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Jüdische Rundschau · 1935-12-17 · Heft 101 (17.12.1935) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 101 (17.12.1935)
Date
1935-12-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU PALÄSTINA-BI״ ATT NR. 101, 17. DEZEMBER 1935 für Neueinwanderer Die Landwirte-Konferenz gl. Tel-Awiw, 8. Dezember 1935 Bis vor wenigen Jahren war die landwirtschaftliche Aushildung, die Hachscha rah, eine Sache des Gallith. Dort wurden entweder auf Einzelstellen oder auf Lehrgütern den Einwanderungskandidaten die nötigen landwirtschaftlichen Kenntnisse vermittelt, und nach der Immigration kamen sie dann ■entweder als Mitglieder in die kollektiven Siedhings- und Okkupationsgruppen oder als Lohnarbeiter in die Kolonien. In den letzten Jahren hat sich die Lage dadurch geändert, daß nicht nur ״C h a I u 7. i m“, also junge Menschen mit einer gewissen fachliehen Vorbildung im Lande in die Landwirtschaft wollen, sondem daß sich eine Mittelstands Siedlung gebildet hat, die zu einem überwiegenden Teil auf Selbstarbeit gegründet ist. Mit dem Beginn der Einwanderung aus Deutschland vor mehr als zwei Jahren tauchte zum ersten Male die Notwendigkeit auf, Menschen des Mittelstandes, die sich ansiedeln wollten und im Ausland eine ungenügende oder gar keine Ausbildung erhalten hatten, im Lande für die Kolonisation rorzubilden. Es fanden sich Plätze sowohl in Kwuzoth wie besonders in Moschavim; Nahalal hat zum Beispiel besondes große Verdienste um diese Art der Ausbildung. Hier fanden die Menschen, die ungewohnt der Arbeit und der Lan- ■desbedingungen herkamen, sowohl das entsprechende Milieu, als auch Anleitung durch ■die alten Siedler und erwarben sich im Laufe eines Jahres die grundlegenden Kenntnisse der Land- Wirtschaft, so daß sie später bei genügender Instruktion auf ihre eigene Parzelle übergehen konnten. Natürlich war ein solches Arbeitsjahr in einem Moschaw oder einer Kwuzah keine gründliche und systematische Ausbildung, sondern nur ein Notbehelf. Der neue Siedler brauchte auch danach auf Schritt und Tritt Hilfe und Rat, aber da konnte zu einem guten Teile die Instruktion einspringen, und in jedem Falle war diese Ausbildungszeit das Maximum des Erreichbaren. Heute aber scheinen die Ausbildungsmöglichkeiten von vor zwei Jahren schon als ein Ideal. Menschen, die ins Land kommen und eine landwirtschaftliche Lehrstelle suchen, sind vielfach in größter Schwierigkeit, denn die Stellen sind außerordentlich rar. In den Kwuzoth und Kibbuzim war ohnedies die Ausbildung von Siedlern, die später eine eigene Wirtschaft übernehmen wollten, schwierig, weil es nicht leicht war, innerhalb eines Jahres an alle Arbeitszweige heranzukommen. Immerhin fanden sich hier und da Möglichkeiten. Mit der Vermehrung der J ugen •d-A lija 11 irn Lande, die in den Kwuzoth und Kibbuzim untergebracht wurde, haben sich jedoch die Hachscharah-Stellen an diesen Orten auf ein Minimum verringert. Und da es niemandem ein fallen wird, die Rechte der Jugend- Alijah auf die Ausbildung hier zu bestreiten, müssen andere Möglichkeiten gesucht werden. Es blieben also die Moschawim, die auch in der Tat eine wichtige Rolle bei der Ausbildung von Einzelfamilien spielfen. Bei den gegenwärtigen Plänen, auch die Moschawim in den Dienst der Jugend-Alijah zu stellen, verengern sich auch hier die Aussichten auf Ausbildungsplätze. Wir stehen damit vor einer für Palästina neuen Frage, die eine baldige Lösung iordert. Schon heute besteht im Lande eine wahre Jagd auf Ausbildungsstelle 11. Einwanderer, die die Absicht haben zu siedeln, fahren im Lande hemm, hören hier und dort, ob sich nicht eine Lehrstelle bietet, verhandeln mit Betrieben und Einzelsiedlern, verlieren dabei Zeit und Geld und kommen einander auch oft genug ins Gehege, was zu unangenehmen Nebencrscheinungcn führt. Die Hitachduth Oie Germania hat in ihrer landwirtschaftlichen Abteilung den Versuch gemacht, zu helfen, Informationen zu sammeln und irgendwie Ordnung in das Chaos zu bringen, aber bisher sind keine großen Erfolge erzielt worden, weil es einfach nicht genug S t e Ilen gibt. Zudem fehlt eine richtige Organisation dieser Tätigkeit, eine Steile, bei der alle Informationen zusainnienlaufen und die die Bedingungen der Lehre festsetzt usw. Es ist kein Wunder, daß heute diese Dinge recht im argen liegen, denn es handelt sich eben um Neuland. Es wird kein anderer Weg übrigbleiben, als Ordnung in dieses Chaos zu bringen und auch die nötigen Gelder lür den Versuch beratzustellen. Eine bestimmte Anzahl von Ausbildungsstellen wird sich bei genügend gründlichem Suchen noch in den bestehenden Wirtschaften finden lassen. Daneben müssen — das ist auch der Vorschlag der landwirtschaftlichen Abteilung der Hitachduth Oie Germania — eine Reihe von Plätzen in den landwirtschaftlichen Schulen für diese Ausbildung reserviert werden. Schließlich wird man vielleicht — aber ein solches Projekt braucht noch eine genaue finanzielle und organisatorische Ucberpriifung — an die Schafhing von besonderen Ausbildungsformen schreiten müssen, in denen die neuen Einwanderer arbeiten lernen. Mit der wachsenden Schwierigkeit der Ausbildung in den Galuthländem drängt sich dieses Projekt von selbst auf. Schaffen wir im Lande keine Stellen für landwirtschaftliche Ausbildung, so wird die Ansiedlung der Einwanderer, die mit ei gen cp Geldmitteln sich zur Kolonisation entschließen, sehr erschwert werden. Viele von denen, die heute geneigt sind, aufs Land zu gehen, hatten im Auslände überhaupt keine Aushildung. Und auch diejenigen, die sie hatten, haben nicht so viel dabei gelernt, um unter palästinensischen Bedingungen eine Wirtschaft aufbauen zu können. Der einwandernde junge Arbeiter erhält seine landwirtschaftliche palästinensische Schulung als Lohnarbeiter oder als Mitglied eines Kibbuz. Für den Mittelstandssiedlcr, der darauf drängt, möglichst schnell auf die Scholle zu kommen, sind beide Wege ungenügend, er muß ■einen Platz haben, wo er in möglichst kurzer Zeit einen Ueberblick über einen Betrieb erhält. Neben der eigentlichen Ausbildung steht die Frage der landwirtschaftlichen Fortbildung auf der Tagesordnung. Die Siedler, die nach einer Ausbildung von ein oder im besten Falle zwei Jahren ihre Wirtschaft aufzubauen beginnen, fühlen sich trotz der Instruktion In den verschiedenen Zweigen jeden Tag vor neue Fragen gestellt, für die ihnen die Ausbildung und die Erfahrung fehlt. Sie sind darauF angewiesen, nicht nur aus der Erfahrung weiterzulernen — diese Erfahrung ist oft genug eine sehr teure Sache —, sondern sich soweit wie möglieh an den Erfahrungen der palästinensischen Landwirtschaft fortzubilden. Ein Weg dazu ist die Fachliteratur, die jedoch, da sie hebräisch erscheint, für den Einwanderer aus Ansprachen von Dr. Weizmann und Mosche Smilansky In Tel-Awiw wurde in Anwesenheit von 200 Delegierten die Jahreskonferenz des Jüdischen Pflanzerverbände« Palästinas von dein Vorsitzenden des Verbandes, Mosche Smilansky, eröffnet. Auf der Plattform sah man neben der Leitung des Verbandes die noch lebenden Bilu-Mitglieder. Die Jewish Agency war durch Agronom Wilkansky bei der Eröffnung vertreten, während Dr. Weizmann erst am zweiten Tag an den Verhandlungen teilnehmen konnte. In seiner zweistündigen Eröffnungsrede schilderte Smilansky die Tätigkeit des Pflanzerverbandes und hob u. a. die erfolgreiche Arbeit der Farmer- Bank hervor, die 60 000 Pfund für Anleihen gegeben hat. Der Hauptteil seiner Rede war eine Darlegung der Notwendigkeit, daß die Regierung die Zitrus-Industrie stärker unterstütze, andernfalls eine Krisis unvermeidlich ist, denn es werde bald ein Export von 20 Millionen Kisten erreicht sein. In der gegenwärtigen Saison haben Orangen und Grape Fruits sehr schlechte Preise erzielt, und England könnte durch Milderung der Zölle viel helfen. Smilansky forderte ferner einen Zollschutz für Industrie-Produkte Palästinas, zweitens eine Beschränkung des Ncuanbaus von Orangen und drittens eine Beistellung landwirtschaftlicher Arbeiter, da nach seiner Meinung die städtischen Arbeiter, die im Falle einer Krise im städtischen Bauwesen verfügbar würden, sich an die Bedingungen der ländlichen Arbeit nicht anpassen könnten. Int weiteren Verlauf seiner Rede beschäftigte sich Smiiarisky mit der Ansprache, die Weizmann in der Versammlung der Allgemeinen Zionisten in Tel-Awiw gehalten hat (s. ״Jüd. Rundschau“ Nr. 100). Weizmann hatte die Farmer beschuldigt, daß sie ״nur mit einem Fuß innerhalb der Organisation des Jischuw“ stehen. Smilansky erwiderte, daß der W a a d Lcumi nicht aus allgemeinen Wahlen hervorgehen dürfe, sondern aus Vertretern der Kolonien und der Stadtverwaltuiigcn zusammengesetzt werden müsse; dann würden auch die Farmer daran teilnehmen. Auch in die Jewish Agency- Exekutive könnte ein Repräsentant der Farmer nur dann eintreten, wenn er nicht vom Kongreß gewählt, sondern vom Jischuw entsandt werden könnte. Im weiteren Verlauf seiner Um den Legislative Council Englische Pressestimme Die Londoner englische Zeitschrift ״The Great Britain and the East“ befaßt sich in ihrer letzten Ausgäbe vom 12. d. M. neuerlich mit der politischen Lage in Palästina und der Frage des Legislative Council. Die Zeit- Schrift wendet sich scharf gegen die jüdische Opposition. Die jüdische Ablehnung des Legislative Council und die Drohung der Nichtteilnahme, so schreibt das Blatt,״ ־ignoriere vollständig die Tatsache, daß es seit einiger Zeit der erklärte Wille und Wunsch der Mandatarmacht gewesen ist, «inen Legislative Council zu schaffen und daß dies nicht immer wieder verschoben werden kann. Würde es aut diese Weise verschoben werden, dann würde der Standpunkt der Regierung, daß sie unparteiisch zwisehen Juden und Arabern steht, unhaltbar werden. Und das wäre auch verhängnisvoll für die zionistische Sache. Ein altes und nicht ganz richtiges Wort besagt, wenn ein Orientale Gerechtigkeit verlangt, meint er in Wahrheit Bevorzugung; die Zionisten tragen durch ihre jetzige Haitung wenig dazu bei, dieses Wort Lügen zu strafen.“ Die Zeitung erwähnt dann den auch von uns vor einiger Zeit zitierten Aufsatz Smilanskys über die jüdisch-arabischen Be- Ziehungen und bespricht weiter die Intervention der arabischen Delegation beim High Commissioncr. Auch der Jerusalemer Korrespondent der Zeitschrift, dessen Bericht an anderer Stelle ahgedruckt ist, deutet seine Zweifel an, ob ein Legislative Council im jetzigen Moment ein Allheilmittel wäre. Gegen diese Bemerkung ihres Korrespondenten polemisiert die Zeitschrift im Deutschland schwere Hindernisse bietet. Es ist daher sehr zu begrüßen, daß die landwirtschaftliche Fachzeitschrift ״Hassaeich“ jetzt punktierte Aufsätze herausbringt, wodurch den Neu- Hilgen das Lesen erleichtert wird. Außerdem ist für die Forthildung ein Versuch wichtig, der im letzten Sommer durch die Hitachduth Oie Germania gemacht wurde und in seiner Art ein völliges Novum darstellt- Es wurde für Einwanderer aus Deutschland in Mi k web Israel, der landwirtschaftlichen Schule bei Tel-Awiw, ein vierwöchiges lan d Wirtschaft- 1 i c h e s Seminar abgehalten. Es wurde sowohl praktischer wie theoretischer Unterricht gegeben. Das Seminar fand stärkstes Interesse und erwies sich als ein Erfolg. Es wird beab• sichtigt, weitere derartige Versuche zu machen. Von einer entsprechenden Ausbildung im Lande, genügender Instruktion und Fortbildung der neuen Siedler wird zu einem großen Teil der Erfolg der neuen Siedlimgsversuchc durch Ein- Wanderer aus Deutschland abhängen. So mancher, der sich um eine Lehrstelle bemüht und sie nicht findet, wird mit seinen Ansiedlungsplänen in große Schwierigkeiten geraten. Und wer bereits auf seinem Boden sitzt und sich müht, seinen Lebensunterhalt daraus zu ziehen» wird ohne ausreichende Möglich- Leiten weiterzulernen, in seiner Wirtschaft im Dunkeln tappen. Die Frage der Ausbildung ist in der Art, wie sie heute vor uns steht, nicht nur neu für Palästina, sondern auch für die Siedl ungsgcschicbte. Aber wir führen eben unsere Kolonisation unter Bedingungen und mit Menschen durch, wie es noch nirgends versucht wurde, und wir haben immer von neuem neue Mittel zu suchen, um uns den Menschen und den Bedingungen anzupassen. Nach zweijähriger Unterbrechung findet am 22./Z3. Dezember in Jerusalem die Jahresversammlung des palästinensischen Chemiker-Verbandes statt. Die Ver- Sammlung wird sich mit wissenschaftlichen Fragen befassen und außerdem mit der Aufgabe, der Chemie und den Cheiiiikcrn den Ihnen zukomnicndcn Platz beim Aufbau Erez Israels einzur,uimen. Die Hauptreferafe des Wissenschaftliehen Teils werden gehalten von Baker, Ernst Bergmann, Bobtelski, Farkasz, Feder und Bernhard Zondek, Rede wandte sich Smilansky mit aller Schärfe gegen den Revisionismus, der ein Unglück für den Zionismus und das ganze Judentum sei. Er trat auch für den in Palästina in de letzten Zeit tirqkämpficn Gedanken der Haavara ein. Am nächsten Tag erschien Dr. Weizmann bei der Konferenz und richtete an die Versammlung, eine Begrüßungsansprache* in der er u. a. sagte, daß im Hinblick auf die gegenwärtige schwierige politische Situation Einigkeit aller Telle des jüdischen Volkes und aller Teile des Jischuw notwendig seL Er schlug vor, ein Komitee einzusetzen, das die Differenzen zwischen den» |üdischen Pflanzerverband und der Zionisti« sehen Organisation zu beseitigen hätte. In seiner Erwiderung auf die Ansprache Dr. Weiztranns bekannte sich Mosche Smilansky als größten Bewunderer und Gefolgsmann von Dr. Weizmann, was sein allgemein-politisches Programm angehe. Er sei aber sein Gegner in bezug auf seine innere Palästina-Politik. Einigkeit sei nur möglich, wenn kein Haß in unseren Herzen sei, wenn nicht bei einem Teile der Wunsch bestünde, alles für sich zu monopolisieren. ״Ueber/.eugen Sie uns durch Ihre Tat von Ihrer Bereitschaft, dann werden auch wir bereit sein“, sagte er zu Dr. Weizmann. Dr. Weizmann erwiderte hierauf, daß er von der dringenden Notwendigkeit einer Einigung überzeugt sei. ״Wo ein Wille ist, da ist ein Weg! Wir wollen versuchen, selbst fir eine kurze Zeit einig zu sein. Bitte, weisen Sic nicht eine ausgestreckte Hand zurück.“ Im weiteren Verlaufe der Tagung berichtete Dr. Biram von der landwirtschaftlichen Schule über den Aushau der Schule während des vergangenen Jahres. Mehrere Delegierte kritisierten di« Regierungspolitik in ihrer Haltung zu den Juden. Zum Schluß der Tagung wurde eine Resolution angenommen, durch die eine besondere Kommission eingesetzt wird, die die Aufgabe haben wird, mit Dr. Weizmann über die schwebenden Streitfragen zwischen dem Verbände und der 2 i o 11 i - s tischen Organisation zu verhandeln. Weitere Entschließungen treten für die Fortführung der Arhcitercin- Wanderung mit Hilfe des Verbandes ein und verlangen von der Palästina-Regierung, der englischen Regierung zu empfehlen, den Einfuhrzoll aul Zitrusfrüchte abzuschaffen. Leitartikel. ״Soll sich“, so schreibt sie, ״die Erfüllung eines Versprechens nur nach politischer Z w e c kmäßigkeit richten? Offensichtlich ist es nicht staatsmännisch, Vorrechte unter der Drohung von Gewalt zu erteilen; ebenso offensichtlich ist es die Aufgabe der Regierung, die richtige Zeit für die Erteilung solcher Rechte zu wählen. Aber zu erklären, daß Palästina nicht früher für eine weitere Stufe von Selbstregierung reif sein wird, als bis die Zionisten irn Lande die Majorität haben werden, ist die u n s t a a t s - männisc liste Haltung. Und armmehmen, daß die britische Regierung nach derartigen Ratschlägen handeln wird, würde ihre bona fides in Frage stellen. Die Drohungen einer! Non-cooperation (Nichtbeteiligung) einer Minorität könne wohl keineswegs eine Regierung einschüchfern, deren Grund- Prinzipien fair play und die Vermeidung jeder Diskrirnination sind. Es wird zugegeben, daß der Philosoph Zweifel an der Weisheit der Einführung demokratischer Methoden im Orient hegen könne, aber Politiker und Verwalter können in ihren öffentlichen Tater! nur selten wie Philosoplien handeln.“ Man merkt, daß der Zeitung hei dieser merkwürdigen Auslassung etwas unbehaglich zu Mute ist. Ls widerspricht nach unserer Meinung jeder staatsmäiinischcn 11 alt mit; und auch den in der britischen Verwaltung allgemein üblichen Grundsätzen, wenn nur aus Doktrinarismus eine Maßnahme durchgcfiihrt wird, deren Zweckmäßigkeit und Durchfübrbarkeit alle Beteiligten (und nicht nur ״Philosophen“, sondern gerade Praktiker) anzweifelu. Es fragt sich, ob es nicht staatsmännischcr ist, einen a 11 d e r e n Weg zu suchen, um nicht durch eine im Augenblick als große Rofonn erscheinende Maßnahme neue unübersehbare Verwicklungen für die neue Zukunft heraufzubeschwören. Die Stadtratswahlen in Tel-Awiw Tel-Awiw, 15. Dezember. (JTA.) Die Wahlen zum Stadtrat von Tel-Awiw sind nach einem äußerst lebhaft geführten Wahlkampf in vollem Gang. Bis in die Mittagsstunden war eine sehr hohe Wahlbeteiligung festziistellen. In den letzten Tagen wurden in Synagogen, verschiedenen Sälen und unter freiem Himmel zahlreiche Wahhersammlungen abgehalten, an denen tausende Menschen teiimahmen. Die Hauptparteien führten eine intensive Werbung von Haus zu Haus durch. Bei den Wahlen haben 90 י י der Wähler ihre Stimmen abgegeben. Die Stimmenzählung hat unter der Aufsicht der Polizei begonnen, die Resultate sind bis Schluß des Blattes hier noch nicht bekannt. Waad Leumi und Haavara Jerusalem, 12. Dezember. (JTA.) Der Waad Leumi hat eine Entschließung angenommen, ln der die Zustimmung mit der Entscheidung des Zionistenkongresses zur Frage der Haavara erklärt wird. Es wurde weiterhin beschlossen, daß der Waad Leumi einen eigenen Vertreter in den Haavara-Vollzugsa usschuß entsende. David Ben Gurion, Mitglied der Zionistischen Exekutive, war vor der Annahme der Resolution in grundlegenden Ausführungen für das Transfer-Abkommen eingetreten. Er wurde hierbei von dem nichtzionistischen Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Dr. Werner Sen a t o r, unterstützt. In der Gegend von Dschennin ist es der Polizei gelungen, das letzte Mitglied der arabischen Terroristenbande, die dort vor einiger Zeit in einen Kampf mit der Polizei geraten war, den Scheich A r a f, zu verhaften. Araf hatte sich in einem der Dörfer dieser Gegend verborgen gehalten. Jchoschua Chankin wurde anläßlich seines 70. Oe־ burtstages zum Ehrenbürger von Tel-Awiw ernannt. 15 . in sich sie eintzu- ׳eit. r.ten ■öß- Baiber . IUI!viel jalo Gemnt orn, iick, icit. rde, .ן :Ute den Sie das rste , in vor >kd ■zer ,Cn• :kte'! ch- :me 1 ich j rkj j Oasj zur S och ' ti /eil cj ihn / lletii

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