Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 77 (24.9.1935)
- Date
- 1935-09-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Berliner Rundschau NR. 77, 24 SEPTEMBER 1935 Kinder und Eltern Kinder . . . ״Lomtner a.11 in encm, all in enera, M i ß S z o I d mckabel ponim sein ,. so klang es aus den Kehlen von 75 freudig erregten Ahawah-Kindcrn; so grüllten sie Miß Szold mit den Worten des osfjüilischen Willkomm-I iedes, als Mifi S/old am festliehen Tage unter sie trat. ״Wer ist denn .Miß S/old?“ hatte man kürzlich eins von diesen Kindern gefragt. ״Ach, das ist doch die, die uns nach Palästina 11 ringt!“ kam es mit Selbstverständlichkeit zurück. — Denn die Ahawali, das segensreiche, leider jetzt auch um seine Existenz schwer kämpfende Kinderheim in der Auguststraße, ist ja das erste Kinderheim, das es wagte, schon vor geraumer Zeit seine Wurzeln in das altneue Erdreich Palästinas einzusenken: drüben in Newc ■Schaanan am Karmel blüht schon die neue Ahawali, deren Insassen vor Jahresfrist, von Miß Szold am Hafen begrüßt, von hier nach dort übersiedelten; und bald wird das Ahawah-Heim in sein neue«, schönes Haus int Mifraz Haifa eiri/ielien, während es sich bis jetzt noch init gemieteten Häuschen begnügen mußte. Von dieser neuen Ahawali brachte die Leiterin der Jugend•Alijah Grüße an die breutuk׳ im alten Hause. Das war wirklich ein ,,großer jomtow“ für das Kinderheim; und die Aliawah hatte, wie Frau Mühsam in ihren Bcgriißungsworten ausführte, ein tictes Recht, diesen Tag festlich zu begehen. An weißgedeckten 'Fischen, auf denen die Sehabkitleuciiter prangten, versammelten sich die Kinder und Jugendlichen, die das Heim beherbergt; und gemeinsam mit dein gefeierten Gast wurde das von den Schülerinnen des Heims zubereitete Mittagsinahl eingenommen, das von hebräischen Liedern der Kinder, deutschen und hebräischen Ansprachen an Miß Szold, feierlich und fröhlich unterbrochen wurde. — Als die vielen Kinder wie aus einem Munde ihr 1 ied anstimmten und alle kleinen Gesichter erwartungsvoll aufblitzten, da gestand Mil! S/old, daß dieser Augenblick wohl die schönste Feier in diesen erlebnisreichen 'Lagen gewesen sei. Noch schöner aber für die Kinder wurde es wohl nachher, als die Frau mit dem jungen Herzen ihnen von dem Tage irr* Hafen von Haifa erzählte, als die Kinder der Ahawali ankam en — als die Liehter oben am Berge und die luchter hoch ober! am Himmel aufblitzten ־- und als dann die Kinder in dasselbe Lied at1sbraeb.cn, das ihre Freunde eben gesungen hatten. Und am allerschönsten war es, als Miß S/old den Kindern er- Luthte, Fragen ,וזו sie zu stellen — und getreulich alle Auskünfte gab, die sie begehrten. Nicht eben leicht machten sie es ihrem Gast: alles wollten sie wissen. Die geborene Pädagogin, die wir in Miß Szold bewundern, beantwortete alle Fragen gewissenhaft, und mit der fröhlichen Sicherheit, die ihr schönstes Besitztum ist. und Eltern Wie man in den Siedlungen in Palästina erst das Kinderhaus erbaut, während die Eltern sich noch mit Baracken und Zelten begnügen, so kam auch liier der Gruß und Dank an die Kinder vor der Aussprache mit den Eltern, deren Kinder schon mit der Jugcnd-Atijah nach Erez Israel gezogen waren. Diese Eltern hatten Miß Szold und ihre Mitarbeiter bei der Jugend-Alijah für Donnerstag abend in den Logensaal eingefallen, um ihnen, wie sie selbst sagte, ״Rechenschaft abzulegen•‘ über das Schicksal ihrer Kinder — eine Rechenschaft, die sie selbst mit jedem Worte und mit jedem Augenblick ihres Wirkens schwer und ernst nimmt. Versorgte Gesichter von Vätern und Müttern füllten den Saal; sie alle waren geeint durch den schweren Entschluß, der hinter ihnen lag . sieh vor! ihrem Liebsten und der Freude ihres Lehens zu trennen, um den Kindern ein besseres Los zu bereiten. Ermöglicht und erleichtert wurde die Unterbringung der Kinder in gesunder Umgebung vor allem durch das I''nfgegcnkommrii der Siedlungen, die sich bereit erklärt eil, die Kinder in beträchtlicher Aii/ahl auf/unehmeii. Sie!)lullten auf, diese Kinder, konnte Miß Szold berichten; sie ftiglen sieh gut in das dortige Leben ein; sie!ernten so rasch die Sprache der Vater, daß sie jetzt schon selbst eine hefaräoelie Kimkr/cilung herausgebe 11; auch der Gesundheits/u>tn!ul sei tut allgemeinen sehr befriedigend, selbst die Hitze des verflossenen Sommers habe timen weniger zu schaffen gemacht, als zu erwarten gewesen sei. — Ausführlieh erzählte Miß S/ukl von dem pädagogischen Ausschuß, den man für du; Kinder gewählt habe: dem Lehrer, der beide Einweihung der Synagoge in Hermsdorf Am letzte« Somdag konnte der jüdische Religi on sv er ein der nördlichen Vororte das Einweihimgsfest seiner neuen Synagoge in Hermsdorf unter lebhafter Anteilnahme der' jüdischen Bevölkerung dieser Gegend Hern. Aus Hermsdorf seihst, sowie aus den umliegen• den Orten Waklmaimsiust und Frohnau waren eine große Anzahl älterer und jüngerer Menschen erschienen. Die neue Synagoge ist untergebraclit in dem vor kurzem in den Besitz der Berliner ,jüdischen Gemeinde übergeganguien 1 lermsdorfer Kinderheim; ein großer heller freund- Edier Saal, der für etwa 200 Menschen Platz bietet. Der schlichte Raum, der in seiner Sachlichkeit besonders eindrueksvoll wirkt, wird min hoffentlich in reichem Maße seine Aufgäbe sowohl als Gebetswie als Versammlungsraum erfüllen. Es war nicht leicht, diesem jüdischen Bedürfnis der nördliehen Vororte nach zu komme 11, und erst nach langen Verliandiungen ist es, insbesondere unter der tatkräftigen Füllrung des Vorsitzenden, Herrn David H t i itu n 11, gelungen, dieses Werk zu vollenden. In seiner einführenden Ansprache ließ Herr Hcimaiin einen kleinen Einblick in die Schwierigkdten tun. die zur Bewältigung dieser Aufgabe nötig waren. Nach dem An zünden der Ewigen Lampe hielt Rabbiner Dr. Klein die Festrede, in der er insbesondere die Notgrüßen Miß Szold Sprachen, Deutsch und Hebräisch, verstünde; dem Führer, der sie von der alten Heimat in die neue Heimat führte; der Hausmutter, die ihr körperliches Wohl betreute; und dem ״Werkführer“, der mit ihnen zusammen den Arbeitsplan entwerfe. Gewiß gebe es gerade in diesem Alter (bei den 15- bis 17jährigen) Probleme, die für den Erzieher nicht leicht zu bewältigen seien. Aber die große Aufgabe wird dort erleichtert durch den glücklichen Gedanken, die Kinder gleich in eine große Familie — den Kibbuz — einzubauen. Mehr noch als aus Miß Szolds bescheidenen Worten leuchtet die Gewißheit des Gelingens aus den Worten der Eltern, die man nun hörte. Vertrauensvoll wandten sie sich Tausende jüdischer Kinder aas Deutschland sollen durd) die Jugend«Alijah nach Erez Israel kommen Sie allebraucfien Boden Es ist die ernsteste Aufgabe des deutschen Judentums, seiner Jugend die neue Basis ihres Lehens und ihrer Arbeit zu schaffen Boden für die erste Siedlung der Jugend-Alijah Keren Kajemeth Lejisrael Jüdischer Nationalfonds e.V Berlin W15, Meinekestraße 10 Postscheckkonto: Berlin Nr. 28247 mit den drängenden Fragen an die Leiterin der Kinder- Alijah: das künftige Schicksal der Kinder nach der zweijährigen Ausbildungszeit beschäftigte die Herzen der Eltern ganz, besonders. Auch darüber gab Miß Szold erschöpfende Auskunft: gleich nach der Entlassung werden die Jugendliehen selbst gefragt, ob sie im Kibbuz bleiben oder sich anderen Berufen widmen wollen. Die meisten bleiben in der vertrauten Gemeinschaft und helfen als Landarbeiter dem unmittelbaren Aufbau des Landes; aber auch zu harulwerklieber Ausbildung sind Möglichkeiten vorhanden. Eine andere Frage galt der religiösen Alijah und ihren Möglichkeiten. Hierüber berichteten besonders Dr. Josephstal, der Mitarbeiter von Miß Szold, und Frau Recha Freier, von der der erste Gedanke der Kinder-Alijah ausgegangen war; die Alijah beabsichtigt die Errichtung eines neuen religiösen Jugend-Dorfes. Dazu müßte freilich ein Drittel der Kosten von dem religiösen Judentum getragen werden. (Bis jetzt waren die Kibbuz Rodges und das IWDI-Heim in Jcrusalern die einzigen Möglichkeiten — außer einigen privaten Stellen — zur Ausbildung der religiösen Jugend. In ihrem Schlußwort wies Miß Szold noch besonders auf die Sprachenfrage hin: die Kinder lernten rasch und gern Hebräisch, bedienten sich der alten Sprache in jedem Augenblick ihres täglichen Lebens. Aber auch Deutsch sollten sie nicht vergessen, die Sprache, in welcher so viele kostbare Güter der Welfkultur niedergelegt wären. Dieses edle Gut sollten die Kinder nicht verlieren — wenn auch das Hebräische als das einigende Band des aus allen Völkern sich sammelnden jüdischen Volkes den Vorrang haben müsse. Bertha Badt-Strauß Wendigkeit eines engen Zusammenschlusses betonte und der Hoffnung Ausdruck gab, dafl das jüdische Leben durch diese neue Institution einen Aufschwung erfahren werde. Für die Bauleitung sprach Regierungsbaumeister B a e r, für die Kultusverwaltung der Jüdischen Gemeinde Herr Ehrenrcich, für den Preußischen Landesverband Jüdischer Gemeinden Herr George Götz, sowie der frühere Vorsitzende des Religions- Vereins, Herr E11 man 11 und Herr Alexander. Besonders interessant, vielleicht ein Novum in der Geschielite des Gottesdienstes, war der Chor, der aus Chaluzitn bestand, die in der Nähe von Hermsdorf auf llachscharah sind und sich freiwillig zur Verfügung gestellt haben: nicht nur für diese Einweihungsfeier, sondern auch für die Feiertage und Schabbate. Und nicht minder dürfte es wohl bisher nur sehr selten vorgekommen sein, daß eine Synagogenweihe mit dem Gesang der Hatikwah beendet wurde. N. Gottesdienst im Chug Iwri Zentrum. Am vorigen Schabbat sind im Anschluß an die Ssichah des Chug Iwri Zentrum um Mitternacht Slichoth gesagt worden. Der Betraum für Männer war gefüllt, auch Frauen waren erschienen. Die Gebete sind in sephardischer Betonung gesprochen wor- ■den, die Andacht war vorbildlich. Leider fehlt in den Gottesdiensten noch die Schuljugend, für die das Minjan Iwri in der Hauptsache eingerichtet wurde. Am Schabbat wird nach der Tefilali die Haftarah iwrit beiwrit gelernt, vor und nach dem Gottesdienst wird nur nebräisch gesprochen, Kinder werden bei Verteilung der Alioth bevorzugt. Veranstaltungen Emil Pottner-Ausstellung im Jüdischen Museum. Das Jüdische Museum eröffnet nach der Ferienpause seine neue Ausstellungsscrie mit einer Ausstellung des Werkes von Emil Pottner. Im vorigen Jahre lernten wir das keramische Werk Pottners in seiner romantischen ״Töpferwerkstatt“ kennen. Das Jüdische Museum zeigt jetzt Emil Pottner als Maier und Zeichner. Oelgemälde, die ihn als Realisten zeigen, aber nicht als Naturalisten, sondern mit farbenhellen Bildern, mit stiller Liebe zur belebten und unbelebten Natur und mit Humor. Den Humor zeigt ein schönes, großes Gemälde mit dem Titel ״J u g e 11 d ii b e r - m ut“. Dies Gemälde stammt aus dem Jahre 1919. Ein Boot im hohen Schilf ״An einem Havelsec“, leider nicht mit Jahr es an gäbe, mag nicht viel später entstanden sein. Ein Dort aus der Gegend von München im Jahre 1889, mit braunen Berghängen und alten Klinkerdächern und Giebelhäusem hart man vor einigen Jahren in ähnlicher Art gemalt von heutigen Hcimatkünstlcm in den großen Berliner Ausstellungen öfter gefunden. Sehr interessant ist ein Selbstporträt um 1900. ״Eine Dame im Cafehaus“ mit breitem, gesundem Gesicht, lachend und mit stahlblauen Augen, scheint um die gleiche Zeit entstanden. Inmitten der Cafehausgäste glaubt man Pottner selbst zu sehen. Aus den 90er Jahren stammen die sog. Oelpastelle. Prof. Landsberger nennt sie mit Rafaelistift gemalt, weil ein Maler mit Namen Rafael! ihn zuerst anwandte. Diese Pastelle zeigen Pottner ebenfalls in einer Art durchsonnter Realistik, und diese Halbakte und Interieurs erinnern an Porträts von Munch. Sehr schön ist ein Gartenhaus mit Vogelkäfigen und Fenstern mit dem Blick in grüne Büsche. Dies Gartenhaus könnte in Alt-Weimar stehen. Ein großes Vogelhaus, in dem die großen Vogelbauer und ihre Insassen mehr betont sind, ist sehr schön in den Farben. In Pottners Aquarellen finden sich für Kenner sehr schöne Stücke. Eine Gartenveranda, ganz leicht gemalt, sehr schöne Blumenaquarelle, zwei schöne Aquarellstudien zu den Kacheln der Supraporte des spanischen Zimmers — jener Festsaal, der durch Tierkeramiken seinen Schmuck erhielt — und der im Modell auch hier im Museum ausgestellt ist. ln Ttiscb/eichnungen zeigt Pottner Enten — die ganz japanisch anmuten —, außerdem virtuose Lithos aus seinem Vogelbuch, und seine Ticrzcichnimgcn sind in der Tat zeichnerisch so virtuos, daß sie es mit der Malerei des Fernen Ostens in dieser Hinsicht aufu-ehinen können. Flie* gende Enten, in einer schönen Radierung und Farbenholzschnitte: Blumen und auf einem andern Vögel, sah inan in der Frühjahrsausstellung. Eine besondere Ucberraschung ist eine Tonplastik: ein Kopf von Eduard Bernstein. Er wirkt im Ausdruck wie ein ״alter Römer“ zur Zeit des Hcrodcs. ln den frühen Gemälden sind noch zwei von besonderem Interesse. Das eine wirkt ganz französisch leicht. Es stellt eine Straße am Wasser dar und ein Cafehaus mit Tischen vor der Tür und einem Sonnendach. Delft und Holland gab Pottner die Anregung für seine Keramik, diesem Land verdanken wir die helleren Bilder nach der Ursprungliehen Münchener Schule. Etwas von diesem Münchener Dunkel ist noch in dem anderen Bild. Ein Interieur, das zwei Mädchen cLirstcllt. Kinder mit Schürzen, hoch gestärkten Lätzen und Aermeln. Eins liest über den Tisch' gebeugt, die andere sitzt vor ihrer Tasse Kaffee. Das Bild atmet so gemütliche, seelenruhige Vorkricgsstiinmung, daß es als Zcitdokumcnt in ein Museum gehört. Es ist sehr gut gemalt, fein abgestimmt und sparsam in den Farben, nur der Tisch ist hell, die Kleider und das Zimmer und die Möbel im dunklen Ton. Ein Gartenbild ״Obstgarten“ von 1910 und ein anderes Gartenbild aus dein Jahre 1906 zeigen, daß er mit der Tradition der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts verbunden ist. Ruth Morold Rosenstock und Eisner. Jedem muß es in dem letzten Kulturbundkonzert klar geworden sein, welche Fortschritte das Orchester — nach der langen Sommerpause — unter der erzieherischen Hand Rosenstocks gemacht hat, wie die schwere Bläsergruppe der Agilität und der klanglichen Balance der Streicher immer näher rückt. Hier ist ein Arbeitswille, der von Gesinnung zu Ergebnissen fortschreitet und hohe Anerkennung verdient. Man dürfte behaupten, daß das Orehester das beste ist, was im Kulturbund bisher geschaffen wurde. Die Aufführung von Mozarts Haffnersinfonie (K. V. 385) war eine prachtvolle Leistung, die geschlossenste des Abends. Das Orchester steht weit über den technischen Schwierigkeiten der Partitur und kann deswegen so geführt werden, wie es absolute Maßstäbe verlangen. Rosenstock nahm die Sinfonie ohne wienerisches Sentiment und Rosenkavaiier-Schwärmcrei, dagegen mit Weichheit und froh• lichem Ueberschwang, die er mit Zucht und klassischer Strenge verbunden hatte. Die Stäikc dieser Mozart-Intcrpretation ist höchste rhythmische Exaktheit und klangliche Transparenz (nur die Forti schienen uns zu kompakt). Das Publikum fühlte das Einmalige der Gestaltung und dankte enthusiastisch. Am Anfang stand die bombastische Cellini- Ouvertüre von Bcrlioz, ein Virtuosenstück, das so viel von französischer ״ülaire“ enthält. Genauestes Zusammengehen aller Spieler (wie in einem Quartett) ist hier besonders wichtig. — Bruno Eisner spielte das Brahms-Konzert op. 15 mit unnachahmlicher Verve im letzten Satz, mit Versonnenheit im Adagio, Wir rechnen uns zu dem Kreis der Bewunderer seines so charakteristisch vollen und dabei abgezirkelt plastischen Tones, seiner technischen Ucbcrlegcnheit und männlichen Art. Dr. Hans Nathan Die Mittelschule der Jüdischen Gemeinde vcransialtete am 17. September in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Künstlerhiltc eine musikalisch-deklamatorische Morgenfeier, die von den Schauspielern Georg John und Werner H i n z e 1 - mann und dem Opern- und Konzerlsänger Max Raymer unter Begleitung von Dore Le es er bestritten wurde. Die Vorträge fanden in drei Gruppen mit verändertem Programm statt, wie es dein Alter der Schüler entsprach. Das sehr reichhaltige Programm brachte in sorgfältiger Auswahl Beiträge aus der deutschen und jüdischen Kunst zu Gehör. Die tausend Schüler folgten den ausgezeichneten Darbietungen der Künstler mit größtem Verständnis, das sicli noch mehr als in dem jubelnden Beifall in dem andachtsvollen Zuhören wie im ergriffenen Schweigen während bzw. nach den ernsten Darbietungen zeigte. So machten den tiefsten Eindruck eine Erzählung aus der ״Legende des Baal Schern“ und die große Szene zwischen dem Roten Itzig und dem Orafen von Charolais aus dem Schauspiel von Richard ßeer-Hoffmann. Ein neuer jüdischer Mittelpunkt Pa» Haus für grosse Weiten G.m.b.H. rrtc. PREISWERTE ANGEBOTE m MlSnteln / Kleidern / Komplets Kinderkonfektion / Wäsche!