Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 86 (25.10.1935)
- Date
- 1935-10-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 86, 25. X. 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 11 Der jüdische Friedhoi in Kriegshaber Von Dr. Ludwig Mayer, Augsburg Ein tunkämpftes Fleckchen Erde Dort, wo heute der Cirolk• Exzer/ierplafc in Augsburg von dem erst in den letzten Jahrzehnten zu einer Augsburger Vorstadt gewordenen Orte Kriegshaber begrenzt wird, auf der sogenannten Ühnebene, wie dieser Platz in einer Urkunde vom Jahre 1713 bezeichnet wird, liegt der alte jüdische Friedhof Kriegshaber. Der heute so friedliche Ort, der in seiner Geschichte auch ein Stück typischen jüdischen Schicksals verkörpert, läßt nicht mehr erkennen, daß einst uni seinen Bestand ein jahrhundertelanger Kampf geführt wurde. Trotz seiner Lage in nächster Nähe von Augsburg kann er, historisch gesehen, nicht als Friedhof der alten jüdischen Gemeinde Augsburg bezeichnet werden. Die jüdische Gemeiutle in Augsburg, die in der ersten Hälfte des 13. Jahrdie Landeshoheit der Markgrafschaft Burgau bezüglich des Judenfriedhofes bestl itten wurde. Da eine Reihe der eingeiegten Beschwerden nichts fruchtete und das burgauische Oberamt sogar die Errichtung eines Wachthäuschens gestattete, um die wiederholt vorgekommenen Grabsteinbeschädigungen zu unterbinden, griffen die Gegner der Friedhofserweiterung zur Gewalt. Am 25. Oktober 1722 rückte ein Augsburger Notar mit 20 Arbeitern unter Bedeckung von Soldaten der Reichsstadt Augsburg an und rissen das bereits bis zum ersten Stockwerk aufgebaute Wachthäuschen, von dem übrigens auch behauptet wurde, daß es nächtlichen Zusammenkünften von Juden diene, vollständig ein. Es wird berichtet, daß die Kriegshaber Juden der Gewalt ebenfalls Gewalt entgegensetzen wollten: Es hätten sich mit Prügel versehene Juden eingefunden; ein Jude, der י1 Drei Grabsteine aus dem alten Friedhof von Kriegshaber Foto!: Dr. Ludwig M«;»r hunderts zuerst nachweisbar ist, besaß nämlich einen eigenen Friedhof, der sich in der Gegend des heutigen Katzenstadels, also in der Nähe der damaligen Stadtmauer, befand. Nach der yertreibung der Juden aus Augsburg im Jahre 1438 siedelte sich ein Großteil auf dem benachbarten Gebiet der damaligen österreichischen Markgrafschaft Burgau in Orten, die wie Kriegshaber, Pfersee, Steppach, Sch'ipsheim in allernächster Nähe der Stadt Augsburg liegen, an. Die wenigsten der in diesem Gebiete liegenden Jtidcngemeindeii hatten einen eigenen Friedhof. Für die innerhalb der Markgrafschatt Burgau wohnenden Juden standen zu Beginn des 17. Jahrhunderts nur die Friedhöfe in Burgau und Thannhausen zur Verfügung. Da infolge des 30jährigen Krieges der Transport der Leichen aus den einzelnen Judengemeinden zum Burgauer Friedhof mit Gefahren und Schwierigkeiten verbunden war und zudem die Stadt Burgau mit Rücksicht auf die Seuchengefahr in Idcr damaligen Zeit die weitere Benutzung des dortigen jiidischer! Friedhofs untersagte, blieb nichts anderes übrig, als neue Friedhöfe anzukgen. Damals entstanden die jüdischen Friedhöfe in Kriegshaber, Buttenwiesen und Binsw׳a11gen. Die Entstehung des jüdischen Friedhofs in Kriegshaber ist wohl in das Jahr 1627 zu legen, denn aus diesem Jahre ist uns eine Beschwerde des benachbarten Dorfes Stachbergen erhalten. In der Beschwerdeschrift wird bei dem Grundherrn des Dorfes Stadtbergen, dem Augsburger Domkapitel, Klage wegen der Errichtung des Friedhöfs geführt. Das Domkapitel wandte sich in einem Protestschreiben an das Oberamt der Markgrafschatt Burgau, ohne etwas in diesem und in den darauffolgenden Jahren zu erreichen. Offenbar wollte sich die Markgrafschaft Burgau den Grundzins, der für die Benutzung des Friedhofs zu entrichten war, nicht entgehen lassen.; Da der Friedhof wiederholt erweitert wurde, erhoben im « Jahre 1722 die dem Friedhof benachbarten Grundherren die Stadt Augsburg, das Domkapitel und die Vertretung der Ad«- ligen, neuerdings Widerspruch gegen die Benutzung und insbesondere gegen die Erweiterung des Friedhofs, wobei auch auf einem Schimmel angeritten kam, verlangte von den Behörden sogar Gewehre; mit Rücksicht auf das anwesende Militär nahmen schließlich die Juden von einer Gegenwehr mit Waffen Abstand. Aus diesem Gewaltakt entwickelte sich zwisehen der Markgrafschaft Burgau und den benachbarten Grundherren ein fast ein Jahrhundert dauernder Prozeß, der bis vor den Kaiser Karl VI, kam und eine Reihe von kaiserlichen Reskripten gegen den Bischof von Augsburg und die adeligen Grundherreii anslöste. Im Jahre 1794 schließlich wurde der immer noch nicht entschiedene Prozeß vom Kaiser ״aus besonderer Gnade“ niedergeschlagen. Schon zwei Jahre nach der Demolierung des Wachthauschens wurde es unter dem Schutz von zwei kaiserlichen Kompanien, die eigens aus Konstanz nach Kriegshaber beordert worden waren, wieder aufgebaut. Jedenfalls wurde der Bestand und die Weiterbenutzung des Friedhofs trotz des Gewaltakts der benaclibarten Grundherren und des anhängigen Prozesses nicht aufgehoben. Ein Gang durch den Friedhoi Wer den jüdischen Friedhof in Kriegshaber heute betritt, dem fällt sofort der verschiedenartige Charakter der drei sich deutlich abhebenden Gräberfelder auf. Vom Eingang zur rechten Hand befinden sich die Gräber der in den letzten 50 Jahren bestatteten Juden, vornehmlich aus der jüdischen Gemeinde Kriegshaber; dieser Teil unterscheidet sicli in keiner Weise von den sonstigen modernen jüdischen Friedhöfen. Auf der diesem Teile entgegengesetzten Seite stehen die Gräber zum großen Teil aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, charakteristisch durch den in ihnen verkörperten Uebergang von der a'ten jüdischen zur modernen allgemeinen Grabsteinkunst — in ihrer Art auch ein Symptom der Entwicklungstendenzen im Zeitalter der Emanzipation und Assimilation. Der interessanteste Teil des Friedhofs ist jedoch die siidwestliche Ecke, in der sich das älteste Gräberfeld des Friedhofs befindet. Dieser Friedhofsteil unterscheidet sich auf den ersten Blick von anderen alten jüdischen Friedhöfen._ Während man nämlich auf letzteren Begräbnisstätten eine ziemlich üppige, von keiner gärtnerischen Ffand geleitete Vegetation und insbesondere wildgewachsenen Baumbestand findet, der den alten jüdischen Friedhöfen den Charakter des Romantisch-Naturhaften verleiht (ein besonders markantes Beispiel ist das be» kannte Bild: Der alte Juden fr! cd hof des holländischen Malers Ruisdacl), ist auf diesem Teil des Friedhofs in Kriegshaber von alledem nichts zu sehen. Da sich in dem dürftigen Sandboden der Lechebene keine reichere Pflanzenvegetalion entfalten konnte, liegen die Grabsteine in einer gewissen monotonen! Symmetrie da. Kaum ein Baum oder Strauch unterbricht die Reihe der Grabsteine. Betrachtet man nun die einzelnen Grabsteine, so wird man sehr viele Grabsteine, die einen hohen Standard der alten jüdischen Grabsteinkunst verraten, erbücken. Was dem Besucher dieses ältesten Friedliofsteils sofort auffällt, ist ein in verschiedenen Variationen auf vielen Grabsteinen vorkommendes Zeichen: ein quer verlaufendes Band, das drei Sterne trägt. Offenbar handelt es sich bei diesem Zeichen um das Wappen der damaligen Markgrafschaft Burgau; es kann wohl angenommen werden, daß cs tlie territoriale Herkunft des Toten angeben sollte. Dieses Zeichen kommt auch in Verbindung mit zwei auf den Hinterfüßen, zu beiden Seiten des Zeichens stehenden Löwen vor, wobei das Zeichen selbst eine Krone trägt. Auf anderen Grabsteinen erblickt man das Zeichen des Leviten: Waschkrug mit Schale; * auch eine Vase mit drei Blumen kommt als Ornament häufig vor. Neben diesen heraldischen und symbolischen Zeichen ist vor allem die Form vieler Grabsteine bemerkenswert, ()!!wohl die Juden des 17. und 18. Jahrhunderts ihr eigenes kulturelles Leben führten, haben doch die damaligen europäischen Kunstrichtungen: Barock und Rokoko, bei einer Reihe von Grabsteinen entscheidend auf die Formgebung eingewirkt. Von den anmutigen, das Wesen «les Grabsteins und zugleich hohe ki'instlerische Anforderungen berücksichtigenden Formen dieser Grabsteine aus dem Zeitalter des Barocks und des Rokoko kann sich nur der eine Vorstellung machen, der vor diesen Zeugen einer jüdischen Epoche in schwäbischen Landen stcln — einer Zeit, die zwar unverrückbar im Jüdischen wurzelte und die doch, trotz aller Gegenwirkung von außen, «las europäische Zeitgeschehen nicht ganz aus dem Auge verlor. Eine Sonderstellung nimmt ein außerhalb der Gräberfelder stehender hölzerner und deshalb ganz besonders der Ver- Witterung ausgesetzter Grabstein ein. Seine Beschaffenheit deutet auf die irdische Armut «les Toten hin; der über/citliehe Wert seiner Persönlichkeit ist aus der Grabaufschrift ״Hakodosch“ ersichtlich: Iber ruht ein Mann aus dem großen Heer der jüdischen Märtyrer. Eine Bracke von der Vergangenheit in die Zukanf Der jüdische Friedhof in Kriegshaber war bei seiner Ent- Stellung naturgemäß zunächst für die Aufnahme der Toten der Gemeinde Kriegshaber und sodann der in seiner nächsten Nähe liegenden Gemeinden bestimmt. Später hat er auch Juden aus den entfernteren Gemeinden der Markgrafschaft Burgau, wie Fischach, Rinswangen, Buttenwiesen, Emmersacker eine letzte Ruhestätte gewahrt. Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Augsburg eine neue jüdische Gemeinde entstand, diente er bis zum Jahre 1869 auch der jüdischen Gemeinde als Friedhof. Durch die Eingemeindung des Ortes Kriegshaber in die Stadt Augsburg ging auch der jüdische Friedhof in Kriegshaber in das Eigentum der Israelitischen Kultusgemeiude Augsburg über. Es ist vorgesehen, den jiidisehen Friedhof in Kriegshaber auch für die Augsburger jüdische Gemeinde wieder in Benützung zu nehmen, wenn der gegenwärtige Augsburger jüdische Friedhof keine weiteren Gräber mehr aufnehmen kann. Die jüdische Gemeinde in Augsburg hat durch Zukaut eines benachbarten Grundstücks für diesen künftigen erweiterten Verwendungszweck des Friedhofs in Kriegshaber schon jetzt Sorge getragen. Wenn in späteren Zeiten der jüdische Friedhcjf iit Kriegshaber auch der der ganzen jüdischen Gemeinde in Augsburg wird, dann wird die untrennbare Verbundenheit unserer Ahnen, die auf schwäbischem Boden in schweren Zeiten gelebt und gelitten haben, mit künftigen Generationen auch äußerlich sinnfällig zum Ausdruck kommen. Zu der in Nr. 85 erschienenen Besprechung des Buches von A. I). (iure witsch ״Zur Grundlegung einer Synthese des Daseins“ wird uns mitgeteilt, daß das Buch nicht mehr im Neuen Geist Verlage, wie in der Besprechung angegeben ist, Mindern im Verlage Rascher in Zürich neu erscheint. Aus dem Hebräischen von Dr. Max Mayer, Jerusalem SoerQac 16 forUeUune Nachdruck verboten Raschid blickte erregten Herzens auf den Wasserschwall, der im Nebel des Tages dem Werk zuslrelit, und sein geübtes Auge schweift bis zu den Gipfeln der düsteren Berge. Er springt auf und rennt auf die ״Station Mfule“ zu. Als er dort ankommt, stürzt er zu den Arbeitsleuten und ruft laut: ״Das Wasser überflutet die Dämme!״ Die Leute des Werkes halten zwar Vertrauen zu der Betonfostung und ihrer Widerstandskraft gegen das Wasser, trotzdein eilten sie ins W'erkareal hinaus. Sie überzeugten sich, daß wirklich das Wasser die Dämme immer mehr zerstörte, und daß das dem Werkareal gegenüberliegende Tal vollkommen mit W sser bederkt war. Als Ingenieur Agar zur Stelle kam, dunkelte bereits der Winterte״, und die. elektrischen Lampen, die auf den Dämmen montiert waren, warfen durch die FInsteniis und den Nebel des unaufhörlich wütenden Regens kleine, traurige Lichtkreise. Die Arboitskolonncn wurden zusamniengerufen und ins Dunkle hinausgosandt. Längs des Dammes wurden Wachtposten aufgestellt, die das Ansteigen des Wassers zu beobachten hatten. Die übrige Lagermannsehaft liattc Balken zu vorlegen und Säcke voll Erde heranzuschlepiien, um die bedrohten Stellen des Damms zu verstärken, aer da» Flußtal von dem Betonwerk trennte. Agar stand oben auf dem Damm und trieb mit energischer Bewegung die Leute zur Eile an, die in Reih und Glied mit beladenen Eseln ankamen und leer zurückgingen, um neue Säcke aufzuladen. Obwohl «1er Regen noch immer lierabslrömte und dis Füße der Leute auf den aufgeweichten Pfaden des Damms ausglitten und die nasse Erde an den Kleidern kleben blieb, wurde die Arbeit nicht eine Minute unterbrochen. Die Lento der ״Oedlam'skompaiiie“ ermunterten sich, ihrer Gewohnheit gemäß, durch einen monotoner! lllivlhniiis beim Schleppen der Erdsäekc und der Balken, die sie Schulter an Schüller mit den I,eilten des Lagers trugen. Raschid ,Stand mit Almer auf Wacht. Sie nahmen an einem der Gerüste Unterstand und beobachteten von dort aus die Bewegung des Wassers. ״Glaubst du wirklich, Raschid, das W asser könne den breiter! Damm durchbrechen?“ Raschid bewegte den Kopf sorgenvoll nach der Seite der Berge bin: wenn die Wolken auf der! Bergen sich spalten und das Wasser vom Bergkamm beratet rinnen wird, so werde es keine Kraft geben, die ihm älandhaltcn könne. Der Regen siebte seine, Ströme weiter durch die traurige, düstere Finsternis; einen Augenblick lang hielt er nn, um dann mit erneuter Kraft umso stärker berahzuschüttcn. Die Wolken lagerten schwer über dem Himmel, Durchnäßt und starr saßen Almer und Raschid und rauchten Zigaretten. Wiilirend sie schweigend dasaßen, fragte Abner: ״War das Oed 1 and, Raschid, wirklich immer so wüst, wie es heute ist?“ Raschid schwieg, dachte einen Augenblick nach und sagte schließlich mit Nachdruck: ״Dieser Boden strotzte einst von Segen, aber das war in den Vorzeiten.“ Raschid seufzte, die Pockennarlien auf seinem Gesicht bckamen einen düsteren Ansdruck, der Flock in seinem Auge leuchtete in der Finsternis, und er fuhr fort: ״Dieser Roden war wie Gottes Paradies und trug große und blühende Siedlungen. Alle diese lliigel waren mit Dörfern bedeckt, und in den Tälern gab es große Städte. I 11zählige Kamclkarawanon zogen ins Land jenseits der Berge, und Groß- und Klejnviehherden gaben in Strömen Milch.“ Indem er sich in den Rauch der Zigarette einhüllte, fuhr er fort: ״Aber damals kam ,Rum' (die Römer). Die Dörfer wurden entvölkert, ihre Mauern niedergerissen, und überall wurde Oednis. Es gab dort einen sehr reichen und goradsinnigen Mann. Als er sah, was das Schwert angerichtct hatte, daß sein« Herden geplündert und sein Haus zur Beute geworden war, als er all die iinbeerdiefen menschlichen Leichname sah, die wie Dung über das Feld geworfen waren, streute er Asche auf sein Haupt, gürtete siel! in Sackleinen, schritt über die Hügel und schrie: , Vor flucht sei der Mann, der die Oednis wieder aufbaut! Sie bleibe Oednis! Das Schwert kehre hier nicht in seine Scheide zurück! Der Roden trinke das Blut der Gefallenen und der Glutwind fresse jede Pflanze und jedes Gras! Was der Glutwind »ihrig läßt, verwüste das Erdbeben, und was das Erdbeben zurückläßt, schwemme das Wasser hinweg!'“ Mährend Raschid den düsteren Fluch murmelte, wurden vom Wall 11er müde .Männerstimmen hörbar: ..Bringt noch mehr Sandsäekc! Bringt die Balken dorthin!“ Raschid fuhr noch fort: ״So ging der Manu und fluchte: Verflucht... vorflucht...“ Aber plölzlirh schnellte Raschid von seinem Platze auf, denn ein dumpfes Beben war von jenseits der Berge an sein Ohr gedrungen. Er eilte nun Wall hinaus, sein Ohr nach der Seite geneigt, von der das Bellen herkam. Daun wandte er sich zu Abner und flüsterte ihm ins Ohr: ״Lauf rasch zu ,Chawad ja Ingenieur' und melde ihm, daß das Wasser von den Bergen kommt.“ Noch licvor Abner Zeit hatte, sich auf den Weg zu machen, wälzten sich mächtige Wasserströme von den Bergen her, schwemmten alles, was sie auf ihrem Wege fanden, mit sich fort, rissen eine Bresche in den Damm, und ein schmutziger, rauschender Schwall drang ins Bclonbclt ein und ergoß sich in breiter Strömung in der Richtung nach dem Staubecken. Plötzlich wurde es still, «lern! der Durchbruch des NVassers an dieser Stelle schwäch Ir die Wucht seines Ansturm anderwärts. Aller an dieser Stelle wurde die Strömung immer breiter, reißender und unlieinrnbarer. Jetzt wurden eilig hierher alle Kräfte konzentriert, die Sandsäcke haufenweise ins Wasser gesenkt, bis sich ein aus Sandsäcken erbauter Damm erhob. Die Wasserströmung, die ins Staubecken ging, stieg immer höher an, bis sie nn die, Turbinenkamine reichte. Das Wasser bedeckte alles 1101z, Eisen und Stein, die sieb im Betonbett befanden, ln der Finsternis konnten die Leute nichts mehr unterscheiden. Als sie ein dumpfes Beben vom Staubecken her