Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 71 (3.9.1935)
- Date
- 1935-09-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Palästinensische Umschau NR. 71, 3. SEPTEMBER 1935 Voraussetzungen der Mittelstandskolonisation Das Neueste in Kürze Von unserem palästinensischen gl.-Korrc apondenten Von Dr. Ludwig P i 1111 e r, Tel-Awiw Die in dem nachfolgenden Aufsatz enthaltenen Gedanken wurden von dem Verfasser auch in der Generaldebatte des huzerner Kongresses vorgetragen. (Red.) Die wirtschaftliche Vernichtung des jüdischen Mittelstandes in Zentral- und Osteuropa im Zuge der ökonomischen und politischen Entwicklung geht in einem rapiden Tempo vor sich. Sie erfaßt heute Schichten, die nicht eigentlich unter den Begriff ״Mittelstand“ fallen. Der Zionismus setzt dieser Vernichtung den Aufbauwillen des jüdischen Volkes in Palästina gegenüber und die Parole der Ueberfiilmmg der Entwurzelten in produktive Berufe in Erez Israel. Wir haben noch nicht verstanden, unsere Arbeitsmethoden in Palästina dem Tempo, in dem die Zersetzung in der Cialuth vor sich schreitet, anzupassen. Und der .Mittelstand selbst blickt hilflos und gebannt auf schien Untergang. Wir betrachten die landwirtschaftliche Ansiedlung als die Grundlage des Aufbaus. Es ist der Zionistischen Organisation gelungen, mit voller Einsetzung des nationalen Kapitals lind ihrer Institutionen ein Siedlungswerk zu schaffen, wofür der KKL den Boden, der Keren I lajcssod das Kapital und die Arbeiterschaft die Menschen und den Geist der Chaluziuth geliefert haben. Bei dieser Ansiedlung lag faktisch die Initiative bei der Arbeiterschaft. Sie hatte einen einheitlichen Willen und die politische Organisation, ihn in der Organisation durch/.uset/.eii. Und sic hat es verstanden, von Palästina her die Jugend in der Galuth zu erfassen. So ist es zu erklären, daß die Zionistische Organisation für die Ansiedlung des Mittelstandes, der selbst keine Initiative und keine politische Stoßkraft halte, wenig oder nichts Großzügiges getan hat. Es blieb der Pica und privater Initiative überlassen. Bei diesem Mangel an Initiative des Mittelstandes war ein wesentlicher Faktor, daß die Jugend großenteils in andere Lager übergegangen war. Als nun die Alijah aus Deutschland vor 20 Jahren einsetzte, wurden alle diese Unterlassungen manifest. Für diese Scharen von Akademikern, Kaufladen, Angestellten, die mit ihrem Kapital nach Palästina kamen und, teils durch ihre zionistische Erziehung teils durch ihr Schicksal in Deutschland belehrt, sich landwirtschaftlich ansiedeln wollten, war Palästina nicht vorbereitet. Und auch die Menschen waren unvorbereitet. Es ergab sich eine Fülle von Schwierigkeiten, die icli hier nur andeuten will: Die zur Verfügung gestellten Böden waren zur Ansiedlung dieser Menschen unvorbereitet, die privaten Böden nur zu hohen Preisen erhältlich und nicht für geschlossene Siedlungen; der Ilüuserbau fraß ein Drittel der Änsiedlungskosten auf; die Menschen waren unvorbereitet und die Ausbildungsmöglichkeiten begrenzt und schwierig für Familien. Die Siedltmgspläne waren improvisiert und die Wirtschaftsform gerade für diese Siedlergattung unerprobt und vieles mehr. Den Bemühungen der H i t a c h d 11 f b O I e j Germania, der deutschen Abteilung der Jevvisli Agency, welche die aufgebrachten Flilfsgclder verwaltete, der Pica und der Initiative von Privatgesellschaften und einzelnen ist es zu danken, wenn doch eine Reihe von neuen mittelstäiulischen Siedlungen entstanden ist. Auch neue Siedlungsformell sind aus den besonderen Bedürfnissen dieser Siedler entstanden, ohne Unter- Stützung öffentlicher Stellen. Aber die Leiden der Siedler werden nicht vergebens sein, und die Hilfsgelder der ganzen Judenheft werden Zinsen tragen, wenn wir es verstellen, aus diesen letzten 2• ״ Jahren die Lehren zu ziehen und einer breiten!Mittelstands-Kolonisation aus allen Ländern die Wege zu ebnen. Ich will versuchen, in größter Kürze die Voraussetzungen 2« umreißen, die die Mittelstands-Kolonisation zu einem zentralen Ailfbaufaktor des Landes machen können, gleichberechtigt mit der Kolonisation der Arbeiterschaft, und die di« Brücke schlagen können von dem Sied lungswerk in Palästina zu den Schichten des jüdischen Volkes in der Galuth, das Objekt und Träger dieser Siedlung sein soll. Es hat sich gezeigt, daß es unmöglich ist, Gruppen von bürgerlichen Familien, von dem Typ, wie sie jetzt aus Deutschland kommen, auf unvorbereiteten Flächen aimisiedeln. Die Verkehrslage, die Sanierung, die Absatzverhältnisse, die Anläge der Bewässerung, das Vorhandensein von Schule und ärztlicher Versorgung, dies alles kann nicht den ersten Siedlerfatnilten zu schaffen überlassen werden. Noch weniger ist es möglich, daß es der Initiative der Siedlergruppen überlassen ist, den Bodenkauf selbst zu tätigen. Eine der Forderungen, die aus den Kreisen der Ilitachduth Olej Germania erhoben wurden, war deshalb die Schaffung einer zionistischen Kolo 11 isations -Gesellschalt, welche Siedlungen für Gruppen von Mittelstandsfamiliem vorzubereiten hat. Die deutsche Abteilung hat dieser Forderung durch Gründung der ״Rnssco“ Rechnung getragen. An dieser Gesellschaft sind deutsche Juden mit einem Kapital von 55 000 Pfund in Form von Preference Shares und Obligationen beteiligt. Seitens der deutschen Abteilung wurde eine Kapitalbeteiligung von 20000 Pfund zugesagt, von der bisher 10 000 Pfund eingezahlt worden sind. Darüber hinaus soll diese Gesellschaft aber das wichtigste Kolonisations-111strument der Zionistischen Organisation für den Mittelstand aller Länder werden, und der Gedanke der Meranziehung von Privatkapital für eine solche Gesellschaft wird sich weiter ausgestalten lassen, wenn dieses Kapital fair behandelt wird. Dazu gehört, daß das nationale Kapital sich angemessen — ich möchte meinen, mit mindestens einem Drittel — beteiligt, um als finanzielles Polster zu dienen. Die Verbindung von öffentlichem und privatem Geld verbürgt eine rationelle Ver- Wendung und verkleinert die Summe der aufzuwendendlen nationalen Mittel. Ausbaufähig erscheint auch der Gedanke, Wirtschaft Die jüdische Industrie und Handwerk im Lande beschäftigt zur Zeit gegen 25 000 Arbeiter, zahlt U 2500000 Arbeitslohn pro Jahr und produziert Waren im Werte von £ 7 000 000. ln Jerusalem macht sich ein Ansteigen der Bau* bewegung bemerkbar; es wird angenommen, daß sich die Bauten im Laufe des Winters noch vermehren werden. Es herrscht an verschiedenen Stellen Mangel an Arbeitern, insbesondere an ausgebikiefen Baufachleuten. N i r, die Siedlungsgesellschaft der Arbeiterorganisation hat ihren Bericht über das Halbjahr Januar Juni!035 veröffentlicht, Die Gesellschaft gewährte den Siedlungen der Arbeiterschaft und verschiedenen Kooperativen Anleihen für den Ankauf von Kulten, Maschinen, für die Anlage von I'llanzimgcn, für Gebäude und Wasserinstallation wie auch als Betriebskapital. Die Fabrik für pharmazeutische Artikel in Jerusalem ״Tewa“ hat in diesen Tagen ihre ersten Produkte auf den Markt gebracht. Auf dem Boden des Kibbuz CJ11 Sehe in er bei Karkur (Samaria) wurde bei einer Bohrung reichlich Wasser gettimlen. An dem Ort, der schon im Jahre 1013 erworben wurde, konnte sieh bisher keine Siedlung halten, da der Wassermangel eine rentable Landwirtschaft unmöglich machte. Das Kolonisationsdcpartment der Jcwish Agency hat jetzt die Möglichkeit, dem Kibbuz zu einer festen Ansiedlung zu verhelfen. Aus Polifik, Gesellschaft und Kultur Es verlautet, dal! Rliageb Bey N a sclias clii bi, der frühere Bürgermeister von Jerusalem, sich entschlossen hat, dem Plan der Regierung für die Schaffung eines Gesetzgebend e 11 R a t e s zuzustimmeu. In der arabischen Presse wird weitläufig die Stellung der palästinensischen Araber hei Ausbruch eines Krieges diskutiert. Mehrere Blätter versprechen sich von diesem Ereignis neue große Möglichkeiten für die Verwirklichung der arabischen Unabhängigkeit. Wegen eines Streites mit dem Herausgeber erklärten die Arbeiter der arabischen Jaffaer Zeitung ״El D j a 111 i a h e I 1 s 1 a 111 i a 11“ den Streik. Der Emir von Kuweit befindet sich zu einem inoffiziellen Besuche in Palästina. Die Regierung hat ihre S u b ventIo 11 für das!1 e b r ä - isclie Sch ul netz von C 2$ 000 auf £ 30 000 pro Jahr daß Menschen der Galuth ihre Kapitalbeteiligung bei einer solchen Gesellschaft später gegen Siedlungsstellcu Umtauschen können. Auch der Keren Kajemeth muß eine Form finden, daß Juden in der (ialutli durch Spenden an den KKL sich einen Anspruch auf Siedhmgsbodeii für die Zukunft sichern können. Die Frage bedarf gründlicher Prüfung, aber ich erwähne sie, da ein solcher Weg nicht nur die Popularität des Nationalfonds gewaltig steigern wird, sondern auch den Menschen selbst mit Palästina verbindet. Nach älmlichem Prinzip wie die Rassco wurde ferner eine R e wä s s e r 1111 g s g e s e 11 s c ii a f t von der deutschen Abteilung ins Leben gerufen unter Beteiligung von nationalem und privatem Kapital. Vorläufig eine kleine Gesellschaft, aber zu Großem berufen, gerade für den Mittelstand, der nur auf bewässertem Boden siedeln kann, und zwar nach Fertig- Stellung der Bewässerung, Diese Gesellschaft muß der Schrittmacher der Kolonisation werden. Die finanzielle Bedeutung einer solchen Gesellschaft fiir den einzelnen Siedler wird klar, wenn man erwähnt, daß im Siedlungs-Budget von Kfar Jedidja, das 1100 Pfund pro Siedler beträgt, 200 Pfund auf die* Bewässerungsanlage entfallen. Kredit für Mittelstandssiedlungen Es hat sich gezeigt, daß, welche Wirtschaftsform auch immer gewählt wird, ein Ansiedlungskapital von £ 1000 bis 1200 für eine landwirtschaftliche Vollsicdlung einer bürgerliehen Familie ohne Boden für eine Familie notwendig ist. Rechnen wir den Boden hinzu, so kommen wir auf eine Summe, die um 1500 Pfund herum liegt, und das auch nur bei bescheidenen Ansprüchen. Fs ist daher nicht damit zu rechnen, im großen Umfang Mittelstands-Kolonisation fortsetzen zu können, wenn nicht Kredit aus öffentlichen Mitteln tiir solche Siedler zur Verfügung stellt. Die deutsche Abteilung hat mit geringen Mitteln versucht, eine gewisse Hilfe zu leisten und andere Institute dafür hinzuziizidicn. Aber es kennzeichnet die Situation, wenn man erwähnt, daß die Siedler einer Kolonie P/a Jahre um einen Kredit ringen mußten, der nur etwa 12 » o des investierten Siedlungskapitals des Einzelnen darstellt. Es hat keinen Sinn, gegen die Einwanderer die Anklage zu erheben, daß sie in unproduktiven Berufen in den Städten bleiben, wenn man einer Familie, die über 700 bis 800 Pfund Kapital verfügt, nicht das zusätzliche Kapital und den Boden in einer wirtscliafttich tragbaren Form zur Verfügung stellt. Gewiß ist eine Prüfung der beruflichen Qualifikation Voraussetzung. Aber die Hintansetzung der Menschen, die eigenes Kapital zur An- Siedlung mitbringen, beim nationalen Kredit, kann bei der jetzt bevorstehenden neuen Kolonisation nicht fortgesetzt werden. Mit der Entscheidung dieser Frage steht und fällt der Plan einer systematischen Ueberführung von Mittelständlcrn in die Landwirtschaft. Auch die Zurverfügungstellung von Kcrcn-Kajemeth-Boden und die Vorbereitung durch eine SiedlungsgescHschaft können ohne Ergänzung durch landwirt«ehaftliehen Kredit nicht zum Ziele führen. Ich habe von den materiellen Voraussetzungen der Mittelstandskolonisation gesprochen. Aber es gibt noch organierhöht. Die Subvention für Ci c s u!1 d 11 c i t s w e s on und soziale Fürsorge ist auf C 16 000 erhöht worden. In Tcl-Joseph (Ebene Jesree!) wird unter Beteiligung von 60 Hörern aus den Wirtschaften des- Keren Hajessod ein S e m i n a r ii b er Be v ä s s 0 r 11 n g s f r a g e n abgehalten. Iri Tel-Awiw faml die zweite Tagung der palästi• n e 11 s i s c h c n Studenten statt. In T e 1 - A w i w wurde das nach Brenner genannte neue G e w e r k s c 11 a I t s 11 a 11 s der Arbeiter feierlich eröffnet. Das Haus enthält die Büros der Tel-Awiwer Gewerkschaften, Vtrsar mlungsrütmic und eine große moderne Arbeiterkiiclic. Aut dem jüdischen Friedhof auf dem Oelberg wurde eine Gedenkfeier fiir die Opfer der Unruhen von 1020 abgehalten. Der Post streik in Kirjath Chajim bei Haifa, der durch die Weigerung der Podbehörde, eine Poststelle in dem neuen Viertel in der 1 laifa-Bay zu errichten, hervorgerufen wurde, ist mit der Bewilligung der Forderung von Kirjath Chajim bei gelegt worden. Die Leitung von R ec I! :1 w j a h in Jerusalem hat ein neues V e r z e i c!1!1 i s d e r Be w o h n e r des Viertels mit Adressen lierausgegebcn. Das Viertel hat jetzt 2FD Einwohner. Beigefügt ist eine Erklänuig der Siral’eniiainen, in denen kurz die Persönlichkeiten, nach denen die Straßen genannt sind (sie stammen meist;ms der spanischen Epoche), skizziert werden. In Jaffa wurde der Prozeß gegen eine j ii d i s c!1 e F a I s c!1 m ii 1! / 1• r ha 11 d e aus T e I - A w i w, die falsche 100-Milstückc herge-tdlt hatte, eröffnet. Der Richter übergab sämtliche Angeklagten den! Bezirksgericht. Das Interesse ail dem Prozeß ist ungewöhnlich M.11 k, well aus den Zeugenauss.agcii 11er\or/ngehen scheint, daß I, , iolti/ierr aus I el- Awiw in die Angelegenheit verwickelt sind. Drei Offiziere sind bis zur Klärung der Affäre '>0111 Dienst suspendiert worden. 1 >ie hebräische \ a t i o 11 a I b i b 1 i ״ t h e k i 11 J c r tt - s a I e 111 erhielt 11.!s M.-um-kript des T a g e b 11 e 11 e s von Mosch eh Monte!iure von seiner Palästinareisc im Jahre 1855. F r i t / Naplitali hat ein Lehrbuch über National- Ökonomie und Kon j 1 in kt 111 וel 110־ heraiisgegebeil. das aus Vorlesiingeii am I iaifaer '1 eelinikiim entstanden i-t. Die liebräisclie l \ liei set/ung st.1! 111111 \ oll I );111 Piimes. I lier ist zugleich der Versuch geraucht, eine Terminologie für die nationalökonomische Wissenschalt zu schaffen. Unter der Redaktion von R. Oppenheimer ist die erste 11 e 11 r ä i s c 11 e Z e i ( s c 11 r i f t f ii 1־ B o t a 11 i k und Gart e 11 b a 11 w i s s e 11 s c 11 a 1' t erschienen. satorisdic, fachliche und ideologische Voraussetzungen, die nicht weniger entscheidend sind. Aus allen Kreisen der Wirtschaft fordert man heute einen zentralen Wirtschaftsrat als planende, beratende und anregende Körperschaft, die von der Exekutive ins Leben gerufen werden muß. Der landwirtscliafiliclte Sektor bedarf einer solchen Körperschaft ebenso dringend wie der städtische und industrielle. Ich erwähne das gerade im Zusammenhang der Mittelstandssiedlung, weil sie noch jung und unorganisiert ist, während die Arbeiterschaft sich schon wichtige Institutionen dieser Art geschaf* fen hat. Heute besteht bei der Palästina-Exekutive auf diesem Gebiet eine klaffende Lücke. In den Verhandlungen mit der Regierung über Steuern, Zölle, Tarife, Verkehrswege, Exporicrscbließmig iimv. vermißt man jede Koordinierung lind Leitung seitens der Jevvisli Agency. Es fehlt der Kontakt mit der Wirtschaft. Auf dem Gebiet der Mittelslands Siedlungen sind die Wirtschaftsformen im Fluß. Vieles ist noch ungeklärt. Fs bedarf der Planung seiteiw einer kompetenten Körperschaft und einer Kritik von höherer Warte. A11 dieser Körperschaft, die ich eine j ii d i sehe 1. a n d w i r t s c 11 a f t s k a m m e r nennen möchte, sollen sich die Exekutive, die Landwirtschaftliehe Versuchsstation tmd Fachleute aus allen Kreisen der landwirtsehaftlöhen Praxis beteiligen. Besonders erwähnen möchte ich die Aufgaben der M a r k t f o r s c 11 u 11 1111 ״ d A b s a f / p f I c g e, da die Sch wierigkeiten auf diesem Gebiet diu Rentabilität der gemischten Wirtschaft, besonders des Gemüsebaus durch Juden, ernsthaft in Frage stellen. ' Der letzte Punkt, den ich berühren will, ist die Frage der Ausbildung und des Nachwuchses. Sie ist für das Gelingen tmd die Zukunft breiter Mittelstandssiedlungen von entscheidender Bedeutung. Wir haben in ■den Kreisen des Mittelstandes, wie die Alijah aus Deutschland gezeigt hat, die noch voll arbeitsfähigen Menschen, die sich körperlich und beruflich umstellen können. Die Mittel dieser Einwanderer sind meist im Verhältnis geringer. Aber die Berechtigung der Ergänzung durch nationalen Kredit setzt die berufliche Vorbereitung dieser Menschen voraus. Diese Allsbildungsmöglichkeit muß dem Einwanderer gegeben werden, und es ist die Ehrenpflicht des vorhandenen landwirtschaftlichen Jischuw, diesen Einwan• derern die Ausbildung zu ermöglichen, ohne daß es ihr Siedlungskapital auf zehrt. Die Moschawim haben da große Dienste geleistet. Aber die vorhandenen Möglichkeiten sind zu begrenzt. Es gibt dann die Schicht der älteren Mittelstä'ndler, di« meist mehr Kapital haben, deren Chancen aber trotzdem in der landwirtschaftlichen Vollatisiedlnng auf Basis gemischter Wirtschaft geringer sind. Aus den Kreisen dieser Menschen sind neue Siedlungsformen Im Lande entstanden. Hie zionistischen Kokmisationsiiistan/en sollen diesen aus der Not entstandenen Versuchen nicht dok- Die Forderung der Stunde Neuer Boden für neue Kolonisation Spenden an den KEREN KAJEMETH LEJ ISRAEL, BERLIN W15, Mel n ekestra ße 10 * Postscheckkonto: Berlin 28247 I )