Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 85 (22.10.1935)
- Date
- 1935-10-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2653827-2653902--27557-2689000- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Nr. 85' x Jahrgang 40 mm ■■11■■ ■■ IArillU1ihogtV«rh1g a. Anc«ig«aiv»rva!ta11f 1 B«1Ib Wi$, NeIntkMtr.19 Fernrul S«mflnei־Nr. Jl Bismarck 3X81/82,7165/70,7240/42. - Bemgapreis einschL Bcstelljceld je Monat HM 2,», jo Vierteljahr HM 5,75» hei Abholung RM 1,88 brw. RM 5,39• — Postscheck Konten der Vertrieb• - Abteilung: Berlin 71573 (tür Groi * Berlin), Berlin 17392 (für da* Übrige Reich), In Fällen höherer Gewalt bestahl kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung etwa schon gezahlter Benigagebübrsa. — Erscheint Jeden Dienstag and Freitag• Preis 25 RpL RUNDSCHAU BERLIN כ״ה תשרי תרצ״ו DIENSTAG, 22. OKTOBER 1935 Gttltig ן Anxeigonpreialiate Nr. 4. Di« 12 gespaltene mm - Zeile 20 Rpf, für Familiennachrichten 15 Rpi- Aufnahme von Anzeigen an bestimmtet! Tagen oder Sndlen und in bestimmte Ausgaben kann nicht gewährleistet werden. Gelegenheit•- anasigen nur bei Vorauszahlung au! Poitecheck - Konto Berlin 71^X8 oder bar Montag bis Donnerstag 9 —18 Uhr, Freitag 9—16 Uhr. Annahmeschluß für die Dienstag. Ausgabe Montag 10 Uhr, für die Freitag. Aus* gab« Mittwoch 13 Uhr (Für Familienanzeigen am Tag vor Erscheinen 12 Uhr) Der Zionismus erstrebt tOr das indische Volk die Schaffung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. (Baseler Programm) Um das Mittelmeer Nach den Festen Die lange Reihe der Feste, die das jüdische Jahr im Herbst eröffnen, ist nun vorüber. Noch einmal hat das letzte Wodienende viele Tausende von Juden zum Schlußfest und zutti Fest der Thorafreiide in den Synagogen versammelt. Wieder war die Anteilnahme überwältigend, und besonders am Thorafest ausgezeichnet durch die Teilnahme der Jugend und der Jüngsten, die an diesem Tage Träger und Anlaß der Freude zugleich sind. Ueberall in Deutschland, wo jiidisehe Kinder in größerer Zahl Zusammenkommen konnten, vor allem in Berlin, wurde das Fest mit großer Herzlichkeit begangen. Die Synagogen mußten in Berlin wegen lieberfüllung geschlossen werden. Nun beginnt wieder der Alltag. Es ist, wie wir alle wissen, ein sehr sorgenvoller Alltag. An der Schwelle des Winters stehen viele Juden ratlos, da sie nicht wissen, wie ihre Zukunft sich gestalten wird. Als wir vor einiger Zeit die Stellung der Juden im nationalsozialistischen Staate zu umreißen versuchten, gingen wir von der — durch zahlreiche Aeußerungen belegten — Anschauung aus, daß es der nationalsozialistischen Revolution um eine Ausschaltung der Juden aus dem politischen und kulturellen Leben zu tun war, daß aber im übrigen, wie mehrmals gesagt worden ist, die Beziehungen zwischen Deutschen und Juden ohne Haß, in einer selbstverständlich gewordenen Distanz, sich bei Wahrung der vom Staate gesetzten Grenzen!!erstellen lassen. Gewiß war für die Juden, die sich im Vollbesitz staatsbürgerlicher Rechte wähnten, der neue Status, der ihnen gegeben wurde, eine soziale Miuderstellung, aber wir mußten uns bei Würdigung der geschichtlichen Kräfte sagen, daß dies eine gegebene Folge der nationalsozialistischen Revolution ist. Was nun unsere eigene künftige Position betrifft, glauben wir, in dem uns zugewiesenen Raum dann auch positiv wirken zu können, wenn wir durch unser wiedergewonnenes jüdisches Bewußtsein aus einer seelisehen Zerrissenheit, die für das Judentum zu Beginn des 20. Jahrhunderts charakteristisch war, erlöst worden sind. Kulturelle und soziale Betätigung mußten wir nur im jiidischen Kreis suchen, und wir beanspruchen keine andere; so glaubten wir, unsere Einordnung finden zu können, indem wir als aufrechte und aufrichtige Juden leben und jeder seiner ehrlichen wirtsch ältlichen Arbeit nach feilt. In den letzten Wochen sind viele Juden wieder sehr unsicher geworden, und vor der jüdischen Gemeinschaft als Ganzes türmen sich neue Aufgaben. Die Frage, die uns allen auf der Seele brennt, ist die, wie wir dem Einzelnen helfen können. Beides ist erforderlich: materielle Hilfe und seelische Stärkung. Unter den materiellen Aufgaben ist an erster Stelle die jüdische Winterhilfe zu nennen, die heute abend in feierlicher Weise eröffnet werden soll. Die Winterhilfe wird an alle Jude״, die noch zu helfen vermögen, große Anforderungen stellen, denn cs ist eine Ehrenpflicht, daß jeder Angehörige der jüdischen Gemeinschaft nicht minder betreul wird wie jeder andere Hilfsbedürftige. Darüber hinaus aber bedürfen die Menschen des Rates und des Beistandes bei der Neugriindung von Existenzen. Viele Hunderte sind heute auf der Suche, und wenn die Jüdische Gemeinde Berlin Genicindeabende über das Thema ״Auswanderung“ voranstaltet, so ist das ein vielsagendes Symptom. In unserem Zeitalter ist Auswanderung vielleicht noch schwieriger als in früheren Jahrhunderten, denn die Welt ist weg-gegeben, alle Stellen sind besetzt, und die Kontrolle ist bis ins letzte durchorganisiert. Alle Türen schließen sich, und olme großzügige Neuordnung ist das Wanclerproblem vielleicht für einzelne, aber nicht für Massen lösbar. Um ein Mißverständnis zu Palästinas Wirtschaftslage Bericht des engliichem Handelsbevolimächtigten London, 18. Oktober. (JTA.) Das Staatsdepartment für Ueberseehandei hat einen Bericht des englischen Handelsbevollmächtigten iri Haifa, C. Empson, über die Wirtschaftslage Palästinas veröffentlicht. Darin heißt es u. a.: Seit der Veröffentlichung des letzten Berichtes über Palasfina im Juli 1931 ist eine sehr bemerkenswerte wirtschaftliche Entwicklung zu verzeichnen gewesen, und das Land hat sich schnell von den Folgen jenes Jahres der Depression erholt. Der Wert der Einfuhr wurde W31 aut 5 940 000, 193t auf 15 150 000 Pfund geschätzt; die Ausfuhr betrug 1931 1 570 (XX), 1934 3 220 (XX) Pfund. Die Einkünfte der Regierung betrugen i. J. 1931 2334 000, im Verwaltungsjahr 1934/35 '5 452 633 Pfund. Am 30. Juni 1935 hatte die Regierung eine Reserve aus Verwaltungs- Überschüssen von 5587837 Pfund. Der Geldumlauf ist vor! 2370 000 Pfund Ende März 1931 auf 5 326 000 Pfund Ende März 1935 gestiegen. Große Summen sind in den letzten drei Jahren, hauptsächlich infolge der bedeutenden Verstärkung der Einwanderung eingestromt, bemerkenswerte Investierungen und außerordentliche Fortschritte wurden sowolu in Landwirtschaft als in der Industrie gemacht. Die öffentliche Sicherheit wird fest aufrecht erhalten. Eine intensive Bautätigkeit, die sich auf Wohnhausbau und Bauten für Handels- und Industriezwecke erstreckt, hat neue Siedlungeti entstehen lassen und die Städte vergrößert. Haifa hat seine Einwohnerzahl von 50000 auf über 80000, Tel-Awiw <üe seine von 46 000 auf 120000 vergrößert klären, sei hinzugefiigt, daß der Zionismus keineswegs Auswanderungsbestrebnngen in andere Länder als Konkurrenz betrachtet. Er versteht vielmehr ihre Notwendigkeit um so mehr, als Palästina weder alle Einwanderer fassen, noch brauchen kann. Aber eines ist für alle in gleicher Weise notwendig, ob sie nach Palästina wandern oder nach anderen Ländern oder ob sie iin Augenblick gar nicht wanden» können: die starke innere Verbundenheit mit dem Judentum, die den meisten verloren gegangen ist, muß wieder erobert werden. Zeiten wie diese, wo alte Vorsteihingen umgestürzt, alte Sicherheiten zerstört werden, wo der Mensch sich oft nackt und hilflos gegenüber der Macht des Schicksals fühlt, sind geeigneter als Zeiten ruhigen Ablaufs, verschüttete Quellen im Mensdienlierzen wieder aufbrechen zu lassen. Ehrlicher als sonst üben wir Selbstkritik, stehen vor •dem Richterstuhl von Gut und Böse, und die alte Selbstgercclrtigkeit fällt von uns 3b. Ein neues Verhältnis zu Gott und Welt, zum eigenen Volk und anderen Völkern, zur Vergangenheit und zur Zukunft entsteht in jüdischen Menschen, nicht mit dem Verstand erklügelt, sondern aus dem Gefühl, aus Leben und Leid, aus Weh und Hoffnung entstanden, und alles, was wir Judentum und jüdisches Volk neunen, kann in einer solchen Atmosphäre der üefühlswärme neu entdeckt und neu erlebt werden. Alle hergebrachten Vorstellungen und festen Formeln versagen vor dieser Aufgabe, die an uns alle eine Anforderung des Neubeginns stellt. Wir alle stehen vor dem gleichen Schicksal und haben die gleichen Aufgaben, die zwangsläufig vorgeschrieben sind. Manche meinen, der Zionismus befrachte sich heute als ״Sieger“, weil der äußere Umschwung die Juden auf ihl Volkstum zurückgeworfen bat. Nichts ist falscher 81s dies. Die Zionisten hatten leider nicht die Macht, den Gang der Ereignisse zu beeinflussen. Sie haben sich die Entwickhing der Dinge ganz anders vorgestellt, als sie gekommen ist, sie sind auch von anderen Grundvorstellungen des jüdisehen Lebens ausgegangen; aoer das eine unterscheidet sie vielleicht von anderen Juden der vorrevolutionären Zeit: sie wußten immer, daß es eine Judenfrage wirklich gibt, daß sie keine Ausgeburt böswilliger oder schreckhafter Gemüter ist, und sie hatten das bange Bewußtsein, daß diese ungelöste, iinheilträchtige Frage noch furchtbare, in ihren Einzelheiten unvorsehbare Folgen haben kann. Darin unterschieden sie sich von den vielen Juden, die behaupteten, es gäbe keine Judenfrage. In dieser Hinsicht kann man freilieh sagen, daß die Gegenwart beweist, wer recht gehabt hat. Anlaß zum ״Triumph“ ist das nicht. Heute ist über diesen Punkt keine Meimingsverschiedenheit mehr möglich. Und auch die praktischen Aufgaben sind zwangsläufig für alle die gleichen. Es ist ein Moment zur Zusammenfassung aller Kräfte. Das heißt nicht, daß man keine Auseinandersetzungen führen soll oder daß keine Differenzieriing der Anschauungen möglich ist. Gewiß ist das der Fall. Aber alle Auseinandersetzungen, die wir führen, haben nur den einen Sinn, den Weg zu einer besseren Erkeimtnis und zu einer gemeinsamen Aktion zu bahn e 11. Ist doch das, was •wir zu bewerkstelligen haben, weit größer als je eine jüdische Aufgabe war, und wir nüissen Selbsterkenntnis genug haben, um einzusehen, daß keine jüdische Gruppe allein die Lage zu meistern vermag; hoffen wir, daß cs der zusammengefaßten Kraft aller gelingt. Wir würden wünschen, daß alle mit der gleichen Rückhaltlosigkeit sich zu den Aufgaben der neuen Zeit und der neuen Situation bekennen ■würden Solange der Zustrom von Einwanderern mit Kapital andauert, scheint kein Grund zu Befürchtungen in bezug auf die ungünstige Handelsbilanz von gut über 10 Mill. Pfund vorhamden zu sein. Die Einfuhr wird zum großen Teil aus importiertem Kapital bezahlt und stellt außerdem vor allem Kapitalsgiiter, Baumaterial, Maschinen für die Industrie u. dgl. dar. Die Einwanderer verfügen über Hilfsquellen im Ausland, abgesehen von «den großen Summen, die ins Land gebracht wurden. Es ist richtig, daß die meisten der neuen Industrien ihr Rohmaterial importieren und daß der Export der Produkte klein ist: aber der innere Markt ist zur Zeit mehr als ausreichend, um sie voll zu beschäftigen und ihre Einrichtung zu ermöglichen. Sie verbessern die ungünstige Bilanz durch Herabsetzung des Imports von Waren, die «sie erzeugen. Es muß jedoch zugegeben werden, daß wenige von ihnen Aussichten auf Entwicklung eines Export- Handels zeigen. Von den etwas älteren Unternehmungen scheinen nur die chemischen [tidusfriewerke am Toten Meer in der Lage zu sein, den Export erheblich zu steigern. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen befaßt sich HainfelsbevoUrnächtigter F.mpsoti auch mit der Auswirkung des Transferabkommens mit Deutschland auf «den englischen Export nach Palästina. Er weist darauf hin, daß die Hauptsächlich at!f_ Maschinen, Eisen- und Stahlwaren sich erstreckende Einfuhr Palästinas aus Deutschland vielfach eine Konkurrenz für englische Produkte -darstellt. Es sei bemerkenswert, daß in der Kategorie Ganz- und Halbfabrikate der Wert der Einfuhr aus Deutschland im Mai 1934 die der Einfuhr aus England um 14 °.o übertraf. Im letzten Jahre machte die Einfuhr aus Deutschland 10,95 ״/o der Gesarnteinfuhr aus. Die weltpolitische Spannung, die nun schon Wochen hindurch anhält, ist in den letzten Tagen etwas geringer geworden. Man spricht von einer ״Entspannung“, che Friedensfreunde atmen auf, aber sie werden gut tun, noch nicht zu frohlocken. Alle Auzt'ichen deuten darauf hin, daß England entschlossen ist, unter allen Umständen auf der Durchführung der Völkerbunds-Maß nahmen gegen Italien zu bestehen. Sofern ein Umsichgreifen des Konfliktes befürchtet wird, bandelt es sich, wie immer wieder betont wird, nicht um einen englisch-italienischen Krieg, sondern um einen Konflikt zwischen Italien und den im Völkerbund zusammengefaßten Staaten andererscits. Angesichts der Unsicherheit, die die politische Welt zu beherrschen scheint, ist es hemerkenswert, daß der High Commissioner von Palästina, Sir Arthur Watichope, am 10. Oktober eine beruhigende Erklärung von einer Bestimmtheit abgegeben hat, die, soweit wir sehen konnten, in keiner anderen Kundgebung eines europäischen Staatsmannes enthalten war, Wauchopc sprach nicht bloß von Hoffnung auf Lokalisierung des nbessinischen Krieges, sondern er sprach die U e b e r /. e u g u 11 g aus, daß im Mittelmeer völlige Ruhe bleiben wird, und er bekräftigte seine Erklärung durch Hinweis auf die Tatsache, daß er selbst erst Mitte November zuriiekzukehren gedenkt. Es ist nicht zu verwundern, daß Waucliopes Telegramm im ganzen Orient lebhaftes Aufsehen erregt hat. Die Kriegsgefahr hat ein Element der Unruhe in die Politik des Nahen Orients gebracht. Insbesondere haben die Araber Palästinas eine Gelegenheit zu sehen gemeint, um ihre Agitation, die zwei Jahre geruht hatte, wieder aufzunehmen. Ihre letzte politische Aktion fand genau vor zwei Jahren statt und endete mit einer blutigen Niederwerfung ihrer antienglischen Demoustrationen. Später gelang es der Geschicklichkeit Wauchopes, bessere Beziehungen zu den Arabern her/ustellen, und die Blutopfer vom Oktober 1033 schienen vergessen. Der High Commissioner verstand, die arabischen Notabeln für den Oedanken einer Zusammenarbeit mit der Mandatarmacht zu gewinnen. Auf Grund dieser Aniüiherung wurde auch der Ulan des l.egislaiive Council wieder aufgenonnneii und sollte, wie bekannt, nach der Rückkehr Wauchopes realisiert werden. 111/wischeu haben die Araber jedoch ihre 11 e 11 e p o I i t i s c 11 e A k t i v i t ä t begonnen. Daß sie dabei, wie auch der Berichterstatter der ,,Times“ hervorhob, p ro-it a I i e 11 i s c 11 e S y m - patliien äußern, ist für die Engländer besonders aufschlußreich. Denn da die Araber ihre Aktion stets mit der Parole ״Gegen den europäischen Imperialismus“' geführt haben, hätte man;mnelimen müssen, daß ihre Sympathien auf seiten des nach Ansicht C-s Völkerbundes ohne Anlaß überfallenen Abessinien stehen würden. Aber die Dinge liegen etwas anders: Man weiß, daß England der schärfste• Gegner des abes-inisehen Feldzugs Mussolinis ist, und daher halten die Araber es anscheinend fiir gute Politik, mit dem Gegner Englands zu kokettieren, f:s ist dies eine verkappte oder offene Drohung;111 die Adresse der Mamlalarmncht, wohl verbunden mit dem Gedanken, daß England, durch die Perspektiven einer arabischen Gegnerschaft während eines italienisch-englischen Krieges im Mitthneer erschreckt, zu Konzessionen bereit sein würde. Die Engländer sind für solche Andeutungen empfindlich. Daß England in einem Augenblick, wo es als Gegner kolonialer Eroberungen auftritt, mit der Feindschaft der Araber zu rechnen hat, gibt der orientalischen Situation eine neue besondere Note. Schon hört man Gerüchte, daß die Mandatarmacht auf Grund der Erfahrungen der letzten zwei Monate in ihren Plänen betreffend den Legislative Council in Palästina wieder schwankend geworden sein soll. Vom Standpunkt der jüdischen Palästina-Interessen ist die Situation, die sicher auch Ueberrascluimgcn bringen kann, mit äußerster Aufmerksamkeit zu behandeln. ♦ England steht am Vorabend allgemeiner Par- 1 am c n t s w a h I c 11. Wohl selten war es so schwierig wie diesmal, eine Prognose zu stellen. Der kolossale Umschwung in Kanada, wo die konservative Regierungspartei von einer liberalen Weile geradezu weggeschwemmt wurde, das deutliche Vordringen liberaler Tendenzen in der geistigen und politischen Sphäre, gibt noch keine Grundlage für eine Beurteilung der englisehen Situation, da die Wahlen zweifellos im Zeichen der Außenpolitik stehen werden. In der Billigung von Englands Völkerbundspolitik sind aber alle Parteien