Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 76 (20.9.1935)
- Date
- 1935-09-20
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2651273-2653827-2653894--27390-2688825- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 76, 20. SEPTEMBER 1935 Sport RnndNchan Maccabi-Boxer siegen in der Tschechoslowakei 2:1 Rundblick auf die Sportplätze Makkabi - Rundenspiele in Westdeutschland Erfolgreich begannen die diesjährigen Meisterschaftsspiele für den Jtus Duisburg; sämtliche vier Spiele gegen den starken Makkabi Düsseldorf wurden einwandfrei gewonnen. Die grollte Ueberraschung bot das Spiel der ersten Fußballmannschaften; denn die verstärkten Dusseldorfer Makkabim galten allgemein nicht nur als Favoriten für dieses Spiel, sondern man räumte ihnen allenthalben beste Aussichten für die Erringung der Meisterschaft ein. Obwohl die Duisburger durch Abwanderung zur Hachscharah und Alijah eine ganz neue Mannschaft zu stellen gezwungen waren, vollbrachten sie eine ausgezeichnete Leistung. Vor allem in technischer tind taktischer Beziehung knüpfte die Mannschaft aufs beste an ihre früheren Leistungen an, so daß sie in die diesjährige Meisterschaftsrunde wieder mit den besten Aussichten untritt. I•: r g c hui- ■s 1:: Fußball: Jtus l)uid»ur!4 Jugend gegen Makkabi Düsseldorf Jagend 5:0. |!u» J )׳!isbuig II gi gen Makkabi Düsseldorf II 8:3, Jtus l)!1j»äurg I Maki.atn I)ü v,eklorf 1 4:1. II and I! all: Jtus 1)11:.■,!!urg I ).:men gegen Makkabi Düsseldorf Damen 2:0. Im Rahmen der Makkabi-Rundenspiele in Mitteldeutschland weilte der 11 ,1 r Koch ha Leipzig mit drei Mannschaften beim Dresdener Bniilci \crein. Nach schönen, flotten Spielen siegte die ]. I lamlhalli 11;u1!1 <c'nnft mit 13:1, die 1. Fußballmarmscliaft •1:2, wahrend die Althcrrcnmamisclinft sich mit einem 1:1 begnügen uiuiitc. Im billigen kumlenspie! siegte Bar k'ocliba Halle über Makkabi Zwickau mit 4:1 (2:1). Bei überlegenem Spiel gingen die Hallenser״ •wahrend der ersten Halbzeit 1:0 in Tu hm n g. Di irdi AlnviTiriehler gluckte den Zwickaucrn der Ai i>;J' 1 u ich, h k;1111 11:111 e kurz vor Halbzeit durch sei nvae he Ai nvi-br ikw "Iiirviarl: , /um 2: 1. Nach 1 lalb/eit kam 11; 11 le noch /U /' sVei schönen Erfolgen. Der Sieg entsprach ir! (ÜL‘S er 111 "ihe 1 lern S [delvi. 11׳: iiif, da 1 ler Z. vvickaucr Sturm im 11n:r wie de t an tler a!!-.:;e/eic hrieten h allischen Verteidigung sciiuterle. 111 Sülldeutschland gab es wieder einige Stege des B. K. Frankfurt In Darmstadt trat die 1. Handbalimannscliaft des Bar Kochba Frankfurt auf die gleiche des JjF, Darmstadt, die zu den spielstarksten 1 inndliallmannseliaften Süddeutschlands zahlt. Die Zuschauer bekamen einen spannenden Kampf zu sehen, den die Frankfurter auf Grund ihres besseren Stehvermögens und nicht zuletzt ihres im Sturm nütwirkenden Makkabiahvertcidigers Schließer für sich entscheiden (4:3) konnten. Die Reserven trennten sieh 3:2 für Darmstadt. Auch im Spiel der!)amen dominierten die Frankfurter Bar Kochbatieriniien und di!stanzierten ihre üegtjcriiinen S:3 (2:0). Auch die Fußballer von BK. Frankfurt waren erfolgreich, ln einem temperamentlosen Spiel standen sich Bar Kochba Frankfurt und Jtus Aschaffenburg gegenüber. Die Aschaffeiiburger, die mit Ersatz antraten, waren, trotzdem auch Bar Kochba mit drei Ersatzleuten auf das Feld kam, kein ebenbürtiger (iegner. Das Niveau des Spieles litt darunter sehr. Die Bar-Kochba-Llf begnügte sich, das Spiel jederzeit iti der Hand zu behalten und siegte 3:2 (2:0). In S'utlg.irt schlug im l'ußball 11 a k o a 11 Stuttgart I den Rdä llcillmnni i 5:0; die 2. Mannschaft von liakoah siegte über KjF. llriibrnnn II 1:0 nach fairem Spiel. Die Idee des Spirlau-M lui'—cs jüdischer Ftiüballvereine, die gesamte jüdische Fußball-Jugend zu einem Jugend-Fußbaliturnier in Berlin an einem Tage und auf einem Sportplatz zu vereinigen, kann als gluck;! chgHitilget! bezeichnet werden. Vom frühen Morgen ho /um -!!.1;111׳ Nachmittag folgte Spiel auf Spiel. Bcd.un!lieh Nt, wieder fisGtellen zu müsse«, daß wenig Zuschauer — und au. 11 hier mir Spieler der Scniorcnmaiinschatti 11 der bi uiligten Vereine den Spielen /11>alun. 1.! g e b 11 i ■■ ־ r: 11.11■.;:; 3. s : .0 0. r ■:׳ c . i, ׳ .2 .,!׳•״:...in u:b. link.!ab 2. Schüler :: :iw;' •1 1. . äir ü:l. I i׳ab 1. Hrf;ui1׳r וין gen X. s : 1 ■:•1. i'k. t. .;Uw I i .< :m ■r 2. Sei •u ler 0:0. 1. Io . : ,1 ׳. Die jüdischen Schulen Leipzigs brachten erstmalig ein Schulsportfest In Leipzig zur I )iirclihih! uim. Nachdem bereits am \ orangegangenen Mittwoch die l'iii; lit-l ): 1 ik.mipie der Klassen vom 4. Schuljabr aufwärts ,11 i.1״־lo gebihrt waren, brachte der Sonntag die Spiele, staffeln und 1; m/ellaufe. Der Bar-Koch, 1b-Platz sah fast 13u:1 /.u-cltauer, die sich am sportlichen Treiben ihrer Kinder erfreuen konnten. Aitgefangeii bei den Kleinsten, die mit Singspielen am den Plan traten, bis zu den ״Großen“ die in verschiedenen Spielen (Fußball, Handball und Schlagball), Staffeln und f atifen tätig waren, waren sie alle mit großer Freude und Begeisterung bei der Sache. Jüdischer Sport in aller Welt Makkabisportler wird spanischer Olympiatrainer Der jüdische Amateur-Ringkämpfer Seher, ein Mitglial der Wiener Hak na 11, der seit einiger Zeit in Barcelona ansü'Mg im, wurde vom spanischen (ilympiakoinitee zum Trainer der spanischen Natioiialringernumnschaft bestellt. Sclzc־ ist nicht der einzige Makkab!s|>ortlcr, dem ein derartig wichtiges Amt anvertraut wurde. Wir konnten bereits vor* einigen Monaten berichten, daß Dr. Jokl, ein ehemaliges Mitglied des Berliner Har Kochba, zum Oiympiatraincr der südafrikanischen Leichtathletik-Mannschaft nominiert wurde. Joe Louis boxt gegen Max Baer Der am 2F 9. zum Austrag kommende Boxkampf Joe Louis gegen den Exweltmcister Max Baer nimmt in den Spalten der amerikanischen Presse einen breiten Raum ein. Die Vorbereitungen der beiden Boxer in ihren Trainingsquartieren werden eingehend geschildert. Louis ist seit Ende August in der Trainingsstätte von Pompton Takes an der Arbeit. Der Negerboxer ist nach amerikanischen Berichten in ausgezeichneter Verfassung. Die Mannschaft des Maccabi Berlin kehrte mit gutem Erfolge aus der Tschechoslowakei zurück. Es gelang ihr, die Starts in Olmütz und Witkowitz siegreich zu gestalten. Obgleich die Maccabi-Mannschaft in Olmütz. siegte, gab es hier nicht immer zufriedenstellende Ergebnisse; trotzdem konnte das vor Monaten in Berlin erfochtene Unentschieden gegen die Olmützcr in deren Heimat in einen klaren Sieg umgcwaii-delt werden. Der erst 18jährige Ruhen (Maccabi) lieferte dem mehrfachen Landesmeister Fiala (Olmiitz) einen erbitterten Kampf und verlor höchst ehrenvoll nach Punkten. Noschkes hing — wie auch s. 2t. in Berlin — Madr (Olmütz) klar. Franke (Maccabi) boxte den starken Grafik über drei Runden überlegen aus. Nenntann fightete den viel schwereren Sa/rno (Olmütz) glatt nieder. Schott 11 verlor knapp aber einwandfrei gegen Skudrik (Olmütz). Joel Una Skudrik II lieferten sich einen Fight, bei dem Skudrik fum erstenmal in seiner Laufbahn schwer angeschlagen *wurde. Das Kampfresultat Unentschieden entsprach dem Kampfverlauf. Kronfdd hatte seinen guten Tag und gewann durch gute Aufwärtshaken ziemlich klar gegen Prikyl (Olmutz). Schanzer hatte in Zach (Olmütz) einen sehr guten Oegner. Schanzers guter Wille nützte ihm nichts. Der Olmützcr, der eine gute Klasse präsentiert, gewann verdient. Maccabi siegte in Olmütz 1 :7. Die beste Form zeigten die Maccabiboxcr beim dritten Start in Witkowitz. 8:6 für Maccabi lautete hier das Sportbrief aus Oesterreich Wien, 16. September Der Wiener Athletiksportklub veranstaltete letzten Sonntag ein großes Meeting, das durch das Antreten der Wc!;rekordlerin Walasiewicz und mehrerer Tschedien und Ungarn internationale Bedeutung bekam. Die Konkurrenz aus dem Ausland und das prachtvolle Wetter bewirkten einen wahrer! Rekordregen, an dem auch die Athleten der Wiener liakoah ihren Anteil hatten. Makkabi-, Klub- und Jugendbestleistungen folgten einander und festigten neuerlich den Rang der jüdischen Sportler in Oesterreich. Im 400-m-Laufen, das gleichzeitig als Ausscheidung für den Länderkampf gegen Griechenland in Athen war, gab es eine Sensation. König, der die Folgen seiner Verletzung überwunden hat und sich seiner Frühjahrsforni wieder nähert, lief ein Rennen, so daß seine Gegner, darunter der;Meister Duden us, nichts mehr mitzureden hatten. Bis 300 m lagen noch alle Läufer dicht nebeneinander, dann schienen die anderen stehen/ubleiberi, denn der Hakoahner lief ihnen in der Endgerade auf und davon, um mit einem Riesenvorsprung Was bringt der Sonntag? Makkabi - Lchwimmelsterschaften In Frankfurt a. M. Der BK. Frankfurt führt im Städt. Schwimmbad (Am Schwimmbad 5) die Meisterschaften im Schwimmen des Deutsehen Makkabi-Kreises durch. Beginn: 10.15 Uhr. Fußball und Handball ln Berlin Sportplatz am Schäfersee (Platz I): 9 Uhr: Hakoah V gegen JSK. III. 10.10 Uhr: 1 lakoali IV gegen Hagibor IV. 12.20 Uhr: Hakoah 111 gegen BSO. III. 2 Uhr: Hakoah I, Jugend gegen Hagibor f. Jugend. 3.20 Uhr: Hakoah Alte Herren gegen Hagibor 1(1. 5 Uhr: Hakoah IV. Schüler gegen JSK. Schüler. Sportplatz ain Schäfersee (Platz II): 9 Uhr: Hakoah II. Jugend gegen BSO. II. Jugend. 10.30 Uhr: liakoah III. Jugend gegen BSG, III. Jugend. 2.30 Uhr: Hakoah 11. Schüler gegen Hagibor II. Schüler. 3.40 Uhr: liakoah I. Schiller gegen Hagibor I. Schüler. Sportplatz א i e d e r s c 11 ö!111 a u s e n: 9 Uhr: JSK. Alte Herren gegen BSG. Alte Herren. 10.10 Uhr: JSK. IV gegen Hagibor Alte Herren. 12.30 Uhr: JSK. II gegen Hakoah II. 2.10 Uhr: BSG. II gegen Hagibor II. 3.40 Uhr: BSG. 1. Schiller gegen BSO. II. Schüler. Von den Rundciispieleii der Handballer interessiert besonders das Spiel Bar Kochba-Hakoah gegen JSK., das nachmittags auf dem Sportplatz am ürunewald stattfindet. Fußball und Handball in Halle Bar Kochba Halle trägt in Halle das fällige FuBball-Verbantlsspiel gegen Bar Kochba Dresden aus. Anschließend spielen die Handball-Mannschaften beider Vereine. Jubiläumsspcrifest des B. K. Königsberg Es beteiligen sich außer BK. Königsberg «■och die Makkabivereine I) a 11 z 1 g, A 11 e 11 s t e i n, E 1 b i!1 g und Makkabim aus der Hachscharah- Stelle Lo bitten. Schlußkämpte 13.311 Uhr. 14.30 Uhr Aufmarsch und Begrii- Öungsansprachen. l>r. Hans Friedenthal, Präsident des Deutschen Makkabi •Kreises, wird das Wort ergreifen. Es folgen Gruppenfreiübungeii, gymnastische Uebungen sowie ein Fußballspiel Hakoah All enstein gegen BK. Königsberg. Ort: Jüdischer Sportplatz Stcfteckstraße. Um 20.30 Uhr spricht Dr. Frieden thal in der Neuen Synagoge über das Thema: ״Unser Wille zum jüdischen Lebe 11“. — Sonnabend abend: Neschef im Gemeindehaus. Eine Weltrangliste im Tischtennis Edgar Grün, einer der besten Kenner des internationalen Tischtennissports, hat vor einigen Wochen eine Rangliste der besten 20 Tischtennisspieler der Welt veröffentlicht. In dieser Liste befinden sich 13 Juden. Wir geben die jüdischen Spider in ihrer Placierung nachstehend wieder: 1. Barna (Ungarn), 2. Szabados (Ungarn), 3. Ehrlich (Polen), 4. Bellak (Ungarn), 6. Liebster (Oesterreich), 8. Kelen (Ungarn), 9. Kohn (Oesterreich), 11. Einberg (Lettland), 12. Haguenauer (Frankreich), 15. Hazy (Ungarn), 16. Pohorylles (Pole«), 17. Berger (Frankrach), 18. Glancz (Ungarn). Kampfresultat; bei richtigen Entscheidungen hätte es jedoch 12 :4 für Maccabi heißen müssen. Rucka (Witkowitz) war für Noschkes (Maccabi) kein Gegner und verlor turmhoch nach Punkten. Im Kampfe Brantwein (Maccabi) gegen Maincar wurden die Punkte geteilt, obwohl Brantwein der Bessere war. Franke (Maccabi) schlug Salapatek überlegen. Ganz hoch hatte Netimann (Maccabi) Rckak (Witkowitz) zum Schluß zusammengeschlagcn. Der an Rekak gegebene Sieg bedeutet eine Ungerechtigkeit. Schott II gewann überlegen ״ Joel schlägt Ovcsny (Witkowitz) in jeder Runde schwer auf die Bretter und nur der Schiedsrichter verhindert den k. o. Resultat: ״Unentschieden“ (!) Im Kampfe Kronfeld (Maccabi) gegen Hartmann (Witkowitz) disqualifiziert der Ringrichter beide Kämpfer in der zweiten Runde, Kronfeld stand vor einem entscheidenden Siege! Schanzer kämpfte gegen ein ungeheures Ueberg wicht und verlor gegen Skrehot (Witkovvitz) durch k. o, in der zweiten Runde. Wie die Resultate ergeben, hat die Maccabi-Boxmannschaft sich in allen Starts, gegen die besten tschechischen Mannschaften hervorragend geschlagen, obgleich die Gegner, durch das einheimische Publikum angefeuert, eine gewisse Sicherheit verspürten. Die Leistungen der Berliner Maccabiboxer wurden sehr anerkannt. in der neuen Rekordzeit von 49,5 Sek. das Zielband zu durchreißen. Auch auf der Mittelstrecke gab es die für dieses Meeting übliche Ueberraschung. Arpad Blödy war plötzlich wieder in Schwung, diktierte in seinem wunderbar leichten Schritt das Tempo und rannte in dem gefürchteten energischen Finish seiner alten Tage den österreichischen Staatsmeister Friebe einfach nieder. Zeit 4:06,2 Min. Erfreulich ist Mich das gute Abschneiden des 19jährigen Kaiser, der seine 800 m in 2:02 Min. gewann, und der Sieg Feuers in einem Jugendlaufen über die gleiche Strecke in 2:06,8 Min. Nicht ganz so gut ging es den Sprintern. Herlitschek konnte sich trotz der guten Vorlaufzeit von 11,3 Sek. nicht durchsetzen, und auch Deutscher machte mit 23,4 Sek. über 200 m einen etwas matten Eindruck. Dafür lief dann die 4 mal 100 - m- Staffel, durch die Außenbahn gehandicapt, in der Aufstellung Herlitschek, König, Deutscher und Präger mit 43,6 Sek. einen neuen Klubrekord heraus. Es langte nun nur für den dritten Platz, aber bis zu den Meisterschäften kann sich noch vieles ändern. Bei der gleichen Veranstaltung lief Göttlich, die für den WAC. startet, 60 m in 7,8, 100111 in 12,6 Sek., und sprang 1,40m hoch. Fritz A. Präger, Wien Sportfest in der ״Kurve“ Der Stammplatz der ,,Sachverständigen“ Wo branden bei einem Sportfest die Wogen der Be- .. jeder ״Versager“ sofort verzeichnet und entsprechend kritisiert? Nicht auf den vornehmen Tribünen, sondern auf dem Stehplatz, in der Kurve. Eng gedrängt harren die Enthusiasten unentwegt aus, meist aktive Sportler, Klubkameraden der ״Kanonen“, die heute zum Wettstreit antreten. Im stillen hoffen sie wohl alle, daß auch sie einmal zur ersten Garnitur gehören werden. Selbstverständlich haben sie das — meist recht schmale — Taschengeld geopfert, um bei dem größten sportlichen Ereignis des Sommers dabei zu sein. Prophezeiungen Schon eine Stunde vor Beginn sind sie vollzählig versammelt. Die Mittagsglirt macht ihnen nichts aus, obwohl es nach den Aussagen Einzelner nicht einmal in Tel-Awiw so heiß gewesen ist. Jeder kennt jeden, und bald beginnt die Debatte über die Chancen des heutigen Tages. Jeder hat seinen Favoriten, auf den er schwört. Die Sachverständigen sind ganz genau im Bilde, sie wissen, was jeder kann, wie er trainiert und disponiert ist. Besonders Schlaue wollen sogar schon die Punktzahl erraten, mit der der Favorit siegen wird. Nach diesen Voraussagen dürfte überhaupt keine Konkurrenz mehr offen sein. Allerdings wird man später nicht gern an eine falsche Proplizeiung erinnert! Das muß sicher em Hörfehler gewesen sein! Begrilßung Der mit Beifall begrüßte Aufmarsch gibt Gelegenheit, den einzelnen Teilnehmern je nach Beliebtheit Worte der Aufmunterung zuzurufen. ״Selma, schaffst Du es?“, ״Klaus, nu aber ran!“, ״Werner, soll ich helfen?■“, so schwirrt es durcheinander. Besondere Aufmerksamkeit erregt der blütenweiße Kittel des Starters, der allerdings als ״Nachthemd“ bezeichnet wird. Spann•(!(!• Kampfe Endlich gellt es los, und sofort steigt die Spannung zih Siedehitze. ״Paß auf, jetzt dreht Franz auf!“, ״Ich hab’s ia gleich gesagt, das macht der Doktor!•', wirft sich ein Halbwüchsiger in die Brust. I >1e technischen Kämpfe, die sich direkt vor den Augen der Kurve abspielen, interessieren besonders, Dabei werden gute Leistungen, von welcher Seite sie auch vollbracht werden, neidlos anerkannt. Da• bagehrte ״Meckerphon" Einen schweren, wenig beneidenswerten Postern hatte der Ansager am Megaphon. Er müßte geradezu zaubern, um mit der gewünschten Schnelligkeit die Resultate anzusagen. Wehe, wenn die Ansage an einer Stelle des Platzes umverständlüft bleibt. Sofort organisierten sich Spreclichöre, die leidenschaft■ lieh gegen diese angebliche Benachteiligung protestieren. Die ״Schotten*1 kommen Auch de Zaungäste haben draußen getreulich ausgeharrt Kaum sind die Schüsse verhallt, die das Ende des Sportfestes ver■ künden, als sie auch schon in Scharen herbeiströmen, um wenigstens an der Siegerehrung teilzumehmcn. Dafür müssen sie es in Kauf nehmen, von der boshaften Kurve mit dem wenig schmeichelhaften Ruf empfangen zu werden: ״Achtung, de ,Schottei‘ kommen!“ S. Ascher C ■1 <־ E Hetzen burqerstr.35 ■L.ייי ■ •׳. Vw Fc!rt $ x.-ucrccwcSTR.»״pckta•--־״■ w•־־ CwrSTR.»■