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Jüdische Rundschau · 1935-04-17 · Heft 31-32 (17.4.1935) · page 42

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 31-32 (17.4.1935)
Date
1935-04-17
Page
– (sequence 42)
Language
German
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Seite 42 40 JAHRE JÜDISCHE RUNHSCHAU Nr. 31/32, 17. IV. 1935 SCHEKEL-AKTION 5694/95 Manifest der Exekutive der Zionistischen Organisation Zionistenl Der XIX. Kongreß naht heran. In dem seit dem XVIII. Kongreß in Prag verflossenen Zeitabschnitt hat unsere Bewegung weitere bedeutende Schritte auf dem Wege zur' Verwirklichung unseres Ideals gemacht. Unter dem Druck der immer tragischer werdenden Lage der Juden in vielen Ländern und angezogen durch die wachsende Aufnahmefähigkeit des Landes hat die jüdische Einwanderung in Palästina trotz aller künstlichen Beschränkungen eine bisher ungeahnte Höhe erreicht, und noch immer sind die Möglichkeiten ihrer Erweiterung unbegrenzt. Im Bewußtsein der Judenheit sowohl als auch der gesamten zivilisierten Welt ist der Aufbau Palästinas zur zentralen Aufgabe unserer gegenwärtigen jüdischen Generation geworden. Die ihrem Ende entgegengehende Arbeitsperiode hat auch aut allen anderen entscheidenden Gebieten unseres Aufbauwerkes bedeutende Fortschritte zu verzeichnen. Die Einn a h m c n d e r n a t i o n a I e n Fonds sind trotz der verschärften \X'irt»chaft>kri>e und der Störungsversuche unverantwortlicher 1 lemente innerhalb der Bewegung in den meisten Ländern e r h e b 1 i c h g e w a e h s e n. I )ie finanziellen Verpllu hlimgen der Jcwi-.ii Agcncv und des Keren Hajessod sirui dank einer planmäßigen Finanzpolitik wesentlich vermindert worden. Es ist die erste große äußere Anleihe von LP 501) (HK) aufgenommen worden, welche die Regulierung unseres Schuldcndienstes, die endgültige Konsolidierung unserer iaiulw irischaftlichen Siedlungen und den Neubeginn nationaler Siedllingsarbeit auf dem Boden des Volkes dinch selbstarbeitende Siedler ermöglicht. Durch den Ankauf der II ul c -Konzession i-t eine neue Schlüsselposition mit großen landwirtschaftlichen Perspektiven für das jüdische Volk erworben worden. Das vom XVIII. Kongreß ins leben gerufene Departement für die A iisic ei 1 u n g d c u 1 - c Ii e r J u d e n hat in vollstem 1 im cn-ehn'cn mit der l ecku'ive in bedeutendem Maße zur hiiiwurzching dickes neuen wertvollen Menschcnmaterials und insbesondere der deutscheu jüdischen Jugend in den Palästina^ tr-amtaufbau beigetragen. In geduldiger, mühevoller Arbeil, die ihre Kraft aus der tiefen historischen Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palastina und aus dem Wachstum unserer wirtschaftlich-kolonisatorischen Leistung schöpft, ist es gelungen, eine allgemeine Besserung der politischen Lage herbeizuführen und konstitutionelle Neuerungen, die nach unserer Auffassung geeignet sind, den politischen Status des jüdischen Volkes in Erez Israel zu gefährden, mindestens hinauszuschieben. Die zionistische Bewegung hat eine Periode fruchtbarer schöpferischer Arbeit hinter sich; doch dürfen wir andererseits nicht vor den gerade in diesem Zeitabschnitt mit besonderer Schärfe hervorgetretenen Problemen und Gefahren die Augen verschließen. Das erfreuliche, historisch unschätzbare Wachstum unserer zahlenmäßigen Kraft in Erez Israel ist von gefahrdrohenden Schatten begleitet, deren Beseitigung und Kontrollicrung höchste nationale Aufgabe ist. Erez. Israel als Land jüdischer Masscncinwanderung ist der Beginn der Verwirklichung des höchsten zionistischen Traumes. Aber darunter darf die Gediegenheit unseres Menschenmaterials, seine qualitative Vorbereitung für das grundsätzlich neue Leben im Lande, seine Bereitschaft, das Schicksal dieses Landes bedingungslos und für alle Zeiten zu teilen, seine Fähigkeit, sich dem unabwcislichen Gebot wirtschaftlicher Neugesfaltung und insbesondere der Schaffung einer breiten landwirtschaftlichen Grundlage für ein gesundes jüdisches Leben in Erez Israel zu fügen, nicht leiden. Eine Vertiefung des Gedankens des menschlichen und nationalen Pioniertums, der Chaluziuth, ist notwendiger denn je. Die Landflucht, die Verschmälcrung unserer landwirtschaftlichen Basis und die furchtbare Heimsuchung der ungezügelten Bodenspekulation, das sind Probleme und Gefahren, die nur durch den solidarischen, von höchster nationaler Verantwortung getragenen Idealismus und durch gesteigerte planmäßige Anstrengungen des gesamten Volkes eingedämmt werden können. Erweiterung des nationalen Bodenbesitzes, Stärkung der nationalen Fonds Keren Kajcmeth und Keren Hajessod, Ausdehnung des Sied lungs Werkes, Neubclebung der nationalen Initiative, Förderung der Privatinitiative und deren planvolle Einfügung in die Interessensphäre des nationalen Aufbaus, Sicherung jüdischer Arbeit und menschlicher Arbeitsbedingungen in Stadt und Land, Erweiterung und Vertiefung des chal u zischen Idealismus im ganzen Volke, vor allem in den Kreisen unserer Jugend, das sind die Aufgaben der Stunde. Zur Erfüllung dieser Aufgaben von bisher ungeahntem Umfang und wahrhaft staatsaufbauendem Charakter ist als erste Voraussetzung eine festgefügte, disziplinierte, unter einheitlicher Leitung stehende Zionistische Organisation notwendig, die bei aller Wahrung der Mcinungs-, Gewissens- und Betätigungsfreiheit ihrer einzelnen Glieder doch befähigt sein muß, alle ihre Teile durch freien Willensentschluß dem höchsten nationalen Interesse unterzuordnen und nach innen und außen im Rahmen der Jewish Agency den einheitlichen, auf domokratischer Selbstbestimmung beruhenden Willen des jüdischen Volkes zu repräsentieren. Leider hat das Bewußtsein dieser Notwendigkeit noch nicht alle Teile der Bewegung in dem erforderlichen Maße ergriffen. Die Versuche der Vereinhcit. lichung der Bewegung und der Festigung der Organisation gegen destruktive Tendenzen sind erst im Anfangsstadiwn begriffen. Der Kampf für die Konsolidierung der Organi. sation und ihren Schutz gegen außenpolilischen Separatismus und gegen innere Untergrabung ihrer Grundfesten muß mit aller Kraft fortgesetzt werden. Die Zionistische Organisation, die von Herzl als Instrument des Neuaufbaus und der politischen Selbstbestimmung des jüdischen Volkes geschaffen wurde, muß von allen verantwortlichen Zionisten gegen jeden Angriff auf ihre Existenz, ihre Souveränität, ihre Rechte und ihren demokratischen Charakter kraftvoll und entschlossen geschützt werden. In diesem Geiste müssen die Zionisten aller Länder ohne Unterschied der Richtung und der Anschauung zum XIX. Zionistenkongreß rüsten. Der Zionismus ist die Sacht aes ganzen Volkes. Der Schekel muß in die Hand von Hunderttausende«, ja Millionen jüdischer Männer und Frauen gelangen. Abtr dessen Verbreitung darf nicht zur kleinen Spendensammlunj; oder gar zum Mittel bloßer Sicherung von Stimmen hwab. gedrückt werden. Der Schekel ist ein Instrument, durch'wel. ches das Bekenntnis zur zionistischen Idet una die Uebernahme aller mit dem Beitritt zur „Zionistischen Organisation" verbundenen Verpflichtungen dokumentiert werden. Die Schekel-Aktion muß zu einer großangelegten Mobilisierung der jüdischen öffentlichen Meinung für die zionistische Tat werden. Die Werbung neuer Schekclzahler muß geleitet sein von der Losung verstärkter Verantwortlichkeit für die Erziehung und dauernde Bindung der neuen Massen an die zionistische Idee und an die Zionistische Organisation. Nur so kann die Schekel-Aktion und der aus ihr hervorgehende Kongreß zu der großen Demonstration des Willens des jüdischen Volkes gestaltet werden. Zahlt den Schekel! Werbt für Ihnl Exekutive der Zionistischen Organisation Die Zionistische Organisation verkörpert den Lebens- und Aufbauwillen 3c» jüdischen Volkes. Sie ist die Schöpferin des neuen jüdischen Palästina, das sich bereits für lausende von deutschen Juden als einziger Ausweg aus der Not, als einzige Zukunfls-IIoffnunfi ihrer Jugend erwiesen hat. Wer den Schekel zahlt, bekennt sich zur Zionistischen Organisation und stärkt ihre aufbauende und gestaltende Kraft. Im deutschen Judentum ringen die Kräfte des Neuen, des zukunftsfreu'digen Aufbaus mit den sterbenden Mächten von gestern. Wer den Schekel zahlt, bekennt sich zu den Kräften des neu werdenden jüdischen Volkes. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat den Mai 1935 zum Monat der Schekel-Aktion 5694 95 bestimmt. Sie ruft die deutsehen Juden auf: Zahlt den SchekelI Werbt für ihnl Zionistische Vereinigung für Deutschland \t ___ «f M J J% I | III IN BERLIN: Berlin Ni BwliUnrihng P.'pprlaucr, Neue Friedrirhstr. 59: Apotheker Sulinger, NVue Koiiig-tr. 74; Kaufhaus Goldsfein, Schönhauser Allee 112; Fintier, Alle S. honhauscr Hu, 54; Buchhandlung Gonzer. Oranienburger Str. 26; Bu. bhawlltmg S.ili\, Grenadierstr. 30; Mi-rachibüro, K(i.,rnllialcr Str. 55; Atlantic Expreß, Reisebüro, Fnedri. Ii- MraBc 100 (S.Js.'ht:); Berlin Wi Juwelier Schwcki. Aug*b<*gcr Sir. 23; Buchhandlung Krdc tu, Dahlmann-tr. 8; Buchverleih Rekord, ( harl., Berliner Sir, 49; Tcnm-kiub Bar Koi hba. Lcibinz^r. 49 53; Papierhandlung Lippmami, Ti.Mit.-n.itMt. IG; HZV.-Heim, Kant st r. 54; ItV.V.- Buro, Mciucke.tr. 10; Berlin S: Cigarrrnhaus Epstein. Jcru,.deiner Straße 9; l'apa ihatellung llepner, ln^lstr. 8a; Media S, hwalb, 1 Irrrrur.r.-tr. 4ti; Jacob Krieger (Laden), Prmws.im-ioli. 12; Berlin NW: G:garrengi-< halt 11ir.( htVId, Jagiwüraße; (Wltti**! Hansa, Flcn burger Str. 19; Berlin O: Max Feig, Stratisberßer Str. 24. Beuthen: ZOC,., Kai-cr. Iranz - heepin Platz 4; Breslau: ZOG., GarenstraSe 25; Hu. hh.u.dhing Brand.;,; Katbar. 7; Buchhandlung Lichtenstein, Kaiscr-H llhchn-Si r. 39; Dresden: ZOG,, ürunacr.U. 13; IM REICH: Düsseldorf: ZOG., AriolMIitler-Str. 3; Frankfurt a. M.i ZOG., Unterlindau 21; Hamburg: ZOG,., Brahmsallec 16; Hannover: ZOG., Artilleriestr. 18; Karlsruhe! Baer & Elend, Kaiserau. 209; KKL- Büro, Krminan.tr. 10; Kotkowsky, August-Dürr-Str. 4; Palästina- Beratung, Rittcr.-tr. 8; Buchhandlung Anna Beisinger, Karlstr. 30; Bielefeld, Kaiserau. 70; Kar] Tiefcnbronncr, Kronenstr. 15; Käln: ZOG., (aciljen.tr. 18-22; Königsberg: ZOG., Synagogenstr. 14-15; Kahatt & Pape, Wirst. Langgasse 74; J. Landau, Poststr. 18; ßgzar *ur Rose, lluienallee 25; Leipzig: ZOG., Kcilstr. 4; Geschäftsstelle des Bar K ichba, Brühl 45; Geschäftsstelle des lleehaluz (Jtid. Jugendheim), l'.lterstr. 7 (Tel. 23 205); Magdeburg: Lehrer Rosenberg, Grolle Sclnilstr. 20; Zweigstelle des Paiastma-Amtes. Kaiser- Wilhelm-PL 2: Mannheim: ZOG., Karl-Ludwig-Slralie 38; München: ZOG., Sehlosseistr. 2; Stettin: Bar-Kochba-Ileim, Klosterhof 2, I; Berta Spitzer, Kaiser-Willielm-Str. 42; Woreczek & Braver, Kleine |i m tr. 18; Stuttgart: ZOG.., Schloßstr. 27; Tilsit: Arthur 1"lachsmann, Schlageterstr. 2 a; Edith Üominski, Schulstr, 48. Zahlt den Schekel! Werbt für ihn! Zionistische Vereinigung für Deutschland / Berlin W15, MeinekestraBe 10

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