Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 44 (31.5.1935)
- Date
- 1935-05-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seife 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 44, 31. V. 1935 Ein Werk der Erziehung Die Kindergemeinschaft in Mischmar Haemek In unmittelbarer Nähe der Siedlung des Haschomer Hazair in M i s c 11 in a r Haemek überragt auf der Anflöhe der schmucke Bau der Kindergemeinschaft des Haschomer l la/air die schone Landschaft des Kischontales. Vor wenigen Wochen ist die Erinnerungstafel dieses Hauses, Das 11 'ohnfums der Kindergemeinschuft die an die Mitwirkung des Order of Ancient Maccabeans in Manchester und ait ■die Mithilfe durch den Women’s Appeal (omiuittee für Je« ich german women and children in! ondon erinnert, durch l’rof. S. Brodel/kv in Anwesenbeit von Vcaietcrn der zionistischen Zentralbehörden der Zciitralfomle und vieler (raste aus dem In- und Auslande enthüllt worden. Dieser Bau ist das erste stabile (iebütide der Kindergemein.'( halt des 1 l.usclusmcr lla/air, <ler hier seine Zent r a 1 s c 11 111 1111 ׳ j d j <״ Kind e r d e r K i b b 11 / i m errichtet und in Dir für auswärtige Kinder (aus Deutsehland Eine Klasse mit ihrem Erzieher Foto..- Gor. Schließ«« und aus der Stadt) Aufnahmemöglichkeit schafft. Schon heute um fa fit die Kitidergenicinde mehr als 70 Kinder, wovon Kinder aus Deutschland und aus den Städten Kre/. Israels mehr als 05 ״,, ausmachen. Im nächsten Schuljahre erfolgt eine Erweiterung auf <J(l Kinder. Schon viele Jahre vor der Verwirklichung der Kindergemeinde!tat der 1 laschomer lla/air den (iedanken vertreten, Kinder im schulpflichtigen Alter nach I re/. Israel zu überführen, um sie mit dem Lande organisch /u verbinden. Ls zeigt sich in der Praxis der pädagogischen Arbeit, daß sich dieses Gedankengut, das in früheren Jahren oft auf Ablehnung stieß, in der Wirklichkeit außerordentlich gut bewährt. Die Kinder, insbesondere die aus Deutschland eingewanderten, verbinden sich in durchaus natürlicher Art mit der Sprache, dringen mit ihrer Hilfe in alle Wesensinhaltc der neuen und alten Kultur ein, finden ihren Platz in der Kindergemeinschaft und über sie ihren Lebensraum im Lande. Ihre geistige und praktische Orientierung gleicht sich nach Uehcrwinaung der nicht unbeträchtlichen Anfangsschwierigkeiten dem gegebenen gesellschaftlichen Milieu an, in dem sie allmählich eine mitführende Rolle einzunehmen beginnen. Wir sind weit entfernt davon, den Kindern die mitgebrachten westlichen Kulturwerte zu nehmen, sondern sind im Gegenteil eifrig darum bemüht, ihnen dieselben zu erhalten und für die gesamte Kindergesellschaft fruchtbar zu machen. Mit pädagogischer Absicht wurde die Schulsicdlung, die in ihrem Endstadium etwa 130—140 Kinder umfassen soll und nur in vollständiger IJchcrcinstimmung mit der Tragfähigkeit der Kindergesellschaft allmählich ihre Erweiterung finden wird, in der Nähe der Erwachsenensiedlung, des Kibbuz, angelegt. So lernt das Kind den Sinti und Inhalt seiner tagliehen Arbeit schätzen, lernt den Ernst zur manuellen Betätigung, lernt die Liebe zur Arbeit und verbindet sich mit ihr in natürlicher Weise, da ihm die Welt der Erwachsenen als Beispiel und Ansporn dient. Es beginnt auch zu erkennen, daß Arbeit, die es nicht nur in der Schule, sondern auch im Kibbuz verrichtet, die feste Grundlage der Erwachsenengcscilschaft bildet. Das Kind sieht den Endzweck seiner manuellen Arbeit, die absolut ernst genommen wird, sei dies Arbeit im Hause oder in der Werkstätte, im Garten oder auf dem Felde. Die Erwachsenen befruchten in dieser grundlegenden Frage die Kindergemeinde, zu der noch viele andere Gebiete hinzukommen, die das Leben der Kinder bilden. Die gemeinsamen kulturellen Veranstal* 11! n g e n, Besuche, Ausstellungen, Musikabende, Feiern und vieles mehr fügen die Kindergcmeinde, die nach innen hin autonom ist, in die Gcscilschaft der Erwachsenen ein, von der sie geistig befruchtet wird, der sie aber auch kulturelle Aequivalentc vermittelt. Um die Kinder noch mehr mit dem Lande und der Kibbuzbewegung zu verbinden, werden — neben zahlreichen Ausflügen — einzelne Klassen in verschiedenen interessanten Arbeitsperioden mit ihrem Erzieher für 2—3 Wochen in weitergeiegene Kibbuzwirtschaften zur Behandlung spezieller Themen entsandt. Die pädagogische Arbeit, die in ihrem wesentlichen Teile die Arbeit und die Bildung der Gesellschaft umfaßt, findet ihre Ergänzung in der Wissensvermittlung in den realen und humanistischen Fächern, die an die in der Wirklichkcit erworbenen Kenntnisse eng angeschlossen ist, dadurch lebendig gestaltet und für die Kinder außerordentlich fesselnd wird. So bilden sich die Kinder an den Fragen, die direkt aus dem Leben kommen, lernen die sachliche Fähigkeit, Dinge zu analysieren und ihre Zusammenhänge herzustellen und erarbeiten sich Erkenntnisse. Diese Wissensvermittlung gibt das Rüstzeug für das weitere Leben ab, da es von jedem׳ überflüssigen Ballast frei ist und die Kinder jeweils nur mit jenem Wissensgebiet beschäftigt, das sie gerade in ihren Bann zieht. Die Bildung der Kindergemeinschaft, die in Klassengemeinschaften zerfällt, die maximal 15 Rinder zählen und dadurch die Möglichkeit der individuellen Beobachtung und Behandlung bieten, ist wohl der wertvollste I.ehrgegenstand, der den Kindern die Kenntnisse und menschlicher» Grundlagen vermittelt. Die Selbstverwaltung der Kinder, die sich auf alle Lebensgebiete erstreckt, erfüllt die Kinder mit vielen Aufgaben, an denen sie wachsen und sieh weiterentwickeln. Schon früh lernen die Kinder die Arbeitse i n t e i! u n g in den verschiedenen Wirtschaftszweigen (Ordnungsdienst im Haus«, heim Bad, in der Küche, in der Schneiderei, Hofordnung, Arbeit irn Gemüsegarten, in der Baumschule, in den Obstpflan/ungen usw.) selbst vorzunehmen und dringen in die Kenntnis einer Organisationsschule ein, die sich sehr ernsthaft mit der Frage der Pflicht und der Vorliebe auseinandersetzen und eine Lösung finden muß. Die Schaffung des organisatorischen Rahmens schafft auch die Begrenzung der Kindcrgcsellschaft, in der die Erwachse, nen — Erzieher und Pfleger — als an Alter und Er. fahrung gercifterc Menschen ihren Platz einnchmcn. Die Inter• cssensphären der Kinder finden in ihrer Zeitung den deut. liebsten Ausdruck, die durch ihr regelmäßiges Erscheinen wichtige Dokumente für das geistige Wachstum und die Reife einzelner und der ganzen Gesellschaft abgibt. Erstaunlich ist die oft auftretende scharfe und gesunde Selbst, kritik, die im Gegensatz zu der landläufigen Behauptung von der überspitzten Ueberheblichkeit der palästinensischen Kinder, Fehler und Vergehen einzelner Kinder oder ganzer Klassengemeinschaften feststellt. Die Zeitung faßt auch die Ergebnisse der Sied, lungsgemeinden von Zeit zu Zeit zusatn* men oder regt deren Tagesordnung initiativ an. Die verschie. denen Kommis, s i o n e n für Sport und Pfadfindertum, für Verschönerung der Wohnräume, zur Schonung von Sach, werten, für Kultur, Zeitung, Siedlungs. gemeinden, zeitwrf. Jig eingesetzte Kom• missionen zur Durch, fiihrung von Be. Schlüssen und vor allem die Abkehr von jeglichen Strafen, tragen dam bei, die Kindergemeinschaft immer fester zusammenrufügen und für alle ihre Taten und Handlun• gen verantwortlicher zu machen. , ״ Es wäre zu früh, Der Wagen der Kindergemeinschaft über die letzte Ent• im Chag Ilabikurim-Festzug in Haifa Wicklung dieser Kin״ dergemeinde etwas Entscheidendes auszusagen, da sie in ihrem klaren Wachstum durch das Hinzukommen von Kindern aus Deutschland vor zwei Jahren und im vorigen Jahre und durch Neuaufnahme solcher Kinder auch in den weiteren Jahren eine wichtige Aufgabe auf sich genommen hat, die sie vor eine Fülle von Fragen und Problemen stellt, die noch ihrer Lösung harren. Es ist die berechtigte Hoffnung vorhanden, daß es den hier vereinigten Erziehern und Pflegern, die durchwegs der Bewegung des Haschomer Hazair entstammen und in einheitlicher Auffassung ihre Erziehungsaufgabe erfüllen, gelingen wird, die spezifischen Fragen der Erziehung der palästinensischen Jugend zu meistern. Q0ra Schließet Von der Woche Die Veranstaltungen zu Chag Habikurim In Haifa sind abgesagt worden, weil der Keren Kajemeth es ablehnte, das Fest am Sonntag abhaltcri zu lassen, was Vorbereitungen in den Siedlungen am Schabbat erfordern würde. Der Keren »Kajemeth hatte als Termin Montag, den!0. Juni, vorgeschlagen. Dies lehnten die Siedler ab, weil das Fest hierdurch um zwei Tage verlängert werden müßte. Die Wahlen zum Zionistenkongreß finden in Pa״ lästina am 22. Juli statt. Ein Araber, der wegen Verdacht des Mordes Im Fall S c 11 a p i r o verhaftet worden war, ist freigelassen worden, Ucber den zweiten Verdächtigen wurden weitere 14 Tage Untersuchungshaft verhängt. Der Tel-Awiwer Stadtrat beschloß die Schaffung eines ständigen Bialik-Museums im Hause Bialiks, in das das gesamte Material der soeben geschlossenen Bialik-Aus. Stellung gebracht werden soll. Mittwoch ankommm wirst. Der Tel-Awiwer ״Volkstnnnd“ funktioniert. Aber sage du tw den Tel-Awiwcrn, daß dies hier noch keine echte Großstadt ist. Rh sage es (ganz lebe): Tel- A w i w i s t e i ne St a d t in d «11 ־ I 1 e ׳״ e 1 ן a 11 r e n! Ein Vogel, der sich mausert. Line Kollektion hochmoderner Wohnbauten, eilig zusammengezimmert, taue Kollektion von Menschen aus allen Enden iiiKi h.xisieii/en, teils ebenst) eilig /iisammcnge/imntert, Cafes und Kinos, ein paar lebendige Straßen mit neuzeitlichen Lerister-Au-Iagen, da/ui.dien Typische Kleinstadt-Nebengassen mit dem bunt durehcinamlcrgewuri'elten Warengemisch eines Kramladens, Wcrk-tatu'ii und Büros, ein paar Fabriken, eine Statte, in der sich ,׳!machst alles mengt, was das Mittelmecr anschwemmt. I ine Stadt;ruf dem Wege /u sich selbst'. Pardon! Verzeihung! S.-lidia, Tel-Awiwer ... Ihr haltet soviel von eurer Ailenbv, ich weiß, ,Man kann bei euch hochelegant tan/en zu Jazzmusik und Whiskv-Soda, man kamt sich mondiiit gebärden, man kann mit geschäftiger Lcdermappe eilig tun und mit flatterndem Künstlerschlips im Boheme-( iafe vor sich hinsit/en, ihr habt den Staub und Lärm einer großen Stadt, ihr habt Restaurants und Bars und Theater und Cafes, ihr habt sogar eure eigenen Tanz- Schlager schon und all «len übrigen neuzeitlichen Komfort, über dessen unbedingte Notwendigkeit wir ein anderes Mal streiten wollen, — nichtsdestoweniger, in puncto ״Welt- Stadt“: Tel-Awiw ist eine Stadt in den Flegeljahren, und wir wollen mal alle abwarten, was aus ihr wird. Vorläufig scheint sie in vielem noch ein kleiner ״Gernegroß“, vorläufig ist sie wohl am sympathischsten dort, wo sie sich als Stadt ganz jung gibt und wie ein Kind am liebsten mit Sand und Steinbaukasten spielt. Wenn am Freitagabend Trompetenstöße den Schabbat eingetutet haben, verschwindet alles von den Baugerüsten, schwankenden Schrittes stapfen die Bauarbeiter durch den Sand, heimwärts, und in der Stille der Seitenstraßen liegen dann liier ein Stein, da und «fort etwas Ziegel und Mörtel herum, wie vergessenes Kinderspiel/eug. Am Sonntag geht’s weiter. Dann staubt es wieder und hämmert’s, «kann klappert es wieder und kracht, dann prasselt es unter den Riesenmaschinen auf kochendem Asphaltbrei. Seilt ihr die Karren, wie sie über den Boden holpern, da schleudern sie wieder einmal grauen Kies mitten aut «len Weg, schon riecht es nach dem wohlbekannten Duft des kochenden Teeres, blauschwarz ergießt sich’s, heiß und qualmend, Räder rollen, und morgen früh können wir alle miteinander über eine regelrechte neue Pflasterst!־,iße laufen, brauchen wir nicht mehr alle naslang an irgendwelchen Zäunen stehen/ublciben, den knirschenden Sand aus «len Sandalen zu stülpen wie gestern und voresfern. Und wenn ihr ach: Tage später um die Ecke biegt, 3ngt womöglich schon ein nagelneues Straßenschild hoch oben, und das Kind hat seinen Namen. Noch gibt es viele ״namenlose“ Straßen in den neugebauten Tel-Awiwer Außenecken. Wenn man hierzulande von umsichtigen Leuten eingeladen wird, bekommt man eine Art papierenen Wegweiser in die Hand gedrückt. Darauf ist fein säuberlich der Plan der betreffenden Wohngegend aufgemalt, mit ״rechts“ und ״links“ und allen Schikanen, wie von einem Baumeister entworfen, •— ihr könnt gar nicht fehlgehen. Wenn man sich nur zu helfen weiß. Wird alles noch werden. Ejn Da war! Kleiner Sprachführer ״Ejn Dawar!“ — Gäbe es einen hebräischen ״Duden״, stünde dort vermutlich auf Seite soundso unter ״Ejn Dawar“ etwa: ״-- das macht nichts“, volkstümliche Redewendung in Palästina. — Es ist geradezu ein Glück, daß es einen solchen hebräischen ״Duden“ nicht gibt: die Erklärung wäre völlig falsch! — ״Ejn Da war!“ , . . das ist keine Redewendung, Ejn Dawar das ist fast schon eine Weltanschauung. ״Ejn Dawar“, eine großzügige (feste der Palästinenser: es ist ja alles gar nicht so wichtig, regt euch nur nicht auf, es wird alles noch werden. Kein fatalistisches Sichzufriedengehen, nein, ein Radikalmittel gegen alles, was sich hemmend entgegenstellt. Sümpfe, Malaria, — Ejn Dawar! Hitze, Kampf und Entbehrung — Ein Dawar! Was auch kommen mag, — Ejn Dawar! Wir schaflen’s schön, trotz allem . . . Es empfiehlt sich für Touristen und ״Lift-Menschen“ gleicherweise, ein paar Kernsätze der Umgangssprache auswendig zu lernen. Man kommt schlecht aus ohne sic. — Einwandere!־, der du nkht weißt, was ״chaki rega“ heißt, begib dich schleunigst an! das Postamt zu Tel-Awiw, du wirst es begreifen. Gleichzeitig wirst du merken, daß ״rega“ nicht immer in seiner wörtlichen Uebersetzung als ״Augenblick“ zu nehmen ist, ״chaki rega“, zu Deutsch: ״Warteinweil“, zu Berlinisch ״ ל’n Au’n blickmal!“ — Stell dich bitte bescheiden an, ganz hinten, es datiert lange, gewiß, aber ״rna laaßoth“? (bitte merken, wörtlich: ״was ist zu tun“?, sinngemäß etwa: ״kannniannixmachcn“), und zum Schluß ist bestimmt ״hakol b’scder“, alles ״allright“. Mach kein entsetztes Gesicht, wenn du statt ״hakol b’sedcr“ plötzlich ״hakol b’chema“ hörst, — die Einwander aus Deutschland bevorzugen diese wortgetreue Uebersetzung von ״alles in Butter“; es gibt Virtuosen auf diesem Gebiet, besonders die Berliner leisten Erstaunliches als ״Sprachschöpfer“. Es ist mir nicht ge- Iungen zu ermitteln, ob die palästinensische Sprachkommission, der ״Waad halaschon“ diese sprachlichen ״Neubikhmgen“ zwischen Allenby- und Herzl-Straße als Bereichcrung der hebräischen Sprache betrachtet, doch hat cs zuweilen fast den Anschein, als entwickle sich in Tel- Awtw eine Art Dialekt, das sogenannte ״Tel-Awiwith“ mit dein man schon einen kleinen Sport betreibt. Abends am Strand werden neuentstandene ״Tel-Awiwismen“ ausge• tauscht, Iwrith-Uebersetzungen, die ihre berlinische Herkunft nicht verleugnen: ״Ten 10 chamuz!“ (= Gib ihm Saures!), ״Ani batnmna“ (Bin im Bilde), ״Jom hascheni hakachol“ (Blauer Montag). Wortspielereien, die keinen daran hindern, fleißig Hebräisch zu lernen, ״richtiges“ Iwrith, ohne das man auf die Dauer nicht auskommt, trotz der großen deutschen Alijah. Zeitungen wollen hebräisch ge• lesen sein, wollen iin harten Schweiß des Grammatik• Iernens erobert werden, mit regelmäßigen und unregel״ mäßigen Verben, mit allen sieben Konjugationen, da hilft gar nichts. Und wenn inan den englischen Film noch ver« steht, sich heim hebräischen Tonfilm mit der. englischen Titeliibersetzung mühselig durchbuchstabiert, — im Theater gibt es keine rettende Leinwand, die den Dialog übersetzt; die Pointen im satirischen ״Matate“-Kabarett fallen unter den besten Parkettsitz, ohne Iwrith, die großen Kund• gebungen in der imposanten ״Taaruclia“ draußen, die Vorträge 'und Referate in den verschiedenen Versatnitilungsstatten bleiben einem verschlossen^ ״ma laaßoth“? da muß man lernen, langsam aber sicher, — ejn dawar! ״Ejn Makom!“ Ein oft und ungern gehörtes Wort m Tel-Awiw׳. Ejn Makom! ״Kein Platz!“ ״Alles besetzt!“ Der Omnibus-Chauffeur erhebt abwehrend die Hände, sobald du einsteigen willst. Seit den Tagen der zweiten Makkabiah heißen die Tei-Awiwer Stadtomnibusse nur noch die ״Ejn• Makom-Wagcn“. Verzweifle nicht: ist dieser Bus besetzt, gibt es sicher irn nächsten Platz für dich, schlimmstenfalls 1m übernächsten. ״Ejn Makom“ gilt nur für Omnibusse, anders* wo findest du immer noch Platz, und wenn in der Neubau- Wohnung deiner Freunde alles schon überfüllt ist, ״Em Makom“ sagt keiner, da wird das Klappbett aufgesteljt — auf der Veranda schlafen ohnehin schon zwei Gäste, mit denen man nicht gerechnet hat, sollte man die beiden Chaluzurt aus Giwath Brenner vielleicht wegschicken,^ wie? ״Drei Fragen hinter der Tür“, ein beliebtes Spiel der kleinen Kinder in Berlin. — ״L)rei Fragen hinter der Tür , ein beliebtes Spiel der großen Kinder in Tel-Awiw. Drei Fra״ gen werden dir überall gestellt, wohin du auch kommen magst: 1. ״Wann sind Sie angekommen?“ 2. ״Wie gefällt es Ihnen?“ (kann auch heißen: »Nun* was sagen Sie...?״) 3. ״Bleiben Sie hier?“ Drei Antworten erhältst du überall, wohin du dich audf wenden magst: ״N’warer“ — Wir werden es klären. ״Nischtadel“ — Wir werden uns bemühen. ״N’sader“ — Wir werden es einrichten. Sie klären es, sie bemühen sich, und ssof ssof־— richte• sie cs auch ein. — Aber bis dahin, C 11a bi bi (mein Lieber), übe fleißig״ .־Chaki rega!“ und ״Ejn dawar.“