Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 92 (15.11.1935)
- Date
- 1935-11-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 92, 15־. XL 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 7 Zur Frage der Volkswerdung Von HUQO BERGMANN, Jerusalem Rektor der Universität Wir bringen nachstehend einen Aufsatz, den der neugewählte Rektor der Universität Jerusalem, der seit langem zu den Mitarbeitern der ״Jüdischen Rundschau" zählt, uns schon vor einiger Zeit zur Verfügung gestellt hat. (Red.) i. Die zionistische Aufgabe ist für den Einzelnen nicht damit gelöst, daß er im palästinensischen Hafen landet. Hier be~ ginnt sie erst. Das Problem des Zionismus ist nicht nur: Wie bringt man die jüdischen Massen nach Palästina?, sondem und vor allem: Wie schafft man aus Immigranten ein Volk? Merkwürdigerweise wird diese Seite unserer Aufgabe fast gar nicht gesehen. Wir freuen uns an den hohen Ein- Wanderungsziffern der letzten Jahre und sehen nicht, daß der eigentliche Prüfstein des Gelingens des Zionismus der ist, ob er imstande sein wird, mit den geistigen Mitteln, die er zur Hand hat, die Volkwerdung, die Einheit des Volkes herbeimführen. Was heißt dies: Einheit des Volkes? Wenn wir ein Feld oder eine Wiese befrachten, sehen wir tausenderlei buntversebiedene Arten von Pflanzen, aber sie haben alle einen Boden, dem sie entsprossen sind, und eine Sonne, der sie entgegenreifen. So ist ein Volk. Es hat die große gemeinsame Grundlage physischen und geistigen Erbgutes. Herzl freilich meinte, daß der ״gemeinsame Feind“ uns zu einem Volk« mache. Ob dieses negative Moment für die Diaspora ausreicht, weiß ich nicht. Sicher aber würde es für Palästina nicht aus• reichen, wo wir den Antisemitismus weniger spüren. Die gemeinsame Grundlage kann nicht etwas rein Negatives sein. Das jüdische Volk hatte bis vor wenigen Generationen eine solche gemeinsame Basis. R. Mosche Isserles korresp&n• dierte im 16. Jahrhundert aus Krakau mit R. Joseph Karo in Safed, den er nie gesehen hat, über ganz aktuelle Fragen des jüdischen Lebens, Die geographische Entfernung, die doch damals viel größer war als heute, bedeutete gar nichts. Die Juden in Krakau und in Safed atmeten dieselbe geistige Luft. Mit dem 18. Jahrhundert brachen die zentrifugalen Kräfte in unser Dasein ein und wuchsen bis zur Wende des 20. Jahrhunderts in immer stärkerem Maße an. Die Frage unserer Existenz heute ist, ob wir ihnen zentripetale Kräfte von genügender Stärke entgegensetzen können. Diese Frage wird für das ganze Judentum in Palästina entschieden werden. II. Einheit des Volkes bedeutet nicht Einförmigkeit. Der Reichtum der Formen des jüdischen Lebens, die Einflüsse verschiedener Kulturen in verschiedenen Ländern und dadurch auch in Palästina, bedeuten fruchtbare Möglichkeiten. Mehr als jedes andere Volk sind wir aus Stämmen zu• sammengesetzt. Bialik betonte die Produktivität dieser Vielfältigkeit. Er forderte die sephardische Jugend Palästinas auf, ihre Eigenart und Ueberlieferung zu wahren. Eine falsche Einheitspolitik könnte fruchtbare Keime ersticken. Wir sehen es, wenn z. B. die jemenitische Jugend da oder dort die aschkenasischc nachahmt, weil sie in ihr den Träger einer höheren Kultur sieht. Solche Nachahmung kann verheerend wirken. Wo wiederum sich die jemenitischen Juden auf ihre eigene Tradition besinnen, ihre eigenen hebräischen Dichter wie Sclialom Scharabi mit Stolz pflegen, bedeutet dies Ge• winn. Hier ist die Pflege des landsmannschaftlichen Elementes Stärkung des gemeinsamen einheitlichen Bodens, weil eben das Landsmannschaftliche jüdisch war. III. Verderblich aber ist die Pflege des ״landsmannschaf t lichen“ Faktors dann, wenn er schwach ist an jüdischer Substanz und reich an nichtjüdischer. Dann stellt sich die Landsmannschaft gegen die Gemeinschaft und ver* stärkt die Kräfte des Auseinanderstrebens. Palästina als Einwanderungslarid ist natürlich immer Im labilen Gleichgewicht. Jedes Schiff wirft neue Massen ans Land und wenn diese nicht vorher eine entsprechende Hachscharall ihrer Seele durchgemacht haben, bedeuten sie immer wieder eine ״Störung“. Dennoch hat Palästina bis vor wenigen Jahren es vermocht, gegenüber den Wellen der Einwanderung sein geistiges Gesiebt zu verteidigen. Die Einwanderer, die nach Palästina kamen, sahen in dem, was sie an hebräischer Kultur vorfanden, jenes ״Nachalimmigszentrum“, von dem Achad Haam (in den! Aufsatz: ״Nachahmung und Assimilation“) gesprochen hat. Die Einwanderer bemühten sich, so schnell als möglich in die palästinensische Atmosphäre hinein- Zuwachsen, sich die Sprache und die Ideen derer anzueignen, die vor ihnen ins Land gekommen waren. Der neue Jischuw hatte auch ein gemeinsames Ideal, an dem er den Neiunkömmling mall: es war der Clialuz, der Arbeiter. Gordon, Brenner und die ihnen nahestanden, formten das Gesicht des neuen Jischuw. Das ist nun in den letzten Jahren anders geworden. Die Einwanderung hat in einem Tempo eingesetzt, dem die junge palästinensische Kultur nicht gewachsen war. Sie konnte die Neuankommenden um so weniger sich assimilieren und ihnen um so weniger zum Zentrum der Nachahmung dienen, als diese Einwanderer zum großen Teil das Bewußtsein einer kulturellen Ueberiegenlieit besaßen. Sic brachten neue Bedürfnisse und neue Bedürfnisbefriedigung ins Land, und Palästina erlebte einen technischen Fortschritt, den niemand erwartet hätte. Auch über das rein Technische hinaus waren zweifellos die Einwanderer geistig-kulturell auf einer höheren Stufe, aber im Gegensatz zur Technik konnte sich die höhere Geistigkeit hier nicht in das Leben einbauen und wirkte nur negativ und störend im Prozeß der gegenseitigen Annäherung und Angleichung. Die Kultur des neuen Jischuw, die bei allen Schwächen immerhin ein einheitliches Gebilde war, wurde durch den Einfluß der neuen Einwandererwellen zum großen Teil hinweggeschwemmt. Palästina ist ein Babel von Sprachen und Stilen geworden. An die Stelle der Sammlung der Zerstreuten — des Kibbuz g a - lujoth -- trat eine Zerstreuung der Gcsam- Hielten. Das Landsniannscliaftsprinzip hat sich aLs stärker erwiesen, als wir angenommen hatten. Der Jischuw machte der Einwanderung aus Deutschland Zugeständnisse, die er keiner früheren gemacht hatte. Es ist heute fast selbstverständlich geworden, daß man den Ein- Wanderern aus Deutschland erlaubt, deutsche Versammlungen ohne Uebersetzung abzuhaiten und in deutschen Plakaten anzukündigen. An sich wäre diese Toleranz des Jischuw sehr zu begrüßen, wenn sie eine Uebergangsmaßregel wäre. Aber es bestellt die Gefahr, daß das Provisorium zuin Definitivum wird. Trotzdem anerkannt werden muß, daß von einem großen Teil der Einwanderer aus Deutschland mit rührender Energie Versuche gemacht werden, Hebräisch zu lernen, und trotzdem insbesondere auf dem Lande die Hebraisierung sehr große Fortschritte gemacht hat, so sind in den Städten di« Erfolge doch relativ gering und vor allem: auch der Strebsamste erreicht in der Regel nur die Stufe des Hebräisclisprecliens oder bestenfalls des Zeitungslesens, aber so gut wie keiner findet den Weg zum hebräischen Buch, das heißt aber in die Atmosphäre des jüdischen Geistes. IV. Wir sprachen von dem U eberlegenheltsgefülil des neuen Einwanderers gegenüber der hebräischen Kultur. Hier liegt wohl die tiefste Wurzel des Uebels. Der nach Palästina eingewanderte mitteleuropäische Jude erwartet vom hebräischen Kulturkreis keine Bereicherung. Wenn dieser Jude nach Frankreich oder England einwandert, wird er nicht nur in einem Jahr die Sprache erlernen, er wird sich zweifellos die größte Mühe geben, in die Kultur des betreffenden Volkes einzudringen. Er ist gebildet genug und anpassungsfähig genug, um in kurzer Zeit den Geist des neuen Wirtsvolkes in sich Himmel und Erde ,Lauschet ihr Himmel. Ich will reden, die Erde höre Sprüche meines Munds' (S. &. M. 32,1): Warum Himmel und Erde? Denn diese hafte der Heilige, gesegnet sei er, zu Israels Zeugen bestimmt; an ihnen hafte es sich versündigt, durch sie wurde es gestraft, durch sie wird es einst getröstet werden, Deuteronomium rabba X.S (Uebersetzt von N. N. Glatter) aufziimdimen. Denken wir uns aber denselben Juden nach Albanien eingewandert, so wird er entweder die Sprache des Landes überhaupt nicht oder nur notdürftig für den täglichen Gebrauch erlernen, weit er seine Kultur für inferior anseimr und sich daher keine Miihe gehen wird, sie sich anzueignen. Das ist nun das Schlimme: Der Jude wandert jetzt nach Palästina ein, wie er nach Albanien cinwandert. Er hält fest an dein Glauben an die Superiorität seiner heimatlichen Kultur. Die jüdische Kultur kennt er nicht, von der hebräischem Kultur unserer Tage nimmt er keine Notiz. Vielleicht ist am dieser Einstellung nicht der Einwanderer allein schuld, sondem auch die hebräische Kultur selbst, welche in den letzten Generationen einen fielen Einschnitt zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit gemacht hat und selbst den Weg zu den Müttern noch nicht gefunden hat. Sie bemühte siel» um jeden Preis, ״europäisch“ zu sein und es ist kein Wunder, daß z. B. der deutsche Jude nicht an die hebräischen Quellen gehen wird, um Aufsätze über Thomas Mann oder «inen anderen deutschen Dichter zu lesen. Ein großer Teil der neuen hebräischen Literatur ist aber auf europäischem Boden gewachsen. (Agnon ist hier die große wegweisende Ausnähme von der Regel.) Mit der neuesten hebräischen Literatur allein, so sehr wir sie lieben mögen, werden wir für die deutschen Juden kein ״Naehalimungs/entium“ errichten; sie kann gegen die Konkurrenz der deutschen Kultur nicht aufkommen. Ganz anders aber wird das Bild, wenn wir die hebräische Sprache und ihr Schrifttum in seiner ganzen Entwickhmg betrachten. Selbst wenn wir von der Bibel absehen, die schon allen Völkern gehört, und ״mir“ das nachbiblische Schrifttum!)!•trachten, werden wir getrost sagen können, daß es an Tiefe der Gedanken und Reichtum des ücfiihls hinter keinem europäischen Schrifttum znniekstelit. Freilieb: Der Weg dahin ist nicht leicht. Auf der Linie des geringste» Widerstandes liegt es nicht, sich den Weg zuin Taiintid oder zur Agadali oder zu Raschi oder zu den genialen Dichtern des Mittelalters zu bahnen. Aber dafür winkt der heißen Bemühung herrlicher Lohn. Diese Deberzeugttng zu verbreiten, das wiedererwachte Interesse .ותו Hebräischen diesem Schrifttum ztiznfuhren, ist aktuellste Aufgabe. Man glaube ja nicht, daß es hier um geistige Feinschmeckerei geht. Es ist eine eminent praktische Aufgabe, denn von ihrem Gelingen hängt das Gelingen des Zionismus, die Volkwerdung in Palästina ab. Man überlege sich doch einmal, daß der Jischuw in seiner gegenwärtigen Verfassung, dieser Mensehen staub, der kein Volk ist, zu einer einhe itlichen politischen Aktion unfähig wäre in dem Augenblick, wo diese politische Aktion gewisse Sympathien einzelner Volksteile berühren würde. Eine so einheitliche Aktion für das Hebräische und gegen die deutsche Unterrichtssprache, wie sic iin Sprachenkämpf vor dem Kriege in Palästina durehgefiilirt wurde, wäre z. B. heute unmöglich, Man kann dieses Beispiel beliebig ausspinnen. Ich erwähne cs nur, um zu zeigen, daß es sich hier um eine politische Aufgabe ersten Ranges handelt. V. Es ist eine beliebte A u s r cd e zu sagen, die Volkwerdung sei Sache der k o m tu « 11 d e!1 G c n e r a t i 0 11. Das ist ganz falsch, Die Menschen, die jetzt nach Palästina einwandern, sind zum größten Teil 10 -lOjährig, werden also noch für eine ganze Generation das Gesicht Palästinas bestint men. Die Frage Aua dem Hebräischen von Dr. Max Mayer, Jerusalem?»4 12. FortaoUvag Nachdruck *trbotm Das Arbeitslager stand in dichtgedrängten Reihen und ehrte den Toten durch .Schweigen. Beim Licht des Morgenrots schimmerte Agars Gesicht grau. Er trat vor die Reihen und sagte: ״Arbeitsleute, eine große Untat ist im Oedland g«- schehenl“ ״Ein Verbrechen!“ nickten die Leute mit den Köpfen und schwangen die geballten Fäuste. ״Dazu haben wir unser« Schweiß in diesem Oedland vergossen, daß das Menschenleben wie seit, je in ihm vogelfrei ist?“ — ließen sieh erregte Stimmen vernehmen. ״Kommt, laßt das ganze Lager wie einen Mann über si» herfallcn!“ — ertönten Rufe. ״Ueber wen wollt ihr herfallen, Arbeitsleute?“ — dontierlc Agar — ״der Feind ist das ganze Ödland. Die Tradition der Oednis ist es, die Jechiel das Leben gekostet hat. Seit dein Tage, an dem wir hierher gekommen sind, kämpfen w ir gegen sie. An diesem Morgen haben wir Jechiel der Oedlaniherde nmertraut und mit ihm seinen mächtigen Glauben an das Ocdland und das in ihm verborgene Licht der Wahrheil. Einen großen Sieg hat Jrchicl gestern über das Oedland davongetragen. Die nach ihm ins Oedland kommen, werden seinen Namen stets auf ihren Lippen tragen. Die, deren Geist ermüdet, werden sich in der Erinnerung t!n Jechiel mit neuer Kraft gürten; die Kinder, die hier geboren und die Oednis nicht mehr mit eigenen Angen sehen werden, sie werden die Jechiel-Sage schaffen, die sie anfeuern wird, neue Oedländer zu entdecken und sie im Namen der Menschenliebe zu erobern." Die Leute des Werks gingen gruppenweise vom Hügel hinab, mit von der Morgenkälte fröstelnden Körpern. Die Gruppen zerstreuten sich nach den Arbeitsplätzen, den Maschinen, der! Dämmen, den Stcinhruchwändcn. Auf ihrer Zunge war der billere Geschmack des zur Unzeit gestörten Schlummers, und in ihrem Herzen das Murren über das Ocdland, das mit grausamer, unbarmherziger Hand den ruhigen Gang ihrer Arbeit unterbrochen halte. 18. KAPITEL Krieg und Frieden bner und die Burschen des ״Stabs“ mußten in Teura bleiben, und hier bat man sie. bei der Verteidigung des Ortes iriifztiholfen. Alle wußten ja, daß die Burschen furchtlos waren, und Abners Eingreifen im Streit war norli in aller Erinnerung. Die Patrouillen in den Außenbezirken Tön ras meldeten, daß Gruppen zu Pferd und zu Fuß da und dort auf den Hügeln beobachtet würden. Atieh wurde gemeldet, daß die Dörfer des Oadlands ihr Vieh »inee!rieben und ihre Mauern verschlossen halten. Nachts blitzten Gewehrschüsse. Die Zelte wechselten ständig ihren Ort, und Tennen gingen in Flammen auf. Der Tod Jerhiels hatte ganz Teura in Trauer versetzt. Selbst diejenigen, die tags zuvor Jechiel noch einen Wahnsinnigen genannt, ihn bedauert oder über ihn die Achsel gezuckt hatten» fanden plötzlich, daß eine edle und erhabene Seele in dem «sonderbaren Allen gelebt halie. ״Er war ein Heiliger“, sagte einer. Die normale Ordnung des Lebens war gestört. Selbst!,eilte, die hinter ihren grünen, mit Briefen und Dokumenten hederklen Tischen fast vergessen hatten, daß das Ocdland keine Sage, sondern leibhaftige Wirklichkeit ist, heben jetzl hang ihre Augen nach dem großen gegenüberliegenden Wadi. Sie hat ten seit dem Tage ihrer Ankunft in Teura sielt ein seinangenehmes Felsen eingerichtet und bildeten sieh ein, auf die Annehmlichkeiten des la'liens höhere Ansprüche zu haben als andere. Einer dieser Leute wurde als Musterbeispiel der Ordnungsliebe gerühmt. Als er zur Führung ein»» der Aemter berufen worden war, hatte er seine Zusage ausdrücklich davon abhängig gemacht, daß man in der Wohnung, die er mit seiner Familie beziehen werde, eine Heizanlage für den Winter einrichten werde, und zwar nach einer von ihm selbst entworfenea Skizze. Diese Forderung fand man in Teura nur verstiindlie.il, da es sieh ja um einen Manu 11;u1dle, der besoudere Begabung zu der ihm anverlrauten \rlril milhringe. Als der Mann dann gekommen war, bemühten sich 1 ide darum, von ihm 7,11 lernen und sich »dcmfalls dies« vverlwdlr. ״Ordnnngsllebe“ anzurigne•!«. mul in Teura konnte man bald Ihmderle von Leuten antiel fen, du׳ ihre Belianplmig für selbstverständlich hielten, daß ״Ime gut funkt ion irrende Heizanlage im Hause ihr Leben kein Lehen sei. So wurde die Lebensordnung in diesen GeMdlsdiaflshreiseii Ii:1iras bumer herpietner, bis die Tage des Schreckens plötzlich lo-brachen und diesen I/eult'n in Erinnerung brachten, daß sie am Rande eines Iren»- den, unheimlichen und ge fahr! ollen (ledlaiub wohnten. Gleichmütig waren in diesen bangen Togen nur die Bursehen des ״Stabs“, die in der Speisehaiaclu; ihre Mahlzeiten, einnnlimen, gruppenweise durch die Sfndieu zogen und »len Palrouilleiidionst versalum. Almer war, wie stets, ruhig und zuverlässig bei der Sache. Nach einigen Tagen erscholl zur Mittagszeit der Ruf: die Ocdlandssöhncl Mil gespannten Nerven blickten die Leute von Teura nach den Gipfeln der Anhöhen, wo immer häufiger Reiter und Fußvolk erschienen, die sich irgend etwas «!riefen, mit dm Säumen ihrer Mäntel winkten und tlavmngaloj'pierlen. Es seinen, als ob das große Wadi gogeiiülier Teura sh'11 mit Kampfern des Oedlands anfiille. I'in Mitternacht hatte sich die Bewegung noch verstärkt und die Patrouillen meldeten, daß eine Reitervorhut vor! einer Seite no£ Teura ziikonime. Abner schien es, als ob es unten ständig 1'Eefe: ״Raschid!‘* Er glaubte seinem Ohr nicht, aber als er seinen Blick von seinem Stehfplatz aus schärfte, erkannte er im hellen Licht des Mondes die Stute llaschids, der also der Anführer des Lagers war. Er halle keine Zeit, viel darüber naehzudenken. Wenn auch die Bewegung der Reiter, angesichts der Stille längs der Grenze des Timragebiels, einen Augenblick gestockt halle, so nahm sie doch narb kurzem Zander« unter Kniiiuileriiiigsrtifi‘11 ihren!'»»itgang. Da befahl Abner, einen Schuß abzu feuern. Die Wirkung dieses einen Schusses nach der vollkouuuenen Stille, die «limdeniang längs der Grenze geherrscht halte, war verblüffend. Das Lager zerstreute sich nach alle« Seiten. Die meisten verschwanden im Wadi, als oh sie der Boden verschlungen hätte, und nur einige Dutzende galoppierten Ins Brachland, «las an Teura ansließ. Als alles wieder still geworden war, hörte man ein unaufhörlicbes Rascheln in den angrenzenden Brachfeldern. An