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Jüdische Rundschau · 1935-11-05 · Heft 89 (5.11.1935) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 89 (5.11.1935)
Date
1935-11-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JODISCHE RUNDSCHAU Palästinensische Umschau NR. 89, 5. NOVEMBER 193J 1000 Einwanderungs-Zertifikate als Vorschuß Jerusalem, 3. November. (JTA.) Die Palästina-Regierung hat der Exekutive der Jewish Agency vorschußweise 1000 Arbeiter-Einwanderungszertifikate ausgehändigt. Diese Zertifikate werden auf die bisher im Hinblick auf die ungeklärte internationale läge noch nicht festgesetzte Schedule für das Halbjahr Oktober 1935 bis April 1936 angerechnet. Wie die Jüd. Tel.-Agentur erfährt, sollen 500 von den neuen Zertifikaten an Juden aus Deutsch- I a n d verteilt werden. Anm. d. Red.: Wie das Berliner Palästina - Amt hierzu bekanntgibt, sind die nach dieser Meldung auf Deutschland entfallenen Zertifikate noch nicht hier eingetroffen. Sobald dies der Fall sein wird, wird eine offizielle Verlautbarung erfolgen. Die Einwanderung im Oktober Ueber Haifa und Jaffa wanderten im Monat Oktober nach den provisorischen Zahlen 5350 Juden ein, so daß die Gesamtzahl der Eingewanderten in diesem Monat einschließlich der Touristen, die eine nachträgliche Aufenthaltserlaufcnis erhalten haben, ungefähr 5600 beträgt ohne Einschlufi derjenigen, die über andere Grenzpunkte eingewandert sind. Im Jahre 1935 betrug die jüdische Einwanderung bis jetzt über 52000 Personen. Nach einer Mitteilung des palästinensischen Amtsblattes betrug die jüdische Septembereinwanderung einschließlich der Touristen, die nachträglich die Aufenthaltserlaubnis erhielten, 6422, darunter 600 Kapitalisten mit mehr als £ 1000. (Palcor.) Die Aerzte - Sperre Das Gesetz, das die Aerztesperre verkündet, wurde Im palästinensischen Amtsblatt verkündet. Die Palästina-Regierung gibt ferner bekannt, daß im Monat Dezember 1935 31 Lizenzen zur Ausübung der ärztlichen Praxis in Palästina ausgegeben werden. Die Lizenzen werden Aerzten erteilt, die entweder palästinensische Bürger sind oder Niederlassungserlaubnis besitzen, einen einwandfreien Leumund haben und an Universitäten promoviert haben, die von der Palästina-Regierung anerkannt sind. ״Great Britain and the East“ Uber die Waffenaffäre London, 1. November. (JTA.) Die Zeitschrift ״Great Britain and the East‘‘ befaßt sich im Leitartikel ihrer letzten Nummer mit dem durch die Jaffaer Waffenaffäre akutsgewordenen Gegensatz zwischen Arabern und Juden in Palästina. Gerade in dem Augenblick, heißt es in dem Artikel, da der High Commissioner für Palästina in London an eine aus Juden bestehende Zuhörerschaft den beredten Appell riehtete, im Heiligen Land den Wuchs eines zarten Baumes, des Baumes der Verständigung, zu fördern, wurde das Mandatsgebiet selbst infolge der zufälligen Entdeckung einer großen unerlaubten Waffensendung nach Jaffa in Erregung versetzt. Unglücklicherweise ist der Versuch des Waffenschmuggels nach Palästina keine neue Erscheinung, und es war vermutlich eher der Umfang der Ladung als ihr Inhalt, der Protest hervorrief. Wir können in diesem Augenblick, da die Ergebnisse der amtlichen Untersuchung des Zwischenfalls noch nicht bekannt sind, niemanden beschuldigen. Es genügt zu sagen, daß die ganze Affäre gerade dasjenige ist, was auf eine weitere Zerstörung der Wurzeln jenes schwachen Baumes der Verständigung abzielt, von dem Sir Arthur Watichope sprach. Zu behaupten, daß es in Palästina eine erhebliche und wirkliche Freundschaft zwischen den alten Einwohnern und den neuen Siedlern gebe, bedeute die Geneigtheit, einen unbegründet optimistischen Standpunkt einzunehmen, oder eine in den Tatsachen nicht begründete besondere Form der Propaganda. Würden nur diejenigen in diesem Lande, heißt es zum Schluß, die Einfluß auf die Geschicke Palästinas haben, an Ort und Stelle selbst sehen, in welchem Grade Araber und Zionisten Vertrauen zueinander haben und voneinander Nutzen ziehen wollen, dann würde möglicherweise das Problem den Aspekt besserer Lösbarkeit gewinnen. Von der Woche Die arabische Bevölkerung veranstaltete am 2. Nov e tn b e r (Balfour-Tag) weder Streiks noch Demonstrationen. Es fanden nur in Haifa und Nablus Versammlungen statt. Die Radiostation eröffnet ihren Betrieb zu Weihnachten mit einer Uebertragung der Kirchenglocken aus der Beth- Ielieiner Geburtskirche, die über London für das britische Reich weitergegeben werden. Wie amtlich bekanntgegeben wird, war der Wert der Einfuhr von Waren aus Deutschland nach Palästina im Juni um 12 188 Pfund höher als derjenige der Einfuhr aus England. Aus Deutschland wurden in diesem Monat für 173 718, aus England für 161 530 und aus den Vereinigten Staaten für 140185 Pfund Waren bezogen. Der Export ist Im Vergleich zu demselben Monat des vorangegangenen Jahres bedeutend gefallen, nämlich von 101 475 auf 69369 Pfund. Wie verlautet, soll in Jerusalem zu Beginn des neuen Jahres ein großes Kanalisationssystem in Angriff genommen werden, wofür ein Betrag von 100 (MX) Pfund in Aussicht genommen ist. Die Regierung wird sich an den Kosten beteiligen. Der Vertreter J a p a n s, Ito, hat der Ständigen Mandatskominission des Völkerbundes mitgeteilt, daß Japan, obwohl es nicht mehr Mitglied des Völkerbundes ist, darauf bestehe, in bezug auf die Mandatsgebiete, insbesondere auf Palästina und Syrien, dieselben wirtschaftlichen Privilegier« zu genießen wie die übrigen Staaten. Demnächst wird eine neue Citrusf rucht-Sorticr- Maschine auf dem Markt erscheinen, die eine bedeutende Verbesserung gegenüber den bisherigen Typen aufweisen und 150 Früchte in der Minute sortieren soll. Der Erfinder Samuel Sokolow beabsichtigt, die Maschine auch in Kalifornien zu vertreiben. Im Sitzungssaal des Keren Hajessod in Jerusalem fand anläßlich der 30tägigcn Wiederkehr des Todestages Dr. J. W i I e n s k y s, der zu den ersten Chowewe-Zion gehörte und als Delegierter am ersten Zionistenkongreß teilnahm, eine Gedenkfeier statt. Ein heftiger Sturm richtete in Gaza großen Schaden an. Die palästinensischen Häfen Entwicklung des palästinensischen Ueberseeverkehrs Haifa, im Oktober Es liegen nunmehr die amtlichen Ziffern für die Ent- Wicklung des palästinensischen Seeverkehrs für das erste Halbjahr 1935 vor. Hierbei ist bemerkenswert, dab Haifa insbesondere als Gütervcrladehafen gegenüber Jaffa weiter in den Vordergrund gerückt ist. Die Anzahl der Dampfer, die in Haifa im ersten Halbjahr 1935 anlegten, belief sich auf 906 gegen 656 im ersten Halbjahr 1934, das ist eine Steigerung um 25(1 Einheiten oder rund 38 0/0. Dagegen ist die Anzahl der Einheiten, die in Jaffa anlegten (ohne Segler), von 658 im ersten Halbjahr 1934 und 561 im ersten Halbjahr 1935 zurückgegangen. Da Pläne dazu bestehen, den Haifaer Hafen soweit zu vergrößern, daß er Raum für weitere sieben Einheiten bietet, ist anzun-ehmen, dab die Entwicklung des Seeverkehrs über Haifa sich in Zukunft weiterhin zuungunsten d»es über Jaffa verstärken wird. Insgesamt ergibt sich aus den obigen Ziffern, daß die Anzahl der Dampfer, die in Jaffa und in Haifa anlegten, im ersten Halbjahr 1935 1470 betragen hat, gegen 1224 im ersten Halbjahr 1934. Was die Warenverladungsmengen anlangt, so zeigt die amtliche Statistik, die in dieser Hinsicht allerdings Dampfer und Segler zusammen faßt, eine noch weitere Reduktion der Bedeutung des Jaffaer Hafens. In Jaffa sind nämlich im ersten Halbjahr 1935 Waren in einem Quantum von 155 729 Tonnen gelöscht und von 119918 Tonnen verschifft worden, zusammen also 275 647 Tonnen. Im ersten Halbjahr 1934 hat dieses Quantum über Jaffa 261 563 Tonnen Löschung und 86 919 Tonnen Verladung betragen, das heißt also insgesamt 348 482 Tonnen. Der Warenverkehr über Jaffa ist also um rund 73 000 Tonnen zurückgegangen, das heißt um etwa 22 "/o. Was Haifa anbelangt, so hatten wir hier Pädagogisches Neuland Fragen der Jugendalijah Das stärkste Merkmal der Jugendalijah ist von allen Gesichtspunkten her gesehen die Tatsache, daß dieses Werk in allem Bearbeitung von ■Neuland darstellt. Die Ueberfiihrung von fast tausend Jugendlichen nach Palästina innerhalb eines Jahres und ihre Einordnung in vollkommen neue Bedingungen dürfte wohl überhaupt etwas Einzigartiges darstellen. Aber auch für das Pakistinawerk, das an sich den Gedanken der Alijah in den Mittelpunkt seines Wirkens gesteift hat, bedeutet diese Alijahform ein Novum. So gilt es also für diese Arbeit neue Menschen zu finden, vieles neu zu durchdenken, um die organisatorischen und erzieherischen Voraussetzungen zu schaffen, von denen das Gelingen des Werkes abhängen wird. Hinzu kommt, daß in Erez Israel und insbesondere in den Kibbuzim wesentliche Erfahrung auf dem Gebiet der Erziehung der der Jugendalijah entsprechenden Altersstufe (15—17jährige) fehlt. Es gibt keinen Kibbuz im Land, der seine Schule voll aufgebaut hat, und wo die obersten Schulklassen eingerichtet sind, ist deren Schülerzahl gering. Die Frage, wie der Uebergang der Kinder des Kibbuz in dessen Leben gestaltet werden soll, ist noch nicht recht geklärt. Es handelte sich ja bis jetzt immer nur um Einzelne, die zu großzügigeren Lösungsversuchen nicht führen konnten. Die aus Deutschland stammende Jugend stellt mm die Kibbuzim vor ganz besondere Aufgaben. Es gilt anders als bei den im Kibbuz aufgewachsenen Kindern, bei denen der Uebergang ein organischer ist, an eine Situation anzuknüpfen, die dem, was der Jugendliche im Land und im Kibbuz antrifft, vollkommen fern ist. Hierbei kann natürlich biindisch-zionistische Vergangenheit in vielem den Uebergang erleichtern; im wesentlichen aber brechen die Fragen immer wieder durch. Die neue Wirklichkeit, auf die diese Jugend unmittelbar stößt, erfordert deren Umordnung auf allen Gebieten des Lebens. Wer also die Jugend auf ihrem Weg begleiten will, muß deren Wirklichkeit kennen und erfühlen, muß deren kollektive und individuelle, materielle und geistige Vergangenheit kennen. Denn in diesem Alter kann und darf der Uebergang nicht ein Verlassen oder Vergessen der Vergangenheit darstellen, sondern muß und soll ein organisches Fort weben von schon eigen gewordenem Wesentlichen in sie tragen. Dies Moment ist aber nicht nur eine ideologische Frage oder die des Erziehungsziels, sondern ist die Erziehungs- Wirklichkeit zum mindesten für den reiferen Teil der Jugendlichen. Das stellt die im Lande wirkenden Kräfte, insbesondere sofern sie nicht auch aus Deutschland kommen, vor die schwere Aufgabe, in die Mentalität dieser Jugend etnzudringen, ihre Sprache ״wirklich“ zu verstellen und sich ihr verstündlich zu machen. Aus der Tatsache, daß das erlösende Moment des Zwiegesprächs weitgehend auf der vollen Verständigung beruht, läßt sich schon ersehen, daß wenn es irgend angeht, auf einen aus Deutschland kommenden Madrich (hebr. ״Jugendführer“) nicht verzichtet werden darf. Man könnte sagen: Diese Jugend steht vor Fragen in solcher Fülle, daß die erzieherische Arbeit hier in eine ״neue Qualitat“ umschlägt. Diese Tatsache ist es wohl, die alle Kreise im Lande, die mit der Einordnung jüdischer Jugend aus Deutschland befaßt sind, zusarnmengeführt hat. Die Fragen •dieser Jugend sind so spezifisch, stellen sich jeder ideologisch-gesellschaftlichen Zielsetzung so wesentlich in den Weg, daß notwendig der Kreis der in der pädagogischen und organisatorischen Arbeit Stehenden sieh zusammenschloß. Mit der Erweiterung der Jugendalijah gewann diese Zusammenarbeit konkrete Gestalt. Das erste Treffen in Ejn Charod im November 1934 stellte im wesentlichen eine informatorische Zusammenfassung des in Ejn Charod und Tel Jossef Begonnenen dar. Es nahmen etwa 25 Madrichim teil, zum Teil auch aus Orten, deren Belegung durch Jugendalijah noch in weiter Sicht war. Das zweite Treffen in Da g a n j a (Mai 1935) war schon durch die schnelle Entwicklung gekennzeichnet. Etwa 60 Teilnehmer waren anwesend, deren größter Teil schon Erfahrungen gesammelt hatte. Somit waren die Voraussetzungen zur gemeinsamen Klärung verschiedener Fragen gegeben. Behandelt wurden im wesentlichen Fragen des Lehrplans (Hebräisch: Brach* Chabbas, T’nach: Chanoch Reinhold) und gescllschaftliehe Fragen (Jugendpsychologie: Milek Goldstein). Geklärt wurden auch verschiedene organisatorische Fragen unter Teilnähme von Miß Szold, Georg Landauer und Marduk Schattner. Schließlich wurde eine Kommission gebildet, in im ersten Halbjahr 1935 Löschungen in einem Quantum von 387 649 Tonnen und Verschiffungen in einem Quantum von 99 310 Tonnen, zusammen also 486 959 Tonnen gegen 241 791 Tonnen Löschungen und 71133 Tonnen Verladungen, zusammen also 312924 Tonnen im ersten Halbjahr 1934. Hier ist also eine Steigerung um rund 174 000 Tonnen, d. h. um etwa 58 «0 eingetreten. Hieraus wird noch deutlicher, wie stark Haifa gegenüber Jaffa in den Vordergrund tritt. Der gesamte Warenumschlag übei See in beiden Hüten zusammen belief sich im ersten Halbjahr 1934 auf 661 406 Tonnen und im ersten Halbjahr 1935 auf 762 606 Tonnen. F_s ist also eine Steigerung um rund 100 000 Tonnen, d. h. um etwa 15 ״b, eingetreten. Es ist selbstverständlich, daß man in jüdischen Wirtschaftskreisen dieser Entwicklung erhöhte Aufmerksamkeit zuwendet, seitdem eine jüdische Sch i f f ahrt existiert. Der Anteil der jüdischen Schiffahrt an dem Warenüberseeverkehr des Landes ist freilich bisher nur gering gewesen. Die Lage dieses neuen jüdischen Wirtschaftszweiges kann heute dahingehend gekennzeichnet werden, daß die vier Einheiten, die wesentlich im Frachtvcrkehr beschäftigt sind, zum Teil befriedigend beansprucht werden, daß die eine Einheit jedoch, die den Verkehr zwischen Haifa und Triest besorgt, die ״Tel Aviv“, zwar im Personenverkehr gute Erfolge aufzuweisen hat, im Frachtvcrkehr aber noch nicht genügend in Anspruch genommen wird. Das Schiff hat eine i.adefähigkeit, die es beispielsweise dazu instand setzen würde, zum mindesten erhebliche Teile der Orangenverschiffungen die normalerweise über Triest nach Mitteleuropa gehen, zu transportieren. Bei diesen Verschiffungen hat es sich in der vergangenen Saison um rund 160 (XX) Kisten gehandelt, dieses Jahr dürfte es sich um mindestens 2(X)(MK) Kisten handeln. Das sind an sich nur geringe Prozentsätze der palästinensischen Orangenverschiffungen überhaupt, die ja in der Haupt- Sache um Gibraltar herum nach Nordsevhäfen gehen, Aber es wäre andererseits für die Linie von Bedeutung, wenn sic diesen kleinen Teil der Oraiigenversehiffungcn aus jüdischen Plantagen auf sich zielten könnte. M. der alle Kibbuzbewegungen, Ben-Schemen und die ״Ahawa‘‘ vertreten sind, die beauftragt wurde, die einzelnen Fragen weiterzubearbeiten, insbesondere auch künftig« Treffen vorzubereiten. Die Arbeit dieser ״Waaduth Irgun Hantad rieh im" besteht nun im wesentlichen aus der Vorbereitung des Lehrplans und der Klärung der verschiedenen aktuellen Fragen. Es ist klar, daß eine Besprechung des Lehrplans notwendig in viele andere Problemkreise übergreift, wie etwa Stellung der Jugend zum Lernen überhaupt, was soll iin Vordergrund des Lernens stellen, wie soll es gestaltet werden, der Uebergang zum Hebräischen tisw. Mit der Erweiterung der Jugendalijah trat nunmehr auch eine innere Differenzierung auf. Viele Fragen bekommen ein wesentlich anderes Gesicht, wenn die Jugendliehen etwa schon hebräisch sprechen und lesen, auch die psychologische Situation ist im 2. Jahre grundsätzlich verschieden. Daraus ergab sich die Notwendigkeit eines besonderen Treffens für die ״Anfänger“. Am 4. bis 5, Oktober fand nun in öcwafli (Emck Jcsreel) unter Beteiligung von Vertretern aus 14 Orten ein Treffpn statt, in dein alle Fragen, die im Anfangsstadium einer solchen Gruppe auftreten, besprechen wurden (gesellschaftliches Leben, Arbeit, Lernen, Hygiene). Die Waada ist jetzt damit beschäftigt, für Anfang Dezember das dritte zentrale Treffen vorzubereiten, das sich nunmehr auch mit den spezifischen Fragen des 2. Jahres, insbesondere auch des Schlußstadiums einer Jugendalijahgruppe befassen soll. Es ist klar, daß alle diese Bemühungen bedingt sind durch die Verhältnisse in den verschiedensten Orten, durch deren Ideale, noch mehr deren Wirklichkeit, durch die Kräfte, die zur Verfügung stehen, durch die Zusammensetzung der Gruppe selbst. Der Einbau der Gruppen in das Leben des Kibbuz, die Verbundenheit des Madrid! mit der Gruppe, der lebendige Kontakt zwi sehen den Madrichim kennzeichnen das Wesen der pädagogischen Situation der Jugendalijah im Lande» Chanoch Rein hold, Ejn Charod Der neue Tel-Awiwer Oberrabbiner Tcl-Awiw, 4. November. (JTA.) Die Jüdische Gemeinde Jaffa—Tel-Awiw hat in einer am 3. November abends abßehaltenen Sitzung den bekannten Misrachi-Führer Rabbi Amiel aus Antwerpen als Nachfolger des in! März gestorbenen Oberrabbiners Aronsohn zum aschkenasischen Oberrabbiner von Tel-Awiw gewählt. ״Tel-Awiw 1934'35״. Das Mitteilungsblatt der Stadtverwaltung Tcl-Awiw (״Jcdiot iriat Tel-Awiw“) erschien zum Neujahrsfest in einer verstärkten Ausgabe von 152 Seiten mit dem Thema ״Tel-Awiw 1934 '35“. Diese Ausgäbe des Blattes ist ein richtiges Buch geworden_ und gibt einen vollen Einblick in die Entwicklung der Stadt im letzten Jahr und zwar einerseits über die Tätigkeit der Stadtverwaltung, ihr Budget (mit umfangreichen, zehn Seiten umfassenden Tabellen), ferner über alle Gebiete der städtischen Tätigkeit: Erziehungswesen, Gesundheitswesen, Bauwesen, Wasser- und Beleuchtungs-Verwaltung, Gärten, Polizeiwesen, Kreditwesen usw. Für jeden, der einen Ueberhiick über die umfangreiche Tätigkeit dieser zur Großstadt gewordenen jiidisehen Stadt gewinnen, sowie sich über allerhand praktische Fragen informieren will, gibt dieses ausgezeichnet redigierte Heft eine gute Möglichkeit Prof. I. J. KI i gl er und Dr. G. Mer von der Hebräisclicn Universität Jerusalem haben soeben eine mit Unterstützung durch den Völkerbund und unter Mitwirkung des Direktors der syrischen Regierungsabteilung für Oesundheitswesen, Col. Leon Hcmbcrf Martin, und seines Stabes durchgeführte Untersuchung über die Varietäten der Anopheles- Mücke in Syrien und ihre Verbreitung beendet. Die Exekutive der Vereinigung jüdischer Rechtsanwälte hat bei ihrer letzten Monalssitzung eine Kulturkommission eingesetzt, der die Aufgabe überfragen wurde, die Zusammen- Stellung ein« hebräischen Lexikons juristischer F a c h a u s d r iic k e in Angriff zu nehmen. Die Kulturkommission wird ferner Vorlesungen und Diskussionen über palästinensisches Recht und juristisch bedeutsame Entscheidungen veranstalten. Die pharmazeutische Fabrik Zori in Tcl-Awiw versendet einen Kalender für das erste Halbjahr 50)6 mit kurzen pharmazeutischen Angaben,

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