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Jüdische Rundschau · 1935-08-27 · Heft 69 (27.8.1935) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 69 (27.8.1935)
Date
1935-08-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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*JÜDISCHE RUNDSCHAU Palästinensische tmsehan NR. 69, 27. AUGUST 1935 Emir Saud bei Emir Abdallah Von unserem palästinensischen Korrespondenten Aus dem Bericht der Palästina-Exekutive Die Palästina-Exekutive der Jewish Agency hat dem X1X. Zionistenkongreß in Luzern einen Sonderbericht über die politische Entwicklung in Palästina überreicht, der als Broschüre an die Delegierten verteilt worden ist. Die ersten Kapitel enthalten die Darstellung der Probleme der Immigration und der jüdischen Arbeit, insbesondere die Berichte über die Verhandlungen mit der Regierung betreffend die Zuteilung der Zertifikate (״Seheduks“). Ein weiterer längerer Abschnitt ist den Fragen der städtischen Selbstverwaltung gewidmet. Wir entnehmen dy׳m Bericht einige kürzere Kapitel über Spezialfrag«1, die für unsere Leser von Interesse sein dürften. Hafen- und Schiffsarbeit Das politische Departement widmete besondere Aufmerk- SamkeM der Frage der Schaffung einer festen Stellung für die jüdische Arbeit in den Häfen Palästinas. Es wurden mit der Regierung Verhandlungen gepflogen, die darauf abzielten, es jüdischen Hafenarbeitern zu ermöglichen, in den verschiedenen Häfen des Landes Arbeit zu finden. Ferner wurde eine Anzahl von Zertifikaten an jüdische Dock- und Schiffsarbeiter aus Saloniki verteilt, denen es gelang, im Hafen von Haifa Beschäftigung zu finden. Die jüdische Arbeitergewerkschaft entwickelte viel Initiative in dieser Angelegenheit und nahm einen großen Teil der Verantwortung für diese Bemühungen auf sich. Die Zahl der im Hafen von Flaifa beschäftigten Juden hat sich in den letzten zwei Jaluen verdoppelt; sie steht aber immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau im Vergleich zu der Gesamtzaht der itn Hafen beschäftigten Arbeiter. Ein neues Ereignis der Berichtsperiode war das Erscheinen jüdischer Schifte mit einer größeren oder geringeren Zahl jüdischer Mannschaft. Die Jewish Agency bemühte sich um die Beschleurügung der für die Registrierung dieser Schiffe unter der palästinensischen Flagge notwendigen Formalitäten. Sie half ferner, für diese Unternehmungen, welche Aussichten auf Sicherung eines ständigen Platzes für jüdische Arbeit und Unternehmungsgeist auf dem Gebiete des Seetransportwesens eröffnen, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Polizei und Öffentliche Sicherheit 1. Eine der Folgen des Arbeitermangels war, daß e«1e größere Zahl jüdischer Polizeibeamten ihre Posten aufgaben und diese Rücktritte zeitweise fast epidemischen Charakter annahmen. Die Gehälter bei der Polizei waren schon in normalen Zeiten im Vergleich mit den jüdischen Arbeitslöhnen niedrig gewesen; im Vergleich zu den hohen Löhnen, die in den letzten zwei Jahren gezahlt wurden, und bei dem allgemeinen Ansteigen der Lebenshaltung, insbesondere der Mieten, waren sie völlig unzureichend. Eine Anzahl ferner liegender Posten blieb gänzlich ohne jüdisches Poiizeiperso nal, und auch in den größeren jüdischen Zentren in den Städten und auf dem Lande verminderte sich die Zahl der jüdischen Polizisten ernstlich, und ein Gefühl der Unruhe verbreitete sich unter ihnen. Die in der Polizei verbliebeneu jüdischen Beamten waren niedergedrückt über die ständige Verminderung ihrer Zahl. Es war klar, daß, wenn nicht »-..besondere Bemühungen gemacht würden, um neue Kräfte m ,^Jfjmitiereii, die Lage der Juden in der Polizei allmählich unhaltbar werden würde. Es w urden daher dringende Schritte unternommen, um geeignete Kandidaten für den Potizeidienst zu finden. Da die Polizeibehörden es besonders schwer gefunden hatten, jüdische Polizisten zu finden, die in den ferner liegenden ländlichen Bezirken dienen wollten, so bemühte man sich besonders, Rekruten für den Polizeidienst unter der ländlichen Bevölkerung ausfindig zu machen. Diese Bemühungen wurden von seiten der Polizeibehörden bereitwillig unterstützt und erwiesen sich erfolgreich. Gleichzeitig unternahm die Stadtverwaltung von Tel-Awiw die Rekrutierung neuer Polizisten für den Dienst in der Stadt. Als Ergebnis dieser verschiedenen Bemühungen erhöhte sich die Zahl der jüdischen Polizisten, die von 300 im Dezember 1933 auf 233 im März 1935 gesunken war, bis Ende Juni wieder aut 286. Ihre weitere Vergrößerung in der nahen Zukunft scheint gesichert. Die Jewish Agency hat für die neuen Polizei-Rekruten, die sie hat finden helfen, viel Lob geerntet. Die Exekutive übernahm auf eigene Kosten die Anstellung von Leiirern in den drei Amtssprachen für die jüdischen Rekruten in der Polizeischule. Zur Zeit der Abfassung dieses Berichtes hatte diese zum ersten Male in ihrer Geschichte eine Mehrheit von Juden unter den Rckruten. Auf Initiative des Waad Leumi und unter Mitwirkung der Jewish Agency fanden Beratungen über die Wohnunterbin düng der jüdischen Polizisten und ihre Ansiedlung aut dein Lande nach Beendigung einer längeren Dienstzeit statt. 2. Die Stellung der T e 1 - A w i w e r Polizei beschäftigt das Politische Departement in besonderem Maße. Es fanden hierüber zahlreiche Besprechungen sowohl mit den Behörden wie mit der Stadtverwaltung von Tel-Awiw׳ statt 3. Das Politische Departement befaßte sich nach w׳ie vor Intensiv mit allen Fragen, die die Sicherheit der jtidischen Bevölkerung betrafen. Durch Vermittlung eines besonderen Liaison-Beamten unterhielt sie ständigen Kontakt mit den Militär- und Polizeibehörden hinsichtlich der Sicherheitsmaßnahmen. Das Departement gab eine Karte der jüdischen Siedlungen heraus, die die Behörden für amtliche Zwecke übernahmen. Es wurde vereinbart, daß diese Karte halbjährlich im Einvernehmen mit der Jewish Agency revidiert werden solle, um sic mit der Weiterentwicklung im Einklang zu halten. Insbesondere wurde dafür Sorge getragen, das wechselnde Personal des Kommandos der verschiedenen Truppenteile regelmäßig über die Lage und den Charakter der jüdischen Siedlungen zu informieren. Mit Unterstützung des Politischen Departements wurde in der neuen Siedlutigsfläche des Emek Chcfer und seiner Umgebung ein Telephonnetz angelegt, dessen Zentrum sich in Nathania befindet. Bezlehuneen zu den Arabern 1. Die arabische Sektion des Politischen Departements wurde während der Berichtsperiode bedeutend erweitert, um ein systematischeres Studium der politischen und sozialen Entwicklungen unter der arabischen Bevölkerung Palästinas und in seinen Nachbarländern zu ermöglichen. Der interne arabische Pressedienst des Departements wurde ausgedehnt. Das Departement begann ferner die Veröffent- Mcliung einer monatlichen Revue der Politik des mittleren Ostens in hebräischer Sprache, unter besonderer Berücksichtigung der Fragen, die Palästina angchen, und der Probleme der jüdischen Gemeinschaften in den arabischen Ländern. Diese Veröffentlichung, von der bisher vier Nummern erschienen sind, ist einem ausgewähltcn Kreis von Subskribenten «ugängig gemacht worden. Ferner hat das Departement gegl, Tel-Awiw, 20. August 35 Für die Araber Palästinas und Transjordaniens stand die letzte Woche im Zeichen des Besuchs des Emirs Saud von Nedjed bei Emir Abdallah von Transjord a n i e n. Für die politischen Führer des Landes war der Besuch ein Ereignis von großer politischer Bedeutung; für die Volksmassen ein seltenes Fest. Während der Tage, wo sich der Emir in Westpalästina aufhielt, wurden ihm bei seinen Durchgangsstationen große Ovationen dargebracht, Beduinen kamen in berittenen Gruppen und zeigten ihre Reitkünste, ganze Dörfer saßen mit Frauen und Kindern an den Wegen, das Auto des Emirs kam mit Mühe durch die Straßen der beflaggten und blumengeschmückten Städte. Die arabische Presse erschien mit den Bildern der beiden Herrscherhäuser, der Haschimiten und der Saudier, sie brachte genaue Be- Schreibungen von den Fahrten des Emirs, historische Erinnerungen, sic druckte die Reden der zahlreichen Banketts, die zu Ehren des Gastes abgehalten wurden, ab und verteilte je nach Neigung und politischer Stellung ihren Preis für die beiden Herrscherhäuser. Die englischen Beamten erwiesen dem Emir die entsprechende Ehre, empfingen ihn zusammen mit dem diplomatischen Corps an der Station in Jerusalem, versammelten zu einer Begrüßung die führenden Engländer im Government House und stellten ihm die militärische Ehrengarde. In Transjordanien wurden die Feste fortgesetzt, und Emir Abdallah beschenkte seinen Gast mit einem juwelenbesetzten Schwert. Es war eine Woche sehr malerischer orientalischer Empfänge und Begrüßungen, reichlicher Stoff für die Phantasie des Volkes und für die politischen Spekulationen der arabischen Notabein. Zwischen dem Hause des Emirs Saud, Sohn von Ibn Saud, dem Wahabifürsten, der heute über Hedjas und Nedjed herrscht, und des Emirs Abdallah, Sohn des verstorbenen Hussein, früheren Sherifs von Mekka und Haupt der Haschimiten, hat Jahrzehnte hindurch ein offener und später unterirdischer Kampf getobt, der noch vor einigen Jahren einen Besuch des saudischen Thronfolgers in Amman utopisch hätte erscheinen lassen. Müsse i n, der Vater Abdallahs von Transjordanien, war der erste Bundesgenosse der Engländer in ihrem Kampfe gegen die Türken. Lawrence von Arabien hat seine berühmte Wüstenrevolte und seinen Zug nach Damaskus mit Faisal, dem Sohne Husseins, zusammen ausgeführt und an Hussein wurden jene Versprechungen der Eng-!ander gegeben, auf die sich die palästinensischen Araber in ihrem Kampf gegen das Mandat in den letzten 15 Jahren immer wieder berufen haken. Die Machtverhältnisse auf der arabischen Halbinsel gestalteten sich jedoch anders, als es in den Zeiten des Sherifen Hussein angenommen wurde. An der Stelle des Hauses Husseins, des Haschimiten, stieg das Wüstenkönigtum von König Ibn Saud empor, der mit seinen Beduinen zuerst Nedjed und später Hedjas eroberte, die Haschimiten aus Mekka, vertrieb und ein neues arabisches Reich auf baute. Die Söhn« des Sherifen, der in Zypern nach seiner Abdankung starb, wurden von England in den angrenzenden Gebieten versorgt, Faisal auf dem Thron des neugeschaffenen Königreiches von Irak, Abdallah im Emirat von Transjordanien, das von Palästina und der jüdischen Ko- Ionisation abgetrennt wurde. gen über Falschmeldungen oder Tatsachenverdrehungen, die ui arabischen Zeitungen in Palästina oder in anderen Ländern erschienen, regelmäßig Richtigstellungen und Dementis veröffentlich! Diese Methode der Entgegnung hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Die Mehrzahl dieser Dementis sind in zahlreichen arabischen Blättern publiziert worden, und die vom politischen Departement der Jewish Agency herausgegebenen Communiqucs sind für die Leser der arabischen Presse bereits eine wohlbekannte Erscheinung geworden. 2. Das Departement hat steh aktiv um die Herstellung persönlicher Beziehungen mit Führern der arabischen öffentlichen Meinung innerhalb und außerhalb Palästinas bemüht. Der Umfang solcher persönlicher Beziehungen hat während der Berichtsperiode bedeutend /!!genommen. Diese Kontakte erwiesen sich als .wertvoll insofern, als sie es der Exekutive ermöglichten, sich aus erster Quelle über die politischen Gedankenströmungen in der arabischen Welt zu informieren und andererseits die arabischen Führer mit der zionistischen Auffassung über die Zukunft der jüdisch-arabischen Beziehungen in Palästina und der Beziehungen zwischen Palästina und den Nachbarländern vertraut zu machen. Nachrichten über die laufenden Entwicklungen liefen beim Politischen Departement ständig von seinen Korrespondenten in den Hauptstädten der Nachbarländer ein. Andererseits besuchten Mitglieder des Departements häufig verschiedene Teile Palästinas und der Nachbarländcr, um die Zustände an Ort und Stelle kennenzulernen und Beziehungen herzustellen. Jüdische Seeleute Der Steuermann des Dampfers ״Tel-Aviv ‘ mit seinen beiden Neffen, Matrosen auf demselben Schiff. r.t•: Enn Mai« Das wachsame Auge Englands, das hn Reiche von Ibn Saud mitgestaltete und zugleich die Entwicklung im Irak und Transjordanien leitete, hat in geduldigen und vorsichtigen Bemühungen die alte heftige Feindschaft zwischen den beiden arabischen Herrscherhäusern zu dämpfen versucht. Grenzstreitigkeiten, die die strategischen Interessen des Imperiuins berührten (Akaba!), Revolten in der Wüste gegen Ibn Saud, von denen immer wieder gesagt wurde, daß sie in Transjordanien mitgeschiirt wurden, erschwerten die Schaffung stabiler Verhältnisse zwischen Innerarabieu und dem Grenz.lande. Mit der steigenden Macht Ibn Sauds wurde dieser eine Quelle des Stolzes und der Zuneigung für die arabischen nationalistischen Führer Palästinas, die im Innern der arabischen Halbinsel Träume arabischer Unabhängigkeit verwirklicht sahen. Vor einigen Monaten begab sich der Sohn Ibn Sauds, der E mi r Saud, auf eine europäischse Reise, die in einem längeren Aufenthalt in London gipfelte, wo er mit vielen Ehren empfangen wurde. Von dort kehrte er nach Hause zurück und nahm seinen Weg über Palästina und Transjordanien. Fs ist nicht ersichtlich, ob die Initiative zu diesem Besuche von Mekka ausging oder oh sic im Kolonialamt in London angeregt wurde. Sicher ist jedoch, daß sie nur dann zustande kommen konnte, wenn England diesen Besuch für erwünscht und richtig hielt, und daß Emir Abdallah sich eher zu der Rolle des Gastgebers bequemen mußte, als daß er sie besonders ersehnte. Die Engländer führen mit diesem Besuche ihr Bestreben nach der Schaffung eines bestimmten Gleichgewichtes auf der arabischen Halbinsel lind zwischen der! beiden Fürstenhäusern fort. A s s a f, ein guter Kenner der arabischen Verhältnisse, deutet in der hebräischen Presse auch an, daß es den Engländern daran liegt, die Araber darauf liinzuweisen, daß ihre Versprechungen an die arabischen Völker, ihnen wieder zu Macht und Unabhängigkeit zu verhelfen, sich in Satidia in großem Umfange verwirklicht haften. Der Emir Saud, der von den Ehrungen in London zurückkehrt, ist gewissermaßen der lebende Beweis für ein neu geschaffenes machtvolles Königreich, das unter englischer Aegide erwachsen ist. Daß die arabische Masse für die Verwirklichung dieses Traumes starken Sinn hat, bewies sie in dem begeisterten Empfang, den sie dem Emir Saud bereitete. Und daß Abdallah von Transjordanien seine besonderen Gedanken bei diesen Festen hatte, zeigt die Art, in der er eine syrische Delegation, die sich an den Feiern in Amman beteiligen wollte, ausschloß, wie er auch die palästinensischen Notabein, darunter den Mufti von Jerusalem, nicht zu den Festen in seine Haupt- Stadt lud. In dem Empfang im Regierungspalast in Jerusalem, in den Festen in Amman, in der Begeisterung der Menge und den genau abgewogenen Vorbereitungen der englischen Diplomatie für dieses Zusammentreffen feindlicher Fürstenhäuser liegt eine seltsame Mischung von moderner Staatskunst und alten orientalischen Bräuchen. 111 dem Zusammentreffen der beiden Emire entsteht ein neuer Baustein in dem feinen Gefüge, mit dem England die arabischen Kräfte im Gleichgewicht hält. Fragen der Industrie Das Politische Departement stand mit der Regierung über eine Reihe von Fragen, die die Lage der jüdischen lndustric betrafen, insbesondere im Zusammenhang mit den Handelsverträgen, die mit den Nachbarländern verhandelt und abgeschlossen wurden, in laufendem Koniakt. Fs beriet und unterstützte den Industriellenverband in seinen Vorstellungen bei der Regierung. Das Departement unterstützte auch den Vorschlag des lndustriclleiivcrhamles bezüglich der Schaffung eines besonderen Regicrungsdepartemmts für Handel und Industrie, das von der Zollverwaltung getrennt sein soll. Es trat ferner für die Einführung besonderer Maßnahmen ein, um das ״Dumping“ ausländischer Imiusti ieproduktc zu bekämpfen. Im Einvernehmen mit dem Handels- und Indurtriedepartement der Jewish Agency wurde Material für weitere Vor- Stellungen hinsichtlich der Revidicning der Zollpolitik der Regierung vorbereitet. Berufsbeschränkungen 1. Die Exekutive mußte während der Berichtsperkxie verschiedentlich bei der Regierung Vorstellungen über die Zulassung von Mitgliedern der freien Berufe — insbesondere von Merzten oder Rechtsanwälten — zur Berufsausübung in Palästina erheben. Sie trat gegen die Einführung von Beschränkungen ein, indem sie darauf hinwies, daß in einem im Wachstum begriffenen Lande wie Palästina es dringend erforderlich sei, daß die Einwanderung von Mitgliedern der freien Berufe nicht gehemmt werde, und alles, was dazu führen könnte, einen zünftigen Abschluß in der Berufszulassung herheizuführen, vermieden werde, da dies das Niveau der Leistungen und des öffentlichen Nutzens der betreffenden Berufe herabsetzen müsse. Die Regierung hat kürzlich der Jewish Agency mitgeteilt, daß es mit Ri'.CKsicht aut die große £ahl der A e r z t e, die sich in Palästina niedergelassen und die Erlaubnis zur Benifsausübuiig erhalten hätten, geplant sei, Beschränkungen hinsichtlich der Erteilung der Niederlassuiigserlaubnis einzuführen, u m eine Ueberfiillung des Aerz t e Standes und beruf lieh« Mißbräuche zu verhindern. Es sei daher beabsichtigt, eine von Jahr zu Jahr fesf/usetzende Quote für die Erteilung der Niederlassungscrlaubnis an Aer/tc, die sich in Palästina naturalisieren ließen oder die Erlaubnis zur Ansiedlung im Lande erhielten, einzuführefl. 2. Die Exekutive erhob ernste Vorstellungen gegen die vorgcschlagene Einschränkung. Sie verfocht die Auffassung, daß das Anwachsen der Zahl der Aerzte eine bloß vorübergehende Erscheinung sei, die kn wesentlichen auf die Gesetzgebung in Deutschland zurückzuführen sei, und wies darauf hin, daß die Zahl der Gesuche um Niederlassuiigserlaubnis sich in den letzten Monaten ständig verringert habe. Sie betonte, daß auf diesem wie auf anderen Gebieten der Wirtschaftsfaktor schon seinen regtilierenden Einfluß ausüben werde, und dal! tatsächlich schon An- Zeichen dafür vorlägen, daß dieser Faktor bereits wirksam sei. Was die Frage der Sicherung des Niveaus des Aerzte- Standes und der Verhinderung von Mißbräuchen betreffe, so ז

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