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Jüdische Rundschau · 1935-07-02 · Heft 53 (2.7.1935) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 53 (2.7.1935)
Date
1935-07-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 53, 2. VII. 1935 Ankündigungen IN aller kürze Zionistische Veranstaltungen Lernt Hebräisch In den Kursen der BZV. Demnächst beginnt ein neuer Anfüngctkui •111111 י We-icn. ln den bereits bcsichcndcn Kursen für Ani.ing■•! und K׳uigr^hri!u ne können neue Teilnehmer p.ufge* nommen 'vrHe״, Au-kunn und Anmeldung in der Kulturabteilung der BZV., Memeke>!r. 10 (Tel. Bismarck 7165. App. 44). Tageskolonic und Kindergarten für die Kinder des Bezirks Zentrum- Nord. l.‘A \virr! bc.iBsirhiigi, wahrend des Munal* Juli eine* Tage*• kolonic im ( Initit'wuM zu cu-tfnen. 1n' rrc-i'1Mcn werden gebeten, sich be! 1 eh;rr Mai!in Lewin, Munz-tr. 10. 711!neiden. 1 )er Bezirk h״absichtig! inner, einen K mdei-[־!ei k n i י, zu er Btt neu und wirr] in t er• c-mciIoü Kitcin aui einer eigen, zu dicwrn /.werk in Au-icht ge• nornmenen Voran ־;düing < Idegenheit zur 1!1 fo!mali:m und Anmeldung ihrer Kiemen geben. Ferienkolonie des Kinderspidkreises Jannowitzbrückc der BZV. \Vfx־hen!.1 gd; in- Fahr! in <len < .mn״•׳,!!d, \1inag--Spei-urig der Kinder in der < u־meindrk1K iie Fj >,>rf p!.u/. <.vmi:au im'Fc rebungen, Spiele Wie entsteht Wohlstand im Siedlungsland? Angesichts der Aufgaben jüdischer Sicillungsarbeit in Palästina wird für viele eine Schrift von Interesse sein, die sich die Aufgabe gestellt hat, /u utiter-uchen, wie die Menschen am besten /u-ammen^eordnet werden, um durch Einsatz ihrer Arbeitskraft sich eine sichere Icsi-ten/ aufzubauen und zu Wohlstand zu t!eki1!״on. Sie nennt sieh; ״Das wachs e tt d e I) ״ r f [־> a u e 1 - 11 a n d w e r k e r" von I)r, Alfred Striemer, Ver!:!;,׳‘ f t 11/ Pfeiuunustorft. Berlin W 57. Der \־erfas~er stellt nun 4 I hesen aut, die erfüllt werden müssen, wem! der I riold vintreten soll; Beruflich richtige und exakte (iliederunt:, Arbeitsteiluui; zur Sicherung der Tatischmoo'.k hkeiten. So hmnti; eiiu's [tlamualli^en Wachstums imd viertens ['uhnm׳״ in wiitschaltlichen, technischen und sozialen Autoabcit der tiemeiinle. I..ntsclwidcinl wichtig ist die (!rolle der (iemeimle. Sie muh u b c r s c |; b a r bleiben, so daß eine luihrun־״ die MöjJlichkeit behalt, jedun zu!teilen b!־i der Sicherung seiner r.Msten/cjnimllaecn, Wo heute ein Ntcdlun״sland erschlossen wird, da 1111115 Neues entstehen, das auch in sozialer Bc/iehmu׳ einen t'ort'chritt darstelh, da müssen (jemeinden erstehen, in denen allen, die at beiten und ihre Pflichten erfüllen, auch vier Aul-tie״ /!; Wohlstand ״cichert ist. Dieses hohe Ziel ist nur erreichbar, wo Disziplin und Führung ist, wo alle Kr,die tu die gleiche kicbtimj; ״eben. Die (irund* hatte aller Sirdlim;; siml Bauer nml Oartncr auf der einen Seite tmd der 11 a!1 d w e r k e r s t a 1ul auf der anderen. 'Beide zusammen können alles schatten, was sie zum Aufstieft benotigen. Auf die Art, wie beule üruppen Zusammenwirken, kommt es an. Der Verfasser hat die Kaufkraft einer deutschen Bauern- Wirtschaft von 00 Morgen untersucht tmd hat ermittelt, wieviel davon unmittelbar uml mittelbar einem örtlichen Handwerk zuflicllen konnte. Er hat dann den Bedarf einer Gemeinde von 300 Familien untersuehf, von Bauern und 200 Nichtbauern, übervvieirund Handwerkern, und errechnet, wie viele Arbeitsstunden diese Bedarfsdeckung erfordert, d, h. wie viele a Menschen zu tun haben, um ihn zu erzeugen, um zu zeigen, wie viele handwerkliche Kleinbetriebe in der ländlichen Ge■ meinde existenzfähig zu machen sind. Dabei versteht der Ver- ״ lasser unter Handwerksbetrieben solche Kleinbetriebe, die zeit-!gemäß ausgestattet Kind, Maschinen und Werkzeuge verim Freien, hebräiwhc Unterhahung. Anmeldung bei Dr. Noher, F. 7 5661, oder Gerda Kamm, E 9 4296. Vereine Vereinigung jüd. Frauen Groll-Berlin, (Gruppe des jiid, Frauen- Ixind-). Am 3. Juli Au.tlug nach ,'!ahlsdorf-Küd, Restaurant Wilhelm Frenkl, Konig-weg Nr. 50. Ticfipmikt: Bahnhot Köpenick, 3 Uhr tun hmlnag״ י .״ F.■, wird gs'hrtcn, umr 14atn[>ferausflug nach Woltersdm(, ReOauiatit Wedel, tue den 10. Juli schon jetzt Karten zu (יא-)eilen!)ei Frau Brrdm Koclimaim, Meraner Str. 7. G 7 Srliöue- Ixug 2351, oder bei Frau Nrhwet-cnz, HobmarktsU. 8, F, 9 Kiiedri1-h>11,ttn 5367. Hin- und Rückt,ilirt 80 Fl., Kinder die Hallte. Naehdein sieh jelzt wieder die M׳iglichkeit bietet, Dinar-Kreditbriefe zu erlangen, kann man Kei-en mit den I )aniplcrri ״Frinccsa Olga“ und ,.kodpra Maiija“ de\ lugoslaven-ki i,!ov!i wieder austühren. Die Generalvertictung tler Reederei, *las Ihm.-eaii.si'lic Reisebureau, Eisenacher Sir. 113, Ecke M״l/otr,1lic, ertoik jedem Interessenten alle natieren Audoinke. wenden, wo solche sinnvoll verwendet werden sollen bei einer möglichst zahlreichen Beschäftigung menschlicher Hände. Werden Siedlungen mit geliehenem Kapital fertig erbaut,. dann haben die, die sie erwerben, mit ihrer Hände Arbeit den doppelten Wert zu erarbeiten, denn die Zinsen, die sich addieren, verdoppeln im Laufe der Jahre die zu bezahlende Summe. Und alles, dieses Geld, erarbeitet mit Schweif!, verläßt die Gemeinde und geht der örtlichen Kaufkraft verloren! Dr. Striemer hat die Folgerung daraus gezogen und seine neue Siedlungsgemcinde ״Das wachsende Dorf“ genannt. Die Gemeinde soll in Kernbauten erstehen und im Laufe von Jahrzehnten planmäßig wachsen durcli Einsatz von Arbeit, die wieder mit tler Arbeit des Siedlers laufend bezahlt werden kann. Die Kapitalbildung muß eine Angelegenheit der Gemeinde werden, die mit Hilfe von Zweckspareinriclitungen, an vier alle sich beteiligen müssen, die Mittel bereitstellen kann, die das Handwerk braucht, um laufend voll beschäftigt zu bleiben. Da nun die Menschen weit entfernt davon sind, Engel zu sein, sondern Egoisten sind und zur Gemeinschaft erst erzogen werden müssen, so muß die Gemeinde eine Ordnun g haben, die dafür sorgt, daß die schlechten Eigenschaften der Mitglieder gebändigt werden können und ihre besten wirksam hcrausgcholt werden. Auch dieser Forderung wird der Verfasser gerecht. _ Sein Wunsch ist es, daß ein solches Musterdorf erbaut wird, weil er überzeugt ist, daß sehr wertvolle, neue Erfahrungen gewonnen werden können. Wir sind der Meinung, daß bei dem Aufbau Palästinas die in dieser Arbeit ausgesprochenen Grundsätze sehr wertvoll sein können. P. M. Tristan Bcrnanl, der berühmte französisch-jüdische Schriftsteller, läßt seine Bibliothek versteigern. Bernard hat sein Leben lang wertvolle alte Ausgaben gesammelt, und seine Bibliothek enthält eine Reihe der seltensten Kostbarkeiten. Der jetzt in Augsburg lebende frühere Oberbibliothekar und Honorarprofessor an der Universität Straßburg, Dr. S. Landauer, wurde von dem Amerikanischen Theologischen Seminar in New York zum Dr. h. c. für hebräische Literatur ernannt. Die Malerin Käthe Münzer-Net! mann hat fm Pariser Salon 1035 von vier ״Societc des Artistes Franvjais“ eine ״Ment i 011 Honorablc“ (ehrenvolle Erwähnung) erhalten. Wie das Direktorium des Keren Flajessod mitteilt« ist riach der Verfassung der Zionistischen Organisation una der! Beschlüssen des Aktions-Corniics das passive Wahlrecht zum Kongreß von der Erfüllung der Keren Hajessori-Verpflichtung abhängig. Der Keren Kajcmcth hat 2000 Dun am Boden in Südpalästina zwischen Gaza und Tcl-Awiw erworben, wo ein Moschav Kfar Menachem, der zu Ehren Ussischkins benannt ist, errichtet werden soll. Die Vorbereitung zur An- Siedlung von 75 Familien (Umzäunung und Wasserbohrung) hat bereits begonnen. Bisher wurden 5(K)0 Juden aus Deutschland in der palästinensischen Landwirtschaft untergebracht, zum großteil Teil in Keren Hajessod-Siedlungcn auf Keren Kajemeth- Boden und mit Hilfe der Stelle der Jewish Agency zur An- Siedlung deutscher Juden, die zu diesem Zweck 58 000 Pfund ausgegeben hat Zugunsten des jüdischen Wcrkdorfsim W i e r i n g e rnteer Polder, in dem jüdische Jugendliche aus Deutschland in Handwerk und Landwirtschaft ausgcbildct werden, wurde auf dem Landsitz des Senators S. van den Bergh eine Garden Party organisiert, bei deren Eröffnung auch drei holländische Minister, Prof. Slotemaker de Bruine, Dr. Oud und Dr. Deckers, teilnahmen. Das Mitglied des amerikanischen Repräscntantenhauses, Marcantonio, hat im Kongreß einen Gesetzentwurf zum Schutz des Asylrechtes eingebracht, der besonders Bezug auf die Personen nimmt, die in ihren früheren Wohnländern ihrer Abstammung wegen benachteiligt werden. Der Entwurf wurde der Kommission für Einwandcrung und Naturalisation zugewiesen. Der Entwurf sieht vor, daß kein Ausländer aus Amerika ausgewiesen werden kann, der sein Heimatland wegen seiner rassischen Zugehörigkeit oder seiner politischen und religiösen Ueberzeugung verlassen hat. Auf dem Wiener Judenplatz wurde ein Lcssing- Denkmal enthüllt. Auf dem Platz erzählt noch heute eine Tafel mit lateinischer Inschrift von den ״jüdischen Hunden“, die hier verbrannt wurden. In der musikalischen Saison iu Co v ent Garden gab es, wie unser Londoner M. C.•Mitarbeiter berichtet, auch einige jüdische Mitwirkungen. U. a. wurde die im Vorjahr schon enthusiastisch aufgenomrnene Oper ״Schwanda“ von Jaromir Weinberger wiederholt. Im Wagner- Ensemble standen Sabine Kalter und Alexander Kipnis an prominenter Stelle. Wie unser Korrespondent erfährt, ist für die nächste Saison eine Aufführung von Rossinis ״Mose“ geplant, über dessen Florentiner Aufführung hier kürzlich berichtet wurde. Dr. Heinz (Inger hat eine künstlerisch erfolgreiche Saison als Generalmusikdirektor des Lcningrader Radios hinter sich uml befindet sich augenblicklich in Spanien, wo er in einer Festspielwoche drei Konzerte dirigiert. Er wird Anfang Juli nach London zuriiekkehren, um im Herbst seine Tätigkeit in Leningrad wieder aufzunelinicn und seinen Gast- Verpflichtungen in England, Norwegen, Holland, Spanien usw. nachzukommen. Die Hamburger Tagespresse hob die Rettungstat des 25jährigen Johne Tun cs ehrend hervor, der am letzten Sonntag unter eigener Lebensgefahr einen 35jährigen Mann, der sich heim Baden in Tanggewächsen verstrickt hatte, vom Ertrinkungstode gerettet hat. Tuncs ist Jude. In Dänemark gibt es, wie wir erfahren, sowohl inי»•׳ Kopenhagen wie Hornbäk rituelle Unterkunftsmöglichkeiten,, die unter der Aufsicht von Oberrabbiner Dr. Friediger in Kopenhagen sieben. KAPITALMARKT Suche chrn pharmazeutische Präparate jrcl-'cH m-.ghchxt solche, die berpi!5 l.itt'ratur haben, xa fJnanriercn. 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