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Jüdische Rundschau · 1935-05-03 · Heft 36 (3.5.1935) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 36 (3.5.1935)
Date
1935-05-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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S״*fe 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 36, 3. V. 1935 Das Rambam - Jubiläum in der palästinensischen Presse Anläßlich!es Maimonides-Juhiläums haben sämtliche fiebraisclie Zeitungen Palästinas Pestnummern herausgegeben, und es wird eine Weile vergehen müssen, bis klar vverilen wird, wieviel Dauerndes und Bleibendes in den vielen Aufsätzen zu finden ist. Einzelne Zeitschriften haben besondere S a m m e 1 b ti c h e r anläßlich dieses Tages herausgegeben und wir wollen im folgenden eine gedrängte Inhaltsangabe der wichtig den unter diesen Festschriften gehen: ״Haare/'* hat ein umfangreiches Buch als Festgabe für seine l.e-er herau-gebraeht, aus dessen Inhalt wir folgende Artikel hervorliehen: M. (ilticksohn: Leben und Werk des Rambain, Oberrabbincr Ktik: Zu seiner geistigen Gestalt, S. Bernfeld: Von Moses bis Moses, A. Kaminka: Glauben und Verstandeskritik, S. Krauß: Monumente seines Erden- ■waüens, I. Bcnseew:!Jeher seinen Aufenthalt in Aegypten, S. Assai: Sein Grab, Z. Diescndruck: Die theologische Forschung des M., I. Aharoni: M. als Zoologe, Prof. Adolf Frankel: Die Astronomie des M., M. Z. Scgall: M. und die Bibel, A. Aptowit/cr: Die halachische Forschung der Mischneh Thora. Aus dem Festhefte des ״H a h e d“ sei insbesonderc ein Aufsatz ries ()berrabbiners Kuk hervorgehoben, welcher in einer Auseinandersetzung mit Seew Jaawez, der einen Dualismus zwischen dem Philosophen und dem Kodifikator M u!nomdes behauptet hatte, die Einheitlichkeit des maimonidiM'hen Denkens verteidigt. Die von der Universität herawsgegebene Vierteljalirsschrift ״T a r b i /“ hat ein Maiin o n i (I e s - Hu c i! publiziert, aus dessen Inhalt wir hm erlichen: A. Brody: Fine Plegie des R. Meir Halewi über Maimouides, D. II, Baneth: Die philosophische Terminologie des ,\L, S KEnvidowitz: Die Struktur des Führers der Verirrten, D, Scholem: Fine I egende der Kabbalisten über Ai., I. N. Pp-ti in: Meehilta und Sifrc in den Werken Maimo:!u11;s, A. (iiilak■ Die juridi-ehe Terminologie des M., 7. Ka■ I: M. aK Interm et der Thora. A. H. Freimann: Rcsponset! de- \'a!e!> des M. W., I. Pisehl: Eine Maqama über M. Alm dein Inhalt der Fe-tsehrift der literarisehen Monatsschii't ״M o - n a j i m" hebet! wir hervor: I )icscmlruck: Das Ev-teai de- M., Roth: Herrschaft des Verstandes? Brodv: Ctediiliic über dm M., Schurinan: M. und die hebräische Poesie, A'saf: Die Juden Aegyptens zur Zeit des M., I lomdetzki: M. in der k'ahbaia und im Chassidismus, Sokolow: lob Mim•-', Z. Karl: Das Buch der Gebote, I). A. Frieduiaun: M d- Arzt, tl. Bergmann: Maimouides und Maimon, h'aw idowitz: Die < iottcslehre des M., J. Bergmann: M. als Lehrer des Volkes, A. Yaari: M. in seinen Briefen, lachower: M. und die indische Aufklärung in ihren Anfängen, f i! hm,an: < 1lo-se!1. ״I laarez“ veröffentlichte außerdem die (\on /. Vov-lau'ki hmgestellte) hebräische Ueberset/ung von Ibumann Cohens bekanntem Aufsatz über die Ethik des Maimouides. Beleidigungskomödie vor Gericht .JERUSALEM Einen grotesken Verlauf nahm die palästinensische Gerichtseerhandlung in der Angelegenheit des gefälschten Briefes des Direktors der I niversi!ätsbihliotheh, Dr. Hugo Bergmann, den eine revisionistische Tageszeitung, der inzwischen eingegangene ״Hon Meiw'had", in Palästina veröffentlicht hatte. Wie wir seinerzeit berichtet hatten, brachte diese Zeitung den frei erfundenen Text eines angeblichen Briefes, in welchem Dr. Hugo Bergmann sieh an den Herausgeber einer hoinmunislen-freundliehen Zeitschrift in Palästina wandte, dem er ■10 Pfund anhat, damit er Bergmann einen Sitz in dem geplant-n palästinensischen T,egislative Council verschaffe. Die Suche ist so plump und dumm erfunden, daß sie den Stempel der Fälschung an der Stirne trägt, denn eine hommunis! ische Z.eitschrifl hat sicherlich nicht den geringsten Einfluß auf die Besetzung solcher Aemter, ganz abgesehen davon, daß jeder Palästinenser weiß, daß Dr. Bergmann kein solches Amt anstrebt. Bergmann hat gegen die Fälscher eine Klage eingercicht, die du-eh einen jüdischen Friedensrichter abgeurleilt werden sollte. Da jedoch die ,Jutlenslaals-Purtci'‘ den jüdischen Richter ablehnte, wurde ein englischer /lichter mit der Verhandlung hetraut, 11er erst vor wenigen Wochen ins Land gekommen ist und die Finessen der inner jüdischen Auseinandersetzung in Palästina hegreidieherweise nicht durchschaute. Das Erteil, das dieser Hi! hier gefällt hat, ist deswegen interessant, weil es uns zeigt, wie ein Außenstehender die Dinge sieht. Der limitier sagte: Das, tvas ,,Hon Mefuehad“ von Dr. Bergmann h< kauplet hat, sei im politischen Leben keine unehrenhalle Handlung, und duher sei auch die Fhrcnhclridigungskluge unbegründet. Die Frage, ob der Brief gefälscht ist oder nii hl, gelangte auf diese ll-Visc gar nicht zur Ererterung. Da Bergmann in seinen in der Presse erschienenen Erhlärung, m ,pe 1 eröi i entlieher des Briefes öf )entlieh der Etil schling In s, huldigt hat, hätte er ruhig n/nvarten sedlcn, daß wegen du mt Bi leidigung die Beleidigungsklage gegen ihn erhoben mini. Dann wäre im ll'Vge des Wahrheitsbeweises wohl die ganze F.rhännlichheil dieser an sich belanglosen Angelegeuhl 11 auch gerb hlsnnloriseh geworden. Die Saclte hat für die jüdische Welt eine moralische Bedeutung, da sie zum Erschrecken zeigt, was für Methoden manche palästinensischen (,rappen zwecks Verunglimpfung ihnen unsympathischer Persönlichkeiten anwenden. Der Neubau des Museums Tel-Awiw. Nach langen Vorbereitungsarheiten hat vor einigen Tagen der Um- und Neubau des Museums begonnen, der eine neue Epoche des in schneller Entwicklung begriffenen Kunstinstitutes einleitet. Aus den anhänglich bescheidenen Beständen des; Museums ist i in Laufe kurzer Zeit durch die Opferwilligkeit von Kunstfreunden eine beachtliche Sammlung geworden, die in den bisherigen Räumen langst kein Unterkommen mehr fand. Bürgermeister Di/engoff, der Begründer des Museums, hat ihm sein Haus zum Geschenk gemacht, das nunmehr nach den Plänen des Architekten Karl Rubin nach den modernsten mu-ealen Grundsätzen in einen Monumentalbau umgewandelt wird, der bereits im Herbst dieses Jahres eröffnet werden soll. Während dem Museum bisher nur ein Flächenraum von 20ü qm zur Verfügung stand, von denen noch ein Teil für Vcrwnltungs/weckc benötigt wurde, weist der Neubau 0חא qm mit einer Hängcfläche von über 500 m Länge auf. Die Räume erstrecken sieh über zwei Etagen, die durch eine große Treppenanlage verbunden werden. Im Erdgeschoß wird ein großer ,Aussfelhingssnal angebaut, der gleichzeitig für Vorträge mul sonstige Veranstaltungen dienen wird. Eine besondere Abteilung wird für die graphische Sammlung und die Kunstbibliothek reserviert. Die Front des Gebäudes besteht aus einem etwas zurückliegenden Mittejtrakt mit einer breiten Freitreppe und zwei Seitenflügeln, die, durch schmale Fensteröffnungen mite brachen, dem Ganzen einen geschlossenen und ruhigen Eindruck gehen. — Anläßlich iles Neubaues hat Hermann Struck dem Museum seine Bialikradicrung gestiftet, die nur für die Mitglieder des Museumsvc; eins besinn* i st. Das hervorragend künstlerische Bikini';, das als eine der bestgelungenen Darstellungen zu gelten hat, zeigt den Kopf des Dichters in Profil in feiner Raltnadcltechnik. Das Ringen der Kräfte Von uns• r9m nach Palästina •ntiandtan Radaktlonamitgllad In den Tagen der Expansion Tel-Awiw׳, im April 1935 Der Tourist, der in diesen Wochen Palästina bereist, kommt nur schwer zu einer Stunde der Muße, die ihm erlaubt, Gesehenes und Gehörtes zu überdenken und eine Art von Zwischenbilanz zu ziehen. Der Strom der Besuclier, die das Land in allen seinen Teilen überschwemmen, Menschen aus vielen Ländern der Welt, mit allen nur immer denkbaren Interessen gegenüber dieser palästinensischen Wirklichkeit — er reißt den Einzelnen mit und läßt ihn kaum zur Besinnung kommen. Wer heute aus Deutschland kommt, trifft dazu noch an jeder Ecke und in jeder Siedlung Freunde und Bekannte, deren Fragen es zu beantworten gilt und über deren Ergehen man selbst etwas zu hören wünscht. Dazu kommen die zahlreichen großen Veranstaltungen, die sich in diesen Wochen drängen — von Purim angefangen über Wizo-Konferenz, A.-C.-Sitzung, Makkabiah bis zum Univcrsitäts-Jubiläum —, um die Bewegung im Lande noch mehr zu verstärken. Heute wird im jüdischen Sektor Palästinas in der Tat alles von einem aufs höchste gesteigerten Tempo bestimmt. Das beginnt bei den Verkehrsmitteln, setzt sich fort etwa bei der Bauarbeit, die in unglaublich kurzer Zeit ganze Viertel aus dem Nichts erstehen läßt, bei der Gründung neuer Unternehmungen und ist selbst auf gewissen Gebieten des geistigen Lebens zu spüren, wo Parolen und Ideengänge sehr oft einer allzu raschen Abnutzung unterliegen. Die Kraft der E x p a n s i o n, von der dieses jüdische Leben erfüllt ist, hat eine gewaltige Summe menschlicher Energien in denen ausgelöst, die hierher gekommen sind und täglich neu ins L.and gelangen. Es sind Kräfte aller Art, atifbaucndc und zerstörende, soziale und asoziale, ethisch reine und eigennützige, die in diesem jüdischen Aufbauwerk ans Licht treten und miteinander ringen. Wie könnte es auch anders sein? Hier endlich findet der Jude, nach Jahrhunderten der Selbstbescliränkung und der Eingliederung in ein Lebenssvstetn, das von anderen eingerichtet worden war, die Mögliclikeit, zu sich selbst zu gelangen. Dieses eigene Wesen nun ist gewiß kein Gefäß der ethischen Reinheit, sondern ein menschliches Faktum, das sich in seiner Eigenart wohl von anderen Völkern abliebt, nicht aber durch eine besondere Reife auszeichnet. Das ist oft schwer erträglich, wenn man an ein jüdisches Lehen in diesem Lande einen Maßstab anlegt, der von zionistischen Idealvorstellungen bestimmt wird. Ein anderes ist die Frage, ob und in welchem Umfange es unausweichlich ist, den Zustand der Anarchie der Kräfte bestehen zu lassen, der heute im Lande nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiete vorherrscht, sondern auch in zahlreichen anderen Bezirken des Lebens. Es gibt Stimmen, die sehr ernsthafte Argumente für einen solchen Zustand anführen, da man insbesondere in wirtschaftlicher Beziehung in der Einengung der freien Entfaltungsmöglichkeiten -Gefahren sieht. Andererseits lehrt der Augenschein, daß dieser Segen des anarchischer! Aufbaus ein sehr zweifelhafter ist; hat er doch — um nur e i n Beispiel zu, nennen —, hinter der schönen Fassade der Tel-Awiwer Wohn- und Geschäftsviertel ein zum Teil schwer faßbares Elend entstehen lassen, um dessen Bekämpfung sich heute die dafür verantwortlichen Stellen mit vorerst nur allzu geringen Mitteln bemühen. Es ist überhaupt nicht immer leicht, in dem Geschaffenen das wiederzuerkennen, was von der zionistischen Bewegung gefordert und proklamiert wurde. Gewiß ist der Jischuw auch heute in erster Linie eine produktiv arbeitende Bcvölkerung; aber wer wollte verkennen, daß die Beziehung zur ländlichen Arbeit bei den Massen schwächer geworden ist? Daß viele, die einst als Chaluzim gekommen sind, jetzt einen leichteren Erwerb suchen? Daß auch die Umwandlung der menschlichen Werte, die an der Wiege unserer nationalen Bewegung gefordert wurde, nur von einem Teil des Jischuw für sich selbst akzeptiert wird? So gibt es, wenn man das Leben im Lande in seinen Kräften betrachtet, manches Enttäuschende, und es sind unter den besten Zionislen, die neu ins Land gekommen sind, nicht wenige, die einer solchen Wirklichkeit gegenüber seelisch nur schwer bestehen können. Trotzdem: In allem, was in diesem Lande vorgeht, spüren wir den Atem einer neuen Zeit für das jüdische Volk. Vielleicht muß es so sein, daß die Sammlung der Zer. sprengten keine Sache des Idylls ist, sondern die Züge einer harten Wirklichkeit trägt. Jahrhunderte und Jahrtausende der Unfreiheit und Unselbständigkeit prägen Gesicht und Geist eines Volkes und entwickeln in ihm Kräfte der Abwehr, die für ein Leben in Freiheit, in Schönheit und Würde nicht mehr passen. Heute sind wir in der Periode der Umwand, iung dieser Kräfte; aber vorerst, in den Tagen der Masseneinwanderung, in der unsere Generation lebt, sind sie in ihrer alten Art noch zu spüren, und sie beherrschen oft genug das äußere Bild des jüdischen Lebens im Lande. Das gilt ebenso sehr von dem Gebiet des Wirt Schafts, lcbens wie von den Bezirken der feineren menschlichen Beziehungen, dem Umgangston, der Familienbildung und manehern anderen. Wer jedoch tiefer zu schauen versteht, wird in all dem die wirkenden historischen Kräfte erkennen, die jn ihren fortgeschrittensten Erscheinungen schon heute ein ganz anderes Bild jüdischen Lebens in Palästina an. deuten. Nicht nur Konkurrenzkampf besteht in diesem Lande, sondern auch gegenseitige Hilfe und menschliches Verstehen — 1!!1d dies nicht so sehr aus abstrakten Theorien heraus als auf Grund eines Gefühls für das w a h r c Wesen der nationalen Erneuerung. Mag dies in der Stadt oberflächlich nur schwer zu erkennen sein, das flache Land mit seinen Siedlungen ist auch heute zu einem großen Teil auf diesem Wege. Rückkehr ins L. and, Wiederfinden zum Volk ist — so zeigt es sieh hier — wohl die Basis, ohne die echtes jüdisches Leben nicht möglich ist. Es ist aber nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit, die damit erfüllt wird, und hiernach beginnen erst die konkreten Probleme des L e bens. Heute ist «s so, daß es kaum Normen gibt, die für die Allgemeinheit des Jischuw Geltung haben. Es fehlt auch die Autorität, die sich durchsetzen könnte und eine Rege- Iung der Lebensbeziehungen brächte. Dabei wissen nicht wenige, wie entscheidend wichtig es für die Zukunft unseres Werkes ist, ihm die Form zu geben, die ihm heute so sehr mangelt Die Zeit hierfür scheint aher noch nicht gekommen zu sein, und so sind die Fragen der Gesellschaft, der Ethik, der Er- Ziehung, der Wirtschaftsmorai und viele andere vorerst noch nicht ernsthaft im Blickfeld der Oeffentlichkeit aufgetauchi. Die Juden in Palästina gehen den Weg in die Freiheit. Heute scheint es manchmal, als ob viele noch nicht empfinden, welches Gut sie damit in eigene Verwaltung neh• men. Wir müssen' jedoch auch in dieser Frage unserem Volke und seiner geschichtlichen Vergangenheit so vertrauen, wie wir am Beginn der nationalen Bewegung auf unsere Lebens• kraft gebaut haben. Dann werden wir die innere Gewißheit gewinnen, daß unsere Zukunft in diesem Lande nicht die von Freigelassenen ist, sondern daß wir in einem lang• samen Prozeß dahin gelangen, unser Leben zu formen und uns selbst an Normen zu binden, die wir unserem eigensten Wesen gemäß gestalten können. K. L. Von der Woche High Commissioner Sir Arthur W a u c h o p e ernannte eine Handelsmission, die die ägyptische Regierung besuchen soll, um Verhandlungen über einen Handelsvertrag zu führen. Vorsitzender der Mission ist der Schatzmeister der Palästina-Regierung, Johnson, Mitglieder sind der Präsident des palästinensischen Industriellcnverbandes, .,Arie Sch^cnkar, der arabische Unternehmer Shukri Bey Taji und als Sekretär der Regierungsbeamte Montague Brown. Die Handclsmission wird sich demnächst nach Aegypten begeben. Bei der Sitzung der Tel-Awiwer Stadtverwaltung am letzten Sonntagabend legte Frau Persitz, die Leiterin des städtischen Erziehungswesens, ihr Amt nieder. Eine Begrün düng für diesen Schritt stellte sie in Aussicht. Bei dieser Sitzung führte Bürgermeister I) i z e n g o f f zum erstenmal seit seiner Krankheit den Vorsitz. Die Wählerlisten zur T e I - A w i w e r S t a d t v e r - waltung, die jetzt veröffentlicht wurden, enthalten 22(139 Namen, Wahlberechtigt sind nur Personen mit selbständiger Wohnung, nicht Untermieter. Daraus entsteht eine Ungcrcchtigkeit, die von der Arbeiterzeitung ״Pawar“ folgendermaßen charakterisiert wird: Seit den letzten Wahlen vor drei Jahren ist die Zahl der Wähler um 40 «b gestiegen, während die Bevölkerungszahl von Tel-Awiw sich verdreifacht hat. Der Waad Leuini erklärte den 6. Mai, den Tag des 25. Regierungs-Jubiläums des Königs von England, schulfrei und appelliert an die Juden Palästinas, au diesem Tag die englische Fahne zu hissen zur Ehrung des Festes der Mandatarmacht. An dem Tage wird der High Commissioner eine militärische Parade der palästinensischen Garnison abnehmen. Das Büro der Allgemeinen Arbeiterorganisation Palästinas zur Annahme von Hoch- und Tiefbauten hielt in Tel- Awiw seine Jahresversammlung ab. Es hat im Jahre 1934 Arbeiten im Werte von £ 270 000 ausgeführt und hofft, 1935 für £ 300 000 Arbeiten zu übernehmen. In der Kwuzah U slia bei Haifa wurden in der Nacht 7u Sonnabend drei Schüsse abgegeben, ohne daß Schaden entsland. Es wurde ein Araber verhaftet, dessen Bruder vor 1;> Jahr bei einem Zusammenstoß mit jüdischen Wächtern getötet worden ist. In der jüdischen Siedlung Ejn Wered bei Tel Mond kam es Dienstag nachte zu einem Zusammenstoß zwischen jüdischen Siedlern und Arabern, die ihre Schafherden auf jüdischen Boden trieben. Vier Siedler w׳urden verletzt, darunter einer schwer. Die Araber entflohen. Der 19jährige Wächter Schlomo Jacobson, der beim Wachtdicnst aut KKL-Böden im Emek Sebulon vor einem halben Jahr einen zwecks Diebstahls sich nähernden Araber erschossen hatte, wurde zu 71/3 Jahren Gefängnis verurteilt. Berufung ist eingelegt worden. Wachsende Automobil-Einfuhr Die Auto in obileinfuhr hat laut ,,Palnews“ int Jahre 1934 eine außerordentliche Steigerung erfahren, sie stellt sich im Vergleich zu den beiden vorhergehende« Jahren wie folgt: 1932 1933 1934 Stück 760 1969 3 575 Wert £P 164 347 £P 370 079 £P 578 321 Dieser Rückgang des Durchschnittswertes pro Auto dürfte sich in erster Linie daraus erklären, daß in den beulen letzten Jahren eine größere Anzahl von Einwanderern Auto• mobile mitbrachte, die bei der Verzollung niedrig veranschlagt wurden. Die arabische Landwirtschaft Die palästinensisch-arabische Wirtschaftszeitschrift ״M■ Akzadiat al Arabia“ befaßt sich in einem Artikel mit ‘Dr Rückständigkeit der arabischen Landwirtschaff Palästinas im Vergleich mit der jüdischen Landwirtschaft und der Landwirtschaft Europas. Das Ausmaß des kultivierten Bodens Palästinas habe sich in den zehn Jahren von 1920 bis 193(1 nur um 10 *,0׳ vergrößert und dies \or allem dank den Bemühungen der Juden. Nach Austrocknung o« großen Sümpfe haben die Juden große Terrains der Lebauung zugeführt. 1930 waren 262 276 Dun am bewässert, während nach den 1929 von den jüdischen Stellen vorgenommenen Schätzungen über 4 Millionen Dunam bewässert werden könnten. Die Entwicklung der Ashrai-Bank ist ein bemerken1:• wertes Zeichen für die starke Wirtsehaftscntwickiung 1n Palästina. Die Bank, welche aus kleinsten Anfängen entstanden ist, zeigt eine starke Aufwärtsentwicklung. Die Ashrai- Bank hat vor kurzem ihre Geschäftstätigkeit in ihr eigen« Haus, eins der repräsentativsten Bankgebäude von Tel-Avviw, verlegt. Die Bilanz weist einen starken Grad von Liquidität auf. Der Umsatz im Geschäftsjahr 1933/34 betrug 26 Miihonen £P. auf jeder Seite. Das begonnene Geschäftsjahr zeigt in sämtlichen Sparten eine weitere günstige Entwicklung• Im Berichtsjahr 1934 wurde insbesondere dem Effektengcschatl ein verstärktes Augenmerk durch Errichtung einer Effekten״ Abteilung zugewendet. Auch dem Geschäft mit den Neu״ ein Wanderern wurde, um eine individuelle Behandlung zti gewährleisten, durch Errichtung einer ״Spezialabteilung tur Neueinwandercr" Rechnung getragen. Die Palestine Electric Corporation eröffne eine Station in Nathan ia die den nördlichen Scharon bedienen wird.

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