgezeichneten technischen Qualitäten und einem vielleicht etwas reichlichen Uebermaß an Romantizismus Bach, eine unbekanntere Phantasie von Mozart, Beethovens letzte Sonate und die 21 Chopin-Preludes. Im Variationensatz der Sonate — der ja bei den meisten Pianisten die nötige Knappheit vermissen läßt — gab es ganz ungewöhnlich ausdrucksstarke Momente, aber eigentlich waren die Werke von Bach, Mozart und Beethoven nur „Preludes" zu den Chopinsehen ,,1'rcludes". Hier ist Ungar ein Meister. Der Sänger Schiomo W e i ß t i s c Ii gab — begleitet von Mathilde Torczyner und dem Komponisten C h a i e s (der auch durch einige recht interessante Lieder vertreten war) einen Abend, der ausschließlich dem neuen jüdischen Lied gewidmet war. Außer bekannten Liedern von Engel und den oben erwähnten von Chajes (Schüler des Wiener Komponisten Hugo K a uder) waren die Komponisten Alman, Rosowsky, Leo Low, Rappaport und Lcira vertreten. Man muß sagen, daß hier wenig Wesentliches zutage kam. Weißfisch ist auf dem Gebiete des orientalischen Liedes außergewöhnlich begabt und zudem auch Besitzer eines auch an dieser Stelle schon oftmals gerühmten außerordentlichen Stimmatcriais, dem man volle Entwicklung wünscht. A. J--L. (Schluß des Palästina-Teils) &ttitn-&tbaettt Hauptgeschäft: Stadtbahnhof Börse Zweiggeschäft: Wilmersdorfer Str. 83 Begr. 1826 Bettfedern, Daunen, Inlette, Bettwäsche, Daunensteppdecken, Bettstellen, Matratzen usw. Für AUSUiAflDERER