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Jüdische Rundschau · 1935-09-27 · Heft 78 (27.9.1935) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 78 (27.9.1935)
Date
1935-09-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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2ו ■* JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 78, 27. IX. 1935 IN ALLER KURZE hi einem Aufruf au <11 c S A-liriippc Thüringen anläßlich des Reidisparteitages heißt es It. ״Frankf. Ztg.“ vom 25. 9. u.;1., eiserne Disziplin und treuer Gehorsam seien nötiger denn je. Der Fiihrer habe im Reichstag neue grundlegende Gesetze verkündet. Niemals werde ein SA- Mann Ausschreitungen oder eigenmächtige Handlungen gegen Juden oder solche Personen begehen, die sich nicht gesetzmäßiger Fahnen bedienten. 1) i e V c r w a i t u n g der Spar- und Darlehenskasse L 8 s e n 11 e i rn iiat beschlossen, die Ortswaage den Juden und solchen Einwohnern, die mit Juden Geschäfte machen, nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Ebenso gab die Bürgermeisterei bekannt: Alle Beamten und Angestellten der Gemeinde, die direkt oder indirekt mit Juden Geschäfte machen, haben die Konsc ,!1en/cn zu ziehen. Das gleiche gilt für Gewerbetreibende, Handwerker, Fuhrleute und alle iibrigen Personen, die von der (iemeinde betreut werden. Der (iemeinderat Ockenheim beschloß, daß alle diejenigen Geschäftsleute von Gcmcindeatifträgen ausgeschlossen werden, die noch weiter mit Juden Geschäfte tätigen. Die Friseure und Friseusen der Stadt Alzey haben beschlossen, künftig keine Juden mehr zu bedienen bzw. in ihren Salons zu dulden. Nach Anhoren der Genieinderäte bestimmte der Bürgermcisler in Rommersheim: Der Zuzug von Juden in die Gemeinde ist verboten. Das Erwerben von Grundstücken sowie Pachtland durch Juden ist verboten. Allen Volksgenossen, die mit Juden (ieschnite machen, können keine Stcucrvergundigtingen noch Stundungen gegeben werden. Alle Volk־-geno--rn, die mit Juden Geschäfte machen, könneu keine l '11101Stützungen durch die (lemeinde bekommen. Alle VuiDccn!'..w:!1, dm mit luden Geschäfte machen, bekommen von vier (icmeinde keine Arbeit mehr ztigewiesen, und k mm. u niemals mehr von der Gemeinde Fahrdienste bekommen. Alb 11 Volksgenossen, die mit Juden Geschäfte macht'ii, wird der (iemeinde bulle zur Deckung ihres Viehes nicht mehr her,ausgelassen. Das I linsteilen von Autos durch Juden auf (reim׳inde-traßen sowie (iemeimleplät/en ist verixit ei!. Auf Antrag der Ortsgruppe der NSDAP, wurde in vier Sitzung der (iemeinder.'ite in U d e!1 11 e i m folgende Ent- Schließung getafit: i. Kein ( iescliiiftsmann oder Handwerker kann einen Auftrag für (iemeindearbeiten erhalten, wenn er mit Juden geschäftlichen Verkehr pflegt oder diese darin unte!־>tuS/t. 2.! andwirte. die mit Juden Verkehr pflegen oder Gr.-rhutte mit |mle 11 machen, kommen für Fieferungen a» die (iemeinde mein in Frage. Auch kann denselben Stctic rstuiuhmg nicht erteilt werden, noch können andere Gesuche beturwortet wanden, 3. I '11‘erstnt umg e nofänger, die von der (iemeinde, dem Wintorhilfswcrk und der NS- Volks« (ib.lfahrt l ’11te1.-.!11t/tmg l'ezieiten, wird diese entzogen, sofern sie in iüdieben (ie-chaften oder bei (ieschäftslcuten, die mit luden in Gesvh.i ftsvcrhm düng stehen, cinkaufen. 4. Der Zti/ug von Juden, auch wenn sie getauft sind, in die Gemeinde ist verboten. Kein Jude darf in der Gemeinde GruiKlstücke erwerben. 5. Das Verwiegen auf der (iemeindewaage von Vieh oder sonstigen Produkten an jüdische Käufer ward untersagt. Der Bürgermeister von Schweisweiler erließ folgende Anordnung: 1. Gewerbetreibende, Handwerker usw., die nachweisliclt mit jüdischen Firmen in Verbindung stehen, werden bei der Vergehung von Aufträgen durch die (iemeinde nicht berücksichtigt. Ehemalige Separatisten und Leute, die mit diesen in Verbindung stehen, erfahren dieselbe Behändlung. 2. I andwirte, die mit Juden Verkehr pflegen, können für Fulmlicnste in der (iemeinde 11׳cht mehr in Frage kommen und haben keinerlei Stundungen von Gcmcindeabgaben zu erwarten 3. Dnterstiit/migscmpfängcr, die von der Genieinde, dem VI Pv' oder der NSV I ■nterstiit/mig beziehen, wird dieselbe für die Folge entzogen, falls sic mit jüdischen Geschälten in Verbindung stehen. -I. Der Zuzug von luden in der (iemeinde Schn e:>:veiler ist verboten. Ebenso darf kein Jude innerhalb der Gemeinde Schweisweiler Haus- oder Grimdbi -׳ ׳׳ cnver'-cn. Die I Irktro-f 1:w-( ivmi׳inschaft Mainz hat folgendes beschb>'S1׳n: ..Nur Arier mul im Besitz von Ariern befindliche (iesclntte im Sinne des Reicl1slu1rgerge<rt/es vom 15. 1). DÖS k ■tiiun Mitglieder vier Elektro-(ias-(iemfinschaft sein. Eine genaue [Vsticmmg dieser Bestimmung erfolgt nach Erxheinen vKr I )urchführiingsmul Ergänzungsbestintmungen zu obigem Gesetz.“ Das ..1 iakeiiku eiizbanner“ meldet, daß Juden von der Te i In ahme an vier Herbst 111 e.sse in Mannheim aiisgcsch!!)'■-!׳!] worden -and uiivl du 14 in viie \ erstoigening-bcdingrimgeii ,׳in Pa—in aufgeiionimen worden sei, daß Juden keine Platze steig! rn dürfen. I 1;n ״N'a'ionalbbitt“ veröffentlicht eine liste der in Ko |ו| eil / nehmlh: heu juili-ehen ( ivschüfte, Aer/te, Rechtsan walte, Makler. Viehhändler u-.w. In einem Nachtrag werden brgaii/ungen b/w. Richtigstellungen zu der Eiste auf Vrratila —ung dir (1:1!1:1mt'lcinu1g der NS-Hago m'f geteilt, die dem Blatte diese ״Judenliste von Koblenz“ zur Vcrfügting gestellt habe. Der V e! t v e r b :1 11 vl 11 e r V ö 11; e r b tt n vl s v e r e i n i - gu ngen, der in (um zu seinem zwölften Kongreß zusatnimuiget! eten Nt, hat mit sämtlichen Stimmen der auf ihm vertretenen zwanzig 1 andenlflegationen dem Aufnahmegr<!ן!•!! der Völkerbunds Vereinigung palästinensischer Stttden• ten entsprochen. An den folgenden Verhandlungen nahmen als Vertreter der palästinensischen Gruppe die Herren A. Arazi und I). Shcr Anteil. 1111 jüdischen Viertel von Castoria (Griechenland) sind zahlreiche jüdische Hauser und Geschäfte einem Brand zum Opfer gefallen. Die Svnagoge konnte mit großer Mühe gerettet werden und dient jetzt den vielen obdachlos Gewordenen als Zufluchtsort. Bei dem Brande, der das ganze jüdische Viertel zu zerstören drohte, brach eine Panik aus. Als Vertreter vier jüdischen Bevölkerung Polens hat Präsident Moscicki den Warschauer Obcrrabhincr Prof. Moses Schorr und den Präsidenten des Rates vier Varschauer Jüdischen Gemeinde, Jacob Trokenheim, zu Mitgliedern des Senats ernannt. Zehnfausende jüdische Familien in Warschau haben sich anläßlich der bevorstehenden hoben Feiertage an die jiivlisch-philant!ironischen Gesellschaften und an die Fürsorgeabt(Ölung vier Jüdischen Gemeinde mit der Bitte um Unter- Stützung gewendet. Am 23. September wurde vor dem I.odzer Kreisgc rieht der ׳Prozeß gegen 16 ehemalige Mitglieder des Lodz er Stadtrats eröffnet, gegen die im Zusammenhang mit den blutigen Ausschreitungen in der Stadtratsitzung vom 28. Mai die Anklage erhoben wurde. Von den Angeklagten sind 11 nationa1 demokratische Antisemiten, 2 So/iaklemokraten und 3 J u d e n. Obcrrabhincr Dr. Ehrenpreis, Stockholm, wurde zum Pr o f e s s o r ernannt. Professor Ernst Gassi rer (f über Ham'nirg) erhielt für die Zeit vom 1. September 1935 bis 1910 die Professur an der Gotenburger Hochschule für theoretische Philosophie. Jüdische Not in Polen Die Konferenz polnischer Juden Von unserem Berichterstatter London, im September Im Mittelpunkt der Konferenzverhandluugen standen neben den bereits berührten Fragen in erster Reihe die Berichte und Referate über die politische und wirtschaftliche Lage der Juden im polnischen M 11 11 e r 1 an d e sowie der polnischen Juden im A uslan d e. Die jüdische Lage in Polen läßt sich auf folgenden Generalnenner bringen: Zwar genießen die Juden volle politische Freiheit und sind als Staatsbürger gleichberechtigt, diese Gleichberechtigung l'indet aber keine Anwendung auf dem Gebiet vier Wirtschaftliehen Betätigung. Die Tendenz einer Wirtschaftliehen Benachteiligung läßt sich kaum leugnen. Ihre Wurzeln liegen zum Teil in der Entwicklung der ersten Nachkriegsjahre, wo Bolen, unter dem Druck vier Abschnürung von den Absatzgebieten des Ostens (Rußland) und des Westens (besonders Deutschland) zu einem System des inneren wirtschaftlichen Ausgleichs, zum sogen. ICtatisni u s übergegangen ist. Die Folge war, daß der Kreis der wirtschaftlichen Betätigung für die Juden immer enger wurde und bittere Not, Arbcits- und Erwerbslosigkeit sich in ihren Reihen cinstcllte. Durch das starke Verwiegen staatlichen Unternehmertums in Handel und Industrie (hei einem ,Agrarlande wie Polen wird der Anteil des Staates auf etwa 25 Prozent geschätzt), durch den unter staatlicher Hilfe erfolgten Zusammenschluß der Bauern, durch die Schaffung von immer neuen Produkt ions- und Vcrbrauchcrgenosscnschuften, von staatlicher Kredithilfe (von der die Juden meistens ausgeschlossen sind), wird vier Jude von seiner binnenwirtschaftlichen Position mehr und mehr verdrängt. So haben sich durch die Vertrustung der großen Naphthagruben in Galizien und durch den Schutz, den die Naphtha- Großindustrie erhalten hat, jüdische Industrielle gezwungen gesehen, ihre Betriebe zu schließen, und haben dabei zum großen Teil ihren Besitz eingebülk, Die Folge war, daß jüdische Beamte, Angestellte und Arbeiter, die dort Besehäftigung gefunden hatten, brotlos geworden sind. Auch in anderen Zweigen der Wirtschaft hat sich ein ähnlicher Vorgang abgespielt. Durch die K ״ n z e s s i o 11 i e r u n g vl e s Verkaufs von gewisse n M onopolartikcln des Staates, wie Salz, Spiritus und Tabak, haben tausende jüdischer Bürger Polens ihren Unterhalt verloren. Die Wirtsch ftliclie Benachteiligung gellt so weit, daß Juden zu stautliehen Stellen bis auf winzige Ausnahmen nicht zugclassen werde;׳., und nur ein kleiner Prozentsatz (etwa 1 Prozent) findet heute Beschäftigung in staatlichen Aemtern und Betrieben. Ausweglos ist auch das Schicksal der freien Berufe. Die Akademiker finden keine A r b e it s m Sglichkeit und sogar die privatw irtsehaftliehen Unternehmungen sind ihnen zum großen Teil verschlossen. Schwer ist auch das Schicksal der jüdischen Jugend. Infolge des zwar theoretisch fehlenden, aber praktisch vorhandenen numerus clausus an den polnischen Hochschulen sind viele jüdische junge Mensehen gezwungen, im Auslande ihr Studium zu absolvieren, bähen aber hei ihrer Rückkehr in viie Heimat keinerlei Aussieht', irgendwo ־zugelassen zu werden. Die herrschende Agrarkrise hat es mit sich gebracht, vlaß das städtische Element, unter dem die Juden einen großen Prozentsatz ausmaehen, den größten Teil der staatlichen Steuerlast zu tragen hat. Steuerschulden aber, die nicht abgetragen werden können, werden rücksichtslos eingetrieben. Das ist oft der Grund für persünliehe Tragödien, denn die staatliche Zwangsvollstreckung pfändet den letzten Rest auch des kleinsten Betriebskapitals wie des vorhandenen Inventars. Das Moratorium der Landwirtschaft hat auch viele seihständige kaufmännische Existenzen unter den Juden ruiniert, da sie ihre Schulden nicht einziehen konnten, dagegen müssen sie ihren perähnlichen wie steuerlichen Verpflichtungen in vollem Umfange nnchkommcn. Alle diese Vorgänge haben das Elend noch mehr gesteigert und die breitesten Volksschichten dem Hunger preisgc~ Sjn. v i! vorliegenden Ziffern soll in den kleinen 1101nischcn Städtchen über (30 Prozent der jüdischen Bevölkerung hungern, Brot ist in vielen jüdischen Wohnungen eine Seltenheit geworden. 45 Prozent aller jüdischen Handwerker sind mit der Zeit arbcitslos geworden. Viele von ihnen haben bereits ihr Werkzeug verkaufen müssen, um das Notwendigste für den Lebensunterhalt herheizuschaffen. Die Not geht schon so weit, daß viele tausende jüdische Kinder ihre Ul gliche Milch nicht haben, und ebenfalls tausende zählt die Masse jener jüdisehen Kinder, die nicht zur Schule gehen können, weil sie keine Schube besitzen. Angesichts dieser trostlosen Lage ist man sich in den Konferenzkreisen darüber klar geworden, daß eine im bishörigen Rahmen, besonders in Amerika und England geführte Hilfsarbeit nicht ausreicht, um dem allgemeinen Verfall zu steuern. Was not tut:, ist eine großzügige konstruktive Hilfe und eine planmäßig durchgeführte Emigration. Es sollen Tausende jüdischer Kinder aus Deutschland sollen durdj die Jugend«Aüjah nach Ercz Israel kommen Sic alle brauchen Boden Es ist die ernsteste Aufgabe des deutschen Judentums, seiner Jugend die neue Basis ihres Lebens und ihrer Arbeit zu schaffen Boden für die erste Siedlung der Jugend- Alijah Keren Kajemetb Lejisrael Jüdischer Nationalfonds e. V" Berlin W 15, Meinekestraße 10 Postscheckkonto: Berlin Nr. 28247 dabei jene Härten vermieden werden, deren sich mancher Leiter der ausländischen liilFsarbcit zuschulden kommen Ließ. Man kann nicht aus den Büros im Auslande Direktiven erteilen. Die polnische Judcnheit hat bereits ihre politische Minderjährigkeit überwunden und weiß, was sie will. Nur auf der Basis einer Zusammenarbeit der jetzt gcsehaffenen Weltexckulive vier polnischen Juden im Auslande mit den Vertretern der Judenbeit in Polen selbst kann eine gedeihliche und segensreiche Tätigkeit ins Werk gesetzt werden. Die polnische Regierung muß aber auch ihrerseits das größte Interesse daran Italien, daß ihre ,jüdischen Bürger, die ihren Pflichten in jeder Weise nnchkommcn, nicht wirtschaftlich zugrunde gehen. Nur dann können die aus dem Auslande hercinflicßenden Hills- und Aufbaugelder auch dem polnischen Staate und dem Volke von größtem wirtschaftlichen Nutzen sein, wenn sie nicht dazu verbraucht werden, momentane Not zu beheben, Sachgemäße und schleunige Durchführung Ihrer AUSWANDERUNG Spee. Palästina Amteger.-Rai a. D, Dr. Aschner Oberreg.-Rat a. D. R. Kempner Berlin W IS, MeinekestraBe 9 / Telefon: J 1 Bismarck 2856 nebevt dam Palästina- Amt / 9'/, bla 13 Uhr und 16 M bi« 19 Uhr sondern zur Quelle wirtschaftlicher Gesundung und zur Vermehrung produktiver Güter verwandelt werden. ln der Reihe der Tätigkeitsberichte der einzelnen Föderationen waren die von Amerika und Argentinien besonders interessant. Den Bericht der ainerikonischen Föderation bat ihr Exekutive-Direktor Z. Tygel erstattet. Die ״Federation of Polish Jews“ in Amerika erklärte Tygel, ist eine ausgesprochene jüdisch-politische Organisation und wird als solche auch von den polnischen Behörden angesehen. Ihre Fiihrer stehen fortlaufend in Ver- Handlungen mit den Vertretern der polnischen Regierung in Amerika betreffs der Lage der Juden in Polen. Die Federation als solche setzt sich aus 600 einzelnen Landsmannschaften zusammen, die wiederum in Hilfskomitees organisiert sind, die die Ililfsarheit besorgen. Neben den großen Hilfsfonds, die aufgebracht werden, hat die Federation das Verschicken von Kleider- und Wäsehepakctcn an Verwandte nach Polen, ohne jeden Zoll seitens der Regierung organisiert. Der Delegierte D. Hirsch aus Argentinien berichtet, daß der jüdische Jisehuw dort noch sehr jung sei, unvl daß die eigentliche Emigration dorthin erst in den Naehkriegsjahren in verstärktem Maße eingesetzt hat. Heute befinden sieh in Argentinien rund 300 000 Juden, von denen 100 000 aus Polen stammen. Die Juden, besonders die polnischen, haben viel zum Aufbau und der Entwicklung von Handel und Industrie beigetragen. Sie haben neue Industriezweige, wie z. B. Strickwaren, Galanterie, Pelzgeschäfte usw., ins Leben gerufen. Eine von ihnen gegründete Kooperativ bank hat zuletzt jährlich über 25 Millionen Dollars an Krediten für konstruktive Arbeit gewährt. Die jüdische Handelskammer steht mit einer Reihe von europäischen Ländern in Ilandclsbczielitingen und fördert den Warenaustausch. — Die Juden Argentiniens verfügen über ein weit verzweigtes und gut organisiertes Schulwesen und daneben existiert eine starke, im jüdischen Volkstum fest verwurzelte Jugendbewegung. Auch die Vertreter der anderen Länder Indien aufsehlußreiche Berichte über die Tätigkeit ihrer Verbände, über die Zahl und Arbeit ihrer Mitglieder, über die wirtschaftliche Lage usw. gegeben. Dr. M. Prager Brief Von unserem Korrespondenten h.l. Prag, 25. September In diesen Tagen hat wiederum eine größere Zahl Palästina-Fahrer, zum großen Teil Chalu/iin, die Tschcclioslowakol verlassen. Es handelt sich um einen Transport von 180 Olim, die gemeinsam auf dem Dampfer ״Ausonia“ die LJ eherfahrt nach Palästina antreten. 70 <'o der Teilnehmer dieses Transportes stammen jusK a r p a 111 o r 11 ß I a n d. Von den Ghaluzim gehören 70 dem Hcchaluz, 25 dem Misrachi und 9 dem Brith Trtimpddor an, Fenier beteiligen sich an dem Transporte 35 C h a I u 7. i in a 11 s D e u t s c h 1 a n <1, die in der Tschechoslowakei ihre Vorbereitung für Palästina genossen haben. Sie haben sich auf Gütern in der Slowakei in den vergangenen D , Jahren in schwerer Arbeit vorbereitet. Sie gehen in zwei geschlossenen Gruppen, eine zum größten Teile aus Stamchalu/im bestehend und eine hündische (Werk- ]eilte), zur Alijah und werden sich auch in Palästina gemeinsam einordnen. Am Sonntag vereinten sie sich nochmals zu einer Abschiedsfeier in Prag, bei der über die gemein- Samen Erfahrungen und die neuen Aufgaben gesprochen wurde. — Die tschechoslowakischen Teilnehmer des Transporfes kamen am 26. September in Bratislava zusammen, von wo aus sie die Reise nach Triest antraten. Am Bahnhofe hatten sich zum Abschied der Leiter des Prager Palästina- Amtes, Jakob Edelstein, zahlreiche Verwandte, Zionisten und zionistische Jugendliche eingefunden. Die Budapest er WIZO-Konferenz Budapest, 23. September. (JTA.) Die in Budapest abgehaltene Konferenz der G a I u t h - E x e k 111 i v c der Wizc, an der a!1%r den Mitgliedern der Exekutive und der Budapestcr Wizo rfuch die palästinensische Arbciterführcrin Ada F i s 11 in a n teilnahm, hat ein Programm für die kulturelle Arbeit, sowie für Organisation und Propaganda im kommenden Arbeitsjahr festgelegt. Es wurden für die außerhalb Londons wohnhaften Mitglieder der Exekutive besondere Arbeitsgebiete geschaffen. Die Zusammenfassung diescr Arbeit wird durch das Department für Organisation und Propaganda in London unter dem Vorsitz von Frau Romana Goodman erfolgen. Am 1. Oktober wird der bekannte Rechtsanwalt und Wirtschaftsjurist Dr. Max Hachenburg in Mannheim 75 Jahre alt. Der Jubilar gehörte jahrzehntelang zu den führenden Juristen Deutschlands. Audi innerhalb des jiidisthen Lebens hat Dr. Max Haclienburg in früheren Jahren eine Rolle gespielt. Er war von 1898 bis 1901 Präsident der Badischen Israelitischen Landessynode und gehörte dem Ober• rat der Israeliten Badens an.

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