Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1935-05-21 · Heft 41 (21.5.1935) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 41 (21.5.1935)
Date
1935-05-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2653827-2653866--26880-2688288
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

5•»!*׳» IQ JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 41, 21. V. 1935 Wie gestalte ich den Schahhai? Für Schabbat, 25. Mal Wochenabsct1nltt״B' CHukota]1‘ (Kap. 26, 3 - 27, 3-1.) 1. Dieser Wochenabschnitt enthält die ״Tochacha“, die Strafrede, besser Zurechtweisung. Sie bringt klar zum Ausdruck, daß der Besitz des Landes nicht unbedingt für das jüdische Volk gesichert ist. Er ist geknüpft an die Voraus- Setzung, daß das jüdische Volk seine ihm gestellte Aufgabe erfüllt. Darüber hinaus bringt sie in klassischen Worten die Verbundenheit von Volk und Land zum Ausdruck und vor allem die eigenartige Stellung des Landes, das als Subjekt auftritt und selbst seine Forderungen erhebt (Kap. 2h, 33 — 35 und 42.LI). Man gebe einen kurzen Abriß über die (jeschichte dieser Verbundenheit, den man atn besten nach der Anthologie ״Israel, Volk und Land" zusammenstellt. Aus der neueren Literatur verwerte man insbesondere die Briefe aus F’alästina von A. I). Ciordon und einige Aufsätze aus Martin Bubers: ״Kampf um Israel“. H. Man liest an diesem Schabbat den V. Abschnitt von den ״Sprüchen der Väter“. In diesem Absatz befinden sich interessante (diaraktereologien, deren Besprechung man zur Gestaltung des ״Oneg Schabbat“ verwenden kann. Besonders gut eignen sich die Mischnoth 10.15. III. Als Haftara wird Jirmijahu, Kap. 16, 19 — 17, 14, ein Abschnitt der, wie unsere Sidra, eine Art ״Tochacha“ enthält. Der 13. Vers des 17. Kapitels ist besonders bekannt durch die schone Ausdeutung Rabbi Akibas am Ende des Traktates Joma, die man iieranzielw Psalm Hü. E. Franz Rosenzweig Wir unterbrechen die Reihe der Darstellungen der Mensehen der jüdischen Geschichte, wenigstens der Chronologie nach, lind verweben Euch heute auf eine neue Erscheinung, die ton so hohem Interesse ist, daß man unbedingt beim (hieg Schahbath auf sie Rücksicht nehmen muß: Franz. Rosenzweig, dessen Briefe soeben im Schocken-Vcrlag erschienen sind, ist auch ein ״Mensch der jmlisehen Geschichte". Und sicherlich einer von den Bedeutsamen. Seine Briefe zeugen so sehr von seiner Persönlichkeit, daß w ir es nicht unterlassen dürfen, ihm einen Oncg Scliabbat zu widmen. Freilich kommt es vielleicht bei der Altersgliederung unserer Oneg Schabbat-3 eilnchiner nicht so sehr darauf an, seine!.ehren und sein System zu entwickeln. Der ,,Stern der Erlösung“ ist ein viel zu schwieriges Buch, als daß es Jugendlichen zugänglich wäre. I )agegett eignen sich seine Briefe ganz besonders dazu, die Persönlichkeit dieses ungewöhnlichen Mannes unserer Jugend lebendig zu machen. Am besten wäre es, wenn man dabei von den ganz gewöhnlichen Briefen ausgeht, welche zunächst mit der jüdischen Entwicklung nichts zu tun haben, sondern im wesentlichen den Mensehen Rosen/.weig /eigen. Dazu eignen sich besonders alle Briefe att seine Litern. Ihr mußt selten, wie hier ein ISjältriger junger Mensch die Schule verläßt, die Universität bezieht und sich mit allen Dingen <1 er Welt hertimschlägt. Ihr müßt auch die Briefe lesen, die er nach dem Tode seines Vaters an die Mutter schreibt, die Briefe aus dem Felde und die erschütternden Briefe während seiner Krank- . beit. Hier kann man einmal vor unsere jungen Menschen das Bild eines großen und wirklichen Helden stellen, der jenseits von Qual und Leiden in seiner Krankheit eine neue und eigene Epoche seines Lebens entdeckte und allen Widrigkeiten mit Humor entgegensah. In diese rein menschliche Entwicklung spielt die jüdische Entwicklung hinein. Sehr interessant und stark sind die Briefe, die er über Zionismus und Religion schreibt, wie er die falsche Fragestellung beiseite schiebt und der Assimilation das Recht abspricht, für sich Religiosität in Anspruch zu nehmen und sie gegen die ״ungläubigen" Zionisten aus/uspieien. Das sind die Briefe an Rabbiner Jakob und andere, und Ihr müßt sie heraussuchen. Wir empfehlen Luch dringend, aus den Briefen heraus- 7uschälen, wie der ״Assimilant" Rosen zweig allmählich zum Judentum und jüdischem Volkstum kommt, und wie dieser Weg über das lebendige Volk im Osten führt. Hier wird auch das Krieg-crlebnta des Juden ab ein starkes jüdisches Vo'kscrlebcn deutlich. I).e Briefe sind eine. Fundgrube für viele Oneg Scliabbat-Eeiern. Ihr sollt nicht vergessen, daß Ro>en,•weig kein Zionist war. Ihr sollt auch seine anti/ionistischen Briefe berücksichtigen. Er war so groß, daß er über alle festgefahrenen Schemata des jüdischen Lebens hinauswuchs. Aber da er für alles Zukünftige offen war, ist er ein M etisch der jüdischen Geschichte. J. P. Juden und Jüdisches im Rundfunk Mittwoch, 22. Mai: 1. uv n 7 n:1 (134*־i, 12.15: L. a. R uhin ■־■)ein; H3V Da־ hniin v״a H.!c׳vv. ■ 1*1,II 12191, 15: Irina Lv-.: M ik in 1ו■’.-!,! ״• l',11hn15.30 ,3131} 1״: S! ndung der \־nx NbSun h S,1:j 11 (3001. 19.3H: Ijmus «’״״imv.ky .-pir’s -־ \\ ■t׳־i (5 171, 1^35:!'. a. < ״)i< j!n,n k. •- Stockholm (13331, 2;;: ll.to.ii ('־kr:! -11 .! - .:’־»■נןי a t1 f n I h n u (I394>, 20.0 5: l\ a. Mu׳,־kü1. '0 ca (597!, 20.15: KshnnaO Lyder-Stunde. I >!־-•;: u n h (1300), 30: i->» l311־i-׳'ü .-[!icU Kla vu t. ״-- Bnitm (3250 21.3׳'o An, ׳־,101,1״ Vas M cmlr!•-■״ ihn. Mi'^e.uhrt voifl. jüd- Ju^cruivcHan. —* Laibach (509), Schon Lehe Simonie von Mendels- .v>hn. Donnerstag, 23. Mai: Warschau (1345), 12.30: Schulknnzort, Dir. WnlMiia!. * Wien (507). 14: S.־hal!pl,, u. a. ,,Die Afrikanerin“ von Mpverbrer, — Strallbuig (349), 14: L. a. <>M>!1ba»h. -— Piajy (470), 17-45: G. Mannheimer: ״I.)t־r Fun-!t1־ .s! 111׳/“', cm Uhr־ sp;cl, ־ - Maio.-i (2705 17.50: 11 r b r a i!י r 11 c Lieder, gc •un^en v!;n L. Klunker. ־•• ־ Bui׳)'־l (484),19.50: \ . a. t «oldmnrk, O!ifühacli. ■ ■־ I ii!ver■um (3020 13.45: L, a. aus ,.SnnHnrnau'his• träum“ \חי׳׳ M.׳n<id*■«׳dm. — Bmi.ijirsf (550), 19.35: l . a. KannßolH, Mrmlcl>s>thn. ״-■ B(־rnmu11‘.!cr (540). 20: Zyklus Streitbarer (»ci-uer, 11. a.!Line, Bi andos, i loiim.innMhal. •■■■— R״m (421.1. 21: Bruno Walter dirigiert ..Die Kntfiihnmg aus dem Serail“ (Horentincr Made״!spielr). Warschau (13451, 21: j. Bcrn'-tein ajhcR. — So!icn>, (443), 21.10; V.;1. Mdlumd: Smnm'c Nr. 3. Freitag, 24. Mai: Radio parD (1648). 11.45: Sendung der Voix ti*Lnu׳L ׳ ־ Luvcnditif^ (1304), 13.55: Srltalipl., Bruno alter. -״-■״־ R(515). 19.15:!')•׳riho( h/.nt von (hjldmark. -- Bermniindcr (540), 19.50: Krad in A cp-vptmi von Handel. Soücns (443), 20: l'. a. Korn^oid. -־ Warmhau (1345), 20.15: Jasoha Hörendem g'pi'clt Werke v!11 Mo/ari, Brahm? und Beethoven, Solid: Artur Schnabel. — Luxemburg (1304), 20.40; L. a. Moszkow.ski, Kubinin, — Bukarest (305), 21.15: U, a. Bruch, Kol Ntdre. Der jüdische Gesangverein Mährisch- Ost rau gibt am 27. 5,, 21/20 Uhr, im Mihrisch-Ostrauer Haupttempel ein Kon/ert selten aufgeführter Werke geistlicher Musik, Das Konzert wird von der Radiostation mährisch-Östrau übertragen. Ein jüdisches ABC-Budi Durch die EnKvickiung der letzten Jahre ist eine große Zahl von Juden, die früher jüdischen Angelegenheiten völlig unbeteiligt gegenüberstanden, in eine jüdische Schicksalsgemeinschaft gedrängt worden. Einige von ihnen sind dadurch zum Nachdenken über die Judenfrage und zur Beschäftigung mit jüdischen Dingen veranlaßt worden und haben daher das Bedürfnis nach Orientierung innerhalb der jiidischen Sphäre; manche haben sich ernsthaft auf ihr Judentum besonnen, wieder andere müssen innerhalb des jüdischen Sonderlebens in Deutschland eine Betätigung suchen. Für sie alle besteht die Notwendigkeit, zunächst einmal ein großes Tatsachenmaterial kennenzulernen, das ihnen ganz fremd war. Dabei gibt es selbstverständlich verschiedene Stufen der Gründlichkeit. Wer gar nichts weiß und nicht viel Zeit opfern will, möchte gern schnell Bescheid haben, wenn ihm ein ihm unverständlicher Begriff aus dem jiidischen Leben begegnet. Dies hat das Bedürfnis nach jüdischen Naehschlagebii ehern außerordentlich vergrößert. Zu den größeren Werken, die wir bereits besitzen, tritt nun ein von Emil Bernhard Cohn herausgegebenes Buch, das sich ״Das jüdische ABC. Ein Führer durch das jüdische Wissen“ (Verlag Erwin Löwe, Berlin) nennt. Der Name beruht nicht nur auf der Anordnung der Schlagwörter nach dem Alphabet, sondern deutet auch an, daß dieses Buch für den jüdischen ״ABC-Schiitzcn“ bestimmt ist. ״In einer Zeit, deren moralisches Elend das Elend der Unwissenheit und deren einziges Plus der erwacht# gute Willen 1111'd das mächtige Drängen nach jüdischem Wissen ist, sollte man ein Buch willkommen heißen, das noch mehr als Auskunft, nämlich Anleitung geben will.“ Diesem Satz im Vorwort des Herausgebers wird jeder zustimmen, wenn er auch schon bei den darauffolgenden Sätzen, die das Buch für den Religionslehrer, für Jugendbiinde usw. empfehlen, etwas Bedenken haben wird, denn für <liese Kreise nimmt man sehr ungern an, daß sie von vornherein zu den ABC-Schiitzen zu zählen sind; und der etwas absprechenden Wertung einer gründlicheren informierung, die der Herausgeber in die Forme! faßt, daß ״Gradsinn und Klarheit wichtiger sind als Literatur“, wird man auch nur bedingt zustimmen können, da darin wohl vorausgesetzt wird, daß dieses Buch ״(}radsinn und Klarheit“ repräsentiert, während andere Werke etwas verächtlich ״Literatur“ genannt werden. Für den Zweck, den der Autor in erster Linie ins Auge gefaßt hat, ist das Buch zweifellos brauchbar. Die Artikel sind von ungleichem Wert; Verfasser der einzelnen Artikel sind nicht genannt, sondern nur im Vorwort werden summarisch einige Namen angegeben. Durch die Anonymität der Artikel erhöht sich die Verantwortung des allgemein hochgeschätzten Herausgebers, obwohl guter Grund zu der Annahme besteht, daß er, der erst kürzlich von einer Palästinareise zurückkehrte, die Schlußredaktion nicht selbst durchführen konnte. Bei einer kritischen Betrachtung muß man sich stets den Zweck vor Augen halten, den der Herausgeber mit dem Buch verfolgt bat, und es ist kein Zweifel, daß auf den etwas mehr als 300 Seiten sehr viel wichtiges Material geordnet dargeboten wird. Besonders willkommen zu heißen ist die sehcma'ische Uehersicht über die jüdische Geschichte am Schlr se des Buches, die Artikel über jüdische Bräuche, Tabellen wie etwa die über die jüdischen Organisationen in Deutschland. Im übrigen aber ist manches zu finden, woge׳׳en man Einwendungen erheben möchte. Abgesehen von zaHreichen bedauerlichen Druckfehlern sind an manchen Stellen ein * rechr fluchtige Ausdrucksweise und stilistische Unebenhei.cn feMzuctcIlcii. Ganz allgemein ist zu sagen, daß die Literat 11 ran gaben bei den Artikeln sehr mangelhaft sind. In den Literaturangaben (zum Teil in den Artikeln selbst) tritt das Zufällige der Auswahl und Abfassung oft störend zutage. Ohne die Absicht einer eingehenden Kritik seien hier einige Bemerkungen gemacht. Von Ach ad Haam, der kein Verhältnis zum Qedank*» der jüdischen Arbeit hatte, kann kaum gesagt werden, er sei ״der eigentliche Vater des Chaluzgedankcns“. Auch finden wir es nicht schcki, wenn von ihm gesagt wird, er ״schuf eine Menge hebrä► ischer Ausdrücke“. Im Artikel über Antisemitismus scheint uns das Wesen des Antisemitismus ungenügend herausgearbeitet. Man kann auch unseres Erachtens nicht sagen, ״In Zeiten der Krise suchen Groll und Unzufriedenheit an der schwächsten Stelle ihren Ausbruch zu finden׳‘. Der Artikel über das Araberproblem in Palästina hat eine stark apologetische Note. Ebenso ist nicht ganz zutreffend, wenn cs in dem Artikel ״Balfour-Deklarat i o 11“ heißt: ״Verschiedene Auslegungsweisen, besonders von arabischer Seite, die eine Verdrängung der Araber aus Palästina aus diesem Schreiben herausdeuteten, veraniaßten die englische Regierung zur Herausgabe des sogenannten Weißbuches im Juni 1922, das der Beruhigung dieser Kreise dienen sollte“, wobei der Leser nicht erfährt, worin diese Beruhigung bestand. Daß in ״Ausweisungen“ die Jahreszahl 1492 mit England (statt Spanien) verbunden wird, ist gewiß nur ein Druckfehler, aber gerade bei einem fcir den Unwissenden bestimmten ABC dürften sinnstörende Druckfehler nicht Vorkommen. Beim Artikel .,Deutschtum und Judentum“ wird als einzige Literatur Jacob Wassermann ״Mein Weg als Deutscher und Jude“ angegeben. Iin A'rtikel ״Buße" steht der merkwürdige Satz: ״Bußgefühl und Bußehaltung behielt sich das Judentum im allgemeinen nur für die zehn Bußtage von Rosch Haschanah bis Jom Kippur, in denen der Jude die ganze Stufenleiter von der Reue bis zur Wiedergehurt zu durchlaufen hat.“ Dagegen wird vom Zer emo. nialgesctz gesagt: ״Es ist und bleibt nicht bloß im Judentum, sondern in allen Religionen der Prüfstein der Entsagung und Askese.“ Im Artikel ״Zehnten“ (Maasscr) steht der lapidare Satz: ״Im Zionismus wurde 1920 die Maasser-Pflicht als eine Abgabepflicht für den Aufbau Palästinas erneuert und durchgeführt." Durchgeführt? Wie kann man das im Jahre 1935 schreiben? Der Artikel über ״Re. visionismus1‘ scheint uns reichlich unkritisch; der ״legionismus“ wird liier interpretiert, ohne die Problematik der Sache auch nur anzudeuten, und hinzngefügt: ״Die Erfahrung im Lande (Gemetzel 1929) lehrte, daß die Form der Bürgerwehr nicht ausreicht.“ Es ist auch nicht richtig, daß Josef Truinpeldor dem Betar ״den Namen und die Aufgäbe gegeben hat“. Vielmehr hat der Betar selbst sich den Namen genommen. Daß Herzls Grundschrift den Namen ״lm Judenstaat“ trägt, dürfte nur ein Druckfehler sein. Im Artikel ״Staats m ä 11 n e r“, der recht unvollständig ist, wird behauptet, Lord Reading sei 1921 ״in das indische Dominion entsandt worden“, eine noch recht umstrittene künftige Entwicklung vorwegnehmend. Folgende Charakteristik Herzls ״In diesem Manne war wie kaum je in einem vor ihm glühende Begeisterung, zäher Wille und überragende Tüchtigkeit vereint“, empfinden wir zugleich als zu viel und als zu wenig. Von Karl Marx wird gesagt, er sei ״Alleinbegründer des historischen Sozialismus“, was vielleicht ״historischen Materialismus“ heißen soll und auch dann noch anfechtbar bleibt. Der Artikel ״Minderheitenschutz.“ geht von unrichtigen Definitionen aus und bleibt daher unzulänglich. 111 dem Artikel über Paris wird ais einzige Literatur angegeben Edmond Fleg ״Der kleine Prophet“, zweifellos ein sehr empfehlenswertes Buch, aber unzureichend als Informations• quelle. Während mehrere Länder eigene Artikel haben, fei den so wichtige Länder wie Amerika und Polen. Auch einen Artikel ״Presse“ vermissen wir. Es läßt sich also für eine Neuausgabe, die hoffentlich recht bald erfolgen wird, ewe ganze Reihe von Verbesserungen anbringen, wobei wir auch eine gründliche stilistische Revision empfehlen würden. Durch diese Bemerkungen soll aber die Brauchbarkeit des Bucht, für die eingangs erwähnten Zwecke nicht herabgemindert werden; die gefällige äußere Form wird dem mit Illustrationen ausgestatteten Buche gleichfalls zugute kommen. W. Aus dem Reich Von uniirin Berichterstattern Bingen. Innerhalb des Vortrag,-Zyklus der Ortsgruppe sprach als erster im fahr 11535 Herr A-sessor Guthmatm. Frankfurt a. M., über: ,,Die politische Entwicklung der zioniit!selten Bewegung“. IG folgten zwei groß angelegte, geistvolle Vorträge von Herrn Ihr. Pomeianz, F!a1!k!*n! a. M., über: ,.Die zionistische Idee, Wandlung und Entwicklung'*,!־'.in über <1™ Rahmen des Vortrags-Zyklus hinausgehendes Thema: ״Probleme jmlUehrr Erziehung" wurde von dem bekannten Pädagogen des Eranklurter Philanthropin, Herrn Pr. Hans Epstein, behandelt. Dann folgte Herr Assessor Guthmunn mit einer Abhandlung über: ״Die Knlnnbal ion-,ge schichte Palästinas־‘, die durch den besonders klaren Aufbau jedem verständlich 11 ml mit großem Beilall aufgeiiomnn'n wurde. Der Zyklus wurde mit einem sehr interessanten Von tag von Herrn Pr. Pomcranz über: ״Das neue Palästina", Wirt««״!׳!( und (;esellschaft, beschlossen, dem der wundersehbne Palästina-Film von Herrn Frankfurter aus Göppingen folgte. Die Arbeit erfreute sieh ein<-s immer wachsenden Interesses, das »ieh durch steigenden Besuch der Vorträge zeigte. Es war trtöglieh, heim letzten Vorträge aus der Arbeitsgemeinschaft eine Ortsgruppe zu bilden, der Iris jetzt 30 Mitglieder beigetreten .sind. Frankfurt am Main, /.um Gedächtnis .Max Elebermanns veranstaltete der Judi-ehr Kulturbund Rhein-Main eine •Ausstellung, die etwa siebzig Werke des Meisters (außer ()clgem.ildcn auch Graphik und Studien) umfaßte. Obwohl fast ausschließlich au, Werken aus Frankfurter Privatbesitz zusanirtiengestcllt, gewährt die Schau doch einen schonen Hinblick in das Schallen des Meisters. Wir landen den I.icbermann der Meer- und Sirandbilder hier, der mit der schönen Fronde des wahren Impressionistni, des sich ״be •mdrtirken lassenden“ Künstlers l.ult, Eicht und Wa-ser und Ix’wegte Kreatur so anschaulich ־zu machen ver stellt. Wir landen den l.i •brmanrt der Gartonbilder älteren und neueren Datum, liier und fühlten uns richtig wohl in dem ..Kaffeegartrn“ von 1895 etwa, der uns die ganze Weit unserer Eltern- und Großcllerngenera! ion erstellen ließ. Da war auch der Liebermann aus der /eit seines h01 ländisehen Aufenthalts mit der ״Straße in Zandvoort“ vertreten. Da war die ״fiehrcinerwerkstaU•‘, von der ein kleines Mäilelrhen sagte: ״Mutti, hier riecht's ja nach Holz,“, da waren die bum eit Wannseebilder aus den letzten Jahren seines Schadens, da war Her ,.Kopf eines alten Juden“, ein Kopf, der .sachlich, ganz und gar unpathetisch und datier um so ergreifender Jüdisches Schicksal spiegelt. Susi Oppenheimer Magdeburg. Herr Wolf S e c 1 c n f r e 11 n d, einer der ältesten Zionisten, leiert am 22. Mai seinen 70. Geburtstag. Schon vor 15 Jahren bet r.n htete er es als seine Iliiupiaufgabc, eine Tischlerwerkstatt zur ,Ausbildung von Chaluzim zu gründen. Später fiat Herr Seelenfreund die Leitung der Ortsgrup|1e übernommen, der er mit zäher Energie zu ihrer jetzigen Größe verhalf. Auch in der Gemeinde ist •Seelerilreund «hon jahrelang der Vertreter der zionistischen Fraktion im Vorstand. Stettin. Am 3. Mai 1875 (28. Nissan 5635) wurde die hiesige Svnagoge etrigeweilit. Per 60. Wiederkehr dieses Tages wird am 24. Mai dureli eine Er-tpiedigt im Rahmen des Freitagabend-Gottesdienstes gedacht werden, rite der Verweser des zurzeit unbesetzten Rabbinats, Dr. S, Rose 11b erg, halten wird. Es. ist aber nicht der 60. Jahrestag der Einweihung allein, der festlich begangen werden soll, « .sind außerdem 100 Jahre verflossen, seit an der Stelle des heu:;׳׳:! Gotteshauses die erste Synagoge in Stettin erhallt wurde. •Aus Ar.iD die.ws 1 toppeijubiiäums erscheint eine Schrift iilwr ״Die Ge-clc De der Syiiagogengemeinde zu Stettin", verfaßt von J. P e i s e r. e zum erden Male die Entwicklung der Gemeinde seit ihrer < düng veranschaulicht und mit einer Reihe von Bildbeilagen au-:־׳, stattet, ist. Ferner veranstaltet die Gemeinde vom 26. bis 28. M« eine ״Jüdhehe, Kti nst schau", welche Kunst gegenstände aller Art. c e in Beziehung zum Judentum stehen, umfaßt: ebenso werden :׳■: h Urkunden von historischem Interesse, F'amilionpapk're und anGies mehr gezeigt. Zwlngenberg an der Bergstraße: Es wurde für die Bergstraße r:;־« Zionistische Arbeitsgcmeinsehalt gegründet, die eine intensive Legkeil bereits aufgciiomtnen fiat. Am 12. Mai sprach Arie fl,1:1'׳r. Frankfurt am Main, vor zahlreichen Zuhörern über das Thema: Weg zum Zionismus“. K:׳t Ankündigungen Dortmund: Rabbiner Dr. Max Grüaewald, Mannheim, sprich* am 26. Mai, 20.30 Ehr, in der Svnagoge über das Thema: ״Das Judentum in der WcItMtuation'*. — Leipzig: GruppcnvcrbanriMaS"■״ am 26. Mai in der Leipzig-Loge, Arndtstr. I. Programm: 10 Uhr: Eräffnung, Landger.-Dir. a. D. Alterthum: ״Die Einordnung der deutschen Alijah in Erez Israel". Aussprache. 14.30 Uhr: Sitzung der Schekelkomitiission und anderer Kommissionen. 16 Uhr: Dt- Franz Meyer: ״Die Gestaltung der zionstischen Arbeit in der nächsten Zeit“. — Neustettint G. Kopydlowski spricht am 23. Mai ״Gebot der Stunde‘*. LEIPZIG Achtung-Verlegung! Familien-Nachrichten Herr Philipp Wolff, Freiburg in Schics., begeht am 28. Mai den 60. Geburtstag. . Herr Max Struck, Frankfurt an der Oder, begeht am 4. Jum < 75. Geburtstag. Bar Mizwah-Termine 25. Mai — 22. Ijar: Siegfried P r c i ß, Sohn von Moritz PreiS. nnover, Lvebig5tr. 8. 1. |uni — 29. Ijar: Gerd Fisch, Landschulheim -״t

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.