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Jüdische Rundschau · 1935-03-26 · Heft 25 (26.3.1935) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 25 (26.3.1935)
Date
1935-03-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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oO 19 W fit, 2% / Jahrgang 40 k-ire» 25 RpL JUDISCHE RUNDSCHAU Ithrlftleitvnf,V«rl>g n. Amolfainvorwaltangi B«rllnWlJ,Mttlnakaatr. 16 f.ninil: S«mmel-Nr.Jl Bismarck 3181/82,7165/70,7240/41. - ßezutaprai» i« Monal ftM 2.", je Vierteljahr HM 5*75. - Postscheck - Konten der Vertrieb»-Abteilung: Berta 71573 (rtir GroB- Berlin), Berlin 17392 (Kir H.« flbrige Reich). Aualanda- ),fiui; in jeweiliger LandeswähTvni;. - Erscheint Jtdta DUnstag and Freitag. BERLIN trsm 'ütin KO DIENSTAG, 26. MAERZ 1935 Aasolgoaprelaltet* Nr. 2 gBltig. Die 12ge»p. mm-Zetle 20 Rpl, für Stcllenge«, 10 Rpl, für FimilientiBchrichten 15 Rpl. Kin/elinreigen nur gegen Vorauslahlung an Schalter oder »ul Poatscheck Konto Berlin 71618 Montag bin Donnerstag 9-18 Uhr, Freitag 9-16 Uhr. Ann»hme*c)iWii Kir die Dienstag-Auegabe Montag 10 Uhr, fül die Freitag-Ausgabe Mittwoch 13 Uhr (Fatnilienanzeigen bis Donnerstag 10 Uhr) per Zionismus erstrebt fOr das jadische Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Helmstitte in Palästina. (Baseler Programm) 2 ig«^ t«F" Uhr, r, fül Uhr» m) Juden und Geschichte Ein Jude brachte „ehrenvollen Frieden" In der Zeitschrift „Deutsches Bildungswesen" (Fichte Verlag, München) vom März 1935 schreibt Karl Schmitt, Jüterbog, über „Schöpfertum und Rasse". Im Verlauf der Abhandlung heißt es: „Seit der Aufklärt! ng»zch ist in den europäischen Staaten mit stetig wachsender Systematik um! Energie unter der Flaggt" .Humanität', .Freiheit des Individuums', .Gleichheit aller Mcnsclicnantürzuäger* von einer einzigen Kasse die totale Herrschaft über die europäischen Völker zu usurpieren versucht worden, dalx'i aber mehr vernichtet, worden, als in einem Jahrtati-end aufgebaut werden konnte. Und dieses Machtstreben ist .-einer sittlichen Berechtigung nach hergeleitet worden aus einer schon vor 25 Jahrhunderten halt- und voraussetzimgsloscn Rangordnung der Mcn-chcnrasscn. Iiis li«ite wartet die geschichtlich orientierte Welt auf den Nachweis, daß dies« Rangordnung leistungsmäßig begründet wird. Das Schicksal hat dafür seit. Erzvaters Abraham Tagen wahrlich reichlich Gelegenheit und Jahrhunderte zur Verfügung gestellt. Ihm darf die Schuld nicht aufgebürdet werden, daß es nicht geschah. Die Vülkcrgcschielitc läßt eine Rangordnung erkennen, die dieser altteslamcnllicheii, die Auscrwählt heit des Judentums manifestierenden gerade entgegengesetzt ist und den Charakter der Natur, gegebenheit unbestreitbar trägt. Dieser Charakter ist nicht zum geringsten auch aus dein Tatbestand ersichtlich, daß nicht nur die wirtschaftliche Existenz der Wirtsvölker des Judentums, .sondern auch dc-scn eigene bisher immer nur dann gesichert gewesen war, wenn nicht dieses, sondern die wirklich konstruktive, leistungsfähige Rasse die Führung allein in I Linden gehabt hat. Alter und Tradition allein >iwl niemals Garantien an sich für den Wahrheitsgehalt einer These. Venn die Geschichte gemäß de-r als wahr erklärten Rangordnung p taltet worden wäre, so köuutc sie doch nicht das Verderben gerade der Rasse zeitigen, deren Führertum in dieser Rangerdming manifestiert ist. Im System der Natur gibt es keine Widersprüche prinzipieller Art, und Geschichte schlechthin ist nicht ebne Zusammenhang mit dem System der Natur, weil Menschen Geschichte machen und diese Menschen naturhaft sind."...... Diese Darlegung ist für uns besonders interessant, weil sie zeigt, wie in Lehrerkreisen die jüdische Frage befrachtet wird; dies ist aber um so wichtiger, als durch die Lehrer ganze Generationen des deutschen Volkes beeinflußt werden. Der Verfasser des Aufsatzes ist der Meinung, daß die Juden „die totale Herrschaft über die europäischen Völker zu usurpieren versucht" haben, und zwar unter der Flagge „Humanität" usw. Wir Juden sind nicht so unbescheiden, uns dessen zu rühmen, daß der Oedanke der Humanität nur durch uns der Kulturmenschheit zugeführt wurde. Zwar ist die jüdische Lehre, daß der Mensch „im Ebenbilde Gottes" geschaffen ist, ein grundlegendes Prinzip der Humanität, aber auch das Griechentum und später alle jene starken religiösen Kräfte der verschiedenen Völker, mit denen sich das Christentum vermengte, haben an der Herausarbeitung des Hutuanitätsbegriffs entscheidenden Anteil; die Juden sind überhaupt erst im 19. Jahrhundert von dieser bedeutsamen philosophischen Entwicklung erfaßt worden. Als die Juden dann in den Kulturkreis ihrer Wirtsvölker eingetreten waren, empfanden sie nichts anderes als ein Gefühl der Dankbarkeit und den Wunsch, mit ihren besten Kräften auf allen Gebieten zum Nutzen der Gesamtheit mitzuarbeiten. Um „Herrschaft" war es ihnen nicht zu tun. Es ist daher keine Rede davon, daß dieser angebliche Anspruch, der, wie gesagt, gar nicht existiert, „1 e i s t u n g s - mäßig begründet" werden müßte. Wenn aber diese frage aufgeworfen wird, dann können wir es nicht zulassen, daß so getan wird, als ob tlie Juden „seit Erzvater Abrahams Tagen" gar nichts geleistet hätten. Kein objektiver Geschichtsbefrachter wird sich diesem Urteil anschließen können. Wir Juden haben niemals anderen Völkern und Rassen 'hre Leistungen bestritten, ja unter den Juden gab es immer geradezu fanatische Bewunderer und Verkünder der Großtaten anderer. Es ist also nicht nötig, uns gegenüber die Taten oder die Bedeutung anderer Völker *u unterstreichen. Wenn behauptet wird, daß die wirtschaftliche Existenz der Wirtsvölker und auch die der Juden nur dann gesichert war, wenn nicht die Juden, sondern „die wirklich konstruktive leistungsfähige Rasse die Führung allein in Händen hatte", dann können wir dazu nur folgendes sagen: Die Juden als solche haben überhaupt niemals seit der Zerstörung des jüdischen Staates die Führung in der Hand gehabt. Einzelne Juden waren dort, wo man ihnen die Gelegenheit zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten bot, auf einzelnen Gebieten zeitweise führend. Unter den Staatsmännern gibt es seit der Judenemanzipation nur einen einzigen wirklich führenden und bedeutenden Juden, und zwar Benjamin Disracli, Earl of Beaconsfield, der jahrzehntelang die leitende Figur des englischen Weltreichs war und dieses zu beispiellosem Glanz geführt hat. Gerade in diesen Tagen kann man vielleicht daran erinnern, daß dieser englische Primeministcr auch einmal einen Besuch in Berlin gemacht hat. Im Juni des Jahres 1878 mußte er die Strecke, die jetzt im Flugzeug in wenigen Stunden zurückgelegt wird, wegen seiner gebrechlichen Gesundheit auf Wunsch der um seine Person besonders besorgten Königin auf Etappen von vier Tagen verteilen. Es wird berichtet, daß Disraeh noch nicht eine halbe Stunde in seinem Quartier im Hotel Kaiserhof war, da wurde er bereits von Bismarck in die Reichskanzlei gebeten. Es begann die Zusammenarbeit, die mit jener Botschaft des großen Juden endete, die zum geflügelten Wort geworden ist: „Peace with honour" (ehrenvoller Friede). Das war es, was Disraeli damals aus Berlin nach London zurückbrachte. Das englische Volk, das diesem Mann sein Schicksal anvertraute, war jedenfalls weder damals noch jetzt der Meinung des Verfassers des oben zitierten Artikels. Bemerkenswert ist übrigens, daß Disracli, dem damals in Berlin die Judenfrage bei Behandlung des rumänischen Problems entgegentrat, sich für die Emanzipation der rumänischen Juden einsetzte, zugleich aber schon damals den Gedanken eines Judenstaates unter englischem Schutz erwog — einen Gedanken, für den seine Zeit nicht reif war. In der Judendebatte im Völkerbund in Genf im Oktober 1033, an der Vertreter aller Nationen teilnahmen, rühmte sich der englische Sprecher Mr. Ormsby-Gore, daß an jedem 1°. April —- „Pritnrose-Day" (Primeltag) — die Führer der konservativen Partei Englands zum Grabe Disraclis pilgern, um dort einen Strauß seiner Lieblingsblumen niederzulegen. Angesichts solcher Pauschalurteile, wie sie in dem vorliegenden Artikel, aber auch sonst häufig zu hören sind, ist es wohl am Platze, nicht nur auf dieses romantische Kapitel hinzuweisen, sondern auch den selbstsicheren Vertretern solcher Auffassung zu bedeuten, daß andere Menschen und andere Völker anders denken, so daß es sich hier nicht um eine absolute Wahrheit handeln kann. lieber die Schlußfolgerung betreffend den Zusammenhang von Natur und Geschichte wollen wir in keine Diskussion eintreten, da hier philosophische Grundfragen von großer Tragweite erörtert werden müßten. Nur dem Gedanken, das „Verderben" der jüdischen Rasse beweise deren geringeren Rang, müssen wir entgegentreten. Nach jüdischer Auffassung ist zwar die Geschichte von großer Beweiskraft, aber der endgültige Beweis wird erst am Ende der Geschichte, „in der Endzeit", geführt werden können. Die jüdischen Propheten vertraten sogar den in den Augen des Schreibers vorstehenden Artikels gewiß absurden Gedanken, daß es auf den Unscheinbaren, Fläßlichen, Verachteten und Namenlosen ankommt, der als „Knecht Gottes" das Leid der Kreatur auf sich nimmt, also nach den Begriffen von Natur und Geschichte gewiß als unterlegen zu betrachten wäre. Dieser Gedanke, den das jüdische Volk auf sich bezog, ist gewiß sehr weit entfernt von dem, was der Verfasser die „Usurpation der Herrschaft" nennt. Palästinafragen im Unterhaus Im englischen Unterhaus fragte der Abgeordnete Rhys-Davies den Minister für die Kolonien, ob <r eine Erklärung dafür geben könne, daß aus den Mitteln der Anleihe der Palästina-Regierung ein Betrag für die Errichtung von arabischen Schulgebäuden bewilligt wurde, während für j iidische Schulen kein Zuschuß gegeben worden ist. Kolonienminister Sir Philip Cunliffe Lister antwortete: uer in dem Verwendungsplan der vorgeschlagenen Palästina- Anleihe vorgesehene Posten für Schulbauten bezieht sich auf neue Regier ungs schulen, in denen Arabisch Unterrichtssprache ist und die allen Teilen der Gemeinde offenstehe. Ulc jüdische Gemeinschaft hat sich von den ersten Tagen der «Kitschen Verwaltung an entschlossen, ihr eigenes Sc hui- ,.crk zu unterhalten, und die Regierung von Palästina hat l"» Verantwortung für die Errichtungskosten solcher Schun "jemals übernommen. Doch hat die Palästina-Regie- Jahrelang Zuschüsse zu den laufenden Kosten der Jt pfc £n Thülen geleistet und in den letzten Jahren wurde 'eser Zuschuß entsprechend der jährlichen Oesamtausgabe für "l«\cru''gsschulen und dem Verhältnis der Zahl jüdischer »TOulpfhchtiga; Kinder zur Gesamtzahl der Schulpflichtigen festgesetzt. Der für das laufende Jahr bewilligte Zuschuß beträgt 28O0O Pfund. An diese Antwort des Kolonialministers schloß sich noch «Ine Aussprache an, wobei der Minister nochmals erklärte, daß die Regierung von ihrem Standpunkt in dieser Sache nicht abzugchen gedenke. Auf weitere Anfragen des Abg. Janner und anderer wurde die Frage des Aushaus des Jaffaer Hafens und der Straße Jaffa—Haifa erörtert, wobei der Minister sich auf den Hinweis beschränkte, daß der High Commissioner die erforderlichen Maßnahmen prüfen und das Notwendige veranlassen werde. Die jüdische Konzession in Syrien Beirut, 22. März. (JTA.) Der französische Kommissar für Alexandrette, Durieux, teilte in einer Sitzung der Distriktsverwaltung mit, daß eine jüdische Gesellschaft sich bei der Regierung um eine Konzession auf der Alomex-Ebene in Syrien zwecks Entsumpfung dieses Gebietes beworben hat. Das Ansuchen der Gesellschaft werde an maßgebender Stelle wohlwollend geprüft und es sei wahrscheinlich, daß die Konzession an die jüdische Gruppe erteilt werden wird. Das Judentum in der modernen Türkei Von Dr. Kurt Stillschweig Bei den kürzlich abgehaltenen Wahlen zum türkischen Parlament wurde zum ersten Male auch ein Vertreter des türkischen Judentums gewählt. Dies und die im vorigen Jahre vorgekommenen antijüdischen Ausschreitungen in Türkisch-Thrazien, deren Folgen bis heute nicht beseitigt sind, haben die Aufmerksamkeit der Judenheit auf die türkischen Juden gelenkt. Unser Mitarbeiter schildert aus eigener Anschauui.^ die dortigen Verhältnisse. Red- Zahl and Verteilung Die Lage der türkischen Juden bildet einen eigenartigen und interessanten Fall in der Assimilationsgeschichte des Judentums. Zunächst einige Tatsachen, die die wirtschaftliche Situation des türkischen Judentums kurz kennzeichnen sollen: Die moderne Türkei beherbergt ungefähr 80 (KR) Juden, deren Verhältnis zur (iesamtbcvölkerung rund 0,6 ".V. beträgt. Die lokale Verteilung der jüdischen Bevölkerung bietet ein ähnliches Bild wie in anderen Teilen der Diaspora: Charakteristisch und besonders bemerkenswert in einem Agrarland wie der Türkei ist das Fehlen einer nennenswerten jüdischen Landbevölkerung und die typische Zusammenballung der jüdischen Masse in den Städten. In Istanbul allein wohnen rund 47 000 Juden, d. h. 5 "> der Einwohnerschaft und mehr als 50 "<> des gesamten türkischen Judentums. In seiner soziologischen Struktur ähnelt das türkische Judentum mehr dem Ostals den» Westjudentum. Die Hauptmasse besteht aus kleinen Handwerkern, Fischern, Bootsführern, Schiffern und Lastträgern. In Pera, dem Euren päerviertel instanbuls, überwiegen der jüdische Mittelstand und die jüdische Oberschicht, beide gebildet aus Aerzten, Anwälten und in der Hauptsache Kauflcuten. Namentlich' die Wareneinfuhr, die in der schwach industrialisierten Türkei eine entscheidende Rolle spielt, liegt zum großen Teil in den Händen jüdischer Importeure. Die Bedeutung, die die jüdische Kaufmannschaft gegenwärtig noch für die Wirtschaft der Türkei hat, wird am besten dadurch gekennzeichnet, daß am Jom-Kippur alle Banken ihre Schalter geschlossen halten. Bemerkenswert ist übrigens, daß sich auch in diesem Jahr die deutschen Banken diesem Vorgehen wieder angeschlossen haben. Trotzdem ist festzustellen, daß die wirtschaftliche Kraft des türkischen Judentums in ständigem Schwinden begriffen ist. Die proletarische Masse lebt seit Jahr und Tag bereits auf einem Niveau, das ihr kaum ermöglicht, aufs dürftigste auch nur den notwendigsten Lebensbedarf zu befriedigen. Aerzte und Anwälte leiden unter der allgemeinen Uebersättigung der intellektuellen Berufe. Devisenbewirtschaftung und Kontingentierung des Imports lähmen die ökonomische Widerstandsfähigkeit der jüdischen Importcure. Die Auswanderungszahlen drücken den wirtschaftlichen Niedergang der türkischen Juden mit erschreckender Deutlichkeit aus. Allein aus Istanbul sind in den |ahren 1020- 1930 rund 23 00(1 Juden ausgewandert. In zehn Jahren hat die jüdische Bevölkerung Istanbuls sich also durch Emigration tun 30 "o vermindert, oder, anders ausgedrückt, eine Masse verloren, die nahezu 50 «v> der gegenwärtigen jüdischen Einwohnerschaft Istanbuls oder 25 »v> der gesamten türkischen Juden beträgt. Die Auswanderung der letzten Jahre ist statistisch noch nicht genau erfaßbar. Sicher t-i aber, daß die Emigrationshewegung im Zunehmen begriffen ist. Bei diesen Zerfallserscheinungen ist zu berücksichtigen, daß die moderne Türkei sich in einem wirtschaftlichen Umbildungsprozeß befindet, der naturgemäß seine Opfer fordert. In welcher Weise die ökonomische Umgestaltung des Landes die wirtschaftliche Struktur der türkischen Judenheit verändern wird, ist deshalb jetzt noch nicht zu übersehen. Nur soviel kann gegenwärtig gesagt werden, daß die Kurve des wirtschaftlichen Niederganges der türkischen Juden anscheinend noch nicht ihren Tiefpunkt erreicht hat, daß aber mit der Stabilisierung der türkischen Nationalwirtschaft auch eine wirtschaftliche Festigung des türkischen Judentums wieder eintreten wird. Kulturelle Haltung Schwieriger als die Feststellung seiner wirtschaftlichen Struktur ist eine Charakteristik der inneren geistigen Haltung des türkischen Judentums. Während das Ostjudentum seine eigene Kultur erhalten und entwickelt, das Wcstjudcritum hingegen sich in starkem Maße assimiliert hat, nimmt das türkische Judentum eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz, zum Ostjudentum kann von einer eigenen Kultur der türkischen Judenheit keine Rede sein. Vielmehr führte die jahrhundertelange Abgeschlossenheit der türkischen Sefardim von den ' Strömen westlichen Geistes zum Verfall der hohen Kultur ihrer Vorfahren in Spanien, ohne daß die türkischen Juden fähig gewesen wären, eine neue eigene Kultur zu entwickeln. Die kleine aschkettasische Gemeinde Istanbuls, die etwa 10 ,-'o des türkischen Judentums umfaßt, ist besser als die sefardische organisiert. Aber auch den aschkenasisehen Führern, die sich um die Reorganisation der spanioüschen Gemeinde bemühen, ist es bisher nicht gelungen, den Zerfall aufzuhalten. Im Gegensatz zur Westjudenhcit ist aber eine Assimilation der türkischen Juden an die Kultur ihrer Umgebung noch nicht vollzogen. Dies ist für den Durchschnittstürken der Anlaß, die Juden gleich den in der Türkei lebenden Griechen und Armeniern als „Fremde" zu betrachten. Mit dem Schlagwort vom „Antisemitismus" ist also in der Türkei der Judenfrage nicht beizukommen. Daß die Regierung selbst keinen einseitig antisemitischen Kurs einschlägt, wird beispielsweise durch das nachdrücklich erlassene Verbot einer kürzlich in Istanbul erschienenen Zeitschrift scharf antisemitischen Charakters bestätigt und auch s" ge* ,rt- •icho rdeil ngig alksver- : die tung :lche itscl» icivte . a.-3 ihrer Jude ische t ist, ichts» •klärti ojM ider3 oraliefühl dem :stieg eitet,;enen liesest tsche •nturrt Ju~ irder» jüdit alle» lische m e nw jfhör« Schert Kern." über Fein«! £mV£ •rtunm t des i Gedesf über-. e aus en t:~ gt der Juden Juden ludenvlartin :, kein tschen g von Meer Väter n ver- . Wer tl und k aui; l, daß Juden- 'lagen, Frei- Börse: chäftshemen deut- Leo Kapi- .fülirer ik und veitere en soi o n" •ch zu¬ Juden n Gau unter Kölner icister,; nach isleiter et, in dsoziaji ent- -ischen : Gau-' Ta?e" :n Ge-. Gefahr obachandin das n wot- :h teilhh'chenf •i. Bell Tag

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