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Jüdische Rundschau · 1935-06-21 · Heft 50 (21.6.1935) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 50 (21.6.1935)
Date
1935-06-21
Page
– (sequence 15)
Language
German
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JÖWSCHE RUNDSCHAU Berliner R1111 «1 st*I1:1 NR. 50, 21. JUNI 1935 Die jüdische Mystik Ein Vortrag Dr. Altmanns im Rambam - Lehrhaus Dr. Alexander AHmann wies in seinem Vortrage über Pldisehe Mystik darauf hin, daß erst die wissenschaftliche orschung der letzten Dezennien den Zugang 7.11r jüdischen Mystik eröffnet habe. Neben dieser wichtigen historischen Arbeit fehlt aber noch die Gesamtschau, die die Einheit der jüdischen Mystik begreift. Ihr Erlebnisgrund ist die Frömmigkeit; und auch alles Fremde wird judaisiert durch die Orientierung an der Bibel. Sehr prägnant charakterisierte Dr. Altmann den Unterschied: für den Philosophen ist Gott, für den Mystiker lebt Gott. Für beide hat Gott eine vorschiedene Qualität. Freilich gibt es auch Momente in der Philosophie, da sie vom Konkreten sich entfernt und zur Mystik hinstrebt (z. B. Platos Ideenlehre oder auch in der heutigen Phänomenologie). Der Unterschied zur religiösen Mystik aber ist, daß die Einsicht der letzten Dinge für den Mystiker aus seiner religiösen Existenz erwächst, die nach der Gemeinschaft mit Gott ringt. Die Bibel selbst fordert eine spekulative Durchleuchtung. Sie lehrt nicht nur das Tatgebot, sondern teilt zahlreiche Gotteserseheinungen mit und gibt auch im Prophetismus ein Beispiel mystischer Ekstasis. Mystik ist gleichsam zu F. nde gedachte Bibel. Der Sohar ist, wie der Referent betonte, zwar ein vielfach umstrittenes Werk, aber er wird allgemein als ein uraltes Dokument angesehen, das dein religiösen Bedürfnis der Bibelerklärung entsprungen ist. Mystisches Denken aber ist ein g e - fährlicher Weg, denn es ist nicht ein In-Ruhe-PIGosophieren, sondern es bedeutet, mit dem Einsatz der ganzen Person denken. Zwei Gefahren lauern auf diesem Wege: Das Sichverlieren im Mythos und das Erstarren in Magi e. Altmann glaubt, daß die jüdische Mystik diesen beiden Gefahren hat aus dem Wege gehen können. Als den entscheidenden Unterschied zwischen Mythos und Mystik sicht Altmann, daß der Mythos Gott biologisiert. Demgegenüber lehrt die Bibel die Erschaffung der Welt aus dem Worte Gottes, d. 11. aus einem geistigen Prinzip. So ist die jüdische Mystik um die Klippe der Gnosis hertimgekommen. 1111 Gegensatz zum Mythos erreicht das Judentum die Spiritualisierung der Welt, Gott wird nicht — wie in den Mythen vieler Völker — ins Irdische hinabgezogen, sondern verbleibt in der Jenseitigkeit, Die Gesetze der Bibel fordern zur Auslegung auf, weil sie vielfach unverständlich sind. Die I lalaeha hat sieh zwar frei von der Mystik entfaltet, aber die Gesetze selbst drängen danach, in eine kosmische Religion eingebaut zu werden. Ein besonderes Gebiet der Mvstik ist das Gebet. Der Talmud kennt bereits den ״Gottesdienst des Herzens“; die Mystik erweitert diesen Begriff, und das Gebet erhält eine außerordentliche und reale Macht. Hier wäre nun der Punkt, an dem die Mystik in Magie umzuschlagen drohte: d, 11. in eine Einflußnahme auf obere Mächte. Die jüdische Mvstik ist aber auch dieser Gefahr entrönnen, indem sie n i ch t i n d e n Dingen sei bst magische Kräfte annahm, sondern als entscheidend für die Sinncrfüllung des Ganzen die religiöse F r ö in m i g k e i t betrachtete. Ihre letzte Wesenheit kann man bezeichnen als eine Synthese von kosmischer Spekulation und praktischer Frötnmigkeit. Und ihr spezifisch Jüdisches liegt in der Verschmelzung von Philosophie und Hagnüah. Zum Schluß stellte Dr. Altmann die Frage: Wie stehen wir heute zur jüdischen Mvsf i k? Und er gab die Antwort: näher denn je. Der jüdische Mensch unserer Tage habe nicht nach Philosophie, sondern nach Mystik Sehnsucht. So will I)r. Altmann in Franz Rosen zweig auch weniger den Philosophen als den Mystiker sehen, der begriffen habe, daß eine Philosophie des Judentums nur aus der Mystik 11er- Vorgehen kann. Mystik wiederum kann nur aus aktiver Frömmigkeit erwachsen. AHmann ist überzeugt, daß auch in Palästina kein Mythos der Verwurzelung mit dem Boden sich entwickeln könne, weil wir aus dem mythologischen Zeitalter endgültig heraus sind. Dr. Gerhardt Neu 111 a n n Eine neue Synagoge Weit draußen, an der äußersten Peripherie des Berliner Ostens, bestellt die Israelitische Vereinigung Lichtenberg seit etwa 43־ Jahren. Sie entfaltete stets eine wichtige Tätigkeit im Rahmen der jüdischen Arbeit Ber- 1111s. Am 23. Juni steht sie an einem Wendepunkt ihrer Entwicklung. Das winzige Bethaus Frankfurter Allee 85 wird an diesem Tage von einer grollen Synagoge abgelöst, die in der Frankfurter Allee 50 erbaut ist. Es ist zu hoffen, daß dieser neue Mittelpunkt jüdischen Lehens der Gemeinde in Liciitenberg neue Impulse verleihen wird. Musikschule Lilly Machschewes. Im Schülerheim Dahlem, Cronberger Str. 21, veranstaltete die Musikschule Lilly Machschewes einen Schiilerabend, an dem eine beträchtliche Anzahl Schüler und Schülerinnen Zeugnis von dem ernsten Geist und dem eindringlichen Fleiß ablegten, mit dem dort gearbeitet wird. Es war ein erfreulicher Abend. Dem bereite konzertreifen Salo Schnelling wird man hoffentlich bald an anderer Stelle begegnen. Die Begleitung am Klavier besorgte, soweit die Schüler sich nicht gegenseitig selbst begleiteten, zuverlässig Hans Samuel. I)r. Oskar Outtmann Ankündigungen Zionistische Veranstaltungen Fraucn-Arbcitsgemcin.chaft (Ur PalSUina. (;!!1!g>ז u \V. 4 und tlayrlscher I’!at7: Am 2t. In!;. K;.3*>! I,r. im \V e n!״;2.׳ h,!!.!vn-rher l“!,Tz 2. KU•! V!a 1ih'-r •12• ( 2 .. Id,•1,1,. f\!2Um״s, ciii-di!. der A :ij *'I:‘. f tr1 ׳:>[>■. n .\n1,|-,vc,1 und Lichter!, Id!•: Am 2t. Len. 1*222) l 2•,!,! Uw '1• ״*•r, MV.!2 ׳nL:or. 50: I >r. Bert Iva lUiii - S• i.mih: .,,V n- 1(2 2 21* .et, A It X, i ״!,!!.,;> .... .'־ ׳. N״rd und MC: Am 22. To-.i,?.■•:Ml Uhr. im II, i:,1 der H/V״ K.■■*•״. 'luder Mn tj: 12h 1)!. X.eh :•; .,[*.,• 1', ,,, .2 p;. 2 :21 m I.t .*!na". ׳ du;2!,׳! \ c* n:. c .*2,1n!cev <1.! ',׳ u * hie •m t!!*1 * Lern Hebräisch in den Kursen der ISZV. Um*.!׳!;! Iיוז!״;. ״ ein neuer Au kf! 1 ct* ז hur u•• ita Weuen. Sn den herei••, he 2w.־.!;du; Küwen Htr A!1!.1״r;cr 11!1d I1־ he •d:1 e 1 ׳!,>• t׳,;,nn;2;!' ■,!! ״::, lew r aiii- Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV. Sonnabend. 22. Juni!1.15 Uhr BZV-Htim Brficken.tr.Be 5 Oneß Scbabbat Ltjladim - Rabb. eand. H. Meyer Gruppe Jannowitzbrucke Sonnabend, 22. Juni 21 Uhr BZV-Heim Kantstraße 54 Dr. KaUko: ״Der Kampf um HebraUeh“ Kulturabteilung Mittwoch, 26. Juni 20.30 Uhr BZV-Haim Orapienstr. 170 fnitgiiacier-wersammiung Gruppe Kottbusser Tor Mittwoch, 26. Jüüi 2030 Uhr BZV-Heim Landsberger Str. 87 Dr- Ernst Marcus; ״Politik und Wirtschaft in Palästina* Bezirk briedriebahain Mittwoch, 26. Juni 20.10 Uhr Joachiinsthaler Str. 13m Felix Isaak! ״Palästina — ohne ZioRismus?'* Gruppe Fehrbelliner Pl. Mittwoch, 26. Juni 20.30 Uhr Konditorei Hansa Flensburger Str. 19 Fra« Bcrgel-Gronemann: ״Ost und West in Erex Israel" Bezirk Hansa Mittwoch, 26, Juni 20.30 Uhr BZV-Heim Kantstraße 54 R.'A. Kurt Lewinsohn: ״Zur Geschichte der zionistischen Ideologie" Gruppe Westend Donnerst•d, 27. Juni 30.30 Uhr BZV-H.im Brfickes.tr.B1 9 Rabb. cend. Heinz Meyer: ״Unsere Feste, ihre Bedeutuntf und ihre Melodien“. — Es •;ngt: O&ersantor Karl neumann (Fri.d.».!.״p.D Gruppe JannowltzbrGcke Original-Tonfilm der Urim Palostine Film Company Ltd. Jerusalem, Hergestellt itn Auftrag des Keren Haiessod Nächste Aufführungen in BERLIN Sonntag, den 23. Juni, 11.30 Uhr, vormittags, Admiralskino, Friedrichstraße 101102־ Sonntag, den 23. Juni, 12.00 Uhr, mittags, Metro-Palast, N 4, Chausseestraße 30 Eintrittskarten zu RM —.80 bis RM 1,20 im Vorverkauf bei: Ituchhamllung Poppetauer, Neue Friedrichstr. 59; Uuchliamllung Gouzcr, Oranienburger Str. 26; Finder, Alte Schönhauser Str. 54 (Laden); Papierhandlung Ileppner, Itrnelstr. 8a; ßuelilumdlung Salles, Grenadkrstr. 30; Atlantic-ExprcfS, Fricdriclistr. 100 (S-Bahn) und an der Kasse. Sonntag, den 23. Juni, 11.30, vormittags, Rivoli - Lichtspiele, Bergmannstraße 57־ Eintrittskarten zu KM —,80 und KM 1,-— Lei W. Bernluml ftachfl״., Belle-Aliunce-Str. 105, M. Loewemhai, Zosscner Str. 23, Wiesen her״, Mölxdhaus Tompclhuf* Ilohcnzollcrnkorso 1. Donnerstag, den 27. Juni, 20.30 Uhr, Bachsaal, Lützowstraße 76 Eintrittskarten zu RM 1,— bis RM 2,— im Vorverkauf bei Papierhandlung Lipprnann, Traufcnanstr. 16; Euuhhandlun״ Rubin Maa^ Charlottenburg, Pcsialo/zistr. 15; Konditorei Hansa, Flcudrnigcr Str. 19; Atlantic' Kxpioss,!’iHMirichstr. 100 (S-Bahn); Deutschland- Palästina• Verkehrs-G. m. b. H., Kui'l'iirxteiulamm 224; BZV.-Heim, Kantstr. 54, ״Jüdische Rumbuhuu“, Mrinekestr. 10 (Laden), und an der Kasse. Sonntag, den 30. Juni, 11.30 Uhr, vormittags, Concordia-Lichtspiele, Andreasstraße 64 Eintrittskarten zu RM —,80 bis RM 1,— bei Apotheke Salingcr, Neue Königs• r. 74; Kaufbaus Albert Meyer, Frankfurter Allee 68; Feig, Slrau-bcrger Str. 24: Papierhandlung llepner. Insebtr. 8a; Goldwarcngemhäf!!!iiilerfaß, Andrea--!!. 44; l'indcr, Alte Schönhauser Str. 54 (Laden), BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG %XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXMXXXXXXXXXXXXXXXXX*XXXXXXXXXXXXXXX Sonntag, den 30. Juni 1935, 29 Uh BriidervereinahauB, Kurfürstenstr. 115 ״Wir gehn ans Werk“ Kin Stück aus der ArWit de<3 Hcvhaluz von Ernst Raden Musik : Z vv i I > u I b er Bühmt«bild(־r : J. K. Bo dl gen d c r Aufgeftihrt von Mitgliedern des Hechaluz Karton ru 70 RpL im Vorverkauf: BuchhamBp־ Dnppel;1i1<־r, Neue Friodrichstr. 59 - Zi1t»rrenKeseh. Nochom, Wri&enset־, Berliner Aller 254 - Bhrobed.Wollf, Friedenau, Hheinatr. 52 Bm lihiil(׳. Kedom, Charlbf»., Daldmannstr. 8 - Rurhlnden, Bayrischer PL13 u Jod. Hundsch au, Meinekesir. 10 (Laden! HECHALUZ BERLIN!TAFELFERTIGE! EISBOMBEN hygienisch IM KARTON verpackt Meine Neuheit D.R.G. M. Stets großer Vorrat rum sofort* Mitnahmen, auch Halbgefrorenes, bequem aueh r. Wochenende. Ab 3FM (•Inschi. Verpack.) {n Berlin frei Hau■ liefert BALSAM-EIS C AFt UNO KONDITOREI WlelRndStr. (AM OLIVAER PL.) Ruf: J t Bism. 366 2, Geschäft: Hansaplatz Der angenehme Aufenthalt Die gepflegte Küche Das reichhaltige kalte Büffet Kurfürstendamm 72 EckeWaiizstr. Eröffnung demnächst Dachgarten Leon Kurfürstendamm 156 Jeden Sonnabend 8.30 ■a m Jeden Sonntag 4.15 u. 8.30 ■ Ci Hl Z Kapelle Goldschmidt Eintritt frei! י—י Cafe Uhlandeck יייייייי KurfUrstendamm 31 Neue* verstärkte« Orchester Gerd. Gerald und •eioe fabelhaften Solisten spielen tagiidh nachmittag» u, Tan* abends 7um * **U* Jetzt Scmmrrprrtie -׳ Tasse Kaffee u*w. 50 Rpf. rcafG Restaurant umteisuach . Besitzer: Oscar Aberbadi, BayriecherPlatx 2 Spielu. Vereiossäle * Treffpunkt best. jüd. Geseilich. Best anerk. Wien. Küche * Dezente Musik. Mittag• u. Abend •Gedeck v. RM 1.10 an Prinzeß-Cafe am MrsMamm 21a Icht vergessen — oft vegetarisch und Fische essen Vegetarisch•!! und FIsch-Reataurant am Zoo Eingang Ksntstraße, Ecke Joaehlmsthaler Straße, hochptr. Bad Stölpchensee ist wieder eröffnet. Alle Gäete herzlich*! willkommen. Autoplatz vorhanden. Gat• Verpfleg u. Getränke. Verb. 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Kino, briedrichstraße 101 10 Uhr vorm.bfs 1 Uhr nachls Sonntag ab?A0 Uhr nacni der ueruianiiiung (Drmnslcierunjf) mit Gustav 1'rShÜch Heinrich George Rose Stradncr MttRCHEnBRunnEn- Lichtspiele Am i’ciedciehsham 29 Beginn 5, 7, 9.10 Uhr S״nnta(|s ab 3 Uhr .. * .s.T.^ A ־ , ,, Madame Dubarry Lichtspiele, Chamsecstr. 16 •י!1 Uhr vorm, bi*!!Uhr nachts Dolores de! Rio Sonntags ab 3 Uhr (in dcutsrhrr Sprach«־׳) ALHAMBRA- . Nr1,;)1״,״,r״״s* Licht.plele, K.oppcn.tr. 29 SPIOilS 311t IM6Plt Beginn 5, 7, 9 l![!r mit Brigitte Helm Sonntags ah 3 Uhr Karl Ludwig Diehl Kant- ״nacht der Uarmdiuir Leiht Spiele, Chnrl., Kn nt str. 54 (i)cn1,10ki״run^) Wo. ab 5 Uhr. S!>. nh 3 Uhr Mit Gustav FrRhlldh Olävaer - Zigeunerbaron Olivaer PI, 7. . 5,7,9!»Uhr m.AdoUWshlhrttck. ו4ז״ן h«h.7.״tt Neue Programme am Dienstag törfreieAntennen Radio ־ Reparaturen Walter Schott Bismarck J 1 3062 MHHHHMBBHBHII Speise-fcis-Wirlschalt senta Reiöach Neue Ansbacher Str. 9 Geisbcrgstr.) Feinste (^ualit. 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