Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 67 (20.8.1935)
- Date
- 1935-08-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 67, 20. VIII. 1935 Wie gestalte ich tl e 11 N <* 11 a b I» a 1? Für Schabbat, 24. August Wochenabschnitt ,,R’eJ" (V. B. M. Kap. 1!, 26—16, 17.) I. Unsere Sitlra entli.ilt eleu Hinweis auf den falschen Propheten, der unter Berufung auf ein Wunder das jüdische Volk von seinem (ieset/ entfernen will. Selbst das Wunder vermat; ihn nicht r\\!ciritiiiiieren. Siehe hierzu Mainioiiides (More N'ebucliim 2 1) und insbesondere ״Hilchot Jesode 1 ora“, wo ausfuhriieh über die Bcili-utam; des Wunders gesprachen wird. II. Die soeenannten ״I leiligkeitsgeset/e•‘ werden eingeleitet mit dem Satz: ..Kinder seid ihr dem Ewigen, eurem (iot1‘\ Aueh in allen;inHeren Dingen, wie Kleidung und Nahrung, nnili das jüdische Volk sieh daher der (iottesnahe würdig eru eisen. Ihr seid Kinder Gottes lind habt daher besondere Pflichten, die bis in die privateste Sphäre reichen. III. Besonders interessant sind die Gesetze über das rrlaiSjahr, die Vorschriften über die Armem lind Sklaven. Mat! arbeite auf dem <>ncg Schabliat den sozialen Gehalt dieser Vorschriften heraus und weise insbesondere darauf hin, wie weit diese (ii'set/gebung ihrer Zeit voraus war. Beachte weiterhin die feine p'C dialogische Bemerkung Kapitel I >, 0. Als Material ist der Kommentar von Prof. Dr. iloH'manii: ,,Das Buch I >ctiU ronamitiin“ sehr gut zu verwerten. Auch S. Id I livscU LEn ■t \ ,’eie '•s izhtige I linweise. Als I lalt.ira wird Jesaia Kap. '■>!, II V), (1 gelesen. Sie ist eine der Tnwtha:!.11a>t. J. Psalm . Wochen des Trostes l eiu r den \V< >. des jmli.sehen Menschen gibt der jalkut Selmnon; zu l׳,:׳״:!in de. NK oeheuabszhii’ttes ein sinnreiches Beispiel. I r;׳lei, hi־. e׳.׳dk C' da, einem Manne, der an einer NX eg Kreuzung s di. \'or ihm ia :e!1 zw ei verschiedene Wege: Der eme war zu .Vitaitg idn-n und am Link׳ dornig und stemm. I )׳1״ amieia iiiii11־> ׳״< :׳ war zu Anfang beschwerlich umi mm eps.inp aber an seinem Pude leicht und glatt. Br ermahnte ti.iln 1־ dm Vorn Inn; eiernden und sprach zu ihnen: Sein ihr, dieser WV:w der da eben und glatt ist, wird nach wenigen Sehnttcn sein >1! gefahrvoll, da er voller Disteln und Dm uni ist. I ).■!־ amlere hingegen ist zu Anfang schwer um! dornig, nach einiget־ An streit gung aller ist er überwunden und ihr kommt zur I imte hinaus. So auch Israel, das den NX'ig des schu lergjcii Aniaii'g-s geht, um dann in der Heilszeit frei mul erlöst zu sein. Diese Stelle konnte man als Ausgangspunkt zu einer wcitausholemlen Bo>p! eelnmg veru 1 ndeii. Wenn man seinen Weg als aufre! hier und guter Jude wählt, so ist der Weg zwar ׳au .Anfang beschwerlich, reich an Hindernissen, aber am luule winkt die weite übene, die innere und ändere Befreiung. Man muH die innere Kraft zu dem beschwerlichen Anfang aufbringen, man muH die Widerstände überwinden können, um dann würdig zu sein — wie die Alten sagen — zu einer vollkommenen Erlösung. Auch äußerlich geht der Weg des Juden in den Monaten des Tamtnus und Aw von den Wochen der Volkstraucr um die Zerstörung Jerusalems zu den Wochen des Trostes und der Erfüllung. Es sind Wochen voll tiefen Erlebens und des Insiehgekchrtseins. I).e in diesen Tagen von Trauer und bk'limerz bewegte Stimmung hat einen reichhaltigen Niederschlag im Midrasch und Talmud gefunden. Eitlen Einblick gewährt uns das m der Sdtocketibüeherei (Bd. 36) erschienene Büchlein ״Midraschim der Klage und des Zuspruchs“, die von Dienemanti ausgewähft, übersetzt und mit einer instruktiveu Einleitung versehen sind. Wir werden dabei die Einleitung aufmerksam ihireh-sprcchen und uns klar zu werden versuchen über manche Eigentümlichkeit des Midrasch, über dessen XX'esen, Ziel und Aufgabe. - Mit dem Fall Jerusalems und der Zerstörung des Tempels ist Gott gleichsatt! heimatlos geworden. Gleich einem Menschen trauert er tm1 seine Kinder, die in die Verbannung gegangen sind. Das l eid des Volkes wird zum Leid Gottes seihst. Fesselnd sinn die einzelnen Abschnitte, die wir aus dieser Sammlung her.tusgreifen und gemeinsam lesen wollen: Der Hunger. Die Zerstörung. — Der Kampf der Väter (S. 23 f.). — Das grolle Gericht (S. 53). — Die siebenfache Opferung (S. 67). — Rabbi Akiwa der Tröster (S. 73), und als Ausklang: Und dennoch: Leben und Freude (S. 75). Die Agada hat in uns auch die Sehnsucht nach Erlösung und Wiedererstehnng wachgehalten. Mit dem Fall der Stadt begann auch gleich die Tröstung. Eine jüdische Legende berichtet: Am Tage der Tempel/erstörung ist der Erretter geboren, und sein Name ist Menaehcm, der Tröster. Das Volk hat nie aufgehört, von seiner Erlösung zu träumen und das nahe Heil zu erwarten. Das Gefühl der Verbundenheit mit der verlorenen Heimat war immer sehr stark und tröstete über manche schicksalsschwere Stunden der Gegenwart. Mit glühende!! Farben hat sich das Volk den Wiederaufhau und die Zukunft des verwüsteten Landes ausgeinalt. I Vbt r die starke Verbundenheit des jüdischen Volkes mit seinem Lande gibt uns reichen Aufschluß die vortreffliehe Sammlung ״Israel. Volk und Land“, die in zweiter Auflage im Verlag Keilern (Berlin F>35) erschienen ist. NX'ir verfolgen hier art Hand einzelner Abschnitte die Sehnsucht eines vertriebenen Volkes nach seiner Heimat und sein Ringen um deren Besitz. Wir tun gut, diese Anthologie /tun Gegenstand einer gemeinsamen Besprechung zu machen, wobei einzelne Abschnitte, besonders diejenigen, die Bezug aut die neuere Zeit nehmen, vorgelesen und erörtert werden. ,.Ls ist -- wie die Herausgeber mit Recht hervorheben — die immerwährende innere Auflehnung gegen die Gallith und der nie völlig untergegangene Wille zu einem vollwertigen und selbständigen Leben.“ I. M. Mark Chagall, der berühmte Maier, ist zu einem dreimonatigen Aufenthalt in Polen nach Warschau gekommen. Er wird an der Tagung des Jüdischen Wissenschaftliehen Instituts in Wilna teiinchnien. Briefe an die Redaktion Der Begründer der Bodenreform Frankfurt a. M.-E., 16. Aug. 1935 An diu ,.Jüdische Rundschau“! In Ihrer Ausgabe vom 13.8. würdig! tut Sic mit Recht die Bcdcuum״ do־* kürzlich vrrstor« henen Ado!! Dauui-rhkt' auf dem Orbit*! der den! ־ ulten Boden rci<>rmhrxve<n1ng. Auel! Sic nennon ihn, wie alle tibng.*n Zci• Hingen, den Begründer die-e-r Brwrrnmj», aber, wie ich, der ich diese Dingo miterlebl habe, hr/on!»en kann, mit l'nrc-'!1t. Die erste Ycrem!1,<uno in I)eu!־a!dand mit b׳>drnre!<>rrm-risehen Zielen war die Lawliiga des Frankfurter jüdischen Ar/tes Dr. Theodor Stamm. Sie .'uheitcr! e nach kurzem Bestand. Da^e^t'ii war einige Jahre!er der ^]cuhtalK aus Frankiurt .stammende Jude Michael Fiü r - sehe im erfolgreicher, indem er, der in der Folgezeit seine ganze Kräh, -ein Verneigen und .seine Gesundheit für diese Idee ein-ei/.te, irn Jahre 1888 mit 67 Anhängern, darunter vielen Juden, den deutsehen Bund für Bodcnbc-i!zreiorm hcipümlete. Kr seihst lehnte als Jude den Vor- >i!z ah und begnügte sieb mit der Stelle eines Schriftführers. Der heutige Bund deut-rher Hodenrotormer ist eine direkte Fort- M1׳ /ung der Flürseheimschcn Gründung. Die im Jahre 1896 vorgenommene Namensänderung, die unter dem Vorsitz von Dama-ehke erfolgte, bedeutete in keiner Webe eine Aenderung bodenreformeris-cher Grund- M3.?ze, sondern sie bedeutete nur eine veränderte Kin^ellung in bezug auf die Methoden der lleitnhuiung der Grundrente für die Allgemeinheit. Mit Zion.-gruij Adolf L e v y Vor 70 Jahren Memel, den 18. Aupup 1935 Verehr! c Schrift leim״״! In der unter die,er Spitzniaike gebrachten Notiz in Nr. 65 Ihrta Bla! 1 es wegen der hebiiii- M'hen Literatur - Gesellsrhaft מקיצי :רדמים in I-yek. wird 11n- 1er den prominenten Mitgliedern die-er bedeut tarnen (ie-elbehah un-cr Historiker Dr. Chaim (Heinrich) Graetz angeführt. Es muß ein Druckfehler oder Irrtum vorliegcn, denn unser beriihmtcr Gea hirlitsschreiher Prof. Dr. Heinrich Grätz hieß hebräisch ־= צבי הירש ilirs.11, nicht Chaim. Der hebräische Vorname ist also irrtümlich verwechselt. I eon Scheinhaus In Warschau wurde •die gesamte Auflage der polnischen Uebcrset/ung von ״Juden in Sowjetrußland“, einem vom Moskauer Nationalitätcn-Institut hcrausgegebenen Buche, konfisziert. Heinrich Heines ״■Deutschland. Ein Wintermärchen“ ist, von Chaszczewacki ins Jiddische übersetzt, im Verlag Eines erschienen. Von Ben-Juwal erschien ein hebräisches Tangolied: ״Zabar“, nach Worten von Mesch ulasch. (Verlag Arthur Bauer, Jerusalem.) UNTERRICHT UND ERZIEHUNG Höhere jüdische Internatschule . Prediger Hirsch-Coburg Sach erfolgter Vergrößerung unseres Instituts können rurt Herb*-{ wieder mehrere Schiilc־r neu auf.;rn״mms'n werden. Netnnmehig wolle man schon!ctrt an die l.cit ung Prediger Hermann Hirsch, Coburg, Hohe Sir.;Hl Institut monnier Pont-Cdard sur Uersoix (Kt.Gent) Lander/ichunßsheim, Bildungsst.! t-■ iür Knaben und Mädchen jeden Alters vom Kindergarten bis zum Ahiturium der höherem Schulen. EigenarLge Arbeitsorganisation in kleinen Gruppen. Pflege von Mus!k, bildender Kunst, Handwerk, Gartenbau Gründliche Einführung in die fran- 7ü*ischc Sprache und Kultur. In den Monaten Juli August Ferienheim Lei Plana nur Bex, l!10m üb. d. M. Leitung: Dr. ULGunnmg und Paul Geheeb (Gründer der Odenwaldschule} engl., Franzfis-, Italienisch IJebersetzutigen, idnterr., preiswert Ella Hinzelnaann ehem.Lektorin i. Ausw. Amt {Jüdin}. J 2 Oliva 3836 Pariserin Erstki. franr. Unterr, C 2 3020 vorm. b. 10 U. SPANISCH 35 jährige Praxis Hclmstedter Str, 16 H 7 Wiimeisdf. 4640 English c״efS!5'׳׳;;;׳:: St.u. B 4 5423,; 1)..r 11 Unterrichts - Anzeigen gehören ln die Jüdische Rundschau Kurzschrift, nach frerndspr. Masdiinensei) reiben. Buchführ., Sprachen. Handelsjehrerin FriOfiUaiH Nenhebräisch 'iir An!«ns;er u. 1־1׳.•!!!:׳sdirittrr.r *■j־t•• 1 it Schreiber, K׳ kt׳!:׳!. H. ׳ g!v« <,V׳p Alpines Schulheim Vigiljoch bei Heran (1480m o.m.) Gründlicher Unterricht in allen Schulfächern i'hum.'tn.-oHerrt',»!■) von VI. bis 01. — EnjL und itsl. Lehrer m! Haus ~ Nruhohräisrh und Arahixcfi. Auf Wuns rh!ndivid urllr Untcrrirlitsplane. Nru aufg-enominfi): 1 landeisfädirr, Schneidern, Hauswirtschaft. Liebevoll*■ Pflege r r h o 1 u n y h h t d ü r f t! ger Kinder.!*rosprktr und Krfcrenzrn durch die Leitring'‘ Stud.-Rat Dr. Marie Günther Hendel, Stud.-Rat Heilmut Schneider 1VI.: .1 ) Bism. 58i 7, scnuie Knauer modezeteirnen Praki. Ausführung von Moiicn, Plakaischrift, Werbepraphik. Berlin NW., Flensburger Str. 5 Von der Beil. jüd. Gom. empfohlen Londoner £ppr., unter :.Englisch. Po«tlaK»*rk. 074. Berlin NO 43 Spanisch Englisch ^ar!־ar. 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