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Jüdische Rundschau · 1935-10-15 · Heft 83 (15.10.1935) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 83 (15.10.1935)
Date
1935-10-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seife 10 jüdische Rundschau Nr. 83, 15. X. 1935 beginnen«! mit der biblischen. Allein wahrend die fünf \orangehenden Perioden nach Jahrhunderten zählen, umfaßt die neueste nur •10 30 Jahre und zeigt in dieser kurzen Zeit «inen Auf- und Niedergang wie kaum je eine Epoche nt vor. Denn das Schicksal hat in dieser Zeit den Juden Deutschlands zwei ״grolle Leuchten“: .Mendelssohn und N. H. Weisel (Wemly) besehieden. ״Und da erglänzten die Aufgeklärten, verbreiteten Kenntnisse, erweiterten die (hebräische) Sprache, und die . Zahl derer, die diese Sprache beherrschten, vermehrte sich. Mit ihnen verbesserten sich die Methoden des Unterrichts und der Erziehung. Grolle Hoffnungen weckte diese Generation — und wer konnte da glauben, dali diese Erscheinung nur einem Blitzlicht gleichen sollte? Denn mit dein Tode von Moses (Mendelssohn) erlosch auch die Lust nach vier hebräischen Sprache. Heute sind es 20 Jahre 11er nach dem Hinscheiden dieses (!«rechten, die Sprache aber sank noch zehn Stufen tiefer von dein Staude herab, von dem sie sieh zu seinen Lebzeiten erhoben hatte . . .“ ״Was ist aber die Ursache eines so jähen Wandels?“ fragt Ren- Secw weiter, und antwortet recht realistisch, aber sicher zutreffend: ״Die eitle Ursache ist. dal) die Menschen heute mehr verdienen und gesteigerte Bedürfnisse haben. Mit den Bedürfnissen wächst aber auch die Arbeit, und die Vater sorgen vor allem dafür, dal) ihre Sohne Dinge erlernen, die sie zum Handel und Erwerb befähigen, und das sind Rechnen, Schreiben und die gesprochenen Sprachen. Sie halten an zehn fremden Sprachen, die sie zum Handel und Erwerb brauchen, fest, lassen aber von der hebräischen Sprach«, die mit diesen beiden Dingen nichts zu tun hat, ab. Ferner lassen sie ihre Zöglinge Natiinvi-senselialten, Geographie und Geschichte lernen. Manch(‘ aber obendrein auch Musik und Tanz. Was soll dabei noch die!!eilige Sprache? Hätte man freilich den hebräischen Unterricht, gleich anderen Fächern, in das Studium richtig n'ngeiirdnrt, so wurde man leicht für alles Zeit finden. Allein der Mangel einer solchen An- Ordnung erschwert das lerne!!, und so wird die hebräische Sprache von .'dien \ erlassen. - Die /weite Ursache ist aber wie «ine alte Wunde in unserem Volke:!nan setzt die Wissenschaft der Religion entgegen, und die am Talmud fcstliuitemicn Rabbiner gestatte!! nicht, beide zu verbinden. Was kam aber aus diesem Streite heraus? Das Volk zerfiel in zwei Teile: ein Feil lallt seinen Kindern Wissenschaftliebes; Studium und weltmännische Fr/icbtmg angedeihen, hangt sieh an fremde Sprachen mul ihre Literaturen und kehrt dem I Iduwischen den Rucken: ein anderer Teil widmet die Fl!utc der Jahre der Jugend allerdings den! Studium des Hebräischen, unter dem er;!her nur den Talmud verstellt . . Dreiiindvicr/ig Jahre nach diesem Klageruf schreibt Meir Lette ris, der den ״O/ar“ Rcit-Seews nach dem Tode des Verfassers wiederholt m;1 heransgab, mit freudiger Bewegtheit; , . Wäre der Verfasser wieder aiiferstanden, er wurde freier auf atmen, da er sehen wurde, dal) die |11genderziel1ung sich zum Besseren gewendet bat. Noch ist in Israel der Geist stark, der sich in unsere heiligen Schriften an I land der Sprache unserer Propheten und Dichter vertieft.‘* Aber wenn er zum Beweise der Pflege des Hebräischen jüdische Schulen in verschiedenen Ländern und Städten nennt, so finden wir darunter Wien, Pest und Ofen, Preßburg und Prag, Brodv und Tarnopol, aber nicht eine einzige Stadt des damaligen Deutschland . . . Dr. Elias Hurvicz lfm Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir dringend, Manuskripte und Einsendungen, die für die Redaktion bestimmt sind, nicht an Einzelpersonen, sondern an die Redaktion zu adressieren, Ankündigunsen Zionistische Veranstaltungen Simchat Thora-Feiern der BZV. Am 20, QU. veranstalten der Bezirk Südusi im BW.-ücim. Oramomtr. 170, der Bezirk Frictlrichdiain im BZV.-Heim, Landsberger Str. 87, der Bezirk Zentrum-Nord im BZV.-Heim, KosentHaler Str. 44, am 23. <>kt. der Bezirk Neukölln (Bas^a^c-KestsiUe), Ber^-tr. 150-151, und der Bezirk Wi0enH1*rj*j>laU am 26. Oktober, BZV.-l leim. KanUtr. 54. Simehat Thora-Feiern. Fs sprechen Alexander Adler, Rahhiner De. Max NuiShaum, R.-A. I)r. Rabau. l)ie Feiern werden musikalisch und rezitatorisch ausgestaUct. Der Kinderspielkreis der Gruppe Jannowitzbrücke veranstaltet am 20. (Oktober, 35 t'hr, im BZV.-l leim, Briicdenstr. 9, einen Simduith- Thora-Nachmittag mit Schokolade und Kuchen. Vorführungen, Lichthilf ler, Uebcrra^Hmngen. Frauen-Arbdtsgcmcinschaft für Palästina. «Gruppe Nord und OL Am 15. Oktober, 8.30 l'hr. bei Frau Kühner, Kaiscr-Wilhelm-Str. 36, KLc JacohtN: ..Von der Geschichte PaKLt inad*. — Gruppe Tempelhof: Am 35. Okmher. 8,30 Lhr, bei Frau Freudenheim, Hohenzollenikor.co 8. Ileniieite Pirkarät: ,,Kiviohungsfragen des jikiLchen Kinded־. — Ahomignippe (Gruppe der Berufstätigen): Am 21. Ok- ׳.eher, 8.30 Lhr. BZV.-Heim, Kantstr. 54: ,.Aufhau und Kntwieklung des Zi<nii-111uan Hand der GesrhLhle der Zionötrnkangre^cL 1. Vortrag: 1 >r. Kvu Lübeck: ״Der zionistische Gedanke bis zu Herzl“. — Gruppe Nordwc^t und Lichte rfeldc: Am 23. Oktober, 8.30 t'hr, hei Frau Singer, Lessing-tr. 50, Frl. Dr. Nathan: ״Pionierinnen der Arbeit in Palästina“, Zu allen Veranstaltungen Gäste willkommen. — Sprechstunden des Büros: Dienstag und Donnerstag von 10 hin 12 Lhr. Neue hebräische Kurse der BZV. Am 16, Oktolxrr, 19.30 Uhr, Caf6 Witu-Lharh, Bayerischer Platz 2. Leiter: Herr Loma>. — Am 21. Oktober, 20,30 t'hr. Jüdische Schule, KaLerdamm 78. — Am 27. OktalH־r, 10.30 Uhr/ im BZV.-Heim, Landsberger Straße 87. Leiter: Herr Schäehter. — Demnächst beginnen weitere Anfängerkur.-a* vormittags und abends in der KanGlr. 54. In den bestehenden Kur-eti können neue Teilnehmer 51111 genommen werden. Anmeldung in der Kn!1 urahteilung der BZV., Meinckejf.r. 10, Tel. Bismarck 7165- Hebräischer Anfängerkurs unter Leitung von Herrn Roscnthat, der am 10. Okniher begonnen hat, findet nunmehr Montag und Donnerstag um 8.30 Lhr in der Mcincke-.traße statt. Das hebräische Bibelseminar unter Leitung von Dr. Borodianski wird vom 19. auf dem 20. Oktober, 18 Uhr, verlegt. Voranzeigen Rcichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland. Gerson Stern, der Verfa-.-c׳r der Romane ״iVr Weg ohne Kndc‘‘ und .,Auf du■! Oingen stellt die Welt*‘, hat vor seiner ReLc nach Paläsi'ma seine M h w irk\1ng Lei der Ver.m-0, 1h!!11g ,.JüüLehe Dichter lesen;!!יו ihten Werken** znge-agt. Di-'s Lt die erOe Veranstaltung des Reich-vei h;u!des der Jüdischen KulturLG 1k 10, die am 20. Oktoljpr, 8.15 Lhr. in der Sing-Akadcmic statlfinrict. Außer Gerson Stern, der eigen•; für diese Wranoalfnng nach Berlin kommt, werden die Dichter Arno Nadel, Mascha KaUko. Arthur Silbcrgleit und Hilde Marx 'feile ,aus ihren Werken zu Gehör bringen. Jüdische Schule Kaiserdamm. Beginn des Wintersemesters am 21. Oktober, 9 Uhr. Sprechstunde der Ixätung täglich, Montag bis: Freiiag. 12 -1 T’hr. Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Zu einer am 29. ( )ktober, nachmittags 5.30 Uhr pii 1dkt!irh. in der Lehranstalt, Art i!lcrie4r, 14. st a!!findenden 5mßerordo!1 ilich'-n Generalversammlung werden die Wohltäter der Lehranstalt -eingeladen. Tagesordnung: 1. Aenderiiüg des Statuts § 16 und § 39: Kinführung der Lnigeltlichkclt für Vorlesungen und Prüfungen, § 17: Voraussetzung für 'die Zulassung der Hörer. 2. Zuwahl von Kuratoriumsmitglicdem. Kulturelle Veranstaltungen bei Weil, Charlottcnburg 2, Fasanenstr. 5. Am 31. Oktober, abends 8 Uhr, AuOührende: Agnes Lenbach, (Gesang), Charl. Rosen (Violine), Hel. (Toner (Bratsche), Lola Croner (Flöte), Hel. Lachmniinski-Schaül (Klavier). Kleine Nachrichten Das Jüdische Museum beabsichtigt, eine Ausstellung alten jüdischen Kultgcräts aus I’rivatbeskz zu veranstalten und benötigt dazu einige für Ausstellung«« ecke geeignete Vitrinen. Es wäie dankbar, wenq jüdische Gcmeimlemitgliedcr, die ihren Haushalt verkleinern ocMr auflösen, dem Museum solche Vitrinen überlassen würden. Anfragen an das Jüdische Museum, ilerlin N 24. Oranienburger Str. 31. Tausende Jüdischer Kinder nu» »eatNChland «ollen dureh die, Jagend - A 11,1!« 11 nach Krer. Israel kommen Sie alle brauchen Huden Ks Ist die ernsteste Aufgabe de« deutsehen Judentums, seiner Jugend die neue Knsls Ihres!.eben« and ihrer Arbeit au schaffen Boden für die erste Siedlung der «lugend-Al ijati קרן ק ׳91 ת לישראנ! Keren Kajemeth Lejisrael (JUdiHchvtr XationalfondH c. V.) Berlin W 15 Mcinekestr. IO /!*ostsrheekk. 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