Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 100 (13.12.1935)
- Date
- 1935-12-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 100, 13. XII. 1935 JODISCHF RUNDSfHAH Seite 11 Paläs4ina An14 Berlin IIH 31WKH AOSNCY FOR P AlB&TIN■ W 15; Meinekestr. 10. Telephon: J 1, Bismarck 7165/70. Erleichterung für ״Kap(talisten**-Kategorie Mit Rücksicht aut die besonders schwierige Lage, die ■ich für die Einwanderer nach Kategorie A 1 der palästinensiechen Einwanderungsbestimmtmgen — KapItaHstenzertlfilate — aus der langen Wartezeit ergibt, ist die Bri• tische Paßstelle Berlin in dringenden Einzelfällen bereit, die Erteilung der Einwanderungserlaubnis in Erwägung zu ziehen, auch wenn der volle Betrag des Vorzelgegeldes noch nicht seitens der Reichsbank zur Verfügung steht. Voraussetzung hierfür ist, daß der Antrag des Betreffenden bei der Reichsbank unter einer Nummer vorgemerkt ist, die in absehbarer Zelt zur Zuteilung gelangen wird. Ferner ist ein Nachweis erforderlich, daß der Antragsteller In Palästina unter keinen Umständen der Oeffentlichkeit zur Last fallen wird, und seine Bereitschaft, di« Einwanderung bis spätestens zum 30. April 1936 durchzuftthren. Lehrgang für Hebräisch-Lehrer. Die Reichsvertretung der »Juden in Deutschland wird Anfang Januar 1936 einen für die Dauer von fünf Monaten berechneten Lehrgang zur Ausbilidung von Lehrern der hebräischen Sprache veranstalten. Es handelt sich nicht um die Ausbildung von Schullehrern, sondem von Lehrern, die außerhalb von Schulen in Bünden und Organisationen aller Art, insbesondere an Erwachsene, Unterrieht erteilen sollen. In Frage kommen nur solche Damen und Herren, die über erhebliche hebräische Sprachkenntnissc verfügen und pädagogische Eignung besitzen; nur eine beschränkte Teilnehmerzahl kann aufgenommen werden. Der Lehrgang wird 30 Wochenstunden umfassen, die an fünf Tagen gegeben werden; außerdem ist häusliche Arbeit in erheblichem Umfange notwendig. Die Leitung des Kurses liegt in den Händen von Dr. K«a 1 e k o. Meldungen sind zu richten an die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Schulabteilung, Berlin-Charlottenburg 2, Kautstr. 158• Der Meldung ist in zweifacher Ausfertigung, deutsch und hebräisch, ein Lebenslauf beizufügen, der insbesondere über den Bildungsgang des Bewerbers ausführlich« Angaben enthalten soll. Aut die Meldung hin werden die Aufnahmebedingungen mitgeteiit werden. Honorar: 20 RM. monatlich. In besonderen Fällen kann Antrag auf Honorarerlaß gestellt werden. öemeindewaJilen in Zagreb. Unser h.-Berichterstatter melidet aus Beograd: Nach heftigem Wahlkampf in der jii• dischen Kultusgemeinde Zagreb wurden vor einigen Tagen die Wahlen abgehalten. Drei Listen kämpften um di« Positionen in der Gemeinde: die zionistische, Unterstützt von den Nichtzionisten, die im Rahmen der Jewish Agency arbeiten, die Revisionisten und die Assimilanten. Den Sieg trugen die Zionisten davon. Auf ihre Liste entfielen mehr als 2/., aller Mandate, so daß die Zionisten nicht ntir aus ihrer Mitte den Präsidenten der Gemeinde stellen werden, sondern auch beide Vizepräsidenten, alle Vorstände und Vor- Standsstellvertreter der verschiedenen Sektionen. Präsident der Gemeinde ist Dr. Marko Horn, der langjährige Vizepräsident der jugoslawischen zionistischen Exekutive. Die Assimilanten erhielten im ganzen acht Mandate, die Revisionisten die Hälfte davon, Berufszählung der Juden Wir haben in Nr. 93 bereits einige Ergebnisse der B e ־ rufszählung vom 16. Juni 1933 aus dem ״Statistischen Jahrbuch 1935“ mitgeteilt Das soeben erschienene Heft 22 der Zeitschrift ״Wirtschaft und Statistik"‘ bringt weitere Angaben über die Juden im Wirtschaftsleben. Diese Zahlen sind zum Teil, insbesondere auf dem Gebiete der Verwaltung, des Rechts- und Gesundheitswesens usw. durch die spätere Entwicklung überholt, geben uns aber ein zuverlässiges Bild für das Stadium der Neuordnung, in das der Stichtag der Zählung — der 16. Juni 1933 -- fiel. Die jüngste Veröffentlichung unterrichtet uns über die Wirtschaftszweige und -berufe, in denen die Juden damals stärker vertreten waren, als es ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung (0,77 v. H.) entsprach. Die Wirtschaftszweige des Handels mit den höchsten jüdischen Quoten waren: Immobilienhandel mit 9,48 v. H., Warenhandel mit 4,21 v. H. und Hausier- und Straßenhandel mit 3,99 v. H. Von Handwerken war die Kürschnerei am stärksten jüdisch durchsetzt, der Anteil lag hier bei 5,28 v. H. Unter den Wirtschaftszweigen mit vorwiegend geistiger Tätigkeit war der jüdische Einschlag besonders erheblich bei der bildenden Kunst und freien wissenschaftlichen und sehr״:.;tellerischen Bet;ii'״un׳; mit 3,88 v. H. sowie im Wirtschaftszweig Rechts- und Wirt- Schaftsberatung mit 3,27 v. H. 16,25 v.H. der Rechtsanwälte und Notare, 13,28 v.H. der Patentanwälte, 10,88 v.H. der Aerzte waren jüdischen Glaubens. Von wichtigeren Berufen des Handels, die eine besonders hohe jüdische Quote aufweisen, sind vor allem die des Maklers und Kommissionärs mit 15,05 v.H. und des Reisenden, Vertreters und Agenten mit 9,20 v.H. zu nennen. Ferner ermöglichen die amtlichen Verlnutharunjren, die verschiedene wirtschaftliche Struktur der jüdischen Bevölkerung inländischer wie ausländischer Herkunft mit der der Gesamtbevölkerung zu vergleichen: Hierbei hat die reichsarntliche Statistik die im Ausland geborenen Juden und die im Reich geborenen Juden ausländischer Staatsangchörigkeit zusammen gefaßt. Bemerkenswerte Abweichungen in der wirtschaftlichen und beruflichen Gliederung der genannten Bevöllcerungsgruppen zeigen sich vielfach in Wirtschaftszweigen und -berufen, bei denen es sich zahlenmäßig nur um sehr wenige jüdische Personen handelt, so daß dies hier vernachlässigt werden kann. Nur an einigen Beispielen sei die besondere wirtschaftliche und berutliche Verteilung der Juden ausländischer Herkunft aufgezeigt: Eine wichtige Rolle fiel den handwerklichen Berufen zu. Von 1900 ausländischen Juden waren 60 Schneider, von 1000 inländischen Juden nur 20, von der Gesamtbevölkerung 25 v.T. In der üirschnerei wurden von 1000 jüdischen Erwerbsncrsonen ausländischer Herkunft 15, nur 2 v. T. inländischer Herkunft gezählt; bei der Gesamtbevölkerung war der Salz noch wesentlich niedriger: nur 0,6 von IOC» Erwerbspersonen gehörten zu diesem Beruf. Von 1009 ausländischen Juden waren 4 Optiker, von 1(W0 inländischen Juden wie von der Gesamtbevölkerung war «s nur je einer. Innerhalb der jüdischen Erwerbspersonen ausländischer Herkunft waren weiter ihrem Charakter nach internationale Berufe, wie Tänzer, Schauspieler, Artisten, mit 4 vom Tausend, Musiker, Sänger mit sogar 13,2 vom Tausend wesentlich zahlreicher vertreten als bei der inländischen jüdischen und hei der Gesamthevölkerung Deutschlands. Die große Zahl jüdischer Kantoren und Lehrer ausländischer Herkunft spiegelt sich in der Tatsache, daß 10 v. T. zu diesem Wirtschaftszweig gehörten, dagegen nur t»v. T. der inländischen jüdischen Erwerbspersonen. Schließlich entsprach dem namhaften ausländischen Häüsbesitz eine erhebliche Quote der ausländischen Juden in dem Beruf der Hausverwalter; ihre absolute Zahl betrug jedoch nicht einmal 150. Das Bild der ungesunden wirtschaftlichen und beruflichen Struktur der jüdischen Bevölkerung Deutschlands war in seinen wesentlichsten Zügen bekannt. Ebenso vertraut _sind die Ursachen der Entwicklung, die in diesem Bilde ihren zahlenmäßigen Niederschlag fand. Inzwischen hat die geseizliehe Regelung auf manchen Wirtschaftsgebieten und die zugleich einsetzende Berufsumschichtung einschneidende Ver- Änderungen bewirkt. ______ Ph. Juden und Jüdisches im Rundfunk Freilag, 13. Dezember 1 Straßburg (349), 18.30: Kammermusik *on Nilhaud. — Hilversum X (1875), 19: u. 3. Meyerbeer: Der Propbet; 22: u. a. Mendelssohn: Hebridcn-Ouvcrtüre. Sonnabend, 14. Dezember: Radio-Normandie (1113), 9.30: u. a. Hoffrnanng Erzählungen: 12: u. a. Reisfeld: Israel, wat’en. — I.inemhurg (1304), 17,30: u. a. Rubinstein. -— London (342), 22.30: u. a. Korngold. Sonntag, 15. Dezember: London National (261) und Droitwlch (1500) und Brit. Reichskurzwelle G.S.T. 16,86 und S.F.F. 19,82 (via Jerusalem-Kairo), 13.45 bis 14.05: Uebertragung aus der lindwirtschaftlichen Mädchenschule Nahalal der Einweihungs-Zeremonie des Künig - George - Waldes, mit Reden des High Commissioncr Sir Arthur Wauchope (englisch) und UssischltiM (hebräisch). Hugo Adler: Zehn Lieder (Mannheim 1935). Ein seitsanies Gefühl ist es, diese deutschsprachigen Gedichte aus dem zionistischen Frühstadium von hier aus ■durchzulesen. Die Empfindlingssphäre, in der sich die damalige zionistische Bewegung abspicRclte, hat sehr wenig init der hebräischpalästinensischen Jetztzeit und ihren unsentimentalisch-aktivistischen Hintergründen zu tun. Auch die Uebertragun.tr ins Hebräische würde daran wenig ändern. Die meisten Teste sind Berthoid Feiwels Anthologie ״Junge Harfen“ entnommen. Der Komponist Adler hat viel vom dem Inhalt liehen erfaßt und die Stimmungen nachgezeichnet, ohne sich dabei dem Emotionellen allzusehr hinnigehen. So konnte man sich vorstellcn, daß die Gedichte atn diese Weise dem deutschsprachigen Leser wieder naliegebiacht werden, der sonst unter Umständen heute gar nichts mehr von ihrer Existenz erfahren würde. — Am besten geglückt scheint mir das ״Wiegenlied“ (nach Berthoid Feiwe!). dann der Anfang des Liedes ״Sand und Sterne“ (von Frug) und das ״Märchen von einem Stein“ (Zlo/isti). In Abraham Rfiseiis ״Messiaslied“ liegt viel fordernde Kraft, obgleich sein Melos vielleicht weniger jüdisch anmutet als das der übrigen Lieder. KALENDARIUM 1935 — 50. Woche 5696 — 12. Woche Freitag 13. Dezember 17. Klslew Samstag 14. וישלח ״ .18 Sonntag 15 19. Montag 16. ״ 30. Dlcndag 17. 31. Mlliwodi 18. 23. Donnerstag 19. ״ 33. 5<habbat־Au1ß0ng f^«rUn 4®, Rreilon 4M, Frankfurt *. M. 5», Hönd)en5r IIÖNTGEN ■ _ _ ׳ uvBEDARF Crlcli 30nntan BERllN״ÜCHTeRFELDF MiN0EMBUR<5DAh1׳M ■1*1 '&omz»1el׳w. Cf Ui«M*rf«i|de JUS Von der Rtiae zurück Professor m, D• Dr. med. habil« Felix Rosenthal «itender Oberarzt der inneren Abteilung des israelitischer. Krankenhaus«! Hambura HetlwlgttraBe 39. SAN REMO Dr. niedL Wilhelm Neumano (Sommert Hader*-Baden׳ Casa f'er״׳o. Tel. 5739 A0rztl. Einrichtungen! Billigst. Beste Qualität. Auswanderer S>׳ errmark möglich 40 llhri en Facb«j1*ch&fl Fuchs, Wormser str. 7 K(!!n Lade». B 5 3983 Arxtpraxi» (Internist) in rhein. Großstadt »st gegen -intritt in MieUvnrtras? ab*u«cb, Audi ohn«. Kasse gutes Einkommen. Off. u. H 633 a. Anz.-Abt.. Meinekestr. 10 rtranhenplitge-uerieiiiüDleiiung Mrztehiti• Johann.t Bah rendt 0 2,1813, Berlin N.Or1nienhugor8tr. Gral« Aerzta-Antiquariat Versierter Kaufmann fahrt Ende Dez. nach Südafrika u. über, nimmt Erledigungen aller Art. Eilotferbu. H 621 an die An*•־ Abt., Meinekestraße 10 Feinste Weizenmehle Hafergrütze, Haferflocken Gerstgrütze, Graupen, Erbsen gibt unter Nachnahme (Po•(* u. 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