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Jüdische Rundschau · 1935-03-15 · Heft 22 (15.3.1935) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 22 (15.3.1935)
Date
1935-03-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 22, 15. III. 1935 Konzerte in Jerusalem Leo Magido. Der Sauger Leo Magido — Abkömmling einer Rigaer Kantorenfamilie — gab im J. M. C. A. einen Arien-Abend. Ein derartiges Programm — aus Opernnummern der üblichen älteren und jüngeren italienischen Komponisten aufgebaut — pflegte in Europa bei dem Musiker und Musikre/ensenten immer ein nachhaltiges Gähnen hervorzurufen, liier in Palastina kann man selbst einer derartigen Programmfolgc nicht eine gewisse Mission absprechen: da das Opernrepertoire der Theater naturgemäß noch wenig umfangreich ist, lernt das Publikum auf diese Weise Bruchstücke der Opernliteratur kennen. Leo Magidos Stimme hat alle löblichen Eigenschaften des italienischen Belcanto-Tenors. Doch vermißte man das elementare Aussichherausströmen, das mit dem Wesen des geborenen dramatischen Sängers untrennbar verbunden scheint. Immerhin ist es als Gewinn für die palästinensische Opernkultur zu buchen, daß es gelungen ist, Herrn Magido im Lande zu behalten. Begleiter des Abends war der neue jugendliche Musikdirektor des I. M. C. A. Salvatore Arnita, der sich in einer Reihe von Orgelwerken von Bach, Ccsar Franck und in zwei eigenen Kompositionen als versierter Organist von europäischem Niveau bewies. Das Haifaer Trio. In der Jerusaicmer Musical Society präsentierte sich — leider am selben Abend wie Magido — das Haifaer Trio, bestehend aus der Pianistin Hertha Tarkanowsky, dem Geiger Prof. Z a d r"i und dem Cellisten iW c i Ii g erbe r. Man spielte ein slawisches Programm, bestehend aus einem Klaviertrio von Arensky, einer Violinsonate von Nicola jew und dem „Dumkv", Trio von Dvorak. Alle drei Künstler haben starke musikalische Qualitäten, die sich hauptsächlich in einer gewissen romantischen Richtung äußern. Allerdings liegt bei dieser versponnenen, gefühishaften Art, sich in der Musik auszuleben, die Gefahr nahe, daß der formale Zusammenhang und dadurch die Spannung verloren geht. Immerhin gab es im Dvorak- Trio wunderschöne Stellen. Bach-Händel-Feier der Hlstadruth. Zur Feier des 250. Geburtstages von Bach und Hände! veranstaltete die Jerusalemer Histadruth ein prachtvolles Kon/ert unter Leitung von Karl Salomon. Ausführende waren das Jerusalemer Kammer- -Orchester, der akademische Chor, die Sängerin Edith Bo rose ii e k (Sopran), Rudolf La/ar (Bali), S. Weißfisch (Bariton). Die solisti>chen Orchesterpartien lagen in Händen von Wolf gang Schocken, Meir Frankel (Violine), Heinrich Jacobv (Viula). Daniel Hotmekler (Cello), Dr. Ludwig Frank (Flöte), Dr. Felix Stilmann (Laute). Das Programm enthielt das sechste Conccrto Grosso in G-moll für zwei Violinen, Cello und Streichorchester, ein Bariton-„Arioso" aus „Salornon" und eine Sopran-Arie aus „Josua" von Händel, den 1 30. Psalm von Mo/art und das dritte Brandenburgische Konzert in G-dtir und die Bauernkantate von Bach. Die Qualität des Dirigenten und der Spieler ist im Wachsen begriffen und es ist sogar erstaunlich, wie gut viele Partien herauskommen. Der Chorklang wurde vom Orchester allzusehr verdeckt. Die Solisten waren alle qualitativ hochstehend, wenn man sie auch alle drei stilistisch nicht unbedingt als Bachsänger bezeichnen kann. Auffallend natürlich und vital klang Edith Boroscheks Sopran. Die Programmzusammenstellung verdient alles Lob: Der Aufbau von der gedämpften Feierlichkeit des Händelkonzerts über die beglückende, eherne „Gesundheit" des Bachkonzerts hin zu der «Serben Ausgelassenheit der (selten gehörten) Bauernkantate, Wie — im Jahre 1742 zu Ehren des neuen Bürgermeisters »von Kleinzschocher aufgeführt — von dem Dichter Zwi Jisrael ins Hebräische übertragen und in „Hekatif" („Das Orangenpflücken") umgewandelt wurde. Dieses Stück besteht fast ausschließlieh aus vielfach sehr burlesken Volksmelodien. Bach unterscheidet auch durch die Besetzung städtische und ländliche Musik. Durch diese Hebräisierung und Anpassung an „Lokales" hat das Werk einen absolut gegenwärtigen und aktuellen Charakter bekommen. Der Beifall war sehr groß, die Stimmung der Hörer heiter und stolz. Auch diesmal fehlte der High Commissioner nicht. Alice Jacob-Loewenson Land und Landschaft Ein großer Epiker unserer Zeit Die orthodoxe Monatsschrift „Hahed" widmet einen RTofien Teil der literarischen Beilage ihrer letzten Nummer der Würdigung des Schaffens S. j. Agnons anläßlich des Erscheinens der großen Novelle „Btlwaw jamim". Die Novelle erzählt, wie eine Gruppe von Chassidim um die Mitte des 10. Jahrhunderts aus Buczacz in Galizien nach Palästina fuhr. In die Erzählung sind Wundergeschichten verwoben, sie gibt aber auch ein lebendiges Bild von dem Leben der Juden in Galizien vor 70 Jahren. Hillel Zeittin vergleicht Agnon mit dem letzten großen Epiker der hebräischen Literatur, Mendele Moeher Sfarim. Auch Mendele war ein großer Eipiker, aber er sei vergiftet durch die negative Einstellung des Aufgeklärten zum jüdischen Milieu. Daher ertöte bei ihm die Satire das Epos, während in der Schöpfung Agnons das Epos ungebrochen und kristallklar ist. In Mendeles Romanen spüre man keine Liehe zu seinen Helden, sondern nur Verachtung, bestenfalls eine Einstellung des Mitleids zu den unglücklichen Geschöpfen. Bei Agnon aber spricht aus jeder Zeile, die er schreibt, die große Liebe. Mendele sieht in seinen Heiden lächerliche Don Quixote, unverbesserliche Narren, die nicht die geringste Beziehung zur Realität haben, Menschen schwachen Sinnes, schwacher Hände, strauchelnder Kniee, mutlose Herzen, Menschen mit krummen Rücken und krummer Seele. Bei Agnon aber gehen die Reisenden festen, sicheren Schrittes dem Ziele entgegen, das sie sich gesetzt haben, Menschen voller Mut und Seelengröße. Sind sie auch äußerlich Luftmenschen, so werden sie trotzdem aller Hindernisse Herr, die sich ihrer Reise entgegenstellen. Zeitiin vergleicht diese letzte Schöpfung Agnons als religiöse Schöpfung mit einem andern epischen Werk der hebräischen Literatur, der Schilderung der Palästina-Reise des Rabbi Nachman von Brazlaw durch Rabbi Nathan aus Niemirow. — In einem Nachwort führt der Redakteur der Zeitschrift, Rabbi Benjamin, Klage über das orthodoxe Judentum, weil dessen beide große Organisationen nichts für die Verbreitung der Werke dieses großen religiösen Dichters getan haben, während die Arbeiterzeitung „Dawar" seine Schriften in Tausenden von Exemplaren verbreitet hat. Anmerkung der Redaktion: Die Verbindung zwischen Mendele und Cervantes dürfte nicht zu rechtfertigen sein, denn Cervantes distanziert sieh nicht in der Weise von seinem Helden, wie es Zeitiin von Mendele annimmt. Hingegen hat Agnon selbst in seinem Roman Hachnassath Kalla die „Don Quixote"-Fahrt eines Juden geschildert und eine tiefe Verbindung zu dem Geist des Cervantes bekundet. Die „Jüdische Rundschau" bringt In ihrer nächsten Nummer (zu Purlm) eine neue ErzBhlung von Agnon. Eine Winterreise Von Alice Holdheim, Tcl-Awiw Man kennt ein Stück Land erst ganz, wenn man es zu allen Jahreszeiten gesehen hat. Wenn man sieht, wie es erwacht, wächst, in Blüte steht, langsam Frucht trägt und abwelkt, und wie es schläft. Tu Geld in deinen Beutel, es braucht nicht viel zu sein. Wir wollen uns ansehen, wie es schläft. Wir haben keine Eile. Wir können mit der Eisenbahn fahren, von Tel-Awiw nach Jerusalem, obwohl es fahrplanmäßig eine Stunde länger dauert als im Autobus (und de facto zwei). Wir können mit Staunen feststellen, daß das Bild rechts und links von der Bahn ganz anders ist als rechts und links vom Autobus. Daß es nämlich orientalisch ist, mit arabischen Gehöften, mit mauerumschlossenen Dörfern, und mit Palmen. Inmitten einer Ebene von Wiesen, Feldern, Pardessim in blank gewaschenem Wintergrün. Die Ebene zu durchfahren dauert lange, dann aber, wenn das Gebirge anfängt aufzusteigen, hängen wir die Köpfe aus dem niedrigen Fenster und versuchen, an den Bergwänden hinaufzusehen, die sich bis hoch zum Himmel schieben, Täler, die sich vorbeklrehen, die Berge Judäas, steinig, von Buschwerk durchwachsen, an steilen Stellen von rieselndem Wasser funkelnd wie Anthrazit. Und ausgestreut die steinigen Hänge hinauf stehen die Tiere, Ziegen und Schafe, winzig und schwarz, ebenso zahllos und unbeweglich wie die Büsche. Und der Zug stieg und blieb liegen, und stieg weiter, immer höher ins Gebirge hinauf. Bis eine Hochfläche kam, und Steinhäuser, und Reklameschilder, und sich überschneidende Geleise, die rückwärtige Fassade jeder Großstadt. Und dann ein steinerner Bahnhof. Jerusalem. Bahnhot Jerusalem ... Dann standen wir also auf einer breiten modernen Straße. Links zur Seite Rechawiah, so klar, daß man jede Fensterscheibe erkannte, und rechts — die silberne Stadt. Winter bedeutet hier nicht, daß es so besonders kalt wird. Aber das Land brennt nicht mehr. Es wird silbern. Ich bin vier Tage gefahren. Und fand keinen lauten Farbton. Vier Tage durch eine zarte, zauberhafte Pastell-Landschaft. Zuerst zum Toten Meer. Das Tote Meer war bleich und ausdruckslos wie ein Binnensee unter einem bedeckten nördlichen Himmel. Nichts von den Tintentönen, dem unglaublichen Rosa seiner Sonnenuntergänge. Keinen Schaum warf sein bitteres Wasser auf den Kieselstrand. Es lag, gelangweilt und langweilig, und ruhte sich aus. Winter. Aber was der Winter entzauberte, das zauberte er in den Bergen. Die Straße zog sich durch die Wüste Juda, zwischen den kahlen Bergen und Hügeln hinab. Und jeder von ihnen hatte sich mit Gras bedeckt. Anfangs mit kräftigem Wiesengrün. Weiter unten — in rührendem Bemühen, es jenen gleich zu tun — mit zartem grünem Flaum, so hauchdünn, daß ihr Kalkweiß überall durchschimmerte. Aber doch Gras. Ein grünes, grünes Land. Und überall standen die Herden, bis hoch hinauf. Schwarze Miniaturtiere, aus Elfenbein gedrechselt. Und ein ungewohnter Anblick: Frei grasende Kamele, von keinem Zaumzeug mehr in dem grotesken Gebrauch ihrer Beine und Hälse behindert. Wir aber bogen nach links, nach Jericho. Jericho ist eine Oase. Wo schon im März mitunter die Sonnenglut jeden Schritt zur Qual macht. Jericho, Mauern, Posaunenschall. Das ist Jericho? Dieser weitläufige Ort, flach in einem breiten Tal, mit einem „Jordanhotel , zwei von den üblichen Autostraßen, einen sandigen Platz und sehr viel Staub, weder besonders malerisch noch orientalisch. Wir aber fuhren ein, aus der Wüste mit dem dünnen Gras und den schwarzen Ziegen in die Oase Jericho. Und Jericho lag eingebettet in ein gelbgrünes Meer von regenzerzausten Bananenhainen, wild und dicht wie Urwald. Darüber standen die gelbvioletterj riesigen Farbklexe der Bougainvilla, an Hauswänden, vor den Türen, üppig wuchernd von den Balkons herab. Orangenprangende Pardessim, gelb glühend unter dunklem Grün der Blätter. Und die Palmen, im Sommer sah man sie kaum, weil sie dürftig und grau waren von Dürre und von Staub. Jetzt aber standen sie mächtig und kraftvoll, lebendige Säulen, weitausladeno mit ihren winkenden grünen Fächern, und verzauberten das Land zu tropischer Ueppigkeit. Oase Jericho. Und all dies vor der Kulisse eines so seltsam geformten, so seltsam blauen Gebirges, daß —. Erez Israel ist ein schönes Land. — Am Abend dieses Tages, wieder in Jerusalem, waren wir zum Jatfator gegangen und in dem Gemäuer des Davidsturms herumgeklettert. Nun aber ging die Sonne unter, und wir stiegen eilig hinauf. Zwischen den Mauern wurden schon Laternen angezündet. Sie machten die Einsamkeit und die Stille zwischen den Steinen durchdringend. Hoch über dem Hohlweg, der zum Davidstor führt, hing eine Sykomore, graugrün vor dem weichen Blau des nächtlich werdenden Himmels. Die Steine leuchteten, als nähmen sie das Licht aus sich selbst. Und von der Höhe der Umfassungsmauer blickten wir hinab in das langsam erblassende Land. Winterblau in der Ferne. Scharf konturiert und farblos. Indes ein eiskalter Wind, klar und unerbittlich, vom Gebirge weht und die Sterne langsam ihre Posten beziehen. Und eine ganz schmale Mondsichel, die doch schon Schatten wirft. Dann fuhren wir durch das silberne Land, auf Hebron zu. Und zurück blieb die Heilige Stadt wie Zinnen von Silber. Oelbaumhaine, silbergraue und große helle arabische Schlösser und Landhäuser säumten den Weg bis Bethlehem. Und dann kamen wieder die Berge, steinig, silbergrau, in der Ferne weiß, und bewacht vom Gdud. An Salomos Teichen saßen die arabischen Frauen und wuschen, wie sie vor tausenden Jahren schon gewaschen. Braune neugierige Gesichter, bunte Fetzen. Und ein ganz starker kalter Bergwind blies über die Steine, auf denen kein Strauch wuchs, über die Reste der uralten Umfassungsmauern, über das ganze int Laufe eines Jahrtausends wieder jungfräulich gewordene Land, das seiner Erschließung harrt. Am vierten Tage aber nahmen wir eine Pferdedroschke. Wir wollten nur bis Beth Hakerem fahren. Aber der silberne Faden zog uns. Und wir fuhren weiter bis Bajith-we-Gan. Und als wir dort die neue Straße entlang gegangen waren, mit dem Blick auf ein völlig unwirkliches Jerusalem, Spiel von Lichtern und Dunst, ein Wunderwerk der Farblosigkeit, da fuhren wir noch weiter, durch immer dasselbe vom Licht verzauberte Hochgebirge, nach En Karem. Winterliche Campagna. Landschaft der Sabinerberge. Klöster, Klöster, Klöster, grau, nur eines von ihnen wagt ein zartes Pastellrot gegen die silbernen Berge. Steile Pinien, auf beiden Seiten hoch die Bergrücken hinauf. Und dazwischen der arabische Ort. Graue Steinkuben, mit rabenschwarzen Fensterlöchern. Um zwölf Uhr Glockengebimmel. Italienische Erinnerungen werden wach. Und inmitten der Pinien der Campagna, zwischen denen wir emporsteigen, in den Steinen, dem Luftzauber des judäischen Hochlandes, stehen plötzlich russische Häuschen, mit Gitterfenstern und niedrigen Dächern, die aussehen, als seien sie beschneit! Alle Kanten sind mit schneeweißem Gips gerundet worden. Alle Geländer, alle Einsäumungen der Wege. Uebct viele Stufen geht das, durch viele Gänge. Neben saftstrotzenden Kakteen und Gummibäumen immer dieselben weißen gleitenden Linien, weich und fließend, der Schnee des ewigen Mütterchen Rußland. Und wir denken: Wie die Menschen an den Dingen hängen, die sie lieben. Und: Daß viele viele Dinge Platz haben im Heiligen Lande. Es braucht nur ein wenig guten Willen ... Die A.-C-Sitzung in Jerusalem Das Londoner Zionistische Büro veröffentlicht folgende provisorische Tagesordnung der Sitzung des Aktions-Gomites, die in Jerusalem am 27, März 1935 beginnt: I. Berichte der Exekutive und Debatte über: A. Politische Lage; B. Palästina-Tätigkeit, und zwar: 1. Kolonisation, einschl. Ansiedlung deutscher Juden; 2. Immigration; 3. Finanzen; C. Innere Lage in der Organisation. II. Vorschläge in bezug auf Finanzen und Budget. III. Vorschläge in bezug auf Durchführung von Kongreßbeschlüssen auf organisatorischem Gebiet. IV. Vorschläge wegen der Ueberführung der Gebeine Herzls nach Palästina. V. Vorschläge in bezug auf Ort und Zeit des XIX. Kongresses. Organisationsfragen Innerhalb der zionistischen Parteipresse geht jetzt eine scharfe Diskussion vor sich, die die Frage zum Gegenstand hat, ob die von den Revisionisten nicht für bindend anerkannte Disziplin in der Zionistischen Organisation durchgesetzt werden soll oder nicht. Es handelt sich hierbei bekanntlich um die Frage, ob den Revisionisten gestattet sein könne, als Mitglieder der Z. O. gleichzeitig selbständige Palästina-Politik zu machen, darunter auch Eingaben an Regierungen, an den Völkerbund usw., oder ob dieses Recht der Jewish Agency vorbehalten werden muß. Die Exekutive beabsichtigt, auf den Schekel-Formularen eine sogenannte „Disziplinklausel" anzubringen, wodurch die Revisionisten vor die Wahl gestellt würden, entweder auf Schekel und damit auf Kongreß-Mandate zu verzichten, oder aber ihre selbständigen Aktionen aufzugeben. Ein Teil der Allgemeinen Zionisten, der immer schon zum Revisionismus neigte, nimmt gegen diese Absicht der Exekutive Stellung. Die Exekutive ist aber, wie in dem Zentralorgan „Haolam" mitgeteilt wird, entschlossen, auf diesen Punkt zu bestehen. Bevor nicht die Revisionisten sich zum Verzicht auf Sonderaktionen verpflichtet haben, sei, so erklärt das Organ der Exekutive, eine Fortsetzung der sogenannten Friedensverhwd- Das Zionistische Informations-Büro für Touristik, Hauptbüro in Jerusalem, Julians Way, POB. 485, hat wieder das Zweigburo an der ägyptisch-palästinensischen Grenze eröffnet. Adresse: J. L. Cahan, Kantara East, Station, Egypt. Ferner wurde ein neues Zweigbüro in Haifa, Bialikstraße. House Barkai, Hadar Hacarmel, eröffnet Alle Auskünfte werden unentgeltlich erteilt. lungen aussichtslos. Die Revisionisten selbst wollen auch die Verhandlungen mit der Exekutive nicht fortsetzen, sondern verlangen eine Round Table-Konferenz aller zionistischen Parteien, da sie erwarten, bei einer solchen Konferenz Unterstützung von anderen Gruppen zu finden. Diesem Wunsch nach einer Round Table-Konferenz, den Jabotinsky jetzt auch in Amerika propagiert, haben sich mehrere allgemein-zionistische Gruppen angeschlossen. Die Auseinandersetzung innerhalb des Allgemeinen Zionismus wird fortgeführt, wie z. B. folgende Mitteilung beweist: Tel-Awiw, 12. März. (Palcor.) Anläßlich einer in Tel-Awiw abgehaltenen gemeinsamen Beratung zwischen palästinensischen Progressiven Allgemeinen Zionisten, Allgemein-Zionistischer Jugend, Kidmali und Radikalen Zionisten, an der u. a. Grünbaum, Blumenfeld und Glickson teilnahmen, wurde beschlossen, eine neue Weltkonferenz Allgemeiner Zionisten einzuberufen, falls das Präsidium des Weltverbandes in Krakau sich auch weiterhin weigern sollte, die Konferenz für Anfang Mai anzusetzen. In einer von den Teilnehmern unterzeichneten Erklärung' wird dem Krakauer Weltverband mangelnde Aktivität in bezug auf die Vereinheitlichung des Allgemeinen Zionismus sowie Störung der Konsolidierung progressiver zionistischer Kräfte vorgeworfen. Es wurde beschlossen, eine breitere Versammlung progressiver Zionisten Palästinas und anderer Länder am 25. März in Jerusalem, vor Eröffnung der Aktions-Comite-Tagung, abzuhalten. Die Angelegenheit wird zweifellos einen der Hauptbera» tungsgegenstände der bevorstehenden A.-C.-Sitzung sein. SEIT lö JAHREN IN GLEICHER REGIE SAXONIA-DROGERIE Schiller in hebräischer Sprache. Der Verlag „Dwir", Tel-Awiw, hat mit einer Neu ausgäbe der lieber» Setzungen Bialiks aus der Weltliteratur ins Hebräische begonnen. Als erster Band erschien Bialiks Uebersetzung von Schillers „Wilhelm Teil" in neuer Ausgabe. Dies ist die dritte hebräische Uebersetzung des „Teil"; die erste erschien 1878 (von Radner), die zweite 1924 (von S. Ben Zion). Außer dem „Teil" sind „Die Räuber", „Don Carlos", „Die Braut von Messina", „Maria Stuart", „Die Verschwörung des Fiesco" und „Turandot" in hebräischer Uebersetzung erschienen. Auch einzelne der großen Gedichte Schillers sind in hebräischer Uebersetzung in Buchform erschienen. ..t >><= Glocke" erschien 1868 in hebräischer Uebertragung. Eine Auswahl aus Schillers ästhetischen Schriften ist vor zwei Jahren hebräisch in Radom in Polen erschienen. °« OcschSftserweiterung. Die Firma Silz, Danziger & Co., Tel-Awiw, welche sich mit dem Handel in palästinensischen und internationalen Wertpapieren befaßt und auch den Einwanderern in zweckmäßiger Weise mit Beratung in Transfer- und Vermögensangelegenheiten zur Seite steht, hat jetzt ihr Arbeitsgebiet erweitert, indem sie noch ein Büro in Haifa, im neuerbauten Carmelite Building, einrichtete. Lietzenburger Sir. 33 Ecke Sächsische Str., am Postamt W15

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