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Jüdische Rundschau · 1935-04-05 · Heft 28 (5.4.1935) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 28 (5.4.1935)
Date
1935-04-05
Page
– (sequence 17)
Language
German
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p » JODISCHE RUNDSCHAU Berliner Rundschau NR. 28, 5. APRIL 1935 Ipfi Das Ephraim-Palais Ein Kapitel Jüdischer Geschieht« In Berlin Wie der „Völkische Beobachter" vom 3. April in einem größeren Aufsatz mitteilt, besteht bei den amtlichen Berliner Stellen die Absicht, bei den Umbauten, die in der Gegend des Molkenmarkts demnächst vorgenommen werden sollen, das Ephraim-Pal als am Mühlendamm, als künstlerisch wertvoll, zu schonen. Der „Völkische Beobachter" nennt dieses Haus „ein Juwel allberlinischer Baukunst; das Palais Ephraim, Poststraße 16 am Miihlendamm, das schönste Privathaus Berlins aus frideriziatiischer Zeit." Das Blatt teilt aus des Plänen der Behörden femer folgendes mit: „Die zur Denkmalpflege berufenen amtlichen Stellen haben »ich dsmit einverstanden erklärt (es handelt sich um eine Zurückverfegung in Gebäudes um 10 m. — A d. R ), den reizvollen Rokokobau mit ätinen Baikonen und seinem Säulenvorbau tu erhalten. Das Palais Ephraim könnte dann sogar in seinem alten ursprünglichen Zustand «ie ierhergestellt werden. Denn der im Jahre 1788 von dem j vi d i - »c h e n Münzpächter und Hofjuwelier Friedrichs de« Großen, Vcitel Heine Ephraim, errichtete Bau, für den der König die acht toskanischen Sandsteinsäulen von dem im Siebenjährigen Krieg jerstörten Gräflich-Brühischen Schloß in Pforten stiftete, ist im Laufe der letzten Jahrzehnte aweimal geändert worden." Der herrliche Ephraim-Bau, dessen einzigartige, leichtbeschwingte Architektur schon so manchen esrtzückt hat, ist für uns Juden nicht nur ein Denkmal architektonischen Könnens, sondern er führt uns zugleich in Oedanken zurück in eine Zeit, da die Stellung der Juden im Preußischen Staat «ie sehr eigenartige war. Zur Zeit Friedrichs des Großen ierrschte bekanntlich vollste Glaubensfreiheit; das Niederkssungsrecht war jedoch äußerst eingeschränkt, nur die sogenannten „Schutzhwen" hatten das Recht der Niederlassung, las unter großen Opfern erkauft werden mußte, so daß selbst rm Moses Mendelssohn offiziell als Diener eines reichen Seidenfabrikanten in den städtischen Listen geführt wurde, weil er den Schutzbrief nicht bezahlen konnte. Auf der anderen Seite verstand es der Staat Friedrich des Großen, die Kräfte und die Fähigkeiten der Juden zu nutzen; das Ephraimsche Palais ist ein sprechender Beweis. Ephraim, der Münzjude, rettete während der kostspieligen Kriege, insbesondere im 7jährigen Kriege, Friedrich den Großen vor dem Ruin. Es ist bekannt, daß er das preuMsche Silbergeld während des Krieges ki »einem Feingehalt so weit reduzierte, als es finanztechnisch nur möglich war und auf diese Weise eine Verbreiterung der Oelddecke erreichte. Der Volksmimd prägte damals auf dieses Geld das Spottwort: „Von außen Friedrich, von innen Ephraim." Nkht umsonst hat Friedrich der Qroße seinem Finanzier die Erlaubnis zu jenem herrlichen Bau gegeben und noch obendrein die Säulen gestiftet. Der König wußte auch die Verdienste der Juden königlich zu belohnen. N. Malmonldes - Ausstellung der Gemeinde-Bibliothek Es wäre eine erfreuliche Wirkung der zahlreichen Maimonides-Feiern, die wir in diesen Tagen erlebt haben, wenn man sich, soweit es möglich ist, nun auch einmal an die Lektüre der Werke des Maimonides heranbegäbe. An Einführungen und Uebersetzunqen fehlt es nicht. Die Ausstellung, die die Bibliothek der Berliner Jüdischen Gemeinde jetzt in der Oranienburger Straße veranstaltet, gibt einen ausgezeichneten Ueberblick über alles Wissenswerte und jedem Interessierten die Anleitung zum Maimonides- Studium. Neben der zahlreichen Literatur vergangener Jahrzehnte erscheinen in diesen Wochen bekanntlich mehrere neue Bücher, so daß an Bclehrungstnaterial kein Mangel ist. Auch der des Hebräischen unkundige Leser kann zumindest den „More Nebuchim" in Uebersetzungen durcharbeiten und wird dabei manchen interessanten Einblick in das Philosophieren des Mittelalters tun können. Der Verlag Felix Meiner hat eine dreibändige deutsche Uebersetzung schon vor Jahren herausgebracht, die jetzt für den besonders billigen Preis von 12 RM. zu haben ist. Wer nun gar mit einem bibliophilen Herzen ausgestattet ist und seine Freude hat an alten Handschriften, Inkunabeln, frühen Soncino-Drucken und anderen kostbaren Ausgaben, der wird in dieser Ausstellung nicht zu kurz kommen. Wie prächtig beispielsweise ist die in wundervollen Lettern und mit herrlichen farbigen Initialen verzierte Pergament-Handschrift aus dem 14. Jahrhundert, die das Breslauer Jüdisch- Theologische Seminar zur Verfügung gestellt hat! Auch eine Reihe anderer früher Handschriften und Drucke sind von großem Interesse. Nicht unerwähnt bleibe das lateinisch« Handexemplar des „Doctor Perplexorum", das L e i b n i z gehörte und in dem sich eigenhändige Randbemerkungen des großen Philosophen befinden; ein daneben liegendes Faksimile eines Auszugs, den Leibniz aus dem „More" gemacht und mit Bemerkungen versehen hat, ist ein Beweis für die Intensität, mit der er sich mit Maimonides befaßt hat. — Die aus der großen Fülle der Dissertationen ausgewählte Schriftenzahl zeigt, daß auch im deutschen Geistesleben die Beschäftigung mit Maimonides nicht ausgestorben ist, wenn sie auch naturgemäß nkht im Vordergrund der Arbeit stand. Jeder, der mit offenen Augen einen Rundgang durch diese Ausstellung macht, wird in diesen Bücherschätzen etwas von der Ewigkeit des Geistes spüren, die sich von Jahrhundert zu Jahrhundert in immer neuen Formen kundgibt. Dem Leiter der Bibliothek, Dr. P essen, der sich um die Ausstellung außerordentlich verdient gemacht hat, gebührt der Dank und die Anerkennung der jüdischen OeffentlichkeH. Zionistische Wahlerfolge Bei den Ersatzwahlen zur Spandauer Reprisen« tantenversammlung am 31. März 1935 hat die Zionistische Liste einen bemerkenswerten Sieg errungen. Während Spandau heute politisch zur Stadtgemeinde Groß* Berlin gehört, ist die Synagogengememde Spandau selbständig; geblieben. Die Repräsentantenversammlung der Gemeinde besteht aus 8 Repräsentanten, von denen turnusmäßig alle 3 Jahre 4 Mitglieder ausscheiden. Der Zionist. Be/irksgruppe wurde von den liberalen Kreisen die Besetzung von zwei der frei werdenden Repräsentantenstellen angeboten. Die Gruppe mußte dies ablehnen, weil sie bei Annahme dieses Vorschlages in der gesamten Repräsentantenversammlung in der Minderheit geblieben wäre, da von den verbleibenden 4 Repräsentanten nur einer Zionist ist Bei der für eine Gemeindewahl starken Beteiligung von über «/s der Wählerschaft gelang es, dank der aufopfernden Wahlarbcit der Mitglieder des zionistischen Aktivkreises, eine wenn auch nur sehr knappe Majorität der abgegebenen Stimmen für 3 von den 4 zu besetzenden Repräsentantenstellen zu erreichen. Aus völlig belanglosen, formalen Gründen hat die liberale Gegengruppe die Gültigkeit von 2 für unsere Kandidaten abgegebenen btimmschcine angezweifelt, und zwar deshalb, weil das Format dieser Stimrnscheme nicht den von dem jüdischen Wahlkommissar, der gleichzeitig der Führer der im) S U gerticher •der» ms »lksverdie ung [che tscb :uto a/3 irer ude iche, ist, :hts» ■lärti iers» -alifühl lernt riegj tet, nen :ses che um uderf idialle> che enw lör- *iert n.« ber intf Swms", des J?» . ier er« ms t:- ler en en?ntitf en ort :er er :r- 'er nd x$ aß nn,;ie: s- :n t- 10 >ier id •e > \u 1n u;r :r r, h Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der B. Z.V. Sonnabend. *■ April 15 Öhr Sonnabend, 6. April 20.30 Uhr Sonnabend, 6. April J0.30 Uhr Sonnabend, 6. April 20.30 Uhr Sonnabend 6. April 20 30 Uhr Montag, S. April 20.30 Uhr Ditnila«, 9 April 20.30 Uhr Di«nstag, 9. April 20.30 Uhr DisMta«, 9. April 20.30 Uhr Ditnstag, '• April ,0.30 Uhr Dienstag, 9. April 2040 Uhr «Itwoch, 10. April 20.30 Uhr Weretag.ll. April 20.45 Uhr Heim der BZV Rotenthaler StraBe 44 Heim der BZV OranieottraSe 170 Heim der BZV BrdckenstriBe 9 Heim der HZV KantstraOe 54 G'scllscheltshaus Blumengarten, Berlin- Ober<ch5niwtide, Ottendatraß« 11/13 Musfker-Ftatiale Kaiser Wilhelm Sir. 31 MeioekeetraBe 10 Heim der BZV Kantstrafls 54 C.fe Witt.Iabach Bayerischtr Platt 2 Konig ron Portugal Burgttraß« U Helm der BZV OranienstraBe 170 Heim der BZV Landsberger Str. 87 Philharmonie Bernburflsr StraBe 23a Oneg-Sehabbet für Kind« Oneg Schabbat Oneg Schabbat Dr. Kaleko: „Was Salt die hebriiiehe Literatur dem deutschen Juden?" (Hebräischer Vortrag) Parias-Abend. Ansprache: Studienrat i R. Baum. Mitwirkende: Hildegard Csspary. Erna Fenchel. Kontor Holländer, AleKander Intrator, Josef Lengyel. Karten zu 50 Rpf. im Vorverkauf bei M. Lchtenstein N ach!. K8p»nick, SchloBstr 25; s.chuh- und Sporthsue Haller, Onersehoneweide, Wilbetminenhoiatr. 35; Rad ohand'ung Hans Schinder. überschSncwelde, Rathtnsttr. 31 Hollinder, Karlahorat, Tretkow-Allee 99 und an der Abendkasse Dr. David SchloBbcrg! „Neues Leben im alten Lande- BZV-Cnor unter Leitung von Chemie Winawer „Zwei Völker — ein Land" — Juden und Araber am runden Tiach Vorführung des Schmalfilm! „Erei Iarael", ein Reiaebericht aua Palästina Beeieltvortreg Dr Adolph W Müller Dr. Georg Lubinoki: .Die Zukunft unaerer Kinder" Dr. Haut Friedenthal: .Die 3. Makkabtah - dal Ziel dei geeinten jüdischen Sports?" Dr, David SchloBbcrg i .Deutache Juden im Aufbau Palästinas" „Palästina — Wirklichkeit und aufgäbe" Vorlflbruog de« Schmalfilm! „Eres srael* Bclleilvortrag Dr. R, Abraham Spende jfldlsctietr Kflnstler fBr den BodenankauT In Palletina. Siehe Anieige. Bezirk Zentrum-Nord Gruppe Kottbtsuer Tor^ Gruppe .lannowitrbrÄckc Ku turabteilung Gruppe Obenpree Beiirk Zentrum-Nord Bezirk WittenbergplaU Gruopen Haleniti und weatend Gruppe Barbaroaiaplatz ^chulungtgruppe Iwria Bezirk Sfldoat Bezirk Friedrx'aihain Kant- Das leuchtende Ziel Lichtspiele, Ch«rl,K.nt5tr. 54 Wo. .b 5 Ubr. So. ab 3 Uhr. mlt Gr'»« Mo<"« J«S««"««»«' BBCIABHf BENO AH •« B B I aW IE WQ m mit Gary Cnoper 5. 7 u. 9» Charly Kantstr. 130b. and dai gute Beiprogramm Olivaer - Knock-eut Olivaar PI. 7. S, 7, •"»Uhr mit M.z S+melinv u. Anny Onin £5$*..Si5 Der scmaffuiagenloiniraHeur Wo. 5, 7.9 So. X 5. 7. 9 m.BcorgAlexander,ThMLingttn,Ollyr.FSint - EIN TAG FÜR DIE JUDISCH € FRAU - Ausstellung: Erziehung und Schule / Gesamtleitung: Lucy Gelber Loganhana, Berlin W, Kl «latatrau« 10 1. Ta?i Dienatijj. den 9. April | 2. Taf: Mittwooh, den 10. April 16 Uhr: Bunt« Jugendstunde unter Leitung von Lucy Oelber »uflOhrungen der Schulen dar JOdlaehen Qameinde I VoHOhrunuen JUdiechep Privatsehulen, KlnrJarglrten und I das Iddlichen Bozklubi, Berlin Kinder 50 RpL, Erwachsene 90 Rpf. N.I5 Uhr Der Barbier von Bagdad j M.tjuhr Gesunder Körper / Gesunder Seist Opernnmeinachalt der KünatlerhiHe I Prof. Dr. Paul Glaesaner, Dr. Edith Perüi. Dora Hera Eintritt RM 1.- und 1.50 | Referate, Lichtbilder, Demooatretionm. Eintritt RM 1 - Kartenverkauf: Logenhaut, Kleiatatr, 10s JadlsoHe Gemeinde, Oranienburgrer Str. 39, Hautwart; Buchhandluni Kadern, Dahltnannatr. 8; Budihandlun» Wolff, Prarer Platt 4; Künatlerhilfe, KantatraBe 158 iBismarck 1066). — ......... KOs stlerhllfe der J 04 I s o h e n Oemelnde ■ .......... ■■ Kon. - Dir. L TAUBE, RUF 11 1178 Sonntag. 0 ^üs'L, Beciisiein-saai Sfiff PV DIE WIRTiRREISE bllu Jl «ehubert * An mgtl or.uj.iiKiitt sonnanend, Ol] ttix. Bechsiein-Saai lÄ—f IIIP1I Narex LI VEN (Opera-Comlqua, Parle) Arien urd Lieder Are PIBgel JOStPli i0ttlltt«tt Schuber«, Schumann, Rubinetain, Verdi, Meuaeergeky ■tuaa. Volkslieder uorveruui: K—t Wom> Laohmann und Abandkeeae Caft§ Uhlandeck — KurfOratenilamm 31 BolfallatUrmej «rgehan tatgl. Ubatr die) Kapttlle Br. frans v<a>n K4»bl<>s In der Tanzdiele KAPELLE BIRNER kompl. Wohnungseinrichtungen, tut o. preisw. Besichtigung erbet Ludwin TBXTObI. Kaiserda um 119 Einzei-monii 1 KINO-SPIELPLAN VON FBEITAG BIS MONTAG Kurfarstendamm 217 Erke Fasanenstra&e Telefo«; II Bismarck 1108 Beginn täsrli* 3, < 7.9.1SUbr FRÜHJAHRS - PARADE mit Franziska Biel, Paul Horb leer, Wolf Albe eh Rotty Ku'turfilm- Morena R IVO LI??rg™ann- Harry Plal in seinem 100. Film Wodient|ra.i.SO/Soo *. S.SO AeRTISTaERI no-Front-RekBame iPortrJt, Schrift u. Bild) in h&chstar Vollenduno liefert prelawart Künstler.Atelier. 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Gesell seh. Beat anark. Wien. Küche * Uezente Musik. Mittage. Abend-Qedeek v. RM 1.10 an prinzaB-cafR am KunorMamm in Spende jüdiseker Künstler für Bodenkauf in Palästina Donnerstag, den 11. April, 20.45 Ukr, Philharmonie, Bern burger Straße 22/23 Zu dieser VeransfaUant} sind nur nodi Karlen zu RH 5.— in besdirfinkter Anzahl erhaillldi! BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG if

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