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Jüdische Rundschau · 1935-03-05 · Heft 19 (5.3.1935) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 19 (5.3.1935)
Date
1935-03-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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wmmn^memmmmmi^mmmm^m* wfwb^^ JOOISCHE RUNDSCHAU Berliner Rundschau NR. 19,5. MAERZ 1935 Liebermann-Feier der Gemeinde Es war eine schöne» wohltemperierte Feier. Da» Kulturbund-Theater war gut besucht, auf der Bühne stand ein Wald jus Immergrün, in der Mitte ein Bild Von Liebefmann ki goldenem Rahmen, und der Beifall wurde nur gefühlt, nicht geklatscht. Rosenstock dirigierte Ulm feierlichen Anfang den Trauermarsch aus der Eroica, zum Schluß Moxart. Direktor Heinrich Stahl erklärte, die Berliner Gemeinde werde liebermann immer zu ihren besten Söhnen zählen, er «ti Berliner, er sei Deutscher, er sei auch Jude gewesen. Geh. Prof. Adolf Ooldsehmidt, der die große Rede hielt, berichtigte: Liebermann habe konfessionelle oder rassische Unterschiede nicht eigentlich gemacht, sondern nur zwischen guter und schlechter Kunst unterschieden. Prof. Ooldsehmidt erweiterte diese These *u einer Darstellung des Verhältnisses von Kunst und Leben bei Licbermann, er gab eine Fülle von Einzelbeispielen dafür, wie beides ineinander aufging, und er begnügte sich durchaus nicht mit dem gedenkfeierüMiCheit Lobgesang, nein, er berücksichtigte sogar die Kritik an dem Porträtisten Liebermann, der nur von ihm ivmpathlichen Gesichtern die Psyche mitgcmalt habe. (Ein Opfer — der Ausdruck stammt aus der Gedenkrede —, das ihm nicht sympathisch war, beschwerte sich einmal wegen der Unähnliehkeit Seines Bildes, und Liebermanns Antwort; „Das Bild ist ähnlicher als Ihr Gesicht!" scheint uns doch ästhetisch haltbarer als die Theorie von der nicht mitgemalten Psyche.) Vielleicht ist in dieser Rede vor einem jüdischen Auditorium der Jude Liebermann doch zu kurz gekommen. Gewiß hatte er keinen „jüdischen" Stil, den es, wie Prof. Ooldsehmidt erklärte, nicht gibt, aber Warum von all den Lebens- und Kunstbczichungcn Liebermanns gerade die jüdische, die zu I. Israels, die zum sich besinnenden Judentum der letzten Jahre, ganz übergangen werden mußte. Ist nicht ersichtlich. Warum hatte die Jüdische Gemeinde diese Feier veranstaltet? Mit berechtigter Emphase hatte Dirckor Stahl zitiert: „Denn Cr War unser..." Den Dichter diese« Zitate hat Licbermann geliebt, darum deklamierte (leider!) Fritz Wisten die schönen Verse der „Urworte Orphiseh". L. M. Dr. Joachim Prinz Dr. Joachim Prinz hat das Amt eines Leiters der europäischen Zentralstelle der Universität Jerusalem übernommen, Die Universität, die bereits viele Freunde in Europa besitzt, soll in einen engeren Kontakt mit dem europäischen Judentum gebracht werden. Die bevorstehende Zehnjahr*peter der Gründung gibt eine gute Gelegenheit, diese Entwicklung einzuleiten. Dr. Prinz findet hier einen reichen und fruchtbaren Wirkungskreis und wir beglückwünschen ihn m dieser wichtigen Aufgabe, am Aufbauwerk der ««traten geistigen Institution des hebräischen Palästina mitzuwirken. Dr. Prinz ist von der jüdischen Gemeinde Berlin auf seinen Antrag von seinen Verpflichtungen für Käsualiert und Unterricht befreit worden, wird jetloch sein Predigtamt noch bis «um September d. J. ausüben. Die große Anhängerschaft, die sich Dr. Prinz In Berlin erworben hat, wird gewiß mit großem Bedauern vernehmen, daß die Uebernahme sein« neuen Amts zugleich mit einem Ausseheiden aus dem Ber- /iner Kabbln eramt verbunden ist. — Dr. Prinz wird slclt demnächst in der „Jüd. Rundschau" über seine neu« Aufgab« luBern. JUdische Aerzteversammlung Am Donnerstag hatte die Berliner Zionistische Vereinigung die jüdische Aerzteschaft Berlins tu elntr Veranstaltung geladen, in der Dr. Siegfried KanoWitI, Vorstandsmitglied der „Histadruth harofim" (Palästinensischer Aer/tevcrband) über das Thema „D e r jüdische Arzt in Palästina" sprach. Mehr als tausend Menschen waren dieser Einladung gefolgt ■— die Medl/inCrschäft aller Indischen Lager war vertreten, u. a. sah man Prof. Buschke, Prof. Picard, Prof. Koscnow, Prof. Schiff, Prof. Simon. Dil Versammlung, die von Dr. S. Hildesheimer geleitet Wurde, unterbrach die Ausführungen des Redners wiederholt ttt« demonstrativem Beifall. Dr. Kanowitt berichtete Über dl« Lage der aus Deutschland eingewanderten Kollegen — P&- Instina ist das einzige Land, das jüdischen Aertten itts Deutschland Existenz gegeben hat —, er schilderte die weiteren Existenzmöglichkelten, sprach Vota Öffentlichen 0«. sunrihcltswesch und Von den Krankenlind Sozialversicherungen. Besonderen Eindruck löste die von nationalem Verantwortungsgefühl diktierte Tat der jüdischen Kollegen PalSstinas aus, die geschlossen und erfolgreich gegen die 1 izenzsperre gekämpft hatten — man weiß drüben, daß mit der Zahl der einwandernden Menschen auch dal Land wächstI Nach interessanten Ausführungen über Seuchen und Seuchenbekämpfung, über die Beziehung «wischen Arzt und Patient und über die Stellung des Arztes Im Aufbau des Landes appellierte der Redner an die Aerzteschaft, Sich hier wie drüben ntlt allen Kräften In den Dienst des nationalen Aufbauwerkes zu steilen. Das jüdische Volk muß sich darauf besinnen, daß alles, was in Palästina geschieht, auf die jüdische Gesamtheit überhaupt zurückfallt» daß Palästina dem jüdischen Gewissen Übergeben ist als Wner Hafen und als letzter Sehatz. Im Anschluß an diese Ausführungen wurde die Gründung einer „Jüdischen Aerztegesellichaft für Palästina" innerhalb der BEV. ahgefefft, <»e den Zusammenhang mit den medizinischen Fragen Palästinas herstellen und innerhalb Berlins die Aerzte und Ein« Wanderer auf die gesundheitlichen Verhältnisse drUbsn vor« bereiten Soll. H. 1*. m Sotkk Palisttna-Frtgeru In der Wlfo sprach vor tirrtir» ßrofkn Kreis Dr. K a n o w i t /. Über soziale Fragen In EM« 'srael. Er wies darauf hin, daß die Entwicklung ru ilürmlicli als daß die soziale Fürsorge ihr im gleichen Tempo zu »Igen vermöchte. In jedem normalen Staat Ist die Wohlfährt «>ne Sache der öffentlichen Hand; Int Kölötliälland Palästina, «st das noch nicht möglich. Die englischen und jüdischen Institutionen haben keine Steuermacht und auch keine rsala M»eht, ihre Gesetze durchzusetzen. Dr. Kanowitt wies eindringlich darauf hin, wieviel Elend nach Palästini Importiert «erdet und es sei eigentlich eine Selbstverständlichkeit, (laß die Exportländer die sorge für diese Menschen mittragen hel- ,en.- Ausführlich sprach der Redner dantt über die gesumlhelttpolitischen Aufgaben in Palästina: den Menschen an das K'ima zu gewöhnen und ihm die richtige Lebensweise bei« '"bringen. Ebenso eingehend beschäftigte lieh der Vorragende mit der Stellung der Frau in Palästina, der dort f ne erheblich größere Last aufgebürdet Ist all hier. Schiießwandte sich Dr. Kanowltz den Verhältnissen im Sswi« tatswesen zu, wobei er feststellte, daß e« in Palästina Zu »fing Krankenhäuser, Säuglingsheime und Kindergärten eine, "'«r Ist noch eine Menge Arbelt tu leisten, zum Schluß »handelte Dr. Kanowitt die Rolle de« Kindes im palästin etlichen Leben. N. Vortrag im Jüdischen Lehrhaus Von allen Vortragen, die wir bisher im Jüdischen Lehrhau« gehört haben, führte der Vortrag von Dr. Ludwig Feuchtwangcr — den Lesern der „Jüd. Rundschau^ aus seinen zahlreichen Aufsätzen bekannt — wohl am tiefsten In das Zentrum der ewigen, und damit auch der heutigen jüdischen Problematik. „Palästina und die Diaspora", so lautete das Thema, das der Vortragende mit großer Gründlichkeit und Eindringlichkeit behandelte. Es komme darauf an, die Doppclexistenz Palästina- Diaspora verstehen zu lernen. An vier geschichtlichen Kreuitmgepunkten suchte Feuchtwangcr die Möglichkeit eines solchen Verstehen« aufzuzeigen: an der Diasporagemeinde in Elefantine; an Esra; an der Wirkung der Kreuzzüge auf die Juden; und an der Begegnung des wiener Oberrabbiners Chajcs mit dem letzten Habsburger. Nur in Umrissen kann hier die Linie nachgezeichnet werden, die der Vortragende von jener frühen Diasporagemeinde bis In unsere Zelt zog. Elefantint Ist der berühmteste Diasnorapunkt der vorexillschen Zeit; durch seine Existenz wird, wie Feuchtwanger sagte, „die ewige Legitimität der Diaspora bewiesen". Die Entdeckungen der elefantinischen Papyri vor 25 Jahren haben uns Einblick in die politische Bedeutung jener jüdischen Gemeinde verschafft. Wichtig Ist vor allem, daß es dort einen eigenen Tempel gab, in dem geopfert wurde. Die Tatsache, daß außerhalb Jerusalems Opfer dargebracht werden konnten — wobei man sich auch über die besondere Stellung des Opfers im Leben der Antike klar sein muß •- zeigt, daß bereit« damals die Golah als jüdische Existenzform in das Bewußtsein eingegangen war. ( Man nahm das Oaluth-Schicksal als jüdische Realität; und Esra gestaltete geradezu die Diaspora. Als 436 Esra nach Palästina kam und 445 Nehemla die Thora als Gesetz verkündete, dawar das Verhältnis Palfistina — Diaspora bereits fest gegründet. Die Golah war eine gottgewollte Notwendigkeit, und man war sich einig darüber, daß Jerusalem nur der geistige und religiöse Mittelpunkt sein könne, um den sich die verschiedenen Diasporagemeinden scharen. Dies war der Standpunkt des zweiten Jesaia, der die Juden als Gottcsvolk, und nicht als Staatsvolk betrachtet und die Theorie des „leidenden Oottesknechts" lehrte. Auf dieser Geschichtsauffassung baute Esra auf. Er zog die Summe aus der prophetischen Epoche und schloß sie zugleich ab. Der zweite Tempel war als Grundkonzeption einer geistigen Grundlage gedacht. Diese Esranische Diaspora-Ideologie wurde auch nach dem Jahre TO übernommen; zu der Katastrophe dieses Jahres War es überhaupt nur daddreh gekommen, daß man von der Esranischen Auffassung abgegangen war und sich wieder fähig fühlte, politisch aktiv zu sein. Das Wunder, daß die Juden nach der Zerstörung des zweiten Tempels fortleben, ist nür durch Ihre Rückkehr rar Esranischen Haltung zu erklären. Von den Erschütterungen des Judentums In jener Zeit gibt das 4. Buch Esra Kunde. Der Kampf ging gegen die Schwärmer, die das Nahen des Messias und das Ende der Welt verkündeten. Man kehrte zurück zu Zlon: im Glauben, im Gebet und im. Lernen, Der Talmud schafft dem Lernenden eine echte Verbindung mit Palästina. Wer die Opfergesetze, die Maße des Tempels oder ähnliches lernte, tat es nicht aus wissenschaftlicher Neugier, sondern weil er sich innerlich mit diesen Dingen verbunden fühlte, so daß sie für ihn subjektiv noch bestanden, Wenn sie auch längst untergegangen waren. Der Talmud bedeutet so ein Mitnehmen des Landes in die Golah. Um das Jahr 1000 tritt ein neues Moment durch die Kreuzzüge hinzu. Zu jener Zeit wandelt sich die Diaspora- Vorstellung der Juden. Von Jehuda Halevi her kommt die Wendung. Der utopische Zionsgedanke säkularisiert sich. Um 1100 setzen die jüdischen Pilgerfahrten nach Palästina ein und erschallen die ersten Zionslieder. All diese Vorgänge sind nicht zu denken ohne das christliche Beispiel der Kreuzzüge, die auf die Juden außerordentlich fühlbar «inwirkten. Die Bußstimmung ist der Grundton der Palästinawanderer jener Zeit. Aus tler Schwärmerei wurden bekanntlich später gefährliche Massenerkrankungen, die in der Zelt Reubenis und Sabbatai Zwis ihren Höhepunkt fanden. Der moderne politische Zionismus hat «eine Wurzeln in der Judcniiot und beruht nicht auf religiösen Vorstellungen. Dennoch hält es Feuchtwanger für unausweichlich, daß der Zionismus sich grundsätzlich mit der religiösen Richtung auseinandersetzt, als deren edelsten Vertreter er den verstorbenen Wiener ()bcrrabbiner Oha j es ansieht. Für ihn war die Erhaltung der Golah eine ebenso hohe Aufgabe Wie die Liebe zu Zion. Im Oktober 1Q1S rief Kaiser Karl den Oberrabbiner zu sich, um mit ihm über die jüdische Lage, insbesondere die Lage der Ostjuden zu sprechen. In diesem Gespräch kommt auch die Rede auf den „Judenstaat", über den Chajcs den Kaiser aufklärt, indem er ihm zeigt, daß die Juden In der Zerstreuung sich nur durch ein Wunder erhalten hätten, daß aber, da matt nicht auf Wundern sein Leben aufbauen könne, Palästina als geistiger und seelischer Mittelpunkt notwendig sei, um seine Kraft dorthin abzugeben, wo sie gerade benötigt werde. Aus seinen Forschungen zieht Feuchtwanger den Schluß: Notwendig ist die Erhaltung der Zellen der Diaspora mit der Blickrichtung nach Erez Israel. Beide müssen sich fegCnseitig mit ihren besten Kräften durchringen. Und übefics: das „Heilige" Land und der geistige Mittelpunkt bleiben noch zu schaffen. Dr. Gerhardt Neumann Quer durch den Oneg Schabbat Den Schabbat (entlieh tu gemalten, id Aufgabe der Gemeinden und der Führer der jüdischen Jugend. Allerdings ist «s in der Provinz lelchttr, Öheg Schabbat zu feiern, In den kleinen Städten, wo man gern eine Stunde ztuantMen M, Dl» Berlin* Gemeinde Ist erst auf dem Wege, die Sehabbatfeier int Zusammenhang mit dem Gottesdienst systematisch mstubttUen. Besonders die ca. 6000 Kinder der jüdischen Schulen sollen dabei erfaßt Werden. Jugend aller Richtungen feltrt schon seit längerer Zeit den Öheg Schabbat Im Helm und manche Organisation om Erwachsenen hat sich auch dam entschlossen, diesen Weg jüdischen Erlebens zu beschreiten. Der folgende Bericht soll einige Eindrücke von derartigen Veranstaltungen wiedergeben. Red. im Man toll dl« nächste AHjah «bgenan ... Ein Beth-ChalUf im Westen. Besteht seit dem 1. Januar des Jahres, Sechs Jungen, Sechs Mädel Sind In dieser Gemeinschaft. Die Mädel haben fast alle die landwirtschaftliche HächSCharah, teilweise in Danemark, beendet, lern« in Berlin Hauswirtschaft, Kinderpflege. Im Beth- Chaluj machen sie den Haushalt, kochen, backen, bugein, flicken, Spülen das Geschirr, waschen die Wäsche. Die einfachen hellen Zimmer sind blitzsauber. Eigene Küche und Speisekammer. Etat: 35 Pfennig pro Tag und Kopf, Gemeinschaftskasse, Selbstverantwortung. Die Jungen sind in der Lehre, jurtffe, ntfhttehniährige Menschen. Die Abende sind geistigem Austausch, Vielfältigen Interessen gewidmet. Viermal in der Woche Heimabende, wo gelernt wird, einmal" Hebräisch. Freitag Abend. Draußen liegt dichter Schnee, drimWh brennen die Kerzen. Kinder SltMn um den Tisch. In dem hohen Raum flattert KenenllCht, hellt die Gesichter auf und läßt sie wieder in dem großen Schatten des Zimmers Versinken. Einer liest Vor, wir anderen hören zu. Hören Geschichten von Perez aus dem großen Rußland der Vorkriegszeit, aus dem kleinen jüdischen Städtchen, die von der Seele der polnischen, litauischen, russischen Juden »zählen. Wir hören, wie da« Teufelchen den Chelmer Raw versuchte, und uns ergreift der mystische Traum eines kranken Kindes in der RoSCh-Hasehana-Nacht. Dazwischen wird gesungen. Es sind die freudigen Lieder der ChalUzim. Die Kerlen brennen nieder. Der offizielle Teil des Oneg Schabbat ist beendet, ab» wir müssen noch den Absehled eines Mädchens Vom Heim feiern, die morgen in Hachscharah geht. Die selbstgebackene Torte Ist wirklieh gelungen, lind der Lindenblütentee duftet nach Sommer und Sonnenwlrine. Und über allem schwebt die Hoffnung! Im Mira soll die nächste Alijah abgthenl ... Die Kinder und Eiijanu Tautnlzieflstraße, Heim de» früheren „Ring*;, heute „Bund Deutsch jüdischer Jugend". Da Sitten im ffetchlccsencn Kreis um Ihren Führer hemm ungefähr fünfig Junget) und Mädel zwischen sechs und zehn Jahren, die biet den Sehabbatnachmittag mit Gespräch und Gesang zubringen, in dem gemütlichen Zimmerehen hingen an den Winden Photos von Fahrten. Der Wandschmuck wird unter einem Sammelthema wechselnd fussmmen gestellt, Und alle Kinder geben gern ihre schönsten Bilder dafür ft«. Der Leitet nat die Kinder zu einer Spielschar zusammentMchlöisefl, man will ein Theaterstück bauen, selber Kulissen, öslttme entwerfen, und Elijahu, der Prophet, ndll die Haüpt> HfUr iri dem Spiel hergeben. So erzählen wir uns heute die Geschichten von Elijahu, die Kinder folget! erstaunlich schnell den Anregungen, und schon sind wir mitten in der Zeit von König Ahäb und det Königin Isebel, der schönen Baalsjüngsrin. W"Mt führt das Wechselgespräch, — von Elia und dem Weinberg zu den Apostaten und »im Messias, zu chassidischen Legenden und zu Heines „Rabbi von Bacharach". Der Leiter liest a« der Bibel vor, damit *e Worte de* Prophettn direkten Eingang in die Herzen der Jungen find«. Viele Prsgrn hat er tu beantworten: , _ „Du, ist der Elijahu wirklich im flammenden Waffen zum Himmel gefahren?" — „Wenn er *> «uf den König aus den Wolken herunterschirnpfte, keß der ihn denn Blcnt Hfl» sperren?" — „Am Sederabend stellen wir immer ein Glas wein für ihn hin. Er erscheint manchmal wieder In vielerlei Gestalt." — „Ein Junge soll ihn mal gesehen haben, da hat er aber nur wie ein armer alter Jude mit einem langen, schwarzen Kaftan und Sehläfenloekcn ausgesehen und hat seinen Packen niedergelegt und sich auf tler Schwelle ausgeruht." — j,Wenn Wir das Stück dichten, Kinder, was Ist denn da die Hauptsache?" — „Wie er immer als ein anderer wiedergekommen ist, und was Gott aus ihm geredet hat, das hat ihm doch sein Gewissen gesagt •- und da hat er viel Gutes getan ... das wolle,, wir spielen." In 14 Tagen ist abermals Oneg Schabbat, dann werden die Kinder die Geschichten von Elijahu aufgeschrieben mit* bringen und aus ihrer Vorstellung heraus gezeichnet haben, wie es aussah zu König Ahabs Zeiten, und welche Kleider die Menschen trugen, und wie der große Tempel stand ... Der Leiter stimmt seine Gitarre, nun singen sie ... deutsche Wanderlieder und hebräische Weisen — auch das befreiend heitere jiddische Lied vom fröhlichen Rebbc. Lernen Im „Habonlm" Eine Treppe höher tagt der Habonim. Der Schahb.it wird mit hebräischen Liedern gefeiert. Aber es ist ein Helmnachmittag, der nicht nur jüdisch? Dinge zur Sprache bringt. Die sind ja selbstverständlich hier in diesen Räumen, wo alle Wände von der Aufbauarbeit Palästinas erzählen, in Wort und Bild. Wo letztes Interesse dem Orangenhain, dem Kinderdorf In Erez Israel gilt. In dem neuen Heimraum, in dem es nur zu wenig Sitzgelegenheiten gibt, sind an diesem Nachmittag 15—ISjährlge Junge Menschen versammelt. Der „Habonim" hat heute die „WerkleUtc" eingeladen. Rund um die Wand herum stehen dicht gedrängt die Jungen und Mädel, sie sitzen im Kreil und hocken auf der Erde. Durch das erzählende Wort, das mit der Vorlesung von Gedichten und Prosa wechselt, entsteht unter Starker Rrsonaiu der Versammelten ein Bild aus der Geschichte. Zwei Szenen aus einem Theaterstück wer« den mit verteilten Rollen gelesen. Dann singt der ausgereich» nett Ghor. Zum Abschluß wird man noch in die Organi« sationsarbeit des „Habonim" eingeführt. Oneg schabbat für Bedürftige Oneg Schabbat-Felern In der Synagoge Kaiser« straße werden seit dem 2. November gehalten. Arme oder vereinsamte Menschen des Bezirks Ost bekommen nach vorheriger Anmeldung Einlaßkarten. An zwei langen Reihen weißgedeckter Tische war für jeden Gast Essen serviert. Die Tafel, die ca. 150 Menschen Raum bietet, ist schön geschmückt. Der Chasan leitet den Abend mit Kiddusch und Mautie ein, uhd gibt Ihm ein feierliches Gepräge. Hierauf wird von ca. 30 Knaben des ChörCs Scmiroth gesungen. Der Rabbiner hält eine Ansprache über den Thoraabscbnitt. Darauf im Wechselchor der Knaben Schir Hamalaus. Zum Schluß wird von dem Cliör die „HätlkWäh" gesungen. Sehebbat und Schule Auch In den Schulen räumt man der Feier des Oneg Schabbat einen Platz ein. Und zwar so, indem man den Kleinsten die Schäbbatbräuche erklärt, mit den Größeren religiöse Probleme erörtert und zwischen der Sidrah und den aktuellen Geschehnissen die Verbindung sucht. Mit großer Freude folgen die Kinder, dem Unterricht. Hier wfd zur Unter«

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