Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1935-11-26 · Heft 95 (26.11.1935) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 95 (26.11.1935)
Date
1935-11-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2651273-2653827-2653912--27762-2689215
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

beite 6 JODISCME RUNDSCHAU in Erscheinung getreten ist auch M.argo Lion in neuem, weniger intellektu;11istiscliein und mehr mondänem Stil im Theätre Boblno und im Theätre ABC (Direktion: Kurt K o b i t s c 11 c k). Hingcg en hat weder Friedrich Hol-!ander mit einem nach Los Angeles transponierten Tingeltangel seine frühere Popularität bisher wieder erzielen, noch hat V i c t o r B a r 11 o w s k y seine Berliner Regie-Erfolge mit ,,Wie es euch gefallt“ irn Theätre des Champs-Elysees, trotz dem damit verbundenen Sprcchbühneii-FVbut der Annabeila, wiederholen können. Der Versuch, das Plaza-System — tiiglieh zwei Vorstellungen zu billigen Preiset! — nach Paris zu bringen, wurde von Jules Marx, dem früheren Direktor der Berliner Scala, in der weiträumigen Alhambra an dem Place de la Repubiique unternommen; es blieb ein Mißerfolg, obwohl liier der junge Berliner Bhhnenarchitekt Erich E. Stern mit der Ausstattung mehrerer französischer und einiger A b r a h a m - Operetten beträchtliches Aufsehen erregte. V011 den emigrierten Eilm-Regisseiiren sind Karl G r 1! 11 c, Kurt B e r!1 11 a r d, V i e r t e I, Mittler, Gerron, der rasch durchstoßende Ophiils (״Liebelei‘*) internationale־ Manien, auch R e i c fi m a 11 11, der zusammen mit dem jungen Musiker Wolfes Goethes ״Zauberlehrling“, mit Verwendung der Partitur von Paul D11 k a s, stark applaudiert als pantomimischen I Um herausbrachte. Allerdings; All diese Erfolge sind nicht zu vergleichen mit dem sieghaften und durchaus elementaren Durchbrucli der Elisa bet 11 Berguer. Ihr Katharina-Film ist innerhalb weniger Monate in fünf Erdteilen eine Sensation geworden. Sie ist hier nicht die ״große“, viel eher die ״kleine Katharina“ aus der Komödie Savoirs; keineswegs ein Vamp im Kostüm des achtzehnten Jahrhunderts, sondern ein Mädchen aus der Familie der Lulu, in dessen schmaler Physis der ewige Erdgeist lodert; ein triebhaft aus der Anonymität cmporgeveorfenes Ding, das erst von dem gestaltenden Genie der Berguer ■■ wie nur noch ihre imvergeßbar rührende Viola —■ in wahrhaft shnhespeaivsvln•: 1 Vi.uie gesteigert wird. Exzeptionell war auch der Erfolg der Berguer auf dem Londoner Theater in ״i 'seape iih: never". Nachdem das Stuck monatelang ungewöhnlich attraktiv und eigentlich der Clou von London gewesen war. spielte die Bergncr dieselbe Rolle im gle ichbetik den i '11111. Momentan wird mit ihr ״As you like it־־ gt'drelit, und ,׳m-chlielieiul wird sie auf der Bühne in eurem bildi-vhen 1 h,!׳,u,1 die Rolle dos David kreieren. 1׳ a 111 ii r;11׳ t / hatte /in 1,1eh-t in Paris einen Anlauf genommen, um dann bald in 1 nglaiui sein Sprungbrett zu finden. Ir! einem von ihm gespielten Film ״Car of Dreams" fiel insbesondere Grete Mosheim auf vor ihrem großen Buhnen» riolp in ״Tw! spare a »Iwclling". |)ic diesjährige Produktion bringt ,,Madame [)uliarrv״ mit (n t t a Alpar und den ״l!.-1i,>//!!״ mit Richard Tauber. Von den früheren Berliner Direkt( neu inwviiiirtc Fuge!! Robert in l.mnhm ,,J׳'׳.'״ph!!H״׳ von Bahr und, mit bedeutendem Erfolg, die vir• idiabs in Berlin bekannte ״Roulette“. Leopold J e ß 11 t׳ r, der denwät h-t 111׳ Tel-Awiw den ״Kaufmann von Venedig“ der 1 l.ibima ius/enieren soll, dreht gegenwärtig in einem Londoner Atelier. Rudolf Nelson hat schon vor zwei Jahren eine k’evtte-Buhne in seinem alten Stil und mit dem alten Erfolg in Zurich etabliert, Hier ist, am Schauspielhais. Gustav Hartung rasch populär geworden, ganz besonders ak Inszenator Zuckt»! ms, von dessen ״Schelm von Berget’'■ er die Uraufführung herausbrachte, ln Wien sind Otto Vallhnirg, Siegfried Arno, Felix Bressart, Oscar Karhveis mit iingeinindciter Resonanz, anzutreffen, immer wieder auch Reinhardt, den man dort fi'ir die Ins/cnierung von ״i lolfntaiins Erzählungen“ gewinnen will, während zugleich die Verhandlungen wegen des lang schon erörterten Regie-Gastspiels in Tel-Awiw geführt werden. (Dali Reinhardt Werfels Biheldrama für Amerika inszeniert, ist unseren Lesern bekannt. — A. d. R.) Wem man außerdem begegnete? Richtig: in London abermals C 11 a r e 1 1 als Regisseur von ״The Elving Trapeze“, Lucie (Mannheim in der Titelrolle von Bruno Franks ״Nina"; dem hoch-akkreditierten M a t r <1 y - Ballett; dem in den Vordergrund koniinenden Architekt E. E. Stern und den Eiiin-Kom ponisten Miseha S pol i - a n s k ז und Allan Gray; dem großen Kameramann Gurt Cour raut; in londoner und Pariser Konzerts,den häufig dem fa</iuieremlen Tenor Josef Schmidt; dem Dirigenten S e I in a r M c \ r o w i t /, dessen Bearbeitung eines alten italienischen ״Ml׳, hel.ingelo“ in der Opera Comique starteil soll und der am h die t־r4־t Pariser Aufführung des Requiem von Verdi in repr.l-cnt.itivcin Rahmen vorbereitet. Und weiter rollt der Gnnic Wagen in munterem Galopp über den Eni hall, unbeschwert von Zcii Problemen ■ losgelöst auch vom werdenden diu׳.!!er der Zun1 ׳ kgrbltebeucn. den e ׳re ־hl.׳׳neu f edd; 11 am ei!111׳ el e, dein nur ge/id 11 le A\ orle wra111׳«!> '111!1111 ׳ Miiiae־ kniieii. Sie viargo \.ו1ו>.״-ר gegangen und bette 111111 den H 111!-<1!׳ d»׳. alten derldel über 11:1bei ihm lnnterle.de I ■׳־׳׳!! n 1t _ »־!!׳! i I. \ 1 n ׳1 ׳ A ,1 —», 1» Imlie sie mul lim: Beghalm ent den -1! 11 p 11׳׳;. וין!,aoien bel're 1! nie| ange-ebimt und den Kepl a׳׳a Iu 1 i 111 ׳׳ : e|ne MUrbe f lel<I-111 nna׳ kenne 1!1,'111 l.euhai imt '׳! -f n 11 g ■! ־׳;.׳!: Haaren umnoglirli 1110110 ׳ - >er 1. Ibe H 111 11 I <' l׳!e!|te bl'll!1 \ 11! 11! <' k lli'l' g'|'4liä('li F. IT»' g II11 g , «H« über Para r׳l,״mme!! «ne 111 re Mangen Monn! liciin Spn'cht'ii I111i!1׳׳r I'olei• ge«׳ cd־׳! n -!•־ -eldng auf <!«11׳ Ti'eh mul ihre k11r/.111׳ I Ia na׳ Haderten 1 1 11׳״ ,dien Seiten: Da konnte 11•!!!11111! 11־ ii'Iit mein׳ hallen und schlendert(» ihm rifiiaa« dir.■kl in die G!»1 <11»1111»> auf seiner Vase. Ich sanft» zu ihm: Struppigen lau hn wallt ihr das (leid nielil überlassen, alter was liabl denn ihr l.i ule der Beelnnmg und Ordnung, ihr sogen,aimleu l.eiii״ der IV.a\1s schon Großes geleislotA leb sagte i 11111. daß! die ZiiLniifl יס bewei'en werde, ,׳mf welijier Seile 1 ler rechte pr.ikti'i'lie Gci-I zu llaua׳ sei. Er stau«! mir gegenübrr mal hiehelle, solliilteile (hm Kopf und bliekle iliireli seine goliliimnindclcu Bril leiiglaser. leb werde diesem Alten aller keine Ruhe lassen «ml ilm so tüchtig schütteln, »laß er bis in alle Ewigkeit an ,St urm ■Sara' denken soll.“ 21. K \P1TEE A b n 1• r s \' e r 11 a f I u 1! g Als Almer eines Tages mit dem ״S|;!i>“ an der Wassernnlage arbeilele. kam ein Heiler nn die Pflanzlingszonc lier.'m. Sein l״,sicht war narli der Art 41er im Oedlanil Beileiulcii »erlifillt. Als ab!»r Almer ihn 11ml sein Pferd näher bei raehlele, c 1 farmte er, »laß es Hasch Id war. Sem Herz sagle ihm. dali Ha-elnd nicht ohne tiruiid kiimni«׳ und daß er ihn wohl suelio. Er eilte ihn» entgegen und liegrüßte ihn. ״AVie geht es dir, RasMiid?“ Raseliid war »erlegen, »leim er wußte nicht rocht, wie Ahner ihn empfangen werde. Als er aber sah, daß Abner ihm freund lieh ent gegenk,1111׳, stieg er um «Irr Stute, umarmte Almer und küßte Ihn. ,.Friede sei mit dir, Bruder.!<11 habe dir etwas zu sagen.“ Ahner fülille, daß Hasrhid etwas Wirbliges mit ihm zu besprechen habe, und fühlte ihn in sein Zimmer. Dort nahm Jüdische Musiker in London London, Mitte November Die ansteigende Flut von musikalischen Veranstaltungen läßt es fast vergessen, daß die hiesige Konzertsaison erst vor kaum einem Monat begonnen hat. Der Zahl nach führend sind bisher die Pianisten. Der Abend von Moriz Rosenthal zeigte den jetzt 73jäl1rigcn Meister und großen Lisztschüler in unverminderter Frische und Vitalität. Unnachahmlieh die Eleganz und gebändigte Kraft iin Spiel seines Chopin, der am stärksten im Banne hielt. Ein schlagender Beweis für die Jetzt nur noch sehr vereinzelt anzutreffende Universalität eines Künstlers sind die vorgesehenen sechs Konzerte, in denen Rosenthal die Standardwerke der klassischen, romantischen und modernen Klavierliteratur (einschließlich Debussy) bringen wird. — Eine außergewöhnliche Begabung scheint Eotiis K « 111 n e r zu sein, ein für England neuer Name. Abgesehen von der überlegenen technischen Bewältigung schwicrigster Klavierliteratur (Liszts h-inoll-Sonate, 24 Chopinpreludcs) machte der Ernst und die dramatische Kraft seiner Das Buch der Kinder*Rundschau LAND DER JUGEND erscheint in wenigen Tagen Ein« Sammlung der schönsten Erzählungen, Aben« teuer, Erlebnisse, Lieder, Legenden, Gedidite, Spiele und Bilder aus den drei Jahrgängen der Kinder* Rundschau, der von der jüdischen Jugend stets mit Spannung erwarteten Beilage der ״Jüdischen Rund» schau", vermehrt durch neue Erzählungen und Bilder. Ein Buch, an dem die Jugend selbst mitgearbeitet hat, und das ihren Geist atmet. Aus dem Inhalt; Barak, das Füllen (von C.Z. Klo«tzel> — Wir erlösen den Boden — In einer Jemenitenschule — Vom Leben in Ben Schemen — ״Alijah" (Eine Bildererzählung von Ben Uri) — Kindergedichte von Bialik — Moschko und die Talmudfolianten — Bibfci, Ester und der Papagei (von Mascha Kaleko) — Prüfung zur Berufseignung u.v.a. m. 112 Seiten, 155X^05 mm, mit 79 Bildern Halbteinenband mit mehrfarbigem Titelbild Das schönste Chanukkah * Geschenk Preis nur RM 2,85 Bestellen Sie bitte bei Ihrem Buchhändler oder direkt bei dem VERLAG JÜDISCHE RUNDSCHAU G. tn. b. H. Berlin W 15 Meinekestr, 10 Gegen Voreinsendung des Betrages zuzQgl, 30 Rpf. Porto Postscheckkonto der Verlagsabteilung! Berlin 715 76 Wiedergabe qjnen tiefen Eindruck. — Bei Wolfgang Reb• n e r überwiegt scheinbar noch zu sehr das Interesse an rein technischen Problemen, wodurch Ausdruck und Gestaltung ein wenig in den Hintergrund geraten. — Ziselierte Technik und Sinn für Farbniiancen kennzeichnen das Spiel von Karl Ulrich Schnabel, dem Sohne Artur Schnabels. Begriißenswert die Einbeziehung von Mendelssohn in das Programm. Von bekannten Geigern hörte man Carl F1 e s c 11 im Beethovenkonzert, der durch seinen silbrigen, fein gesponneuen Ton und eine klassisch zu nennende Wiedergabe hegeisterte. -- Grundverschieden hingegen das Spiel von Bronislaw Hu her in an. Bei ihm dringt der bewußte Gestaltungsvvilic oft soweit vor, daß klangliche Rücksichten wegfallen müssen. Besonders deutlich wurde dies in Bachs 11-111011- Partita, deren Polvphoiiie Hubennan zu einem monumentalen Bau gestaltete. ~~ Nicolai (Ir au d an, der ehemalige Solo- Raseliid das Kopflueh ah und deutele mit dem Fleck in seinem Auge auf Ruth. Aber Almer sehüflelle ihm Kopf, als oh er sagen wollt»': vor ihr kann man filier alles sprechen. Da hegann Hasel 1i»l; ״Ich seihst weiß noch nicht, Almer, weshalb ieli zu dir (׳»'kommen hin. Aber in den Zellen ist die Stimmung sehr gedrückt. Das war es, was mir »len Gcdnmkcn eingab: Auf, Raschid, geh zu Ahner.“ Raseliid zündele die ZIgareltc, die er im Munde halle, an mul er/iihlle: 1111״ ()('(Hand 1'sl man seil dem Kampf und dem darauffolgenden Friedi'n sehlerliler Dinge. Die Velleslen 11alh»n geglaubt, »biß die Beule ein Zeichen des Sieges der Oedlands- 11‘iile sei. und »laß si»> ihre Verluste siiltn»». Sie hatten sich damit!«•tmügi und ihre Zelte wieder ins Oedland zurückverlegt. Ich sagte ihnen, »Iah wir diesmal »loch nicht um dc־r Beute willen ausgezogen seien, sondern um für unser Leben z.11 kämpfen und die Ereilieil unserer allen Gewohnheiten vor »lein fremden Geiste zu schütze״, der schließlich alles unterjochen und verwandeln wird. Aber die \ s׳l testen ließ»»11 mich nicht zu Ende reden, und ich selbst 11:11)0 jetzt »len Glauben daran verloren, »laß wir den Beton besiegen können. Der Beton wird alles unterwerfen und ändern, denn er ist stärker als wir, 11,1(1 das ist sein Ziel, Gegen den Beton sind ander« Kräfte r1<1!wendig, und die sind im Dedlaiid nicht vorhanden. Seit dem Friedenssehluß und unserer Rückkehr zu (l»׳n Zelteil war ich wie verstört. I>cr neue Geist, der Geist der Alasehine, ließ mich nicht nielir zur Buhe kommen. Auch von den l,<׳ul»‘n der Zeit»/ sagten mir einige, daß ihre Ruh»׳ dahin sei. Wir versuchten zur IVldarlx'it hin,11 isziiziehen, aber die Arbeit wollte nirlit recht vorvvörtsgeheu, denn was ist ein Binder joeli wert gegenüber der Maschine? Da sagten die Leute zu mir: ,Geil »loci! znni Chawadja im Meißen Hans und sprich mit ihm. er wird alh'S verstellen, denn er ist doch ein großer Mann!' Aber vi<> konnte ich mich vor ihm sehen lassen, da ich doch wiiliri n<l des Wachldienstes meinen Posten verlassen hatte, und meine lliinde an dem Blut des Allirr» mitschuldig waren, den wir auf dem Weg getroffen hallen? Dein, sagte ich zu den Tarnten, lieber sterbe ich, als das Gesicht des Glmwadja Ingenieurs nochmals zu sehen. Da überlegten wirs und kamen z.11 dein Besclilnß, hei N.«1 f Arlieil zu nehme!'. Denn wir lullten von dem g1׳nl.'11־׳ Bau gehört, »Jen er auf seinem Gut eniehlen läßt, und von »Jen Pflanzungen, die, er anlegeji will. Wir kamen zu ihm und Nr. 95, 26 XI. 1935 £ut SUt^iicrft da JädistU&t’ UundstUau soll jetzt. von Zelt zu Zeit unseren Lesern Gelegenheit bieten, originale jüdische Melodien singen zu lernen und jüdische Feiern in Haus und Gemeinde durch solche Gesänge zu beleben. Das Singblatt wird in zwangloser Folge in der Freitag-Ausgabe erscheinen, so daß jeweils schon am Freitagabend-Tisch der betreffende Niggun gesungen werden kann. Wir haben C h«m j a Winawer, einen der besten Kenner der jüdischen Musik, der aus seinen vielen Singabenden und Konzerten beim jüdischen Publikum in aller Welt Sympathien erworben hat, für die Bearbeitung dieses Singblattes gewonnen. ccliist des Berliner Philharmonischen Orchesters, führte sich mit seinem ersten Abend hier sehr vorteilhaft ein. Ein sonorer, singender Ton, fast gänzlich frei von dem ״nasalen“ Einschlag mancher Cellisten, verbindet sich bei Graudan mit Temperament und musikalischem Ausdruck. Besonders schön gelang ihm im Verein mit der verständnisvollen Pianistin Hansi Fre »ulberg die heitere Mendelssohn-Sonate. Schönes, ausgeglichenes EnsemblespicI und minutiöse Ausarbeitung bot der Duo-Abend Lili Kraus (Klavier) und Simon Ci 0 I d b c r g (Geige). — Sehr genußreich war der Liederabend von Sabine Kalter, die dem hiesigen Publikum von ihrem erfolgreichen Auftreten in der letzten Covent Garden Season schon wohlbekannt ist. Sie erwies sich diesmal als ausgezeichnete Liedinterpretin (Schubert, Brahms und Wolf). Ihr Mezzosopran, dem man manchmal ein wenig mehr Modulationsfähigkeit im Ausdruck wünschen möchte, ist von seltener Schönheit und Ausgeglichenheit der Register. Dr. M- Carncr Meyerheers Nadilaß Zu dem in der ״Jüdischen Rundschau‘‘ vom 1. No», d. J. veröffentlichten Aufsatz von Oskar Baum, worin die Bitte ausgesprochen wird, den Nachlaß Meverbeers durch Vermittlung des Jüdischen Kulturbundes der" Oeffentlichkeit zugänglich zu machen, wird uns von der Al u s i k a b t e i ■ 1 u 11 g d e r Preußischen Staatsbibliothek mitgcteilt, dali die Erben Meyerheers die Sperre über dessen 1 a g e b ii c 11 c r und musikalische Arbeiten um weitere 20 Jahre, d. 11. bis zu m Jahre 1955 v e r I ä n g c r t haben. Vom Standpunkt der Oeffentlichkeit muß freilich hierzu bemerkt werden, daß es zweifelhaft ist, ob die Erben als Privatpersonen das'Recht haben, den Nachlaß einer Personlichkeit, die infolge ihres Wirkens dem öffentlichen Leben angehört, der Nachwelt vorzucnthaltcn. Das gilt besonders für den Fall, daß sich in dem Nachlaß wirklich, wie vermutet wird, auch größere musikalische Manuskripte befinden sollten. Juden und Jüdisches im llundfunk Dienstag, 26. November: Paiis Radio (1648), 18.30: u. a. Samson und Dalila von Saint-Sacns. — London (342), 20.45: «, a. Goldmark. — Kalun».lborg (1201), 22.25: u. a. M!a 1׳ ׳[׳- Mm. Mittwoch, 27. November: Briesel (4841. 11.00: Scliallplatien, u. a. J״wph Schmidt. — Waindi.ni (1345), 12.30: u, :1. Goldmark, Kornguld. — Monte Ceiieri (255), 21.10: u. a. Riibin.steiii.!** Söltens (443), 21.30: u. a. M ki. — Hilversum (1875k, 22.10: Sinfonie Nr. 1 D-Dur von Mahler. — London (342), 22.15! u. u. Mendelssohn. Donnerstag, 28. November: Wat schau (1345), 16,15: u. a. Moszkowski. — Kaliimiborg (1261), 20: Gurrc-Lieder von Arnold Schnoben». — Beromünster (540), 20: Koiuert l'.nuinuel Feuermann. — K'arsrhan (1345), 22: u. a., Mendelssohn. Freitag, 29. November: Straßbiiig (349), 14.05: 11. a. Moszkowski. — Wien (507), 19.05: Vmtrag von Prof. Dr. R. F. Arnold: ,.J. P. Jacubsen und die f’iiirre-l-iedor“; 19,30: Gurrc-Lieder von Arnold Schön!!( rg, Dirigent: Hinmi Waller. — Lahli (1807), 19,05: älahter: Das Lied von der Krfle. — Paris Kihciliira) (206), 21.30: 11. a. Milhaucl. — Paris Rmlio (1648), 21.45: Aus Offenbach• ()peretlcn. Sonnabend, 31. November: Briis-el (484), 11: u. a. M»verheer. — Budape:-! (550), 12.05: u. a. Mo-z.kmv>ki. —־ Pra12.35 ,(470) ״: 11. :1. <)I!V11();11.11. Wcinhergcr. — Luxemburg (1304), 21.40 und 22.05: Kontert!',mannet Keucnnann. arlicifplcn ziisaninu»» mit luimit.'rlon anderen, »lie. sein Fehl!)»'Stellen. Wir schlepplon Steine mul Wasser und taten alle Arbeiten von» frühen Morgen bis zum spiili'n Abend. Denn wir halten ״cliört, daß er eine Festung im Üedland errichte, <li<1 die Freimlen fernhall»»!! werde. Wir gehorchten ihm in allem, denn wir glaubte״ an »lie Kraft seiner Herrschaft, die ihm als Krim von (Jeschleclit cm itherkommiüi ist. ALxtr wir sahen dann, »laß »lie Festung kein»' J*’est1mg, sondern ein Schloß mit vielen prächtigen Ilallen war. Da kam »lie Zeit »ler Eohmmszalihmg, und wir kamen, um unser (leid zu holen. Er zi’igerlo es immer wieder hinaus, speiste uns mit einigen Groschen ah, donnerte uns an, daß wir nur Vorwände suchten, um uns vor der Arbeit zu drücken, und »laß wir die Wege der ״Barhäuptigen“ gelernt hätten. Schweren Herzens kehrten wir zur Arlx'il zurück. Je länger wir arl>cilele11, um so heftiger beschlich der Zweifel unser Herz. Auch sahen •wir ein, »laß Mensch(»nhän»:le allein nicht soviel Wasser lieransclialTen können, um die Myriaden Bäume zu bewässern. Obwohl ganze Kolonru'ti von lltänliern, Frauen und Kindern die W asserseliläiichc auf ihren Schultern von morgens bis abends heransdiLppten, wurden die I’flamen immer gelber vor Durst. Audi zum Jäten des Unkrauts roirliten unsere Jliirxle nicht aus. Da ereignete sieli eines Tages »ler Vorfall. Unter den Leuteil, »lii» seine Felder bestellten, war auch C hass an, dessen!- wegen seinerzeit der Streit mit euch ansgebroelien ist. Chassan halle sieh h»»i der Arbeit den Fuß verletzt und wollle ihn vorbinden. Einer der Aufseher stand rmben ihn! und sah ihm »l.ahei zu. Chassan konnte■ sieh nicht enthalten, zu fragen: ״W'as schaust du so?“ Der Aufseher trieb ihn zur Arbeit an, ohne >3uf dir Wunde am Fuß Rücksicht 7,n nelimen. Da wurde Clinssan iviilotul, und narb wenigen Minuten wälzten sich beide auf der Eule. Niemand war herbrigrlaufen, um die beiden zu trennen. Nur Nai'f, der fernab stand, kam heran, und als er die beiden sah, hob er die Peitsche und hi»»l> auf Chassan ein. Da konnte ich mich nicht mehr halten, ging hin und sagte zu Naif: ,Wir. kennen die Arbeit nicht erst seit gestern oder vorgestern. Auch beim großer! Werk im üedland haben wir gearbeitet, aber wir haJicn dort, niemals gesellen, daß jemand gegen den Arbeitenden die Hand erholten halte'. Als ich zu Ende gospruolien halt»', ging ich vv»>g, und 11int»'r mir gingen alle freien Männer der Zelte. Da sagte ich mir: jetzt gehe ich zu Ahner.“ (Fortsetzung folgt) Nr. 95, 2( Hebri Am 23. R11 n d f u n! p a 1 ä s t i n; Herrn Abra Darüber wii auf alle pol überaus sta Polens wur provisiert, i Warschau 1 Megaphone zählige Men mit großem häusern und viertel) war! Presse widi brachte die Auch a hören und macht durcl C J BERLIN Blumen M Biistenha Gummischi Boxugsquell Eug. S Herrn Me p nurnhergE Lessimei Nur Rshiamea 1 firmenum Molif *ur Verwertung s« guter Hölzer I GroÜe Zukunft i fa Er ik« Kisten, & Off. u H 289 a. d Ex Sür In11 ־ Gebrauch*mmtc1 und bereits etage artikel sehr Zuschriften «nL I biiro Gerat! ab ähiger ier Lam Seetrar geben. 4.xportl TS CH! Textilfach tr spredicnder C mit nur gleich feit und sehnt Zeitungsag' TEX Große A aiexai Ph GroBe PI K< Knelph. u K4nis.t1.t1J i/Pr. Damen&ems

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.