Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 56 (12.7.1935)
- Date
- 1935-07-12
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 JODfSf'CTHE RITNDSCHÄO Nr. 56, 12. VII. 1935 Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern Ein Weg Jüdischer Volksbildung Ausstellung der Bonner jüdischen Schule Im k't/.len Monat veranstaltete die Bonner jüdische Volksschule eine Ausstellung: ״Aus Bonner j üd i s c 11 e 11 H ä u s c r n“. Die Ausstellung verfolgte nicht sosehr historische und künstlerische als pädagogische Zwecke. Es galt, die Juden einer Gemeinde möglichst aktiv zu betciligcu. Nicht nur die Lehrer, die die Anreger des Gedankens waren, sondern auch der grollte i eil der Schülerschaft arbeiteten mit größtem Liier für die Sache und opferten ihr die Pfingstfcrieii. J jüdische Haus wurde aufgesucht bzw. durchsucht, so dali die ganze Gemeinde und seihst die Umgegend es spurte, und das Ergebnis übertraf wirklich die .Erwartungen. Die Ausstellung gab ein Bild des alten und jetzigen jüdischen Lehens in Bonn, wie es die meisten Besucher nicht kannten. Bezeichnend ist dabei auch, daß manches Stück bemerkenswerter Qualität gegeben wurde. Erwähnenswert ist ein alter Chanukkahleuchter, dessen Riiekwand mit Wappenlöwen, Kanonen und Fahnen verziert ist und sich als ein Helmblech aus der napoleonisehen Zeit herausstellt, ein Memorbuch mit den Namen des Kaisers Napoleon und der Königin Luise, eine hol/geschnit/te Atesusah aus der Renaissance; in der Abteilung Druckwerke ein Zeenah ureeuah, alte llagadoth, das erste deutsche Gebetbuch von David Fricdlämlor, US() gedruckt in seiner Berliner ״Frey-Schule“, d;is erste hebräisch-deutsche Wörterbuch von Herz Homberg!S16. Line o s t j ii d i s e h e Abteilung suchte durch Bilder, Bücher und Zeitungen die Art des Ostens anzudeuten. Cf in F a I ä s t i 1! a - T i s c h sollte einen Ha!ich der Wirklichkeit des Landes geben durch Photographien, Zeitungen, Briefmar ken, Geld, Lahrsdu ine, Uptrubdlcits, Lanuesprodukte usw. Sehr lebendig wirkte ein Tisch mit Dokumenten: Line Jubiliuini'schnft ober das Lman/ipation-edikt Von ISI2, d,1neben ein JudeiiMhut/bnef von IS 10 und eine Schutzjudeii- Heirat-erbuibnis von IS 17. Sehr aiif-chhilireu h war die Abteilung ״Jüdische Persönlichkeiten“. In Bonn hat Heine studiert, von hier stammt Bornes Großvater, hier haben Zun/, Bennys, Philippstm gelebt, t'iui auch zu zionistischen Persönlichkeiten sind starke Beziehungen vorhanden. Vor allem ist Mo-cs Heb ein Bonner Jude gewe-en. Isaak Rnlf, <ier Memcler Rabbiner und I ehrer und l'uhrer Wolfsohns, liegt hier begraben, und null er reichen I rinnenmgen an Ihn seihst konnten wir aus seinem Famiiienalbum eine Privatphotographie lier/ls und eine solche Pinskers sehen. Von David WolfMihn huren hier mehrere Verwandte, so daß auch v-on ihm Bilder und I!;md-t hrulten zu .sehen waren. Eröffnet wurde die Ausstellung durch Ausführungen des Rabbiners I)r. Rudolf S e 1 i g s o I! n. Der große Erfolg der Ausstellung ermutigte die Veranstalter, Rabbiner Dr. Kober (Köln) ein/uladen, der im Rahmen der Ausstellung in einer überfüllten Versammlung über das alte jüdische Bonn sprach. Der Besuch dieser nur wenige Tage dauernden Ausstellung übertrat alle bisherigen jüdischen Veratistaltungen. Die Wirkung aut die Besucher war sehr stark. Nickt geringer ist der Gewim pädagogischer Art für die Schule, jahrelanges Sprechen über jüdische Vergangenheit wiegt das nicht auf, was die Kinder durch eigenes Forschen und Sammein, Pflegen und Ordnen, Erklären und Bewachen mit diesen Dingen verbunden hat. In den letzten Tagen übernahmen die Kinder seihst die Führung und erledigten diese Aufgabe mit Begeisterung. H ans Herbert H ammcrslc i n, Bonn KJV.er-Rcise zum Kongreß nach Luzern. Das KJY. lant die Durchführung einer geschlossenen Reise nach uzern, an der Bundesbrüder und ihre Angehörigen teilnehmen können. Die Fahrt von Berlin und eventuell anderen Orten bis Frankfurt a. M. erfolgt mit der Eisenbahn, von Frankfurt a. M. bis Eti/ern mit einem Autobus. Das KJV. bittet utn sehr baldige Anmeldungen, <1:1 es einen Heberblick für die weiteren I >i׳.prei'ionen gewinnen muß und nur eine beschrankte Anzahl von Teilnehmern möglich sein wird. Nähere Einzelheiten im Büro, Blcihtrcustr. 50, Tel. Steinplatz •17')b (0 E> l'hr). Delmenhorst. Am 15. Juni fand eine Versammlung der Zionistischen Drt-grupjx' stau. Der Vorsitzende, Dr. R o t s c 11 i 1 d, berichtete einleitend über die Tagung des nordwestdeutschen Gninpcnverbandes in Bremen. Herr Schawabe berichtete über einen Vortrag von Kurt Biumenfeld (Berlin). Eisenach. Am 1. Juli führte Herr Freudenberger aus Berlin den Film ,,Eren Hrael“ vor einem zahlreich erschienenen, überaus interedierten Publikum vor. Frankfurt a. M. Am 2. 7. sprach Georg Gulhtnann in der Junggruppe der FZV. über landwirtschaftliche Kolonisaticmsprobleme. Friedberg. Am 9. 7. hielt Georg Guthmann einen Schulungskurs mit dein Thema: Probleme der palästinensischen Landwirtschatt. Güttingen. Im letzten Halbjahr hat sich die Arbeit der Zionistischen Ortsgruppe kontinuierlich vratcrentwickoU. Die wöchentlichen Ssirhoth finden ihre Buieutung sowohl in der Freijuenz. der regelmäßigen Teilriehmer als auch in den! gelungenen Bemühen, aus dem eigenen Kreis Referenten zu stellen. Die Zäsuren zwischen diesen Abenden stcllicn die Gemeindeversammlungen dar, auf denen Dr. Sehloliberg das Aufblühen Erez Israels packend darstellte. Ein anderer Palästinareisender, R.-A. d.1M-o in. Hannover, zog interessante Quer- Verbindungen. Einen dritten dieser Abende bestritt Max Weiner mit einem Referat über Englands Mittelmeerpolitik. Auf dem von der ZOG. organi-irrten ersten Gcnicindcscder sahen wir mehr Sympathi-iurende als Mitglieder, die durch die Vortragsweise des Rnb- Einers tief beeindruckt wurden. b. r. Herne. Am 2. Juli sprach in einer überfüllten Versammlung Dr. Hans Cajicll über das Thema: ,,Liijuidatiou oder Aufbau, die Lebensfrage der Juden in Deutschland“. Irn Anschluß an den Vortrag wurde eine zionistische Ortsgruppe gegründet, der 60 Mitglieder beitraten. Karlsruhe. Am 1. 7. sprach Georg Guthmann, Frankfurt a. M., im Seminar über Ixjdenpolitiscne Fragen. Krefeld. I m Rahmen der zbni-iischen Ortsgruppe und vor geladenen Gästen sprach am 8. Juli Dr. Hans Cajiell, Düsseldorf, vor zahlreichem Publikum über: ״Der Zionismus vor dem XIX. Kongreß“. Kolberg. Ein Bekenntnis zum Aufbau Erez Israels brachte die Auffiihrung des Tonfilms ״Land der Verheißung” in Kolberg. Aus ganz Ostpommern waren Besucher herbeigeeilt. In der Einleitung sprach Hrzirksrabluner Dr. Karl Richter in zündenden Worten über die Tagung bayerischer Zionisten Die Vertreter der Zionisten unter den Juden Bayerns versammelten sich am 7. Juli im Sitzungssaal der Israclitisehen Knltusgenieimle München zu einer Tagung, die vom Vorsitzenden der Münchener ZOG., Dr. med. M. J. Gutmann, geleitet und eröffnet wurde. Fr begrüßte als Vertreter der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Rechtsanwalt Benno Cohn (Berlin), sowie Dr. Josef Weiß, den Leiter des Keren Kajeineth, und die Vertreter der Ortsgruppen München, Nürnberg, Bamberg, Augsburg, Würzburg tmd Regensburg. R.-A. Cohn (Berlin) erstattete hierauf sein Referat ״Zionismus vor dem XIX. Kongreß — Zionismus im deutschen Judentum“. Er schilderte die Bedeutung der bevorstehenden Eu/erner Beratung und die Notwendigkeit einer Stärkung der Ewiaitive. Hand in Hand mit der besser fundierten zionistischen Bildung und Erziehung muß eine intensivierte Verbreitung des Hebräischen gehen. Weil sich der Zionismus nicht der Verantwortung für die Dinge im Judentum Deutschlands entziehen will, hat er bestimmende Mitarbeit insbesondere in den Fragen der Schule, der Um- Schichtung«- und der Jugend-Arbeit gefordert. Ar! R.-A. Cohns Ausführungen schloß sich eine Aussprache, in der Dr. Löwenthal (Nürnberg) und Fritz Stein (Bamberg) Anregungen zur praktischen Tätigkeit der Ortsgruppen gaben. Dr. Bau! berger (Nürnberg) besprach dann Fragen der Palästina-Politik, sowie ■der innerzionistisdien Schulung, die Dr. Georg Josephtlial (Berlin), von der Leitung des ״Hcchaluz“, ergänzte. Der Nachmittag brachte zunächst eingehende und sehr fruchtbare Beratungen der Kommission für Zionistische Arbeit und des KKL-Xusschusses. lieber die Ergebnisse dieser Sitzungen wurde anschließend vor dem Plenum berichtet, und zwar gab Dr. Richard Eisen (Mtineben) zunächst davon Kenntnis, daß die geplante Konstituierung des Bayerischen Gruppen ver- Bedeutung, die Erez Israel heute für die Jude ח heit hat und führ« u. a. au-, daß es heute keine Gruppe im Judentum Deutschland! geben könnt, die sich dem Aufbau von Erez Israel gegenüber ab• weisend verhalte. Magdeburg- Am 9. Juli beging Herr P. J. Friedlcr seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar steht seit zwei Jahrzehnten an der Spitze det orthodoxen Vereinigung. München. Dr. N. Gidale witsch zeigte 250 neue Lichtbilder, die er aut .seiner Reise nach Palästina aufgenommen hat Neukirche« (Kreil Ziegenhain). In den nächsten Tagen verläßt Albert Levi mit seiner Familie die Gemeinde, um nach Palästina überzusiedeln. Herr Levi war längere Zeit Gemeindeältester und leitete die Gemeinde mit Umsicht und Tatkraft. Am vergangenen Schabbat versammelte sich die Gemeinde in der Synagoge, wo Lehrer Plaut den scheidenden Gemeindeältesten in einer herrlichen Ansprache leierte. Oberhausen, ln einer gut besuchten Mitgliederversammlung der zioai. «tischen Ortsgruppe sprach am 9. Juli Dr. Hans Capell, Düsseldorf, über: ״Probleme des XIX. Zionist enkongres:*«“. Rostock. In der Zionistischen Ortsgruppe sprach am 7. Juli Herr W. Tempel (Berlin) über das Thema: ״Palästina, Problem und Mög. lichkeit“. Der Vortrag fand bei den Versammelten großen Beifall. Worim. Am 4. 7. sprach Georg Guthmann im Seminar über bodenpolitische Fragen. Wuppertal. In der außerordentlich gut besuchten Versammlung sprach Dr. Joachim Prinz (Berlin) über; ״Jüdische Existenz — heute“. Die Wucht seiner Rede und die Fülle des Materials erschütterte die Zuhörer mtiefst. Umrahmt war der Vortrag von hebräischen Liedem der zionistischer. Bünde. - Vor einiger Zeit wurde in zwei Veranstaltungen der Palästina-Tonfilm: ״Das Land der Verheißung“ gezeigt. Die einleitenden Worte sprach Dr. Eduard Strauß, Frankfurt am Main. Ankündigungen Küln! Am 15. Juli, 20.30 Uhr, spricht im Heim der KZV., Cärilien• Straße 18-22, im Rahmen des Seminars Ben Abaron — Givath Chaim, über: ״Die Veränderungen des Jischuw durch die 5. Alijah“. — Am 16. Juli, 2“ 30 Uhr, Junggruppe, ebenHU im Heim. verbandes vollzogen wurde. Der Sitz des Gruppenverbandes wurde vorerst nach München gelegt, und Dr. Eisen zum Geschäftsführer bestimmt. Der Vorsitz setzt sich zusammen aus Dr. M. J. Gutmann (München), Dr. Bamb e r g e r (Nürnberg), Fritz S t e i n (Bamberg), FrauSeligsberger (Wtirzburg) und als Vertreter der chaluzischen Jugend Weint raub (Nürnberg). Für den Herbst wird ein Gruppenverbands-Lager geplant. Die einzelnen Ortsgruppen Umrissen ihre Tätigkeit und ihre Gemeindepolitik. JMüncnen ist die einzige ZOG., die schon längere Zeit sich wieder betätigt, und berichtete von einem beachtlichen Aufschwung. Dr. Weifi schilderte an Hand aufschlußreichen Zahlenmaterials das Anwachsen der nationalen Fonds. ״Der Jiscliuw in Palästina vor dem Kongreß“ war das Thema, das sich Dr. Georg Joseph t ha 1 (Berlin) gesetzt hatte. Er schilderte zunächst die zukünftige Bedeutung neuer Landkaufe, ging dann auf die besondere Bedeutung' des nationalen Kapitals ein, das immer die Pionieratifgaben zu lösen hatte. Nach einer Erörterung der Stellung der britischen Mandatarmacht gegenüber, insbesondere im Zusammenhang mit Fragen der Zertifikats- und Finanz-Politik, sowie der eines Legislative Council, besprach Dr. Josephthal die Bedeutung der Araberfrage. Der Redner erläuterte weiter Fragen der Innenpolitik und die Ursachen der Landflucht, die Notwendigkeit ihrer Behebung und Wege hierzu, der Kongreßpolitik und verlangte die Festigung zionistischer Gesinnung, welche allein das Uehcrstehen von Erschütterungen und Krisen in Erez Israel verbürgen kann. An dieses Referat, das, ■wie ■die Ausfiihrungen Benno Cohns, herzlichen Beifall fand, schloß sich ein fesselii-der und an Einzelheiten reicher Bericht über die Einwanderung aus Deutschland, den Dr. Josef Weiß erstattete. Dr. G u t m a n n erteilte nach Dankesworten Dr. Bam berger (Nürnberg) das Wort zu abschließenden Darlegungen, in welchen für das Gelingen der Tagung den Referenten gedankt wurde. Hans Lamm, München Hebräische Sonderveranstalt, d. Lehrstätte CH. N. Bialik der Berliner Zion ist. Vereinigung Montag, den 22. Juli, 20.30 Uhr Loge ח haus, Kleiststrafi® 10 BlaliK-Gedenkfeier Es sprechen: Dp, Gh, BorodlansK! Rabb.Dr. Emil Beim Cohn Dr. s. Kaiexo Oberhantor Leo Qollanln L!®der Rose uchtensiein Rezitationen Karten zu KM ö30 und KM 0,50 im Vorverkauf: Ins B7.V.*Heim, Kantstr, 54. Anzeigenannahme der Jüdiachen Rttndichau, Meinet cstr 10» Pap1erhandi!:n£ Lippmann, Trautrcaustr. 16, Konditorei Haina, Henihurger Str. 10, Reisebüro Atlantik, Friedrichstr. HK). Hepner, Inselstr. 8a, Finder, Alte Schönhauser Str. 54, Buchhandlung Salle*, Grenaditrstraße 30 und an der Abendkasse. הממן העממי לתורה ולחכמה שעל שם חיים נחמן ביאליק(על יד ההסתדרות הציידת בברלין). זייה ניופ נ' נא תמוז תרע׳־ה בשחונה וחצי בערב ב*ול6 בתי ברית רחוב קלייסט 10 אזכרת ביאליה ד״ר וזיים ב1ר1דינ0קי:; ״! r "על שירי הזעם של ביאליק" ד״ר קאלקו: "פרקים מחיי ביאליק" הרב ד״ר אמיל ברגהרד בהן: "על אשיות ביאליק" תחון הראשי ליא1 גו־לנין (זמרה) גב׳ רו זה ליכטנשטיין (דקלום) ■ TAFELFERTIGE! EISBOMBEN hygienisch IM KARTON verpackt Maine Neuheit 0. R. G. M. Stete groder Vorrat zum sofort Nitnehmen, auch Halbgefrorenes, bequem auch z. Wochenende. Ab 3RM (einachl.Verpack.) 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