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Jüdische Rundschau · 1935-10-25 · Heft 86 (25.10.1935) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 86 (25.10.1935)
Date
1935-10-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 86, 25. X. 1935 JÜDISCHE Himmel und Erde Zur Sidra ״B’resdiith“ Von Dr. Erwin Hamburger In dieser Woche wird am Schabhat in der Synagoge der Wochenabschnitt ״B'reschilh“, enthaltend die Geschichte von der Weltschöpfung, gelesen. (Red) Es heißt im Traktat Rabboth von der Schöpfung: ״Am ersten Tage schuf Gott Himmel und Erde. Am zweiten Tage erschuf er in dem Himmel das Firmament, am dritten Tage auf der Erde Krauter und Bäume, am vierten im Himmel die Sterne, am fünften auf der Erde die Tiere. Am sechsten wollte er den Menschen schaffen, aber wenn ganz aus Erde oder ganz aus Himmel, so war die Harmonie der Schöpfung gestört. — Er schuf ihn also aus Himmel und Erde, eine Verbindimg zwischen der Erde und dem Himmel.“ Tatsächlich kann der Mensch ein erdgebundenes Wesen sein, das sich nicht über das Irdische erhebt, ein Wesen, das von seinen Trieben völlig beherrscht wird und nur selbstsüchtigen Interessen lebt. Ein solcher Mensch, der das Animalische betont und die Welt lediglich als Auswirkung der Materie begreift, der das Geistige ablehnt und nur das Körperliche anerkennt, ein solcher Mensch ist im Sinne der oben erzählten Parabel ״aus Erde geschaffen“. Sein Leben ist Hasten und Jagen nach dem Erwerb, und er hat nicht die Zeit, glücklich zu sein, weil er immer von neuen Plänen das Glück erwartet, das ihm sein Egoismus vorgaukelt. Dauernd ist er auf der tüncht vor sieh selbst. l>,11r«’ben gibt es Menschen, die das Reale gänzlich übersehen und in einer von der eigenen Phantasie erbauten Welt leben, Menschen, die• aus d rauiiu'ii und Illusionen ein Gebäude errichten, in das sie fluchten, oluie an der Welt teilzuhaben. Diese Menschen, die wir als Phantasten bezeichnen, sind im Sinne der Parabel ״aus Himmel geschaffen“. Auch sie sind nicht glücklich, weil ihr ״Luftschloß" bei der ersten Berüh* rung mit der ״rauhen“ Wirklichkeit zusammenbricht, weil die von ihnen ignorierte Weit der Tatsachen stärker ist als das von ihnen geträumte Wahngebikle. Ih nie eben gmd :ildcrtrii Arten von .Menschen stören die Harmonie der Schöpfung. 1 )cmgegenüber fordert <i;ts Judentum du Synthese aus Himmel und Erde, wie cs Rathenau formal irrt hat: ״Bedingung ist, d.1ß der Fuß nie den Boden, das Auge die Gestirne nie verliere.“ Gerade auf Grund •der Kenntnis der Realitäten sich den Glauben an Gott und die Liebe /u den Menschen zu bewahren, das ist die Aufgabe des Menschen. Romain Rolland druckt dies, wie folgt, aus: ״Ls gibt nur ein Heldentum: die Welt zu sehen, wie sie ist, und sie zu — lieben.“ Die Welt 7.11 sehen, wie sie Pt, statt eigenen Rhantasiegebilden nachzulatifou, — und sie zu lieben, statt selbstsüchtig־ nur der Materie zu dienen. Segelten ״Helden“ verschließt sieh auch das Gluck nicht, denn sic haben eine Welt, in die sie sich von den Nöten des Alltages zurückziehen können, eine Welt, die dem Anprall mit den Realitäten des Lebens standhält und nicht wie jene phantastische Traumwelt zusammenkracht Wenn wir also die Elemente unseres seelischen Seins (Himmel und Erde) zu einer Synthese verbinden, dann erst werden wir wahrhaft glücklich sein. ln Palästina wachst eine solche Jugend heran, die mit beiden Füßen auf dem Boden der Realitäten stellend, sich doch den Sinn für die geistigen Werte des jüdischen Volkes erhalten hat, die, die Bedeutung der eigenen Scholle erkennend, auch den Wert der jüdischen Kultur für das jüdische Volk erfaßt hat. Die Not des jüdischen Menschen — und jede Zeit brachte für ihn ihre Nöte mit sich . ist auf zweierlei Art und Weise in Ersehemutig getreten. Da ist einmal die rein materielle Not dis mittelalterlichen Juden, Dieser bewahrte sich zwar die peistige Weit des Judentums und fand in dem Studium der hri'igen hehre seine Befriedigung, aber das (iliettoleben war für ihn ein Leben der Entbehrung und Bedrückung, es ließ das Körperliche gänzlich verkümmern und berücksichtigte kaum die primitivsten Bedürfnisse, die der Körper stellt. Es kam die Emanzipation und mit ihr eine Epoche der bewußten Assimilation, in der es dem Juden, äußerlich betrachtet, zwar besser ging, in der er aber sein seelisches Gleichgewicht verlor. Dadurch nämlich, da 13 er die geistigen Werte seines Volkes aufgab, daß er seinen Lebensstil im Lager der Umweit suchte, ohne ihn dort je finden zu können, dadurch entstand das geistige ״Luftmeiisclieiitum“. Seelische Transplantalionen sind eben unmöglich, und wer die Bindungen mit der Gemeinschaft, der er zugehört, auflockert oder gar löst, verliert seine seelische Heimat. Demgegenüber findet die in Palästina aufwachsende Generation eine Lösung der materiellen und ideellen Judc-iinot. ״Ercz Israel“ — zwei Worte und ein Begriff. ״F.rez“ bedeutet Erde, Boden und betont die körperliche Grundlage für die Existenz eines Volkes — ״Israel“ bedeutet Gotteskämpfer und schließt die geistigen Werte des jüdischen Volkes in sich ein. Beide Worte zusammen ergeben den Begriff ״Palästina“, das einerseits als ״Becken“ (Theodor lierzl!) gedacht ist, welches die ״überschüssigen“ Juden der Diaspora- Länder in sich aufnimmt, andererseits als ״geistiges Zentrum“ (Acliad Haani!) wirkt, welches der Judenheit des Galtith neue Kraft und neue Anregung bietet. So finden wir denn in Palästina die Synthese zwischen Himmel und Erde verwirklicht, in Palästina, wo sowohl das Körperliche als auch das Geistige seine zielbevvußte Förderung findet und wo die Gemeinschaft frei und stolz schaffender Menschen einen modernen jüdischen Lebensstil sucht und sich erobert. Ein hebräisches Eortliildungs > Lehrbuch Hebräisch für Jedermann. Von Dr. S. Kaie k o. 2. Lehrgang für Fortgeschrittene, Verlag der ״Jüdischen Rundschau . Es ist sehr zu begrüßen, daß auch der zweite Lehrgang des hebräischen Fernunterrichts der ״J ü d. Rundschau“ nun in Buchform vorliegt. Autor und Verlag haben sich durch diese Publikation ein großes Verdienst erworben; denn, wer wie der Schreiber dieser Zeilen weiß, wie wenige geeignete Hilfsmittel für, erwachsene, deutsch sprechende Schüler vorhanden sind, wird die Bedeutung eines solchen Lehrbuches ermessen können. Der Autor, der in diesem Buche viel neues Material, das im Fernunterricht der Rundzöric» Touring (foiei Garni :5.50׳;״ ca, 250 m von Hauptbahnhof 0. SpiBa« Telefon in «Sntllch. Zinmorn schau rieht veröffentlicht war, bringt, bemüht sich, den Lesestoff so zu gestalten, daß der Lernende die Möglichkeit hat, die verschiedenen Stilarten der hebräischen Sprache allniählieh kennen zu lernen. So werden Lesestücke aus der Bibel, aus der Aggada, aus der neueren und neuesten hebräischen Literatur und Publizistik angeführt, so daß man sagen kann, daß der Schüler, der den Stoff des Buches beherrscht, ausreichende Kenntnisse der hebräischen Sprache sich erwirbt, um rezeptiv am öffentlichen und kulturellen Leben Erez Israels teilnehmen zu können. Die Methode dieses Lehrganges ist die gleiche wie des ersten, jedoch wird hier eine umfassendere und intensive Einführun? in die Grammatik gegeben. Außerdem sind dem Buche grammatische Tabellen, in denen alle Verb- und Substantivgruppen angeführt werden, beigegeben. Die Texte sind zum Teil voll punktiert, zum Teil halb und auch unpunktiert, so daß der Lernende systematisch auf das unpunktierte Lesen vorbereitet wird. Zuletzt sei noch auf einige kleine technische Mängel hingewiesen. Der Druck der im Buche angeführten Gedichte ist meines Erachtens etwas zu klein. Auch" sind die Tabellen zu eng gedruckt, was die Uebersicht erschwert. Trotz diesen kleinen Mängeln kann man denn Buche weite Verbreitung wünschen. f. n. Schach Bearbeitet von J. Mieses In der vierten, am IC. Oktober im Haag gespielten Partie des Wettkampfes um die Weitmeisterschatt zwischen Euw« - Alechin kam es nach dem 20. Zuge von Weiß zu nachstehender Stellung. Schwarz: Alechin Weiß: Euwe Per weitere Verlauf des Spiels war außergewöhnlich spannend. 20. eS;<d4 Piesc3 Figurenopfer, das zu sehr scli« irrigen Verwic klungen, führt, ist als völlig korrekt an- Zusehen. 21. f3Xg4 c!4Xe3 22. J.Ü2Xe3 . Aul 22. L d2Xb4 wollte Alert>1n 22. .... ״ S :6 •15 23. :12 - a3, a7—a5 spielen, womit er einen sehr chancenreichen Angrill behauptet. 22 . S f9Xg4 23. L e3—f4 . Nach 23. Le3.12 würde 23- L g7—r3f, 24. Ket~-fl. T 1)8— b6 zu einer für Weiß recht ui.ecieiilirhcu Stellung fühlen. 23 . Tg7—c3f 24. T dl—(12 ..... Das ist noch das Beste. Falls 24. IT cl—11, so 24. T e8Xc5, und es kann nicht L 14 XbS gc-* liehen wegen S13--4״t• — falls aber 24. K el (-2, so 24. Tc8yc5 25. L:4 \b8, 1)115—e8f. 26. K 1-2 — 13. De8.c3f 27. K£3Xg4, I17 115־f 28. K g4 — 114, L 1-3-.16 malt. 24 . T 1-8Xc5 25. S <!3xc5 D b5Xc5 Auch mit 25. T 1)8 —e8־f 26. Sc5 4*״, L 2 ' .:<3ייf 27. ITt-1 112. V) 1>5 - d5t «sie. kommt Schwarz in materiellen!'urteil. 26. I. f4x!>8 1 > (-5 - r 7+ Dias ist die Pointe der ganzen Kumliination. 27. K el—dl S g4 - < 3f 28. K dl—el S e3Xc2 29. i 112X1:2 ..... Nun tritt eine neue Phase in der Partie ein. Materiell sind die Kräfte — zwei Türme und vier Bauern gegen Dame und f י i 11 f Bauern — annähernd gleich, ai er der eehwerze Läufer nimmt eine demiiaii rende Stellung ein. Die Art und Wci-c, wie der Well-!11<i.-4c-r dazuuärh-t norh 1.1'enle I elieig,׳« irht seiner Stellurg iiU-rras-hend srhm-ll zu ent i-heitlender (Ieitmig!!ring(, ist lehre ich und dir den Kenner höchst int ere.-sanl. Merkwürdigerweise fällt die Entscheidung nicht auf dem Königsflügel, wo Alechin einen Bauern mehr hat, sondern auf der Damenseile. 29. 117—h5! 30. T hl—dl L c3—gl׳! 31. 112—113 ,17—1)5 32. L 1)8—f4!י e7—e4 33. L :4 7 ־!> c4—e3f 34 K cl—bl aS—a4! 35. b3Xa4 t)4—b3 36. 32xb3 . Tc2.d2? dar( wegen D 83 —c3 nicht geschehen. 36. D c3Xb3f 37. K bl—cl L g7—h6f י 38. T dl <!2 1> 1)3X34 Mit Mattdrohuag auf al. 39. I. . 7 c5 . Weit besser ist 39. K el—dl. 39 . K g8—h7 40. L e5—(3 . Schwarz k um jetzt nicht mehr 40. Kcl—dl spielen, wegen 40.. L b6X'12 41. K dl X<I2, D :14—e4 mit Angriff auf der! Läufer und auf den Hauern g2. — Ein grober Fehler wäre 40. Tc2—c8? wegen 40 .... ״ L H6Xd2f nebst D a4 —d7f 40 . D a4—b5 41. I, c3—d4 . Weiß befindet sieh jetzt in einer hilflosen Stellung: der Laufer hat keinen anderer! Zug, denn auf 41. I, c3 -al geschieht Db5 — flf nebst LI16—■g7f. 41 . Db5— g6 42ß2-ß4 . Euweve!sucht es zum Schluß noch mit einer hübschen, kleinen Falle. 42 . De2—elf 43. K cl.1)2 L h6Xd2 44. Tc2—c8 . Falls nun g6 -5״?, so Tc8 — I18f und Weiß hält remis durch eui~es Schach. 44. L d2—elf W e i ß gibt auf. — Auf die erste l.inic darf der König wegen Erl 03t nicht gelten, und atif 45. K b2—a2 (b3) folgt D cl—c6f usw. Lösung der Aufgabe Nr. 8. 1. 117 118S K (2—gl .! I 2. S f6—g1 usw.;! 1.. K 12—cl (e3) 2. S [6—e4 tisw. 1.K f2Xg3 2. Ph5 —fl usw. Lösung der Aufgabe Nr. 9. 1. Lc3׳-gl L 114—e7 (c!8) 2. S 115— g3f usw-, 1.I. 114—el 2. S h 5—f6f usw. 1.L b.4- :2 2. K e2Xf2 usw. Beide Aufgaben wurden richtig gelöst von Hans Cohn in Berlin- 1 feiligensec. Aufgabe Nr. 9 wurde richtig gelöst von L. K. in Pirmawns. Die i In Nr. Rckordliste daß eint Die erste sind maiici lichsteu au Rckori 100 m: 11 200 m: 2: 400 m: 5' 800 m: 1 1500 m: 4 3000 m: 8 3000 m: 0 Himle 5000 m: V 110 m Ht Kugelstofi! Disk us wer Speerwerf׳ Hochspiur Weitsprun Stabhoch s! Er frei Marken. ' großen Ai Langstrc-d wurden, s Anwärter, Distanzen erzielen. Beine nischen U druck 1(01 und Kuge Makkalii ben (mit Es sind d Die I des Berlir liehe Staf Die l in den e: Seite auc anzutrelfe W2 Die vereine s Pause voi ist. In de auf dem I \ Hakoali 11 BSü. 1111( [! wird von in der P gramm si Sport p 0.00 1: 10.35 ff 12.20 P 13.55 P 15.20 1' IM 9,00 V 10.30 L 12.00 U 13.30 L’ 15.10 L vcnvi 111111-0, vetsL1111־l<-n sie, daß 1|a- \\ risser bis zu de!1 Kaminen c.׳Hn11L-t war und durl dröhnend in die Tiefe stürzte. Die l.i-iilr halten zw ar auf Unen Pusten ntmgrh.illcti, waren aber 7 11 krnllln«. um etwas zu tun. Sir* blickten auf dir Insende tiewail tu der 1־ iti-dernD, nliru* 7.11 wissen, wie man ilir Einhalt tun knntic. Irgend etwas knirsch te durl. zerriß. wurde mitgesrh wr mm I. da. M ,״-1־f*r ra 11-01! (!., schlug Wirbel, brüllte nnitartihu timl /er'|,n1!1te in tau-M nle dtinni- und kallt* Sjdittrr. iDi-chi'l w:11• rnhiirrr alalle ü!)ri׳!״n Belraeliler. Mit er- 1".ח״׳יי׳יז II U1|«t er Mir *|.■111 (ielieimnis des Oedlands und siic seine 1 nbatidigki-it in eich ein. I'löt/Iieh kam er, wie ein buliaMf’n m .euteni Manie!, /!! Ingt’nieur Agar heran: -Du1 Sin.!innig )!ui 111 ווי־!־*;,gen hat nachgelassen, das ttas-'-r wird y׳!;t /nne'kge1n׳u, Lliaw ad ו;ן!“ in der Sidle.!!יו• narb den 1 I1111־ entstanden war, wurde eine Sl inmie linihar, die ang-t Hell rief: A bii-Fai's ist, nicht da!•‘ Da kamen die um der Flut betäubten Leute wieder zum Rewiifif'ein. Sofort f ariden sieh einige, die den Wall am Bi'tonbclt entlang 1 ieb'n, tim die Spuren 41)!1T'ni־s’ zu suchen. Dt'nn als die Flut gekommen war, hatte durl eine lange Kette gestanden, die die voller! Lrdsncke nbheferte um! ablnd. Im Augoiildio(,', d׳a die I I nt den Damm durehbrarli, ImUe Al»1-Fais mit seiner Last auf dem Bücken dort gestanden. Die Leute, die hinter ihm waren, hatten noch Zeit gehallt, ihre Last abzuwerfen und zurüdziilaiifen. Die Leute wir ihm waren jenseits der Gefahr. Aher Abu-J׳a’is schwankto, die Lrdr des Damnies war unter .seinen Füllen wegget isson worden, und die Strömung hatte ihn mit sieh geschleppt. Diu Leute des Merks liefe-i! den Mall entlang, Sie zerrissen dir* Finsternis durch ihre» Kufe, alter es erfolgte kein© Antwort. DnrrlinäLit und müde kanien sie zum Lager zitniek, im Herzen die Furch! vor dm P rgewalten. die Ahn Fai's, den Sohn des Oecllands, uir ihren \• rg11 •׳ mit sich gerissen hatten. 14. KAPfTEI. Ein Versuch Jiztrhak war aus dem Krankenhaus gekommen und seit einigen lagen als Hekorivaleszeni in seine Baracke zuriirkgekelirl, deren Bewohner durch seinen Unfall nicht wenig erschüttert worden waren. An der in der Baracke herrsehenden Buhe konnte man noch die Verzweiflung und Sorge spüren, die plötzlich über das Herz der Frau liereirtgehroelien waren, als ihr das Unglück bekannt wurde, das ihren Lehensgefahren getroffen hatte. Als Clianna damals ins Krankenhaus gekommen war und .lizeltali mit vorhiindonem Kopf und lierahhän״«•tideu Armen liegen sah, tiiierkain sie liefe Mutlosigkeit. Sie näherte sich leise, griff nach der nnrhigou Hand, deren Seimen noch geschwollen waren, und ki'ifite sie Ix-bend. Seitdem war sie Morgen für Morgen gekommen, halte sich an seinen Bettrand gesetzt, seine Hand in die ihre geschlossen, und mit dieser llertthrting ein Gehet verwoben, das aus ihrem Kerzen seit dem Tag des Unfalles ernporgestiegen war. Seine Schmerzen lindnrlen sich dann, denn Clianna brachte die Hingabe mit, dir• aus ihrem Zusaiiimenlehen und der (lemeinsamkeil ihrer Lmp findmigeii erwachsen war. Diese Hingt» 1h* war ins Blut und in die M tirzehi des Denkens und Fühleris gedrungen, seitdem sie ihre Barackeaufirestellt hatten, seitdem ihnen ihr Sohn David gelxiicn war, und seitdem das Lehen *wischen ihnen den stillen Bund der (icuicinscliaft von Leib und Seele geschlossen butte. Mit zcMürkleiii Kinn und eiiigesehlagenrn Zähnen war Jizchali von seiner Operation at1f״e«|anden. Daun begann der llriluiipsprozelJ. Die Schmerzen hallen naeligelassen: mir manchmal flackerte plötzlich die Erinnerung an des Gesrheheire auf und ließ ihn erschaudern. Als dir M'imde sich geschlossen hatte und der Verband abgenomivtrn wurde, war eine tiefe Narbe sichtbar, die sich idn-r Mange und Kinn zog. Die Narbe spannte seine Gesiehl<dm11t noch mehr über die Backenknochen und die ohnehin behinderte Spraclifähigkeit Jizcliaks halte in einem Maße abgenomnicn, daß er jetzt, trotz krampfhaften Bemühens, etwas klar und nachdrücklich zu sagen, schon zu Beginn seiner Wort« steckenMieh, und nur sein gerader und warmer IDick sagte, daß er einen demütigen, stillen Gedanken über das Leben dachte. Als es ihm erlaubt worden war, vom Krankenhaus in die Baracke 7.1! ziehen, pflegte .lizehak sich an den Eingang der Baracke zu setzen und die gekrümmten Olivenbiinme am Berg- »bhang und die Steinschiclitcn der Häuser zit betrachten, die von der Seeseite an die Bergflanken lieranfstrebte». Manchmal machte sich (Tanna von ihrer Arbeit frei und setzte sich neben ihn. Dann blickten beide in den dämmernden Himmel, auf den See und auf den noch in Licht getauchten Berg, und Jizrhak sagte schließlich schwerverständlieh, indem seine Gesichtsh.-nit sich spannte: ״Das ist das Lehen eines Arheitsrnannes, Clianna.“ Die M’orle fielen wie eine schwere Last herab. ״ Haben wir denn einen andern M’eg, .lizehak?“ Jizrhak streichelte ihre Hand und schwieg. Er wußte, daß es keinen anderen Weg gibt. Er fühlte, daß in seinen Muskein die Arbeitsfähigkeit mehr und mehr wiederkehrte. Es erwachte in ihm von neuem die Forderung des Körpers und der Seele, zu arbeiten, die Band(* zu erneuern, die ihn an eine starke Bewegung des Lehens knüpften, aus der ihn der Unfall herausgesclileitderl Lalle, Manchmal befiel ihn eine gehei um Angst über seine Schwäche und die I u: 1!11«• vor dem Nichtstun, das ihn mit leerem Blick ansah. Denn wenn er auf die aufgelicnde, das Leben des Tages werkende Sonne blickte oder sie untergehen und über die Mühe des Tages Buhe und Schlaf gießen sali, schien es ihm, als ob das Lehen sieh bald von ihm abkelire, da die Bande zwischen ihm und der werktätigen Arbeit immer schwächer wurden. ,.,lizehak, wir wollen uns ein Stück Boden erwerben und uns darauf ansiedeln. Noch sind w׳ir jung und gesund. Auch D.nvid werden wir mit uns nehmen und uns einen stillen Winkel für das Alter sichern.“ — So pflegte Channa 7,u sprechen. Dieser- Gedanke war auch ,lizehak gekommen, seitdem er seine Kameraden hatte davon sprechen hören, daß es jetzt Gesellschaften gehe, die Boden und Darlehen zu günstigen Bedingungen allen denen anbölcn, die sich ,׳!!»siedeln wollen. Eines Tages kam D.m i׳I aus dem Werk, voll von neuen Nachrichten über die Hochflut. Er brachte seinem Vater aucli vorsichtig die Kunde von dem Tod Abu-Fais’ bei, der in der Khitnacht bis zur Belonwnnd des Staubeckens mitgerissen und an ihr zerschellt war. ,lizehak fuhr bei der Nachricht von dem furchtbaren Schicksal, das den düsteren Solm der AY’üsfc bis zum Grabe verfolgte, von seinem Sitz auf. Im Zimmer herrschte tiefe Trauer, und Clianna sagte bebend: ״Das Unglück unterscheidet nicht zwischen Mensch und Mensch . . . Das Unglück ist eines und die Trauer eine über alle.“ ,.Ja, ein Schicksal haben wir alle“ — antwortete Jiz• chak. (Fortsetzung folgt) Spor(p 0.00 1' 10.40 U 12.20 1; 14.00 1; 15.10 1' Maki; richte ü zwölf p: Vereinigt getroffen reiste •dt reich na׳ Detroit nach Chi und den nach Ne kehren, lobende kabt tvu Art sind Propagai den. Die rechnuiif zurück gt B. N & H Bi DIB. 31 G#t». I» B Einze laidwi

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