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Jüdische Rundschau · 1935-09-10 · Heft 73 (10.9.1935) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 73 (10.9.1935)
Date
1935-09-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 J0nj«!r׳|P (11 יM D S C H A u Nr. 73, 10. IX. 1935 Verkehr mit Juden Ujiter der Ueberschrift: ״Jeder Verkehr mit Juden ist Rassenschand c“ berichtet die ״Nationalsozialistische Parleikorrcspondenz“ eon einer Entscheidung des Amtsgerichts Ln Breslau. ln Breslau sei eine Frau wegen Rassensehande angc- Qrangert worden. Sie habe deswegen bei (iericht jetten die SA.-Euhrer als Urheber dieser Veröffentlichung eine einst- «,eilige \'erft!gt1.ng beantragt. I>ie Frau habe behauptet, daß sie gar nicht in intimen Beziehungen zu dem Juden gestanden habe. Das (iericht habe es aller auf de.u Beweis darüber gar nicht atikommeti lassen, Us habe festgestellt, dali Hass e n s c 11 a 11 d e 11 i e 111 n ur bei i 11! i in e!11 V e r - k e 11 r, s o n d e!׳ n a 111־ h schon in all e n F;1 I 1 e 11 v 1 1 ס i e g e, w o e i 11 f r e 11 n d s e h a f t I i c h e r V e r k e h r m 1 t eine m R a sse! r e m d cn, i n shes o n d e re eine in J 11 d e n, 11 a e 11 g e u 1 e s e 11 \e e r <i e 11 k ö 11 n e. In den F n t s e b e i d 11 n g s g r 11 11 d e n heißt es u, a., daß die Alltragstelle!in mit einem Juden an.lcitlialh Jahre nueli <ler ,Machtübernahme /eint Tage nach Swinemünde ins Bad gelahren sei und mit ilirti in diesem Jahre auch eine zweilagige Autotour unternommen habe. Der F.hemunn, ein SA.-.Mann, habe dagegen keinen Einspruch erhoben. Wörtlich heißt es dann weiter: ..׳e>;׳ dein־! ih.,'11 g e - ׳ i 1.11!!:ehe Dinge eh!!hg! b.u ad י!ח ז hl. «ph'll k־!; ׳.<■ Kall., dl de Aa! 1.,,;■•״ 1 < 1! ,׳ Uh lv1׳c,;,.׳ und!״ס.•״- d'Ts ab! c t * <'' r, 1; 1 taa SA... dr 1> f 1 ׳, ן I, 1 I, ., t. . i 11 n i eh I mit Juden in d .• r ( ) e! 1 1■ 1! 1 I i e!1 k e i I allein sehen zu 1 a י , e n, 11 ad den ä! ak e te a' 1111er 1C ׳.:׳,׳! mi ne 11׳ zu du-eiu in der O.; 1,i j.;.k, 11 ,1! AS!iavaa, dap der׳ dringende Vcidu. Ic de!. Ir.!■, Ade! :-:••Ile,in <11 S . . . . in in! 11:11' He/U laiaaeli g,; 1,.;.! .׳ rk״״ liecna Ra--׳el!. nur « an 11׳ ., . Jial!!1; ׳,׳ , : d , di: 1 Ikr.l!״ d - a ׳: allall 1!. 1 K ad i, 11«: Sa A! a 1 a: i \ Ai SA, M de V ul־"'.:!): A ־ 1 \ < 11׳.vij!: (!er K,1s-..r:1זיו!!11!,1! ׳■׳ ־׳. - ח־')! Gmi! Ar .; et '! - Dlii! «ü tu: ■dl - \ \ 1. Ausschlüsse und Verbote I >ie ״Nordische Rumlsehau‘• vom •1. 0. meldet, daß in acht Kieier l.iehtspieltheatern Juden der Besuch nicht mehr gestattet ist. Auch die < jene!;111 atendnn/ der städtischen Theater hat am Eingang des Staclnlienters ein Schild anbringen lassen mit der Bckanntnmehung. daß der Besuch des Theaters durch Juden unerwünscht ist. Zti Beginn der Spielzeit des Kieler Schauspielhauses wird dort ein Schild mit gleicher Aufschrift angebracht werden. Bürgermeister Preuße in Küstrin bat ein Schreiben an die Oastwirtc gerichtet, in dem >1. j. gesagt wird, daß die Möglichkeit bestehe, daß die Juden sieh von den Städten, in denen sie schärfer bekämpft werden, abwenden und sich nach Küstrin gewöhnen, wenn ihnen hier nicht Einhalt geboten wird. Als verantwortlicher Leiter der Stadt kann ich nicht untätig zusehen, wenn aus der alten nationalen Stadt Kiistrm ein Jmlenasvl werde. (i:1sgt.1tteninhal;er, die bis zum 1. Oktober nicht ein Schild an ihrem lokal für jedermann sichtbar angebracht haben, daß luden der Zutritt verbot eti sei, können nach diesem Zrhpunkt auf 'ein Entgegenkommei! seitens der stad', sei cs Konzession, Steuer- Stundung, Poli/eotundcnverlangcruug oder dergleichen, nicht mehr red inert. I )er Ue1uei11d1׳rat in F r o 11 n 11 <1 f e n ha! folg enden Be- Schluß gelallt: Kan Jude da;1 ein 1 lau• mlcr < inmdsttie k in 111• 11 genannt cn ( 1x111:1 rk 11 nun ח׳ unv er Ihm!; 2 . kein )nde und keim־ |113׳i1! sl.ii'i in (1 eil ( 1! 1m: •imlni /!1/ie! K־n; 3. kein 11:1 mlwerke■! keil! (n1; 51־. t! Nli;!!![!, knn 1 all ihr irt mlcr sollst ein Volkse en<15M1 ־ rh tlt eint־ ־! > :,nu-ind «!1 he' ,t orlcr -lieferung, wen n er 1!(»׳h 1111! Jiiiiun V erRuhr ' pHo: :ien!' oder diese hei ihrem 1 kindel unterm Ul z't. Da ¬י Kan -i'i Juden bedeutet Verrai IISH \ 11! K und <U־r! Na; nun . Unt׳T /;!lade1:1 ׳c de- 1 lemeilidiraK erließ der Bürgermeide! in A <1 e 1 - 11 o f e n tolgcude Anordnung: Sämtliche (jenietm.iebeamte, (1em< imlcbedicn.-'.el v, Beigcordm te, (ienuin1ier.it v, Heirate, weiche nach dem 1. September 1935 noch mit |mien (ie-ebafte machen, oder durch ihre Angchoiigc!! 111:11!ich h--.cn oder sich beraten la--en, werden auf dem 1 )i'/inlmarw ege be-traft lind evtl, entlassen. Hand- Werber, welche nach dem I. September 1915 noch mit Juden Geschäfte machen, von ihnen Waie beziehen, oder denselben liefern, bekoiniiien keine Aufträge der (lemeiude mehr. Landwirte und Bauern, welche nach den! I. September 1035 noch mit Juden Ge-cii.btc machen, oder sich von diesen beraten lassen, «erden zu Arbeiten tur die Gemeinde, Fuhrleistungeii u-w. nicht mehr /!!gelassen, Landwirte und Bauern, weiche nach dein 1. September 10.15 noch mit Jude״ Geschäite machen un<! von der Gemeinde Aecker oder Wiesen in Pacht haben, «erden, sobald die Pachtzeit um ist, von der VVkxlerpacht ausgeschlossen, ebenso werden diese zur anderweitigen Paelitung oder Kaut von Gemeindegrundstücken nicht mehr zugelassen; In Schriesheim (Baden) wurde laut ״Heidelberger Tageblatt“ durch den Bürgermeister u. a. bestimmt, daß Beamte und Angestellte der Gemeinde, die bei Juden kauften, disziplinarisch aus dem Dienst entfernt würden. Außerdem wurde. Juden die Teilnahme an allen Veranstaltungen üffentlieh er oder nichtöffentlicher Art, z. ft. Märkten, verboten. Die ״Kolberger Zeitung" berichtet von einer Mitglieder- Versammlung der Ortsgruppe Kol b e r g der NS.-Kriegsopfer- Versorgung, auf der kreisohmann Richter eine Liste der in Koiberg bestehenden jüdischen Geschäfte, Aerzte und Rechtsamvalie verlesen habe und die Kameraden und Kameradentrauen nochmals eindringlich davor gewarnt habe, sich mit dem .ärgster! Feind des deutschen Volkes, dein Juden, einzulassen. Das ״Reutlüigcr Tageblatt“ bericliligt aus Bietigheim (Württemberg): Liner Mahnung entsprechend sind /tun Bietigheinicr Pferdemarkt keine Meidungeri von Juden erfolgt, so daß also keine Pferde von jüdischen Händlern vorhanden waren. Der Auftrieb von 23 1 Stück genügte, um die Bedürfnissc der Landwirtschaft zu decken. So hat Bietigheim den ersten Pferdemarkl ohne Juden abgehalten. Am Eingang des Büros der Heiinstättengesellschaft Pri• tnus Ci. 111. b. H. Weilieristadt, Reinickendorf-Ost, ist ein Pia• kat angebracht: ״An Juden werden Wohnungen nicht vermietet.“ Kein StraOenverkaufi jüdischer Zeitungen mehr ab 1. Oktober Der Präsident des Reiclisprcssckammer hat am 6. September eine Anordnung über den Vertrieb jüdischer Zeitungen und Zeitschriften erlassen, die folgendermaßen lautet: ״Airf Grund des § 25 der Ersten Verordnung zur Durch• fülirung des Reichskulturkaimncrgcsetzes vom 1. November 1933 (RGBl. I '33, Seite 797 ff.) bestimme ich folgendes: Das öffentliche Anbieten und der Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften, die sich ganz oder zum Teil, sei es dem Titel oder dem Inhalte nach, an die jüdische Bevölkerung richten, ist verboten. Der Ve״ban׳J deutscher Z?it«ngs- und 7eilsch-if‘.״n-C״rossH’u und di״ Reichsfachsch-.f des dcutsc!,cn Zeitungs- und Zeitschr'Lesi-Einzeihandels werden beauftragt, die Durchführung dieser Anordnung zu überwachen. Diese Anordnung tritt am 1. Oktober!"935 in Kraft.“ Stellung: zur Judenfrage Die ״Breslauer Neuesten Nachrichten*‘ vom 4. <). berichten über eine Rede des Gauleiters Wagner vor der Führerschaft seines Gaues. Fr sagte bei dieser Gelegenheit u. a. folgendes: ,.Heule -feh! vor uns, vielleicht 1> >rh lebhafter als vor zwei Jahren, d a 3 j u d v!1 p r o b! 1• m. Bekannt unter *!er!;..־/riehnun^ An!i-.emih-n1us (wirr auch fudcnlni^e. Kinc .Kraqe' ist das aUei.unq-» mebC dt־r.n wir Iraqeü ja nicht melir, was der Jude ist und wer rr i'b das wi-t-s-n wir schon. Diese Frage ist. für 11יח heant\v3rte!. A!)t׳r in der Ic antwnrliin3! ״! die Losuuq des Pr »hlems noch nicht enthalten; denn da- Problem ״•etzt sich;tm tkni lör-cfirinungen unseres lenenzu-animen um! damit ireten wir in einen ganz anderen Bereich der Dinge hinein. Fhe*i 151 jetzt: Wie worden wir mit diesen Dingen ierfig, 0(!־u wnkönnen wir tun. um in Deut seid,und den Juden nit’hi nur au- U׳-׳.;mmU'n Bereichen unseres J .׳■bens zu verdiangen. sondern nm dai;i!u־r iiinaudie Liiaing׳ des Problems so vorwärts zu treiben, daß wir eine- Tages mit ganz gutem nowissen sagen können: t\ enn die nC;.׳en»!en Bin hhvhter unserrn Standpunkt einhahon. wird ׳!er Tag kommen, da ir\ Deutschlaud jüdisches Rhu au-'jenierzt ist und hir den luden bei uns tatsächlich kein kaum mehr ist. Wir können aho zur Judenfrage lietiie nur nach positiv Stellung nehmen. Für die Bewegung ist das Judenproblcm ein proYolki-clies. das hei!b ein rein prod-eut ■d-hes Problem und gar nichts andere-. melir. l’nter allen Hmständen nn'i-stm wir eine Art der Auf- M'liung die-«׳s Problems an den Tag legen, die R!i r k > i f h f n : m m 1;! ui die A r, > r h a u 11 n g e n. d i c d i e V m weit in d 1!׳ - e n D i 11 g e n b e s i ז / t. Fs i-u die Aufgabe ihimtcs Ringens Hub׳ nur ׳m e!p־׳nen \ dke, -ondcrii darüber hinaus anl weit( Sieht g'-cKi). <'־(■■.('- ]holdem iih<־r nn-erc G!t׳n/׳׳n hiiiaii־- zu wäbzi-n. um ׳*um mifideUtu in wciic-Ua! Schicht 111־ and-ru־ \hä!ker \’e! ^1 ä:1׳ in is für un-ere!lahung zu wo! kiui. Ist. das gelungen, dann glaiilH׳ ich, ־>••* ubeib.iuDt dev g.ur/.e gsoße Schiit t zur wivkbeben "Meisterung die-es Problem* getan.“ Rasse und Kunst Die Nürnberger städtische Galerie zeigt eine Sonderaussteünng ״Entartete Kunst“. Fs handelt sich um eine Wanderausstellung־ des Dresdener Stadtmuscurns, doch simi auch Stücke aus der Nürnberger Sammlung zu sehen. Nach einem Geleitwort des Dresdener Ober!) iirRcrm e i s 1 e r s soll die Ausstellung zeigen, in welche Fntartung die deutsche Kunst in vierzehnjähriger bol sehew׳ i s t i s c h - jüdischer Geistes Herrschaft geraten sei. Anläßlich einer Vorbesichtigung sprach Gauleiter Streieher über den Ursprung solcher Bilder und führte nach dem Bericht des ״Berl. Tageblatts“ vom 7. September u. a. aus: ..Der M>n*sch i«e so, wie sein Bhit i^t, und da Rösser, vor- -־׳hirden sind und verschiedenes Bhtf halben, so werdtm >jc auch in ihrer Kun-f inuuer \'crsc!!ieden־es znrn Ausdruck biingcu. Die Kun-t i<t An-(!r:i׳׳k des StJr!1vns nach dem Cbänliclien, Jede Ras-.e aber -urht ihren Au -dnirk des י’,nt!schaucns zur Dar«!eHung zu bringen. N'icmnh!5s' es der kaitliereHmendc Veisfnnd. sondern das Gefühl, dns einem -agt. was Kunst ist. Solange rb<; deutsche \'<>lk m׳’.gli-!1s! un.vcnui •cht war. hattet! wir viele "Men-chen. di«׳ <!,t/u geschaffen waren, •ürh künstleri-c!1 zu betätigen. Seiulern u!י r <b־r lüde in nn-er \öv'k cinflringer! komite, ist es :uklers 1)״worden, und wir sehen an d!e-pn Bildern, wie weit ein Volk kommen kann, wenn fremder Geist und fremdes ]Tu! die I ferrsch af t!x'konnncn. Heule können wir c« nicht mehr zuki.sen, daß Anyrdu'irige einer Rasse, die uns, we-ensiremd isg die Richtung gebe für das. was Kunst, was Gott■- schauen, ist, 14 fahre lang maßte sich das eine farbige Minderheit am Wenn es so wehergegangen wäre, wären wir an I.cib und Freie zugrunde gegangen,“ Wegen Erpressung festgenommen Das ״Frankfurter Volksblatt“ berichtet: ״Am vergangenen Sarvxtac sehellle der 24j:fhrißc■ Hermann II. :ins f.anj,״'n i. II. hei einem jüdiselinn Khe|)aar und ha! um Essen,!las er :mrh nehst Brei und Kaffee Ixdiam. Als <־r fertig war, zofj er unv!׳nn'!!t«•]! den Zinimcrsetiliissel ab, verschloß die Tür und erklärte, er -ei Mitglied einer Parteigliederiinf; und Vertrauensmann der Kriminalpolizei. Wenn man ihm irgendwie 11i 1;< 1 -ot 1 i . in den Weg!..״e, «•erde er von .seiner Schußwaffe Gebrauch machen. Dann durch«nlite er die Wohnung und find unter der Wäsche versteckt die Celdbör-e der Jüdin, die er an sich nahm. Außerdem entnahm er ihrer 1 lancltax-he einer! kleineren Betrag. Schließlich sagte er. er mii<se die beiden Juden fest nehmen. Dafür bekomme er 35 Mark Prämie,?.her da man ihn gilt behandelt habe, werde er von der l'e-tnahme Ali'-tnnil nehmen, freilich mt'isse man ihm dafür 5 Mark erben. Ewar aber kein Geld mehr im llnuse. Per Erpresser hielt <irh daher an einem goldenen King schadlos, worauf er verschwand. Am nächsten Tape kam er wieder und erz.ählte, er habe weqetr der Cntrrlnvsung der Festnahme einen schweren Rüffel hekommen und sei auf der Stelle nach Stettin strafversetzt worden,!die Fahrt dorthin koste 31 Mark, er besitze aller nur 21 Mark, den Rest mbpc man Um! eeben. Selbstverständlich war alles Schwindel. Per Erpre-ser hat weder mit der Partei, noch mit der Polizei etwas zu tun. Fs Hegen dagegen Anhaltspunkte .dafür vor, daß er sich früher marxistisch betätigt hat. Er wurde fest genommen und das Amtsgeririit nahm ihn in Cn tersurhu n o 511,1h. Er hat eine strenge Strafe zu gewärtigen, denn seine Handlungsweise stellt eine Provokaiion gefährlichster Art dar.“ Der Hauptamtsleiter im Reichsrechtsamt der NSDAP, weist laut ״Juristischer Wochenschrift“ in einem Rundschreiben vom 7. August 1935 auf eine Mitteilung des Obersten Parteigerichts der NSDAP, hin, wonach jeder Rechtsanwalt aus der Partei ausgeschlossen wird, der vor Gericht oder vor anderen staatlichen oder privaten Stellen ernen Juden gegen einen anderen deutschen Volksgenossen — mag dieser Parteigenosse sein oder nicht — vertritt. ״Das Reichsrechtsamt der NSDAP, begrüßt diese klare Entscheidung des Obersten Parlrigerichts der NSDAP, und erwartet, daß die Pg.-Rechtsanwälte alle jüdischen Mandate abiehnen, da die Partei es als würdelos verurteilt, wenn Parteigenossen für die eintreten, die namenloses Unglück über unser deutsches Vaterland gebracht haben.“ IN ALLER KURZE Der stellvertretende Gauleiter des Gaues Saar-Pfalz erlaßt hi der ״NSZ.-Rheinfront“ eine Bekanntmachung, daß verbrecherische t.leniente in Haß loch den jüdischen Friedhot beschädigt hätten. Damit habe man die natkmalsozialistische Bewegung vor der Oeffentliohkeit belasten wollen. Zur Namhaftmachung dieser Staatsfeinde würden daher von der Gauleitung 500 Mark Belohn u n g ausgesetzt. Die Kreisleitung der NSDAP. Alzev gibt iin ״Mainzer Anzeiger“ unter der Uehersdirift ״Am Pranger׳‘ die Namen von vier Einwohnern aus Wonsheim bekannt, die mit einem Juden im öffentlichen Lokal regelmäßig Karten spielen. Die ״Sonn! agmo. gen post“ berichtet, daß in Dirmstein bei Frankcntlial (Pfalz) eine große Bauernkundgebung stattgefundcii habe, auf der Kreisleiter Gnuweilcr über das Thema ״Der deutsche Bauer und der Jude“ gesprochen habe. Der Redner gab bekannt, daß für den Bezirk Frankenthai eine Ein- und Verkaufsgenossenschaft gegründet werde, die alle Bauern unabhängig von Judenhändlern machen solle. Die ״Rheinische NSZ.-Eront“ in Neustadt a. d. Haardt veröffentlicht ״ln eigener Sache“ folgende Notiz: ״Wir sind, wie schon vor einigen Wochen, genötigt, in unserem Wirtschaftete!! eins.• Anzeige zu bringen, aut der eine Reihe jüdischer Bankhäuser verzeichnet sind. Wir erinnern an das Wort unseres Reichswirtschaftsininisters Dr. Schacht, der in Königsberg erklärte, daß sieh die Juden ein für allemal damit ahtinden müssen, daß ih e Rolle in Deutschland atisgespielt sei. Damit ist das Problem für uns gelöst, und es kann mir noch eine Frage der Zeit sein, bis der letzte Pfennig des sauerverdienten Geldes unserer Volksgenossen in deutscheu Händen ist! Wir haben durch Charakter und Disziplin mitzuheifen, daß diese Zeit möglichst kurz bemessen ist.“ Der ״Aiemanne“ in Freiburg berichtet, daß die in Essen erscheinende ״Westdeutsche Bcamten/eitung“ bis auf weitercs verboten worden sei, da sie die Beamtenschaft durch Aufnahme von Inseraten jüdischer Firmen diskreditiert habe. Auf Veranlassung der Geheimen Staatspolizei sind in L i e g n i t/. acht Juden wegen Rassenschande in Schutzhaft genommen worden. Staatssekretär Dr. Lammers hat die Führung der Gemeinschaft Studentischer Verbände niedergelegt, ln der Begründung dieses Schrittes wies er 11. a. darauf hin, daß der Kösener SC. sich geweigert hatte, die restlose Durchführung des Ariergrundsatzes freiwillig zu vollziehen. Der Gesandtschaftsrat bei der Botschaft in Paris, Poe hie, wurde zum deutschen Generalkonsul in Jeius a 1 e ni ernannt. Der Auswanderungskömmissar des Völkerbundes, James G. MacDonal d, ist in Mos k a u eingetroffen. Er erklärte, daß sein Aufenthalt in Moskau den Zweck habe, Verbandhingen mit dem Außenministerium über den Vorschlag der Errichtung einer zentralen Institution für Auswandererfürsorge unter Auspizien des Völkerbundes zu führen. Eine in die Salonikier Vorstadt Toumba einberufene Versammlung der antisemitischen Organisation E. E. E. (Ethniki Enossis Ellados) wurde von der Polizei aufgelöst. Die nächste Weltkonferenz des Weltverbandes zionistischer Frauen (Wizo) soll in Budapest abgehalten werden. Bericht der Mandatskommission vor dem Völkerbund Genf, 8. September. (JTA.) Der Berichterstatter des Rates für Mandatsfragen, der Außenminister der Tschecho- Slowakei. Dr. Eduard Bene sch, unterbreitete dem Rate einen Bericht über die Arbeiten der Ständigen Mandatskommission auf ihrer Tagung im Juni. Bezüglich Palästinas betonte er in diesem Bericht, daß die Kommission die turmo-!lische Zusammenarbeit der beiden Bevölkerungsteile d-es Landes innerhalb der Gemeindeverwaltung vermerkt, Maßnahmen, um der illegalen Einwanderung entgegenzuwirken, zur Kenntnis genommen und die Antwort der Regierung betreffend die Grenzfestsetzung in der Gegend von Akaba gehört hat Weitere Hinweise auf Palästina sind in den Bericht nicht enthalten. Selbst die von der Kommission aufgeworfene Frage der weiteren Gültigkeit der wirtschaftlichen Gleichberechtigung in den Mandatsgebieten für Japan nach seinem Ausscheiden aus den! Völkerbund ist weder vom Berichterstatter, noch von irgendeinem Mitglied des Rates berührt worden. Fin kurzer Meinungsaustausch der Vertreter Großbritanniens, Frankreichs und Australiens, der der Anhörung des Berichtes folgte, bezog sich auf einen zwischen Frankreich und Großhritannien am 27. Juni 1934 abgeschlossenen Handelsvertrag, in welchen! diese beiden Staaten einander Vorzugsrechte auch für die Mandatsgebiete zusichern. Der Völkerbundsrat wollte wissen, ob dieser Vertrag nicht eine Verletzung der Wirtschaftliehen Gleichberechtigung in den Mandatsgebieten gegenüber den anderen Mitgliedern des Völkerbundes bedeutet. Die Vertreter Großbritanniens und Frankreichs gaben diesbeziiglieh beruhigende Erklärungen ab. Die WeltkonSerenz polnischer Juden London, 8. September. (JTA.) Am 8. September wurde in London die erste Wcltkonferenz der Verbände im Ausland lebender polnischer Juden eröffnet. Am Vorabend fand ein Empfang der Delegierten statt. Die Eröffnungsansprachen am Sonntag hielten der Vorsitzende des Verbandes der polnischen’ Juden in Großbritannien, A. Tarlo, und der sephardische Oberrabhincr Dr. Moses G a s t c r. Nach Bcgrüßungsansprachen des polnischen Botschafters und der Vertreter der englisch-jüdischen Behörden legten Leiter der auf der Konferenz vertretenen europäischen und amerikanischen Verbände Ziele und Aufgaben der Konferenz dar. Es folgten Berichte der Ländervertreter. Der Montag ist Referaten über die wirtschaftliche lind soziale Lage der Juden in Polen, wirtschaftliche Selbsthilfe, die Einigrationsproblcnic der polnischen Juden und Kulturfragen mit anschließender Aussprache gewidmet. Ferner wird über die Schaffung eines Wdtverbandes der Vereinigungen polnischer Juden im Ausland beraten. Der Rabbi von Munkacs verurteilt Prag, 5, September. (JTA.) Vor dem Kreisgericht in Uzhorod fand die Berufsveriiaitdlung gegen den Oberrabbmer von Mukaccvo (Munkacs), La/ar S p i r a, statt, der in erster Instanz vom Bezirksgericht in Mukacevo von der Anklage, das H c b r ä i s c 11 c־' (i y m ת a s i u m dieser Stadt verflucht zu haben, freigesprochen wurde. Das Berufungsgericht kam zu der Ueherzeugtmg, daß sich Rabbi Spira eine strafbare Handlung habe zuschulden kommen lassen und verurteilte ihn zu 1000 Kc, Geldstrafe, im NichteinbringungstaUe zu 20 Tagen Arrest.

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