Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 54 (5.7.1935)
- Date
- 1935-07-05
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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jüdische Rundschau Berliner Rnnäschau NR. 54, 5. JULI 1935 Die chaluzische Jugend zum Kongreß Atn Montag hatte der ״Haboni m“ zu einer Kundgebung fat die Singakademie gerufen, in der die Aufgaben und Forderungen des bevorstehenden Zionistenkongresses formuliert wurden. Seew Orbach ging davon aus, daß der XIX. Kongreß eine Stärkemanifestation bedeute, die Rückschau der Bewegung auf die Erweiterung der AÜjah, die Sicherung der Finanzen, den Ausbau der Kolonisation — und die Vorschau auf den neu einzuschlagenden Weg. Um die Forderungen der Arbeiter־ die die Onmaforderung des Zionismus sind, kristailisieren sjch heute die lebendigen Kräfte der zionistischen Bewegimg. Es gilt, den äußeren Aufschwung der Bewegung auch zu einem inneren Kraftaufschwung zu machen. Der zweite Redner, Ben Aharon, sprach von der ge- Waltigen Zahl der Schekalim, die diesmal erworben worden sind. Aber je größer die Peripherie, desto stärker die Probleme, mit denen die Bewegung seit Jahrzehnten ringe. Jedes Jahrzehnt bringt eine schwierige Situation. Wir werten nicht nach Augenblicken, sondern nach historischen Maßstäben. Seit drei Jahrzehnten konnte sich der Zionismus niemals ״abfinden“, er war das dynamische Element in der Statik der Galuth. Heute macht sich die Behauptung breit, die den Erfolg als einen Erfolg von uns unabhängiger Kräfte darstellt. Wir freuen uns der Massen, die mit uns sympathisieren, aber wir erkennen in den Erscheinungen der Prosperity nicht die letzte Entwicklung und den letzten Sinn Erez Israels. Wir müssen uns zu den Aufgaben aufraffen, die halte großen Teilen des Zionismus unverständlich sein werden. Viele meinen, wir haben nur fortzusetzen, was die anderen anfingen. Nichts ist gefährlicher. Heute eröffnen sich Aufgaben-Oebietc von einer Tragweite, die alles übersteigen, was i!1 dreißig Jahren errungen wurde. Ein hebräischer Chor unter der Leitung von S. Apfelbäum umrahmte die Kundgebung. H. F. Ankündigungen Zionistische Veranstaltungen Ltrnt Hebräiich In den Kurten der BZV. Demnächst beginnt ein neuer Anfängerkutsus im Westen. In den bereits bestehenden Kursen für Anfänger und Fortgeschrittene können neue Teilnehmer aulgc. nommen werden. Auskunft und Anmeldung in der Kulturabtcilung der BZV., Meinckcstr. 10 (Tel. Bismarck 7165, App. 44). Im hebräischen Bibelkurt unter Leitung von Dr. Borodiänski, der jeden Sonnabend um 18.15 Uhr im BZV.-IIeim, Kanlstr. 54, statt• findet, können neue Teilnehmer aufgenommen werden. Ferienkolonie des Kindertpielkreitet Jannowltibrücke der BZV. Wochentägliche Fahrt in den Granewald, Mittags-Speisung der Kinder in der Gcmeindckiiche Sportplatz. Gymnastische Hebungen, Spiele im Freien, hebräische Unterhaltung. Anmeldung bei Dr. Noher, F. 7 5661, oder Gerda Namm, E 9 4296. jüdischer Volksbund. Dantpferausflug am 14. Juli nach Nedlitz bei Potsdam. Abfahrt um 9 Uhr, Schiffbauerdamm 23, Ecke Luisenstraße. Voranzeigen Jüdische Jugendhille E. V. Die Theäteraufführung ״Heut ist Mittwoch“ findet nicht am 8. Juli, sondern am 22. und 23. Juli, 4 Uhr, statt. Vereine Vereinigung jüdischer Frauen Groß-Berlins (Gruppe des jüdischen Frauenbundes). Ant 10. Juli üampferausflug nach Wollersdorf, Ke- *taurant Wedel. Abfahrt vormittags 9.30 Uhr, Schiffbauerdamm 23, (Marschallbrücke). Karten mir im Vorverkauf bei Frau Bertha Kochmann, Meraner Str. 7, G 7 Schöneberg 2351, oder bei Frau Schwertertz, llolzmarktstr. 8, E 9 Friedrichshain 6367. Hin- und Rückfahrt 80 Pfg., Kinder die Hälfte. Kleine Nachrichten Die Nlhitube der Frauen-Arbelttgemeimchaft für Palästina, die für die Alijah-Ausrüstung von Chaluzim und Chaluzoth arbeitet, bittet dringend um leihweise Uebctlassung einer Nähmaschine. Meldungen erbittet das Büro der FAP., Meinckcstr, 10, Bismarck 7165, — Synagogen - Nachrichten JQdlaeh• Oemelnde. Freitag, 5. Juli, abends: Synagogen mit »Item Ritus und AHcrversorgungsan-taltcn: 7.30 Uhr; Syn. mit neuem Ritus: 7 Uhr; Syn. Prinzregentcnstr.: 7.15 Uhr. Ansprache: Neue gyn.: Dr. Brasch; Syn. Linden«ruße: Dr. lleymann; Syn. Lützow- ״JETTCHEN GEBERT“ Auffahrung im Kulturbund-Theater Erfolgreiche Romane haben immer zur Bühne gedrängt; sie begehren nach den dramatischen Lorbeeren, und was sonst noch die stillen Erzähler locken mag. Das dramatisierte und nicht allzu sehr dramatisierte ״Jettchen Gebert“ von Georg Hermann hat schon einmal einen Serienerfolg Von links nach recht 's: Jason (Martin Brandt), Salomon (Sigmund Nunherg), t'li (Willy Prager), Ferdinand (Fritz Lion) Foto! z*n4«r & ubiic» A* M, gehabt, und es ist nun mit der Aufführung im Kulturbund zu einem ihm geneigten Publikum gekommen, vor allem zu einem, das sich ohne Scheu zu den liebenswürdigen Gebertsehen Ahnen bekennt. Wobei es die Genugtuung hat, sich über die Jacobys aus Bcntschcn lustig zu machen, •die schließlieh auch zu seinen, wenn auch weniger gern abgenommenen Ahnen gehören. Das Stück hat den Vorzug, daß es große Teile eines so feinen wie warmen Romandialogs unbesehen aufnehmen konnte; es brauchte im Sprachlichen nicht erst übersetzt oder hcruntcrgeselzt zu werden. Der Dichter zeichnet selbst für die dramatische Bearbeitung, er hat die nötige Einrenkung keinem der robusten Orthopäden des Theaters überlassen. Am unterhaltendsten schien mir der erste Akt, solange noch nichts Dramatisches oder gar Tragisches geschieht, so lange die Geberts — vom gefüllten Hecht bis zu den Mürbekuchen — ihr jüdisches Familienleben mit humoristischer Behaglichkeit ausbreiten. Dann kam vielleicht ein Zögern, besonders da das Publikum, was unerläßlich zur Bache gehört, in das Jdtchen von Ruth Reimer noch nicht verliebt genug schien. Es fehlte da etwas sinnliche Wärme, der warme frauliche Zauber schon des vegetativen Daseins. Ruth Reimer hat dann alles nachgeholt, da sie in die tragische Spannung zwischen ihrer Neigung zu Dr. Kößling und ihrer Abneigung gegen Julius Jacoby gestellt wird, vor dem, sie an ihrem Hochzeitsabend ausrückt, Aus ihrer Mädchenzartheit wuchs da eine starke seelische Kraft, auf die wir gewiß noch weiter bauen können. Ein kleines Un• glück blieb aber der Dr. Kößling von Walther Hertner. der seinen melancholisch gesenkten Kopf nun auch einmal hochreißen sollte. Der Regisseur, Dr. Fritz Jeßner, der das Ganze gut in der Hand hätte, hätte den Hochbegabten nicht so ausgehen lassen dürfen, nicht als lyrischen Dichter» mit porzellanenem Puppenkopf, sondern als einen eckigen, etwas gehemmten Menschen, al» den jungen Mann aus kleinen Verhältnissen, der /tun erstenmal nicht nur zu Juden, sondern auch zu wohlhabenden, wohllebenden Leuten kommt. Das feine Motiv des Romans, daß Jcttchen ztt Kößling nur eine Art Distanzliebe oder die des Gegensatzes hat, während ihre tiefste und gewiß dauerhaftere Neigung zu Onkel Jason geht, wurde durch die Aufführung und vielleicht auch schon in der Bearbeitung nicht erkenntlich genug. Dieser Onkel Jason bekam auch von Martin Brandt mehr den negativen Vorzug der Beherrschtheit, der Diskretion als den positiven der zart liebenswürdigen Inneriichkeit. Ich weiß nicht, ob es ein Jettchcn im Parkett an die Brust dieses Onkels gezogen hat, was doch der Romanfigur reichlich beschieden war. _ Das Stück hat viele dankbare Ro!- len, und die Darsteller haben es uns auch zu Danke gemacht. Meine Lr- Julius Jtrcohi (Herbert (irünhaum ) kennthehkeit geht beung Jdtchen Gebert (Ruth Reimer) sonders an den Onkel F0,״. Ab״hm Eli von Wtlly I* r a - ger mit seinem aus künstlerischer Zurückhaltung herausgestreichelten Humor; musterhaft, wie der alte Knabe ein Nante- Couplet vorträgt, mutwillig, schelmisch, ohne die Würde des Familienseniors zu verlieren, (int auch von den Brüdern Gebert Fritz Lion und besonders Sigmund Nun borg; bei den Jacobys mit einem etwas ztt jugendlichen Hopps, aber amüsant tatkräftig das Tante Riekchcn von Lilly Kann, dann der Vater Jacoby von Martin Wolf gang und vor allem der höchst quicke Julius von Herbert Grün bäum. Die Rolle wurde für ihn geschrieben, als er noch nicht geboren u׳ar. Auch die kleinen Rollen waren wohl versorgt; ich verweise im Programm auf den ganzen reichen Stammbau der Familie Gebert-Jacoby. Das Publikum fühlte sieh recht wohl, recht zu Hause; es war eiu sehr warmer, also der Jahreszeit angemessener Erfolg. Arthur Elocsser Straße: Dr. Wiener: Syn. Fasunetislraßc: Dr. Salomonski; Syn. Ixvetzowstraße: Dr. Zucker; Syn. Friedenstcm|1el: Dr. Warschauer; Syn. Prinzregenteiistraße: Dr, Galliner. — Sonnabend, 0. Juli, morgen-: Alte •Syn.: 8.30 Uhr; übrige Syn. mit allein Ritus: 9 Uhr. Friihgottcsdienst: Syn. Rykcstraßr und Kottbusser U(er; 6.45 Uhr; Syn. mit neuem Ritus: Ilauptgoüesdienst: 10 Uhr. FmligottesdicnaU Syn. Lindenstraße, I-evctzowstraßc und PrmzrcgcntemtraCe: 7.30 Uhr. Jugendgottesdienit! 4.30 (dir: Münchener Straße: Dr. Arthur Lcvy; 6 Uhr: Kottbusser Ufer: Dr. JukobnviU. — Schabbat-Ausgang: 9.30 Uhr. — Gottesdienst an den Wochentagen: abends: In allen Synagogen: 7.30 ti 11t; morgen-: Alte Syn., Syn. Kaiserstraße und Rykestniße: 6.30 Uhr, Uebrigc Syn. mit altem Ritus: 7 Uhr; Syn. mit neuem Ritas: 7.30 Uhr. Vereins - Synagogen Israelitische Vereinigung Lichtenberg, Neue Synagoge, Frankfurter Allee 50. Freilag 19.30. Sonnabend 9. An den Wochentagen 7 und 19.30; Sonntags 8. — Synagoge Beth Zion, N 31, Brunni-nstr. 33. Freitag 19.30. Sonnabend 8.30. Barmirwah- An-praehe: Rabb. Dr. Landau. Mmrha 17. Maariw 21.30. Eine Stunde vor Maariw Lehrvortrag: Rabb. Dr. E. Landau. Wochentags 6.30 und 10.30. — Jüdische Religionsgemcinde Charlottenburg, Schul. Straße 7. Freitag 18.30. Predigt : Hamburger. Sonnabend 9.30. — Synagoge Gesundbrunnen Ahauas Achim, l’rinzenallec 87. Freitag 19.30. Sonnabend 9. Minolta 21. Worlienfags 7 und 19.30; Sonntags 7.30. — Beth Scholaum, Minjan MVmlcLohn (narb altem Ritus), Bln.-Ilalensce, Markgraf-Albr.-Str. 11-12. Freitag 19.30. Sonnabend 9. Mincha 20.45. Zwiselten Minolta und Maariw Lehrvortrag: Dr. Hans Meyer. - - Minjan Iwri (nur für I lebiaheln-preohemle) im BZV.-Ilcim, Rosenthaler Str, 44. Freitag 19.30. Sonnabend 9 30. -- Religion«• verein Neu-Tempelhol, Mn--ob Kt r. 22. Freitag 19.30. Sonnabend 10. Scbrifterklürung: Wro-zyn-ki. Mindia und Maariw 9. . Synagogen- Verein Osten, Rigaer Str. 3. T;i״lieh morgens und abends Gottesdienst. Dienstag vor dem Aliomlgtitte-dienM Vortiag: Erklärung des Buches josua durch Rabb. l)r. Kri-c-uwa--er. . Zweigtlibliolhek Osten: Sonntag van 11 bi- 12, Dien-tag von 19 bi- 20: llt10berausgal)c und I.o-e.aal. — Schöneberger Synagogen-Verein, M ünchener Str. 37. Täglicli vor dom Abcmiguitosdion-t J.zlirvoitrage aus dom Gesamtgebiet jüdischen \Vi--m-. Dozenten: Rabb. U. Possen, R.-A. Dr. Loch, Rabb. Di. Ro-cnwa--or. - Synagoge Passauer Str. 2. Freitag 19.30. Sonnabend 0. Barmizwah, Mim'iu 21. Maariw 21.30. Wochentag- 7 und 19.30. Peppmftller wischt jegliche Art Hauswäsche schonend (Stück* uid Piundw&ich«) Oaitipfwiacharei Karl PappmOllar e.m.&.H. Berlin N«S, Mene Hoch.tr. SO D6 Wedding 1331 wate AMMtung ■ns Limrung ins ihm •tedtoHM Wäsche-Verleih Hlndelatra&e 15 / Telephon: C 9 Tiergarten 6611 liefert SäSIltl. WASClM «r BUrOS and ©«•cJhKtte / Z*itg«mS0• Pr«•• MODELL-VERKAUF Kläläor und Blusen tu wtalg*r als •0% d#S WsrtdS Vilms Hepp Kurfürsten dämm 179/8 J 2 (Oliv»! 0840 M. 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