Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 73 (10.9.1935)
- Date
- 1935-09-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JIDDISCHE RUNDSCHAU Palästinensische Fm sc 11 an NR. 73, 10. SEPTEMBER 1935 Lord Read! ng über die Entwicklung Palästinas Von der Paiestine Electric Corporation London, 6. September. (JTA.) Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Paiestine Electric Corporation, Lord R e a d i n g, fand in London die ordentliche General- Versammlung dieser Gesellschaft statt. Der Vorsitzende erstattete den Rechenschaftsbericht für das Jahr 1934 und erklärte einleitend, die Entwicklung Palästinas auf sämtlichen Gebieten wirtschaftlicher Tätigkeit während der letzten Jahre sei als außerordentlich zu bezeichnen. Eine führende Rolle in dieser Entwicklung habe die Elektrizitätswirtschaft gespielt. Die Paiestine Electric Corporation habe im Berichtsjahr weitere 13 463 Stromabnehmer neu hinzugewonnen, der Stromverbrauch ist um über 70 ®/0 gestiegen. Besonders be- Palästina-Einwanderung im Juli Jerusalem, 5. September. (JTA.) Wie amtlich bekanntgegeben wird, sind im Monat Juli 5163 Juden nach Palästina eingewandert. Von ihnen gehörten 649 Personen der Einwandererkategorie A an, für die ein Vorzeige־ geld von mindestens 1000 Pfund vorgeschrieben ist. Die offiziellen Einwanderungsziffern für Juni waren 4343 (4186 Juden, 354 Angehörige der Kategorie A), für Mai 4110, davon 350 der Kategorie A. merkenswert in diesem Zusammenhang sei die Tatsache, daß die Zahl der 1934 neu hinzugekommenen Konsumenten wesentlich größer ist als die Gesamtzahl der Stromabnehmer Ende 1931, also vor erst drei Jahren. 111 den beiden letzten Jahren hat sich der Stromverbrauch mehr als verdoppelt. Die Roheinnahmen i. J. 1934 betrugen 363 900 Pfund gegenüber 221 128 Pfund i. J. 1933, sind also um 142 772 Piund oder etwas über 64 % gestiegen. Die Ausgaben sind von 67 504 Pfund i. J. 1933 um 52177 Pfund auf 119 681 Pfund i. J. 1934 angewachsen, was hauptsächlich auf die durch den bedeutend vergrößerten Stromverbrauch notwendig gewordene Erweiterung der Stromcrzeugimgs- und Zuleitungsanlagen zurückzuführen ist. Für Zinsendienst wurden im Berichtsjahr 28 031 Pfund gegenüber 20 511 Pfund im vorangegangenen Jahr in die Bilanz eingesetzt. Dem Amortisationsfonds wurden 48 800 Pfund gegenüber 41 900 i. J. 1933 zugeführt. Damit hat der Amortisationsfonds eine üesamtliöhe von 210 625 Pfund erreicht. Der Rohgewinn betrug 193 542, der Reingewinn 165 511 Pfund; unter Hinzurechnung des Gewinnvortrags vom vorangegangenen Jahr im Betrage von 34 051 Pfund ergibt sich ein Gewinn von 199 562 Pfund. Das Direktorium schlug vor, 70 000 Pfund als allgemeine Reserve zurückzubehalten, wodurch der Reservefonds auf 100 000 Pfund anwächst. 25 000 Pfund sind für die englische Einkommen- Steuer und andere Abgaben reserviert, aus der verbleibenden Summe wird für das Jahr 1931 eine einkommensteuerfreie Dividende von 7L. <>ö ausgeschüttet. Die Verwendung der Tel-Awiwer Anleihe Tel-Awiw, 3. September. (JTA.) Die Anleihe von einer Million Pfund, die die Stadt Tel-Awiw von der Prudential Asstirance Company aufnehmen wird, soll für die folgenden Zwecke verwendet werden: 200 000 Pfund sind für Kanalisations- und Straßenreinigungsarbeiten, 120 000 Pfund für Wasserversorgung bestimmt. 160 000 Pfund sollen für den Bau eines neuen Krankenhauses, 35 000 Pfund für die Errichtung einer Zentralmarkthalle, 150 000 Pfund für Schulgebäude, 15 ()00 Pfund für den Bau eines Rathauses Verwendung finden. Weitere 130 000 Pfund sind für die Errichtung von städtischen Wohngebäuden, 10 000 Pfund für den Bau von Garagen für den städtischen Wagenpark der Straßenreinigung, 10)000 Pfund für Entschädigung bei der Enteignung von Land und 50 000 Pfund für die Konversion von Anleihen der Auglo-Palestine und Barclays Bank vorgesehen. Grundstücks-Kauf in Jerusalem Jerusalem, 4. September. (JTA.) Es wird mitgeteilt, daß es einer jüdischen Gruppe, der auch Juden aus Deutschland angehören, gelungen ist, einen großen Grundstückskomplex in Jerusalem zu erwerben. Es handelt sich um. die etwa 700 Dunam umfassende ,,Schecluinath Schneller“, die an die jüdischen Wohnviertel ״Geulali“ und ״Kercin Abraham“ im Norden der Stadt angrenzt. Auf dem Komplex steht das syrische Waisenhaus mit Schule, Sdrulw erkstlitten usw. Es heißt, daß diese Einrichtungen demnächst in ein anderes Stadtviertel ühersiedcln sollen. Der Kaufpreis wird mit anderthalb Millionen Pfund angegeben. Von der Nathan-Schule in Jerusalem. Die seit einem Jahr bestehende Schule in Jerusalem-Tulpioth, unter Leitung von Frau Nathan, veranstaltete zum Abschluß des Schuljahrs eine musikalische Abendfeier unter Mitwirkung von Frau Boroschc). und den Herren Schocken und Salomon. Diese Feier, von hohem künstlerischem Niveau, erhielt durch eine Ansprache von Frau Henriette Szold ihren Höhepunkt. In einem Pavillon war eine Ausstellung der Zeichenklassen des Herrn M. Bronstein eingerichtet. Fine Ausstellung von Kinderarbeiten hat immer etwas Reizvolles. Aber noch anderes hat diese Ausstellung gezeigt. I >as erstaunliche Ge- Samtresultat beweist, was werden kann, wenn der Gestaltiingstricb •des Kindts, wegweisend und weckend, von einem verständig Lehrenden geführt wird. Aus diesen Kindern werden gewiß nicht lauter ״Künstler“, was nicht erstrebt und nicht wünschenswert ist. Aber ein der Kunst aufnrcschlosscncr und richtig sehender Mensch wird auch allen anderen ästhetischen Fragen mitbikleml gcgeniihertre.cn. :סיmit fällt der Paula Nathan-Schule eine besondere Aufgabe zu, die sich in ihr Programm eng liineinfiigf: die Erziehung zur gewerblichen und handwerklichen Tätigkeit im ganzen Schulgang vorbereitend einzuflechtm und ihr eine wur/elcchte Grundlage zu geben. Es ist die einzige Schule im Land mit einem solchen Programm, und diese Ausstellung zeigt, daß sie dies Programm auch durchführen wird, eine Lücke ausfüllend, die mit der Entwicklung des Landes schon fühlbar groß geworden war. Paula Landauer, Jerusalem Das in Nr. 68 der ״Jüdischen Rundschau“ erschienene Bild einer jemenitischen Korbficchtcrin stammte von der Photographin Lotte Borchardt, Tel-Awiw. Das Neueste in Kürze Von unserem palästinensischen gl.• Korrespondenten Wirtschaft Die Eisenbahnverwaltung gibt einen neuen Fahrplan heraus, der über die Einlage neuer Züge und längeren Aufenthalt aut den stärker frequentierten Stationen inforiniert. Einige Kilometer von Herzliah entfernt hat der Aufbau einer neuen Arbeitersiedlung nach dem Plane der Moschwe Qwdim begonnen. Es handelt sich um 30 Ansiedler mit je 12j/2 Dunam Boden. Die Siedler sind fast ausiiahmslos alte Arbeiter, die im Lande ein Jahrzehnt laug Landwirtschaftiich tätig sind. Häuser und Ställe sind bereits im Bau. Für den Bau der Hühner- und V i c h s t ä 11 e in den neuen Siedlungen des Emek Chefer (Wadi Hawarith) sind jetzt die Verträge mit dem Unternehmer abgeschlossen worden. in Kar kur (Samaria) wurde das erste Wohnhaus für einzelne Arbeiter fertiggestellt, das Zimmer zu niedrigem Preise vermietet. Weitere Häuser dieser Art in Karkur und auch in anderen Siedlungen sind im Bau. Man verspricht sich von diesen guten und billigen Wohnmöglichkeiten eine stärkere Sicherung der jüdischen Arbeit in den Siedlungen und eventuell auch ein Sinken der privaten Wohnungspreise. Im Arbeiterviertel Neve Chajim bei Chederah wurde bei einer Bohrung reichlich Wasser gefunden. ln Tel-Awiw wurde der Grundstein für eine neue roße Bäckerei gelegt, die größer als die bestehenden etriebe im Lande werden soll. (In Tel-Awiw hat erst vor kurzem eine neue große und moderne Bäckerei ״Bethlehem“ zu produzieren begonnen, die jedoch die Neugründer nicht von ihrem Unternehmen abgeschreckt hat.) Das Kapital des Betriebes wird mit £ 25 000 angegeben. In der Nähe von Sarafend (auf dem Wege zwischen Tel-Awiw und Jerusalem) wurde der Grundstein für eine Flies entabrik gelegt. Die Fabrik will 60 Arbeiter beschäftigen. In der Zigarettenfabrik von Karaman in Haita, dein größten arabischen Unternehmen des Landes, ist ein Streik ausgebrochen. 500 Arbeiter haben die Arbeit niedergelegt. Sie machen Front gegen die ungebührliche Behandlung und die schweren Arbeitsbedingungen in der Fabrik und stellen eine Reihe von Forderungen (48-Stundeti- Woche, Minimallöhne usw.). Die Organisation der arabischen Arbeiter Palästinas nimmt sich der Streikenden an. Das erste Flugzeug zwischen Rumänien und Palästina trat in Ludd ein. Es handelt sich um Probeflüge, die der Einrichtung einer festen Linie zwischen Bukarest und Tel-Awiw vorausgehen. Die Kommission für Fl andel and Industrie bei der Regierung, die aus Beamten und Vertretern der Bevölkerung zusammengesetzt wird, ist neu ernannt worden. Ihre Mitglieder sind: der Schatzmeister der Palästina-Regierung, die Direktoren der Departements für Landwirtschaft, Zölle, Eisenbahnen (als Beamte) und außerdem Karaman, Achmed Schulcri, El Faruki, Hooficn, Abdul Rahirn el Nablussi und Schapiro. Die beiden Pumpstationen der Wasserleitung für Jerusalem in Latrun und Ras el Ejn sind fertiggestellt worden. Die Arbeit an den beiden anderen Stationen in Bah el Wad und Saris stellt vor dem Abschluß. Die Vermessungen für den Bau des neuen großen Reservoirs in Jerusalem haben begonnen. Für •die Verlegung der Leitung«- röhren innerhalb der Stadt ist ein Wettbewerb ausgeschrieben. Politik Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw hat einstimmig beschlossen, die Neuwahlen für die Munizipalität nicht weiter hinauszuzögern, und hat die Wahikommission, die die Vervollständigung der Wählerlisten vorbereitet, aufgefordert, ihre Arbeit zu beschleunigen. Die Wahlen sollen Anfang November stattfi: Ln. Die arabische Presse ist in einer scharfen Diskussion über die Frage des Legislative Council begriffen. Rhageb Bay Naschaschibi und■ seine Partei machen Propaganda für die Zustimmung zum Gesetzgebenden Rat, wobei immer wieder Gerüchte auftauchen, daß Rhageb einen wichtigen Posten in der neuen Körperschaft (Vizepräsident) ausfüllen soll. Die Blätter des Mufti und mit ihm ein Teil der ägyptischen Presse sind nach wie vor gegen den Gesetzgebenden Rat, obwohl auch hier bereits Schwan klingen der Haltung wahrzunehmen sind. Die Erschießung eines Arabers bei K 11 s k 11 s Taboun (bei einem Konflikt zwischen Arabern, die das Pflügen von Böden der Meschek-Gesellschaft nicht zulassen wollten, und jüdischen Siedlern) hat den Leiter der arabischen Bank in Haifa veranlaßt, ein Memorandum an den High Oommissioner zu richten, in dem er, um solche Zwischenfälle zu vermeiden, Sperrung der Einwanderung und der Bodenkäufe fordert. Mehrere arabische Zeitungen gingen in ausführlichen Artikeln auf den Zwischenfall ein. Ihn Saud, der König von Saudia, dessen Sohn Emir Saud vor kurzem Palästina besuchte, hat der Palästina- Regierung und der Bevölkerung des Landes seinen Dank für den freundlichen Empfang seines Sohnes aussprechen lassen. Die a r a b i s c 11 e P r e s s e beschäftigt sich ausführlich mit dem Z i o n i s t e 11 k o 11 g r e ß in Luzern, bringt Ausschnitte aus den Referaten und Diskussionen und kommentiert sie. Emir Abdullah von T r a n s j or et a 11 i e n hat zwei Führer der Opposition aus seiner Hauptstadt verbannt, weil sie während des Besuches des Emir Saud mit dem Außenminister von Saudia, der ihn begleitete, Verbindungen angeknüpft haben. Gesellschaft und Kultur Die Vereinigung der j ii <1 i s c h e n A e r z t e in Palästina hat der Regierung ein Memorandum übergeben, indem sie gegen die beabsichtigte L i z e 11 zs p e r r e für Aerzte scharf Stellung nimmt. Die palästinensische 11 i s t o r i s c 11 e und ethnograp h is e h e G e seil s c 11 a f t bereitet für September che erste Nummer einer Viertcljahrssdirift für jüdische Geschichte vor. Gegen den B ii r g c r in e i s t e r v o 11 ßethl e 11 e m, zugleich Herausgeber einer arabischen Zeitung, ist in Jcrusalern eine Klage wegen Annahme von Bestechungsg e I d e r 11 anhängig gemacht worden. Ein Apotheker in T e I - A w i w wurde wegen des Vorsuchs, einen SanitätsheaniUn zu bestechen, vor Gericht geladen. ln R ainot h H a s c 11 a w i m, einer Siedlung von Ein- Wanderern aus Deutschland, werden bereits eine Reihe von Vorträgen in Int b r .1 i s c 11 e r S p rach e ahgehalten. Der größte Teil der Siedler ist fähig, ihnen zu folgen, nachdem seit Beginn der Siedlung trotz vielerlei Schwierigkeiten der hebräische Unterricht aufrechterhalfen wurde. Die Leiterin der landwirtschaftlichen M ä d c h c n schule der Wizo in N a h a I a I, Frau M a i s e 1 - S c 11 o c h a t, ist von einer einjährigen Studienreise aus Fngland zurückgekehrt und hat ihre Arbeit im Institut wieder au!'genommen. Die H a usw irf sc h a f t s s e 11 11 I e d e r W i 1 o eröffnet ihr neues Schuljahr im Oktober in dem neuen Gebäude des Instituts in Nachlath Ji/cliak (hei Tel-Awiw). An dem dritten I 11 t e r n a t i o 11 a I e n A r c 1! i 1 e k t e n - Kongreß, der vom 7. bis zum 17. September in Prag abgehalten wird, werden auch elf Architekten aus Erez Israel teilnehmen. Der Dozent am Haifaer Hebräischen Technikutn, A. Rottner, wird auf dem Kongreß ein Referat über ״Die heutige Entwicklung der nationalen Architektur in Erez Israel“ halten. Die Hebraisierung des Kibbuz In der Monatsschrift des Kibbuz Meuchad ״M i b b i f - n i m“ erörtert ein Mitarbeiter aus üiwath Brenner die Frage der Methoden der Hebraisierung des Kibbuz. Die Aufnahme der kontinuierlichen Alijali in den Kibbuz stellt die Gemeinschaft vor schwere kulturelle Probleme. Die Hebraisierung ist von ungemeiner Wichtigkeit nicht nur vom nationalen Standpunkt, sondern auch vom sozialen Gesichtspunkt der Verschmelzung der verschiedenen Eiemente zu einer Gemeinschaft. Diese Hebraisierung ist aber durch den dynamischen Charakter des sich ständig erweiternden Kibbuz, bedroht. [9er Verfasser unterscheidet bei der Aneignung der hebräischen Sprache drei Stufen, denen verschiedene Methoden des Unterrichts entsprechen. 1. das vegetative Hebräisch, jenes primitive Hebräisch, welches der Arbeiter bei seiner Arbeit und im Eßzimmer braucht; 2. das populäre Hebräisch, die Sprache der Versammlungen und der volkstümlichen Vorträge, des Tagebuchs, der Information und der Zeitung; 3. das tieferschürfende Hebriiisch, die Sprache der Literatur. In bezug auf die erste Stufe ist das Gemeinschaftsleben und nicht der Lehrer von Bedeutung. In einer hebräischen Umgebung wird sich der Einwanderer diese ersten Vokabeln leicht auch ohne Lehrer ancignen. In einer nichthebräischen Umgebung wird cs auch der Lehrer damit sehr schwer haben. Hier ist also die erste Hebraisierung Aufgabe der Gemeinschaft als solcher. Es ist dafür zu sorgen, daß jedem Arbeitszweig ein paar alte Menschen /!!geteilt werden, welche die Sprache beherrschen und für sie einstehen, die bereit sind, den Verlockungen der Bequemlichkeit Widerstand zu leisten, die stets auf eine in einer anderen Sprache gestellte Frage nur hebräisch antworten werden. Diese hebräische Zelle im Kibbuz trägt die Verantwortung für die Hebraisierung der ganzen Gemcinschaft. Die Einwanderung aus Deutschland ist gegenüber den Einwanderern aus anderen Ländern dadurch gekennzeichnet', daß sie nicht einmal zum hebräischen Alphabet eine Beziehung hat. Diese Fremdheit gegenüber dem hebräischen Alphabet muß überwunden werden. Kurze Ankündigungen in leichter Sprache und klarer vokalisicrter Schrift, Plakate, prägnante, kurze Vorschriften auf dem Hofe und im Eßzimmer u. dgl., Aufschriften im Garten, in der Baumschule, im Stall us\v. gewöhnen das Auge an das hebräische Alphabet. Die z. w eite Stufe, <lio Erwerbung der volkstümlichen hebräischen Sprache, ist Sache des I ehrers. Die schweren Arbeitsbedingungen und das heiße Klima erschweren die Aufgabe. Er muß dafür sorgen, daß der Schüler rnifarlnitet und sich nicht langweilt, und das ist nur in kleinen Gruppen zu erzielen. Von großer päilagogis, her Wichligkci! sind hier die biblischen Erzählungen, eieren Inhalt dem Einwanderer schon bekannt ist. Von Zeit zu Zeit mus-en hebräische Abende mit leichtem Programm für die Schüler veranstaltet werden, an denen diese nicht nur als Zuschauer, sondern als Mitwirkemle teilnehmen. Der Schiller muß lernen, leichte Briefe zu schreiben und einfache Darstellungen in hebräischer Sprache schriftlich zu liefern. Hat er einmal diese Stufe erreicht, so wird er zum leichten hebräischen Buch greifen. Auch da ist kollektive Arbeit am Platze. Auch das hebräische Lied erfüllt seine Funktion. Von da an steigt der Schüler aut zu aktiver Teilnahme am Oneg Schabbath, an festlichen Zusammenkünften, am Tagebuch der Gruppe usw. Der Weg dahin ist weit. Das Ziel zu erreichen liegt nicht in der Kraft einzelner Lehrer, sondern ist Sache des Gemeinschaftslebens lind der vereinigten Willensanstrengung des ganzen Kibbuz. Ein neues Gymnasium in Tel-Awiw. Man schreibt uns: Vom nächsten Schuljahre an wird in Tel-Awiw, Hayarkonstraße 104. i!1 einem modernen Schulgebäude am Meeresstrande das Gymnasium ״Asid" eröffnet. Die Leitung liegt in den Händen von Privatdo/ent I >r. Schapiro und I). Llpetz. Dem Kuratorium des Gymnasiums gehören 11. a. Prof. l)r. H. Loewe, Prof. Dr. J. Moses, f)r. Karl Schwarz, Dr. K. Färbstein, Dr. Kluincl, Dr. Schargeredski und M. Genusow an. Die Anmeldung von Schülern hat bereits begonnen. Für die Kinder der Neueinwanderer werden spezielle Yorbercitungs• kursc eröffnet. Der Bürgermeister von Tel-Awiw, Meir D i z e n g o f f, der sich zur Erholung in der Schweiz aufhält, sprach als Präsi!ent der Levante-Messe im schweizerischen Landessender Beromünster über ״Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Palästina“.