Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 98 (6.12.1935)
- Date
- 1935-12-06
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seit« 18 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 98, 6. XII. 1935 JÜDISCHE f Das Neueste in Kürze Ein heiliges, aber unlösbares Problem Die Hedschas-Bahn Von M. Y. Bcn-gavriel (Jerusalem) Ein kurzes, fast gleichzeitig vom der palästinensischen, der syrischen und der saudidien Regierung her au gegeben es Kommunique teilt mit, daß die zwischenstaatliche Bahnkonteren 1 von Haifa ergebnislos auseinandergeandern ist. Hinter dieser, dem Laien nicht viel sagenden titteilung steht eine, in dieser Zeit besonders interessante Tatsache von bedeutender, auch für Palästina bedeutender politischer und verkehrsteehnischer Wichtigkeit. Es handelt sich bei dieser, wie bei einigen früheren, das gleiche Thema ergebnislos behandelnden Konferenzen um die sogenannte Heilige Bahn, um die als Hedschasbahn bekannte einzige Verbindung Europas mit der arabischen Halbinsel, Diese Bahn, die seit dein Krieg zum grüßten Teil nicht im Verkehr steht, ist, a!)gesehen von ihrem allgemeinen Wert als Verbind ungsstraße, von großer strategischer Bedeutung, Die Idee zu dieser in verschiedenen Beziehungen ziemlich einzigartigen Balm, weiche Konstantin opcl mit den Alcdincn, den beiden heiligen Städten des Islam verbinden sollte, stammte von ‘Iz/et Pascha el a'bed aus Damaskus, einem Günstling des vorletzten Sultans der Türkei, Abel ul hamid. Sie sollte in erster Linie dazu dienen, den langen mul gefalirvollen Pilgerweg nach Mekka zu erleichtern. N'aeli Ueberwindüng bedeutender Schwierigkeiten war 1907 Medina erreicht. Hann kamen aber die türkischen Kriege und der Weltkrieg, so daß an eine Verlängerung der Strecke bis Mekka nicht zu denken •war. Statt dessen wurden einige strategisch svichtige I liigeKtrecken gebaut und die schmalspurige Bahn von Jeni'-aTm nach Jaffa ausgebaut. Eine höchst geschmacklose Säule in Damaskus erinnert an die Ferlig.-U-Ilutig der eiii/igen heiligen Bahn der Welt, deren letztes Stuck, (!!<> km, in! Weltkrieg verschwand. Die beiden anderen Teile, 19׳) Km m Syrien mul 17(1 km in Palästina resp, Tratisjordntiion, wurden aut ( inn!«l des t riedensvirtrnges von 1 aimaune von den Heiden Mandatsinhabcrn, Frankreich und Liigdand, übernommen. Der erwachende arabische Nationalismiis aber nahm diese 1 osunjg nicht zur Kenntnis, sondern erklärte immer von Neuem, daß die Heilige B a )1 n et *.־ s I s I ä m n i v 111 im Besitz der l J n g I ii 11 b i g e n bleiben dürfe. Um Wmful, der Herr der Heiligen Städte, berief IW’ß die cr>te I lalinkonfcreu/ nach Mekka, die aber infolge Abwesenheit englischer und trnii/üsischer Delegierter nicht mehr als propagandistischen Wert hatte. HKS kam cs zur ersten internationalen Besprechung in Haifa, die ergchnislos ausemaiulergmg, da der Vertreter des iledsctias sofort die Besit/frage aufwarf, während der Franzose erklarte, nur zur Behandlung teehniselier!׳Tagen legitimiert zu sein, Der Vertrag von Lausanne, n rgumentierten ehe Vertreter der Mandatare, h.1־he den muslimisch-religiösen Charaktcr der Balm anerkannt und habe bestimmt, daß nur ein aus vier mohammedanischen Vertretern der beteiligten Länder und zwei Vertretern der übrigen mohammedanischen Welt bestehender Rat die Boit/frage besprechen könne. Dieses Problem, wem eigentlich die Bahn gehört, resp. zu gehören habe, kam auch auf verschiedenen!110hamnieda nischeii Kongressen zur Besprechung und wurde immer wieder — infolge unlösbarer Gegensätze in der Auffassung der beiden Mandatare einerseits und der nmslimisehen_Welt andererseits — vertagt, bis der Thronfolger der Ssaudiye anläßlich seines vor kur/eui erfolgten Besuches in Paris und in London die neuerliche 'Konferenz von Haifa anregte. Diesesma! wurde die Besii/frage nicht aufgeworfen; cs sollte nichts anderes als die ,Möglichkeit besprochen werden, die von Lawrence zerstörte Strecke wieder betriebsfähig zu machen und die heute nur bis Ma‘,111 in Transjordanien verkehrende Bahn zur (iänze wieder in Betrieb zu setzen, so daß cs sieh also um rein verLchrstechlösche und administrati vc Frag«! handelte. I Tu el gerade an diesen, außerhalb der politischen Sphäre liegenden Problemen scheiterte von neuem der Versuch, Arabien mit der Weil durch eine Bahn zu verbinden. Die Kosten der Ausbesserung wurden auf rund zweimalhnmletHaii'Ciul l’fiuid gcsclcst/t, deren (Aufbringung zu grundlegenden Meinung sverM'hicdenlieiten Anlaß gab. Der Delegierte des I ledscha p der Außen minister der Ssaudiye F11 ö 11 el Iwm/a, verlangte, daß die drei beteiligten Staaten — Svrieu, Palmin);! mit Tr.'!n«j<!!'d:1!1icn und der Hedsehas ■ gemeinsam die Kosten zu decken bitten, einerseits, weil die Bahn Besitz aller Mohammedaner sei und andererseits, weil alle drei Staaten tlircti Nutzen ,־ms ihr zögen. Syrien und Pal'islina aber lehnten den Vorschlag ab und verlangten, DNB. meldet aus Jerusalem: Das Royal Berkshire- Regiment wird am Mittwoch von Palästina nach Alexandria befördert werden. Gleichzeitig wird das zweite Bataillon des. Regiments Queens own Cameron Highlanders aus Eng-!and eintreffen, das vorläufig seinen Standort in Pallstina haben wird. Wie von amtlicher Seite lnitgeteilt wird, entbehren die Meldungen arabischer Blätter über die Abberufung des Chef- Sekretärs der Palästina-Regierung, John Hathorn Hall, jeglieber Grundlage. Von der arabischen Terroristengruppe wur* den bisher im ganzen zehn Mitglieder verhaftet, von denen einige ein Geständnis abgelegt haben. Die Untersuchung geht weiter. Die zionistische Bankkomtnission.die vom Luzerner Kongreß eingesetzt worden war, trat in Jerusalem zu einer Sitzung zusammen. Sic machte Vorschläge für die Schaffung einer jüdischen landwirtschaftlichen Bank unter Beihilfe der Jewisli Agency und der Atiglo Palestine Bank. Die Bank soll Farmern Kmlitc zwecks Befestigung der jüdischen Arbeit gehen. Ferner wurden Vorschläge zur Errichtung einer I n 11 u s t r i e h n 11 k zwecks Unterstützung der jüdischen Industrie in Palästina gemacht. Die Palästina-Regierung hat den Bau einer neuen J0T* da nbriieke beschlossen, die die neue Asphaltstraße aus Nablus (Sichern) mit Transjordanien verbinden soll. Damit wird ein pallstinrnsisch-traiisjordanisclier Verkehr ohne Berührung von Jerusalem ermöglicht. Auf Grund des vorliegenden statistischen Materials erwartet man, daß die Zahl der Automobile, Traktoren und Motorräder bis zuin Ende des laufenden Jahres 1-1000 erreichen wird. In den ersten sechs. Monaten des Jahres wurden 23 300 000 Liter Benzin importiert. fn den ersten elf Monaten des Jahres 1935 wurden 2000 Personen, darunter 270 Juden, aus Palästina wegen Ille* g a J e r Einwanderung deportiert. Auf dem Gebiet des arabischen Zeitungswesens in Palästina läßt sich in letzter Zeit ein bedeutender Auf- Schwung feststellen. Neue Zeitungen aller Richtungen und Parteien beginnen zu erscheinen. Drei von den soeben erschieneuen neuen vier arabischen Zeitungen stehen der Partei des Großmufti nahe. Wie aus Hebron gemeldet wird, wurde am Eingang zur Höhle Machpeia eine Tafel in arabischer und englischer Sprache angebracht, der zufolge der Zutritt ohne schriftliche Erlaubnis vom Obersten moslcmirischen Rat verboten ist. Bei einer in Tel-Awiw abgehaltenen Beratung wurde ein provisorisches Programm für den Weltkongreß jüdischer Aerzte auf gestellt, der entsprechend einem Beschtuß der Aerztc-konicrenz, die anläßlich des Zionistenkongrosses in Luzern tagte, in Verbindung mit der Levante-Messe im kommenden Frühjahr in Tel-Awiw stattfinden Soll. Vom Hauptbüro des Keren Kajcmcth wird mitgeteiit, daß die Einnahmen des Fonds im letzten Jahr 348 000 Pfund betrugen und weitaus höher waren als im vergangenen Jahr. Die Leitung der Levante-Messe in Tel-Awiw ist verstän• digt worden, daß die rumänische Regierung die Absicht hat, daß jeder Staat für sein Stück aufkomme, was praktisch nichts anderes bedeuten würde, als daß der Hedsehas allein zu zahlen habe, da die beiden anderen Stücke ja intakt sind. Die Weigerung der Mandatsländer, sich finanziell zu engagieren, ist verständlich, da ihre Balmteile ja so wie so für Truppentransporte verwencluiigsfähig sind (und es England nicht unsympathisch sein kann, daß die Ssaudiye keine Möglichkeit haben, Truppen an die transjordanische Grenze, besonders an den wichtigen Hafen ‘Aqabah, heranzuhringen). Anderseits aber ist die Rentabilität einer Kapitalsinvcstition höchst fraglich, da die Bahn mit Verlust arbeitet, Sic wird so wenig in Anspruch genommen, daß es heute durchaus genügt, den Verkehr durch drei Züge wöchentlich von Haifa nach *Ammin, der Hauptstadt Transjordaniens, und durch einen Zug wöchentlich von ‘Aminän nach Ma'an, dem Schlüsselpunkt ‘Aqahahs, aufrechtzuerhalten, Ueberdies, wird kalkuliert, ziehen die Pilger den Seeweg durch das Rote Meer dem Landweg vor, weil die Strecke von Medina nach Mekka nichts weniger als angenehm zu passieren ist. So ging also die Konferenz von Haifa ergebnislos auseinander und die Heilige Bahn bleibt, was sie war: ein Runipfstück. den rumänischen Pavillon auf der Levante« Messe bedeutend zu erweitern. Das Schweizer Regierungsinstitut für die Förderung des Handels hat die Organisierung einer verstärkten Beteiligung Schweizer Aussteller an der Levante-Messe in Tel-Awiw beschlossen. Besonderer Nachdruck wird auf Maschinen und Geräte für Industrie- und Transportwesen gelegt werden. Die Pläne des Instituts sehen auch die Organisierung einer ״Schweizer Woche“ vor. Die Sanktionen gegen Italien haben zu einer etwa 25 ״״igen Erhöhung der Preise für Palästina-Orangen geführt. Der Vorsitzende des Waad Leumi, Jizchak Ben Zwi, und der stellvertretende Vorsitzende. Abraham L. Mal e, haben dem Iranischen Konsul in Jerusalem einen offiziellen Besuch abgestattet. Im Verlauf des Gesprächs wurde die Vw- Stärkung der Handelsbeziehungen zwischen Iran und Erez Israel erörtert. Die Weltzentrale des Misrachi in Jerusalem hat allen Landesverbänden des Misrachi mitgeteilt, daß infolge des innerzionistischen Friedensschlusses von Luzern der Mtsradii sich von nun an aktiv au der Arbeit für den Keren Hajessod beteiligen wird, während er in den letzten zwei Jahren aus Opposition abseits stand. Mehrere Misraclii-Landesverbände und Gruppen haben auch bisher diese passive Resistenz des offiziellen Misrachi bekanntlich nicht mitgemacht In der Kolonie Raanana fand die Gründungskonferenz der Fraktion der Allgemein-Zionistischen Arbeiter, die in der Histadruth organisiert sind, statt. Die Schuhfabrik ״Ke ter“ in Rischon le Zion, die als Protest gegen die Kreditsperre geschlossen worden war, wurde wieder eröffnet. Der ״Eildienst für Außenhandel und Auslandswirtsdiaft“ vom 29. 11. enthält eine Beilage über das Thema ״Absatzmarkt Palästina", die eine ausführliche Darstellung der Absatzaussichten für deutsche Waren auf dem palästinensischen Markt gibt. Auf Grund einer Analyse der einzelnen Warengattungen, die aus Deutschland eingeführt wurden, kommt die Darstellung zu dem Ergebnis, daß die Einfuhraussichten für deutsche Waren in Palästina günstig sind, wobei die Preisgestaltung den entscheidenden Faktor bilde. Der Gerer Rebbe, einer der bekannten chassidischen Oberhäupter, hat an die Palästina-Regierung ein Gesuch um dauernde Aufenthaltserlaubnis für sich und seinen Sohn gerichtet. Die Stadt Tel-Awiw hat den Dichter S.-ml Tschernkhowskl anläßlich seines 60. Geburtstages zum Ehrenbürger ernannt Im Hinblick auf Meinungsverschiedenheiten zwischen dem United Zionist Appeal in Amerika und der Hadassa in bezug auf die Zuteilung von Mitteln für die Jugendalijah- Arbeit begibt sich Miß Henrietta Sz.old am 11. Dezember nach Amerika. Durch schwere Wolk enbrüchc sind die tiefer gelegenen Teile des Emek Chef er (Waadi Hawarit) Unter Wasser gesetzt worden. Die Straßen wurden stark beschädigt, so daß die Bevölkerung vom übrigen Jischuw abgesehenttem war. Die — zum Großteil also gar nicht existierende -— Hedschäs-Bahn bleibt aber für den Islam eine religiöse Prestige -Und Machttrage ersten Ranges, w8h> rend anderseits England, wie oben angedeutet, mit der Auf• rechterhaltung des status quo nicht unzufrieden sein kann, denn die strategisch wichtige Verbindung vom Mittelmeer bis beinahe zuin Roten Meer — das fehlende Stück von Ma'an nach 'Aqabah ist geringfügig — kann jederzeit einen aus irgendeinen! Grund unpassierbaren Suez-Kanai zur Not ersetzen. Ucberdies wird die künftige Bagdad-Bahn zum Teil aut der Trasse der Hcdschäs-RaHn in Palästina laufen, wäl*- rend für Frankreich die Bahn die Basis für eine Fliigelstreck« um den strategisch sehr wichtigen Dschebel drus ist. Das Interesse der beiden Mandatare ist also durch den Nicht• ausbau der fehlenden Strecke nicht tangiert, während der tsläm heute kaum ein Aequivalent für finanzielle Hilfe beim Ausbau oder für die Abtretung der Besitztitel bieten könnte, Um diese Bahn in mohammedanischen Besitz zu bringen, bedürfte es wohl einer grundlegenden Mächteunigruppierung, einei tiefeinschneidenden Aendening der politischen Situation im Osten. Bis dahin müssen alle Proteste von arabischer Seite politische, aber platonische Deklarationen bleiben. Kunstleben in Palästina Von Dr. Karl Sch w a r 7, (Tcl-Awiw) V׳'eil« man vor zwei Jahren durch die drei Hauptstädte des Landes ging, konnte mau so gut wie nichts von kiinstleristhcm Lehn! entdctkeii. In Jerusalem veranstaltete wollt der Bczalel und in Tel-Awiw (ins in engen limimen lintcrgehrachte Museum wedistlm.le Ausstellungen, sonst aber gab es keine Ausstdlmigsmöglii hkeiten, keinen Kiiiistsalon oder irgendwie beachtliche Kmistladcn. Inzwischen hat sieh das gründlich geändert. Gelegentlich berichteten wir an dieser Stelle über verschiedene Ausstellungen im Kunstsalon Masskit in Tel- Awiw, der jetzt seit zwei Jahren existiert, und bei Sieimatzki in Jerusalem, können aber zu Beginn der neuen Wintersaison eine ganz« Reihe neuer Erscheinungen aufziilileii. die Beweis des immer wacher werdenden Kunstinteresscs sind. . Am wenigsten hörte man bisher von Haifa. Jetzt hot die Nag!ersehe Buchhandlung ein neues, geräumiges und modern «!!®gestattetes Heim bezogen und im Obergeschoß einen besonderen Ausstellungsraum eingerichtet, durch den erstmalig in Hadar Hakarmel die Möglichkeit für wechselnde Ausstellungen gegeben ist. Die EröffmingsausstelJuiig zeigt Gemilde und Zeichnungen des Dresdener Dixschüiers Miron Sima, eines Künstlers von hohen Qualitäten, der durch vorzüglkhe Porträts und fesselnd wirkende Kompositionen bereits in Fei-Awiw hervorgetreten war. Sima ist ein seriöser Künstler, der es sich nicht leicht macht und, von gediegenem Studium ausgehend, seine Werke genau durchstuiiicrt. Im Neuen Merkas irn unteren Haifa hat die Ring a r z sehe Buthltandhmg eine ähnliche Einrichtung getroffen und die Saison mit Bildern von ji/cli ak F r c n k e I, einem unserer besten palästinensischen Maler, eröffnet. Frenkel ist ein bisher viel zu wenig beachtetes malerisches Talent, ein sehr zurückgezogen lebender Künstler, der viele Jahre in Paris weilte und sich dort eine starke Malkultur erworben hat. — Beide KunsRiloris beabsichtigen von nun att regelmäßige Ausstellungen ni veranstalten, wodurch sich nunmehr auch in Haifa ein gewisses Kunstleben entwickeln kann. Las wichtigste Kunstereignis in j e r usalem ist die Au•* Stellung von Emitiy Roth bei Calimarait & Czapsky. Emmy Roth, die bekannte Berliner Stiberselimiedin, die in d«1 letzten zwei Jahren in Paris gelebt und dort große Erfolge erzielt hat, hat sich vor kurzem endgültig in Jerusalem niedergelassen. Emmy Roth besitzt die' seltene Fähigkeit, die Form klingen zu lassen, die, aus dem Geiste des Materials geboren, Gegenstände in möglichster Einfachheit unter Verzicht auf alles Beiwerk schafft. Die von ihr gefertigten Gebrauchsgegenstände wirken so selbstverständlich in wuchs und Gestatt, so einfach und daher so schön, daß man sich eigentlich wundert, wieso man Derartiges nicht schon immer so gemacht hat. Die funktionelle Bestimmung des Gerätes ist ausschlsggebcnd, der künstlerische Wert kommt in der Zweckmäfiigkeit zum Ausdruck. Mit besonderem Feingefühl gestaltet Emmy Roth Schmuckstücke in minutiöser Durchführung. Und hier scheint uns eine wichlige Aufgabe für sie zu liegen, da die bei uns wieder heimisch gewordene jemenitische Silbcrschmicdckunst durch eine starke Hand künstlerisch weitergebüdet und zu einer lebendigen Volkskunst entwickelt werden muß. Uehcr den ״ftczalcl Hechadaseh“ ist unlängst hier berichtet worden. Daneben hat Jakob Steinhardt efne Kunstschule in seinem Jerusalemer Atelier eingerichtet, die nur eine beschränkte Zahl von Schülern in Malerei und Graphik herambilden will. In einer Ausstellung bei ״Cliarlott“ zeigt Steinhardt den Erfolg eines einjährigen Unterrichts an Beispielen von Schiilerarbeiten und erklärt in einem vorzüglich zusatr.mengestellten Programm die von ihm angewendete Lehrmetbode. In der ״New Oallerv״ lernt man den italienischen Maler und Graphiker Mario Flor ent In! aus Rom kennen, ein«! der wenigen jüdischen Künstler Italiens, der gediegen ausgeführte, durch geschickte Ausschnitte Interessant wirkende Lancischafts-, vor allen! Städteansfehten, zeigt. Besondere Neuerungen hat das Kunstleben Tel-Awiws zu verzeichnen. Wir haben jetzt eine Künstlerbar und ein Künstlerrestaurant, die durch kleine oft wechselnde Ausstellungert einen näheren Kontakt zwischen Publikum und Künstler h erstellen wollen. Da es hier 80 sehr an Ausstellungimögliclikdten fehlt, sind diese Versuche besonders zu begrüßen. Zunächst hat d«r in der Berliner Kinowell bekannte Rudi F e Ul seine bereits vor zwei Jahren begründete Bar zu einer Kunstbar ausgestaltet, Indem er in seinen Räumen Aussteliungen veranstaltet. Unter ihnen sind die von Sala Russota, einer Schülerin der Berliner Akademie, und Orete Miriam Brauer aus Kassel zu erwähnen. Wenige Schritte davon entfernt hat ein Restaurant die• selbe Wandlung durch gen! acht und sich in kurzer Zeit zum Treffpunkt der Künstlerwelt entwickelt. Das Lokal ist durch den Bildersehmtick zu einem freundlich wirkenden Raum geworden, in dem sich allabendlich die Vertreter der versohledenen Künste einfinden. Das ist immerhin ein Novum fiit Palästina, das sehr anregend und befruchtend wirken kann• Der Kunstsalon Masskit hat sich in seiner zweijährigen Tätigkeit gut eingeführt und bringt neben keramischen und anderen kunstgewerblichen Neuigkeiten von Zeit zu Zeit auch kleine Ausstellungen hiesiger und auswärtiger Künstler, allerdlngs nur in kleinen Kostproben, da der Raum wenig für diese Zwecke geeignet ist. Zuletzt waren hier Plastiken von Wolf-• gang Meyer-Michael, des aus der Tuailionschule hervorgegangenen Berliner Bildhauers, zu sehen. Beachtlich sind die keramischen Erzeugnisse ״Tozereth Haaretz“ aus de# Kunstanstalt von Eva Samuel ln Rischon. Zu einem besonderen Kunstabend lud unlängst der Male# Arye Leo Peysaek anläßlich der Vollendung seines Moni»- mentalgemäldes ״Das Hohe Lied der Arbeit" «in. Peysaek, rin geborener Kftnigsbergcr, lebt bereits seit einer Reihe von Jahren in Palästina u!1d arbeitet mit bewundernswerter Energie an der Schaffung von Gemälden, die den Aufbau des Landes (!erstellen sollen, Das erste dieser Riesenbilder, den Anbau der Orange darstellend, versinnbildlicht die Arbeit im Pardesi als Urbarmachung des einst steinigen Bodens zu üppiger segenbringender Erde. Anläßlich der Vorführung des Gemildes in dem provisorischen Atelier des Künstlers in einer Halle de! Messegeländes sprach Dr. Josef Kasteln über Ziele und Aufgaben der neuen palästinensischen Kunst. Da* Tcl-Awiwer Kunstleben wird nun bald seinen offiziehen Mittelpunkt erhalten, da der Neubau des Museums inzwischen so weit fertiggestellt ist, daß die Inneneinrichtung begonnen und die Eröffnung in Vorbereitung ist. Für die Ein- ■weihUng de* neuen Hauses, das neben den Werken der Malerei und Plastik des 19. und 29. Jahrhunderts eine umfassende Schau palästinensischer Kunst zeigen wird, hat der High Commissioner das Protektorat übernommen. (Schluß des Palästine-Teils) aui Im Ends siegte in M beiden Mal Aufstellung Spiel war i und spielte ab. Bayern kommen. N sehen Hinte ein Erfolg d 20. Minute burger (Asc deutschen 1 mehrmals k der Läuferr blendende > stören. So! kamen die Bayern mel einer Uebe! Schaft nicht Erfolg der J bayerischen läufer Hers! taktisches fl sturmer) kc der Spielzei Eine I brachten di schaft. B.K. I fälligen Ha spielgcgncr an sah ma Wicsbadcne gefürchteter herrschende welcher be Stellt! rigspie Frankfurt a mächtig au plötzlich ar Verteidigun 9 :2 kapitu läge bleibt Gegner, de! mit Riicksic wertvollen B.K. F war der JJI Sturm. Die! teidigung d nik und die wobei aller! aut zwei il serven tren B.K. F Die infolge Rosen bäum mannschaft Gegner, un brachte, üb Der Mittel! aut dem I Format zu ausgezeichn einer höhe! 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