Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 17 (26.2.1935)
- Date
- 1935-02-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2653827-2653844--26473-2687859- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
m Nr. 17, 26. N. 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU U\t*7 Wie gestalte Ich den Schabbai? För Schabbat, l.MAri Wochenabtchnltt „Wajakhal" (II. B. M. Kap. 35, 1-38, 20). Der Beginn des Wochenabschnitts spricht über den Schabbat. Eine Reihe wichtiger Bestimmungen über den Schabbat sind von ihm abgeleitet. Man findet sie am besten zusammengefaßt und ausgewertet in der hier schon erwähnten Mid rasch- Sammlung „Jalkut Schimoni", die jede Gruppe besitzen sollte. Es wird dort darauf hingewiesen, daß nur beim Schabbat Mose he anbefohlen wird, das ganze Volk zu versammeln, weil dieses Gebot von so zentraler Bedeutung ist. Man zeige, wie in unserer Zeit durch die O n e g - S c h a b b a t - Institution der Schabbat wieder Besitz des einzelnen Juden zu werden beginnt, nachdem in Erez Israel zunächst die jüdische Oeffentlichkeit durch Bialik für den Gedanken des Schabbat mehr interessiert wurde. In diesem Zusammenhang weise man darauf hin, wie im Zionismus die Rückkehr zum Judentum und die ins Judenland einander bedingen und ergänzen. (Die Rolle der jüdischen Feste in Erez Israel!) II. Im Abschnitt 7, Mischila 6 des Traktates „Schabbat" werden die 39 „Hauptarbeiten" aufgezählt, deren Verrichtung am Schabbat verboten ist. Diese Arbeiten stehen in Zusammenhang mit den beim Bau des Stiftszeltes und beim Opferdienst zu verrichtenden Arbeilen. Um nun aufzuzeigen, wie im einzelnen die Arbeiten einander entsprechen, bereite sich der Leiter des Oncg Schabbat dadurch vor, daß er die üemara Schabbat 51 lernt. HI. Dieser Schabbat führt den Namen „Schabbat Sch'kalim". Nach der Verlesung des Wochenabschnittes wird noch II. B. M. Kap. 30, 11—16 geleint. Die Verse behandeln das Gebot, den „Schekel" zu zahlen. Beachtet, w i e dieser Schekel zu zahlen war! (Der Reiche gebe nicht mehr, der Arme nicht weniger!) Warum gerade an diesem Schabbat der Abschnitt vom Schekel verlesen wird, über die frühere Verwendung des eingegangenen Geldes und über die Organisation zur Einziehung dieser Tempelsteuer, — darüber berichten die ersten Mischnot des Traktates „Sch'kalim". Welche uns allen bekannte zionistische Einrichtung knüpft an dieses Gebot an? Man spreche über die Bedeutung des heutigen „Schekel". IV. Als Haftara wird M'laeliim II, Kap. 12, 1-17 gelesen. Es wird hier von einer Tempelstcuer erzählt, die der König Josias erhob. Als Psalm Nr. 61. E. Oeschlchte der jüdischen Menschan Wir setzen die begonnene Geschichlsdarstellung fort, werden aber den Geschichtsablauf van nun an stärker noch als bisher auf den far eine Epoche charak' teristiachen Menschen stellen. Esra, der „Schreiber". In der Geschichte der Juden nach der Deportation nach Babylonien ist die Oestalt des Schreibers Esra [ESRA HASO- FEßl von einer revolutionären Bedeutung. Seine Biographic ist Im Buche Esra selbst geschildert. Im Kapitel 7 findet ihr icinc priesterliche Herkunft, seine Gelehrsamkeit und seinen Auftrag durch den Perserkönig Artaxerxes 1. Dieser Auftrag ist von epochaler Bedeutung: die Begründung der Nation durch die Thora. Aus dem theoretischen Gesetzesbuch wird ein Buch, das die Wirklichkeit bestimmen soll. Hier liegt schon die Wurzel für die „Deutung des Gesetzes". Jedes öesetzesbuch wird für die Wirklichkeit gedeutet, wenn es sie bestimmen will, und nur dann. Esra wird so der Begründer des „Judentums", das heißt einer Religion, die die Nation auf Oesetz gründet. Esra stammt von Priestern ab, er ist selber vom Priestergeist erfüllt. Das bedeutet aber nicht, daß er abgeklärt und zurückgezogen seinen Priesterdienst verrichtet. Er ist ein Kämpfer, erfüllt von dem Bewußtsein, in einer historischen Wende zu lebe« und zu Härte verpflichtet zu sein. Von solcher Härte eines puritanischen Priesters spricht die unnachsichtliche Auflösung der Mischehen. (Beurteilt selbst, ob er recht hatte.) In einem feierlichen „Staatsakt" wird das Volk auf die Thora verpflichtet. Alle unterzeichnen. Es ist ein großer Augenblick in der jüdischen Geschichte. (Parallele: Unter der Regierung Josias wird das Gesetzbuch der Thora aufgefunden und vor dem Volk verlesen. Damals befindet sich ein Vorfahre Esras unter den Priestern. Vielleicht wirkt dieses Erlebnis noch in dem „späten Enkel" nach.) Der Erfolg Esras kommt nicht allein aus seiner großen Persönlichkeit, sondern aus dem, was leider die spätere Geschichte nicht gekannt hat: aus seiner durch reale Macht gestützten" Autorität. Er hat von Artaxerxes die Macht verliehen bekommen, diejenigen, die die Thora nicht anerkennen und befolgen, mit Haft, Geldstrafe, Ausschluß aus der jüdischen Gemeinschaft, ja sogar mit dem Tode zu bestrafen. Zum ersten Male wird die Thora Grundlage des jüdischen Staatswesens. Gott ist — als Oesetzgeber der Thora — der Herrscher des Staates. („Thcokratie".) Eine Ergänzung und Erweiterung seiner Tätigkeit erhält Esra durch Nechemia, welcher 14 jähre später mit ihm zusammenkommt. Esra gilt als der Ordner der Thora (Redaktor) und als der Begründer der sogenannten „Großen Versammlung" (ansehe kenesset ha* gedola), die die kommende Entwicklung des jüdischen Gesetzet vorbereitet. J.P. Die Rambam-Feier in der Synagoge ■In* Anregung Von Konservativer Seile werden wir um Veröffentlichung nachstehender Anregung ersucht: Nachdem bis jetzt Anregungen über eine würdige Feter Oes Rambam-Gedenktages in der Synagoge als Teil des Gottesdienstes nicht gegeben worden sind, sei darauf hin« gewiesen, daß es doch geradezu als religiöse Pflicht er* scheint, den Gedenktag dieses religiösen Titanen auch in der Synagoge würdig und eindrucksvoll zu begehen. In Frage kann an sich nur das jüdische Kalenderdatum kommen, da» <st der Rüsttag des Fcßach-Festes und bzw., da gerade dieser Tag selbst sich wegen anderweitiger religiöser Verpflichtungen nicht eignet, der oder die beiden Scderabende, vielleicht auch die sämtlichen Festabende, und zwar entweder unmittelbar vor oder nach dem Maariw-Gebei Als passendstes liturgisches Stück kommt das ohnehin in dem größten Teil der deutschen Gebetbücher abgedruckte System «er 13 Glaubenslehren des Malmonides in Betracht. Dieselben wären etwa so vorzutragen, daß der Vorbeter jeweils "*n Glaubensartikel rezitiert und die Gemeinde immer die ersten vier Worte jedes Glaubensartikels: „Ani maamin beeiitmah schlemah "wiederholt. Musikalisch begabte und religiös empfindende Kantoren werden ohne weiteres die würdige und erhebende Form für diese Rezitation finden. Dies würde «ehr rasch nach einer einmaligen Probe auch m den kleinsten gemeinden zu einer sehr, erhebenden syn*gogalen Rambatn- ™'«r führen. DAS BUNTE LEBEN Merkwürdige jüdische Begebenheiten Ihr eigener Mann B.-g. JERUSALEM Szene im Bazar von Jerusalem: Ein Polizeisoldat hält eine kleine jemenitische Jüdin an, deren Gesicht zerschunden und blau und grün geprügelt Ist. Der Polizist, der annimmt, daß sie überfallen wurde, kommt aber nicht auf seine Rechnung, denn sie erzählt ihm: „Weißt Du, mein Liebling, die Sache war so: ich habe mir zwei Pfund erspart und bin damit in den Bazar gegangen, um mir etwas zu kaufen. Ah ich aber zu dem Laden kam, bemerkte ich mit Schrecken, daß das Geld mir im Gedränge des Bazars gestohlen worden war. Nun, sag mir, was würdest Du tun, wenn ein solches —■ Gott sei bevor! — Deiner Frau geschehen würde? Du würdest sie prügeln vom Morgen bis zum Abend. Da ich aber nun eine Witwe bin, also keinen Mann habe, der dies tun könnte, nun, so mußte ich mich eben selbst prügeln vom Morgen bis zum Abend, mußte mein Gesicht zerkratzen und meinen Kopf an die Wand stoßen, als wäre ich mein Mann." Der Polizist sah dies natürlich ein, und sie schieden ohne Amtshandlung seinerseits. Die frechen Kinder in Eres Israel sd. WIEN Es ist wahr: die palästinensischen Kinder sind frech — frecher als Judenkinder anderswo; vielleicht deshalb, weil sie freier, fröhlicher und gesünder sind ah Ghetto- und Galuth-Buben und -Mädel ... Da ging ich einmal durch die Rothschild-Avenue in Tel-Awiw; ihre (bescheidenen Schatten spendende) Allee bildete schon immer den beliebtesten Aufenthaltsplatz spielender Kinder und politisierender Arbeitsloser (die es aber heule nicht gibt, abgesehen von eben eingetroffenen Einwanderern). In der Allee spielen also sieben oder acht Knirpse, singen und lachen und tanzen Ringelreih'. Fremde, Touristen, bleiben stehen, freuen sich an dem Bilde und sprechen einen etwa Sechsjährigen an; zuerst deutsch — keine Antwort. Fragt ihn einer mit leisem Vorwurf: „Versiehst du denn nicht Deutsch!" „Ken!" (Ja. Dieses Wort kennt auch der Fremde. Ebenso: „ho!" nein.) „Warum antwortest du dann nicht? Antworte doch — wie alt bist du?" Wieder keine Antwort. Der Fremde versucht es mit ein paar englischen und französischen Brocken. Vergebens. Der Bub spielt schon wieder weiter — der Tourist wendet sich ab und sagt recht laut und unfreundlich: „Ungezogene Kinder!" Das aber scheint dem Sechsjährigen denn doch zuviel und er schreit der weitergehenden Reisegesellschaft nach: „Anachnu mc d ah r im rak iwrilh" (Wir sprechen nur Hebräisch!) ... Und ein anderer setzt — deutsch — fort: „Und wenn ihr wiederkommt, sprecht Hebräisch — dann werden wir euch gern anfwarten ... Bei euch zu Hause redet ja auch keiner in Fremdsprachen! Hier auch nicht..." Und ein Dritter gibt seinen Trümpf, auf Englisch: „Aber lernt Hebräisch besser als euer Englisch, das versteht ja keiner!" Sensation inkognito h. WARSCHAU Auf dem Warschauer Hauptbahnhof gab es vor einigen Tagen eine Sensation. Dabei hat man nichts Besonderes gesehen und gehört, — aber eben das war die Sensation. Was geschah also? Nichts weiter, nur der „Gerer Rebbe" stieg in einen Zug. Wer ist der Gerer Rebbe? Wer das weiß, dem braucht man es nicht zu erklären, und wer es nicht weiß, dem kann man es nicht klarmachen, denn der Gerer Rebbe ist ein chassidischer Rabbi, ein sogenannter „Wunderrabbi", der viele lausend Anhänger hat, von denen sich viele Hunderte darum gerissen hätten, auch nur einen Blick ihres Meisters zu erhaschen, ein Wort, das gegen ihre Nöte Wunder wirken, ihre Krankheiten heilen könnte . . . Der Gerer Rebbe aber ist selbst krank. Ja, er ist nicht gesund, er, der so viele Krankheiten' geheilt hat, ist schwer krank gewesen, und man hat nicht nur gezittert und gebetet, sondern man hat sogar einen Arzt kommen lassen, einen Spezialisten, und die Krise kam, der Rabbi überstand sie, und dann verordnete der Arzt Ruhe. Aber gibt es denn Ruhe für den Gerer Rebbe? Wie kann es denn Ruhe gehen für einen Mann, auf den so viele tausende Augen sehen? Da hat der Arzt also verordnet, daß der Rabbi eine Erholungsreise antreten solle. Wohin, das können wir nicht sagen, denn es ist ein Geheimnis, damit es wirklich eine Erholungsreise wird. Und wo er abfahren sollte und wann, das hat man auch geheim gehalten. Nur ganz wenige, ganz auserlesene Personen waren auf dem Bahnsteig, als der Rabbi abfuhr wie irgendein Reisender. Denn der Arzt hatte es so verordnet. Der Arzt — wenn der Gerer Rebbe sich von ihm kurieren läßt, dann kann es, sagen die Chassidim, kein gewöhnlicher Arzt sein. Und wenn er selbst ein gewöhnlicher Arzt wäre, so würde doch der Umgang mit dem Rebbe ihn verwandeln. Kurzum, der Arzt ist aus Deutschland, ein Jude, natürlich, aber bisher, sagen die Chassidim, hat er von Jüdischkeil so gut Wie nichts gewußt. Aber, als wenn die Heilung der körperlichen Krankheil des Rebbe den Arzt seelisch kuriert hätte, hat sich das mit der Jüdischkeit geändert. Der Arzt ging in sich und mit solchem Erfolg, daß man ihn am Schabhat im Gerer Heihaus sogur zur Thoru aufrufen konnte. Und schließlich soll der Arzl erklärt haben, er wolle fortan den Rebbe regelmäßig aufsuchen wie seine Anhänger und ein richtiger Gerer Chussid werden. Ein dvuischer Doktor!, sagen die Chassidim, nun soll noch ein Ketzer zu behaupten wagen, der Gerer Rebbe lue keine Wunder! Trost der Wissenschaft a.j.-l. TEL-AWIW Während eines Vortrags setzte ein Astronom seinen Zuhörern auseinander, daß der Erdball nach achtzig Milliarden Jahren völlig zu Eis erstarren und die Schöpfung wieder in den Zustund des „Tohu wawohu" (ChaosJ zurückkehren würde. Völlig verängstigt und entsetzt springt da ein jüdischer Hörer auf. — „Wie? Was? Such wieviel Jahren wird die Well wieder ein Tohu wawohu werden?" „Nach achtzig Milliarden Jahren", — wiederholte der Astronom. — „Ach Dann ist die Sache nicht so schlimm! — Ich fürchtete: in achtzig Millionen Jahren! („Dawar") In der Chassidimschul B.-g. JERUSALEM Einmal stand ich in einem chassidischen Beihaus. Milieu! mittelalterlicher Holzschnitt. Personal: siehe Bubers chassidische Bücher oder den „Dybbuk" der Wilnaer Truppe. Alte, Männer in der typischen Tracht chassidischer Juden in vielfarbigen Chalaten und weißen Socken. Ich, etwas weniger chassidisch, daher der Mittelpunkt des Interesses der über ihren Folianten Silzenden. Ich bemerke schnell, daß sie über mich sprechen. Lange und intensiv. Endlich löst sich einer, ein uralter Mann mit silberweißem Bart, von der Gruppe und kommt als Abgesandter auf mich zu. „'schildigt schon", sagt er, „wus senl Ihr?1* Ich: „Ich bin ein Schreiher." Er: „Hm, e Schraber sent Ihr? Sechr gull. Wus schreelbt Ihr? Ssifrei-thoires?" Ich: „Nein, das gerade nicht. Ich schreibe in Zeitungen." Er: „Hm... in Zecitungcn, suggt Ihr. Seehr gutt..., ich dank Eeich." Geht wieder zurück. Untenvegs bleibt er stehen, schüttelt den Kopf, kratzt sich nachdenklich im Barl und kehrt dann wieder zu mir zurück. Sagt: „'schildigt schon; ind vun wus leebt Ihr?" Ich habe Chassidim, Derwische und alle Lamas stets für weise Menschen gehalten, deren Fragen unsereiner nicht bei' antworten kann. Juden und Jüdisches im Rundfunk ANTWORTEN DER REDAKTION Mittwoch, 27. Febr.! BeromiinMcr (540), 16: Mendelssohn. — Warschau (1345), 18! Mosikowski; KreUlcr. Donnerstag, 28. Febr.t Brromünstcr (540), 12: Meyerbeer. — Wien (807), 12: Schmidt, Tauber; 14: Popper. — Mäht.-Ostrau (269), 17.05: Jakob Wassermann. — üroiwicli (1500), 23: Thelma Reit, Cello; Harrict Cohen, Klavier. Freitag, 1. MSrsi Miihr.-Ostrau (269), 18: Fritta Tirod liest Werfe!, Kafka. — Bukare-t (364), 19: Gtünieki, Osk. Strauß; 20: Mendelssohn, Italien. Symph. — Strasburg (349), 21.30: Mendels- §ohn, Italien. Symph. — Limoges (336), 22: Mcndclbbhn; Odenbach. — Toulouse Fyr. (387), 22: Mendelssohn. Sonnebend, 2. MSrsi Bmlaii-.t (549), 13: Oikar Strauß. — Laibach' (569) 18: Urbach-Rubingiein. — Warschau (1345), 19: Rubinstein. >«• Budapest (549), 20: Kalmanl Das Veilchen von Montmartre. — Huizen (301), 20,46: Offenbach; Strannky; Benatiky. — Toulouse (329), 22: Oskar Strauß: Ein Walsecrtraum. — Luxemburg (1304), 23.20; Eisenberg spielt Cello. „Ein Abonnent", Berlin. Ihre Angabe betreffend „Palästina als Reiseland" ist für uns nutzlos, wenn Sic uns nicht Ihren Kamen nennen, da wir anonyme Zuschriften nicht verwenden können. Hans J. In St. Die Notiz betreffend Einheitspreisgeschäfte in Palästina ist von Ihnen mißverstanden worden. Es sollte keineswegs behauptet werden, dafi Einheitspreisgeschäfte Schundwaren führen, sondern der Verfasser jenes Artikels gab der Befürchtung Ausdruck, daß in Palästina, einem Kolonialland, das ohnedies von allen exportierenden Nationen mit billigen Importwaren überschwemmt wird, diesem Import noch Vorschub geleistet werden könnte. In Ländern mit eigener entwickelter Industrie liegt die Angelegenheit natürlich gans anders. Liebermann und Marie«. Die Literaturzeitschrift „Das deutsche Wort" (Herausgeber Karl Rauch), widmet in ihrer Nummer vom 20. Februar dem verstorbenen Max L I c bermann einen Nachruf, worin es «. a. heißt; „Llebermamt entstammte einer seit langem In Berlin beheimateten jüdischen Familie... Mag man auch einige Charakterzfige des Malers aus seiner jüdischen Abkunft erklären können, so steht doch sein Schaffen in enger Verwandtschaft zu den rein arischen Mitkämpfern um den deutschen Impressionismus und jedenfalls in stärkstem Gegensatz zu dem Lebensgefühl des größten Nichtariers in der deutschen Malerei, des Halbjuden Hans von Mar6es, dessen Kraft gerade in der konstruktiven Phantasie »einer Kompositionen liegt." Elisabeth Bergner hat ihr New-Yorker Gastspiel Im Shubert-Theatcr mit „Escape m-e never" begonnen und wegen des großen Erfolges verlängern müssen. YlätUsttH Tuilaq: ländei-Rundschau Sterbefall. Uns wird geschrieben: Am 21. Dezember 1934 verschied in Brüssel in ihrem fast vollendeten 84. Lebensjahr Frau Dr. Sophie Herzberg, Witwe des Verfassers der „Jüdischen Familienpapiere"; sie folgte ihrem Gatten im Jahre 1877, als er die Stellung des ersten Direktors von „Mlkwc-Israel" (bei Jaffa) annahm und stand mit großer Hingabe und Fürsorge an seiner Seite bei Führung des „Jüdischen Waisenhauses" in Jerusalem) welches von ihm gegründet wurde. Aron Marcus, dessen Jahrzeit sich, wie uns mitgeteilt wird, am Rosch Chodesch Adar II jährt, war einer der treuesten Anhänger und Mitarbeiter Theodor Hcrzls. Er hat schon in der ersten Zeit In zahlreichen Artikeln für Herzl Partei genommen. Marcus ist der Verfasser eines Werkes über die hebräische Sprache „Rarsilai", das von seinem Sohne, S. Marcus, Harburg-Wilhelmsburg, verlegt wurde. Wie uns mitgeteilt wird, ist der Kaufmann Max Lewin (früher Hantburg) vom ungarischen Reichsverweser Horthy zum Oberregierungsrat ernannt worden. Die Presse bemerkt, daß dies nicht nur eine Anerkennung für die kaufmännischen Leistungen, sondern auch für die soziale Gesinnung des Aus« gezeichneten darstellt. Die Pariser Oper veranstaltete zur Feier des Jubiläums der Oper „Die Jüdin" von Haldvy am 23. Februar eine Fest- Vorstellung; am 21. Februar 1835 ist „Die Jüdin" in Paris uraufgeführt worden. im) S* : > ge« rtiche? •dei» »gigj ilks-» verdien ung che :scb :nt« *fl irer ude chei ist,,, hts» lärtl ]-ki ersi aliühl errt iegf tet, ion sest :he jn» U>-!!er» dilla he tu 5r« ent if »er nrl UISi;'-w,iJ TJSt 9 es :t> _ mi •p» - tf er * 10 1* itl;rt «l •n;r;r Ith ttÜft