Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 74 (13.9.1935)
- Date
- 1935-09-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 74, 13 IX 1935 JÜDISCHE RUNDSCMAÖ Seite 11 Bei den Juden von Karpatho - Rußland Ein Reisebericht Land der Kirchtürme Das Auto rollt auf der Strafte von U/.horod nach Mukafcvo. Auf einer hellen, breiten Chaussee. Drei Dinge vor allem haben die neuen Herren des Landes seit 1918, die Tscheclioslowaken, geschaffen: neue Hygiene, neue Schulen, neue Landstrallen. weiter Blick nach Süden in die magyarische Tiefebene. Weiter Blick ringsum, wo auf schon sich begrünenden Feldern Wein und _ Tabak sich sonnen. Und Kirchen über Kirchen. Der ,,Religionskrieg“ in diesem Lande ist uralt. Richtungen und Sekten sind Trumpfkarten in einem politischen Spiel, an dem Ungarn, Polen, Juden, Deutsche, Ruthenen (diese wiederum in Russen, Ukrainer und Karpathorussen zerfallend) teil nehmen. Während die Tschechoslowakei iiuflerst geschickt, Gegensätze ausgleichetid und auch ausspicleud, sich um die Züchtung eines neuen Staatsgefiihls durch Staatsleistimg müht. So kommt es, daß manches kleine Dorf sieben Kirchtürme zeigt. Viele Kriege und Heere hat dieses Land gesehen. Viel von jüdischem Leid und jüdischer Einstellung ist zu verstehen durch den ewigen Wechsel der Herren. Die jüdischen Gemeinden, glaubensstark und kinderreich, sahen zu viele Ge- Witter blutig niedergehen, um nicht in stärkster Betonung eigener Art und Abschließung sich vor der Auflösung^ zu retten. Vor der Krise konnten sie sich nicht retten. Jade tun Weg Ein Jude hält am "Weg den Wagen auf. Der Taxiverkehr zwischen den beiden Städten ist eine offizielle Konkurrenz, für den Staatsautobus. Fünf Plätze hat der Wagen, also Raum für acht Personen. Der Jude steigt ein. Er ist todmüde. Zwanzig Kilometer war er heute schon zu Fuß, Arbeit suchen. Jetzt bezahlt er seine letzten Kronen, um nach Haus zu ommen. Wo der Hunger und sieben Kinder warten. Er ist Dachdecker. Arbeitslos. Seit langem. Wie er sich durchbringt —, ein Rätsel. Aber er nimmt keine Unterstützungen. Von Niemandem. Auch nichts für die Kinder von uns. ״Arbeit will ich haben oder krepieren. Ich habe ein Recht auf Arbeit.“ Solche Juden gibt es hier viele. Ueberhaupt: schon auf den ersten Blick würden Leute, die der Meinung sind, daß der Jude körperliche Arbeit scheut, sehen, wie wenig das hier (wie überall) stimmt. Diese kräftigen großen Juden, Bauern, Lastträger, Kanalräumer, Handwerker, die sind in allen Berufen und keiner ist für ihre starken Knochen zu schwer. Ob dieser oft mächtige, ausgesprochen bärenhafte Typ, der da in “riesigen -Schaftstiefeln einhersehreitet oder Pfeife rauciicnd aut dem Pferd vom Markt heimreitet, wirklich zum Teil von den Chasaren abstammt, mag dahingestellt bleiben. Fromme and Schnorrer Breit fließt die Latoriea durch das Gelände, Und schon sind wir in Karpathoru Illands größter Judenstadt Mukafcvo. Mit 42 ״/o im Völkergemisch sind die Juden hier die stärkste Einheit. Freilich keine Einheit in sich. Seit Jahrzehnten prallen hier alte und neue Zeit mit unerhörter Wucht aufeinander. Vom Mittelalter zur Moderne ist nur ein Schritt um die Ecke.; ü2JJnd in diesem Ziwammenprall entscheidet sich jüdisches acnfcksal überhaupt. In Urväterzeit taucht man ein, wenn man das Beth ha-Midrasch betritt. Unruhig wogt eine Schar von Greisen durch den Raum, dessen Wände von riesigen, zernagten und verwesenden Folianten bedeckt sind. Welche Trauer überfällt den Besucher! Diese Gesichter mit den fahlen Bärten, mit den schiefen Brillen, über deren Rand müde, vom vielen Studium׳ der Schriften meist entzündete Augen lugen, diese verfallenen, von Qual und Unglück gebeugten Figuren, deren Kleid von letztem Elend kündet und die aus einem von aller Welt äonenweit entfernten Dasein sich aus den Worten der Urschriften und Kommentare goldene Leitern in einen Gedarikenhimmel bauen, wie sind sie samt den kleinen, schwatzenden, in eine Ecke zu Häuf gedrängten Bochern liebenswert. Ja, liebenswert ist in diesem Durcheinander von Geschwätz, Murmeln, betendem Aufschrei und scharfem Gewisper noch die riesige Gestalt eines landauf, landab bekannten Schnorrers, der sich sofort Aus dem Hebräischen van Dr. Max Mayer, Jerusalem b7üer&a£ ra 4. ForUcttang Nachdruck verboten Das Oedland liegt wüst wie ehemals und seit Ewigkeit, Hasellid kauert sluiimi auf der Anhöhe. So sitzt der Sohn des Oedlands: träumend, an die Erde gefesselt, wie ein Stein von den Steinen des Fehles, wie ein Strauch von den Sträuehern des Gestrüpps. Bis zur Zeit, da das Werk kam, kannte Raschid nur das Oedland: wenn die Regengüsse den Boden des Oedlands aufschwellen ließen, zog Raschid zum Pflügen aus: wenn das Oedland seinen Ertrag reifen ließ, zog Hasellid zum Ernten aus: wenn der Miltagswind wehte, säte Raschid seine Saal; und nachdem er die geringe Arbeit des Jahres gemeinsam mit dem Hegen, der Sonne und dem Wind verrichtet hatte, wurde er wiederum eins mit dem Schweigen des Oedlands. Ein Sehallen am Tage und ein Schatten in der Nacht. Seitdem aber das Werk ins Tal gekommen war, kam anderer Geist filier ihn. Manchmal hat er das beschämende Gefühl, als ob man ihm den l'rherwurf, das Hemd, anszöge und ihn an die Maschine bände: hin und her, hin und her zusammen mit dem Eisen. Dieses (]«•fühl ist so beschämend, daß sieh seine. Augen mit Schrecken und Haß gegen den Ingenieur füllen, gegen die Maschine und die Fremden, 111 diesen Momenten schlägt, er den l'eherwiirf unwillkürlich über die Sehultern zurück, greift, mit beiden Händen nach seinen! Stork, und indem er .1*1׳(" einem der Pfade in die Höhe steig(, wird sein gellender Huf hörbar, der die Nacht durchbohrt. Und plötzlich stößt er auf einen lliesenseliatten, den ein sonderbares Geschöpf, ein riesiger Arbeitsgoleni wirft, der auf Haufen von Erdschollen stellt und über dessen glänzende seinen Tribut einkassiert. Hundert Fetzen schwarzen Tuchs sind um seinen Leib gewickelt, der Kot der Wege klebt bis in die Kniekehlen hinauf, und unter buschigen Brauen forschen zwei hastige Augen hervor. Zahllose Landstriche hat dieser Mann durchwandert, ewiges Hundegebell tönt ihm im Ohr. Ein wandelnder, wintersvermorschter, grauschwarzer Baum, als habe eine Märchenfigur Lehen gewonnen. Ahasver aus dein Bilderbuch, unheimlich, fremd . aber warum schlägt doch das Herz mit ihm? Warum schlägt es mit dem kleinen rotbärtigen Lehrer in dem winzigen Chcderstübchen, das im Schmutz einer Nebengasse direkt am Straßenbord liegt? Wenig Lieht, wenig Luft und ein Gewirbel kleiner Rotznasen. Weil man fühlt, wie im Erdrutsch der Weltgeschichte sich hier ein vergessenes und vom Schicksal durch die Jahrhunderte gepeitschtes Volk schiffbrüchig an die Planken einer Lehre klammert, die von den feurigen Himmeln des Sinai her einst den Gottesglanz empfing. Der Lehrer bekommt nichts bezahlt. Und viele Funktionäre der Gemeinde ebensowenig. Dabei ist die Gemeinde nicht arm an sich. Aber alles fließt hin zu dem magnetischen Mittelpunkt, der wie ein Leuchtturin ihren Ruf allsstrahlt über ganz Karpatho-Rußland, nach Polen, nach Litauen, in die Weit. Der Rabbi als Diktator Denn Mukafcvo ist der Sitz des Rabbi S p i r a. Der Name ist auch in West- und Mitteleuropa bekannt, nicht zuletzt durch die schweren Konflikte, die dieser fanatische Orthodoxe mit dem erwachenden Judentum hat. Aber gerade deshalb, weil sich ir! Spira die Diktatur eines zum Untergang verurteilten Judentums verkörpert, soll man ihm objektiv als Fremder gegen übertreten. Die Legende um ihn ist naturgemäß weitaus größer als er. So trifft man etwa irn Zug einen jüdischen Reisenden, der in seinem Aeußercn den Eindruck eines Engländers auf Weltfahrt macht und tatsächlich alle Kontinente gesehen hat. Nichtsdestoweniger erzählt er, als die Rede aut Spira kommt, geheimnisvoll flüsternd, daß aller Kampf gegen Spira vergeblich sei, denn ״England stünde hinter ihm‘‘. Wieso, fragt man erstaunt, und erfährt, daß das Londoner Auswärtige Amt sich bei der letzten Krankheit König Georgs telegraphisch an Spira gewandt hätte, damit dieser den Herrscher gesund bete. Das erzählt ein Mann, der kurz danach genau Bescheid zu geben weiß über die japanische Seidenindustrie oder die amerikanischen Oetreidcpreisc. Warum sollte also der kleine, arme Dorfjude in den Waldkarpathen nicht an seinen Rabbi glauben? Es ist ein schöner Mann, der Rabbi Spira, eine würdige große Gestalt, die ihren Eindruck nicht verfehlt. Seine Jünger haben aus ihm den Herrscher ihrer Phantasie gemacht und ihr Rut ״Der Rabbi kommt“, ״Der Rabbi geht“ ist wie das Präsentiergeschrei aller Leibwachen. Wenn er, häufig von Interviewern besucht, aus seinen Büchern auftaucht, so pflegt er sich in seinen Antworten recht nebelhaft auszudrücken. Der Weihrauch der Anbetung hat manche Züge seines Verhaltcns ins leicht Hysterische und Ucberbetonte gefärbt. Der große Stachel seines Lebens, der ihm das Dasein vergällt, ist der Z i o n i s m 11 s. Es handelt sich dabei um einen reinen Kampf türi die Macht. Als Karpatho-Rußland aps dem Blutmeer des Weltkrieges wieder auftauchte, Hätte ’es nur eine ganz dünne intellektuelle Schicht von Juden und’Rüfllenen, die zu den Massen ihres Stammes ohne Verbindung waren. Die Ruthenen schufen sich durch Schulen und Lehrer eine Führerschaft, die erzieherisch das nationale Element in der Jugend förderte. Die Juden, zu 'kl ״״ Analphabeten, bliebau apathisch. Die Macht Spiras war unbegrenzt. Das Erziehungswerk des Zionismus muß sie unterhöhlen, muß durch seine Aufklärungsarbeit die Geister herausführen aus der dumpfen Abhängigkeit eines dynastisch-tyrannisch geführten Volkes. Verzweifelt versucht Spira seine Position zu halten. Seine Druckmittel sind bekannt. Die Möglichkeit, nicht mir einen Fleischer oder Konditor, sondern auch einen Arzt oder Advokaten, der sich ihm nicht beugt, durch den Boykottbann wirtschaftlich zu ruinieren oder durch direkte VerfUichnng zu isolieren, war zuerst unbegrenzt, ist es in Einzelfällen heute noch. Denn schließlich ist der Rabbi für viele der Melallglifdrr und ölig(‘ hellen der Mondschein streift. Geniel! um Gel, Benzin und Petroleum ringsum: die Maschine! Während Haseliid neben der großen Maschine stellt, fühlt er. daß irgend etwas Großes eniporsleigt, auf ihm lastet, ihn zu Boden drückt: der Anblick des Oedlands ander! sieh, sein Zelt, wird abgebrochen, und auch er selbst ändert sieh gegen seinen M illen. Als das Lag('!׳ des Merks zum erstenmal in das Oedland einliraeli, fühlte Raschid, daß irgend etwas von Grund aus niedergerissen wurde. Dieses Gefühl wurde immer klarer, hekam immer deutlichere (>e.->t;di. denn das Zelt hatte Hisse bekommen und die Sicherheit seiner Bewohner war scliwankend geworden. In der ersinn Zeit war es nur ein unerklärlirhos Staunen, das ihn trieb, hinz.ugelien und die Fremden und ihre Taten zu heträchten: und als er in ihrem kreise saß. bediente er sich der erprobten Waffen eines Sohnes des Oedlands, um die neue kraft, die in sein Bereich gekommen war, zu prüfen — er sei»wieg und paßte auf, listig und .®(•Imieiehleriseh enthüllte er eine Handbreite und verdeckte dabei zwei Handbreiten seiner Selialtenwelt. Denn er wußte noch nicht, daß es Selm Heil sind, die schließlich fliehen werden. Bei den Zellen verfolgte ihn ilereiLs das Gerücht, daß Haseliid den ״Fremden“ nachläufl, aller in Wahrheit war Haseliid dem Oedland noeli treu geblichen wie bisher. Aber seitdem er auf Bemühen Almers als Wächter angestellt wirden war, lat sich eine Wand auf zwischen ihm und den Zellen, und als er den VViirhlerlohn voll ausbezahU bekam, fühlte er, daß er den Fremden allmählich verfällt. Aon dem Augenblick ,111׳, da er das Geld erhallen halle, fühlte er, daß er ein anderer Mensch geworden war. ln diesein Moment empfand er, daß er Bedürfnisse lialx׳ und dies Geld brauche. Es war klar, «laß von nun an die starre Kraftlosigkelt in seinem Zelte gelöst war. Noch wußte er nicht, was er mit dem Gelde an fangen solle: noch umklammern «eine Finger das Geld, wie sic die kostbare Heule zu umklammern gewohnt waren; noch war er danach gierig, sieb nn dem schönen Glanz, und klang des Metalls zu erfreuen: in der ersten Zeit war er bereit, zu schmeicheln, den Kopf zu beugen und die Hand zu küssen, die ihm das Geld gab. .über 0111111»111 idi gewöhnte er s:״l1 daran, zu begreifen, daß das Geld nicht das (!(•schenk nni Wohltätern ist, sondern Lohn, der für Arbeit gezahlt wird. Erste, zu dem man geht, wenn die Frau krank ist oder ein Prozeß droht. Seine Empfehlung ist dann maßgebend. Seinen Segen zu erlangen, verkauft im Dorf der Aermste sein Letztes. Einen Fehlschlag für des Rabbis Hilfsgebete gibt es ja nicht. Zu stark wirkt im Juden der Glaube an das Vorliegen eigener Schuld und Stigdc, als daß Gottes Vermittler ein Ausbleiben der Hilfe zur L״st fallen könnte. Aber Spira, dessen hohen geistigen Qualitäten kein Abspruch getan werden soll, hat noch eine sehr reale Macht hinter sich: die tschechischen Agrarier. Sie sind mit ihm verbiindet, weil sie von ihm VZahlhilfc erhaben. Diese Allianz ist nkht zu unterschät/cn. Sic festigt Spiras Position außerordentlich. Nur so ist es z.11 erklären, daß die Wahlen zur Gemeinde, die in einem autonomen Rahmen stattfinden, ihre Form der Farce beibehalten dürfen. Denn politisch ist Spira Diktator und macht, was ihm gefällt. Der Beschwcrdeweg nach Prag ist sehr weit, Deputationen kosten viel Geld und in Prag selbst, wo im Ministerium die Akten mit Beschwerden, Klagen und Widerklagen über ihn und sein Verhalten fast ein ganzes Zimmer füllen, weiß man mit diesen ״wilden Judcnstreitercicn“ wenig anzufangen und sagt sich: ״Hol’s der Teufel, sollen sie allein miteinander fertig werden.“ So kann es geschehen, daß diese arme Gemeinde jetzt dabei ist, die versprochene Mitgift von 100 000 Kf für Spiras Tochter zusarnmenzukratzen. Glorie der Dynasti. Man kann diese Situation nur verstehen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß das Geld im Rabbihaushalt nicht als Privatbesitz betrachtet werden kann. Ob seine finanzielle Begabung groß oder gering Ft, wissen selbst seine Gegner nicht genau an/11gebe11. Denn was er für sich verwendet, was für seinen llofhait, was für die Betreuung der Armen und der Schüler, das ist schwer zu trennen. Sein .Freitisch, den er täglich gibt, ist groß und umfaßt 60 bis 70 Personen. Die Glorie ries Hauses Spira i-d eben die Glorie jüdischer Repräsentanz, wie er sie aufiaßt. Man erinnert׳ sich an die Hocli/eit seiner Tochter vor zwei Jahren, rla der seiner Tochter im Wiegeukorb anverlobfe junge Mann aus einer berühmten nordp( >111 i-chcn Rabbinerfamiiie in Mukacevo eintraf, und, durch den Einfall des Prager Fox-Film, das Begebnis zu filmen, die Presse des ganzen Landes sich an die Ufer der Latoriea begab. So kam es, daß mehrere tausend Gäste und viele zehntauscude Zuschauer diesen Tag, feierten, die Polizei mit fixtradetaehcmcnls anrücktc und aus, einer Familienfeier die Bnmtsehau einer Provinz wurde. Wie weit Spira mit dem künftigen Erben seiner Herrliehkeit zufrieden ist, dafür ist man auf die mehr oder minder spitzen Zungen der Mtikafevoer Straße angewiesen. Spöttisches Gerücht e־/äh!t über des Rabbi Entsetzen, daß der Nachfolger eine Kravattc getragen und auch der unzensurierten Lektüre von Zeitungen nicht abhold gewesen sei.: Palästina im Hintergrund Aber auch Rabbi Spira kann nicht verhindern, daß sich das Bild von Mukafcvo dauernd verändert. Das Alte stürzt und <üe neuen Ideen einer Regeneration des Judentu m s erweisen auch liier wie in ganz Karpatho-Rußland ihre ' intensive Anziehungskraft, 'a, sie überschlagen sich bisweilen unter dem Druck der wirtschaftlichen Verelendung. Der Revisionismus war eine Zeidaiig sehr stark. Aber da er unmittelbar das Blaue vom Himmel versprach und sofortige Absiedelung von Zchntnusenden von Familien in Aussicht stellte, scheiterte er au der Realität. Heute beherrscht der pädagogisch-konstruktive Zionismus wieder das Feld.; Ein Plakat an einem Baum. Vor wenigen Tagen ist hier eine Theatervorstellung gewesen. Von einem jüdischen Verfasscr. imu von Juden gespielt: ״A wurer 011 ul cm“ (״Ein wahrer Traum"). Es geht darin um den T raum von Palästina. Vierzig Prozent der Bevölkerung, darunter fast die ganze Jugend, wäre hier startbereit, wenn der Ruf erfolgte. Dem! eine Zukunft gibt cs hier höchstens für Einzelne, nicht für die Masse, Vorläufig aber geht es mir tropfenweise, 50 Familien im vorigen Jahr, 40 in diesem. Rechnet man die Familie mit geringer Bezifferung auf je V ahmul die Masi'hi 111• 11 da-. Antlitz des Oedlnnds ringstun tätow ierten und Srliutteehichten zur Seile -eli.'i( ften : als riss vemehlagene Oedland pl bl/! ich mit Gewalt dureh (len miidihgen Hebel der Arbeit gevpmigl wurde laud lirc-rhid in der A erw irrnng de- E iii-t urze•. und de« Aufbaus ringsum keinen sielieren Hall mein• Mir dem lililzeuderi Glanz des (ieldes. Mil aller kraf’l hielt •T sieh an die«• Stolze: an den Glan? des Geldes und die AA uitiler \nlHirmtrcndc Ge-Iali des Chawadja Ingenienr. 3. KAPITEL I r i. d c r Bei o n k ח n s t 1 r r . .,Ihr seid die lleloiia 1'liriler?“ ...I aw 0111.“ ״AA'er um euch \e1sleI1l die Belunarbeit. ordentlich?“ Alle denlrlen auf L ri. der imler den Leuten der Gruppe 111(1. ..1 ri ist der Belonküii-lb r. Agar richte!(• seinen Blick auf die blauer! Augen Uris, iirlj ihn über seinen starken Körper und seine sehnigen Hände ׳1־•ileii: ״Du liisl Uri. der Ib'lnnkünstler?“ ״Ja.“ Dureh das Grau des Zements blicken offene, nachdenk liehe, blaue Alicen. .,Kannst du kurz sagen. man aus Beton gießt?“, und '!,in Blick durchbohr! dir blauen Augen Uris. ״Den Belonhrei kann man zu jeder 1׳ orni gießen“, erwiderte dieser verwunde ri. ״Und wie denkt ihr. ihr Arbeiter in Beton?“, fragte Agar ' ■ei kr. ״Uri weiß es. AAir h,dien zusammen gearbeitet und Gliaiissoen und Brücken ״«•gossen. AAenn das Alaterial rechtzeitig da ist, kann man 'iel schaffen.“ ״Das Material wird rechtzeitig da sein, ihr Bctonarbeiter, d!r brauehl Idol* flink zu sein.“ Agar rief I ri. um mit ihm auf die Höhe zu steigen, Min der aus man das Oedlanti überblickt, l'i'wi'IiüIkt den am Eingang des Tals gespannten Zellen.