Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 20 (8.3.1935)
- Date
- 1935-03-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Stefan Zweig 18× ep/1025800
- Erasmus 16× ep/1024967
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gpppnpi JODISCHE RUNDSCHAU Literatur - Blatt NR. 20, 8.MAERZ 1935 Der erste und der letzte Europäer Im Stefan Zweigs ,«Erasmus von Rotterdam'' Von Hans Rosenkranz ' An der Wende einer Zeit, des 15. und 16. Jahrhunderts, hatte ein Mensch sich weit über den literarischen hinaus zum Weltruhm emporgeschrieben, weil er als Erster im Abendland Oedanken formuliert hatte, die eine Weltwende einleiteten. Was Rousseau und die Enzyklopädisten für die Französische Revolution, das war Erasmus von Rotterdam für die Reformation: ihr denkerischer Wegbereiter. Dünnen Blutes, farblosen Haares, tonloser Stimme, kränklichen Körpers saß ein Mensch in seiner Studierstube, hielt Bücher allein für die Welt, reiste durch viele Länder und lebte in vielen von ihnen; sah in ihnen allen, in Holland und der Schweiz, in Italien und England, nichts als Bibliotheken. Kannte in allen Ländern mir Freunde desselben geschliffenen Gesprächs, lebte an ihnen allen vorbei, sah in ihnen allen immer nur Reiche der Bildung und nie der Wirklichkeit. Er lebte unter einem angenommenen Namen, er schrieb und sprach nicht seine mütterliche, sondern eine künstlich belebte- Sprache, das Lateinische. Und glaubte kristallenen Hirns als Erster im Abendland an die Einheit Europas, an den Frieden als dauerhaften Zustand und an die Möglichkeit, alle Gegensätze der Welt friedlich einander zu amalgamieren. Könige warben um seine Gunst, Päpste und Universitäten boten sich ihm an. Weil er in Tausenden von Briefen und in einem fast kaum übersehbaren wissenschaftlichen Werk als Erster — wenn auch mit tausend Verbrämungen und hinter tausend Masken — die Gedanken ausgesprochen hatte, die schwebend in der Zeit lagen, deshalb war er aut der Schwelle zwischen Renaissance und Reformation die unbestrittene geistige Autorität der abendländischen Welt. Stärkere als er trugen in die Wirklichkeit, was er nur gedacht natte. Blutvollere versuchten zu leben, was ihm nur Idee war: Luther, Melanchthon, Hus und Ulrich von Hutten schließlich, den er einstmals „entdeckt" und dann verraten hat. Als hinter den Fronten jener Zeit die interessierten Mächte sich gruppierten, — als das Ringen um die Reformation begann, Krieg und Frieden, Fluch und Segen aut des Messers Schneide standen, gab es einen Menschen, der Autorität für beide Parteien war — für die der Reformation und die des Papstes und des Kaisers; dieser Eine war Erasmus von Rotterdam. Auf zwei Reichstagen, in Worms und in Augsburg, gab es die Möglichkeit, die scheinbar feindlichen Kräfte friedlich zu binden. Zweimal war die Chance gegeben, die Not und die Verwüstung weiter Teile von Europa, die der hundert- jährige Krieg um die Reformation mit sich brachte, zu verhindern. Aut beiden Reichstagen erwartete eine Welt den einzig berufenen Vermittler. Nach Augsburg hatte der Kaiser selbst ihn geladen. Eine Welt wartete darauf, daß ein Mann seinen Ruhm bewähren, ein Mensch für seinen Gedanken eintreten und einer, der den Anspruch angemeldet hatte, das Wort der Lösung sprechen würde. Erasmus von Rotterdam ging nicht nach Worms und nicht nach Augsburg. Von einer Stadt übersiedelte er in die andere, die „eine war ihm zu katholisch, die andere zu reformiert; er pichte Zuflucht in der Schweiz, weil „das Neutrale" der ihm gemäße Lebensraum war. Während hüben und drüben Menschen mit Person und Leben für ihre Sache eintraten, Luther in Worms und Hus aut dem Scheiterhaufen, während die retormatorische und die papistische Idee sich Menschen erschuf, in denen sie Leib und Hingabe wurde, fand die Idee des befriedeten Europa, der neutrale Gedanke der Bindung verschiedenartiger Welten, keinen, der für sie eintrat, keinen, „dem sie Kraft gab über seine Kraft". Als seine Ideen Leben wurden und damit gefährlich, wie Leben nun einmal ist, schwieg Erasmus Roterodamus, verkroch sich hinter tausend Ausreden, gebrauchte erbärmlichste Winkelzüge, um sich nicht bekennen zu müssen. In einer geschichtlichen Stunde des Abendlandes wurde ein Geistiger von einer Welt zur Führung berufen. Er floh in die „Sphäre der Betrachtung", niemandem wollte er sich verbinden. Die Tausende von Toten, die Hunderte zerstörter Städte und Dörfer, die zerrissene Einheit Europas, die eine Stunde lang wartend vor den Toren gestanden hatte, zeugten für den Mangel an Mut und an Hingabe eines, der den Ruhm und die geistige Verpflichtung in der Minute der Verwirklichung nicht hatte einlösen wollen — weil er sich besser dünkte als das Lebendige. Die Geschichte des Erasmus von Rotterdam, seinen Triumph, seine Tragik und seine Schuld stellt Stefan Zweig in seinem neuesten Buche (Herbert Rcichner Verlag, Wien) dar mit allem Glanz gewohnter Meisterschaft, mit profundem historischem Wissen und mit jener essayistischen Kunst, die ihm wie keinem zu eigen ist. Aber das Buch soll ein politisches Bekenntnis darstellen, und deshalb dart hier in erster Linie nicht die Rede sein von seiner künstlerischen Gestalt, sondern von seinem geistigen Gehalt. Stefan Zweig stellt alles Peinliche im Ausweichen des Erasmus vor der Entscheidung mit Wahrheit und in Klarheit dar. Aber dennoch rühmt er in Erasmus den Helden der Parteilosigkeit und stellt es als ein Axiom auf, daß „der Geistige nicht Partei nehmen darf, weil sein Reich ist die Gerechtigkeit, die allenthalben über jedem Zwiespalt steht..." In einer Zeit, in der es wieder einmal darum geht, sich zu entscheiden, glaubt der Biograph des Erasmus an die Ewigkeit der humanistischen und pazifistisch-europäischen Idee dessen, den er darstellt. Gestellt vor die Frage, warum diese humanistische Idee an der Schwelle zwischen Renaissance und Reformation nicht Wirklichkeit wurde und die weit nicht gestaltete, antwortet Stefan Zweig, daß die Ideen des Humanismus groß gewesen seien, „aber nicht die Menschen, die sie verkündeten". Gegenüber einer Welt, die nicht mehr die seine ist, bekennt Stefan Zweig seinen Glauben •n die Kraft der Idee des Erasmus, die in diesen Jahren wieder einmal abtritt vom Schauplatz der Geschichte, um Kaum zu geben jener Sehnsucht nach Verwurzelung und verpflichtetem Leben, die nicht die Sehnsucht des Erasmus Und nicht die seines Biographen ist. Das Vermächtnis des Erasmus, so meint Stefan Zweig, wge darin, daß er eine Idee aufgestellt habe, die zwar niemals „Geschichte gestaltet und sichtbaren Einfluß genommen habe", und von der „kaum zu erhoffen sei", daß sie jemals «form und Inhalt des europäischen Lebens werden könne", die aber „im Herzen der Menschheit den Gedanken eines kommenden Zeitalters höherer Humanität" erneuert habe. Stefan Zweig schließt mit de— Bekenntnis, daß nur solche Sprache, Sdiriftsteller und Kritiker Von MENDELE MOCHER S'FORIM Salm an Kottier, Jerusalem, der mit Mendele befreundet war, hat in dessen letzten Odessaer Jahren einiges^ von ihren Gesprächen aufgezeichnet und aus seinem Notizbuch die folgenden Aeußerungen Mendeles im Jewish Matning Journal, New York, veröffentlicht. Mendele Mocher S'forim (S. J. Ahramowitsch, 1836-1017) ist der Altmeister („Großvater") der modernen hebräischen und jiddischen Literatur. Er nimmt hier gegen den damals in der jiddischen Publizistik auftauchenden Typ des leichtschreibenden „Literaten" Stellung. Red. I. Laschon kodesch oder „Hebräisch", wie man es nennt, ist eine besondere Sprache. Sie fordert mancherlei Höflichkeit, läßt sich lange bitten, und trotzdem kann man sie nicht so leicht herumbekommen. Es ist Tatsache, daß auch das Jiddische kein leichter Brocken ist, und nicht selten bin ich fast verzweifelt, ehe ich ein passendes Wort gefunden habe. Es ist aber viel einfacher als das Hebräische; es ist meine Muttersprache. Es kommt einem leichter an,, und in der Not weiß man sich zu helfen, schlicht und recht: ich rufe meine Frau herein, und sie hilft mir schon heraus. Beim Hebräischen aber geht es nicht an, die Frau zu fragen. Da muß man schließlich sich mit allen Ehren an die Bibel wenden, dann an die Gemara, den Midrasch usw. II. Im großen ganzen ist das Schreiben, zumal bei Juden, kein Beruf, und doch kommt es einem schwer an. Die Leute wissen gar nicht, wieviel Zeit, Mühe, Schweiß und sogar Blut zum Schreiben nötig ist. Sie meinen, daß einem beim Schreiben die gebratenen Täubchen vom Himmel herunter und gleich ins offene Maul hereinfliegen ... Man erzählt mir, daß Schalom Alejchem schreiben kann, wo er geht und steht, zu Haus, im Klub, in der Eisenbahn, im Lärm, und zwar ohne besondere Mühe und außerdem noch sehr schnell! Ich habe auch von anderen so gesegneten Leuten gehört, denen das Schreiben ein Kinderspiel ist; sie brauchen nur ein Tischchen, Tinte und Feder, und schon schreiben sie! Ich bin kein so glücklicher Hase. Wenn ich etwas schreiben will, bin ich ganz wie eine Frau, die ein Kind trägt ... und — wie schwer ist das! Wie es bei Frauen in solchen Fällen üblich ist, befällt mich — weder Ihnen noch sonst einem Juden wünsche ich das — eine Schwere, mir ist nicht gut ... Ja, schon von dem Gedanken, daß ich mich hinsetzen und schreiben und das, was ich lange Zeit tief in mir getragen habe, zur Welt bringen muß, schon von diesem Gedanken allein wird mir übel. Dabei beginnt in mir eine Periode des Nachdenkens, des Klärens, ich denke und horche, was sich in mir entwickelt;... das Bangen, die Sorge, daß der Gedanke um Himmels willen nicht von seinem Weg abkomme; außerdem muß man die nötige Selbstüberwindung haben, mit seinen geschlagenen Wunden sich in sein Zimmer einsperren, sich keinem lebendigen Menschen zeigen, Angst haben, auf solche Lebewesen einen Blick zu werfen, deren trauriger Anblick allein schon, Gott behüte, meinem Gedanken einen Schaden tun könnte ... und dann diese böse Düsternis in den letzten Monaten — vielleicht könnte man, Gott bewahre, fallen, vielleicht — die Stunde soll nie kommen! — wird ein Versehen geboren, weh mir! Und wenn Gott hilft, kommen endlich die lange erwarteten Geburtswehen, die wirkliche Geburt, da kann man doch nicht sagen, — Himmel, öffne dich!! Wie schwer ist es, ein Kind zu gebären! Der leichte Schreiber dagegen ist wie ein Huhn. Bei ihm geht das Schaffen ganz anders. Zum Beispiel: In der Stube dreht sich ein Huhn herum, gackert sein Liedchen vor sich hin, pickt, pickt, hier ein Körnchen, dort ein Bröckchen, unversehens setzt es sich für eine Sekunde in irgendeinen Winkel, und ehe man was merkt, mir nichts, dir nichts — aha! Glück und Segen! Schon hat's ein Ei gelegt! III. Das Schreiben mancher „Jungen", überhaupt mancher A* fänger in unserer Literatur, ist für mich kein Schreiben, sondern eine bessere Art von Wiederkäuen, eine animalische Tätigkeit! — Der Gang der Welt ist ja so, daß der Mensch in allen Dingen ein Kind ist. Unbeholfen auf allen vieren kriecht es in der Stube herum, es fiele draußen in alle Mauselöcher, zerkratzt, zerschlagen, verbeult quält es sich eine ganz« Zeit und sitzt immer wieder auf seinen vier Buchstaben. Allmählich versucht das Kind, sich auf die schwachen Füßchen zu stellen, und fällt, stellt sich wieder auf und fällt wieder, stößt sich das Füßchen, das Händchen, fällt auf die Nase, und erst lange, lange danach, wenn es sich schon genug auf der Erde gewälzt, gestoßen und gelitten hat, erst dann gelingt es ihm, und plötzlich steht es auf seinen eigenen Füßchen, ohne zu fallen, und nun erst lernt es langsam gehen wie ein richtiger Mensch. Oleich nach der Geburt, auf seinen eigenen Füllen stehen und gehen kann nur ein Kälbchen! Die Kälber wissen nichts vom Sichabquälen am Boden, sie versuchen nicht sich aufzustellen, sie wissen nichts vom Fallen, sie verstehen nicht, sie fühlen nicht die Freuden und Leiden des Gehcnlernens. Verstehen Sie jetzt, daß sie Kälber sind, Ihre wohlgeratenen heutigen Anfänger! Und aus eben diesen kleinen Kälbchen werden mit der Zeit, so Gott will, große Ochsen werden, nichts weiter. IV. Manche Kritiker und Publizisten sind Leute, die mit ihren Gehirnen Unfug treiben, wahrscheinlich, weil ihre Gehirne zu keiner besseren Beschäftigung taugen. Sie taugen ja nicht einmal dazu, einer Katze einen Wedel an/ubindeu, und darum lehren sie andere, was und wie man schreiben soll. Sie erinnern mich ständig an die Müßiggänger, die ihre Lebtag« im Lehrhaus versitzen, hinterm Ofen, nicht nur nichts lesen, sondern auch nicht einmal eine Zeitung ansehen und doch nicht Bedenken tragen, von Politik zu sprechen. Solche Unglücteraben erschrecken vor jeder Katze und laufen schon vot jedem unschuldigen Hund davon, und gar vor dem kleinsten nichtjüdischen Windbeutel zittern sie förmlich, und doch diskutieren sie die Kriegspläne (es handelt sich um den Russisch- Japanischen Krieg von 1904 — A. d. R.) und erklären, wie der Krieg geführt werden muß. Sie erinnern mich an jenen kurzweiligen Burschen, der sein Leben lang keinen roten Hellet verdient hatte und doch Börsentips gab und Rothschild kritisierte. Ideen wie die Erasmische „den Geist über den eigenen Lebensraum ins Allmenschliche weist und dem Einzelnen Kraft schenkt über seine Kraft". Hat die Erasmische Idee, hat der Gedanke der Parteilosigkeit, des Ueber-den-Dingen- und Ueber-den-Völkem- Stehcns in den Jahrhunderten, in denen er in der Welt ist, schon jemals Menschen „Kraft geschenkt über ihre Kraft"? Stellt nicht Stefan Zweig selber dar, daß zur Zeit des Erasmus auf beiden Fronten Menschen sich einsetzten über ihre Kraft? Daß Luther allein im Sturm stand und Hus auf den Scheiterhaufen ging — und daß nur einem in jener Zeit „die Kraft über seine Kraft" gefehlt hat: dem Erasmus von Rotterdam? Zeiten wie die des Erasmus und wie die unsrige bezeichnet man als Zeiten der Wende. Was bedeutet das? Das bedeutet, daß die Weltentwicklung auf einem Gipfel angelangt ist, von dem, wie bei einer Wasserscheide, die Wasser rechts und links zu Tale fließen — der einzelne Wassertropten, der einzelne Mensch muß sich zu einem der Ströme entschließen. Wohin er führt, kann keiner wissen. Welcher der Ströme die Täler überschwemmen und ertränktes, verödetes Land zurücklassen wird, wenn er versiegt, und welcher Fnichtbarkeit des nährenden Wassers über Länder und Zeiten bringen wird, das wissen erst kommende Geschlechter! Aber eines wissen schon wir: daß der vermessene Wassertropfen, der versucht, auf dem Gipfel zu bleiben und nicht Teil eines Stromes zu werden, verdorrt Vor der Sonne und versickert im Erdreich. Er wird keine Landschaft befruchten, im Angesicht eines starken Stromes wird er nicht sichtbar sein, sondern er wird spurlos aufgesogen und vergangen sein. Stefan Zweig schildert den Erasmus von Rotterdam, einen Menschen, der Zuflucht suchte in der freien Schweiz, der durch Tausende von Briefen verbunden war mit aller Welt (... und doch nicht mit der Welt ...), der in allen Ländern lebte und in keinem zu Hause war, der alle Ideen kannte und keiner sich hingab, dem die Kraft zum Einsatz der Person fehlte, und der deshalb versagte. Stefan Zweig hat in einem Brief einmal geschrieben, die schönsten Stunden des Pazifismus seien die gewesen, als in ganz Europa zwanzig Freunde des Friedens machtlos beisammen standen. ...Stefan Zweig suchte einmal Heimstatt in der Schweiz. .., Durch Tausende von Briefen ist er verbunden mit Menschen in aller Welt. ... Ein großer Briefschreiber setzte in diesem Buch einem anderen sein Denkmal: ein Neutraler einem anderen, einer, der in der Schweiz einmal Heimstatt suchte, einem, der sie auch gesucht hat — einer, von dem die Zeit ein Wort erwartete, das er verweigerte, einem anderen, der ein gleiches tat. Der letzte Europäer schuf ein ergreifendes Mal zum Gedächtnis des ersten. Aber diejenigen, welche glauben, daß die schönste Stunde des Friedens nicht die sein kann, wenn zwanzig machtlose Menschen ihn wollen, sondern die, wenn der Friede verwirklicht ist; diejenigen, welche nicht unter angenommenem Namen und in angenommener Sprache und nicht neben den Ländern und Völkern leben wollen, sollen verstehen: das Buch des Stefan Zweig über den Genossen seiner Art und seines Geisfes — Erasmus von Rotterdam — ist kein literarisches. Deshalb kommt es nicht darauf an, über seine literarische Meisterschaft zu sprechen, was oft genug geschah, sondern darauf, zu dem Bekenntnis, das dieses Buch bedeutet, sich durch Stellungnahme zu bekennen — oder es abzulehnen. Hier stellte ein wurzellos neben den Wurzeln Lebender mit erschütternder Klarheit sich selber dar. Die ihre eigene Wune! wieder suchen, warnen vor der Verführung dieses Buches: vor der Illusion einer möglichen Neutralität. Sie neigen sich in tiefem Respekt vor einem Mann, der zwar nicht den Menschen, wohl aber den Gedanken treu geblieben ist, zu denen er einmal sich bekannte. Und erklären mit lauter Stimme: daß sein Weg nicht der ihre ist! „Jüdische Nationalbiographie" Die große Jüdische N a t i o n a I b i o g r a p h i e von S. Wininger (Verlag Gernauti, Bukowina, Piata I )ecebal t) beginnt soeben ihren 7. Band. Es handelt sich hier um ein großangelegtes Werk, das von dem Herausgeber auf eigene Initiative und ohne äußere Hilfe in jahrelanger fleißiger Samtr.elarbeit ermöglicht wurde. In dem Werk sind sämtliche Juden aller Länder, die sich auf irgendeinem Gebiete hervorgetan haben, mit kurzen Biographien und Angabe ihrer wichtigsten Leistungen verzeichnet. Das Werk hat als eine mehr dem Zufall und der privaten Sammlung überlassene Arbeit seine Mangel; insbesondere sieht die Länge der einzelnen Artikel oft nicht im Verhältnis zur Bedeutung der behandelten Person, sondern ist dem Zufall des gerade vorhandenen Materials zuzuschreiben. Es i>t zu hotten, daß es dem Herausgeber noch möglich sein wird, das gesamte Werk später nach mehr sachlichen Gesichtspunkten neu zu bearbeiten. Aber auch in der bisherigen Form ist es ein überaus wertvolles Sammelwerk, das eine fühlbare Lücke ausfüllt für jeden, der auf jüdischem Gebiet zu arbeiten hat, aber auch für Privatpersonen, die sich über jüdische Persönlichkeiten zu informieren wünschen, ein Bedürfnis, das heute wahrscheinlich noch weit häufiger vorhanden ist als zu der Zeit, da Wininger die Arbeit begann. Sechs Bände seines Werkes liegen bereits vor. Das gesamte Lexikon ist schon abgeschlossen und der 6. Band erhält bereits Ergänzungen und Berichtigungen. Nach dreijähriger Pause erschien nun die erste Lieferung des 7. Bandes, der die Nachträge, Ergänzungen und Berichtigungen, angefangen vom Buchstaben G., umfassen soll. So manche in früheren Bänden vorkommende Persönlichkeit unserer Zeit ist in/wischen gestorben, bei vielen sind Berichtigungen und Ergänzungen angebracht. Manche Fehler der früheren Bände, die auch gelegentlich früherer Besprechungen in der „Jüdischen Rundschau'' hervorgehoben wurden, sind in dem Nachtragsband wieder gutgemacht, insbesondere wird bei manchen Nichtjuden, die irrtümlich aufgenommen waren, jetzt der Fehler richtiggestellt. Wir wünschen dem Werk und seinem Heraiisseber viele neue Freunde, damit er seine Arbeit z» Ende führen kann. ä Ä» «4!> * MQX&^^WASS* ARTHUR EABISCH BBBl ^% AI ff* ofeo «mtth'd^Km «IT DE CO*0«««to,SALI ti e* tie? a* ig :s-> :r- ÜC ig he di ito JV3 er de h«ü st. ita irt H :rs diihl :mt eg{ et» en;es he m» uer» di- Hei ho -ttt 3repf ruf >er nrj .*» : mr. des J<5* . i«r eifi WS tiler leri leji :ntin eint ien oh;er ter er« f*r md IUI laß snen, eise: •'tsien ut- ,eo pirer nd cre sott" Zilien iau ter ter er, ich ter in Tanten men ie-, hr :h> dlas oralen ieag