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Jüdische Rundschau · 1935-06-25 · Heft 51 (25.6.1935) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 51 (25.6.1935)
Date
1935-06-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 51, 25. VI. 1935 Tatsachen überdie Berliner Juden Vor kurzem i>t das ״Statistische Jahrbuch der Stadt Berlin 1<)3I“ erM1!׳ie11r11, Ls verdient auch vom jüdischen Standpunkt besondere Aufmerksamkeit. Denn liier findet sich eine g,1!1/e Reihe wichtiger Angaben ober d i e Gemeinde, die etwa ein Drittel der Ju len Deutschlands enthalt. Die amtlichen lrgcbiiisse (auf ilie wir bereits in N!r. 17 vom 2b. 2. kur/, hingewiesen haben, k’ial.), sind um so lesenswerter, als sie die Jahre 1612 und lüii gegemiberstellcn, also das letzte Jahr vor und das erste nach dem Umschwung, Somit sind gewisse Wirkungen bereits ab/ulesen. Eheschließungen Wie hat, um mit der ersten Feststellung• zu beginnen, die neue Ordnung auf die Heiratslust der Berliner Juden gewirkt' Bekannt ist ihre Ligenart in dieser Richtung: Seit langem war eine gewisse 11 e i r a t s m 11 d i g k e 11 zu beobachten und gleichzeitig eine ungewöhnliche Neigung zur Mischehe. Man hatte nun vermuten sollen, daß sieh die Heiratsseluü verschärfen, die Neigung zur Mischehe erheblieber verringcin wurde. Beides ist — zum mindesten im Jahre LH3 noch nicht eingetreten: das Gegenteil war der Fall, wie folgende Zahlen beweisen: 10i1 2׳<m Heiratende Männer: 1213 1205 Heiratende 11,101: 10'3 100 רb davon heiratet d.'iwm 11, iratei somit , di r M1m iirh Juden auf loa fi in!Uiiim Ile Mo-wichmi ' Wenn man hedi ukt. daß Schnitt de״. Jama ■י l'i >; \> aK bieg ןh 11/1111 ..׳׳-.es 1idie 1 Icir.itMn leim.: 1111 |?!!genommen (I lnr.1t-,/1t le im erste!! Au;>, uhiiek 11' Teil au! du■ N״1׳.mg 1 iei vor der Im» . 111 ׳i 1 11:11g ״Familien,m/1 1.v,r Vermutung.! 1.!:!:! I rseheimin;.: mit, , dem p״!i!!m! 1 ־■ n t düngen befestigt um! b mindestens!1,״!!!״-. :! I ):es sihuiit 1.1 am rasehung zu sein, tue d gleichzeitigem Lucke.:!: ger als (107 Juden und Line (ilicderung11 ׳ Zusanitiien: 1h!,a rin er , htuni, Partner heu eingehenden 227S 2271 lbib 1b(M 0(2 bö7 zu leier 111 n der ״Jll.ilo heil I spielt ׳Hier viel! kurz nach und!mutig manche egalmiert wurde o. Jahr lull anhielt, 11 die I '1 Klärung für die zweite 1 ,eher-!.1s S; e i g e 11 d e r M i m 11 e h e n (hei ' ■r reiujti liechen Llteii: nicht wenilinnen schlossen Djj Mischehen). (icseiikeilten! fuhrt zu folgendem Ergebnis: Ls schlosset] Mischehen 1032 10 53 jüdische Männer 463 121׳ jüdische Frauen 212 . 204 M an sieht: Das von jeher 711 beobachtende Uebcrwiegen der Männer in den Mischehen hat sich noch scharf akzentuiert. Geburten 1 h'berrasi Inmd, wie diese Ehehäufigki'if ist, so erwarfungsgemäß hat sich die Umwicklung der Geburten vollzogen. Von jüdischen .Muttern wurden gehören l'H2 1*1 D 062 $l(׳t Kinder Unter Zugrundelegung einer Linwohnerzahl von 170 000 f>7w. 1(10 1:0(1 hatte sieh somit die (ichnrteii/iffcr von ״״' ״ 7,ל weiter auf י ל,ר ... gesenkt Das j»t ein in der (lesehiehtc der Be\ olkt!!ings'tatistik kaum je ,m/utieilender Tief-taml, der aber zwo ifcllos in d!r Zw 1s Jien/cit noch erheblich unterboten worden ist. Ankündigunsen Zionistische Veranstaltungen 77 83 .־ Zahl tlur jn<I< n in Burlin!1 וזז )urcli* 1! um ״iTiiUMt Nein durfte InüPüU uulm’u 170000}, so hat ru!1Mi! 01; 11 i \ ׳ muht unurhuhlich ־!W'd S,/ ' . 1 LO־LH“11 i),l " ,,,), Diese!111111 ״11!׳.»י־■ 1 ,י I!!tu 1uk!unLr mait /um Hu ,׳uriiuk/niVilirun sein, atuii; ein Studium der \umlsuhau“ stärkt diese ruht noch die bekannte 1m Zioamnienhan^ mit hi.-her losere Verbin-;ו eine Tendenz, die Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. 25. Juni, abuml-, 8.30 \' hr, im 11 t im <U־r Hu-s.t;n!h,1U־r So, 44; X’oiOa^ um i־1 '־.iuu■ 1 ■ der Aibch in l!a!u-ona־־. (Xach d!־m Hu! ״— finjpjH‘ T T m |)t׳!h״t; 25, Juni,; Freuden huini, I ioh<*i1/olU-nsknr8 *»•־: Y>>; uf'bv (Scfml* 1 in der >07!.dun Schule, Jet Ar! >* i ז m Fakt 111,1 וי“, -. (hupjxdci nächste /.׳Dcininu-nkunft \vi!d noch bck.tn atKt .1! tut!;ס■ n ( uiUe willkommen. Junggruppen der BZV. R1\< 1 i-clirr 10,1;/ eite nur Siuiiu 37, 20 Uhu -- Fiialil׳ i.dritf• l.ct-or •Sir. 87, 20,30 t'hr. ■■ ■■ \M 20.30 liu -- Nnidniw; 27. Juni, ()!.im. ־ boukollu: 2׳>. Juni, llomami-ir. 48. Sud; 25. Juni, Otani<־n-זיr. 170. 20.30 l •Me iiH-k- 10, 20.30 Du•. .- Wihm-md׳«׳ 20.30 I hi. -״- Zoiitfiifn; 25. Juni, ko-uu! Brlt Chaluzim Datiim. Am 25. Juni, 8.1!hi! tjer 30.05* 31. David InOÜi^ator {K!' \<>r dcfii XIX. ZiouiOtMikcn^u ti. - - Aid So tu Meinet; Dien-Ui;^ Jak־'b Kcib; 411־! rnifi ■oa;׳, Mav Spanien! ii.d. I wrii h : M iur Suii-sbltad Kunfitnin Rom h; St habi׳al, Kai'limiei Hu! ״in.ihn. Sprechstunden des Hechaluz: M׳!!׳!.!.;, Firiut^. d'adHjdi-Abtoihiiip: (Seew ()!b.tci 111.1 nii, M. ()ren»tein): von 9 1 _12׳ l in, .Mi i<!h-.\biei!t.1Do (ku'harO ik'rj»}: von 9 5. S1 nr k. •׳ i I;D’ii-vbaruh - Abo;׳!!un^ (A!ן l'br, Sekieiariat. •Mioicteuum! M l’ur.!ml, Kalbe Scrnau); v,m 9 12._ י l h . (M0־f0 f0'<־plo!1,1!: von 10 ■ -12 Din, htr!;p־r A1!nu'!iiu:m). M. SMutl 1 m1׳ : rnt;duii״. - ■- Sckiciadaf (J. Heu - A11.1 rou) ('!־.au c!;m der Ibo\ihz wunlun er-uvht, ii ru* -!>na hunO ein/ini* Den. In ״an/ diit,; vurD 1 ir׳e r Anrmddun־״, eitiC Au-nahmu ׳ ז huppe N o r d u n <1 O n t: Bor hne! Zion. Yu!'<־i1s f(Uli)£, I >r. X ,11 hau; Pionier im!« n i ,,A d'ctlr! innen t־r/ahl־׳n‘\) ■>־׳hiK 8.3!') idir. bei Foul 1.1!׳ von f iauh m 1!>e Ja- 1 -.den!): ..Au* tief;-*/aalen i!c 1 11 i h! ,1! i״cn: 1 >ic in1'(aelH׳n, ■־■ - Zu allen \ er- ()1 anieü- SpNuil! uIk-i: 27. Juni, Sniawicp, Ntünjmliain; 25. und 27. Juni, d: 27. funi, Bador. 35-36, ni hi! per ' S20.30 .31 .1 ׳ U1r. b. Seiiw aib, 20.30 l hl. - ״- r. Ticrpca 0׳n: 27. Juni, 11: 26. Juin. Meine ko1. 10, halor Sir. 44. 20.30 Dir. 5 Hu, im 11t hlU kodpc-..) Mnmap ch b. kaohmiel Boipmaim; ׳m.ip. iloinr. Jeiet. Sehiur /־weip. Sehiur iur Chawc- )itiuHap, DouHersiag und , S. Wurm, I lein/. Selig- Mriih'kmi r. 20. (rlhs. - -- 1 -.12 l־lu, Memekeor. 10, I il viiians!); von 9 1 512 dt hon■ 1 lach - oha! ah (-Senta Meim-keur. 10, 5. Stork. '! ki ei .11;at (nur na.11־ vorich nach voiinuiper An- Non 10 12 \ dir. -.* Die o B-Midic hi Berlin dum- . iitit n I 'alk n kann, nat li 11' ׳!.ווו! wurden. ('haw<־rim aus Berlin können sieh nur nach' Anweisung ihrer Sniflcitung an Hen Meikas wemkn, Lernt HchrSisch In den Kursen der BZV. Demnächst beginnt ein neuer Anlangctkursu. im M ••׳•!:. In den bereits bestellenden Kur.-cr» tiir Am.inger und Kortgescbriilem; kimticn neue Teilmduncr aufgc-!»1!nnii'ii werden. Auskunft und Anmeldung in der Kuhuiabteilung der li/.\־., Meinckc.str. 10 (Tel. Bismarck 7165, App. 44). Mitteilung des Kinderspiclkreiset Jannawltrbrilcke. Wir fahren täglich i» den Ctuiiewald und können noch Kinder im Aller von 4 12־ Jahren mitnelunen, Anmeldung im HZV.-lleiin, Brückcnstr. 9, und bei der Leiterin, Uerda Namm (K 9 4296). Tageskolonic und Kindergarten für die Kinder des Bciirks Zentrum- Nord. IT wird ixMbduh! \g\, während dus Monats Juli eint* T.׳^, koloni׳• im (ininewald zu eidi'hmn. Intcrcs-sunt^n werdrn Rcljc'tcn, ■. hj l«׳i!a'lsru! Mar(iü Imsvin, \1 ünzor. 10, zu melden. J)er Bezirk D., -•'iehii^i ienxm. einen Kmdorspielkreis zu crOÜ’neri und wird in,׳ ־>o>ierU'!1 IChein au! einer eigens zu d!e>crn Zweck in Ansicht; noinrnenen \'e!an>ta!lung (jelcgenlieit zur informatitrn und AnmcMu ihrer Kleinen gehen. Voranzeigen Die Künstlcrhilfc der Jüdischen Gemeinde teilt mit: Die für den 27. Juni geplante Auftührung der (Jlfenbarhmhen Singspiele ״D,<• neue Zaul.H־rllöte“ (Fortunios Lied) und ,.Lhcmann vor der Tur*‘ muü \־er'di01>en werden. Neues Datum wird sfkiter hckanntgegcl׳״n, j Bereits gekaufte Karten werden eingelüst. Vereine Vereinigung jüdischer Frauen Groß-Berlins. (Gruppe des jüdischen ׳ Frauenbünde'.) Am 26. Juni Aust lug nach dem Restaurant Piche!., werder (Rackwitz). Treifpunkt Bahnhof Pirbehbergr um 3 C'nr narliminags. Selbsthilfegruppc jüdischer Kiirperbehindcrter in Deutschland, Orl>grup|>e Berlin. Milgticdetvcr.-animlmig am 2. J«!:, 19.30 Uhr, im iiau-c der Jüdischen Rcf״r1n״cmcin<]0, N 24, Johann!,, strafae 16. Marlin Amol.ski spricht iit>cr: ,,\’״lk.wc1s!1c׳i! im o 1. jüdischen Spricft\vrjrt‘k Giiste willkommen. —- Sprechstunde in allen Fragen der Behinderung jeden Montag von 11 hi. 1 Uhr oder 11:11: ־ Vereinbarung (C 9 1305) hei lleymann, Tilc-Wardenberg-Str. 10, p. Charakteristisch ftir die Sterilität der Mischehen ist, daß von jenen $76 von jüdischen Mültcrn int Jahre Ih'ii geborenen Kinder mir % Mischehen entstammen, ein erneuter Beleg für die Kinderarinnt derartiger Verbindungen. Vi'ic k i n d e r a r nt aber auch die reinjiidischen Ehen in Berlin sind, ergibt sich daraus, daß auf sie itn Durchschnitt weniger als ein Kind entfällt. Man kamt aus den sehr detaillierten Berliner Ziffern berechnen, daß in den letzten Jahren annähernd 60 <> auch der reinjüdischen Ehen kinderlos sind. SterbeOberscHuB Die unausbleibliche Folge dieser Kinderarmut ist ein von Jahr 711 Jahr steigender $ t e r b e it b e r s e h u ß. Denn die Sterbeziffer hat in einem Gebiet der ständig sich verschärfenden Ucbcralterung die Tendenz der unaufhaltsamen Steigerung, wie der folgende Vergleich zeigt: Zahl der Todesfälle 10:12 1033 männlich 1310 1260 weiblich 1283 1213 Zusammen: 2023 '2382 in 0;״ der geschätzten Bevölkerung 15,4 0״/,) 16,1 ״,,/״ Man darf sich nicht davon irreführen lassen, daß die absolutc Zahl der Todesfälle um ein Geringes hinter 1032 zuriiekgeblieben ist: das erklärt sich, aus dem gleichzeitigen Rückgang der jüdischen Einwohner. Bezeichnend ist, daß die Sterbeziffer gleichzeitig von 15,4 auf 16,1 ״״ ״ weitergestiegen ist -- auch diese Ziffer ist wohl zwischenzeitlich erheblich augewaehsen. R 11 11 d drei m a I s o v i e I S t e r b e fälle als G e!)־arten waren 1033 unter den Berliner Juden zu verzeichnen. So grotesk dieses Mißverhältnis auch ist, so ist es ganz fraglos in der Provinz noch viel krasser gewesen, weil Berlin einen unvergleichlich größeren Prozentsatz jüngerer Juden heherbergt als das übrige Deutschland, namentlich in den kleinen Plätzen, wo heute manchmal überhaupt nur noch ältere Personen zu finden sind. Durch den Sterbeüberschuß allein hat somit Berlin itn Jahre 1933 eine Einbuße von etwa 1700 Seelen zu verzeichnen; das ist natürlich nur ein Teil des Gcsamtverlustes; so schätzt das ״Berliner Jahrbuch“ die Zahl der Austritte aus dem Judentum mit 800 im Jahre 1033; die weitaus größte Verlustquelle bildet natürlich der Ueberscliuß der Abwanderung nach dem Ausland über die Zuwanderung aus der Provinz, Schulbesuch Zum Schluß seien noch einige lehrreiche Angaben übef den Besuch öffentlicher Schulen durch jüdische Kitt* der zusammengestellt. Es besuchten: 1. Mai 1932 ־ ־־ Prozent der Gesumt-Schiiierzahl Oeffentiich* hoher* Knabenschulen 3676 8% ־ ״ ״ Mädchenschulen 3007 r Städtische Mittelschulen 372 ^3 ״-״ ״ Volksschulen 7075 2.6^ ״ Sondersdhu'en 153-1.8% 1. Mai 1933 ד;■■״ Prosen der Gesamt *Schiilcriah 3267 — 7ד4מ 2715- 10°ל 377 2,9׳\•. 6264 — 2,2?־g 123 — 1,5% Insgesamt öffentliche Schulen; 14 283 7h 4.2% 12 746 =- 3,4% Diese Tabelle zeigt die ausgesprochene Tendenz dir Juden, ihren Kindern eine höhere Schulbildung zu geben; der Anteil der jüdischen Schulen und namentlich jüdischer Schulerinnen war weit über dem Durchschnitt; 1033 ist aber bereits eine recht scharfe Verringerung zu beobachten, die in der Zwischenzeit fraglos weiter angehalten hat. E. K. 111.Z Altpapier 1iil!|| Herbert Cohn li.-rlin NW 40, H. ldi -strativ 20 21 Sme ־ Sr. l , |i,.: ,a ׳..>!<> -—־--־—rmwnm Uliiiilll Asphaltierungen ן1]!ןןןשןן o ROBI R1 N O!! IRS II JA, Ktirfur'i'-t'rui/tnim ■iS 40 / י Oliva 17 5r» P f I a 3 t r r u it <j r n Aufzüge Ernst Fischer. FahrsluhltabrlH W 50, Kulmbacher Str. 6, B ■i »7 .־״S52 1,׳. NacMrul C» 3 Bk htrrf 77':*'. Krpar,!rti Ar!, Pileüi־ FäBdirA(••!!)■, Aelteste jüd. Firma dieser Branche, i!<•!< r t!. Mn■■■! 4. Jud. (,»׳m. 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