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Jüdische Rundschau · 1935-02-22 · Heft 16 (22.2.1935) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 16 (22.2.1935)
Date
1935-02-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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J r y*~V fl CL- $-Y Nr. 16 / Jahrgang 40 Preis 25 RpL JUDISCHE RUNDSCHAU JthrifU«itnng,VerUgn. AnieIgenv«rw«ltnnRiB«rllnW15,M«ln«k»«tr.lO Fwnrol: Simmel-Nr. i1 Bi.ni.rck 3181/82,7165/70,7240/41 - Bwugspreii je MonM BM 2,-, i« Vierteljahr RM 5,75. - PoMicheck-Konten de» Vertrieb«- Ableitung: Berlin 7157} (tür GroR - Berlin), Berlin 17392 (lür du übrige Reich). Amlend«- bcnig in leweiliger Landeswährung. - Erscheint jeden DUutag nnd Fr«IUg. BERLIN irsrin'« vus tr1 FREITAG, 22. FEBRUAR 1935 AnzetgenprcUlUte Nr. 2 gültig. Di© I2ßesp, mm-Zeile 20 Rpf, för Stel!eng«fc 10 Rpft lür Famiii ermachrichten 15 Rpf- Hinze! an steigen nur gegen Vorauszahlung am Schalter oder auf Postscheck-Konto Berlin 71618 Montag bis Donnerstag 9-18 Uhr. Freitaß 9-16 Uhr. Annahmesrhlufi lür die Dienstag-Ausgabe Montag 10 Uhr, für die Freitag-Ausgabe Miitwoch 13 Uhr (Famtlienanzeigen bis Donnerstag 10 Uhr) Oer Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Helmstatte In Palästina. (Baseler Programm)!5Rpl Siellengaa^ ^hlung «m )~18Urir« 0 Uhr, (6« <C 10 Uht, ramm) Was ist „Dominion-Status"? »as Goldene Kalb ww Diejenigen luden, die noch in die Synagogen geh Um die Indien-Bill Von unserem Londoner Korrespondenten J. K., London, 16. Februar 1935 Das Parlament von Westminster hat wieder einmal historische Stunden erlebt, deren politischer und rhetorischer Höhepunkt mit den grollen Reden des Attomey-Getierals Sir Thomas 1 n s k i p, des juristischen Beraters der Krone, Sir Samuel Hoares, des Ministers für Indien, und Baldwins t ü r die Indien-Bill und Winston Churchills als dessen Gegner erreicht wurde. Die Debatte war von fundamentaler Bedeutung. Nicht nur, weil Indien das kostbarste Juwel in der englischen Krone ist und deshalb der beherrschende Faktor der englischen Politik im Mittelmeer wie im Fernen Osten, sondern weil hier die Grundprinzipien englischer Kolonialpolitik überhaupt erörtert wurden. Während im allgemeinen in den wichtigsten außen- und kolonialpolitischen Fragen die Parteien sich zu einigen pflegen und deshalb die Kontinuität der Regicrungspolitik auf diesem Gebiet bisher gesichert war, konnten wir es diesmal erleben, daß eine beträchtliche konservative Minderheit von 81 Stimmen, mit Churchill an der Spitze, gegen die von ihrem Parteiführer Baldwin vertretene Politik auftrat und sich sogar zu der Erklärung verstieg, daß sie sich nicht durch die bisherigen englischen Versprechungen an Indien gebunden fühlten, da diese von keinem Parlament ratifiziert worden seien. Solche Erklärungen und die indische Nervosität, die begreiflicherweise dadurch noch mehr gereizt wird, müssen im Zusammenhang mit dem Oeist der englischen Politik und besonders der konstitutionellen Praxis verstanden werden. Bekanntlich kennt die ungeschriebene englische Verfassung keine fundamentalen Gesetze mit besonderer Wirkungskraft, sondern jeder Verfassungsakt, angefangen von der Magna Charta bis zur jüngsten ministeriellen Erklärung über Indien, kann von jedem Parlament abgeändert und widerrufen werden. Mit dieser Flexibilität sind die Engländer bisher sehr weit gekommen, im Innern wie im Empire, und es besteht keine Veranlassung, davon abzugchen. Die Verfassung eilt ticht den inneren Verhältnissen des Landes voraus, sondern drückt nachträglich längst vorhandenen und eingebürgerten Zuständen den Stempel der Legalität auf. So wurde z. B. 1007 auf der ersten Londoner Kolonialkonferenz für gewisse fortgeschrittene Kolonien die Bezeichnung „Dominion" eingeführt und erst 1931 wurden die Beziehungen der Dominien zu England festgelegt. So hat sich denn jetrt in der englischen Presse eine Debatte darüber entsponnen, was ein „Dominion" eigentlich, sei; niemand vermag eine Definition zu geben. In der letzten Indien-Debatte hat Sir Thomas Inskip seinen Gegnern erwidert: Es werde noch Jahrzehnte dauern, bis Indien jenen inneren Zustand erreicht hat, den man staatsrechtlich mit dem Wort Dominion bezeichnet. Im Sinne dieser Praxis haben sich im Laufe der Zeit Typen der englischen Kolonialregierung herausgebildet, mehr oder weniger den Landesverhältnissen angepaßt, die zwar in sich alle variieren, aber doch eine gewisse Stufenleiter erkennen lassen von der unumschränkten Herrschaft des Gouverneurs bis zu den innenpolitisch und außenpolitisch sich selbst regierenden Dominien. In diesem System der Dominien, Kolonien und Protektorate, in das man auf verschiedenen Stufen eintreten und auch mehrere überspringen kann, hat Indien noch keinen Platz gefunden. Die Grundlage der indischen Politik ist nach wie vor ein Versprechen aus dem Jahre 1017, unter dem Drucke der Kriegsverhältnisse abgegeben, das die schrittweise Entwicklung der indischen Selbstverwaltung zusagte, mit dem Ziele des „Dominionsstatus", der sich gerade kurz vor dem Kriege und während des Krieges in anderen Teilen des Empire herausgebildet hatte. Der_ gegenwärtige Parlamentskampf gvht nun um die Frage, in welchem Tempo das Ziel des Dominionstatus angestrebt werden soll. Nach Meinung der Labour-Partei, die den Willen des indischen Volkes berücksichtigt, möglichst schnell, nach Willen der Churchill-Opposition möglichst nicht mehr in dieser Welt. Darüber, daß die in den Provinzen bestehenden Freiheiten erhalten und letzten Endes erweitert Werden sollen, besteht keine Meinungsverschiedenheit. Was unter diesem Ziel „Dominionstatus" zu verstehen ist, wurde zum erstenmal in der vor der Empire-Konferenz von 1926 abgegebenen, dem „Statut von Westminster" einverleibten „B a 1 f o u r - D e k 1 a r a t i o n" (nicht zu verwechseln mit der Palästina betreffenden Balfour-Dcklaration vom Jahre 1917) definiert als „autonome Gemeinschaft innerhalb des Empire, ... von gleichem Status und in keiner Weise einer dem anderen subordiniert". Die englische Regierung hatte 1919 in der Präambel des provisorischen Indienakts das Dominionversprechen feierlich besiegelt und es 1929 durch den Vizekönig wiederholen und interpretieren lassen. Aber seitdem wird man in den verschiedenen Veröffentlichungen des nunmehr sieben Jahre arbeitenden indischen Verfassungsausschusses vergebens danach suchen. Und auch die jetzige Indien-Bill, die nun die definitive Verfassung für Indien bringen wird, soll auch gegen alle Regeln bei wichtigen Dokumenten ohne eine Präambel hinausgehen und ohne jede Bezugnahme auf den Dominionstatus. Der Staatssekretär für Indien erklärte vorige Woche, der Präambel von 1919 komme so überragende Bedeutung zu, daß sich jede Wiederholung erübrige. Mit Recht ist darauf sogar von liberaler Seite die Frage gestellt worden, warum unter diesen Umständen der englische Vizekönig 1929 wochenlang mit den verschiedenen Londoner Behörden verhandelt habe, um dann jene genannte Wiederholung abzugeben. Diese unbefriedigende Antwort veranlagte dann die Regierung in 12. Stunde zu einer neuen Erklärung durch Sir Thomas, den Rechtsberater der Krone. Man wäre heute noch nicht in der Lage, im vornhmein eine geeignete Definition des anzustrebenden Dominionstatus zu finden. „Dominionstatus ist eine Sache des Lebens, des Geistes und des Wachstums und keine tote Angelegenheit juristischer Paragraphen." Aber manche Deklarationen seien „unter solchen Umständen und einem solchen Volk gegenüber abgegeben, daß es nicht ehrenvoll sei, von ihnen abzuweichen". Natürlich mußte Sir Thomas anerkennen, daß jedes englische Parlament in seiner Entschlußfreiheit vollkommen souverän und durch keine Erklärung gebunden sei. Aber die traditionelle Kontinuität in außen- und kolonialpolitischen Fragen sei eine der Grundpfeiler der englischen Politik und er hoffe, daß niemals eine englische Regierung auftreten werde, die diese indischen Versprechungen widerrufen wolle. Baldwin, der konservative Parteiführer und deshalb heute der einflußreichste englische Staatsmann, schloß die Indien- Debatte mit folgenden, allgemein gehaltenen Ausführungen: „Wir sind verpflichtet, soweit unsere feierlichen Versprechungen zu verwirklichen, als es nach unserem Urteil die gegenwärtigen Zustände in Indien zulassen... Die Prinzipien, die wir wo anders anwenden, müssen in gleicher Weise auch für Indien herhalten." Niemals ,wird ein verantwortlicher englischer Staatsmann, gleichviel was er in der Opposition sagt — und man behauptet, die ganze Churchill-Opposition habe lediglich innerpolitische Ursachen — sich dazu hergeben, eine feierlich eingegangene Verpflichtung zu brechen. Aber gleichzeitig vereint der Engländer mit dieser Vertragstreue die Fähigkeit, neu keimendes Leben nicht durch Paragraphen zu hemmen oder zu ersticken, sondern gerade die Gesetze immer dem Leben anzupassen. Der Ausgangspunkt und der Geist der Entwick- Jung wird definitiv festgelegt. Was sich daraus ergeben wird, bleibt dem Leben überlassen und soll nicht im voraus in Verfassungsartike! geschnürt werden. Deshalb war es von Dr. Weizmann zum Orundsatz seines politischen Handelns gemacht worden, in Palästina unter ständiger Berufung auf die Balfour-Dcklaration Bedingungen zu schaffen, die letzten Endes sich Anerkennung erringen. (A. d. R.) In letzter Zeit wurde in jüdischen Kreisen wieder die Frage des Status Palästinas diskutiert. Viele meinen, daß an Stelle des Mandatssystems, das z. B. der wirtschaftspolitischen Handlungsfreiheit Schranken auferlegt, für Palästina die Stellung einer englischen Kronkolonie vorzuziehen wäre, die in einer allmählichen Entwicklung zum Dominionstatus führen würde. Diese Ansicht hat z. B. soeben der Führer der Bauernpartei, S m i I a n s k y, in der Zeitschrift „Boustenai" ausgedrückt. Dazu ist zu sagen, daß unter den obwaltenden Verhältnissen eine solche Umwandlung undurchführbar ist. Trotzdan sind, da Palästina dem englischen Machtbereich angehört und nach englischen Prinzipien regiert wird, die mit englischen Anschauungen von Verfassung und Verwaltung zusammenhängenden Entwicklungen anderer Länder, insbesondere Indiens, für uns überaus wichtig, wobei auch noch zu berücksichtigen ist, daß ausländische Mohammedaner, darunter die indischen, in letzter Zeit direkten Einfluß auf die Palästinapolitik gewinnen wollen. England ist heute dabei, ein den Indern im Jahre 1917 gegebenes Versprechen stufenweise und mit aller Vorsicht, unter Zugrundelegung der für das Empire unentbehrlichen Sicherheiten, zu realisieren. Die Parallele zu dem den Juden gleichfalls 1917 gegebenen Versprechen ist gewiß sehr unvollständig, dennoch gehört auch Palästina in den Umkreis der im Kriege gegebenen Versprechungen, deren Durchführung jetzt das Aussehen des Orients verändert. Sokolow bei Lebrun Paris, 20. Februar. (JTA,) Der Präsident der französischen Republik, Lcbritn. hat den Präsidenten der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Nahum Soko- |ow, in längerer Audienz empfangen. Präsident Lebrun zeigte "i dein Gespräch ein tiefgehendes Interesse für den Fortgang oer jüdischen Aufbauarbeit in Palästina. Während seines Aufenthalts in Paris besuchte Präsident Sokolow auch den dortigen Botschafter der Republik Polen, Graf Ch 1 ato ws ki, mit dem er ein längeres Gespräch führte. 10000 Dollar-Spende New York, 20. Februar. (JTA.) Die Kuratoren der „BIutiauer-Fonds" haben die Auszahlung von 10 000 Dollar *us dem Fonds an die Hebräische Universität Jerusalem beschlossen. Der Fonds wurde aus dem Nachlaß des in ortland verstorbenen Philanthropen Benjamin Blumaucr gebildet. Anerkennung: für jüdische Arbeit In Reval fand am 17. 2. eine Tagung der Estländischen Schulleiter statt, auf der der Staatsälteste Konstantin Päts über vaterländische Erziehung sprach. Nach dem Bericht der „Estländischen Zeitung", Reval, vom 18. 2. führte er in diesem Zusammenhang u. a. aus: „Zum Schluß möchte ich noch bemerken, daß wir, unser Land erringend und es befreiend, bedauerlicherweise nicht die hohe Vaterlandsliebe bewiesen haben wie zum Beispiel ein altes Volk, das Jahrhunderte und Jahrtausende heimatlos durch die wette Welt gewandert ist, — das jüdische Volk. Wir lesen in den Zeitungen, was gegenwärtig in Palästina vor sich geht. Namentlich die Jugend wandert dorthin ans, läßt sich in Sümpfen nieder, gräbt dort und bearbeitet die Sümpfe, begründet allerlei kulturelle Unternehmen und dies all« aus Liebe zu dem Lande, dem ihr Volk Jahrtausende fern gewesen ist, im Bewußtsein, daß es das Land ist, welches sie einst beherrscht, haben, und wo ihre Vorfahren Werte geschaifen haben, die nie verloren gegangen sind." Diejenigen Juden, die noch in die Synagogen gelier» — und in Deutschland sind es seit zwei Jahren immer mehr Juden, junge und alte, die dies tun —, wissen, daß in dieser Woche der Bibelabschnitt verlesen wird, der davon berichtet, wie das Volk Israel am Fuße des Sinai, während der Führer Moses oben die Offenbarung des ewigen Gesetzes empfing, ein Goldenes Kalb machten, um es anzubeten. Es ist nicht nur eine Geschichte von gewaltiger, erschütternder Svmbolkraft, sondern auch von einer verblüffenden Feinheit der psychologischen Erkenntnis. Nicht eine „jüdische" Wahrheit, sondern eine allgemein gültige menschliche Wahrheit wird hier verkündet. Aber in ihrer jüdischen Formulierung ist sie von einer besonderen Drastik. Die Gegensätze, die hier innerhalb eines Volkes anfcinanderplatzen, können schärfer gar nicht gedacht werden. Und durch die Geschichte der Menschen und Völker, durch die Geschichte unseres Volkes Israel zieht sich dieser Kampf der Gegensätze, nicht immer so schroff und so großartig manifestiert, aber im Ansatz stets vorhanden, ein ewiger Kampf. Die psychologische Situation, aus der heraus der Tanz um das Goldene Kalb entstand, kehrt immer wieder. Wie war es doch? Eben erst war das Volk der feindlichen Macht der Aegypter entronnen, eben erst trockenen Fußes durch das gespaltene Schilfmeer geführt worden, aber schon begannen sich die Menschen wieder sicher zu fühlen, und da glaubten sie nicht mehr an den Mann Gottes, der dies alles vollbracht hatte, sondern hatten nur den einen Wunsch, es sich wieder gutgehen zu lassen. Daß die strenge Forderung des Sittengesetzes ihnen auferlegt werden soll, schien ihnen peinlich; und sie wählten einen anderen Gott: das Gold. Wir wissen, daß man unserem Volk bis auf den heutigen Tag Vorliebe für Gold und Besitz nachsagt. Mag sein, daß wir sie haben, andere Menschen haben sie auch. Die Frage ist nur die Rangordnung. Das Judentum ist keine asketische Weltverneinüng, es anerkennt Freude an irdischen Gittern, ja die innigsten religiösen Bewegungen des Judentums ergehen sich in froher Lebensbejahung. Wir wissen auch, daß die meisten jüdischen Menschen unserer Zeit sich plagen und abarbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu gewinnen, und diese Mühen des Alltags sind aller Ehren wert. Aber ein gewaltiger, ein entscheidender Sehritt ist von hier zu jener Tat der Menschen des Goldenen Kalbes: der Vergötzung des Goldes. Auch im Weltlichen, auch im Materiellen und Alltäglichen bleiben wir Juden dessen eingedenk, daß über dem Spiel der Interessen und der Notdurft ein höheres Gesetz, und Gebot waltet. Nicht an unseren kleinen Bedürfnissen messen wir die ewigen Fragen. Und weil wir wissen, wieviel Unheil in unserem Volke seit jenem Tage am Sinai schon das Goldene Kalb angerichtet hat, darum sind wir verpflichtet, auch heute daran zu erinnern. Es gibt viele Juden, auch in unserer Zeit, die gar zu schnell vergessen. Tritt eine Gefahr oder ein sie treffendes unerwartetes Ereignis an sie heran, dann mögen sie wohl erschrecken, manchmal auch jammern oder schimpfen, manchmal mit einer überlegcn-sein-sollcnden Ironie sich darüber hinweghelfen; sobald sie sich aber sicher wähnen und das Goldene Kalb ihnen gnädig zu sein scheint, glauben sie sich aller tieferen Verpflichtungen bar. Als ob es so wäre, daß nur unmittelbare materielle Not uns zum Nachdenken veranlassen müßte. Als ob nicht die Welt in Bewegung wäre, gewaltige Wandlungen des gesamten Lebens vor sich gingen, die Grundlagen der Kultur wankten, auch wenn Einzelne die Gegebenheiten einer verflossenen Epoche als unabänderlich proklamieren möchten. Nichts ist in solcher Lage so gefährlich wie Trägheit und Sorglosigkeit. Wir wissen, daß vielen denkenden Juden diese Dinge heute schwere Sorgen bereiten. Leider ist infolge der Notwendigkeit der Abwehr äußerer Kränkungen die Frage, was nun eigentlich mit unserer eigenen Gemeinschaft zu geschehen hat, ob hier alles in Ordnung ist, ob nicht eine tiefgreifende Erziehungs- und Reformarbeit i m Innern notwendig wäre, in den Hintergrund geraten. Dies gilt nicht etwa nur in Deutsehland, wo wir Publikationen von der Art des „Stürmer" gegenüberstehen, sondern auch in anderen Teilen der Welt, sogar in Palästina. Und doch sind für uns Juden, ungeachtet der Vorgänge in der Umwelt, diese inneren Fragen die wesentlichen. Das Ghetto hat uns in unseren eigenen Angelegenheiten unfrei gemacht. Die U eb e r w i n d u n g des Ghetto erst gibt uns innere Freiheit und damit auch Freiheit im Auftreten nach außen. Was Freiheit sei, deutet ein tiefes Wort der jüdischen Ueberlieferung an, das an eine Stelle des heutigen Wochenabschnittes anknüpft. Die Tafeln, die Moses vom Sinai herabbrachte, ers" urz g&> Wirt« tgreiche worden) jhängig Volksler vergen die chnung welche deutsch ' heute u. z.s i ihrer r Jude Arische: ebt ist. nichts» erklärt v.ol. widerst morali- Gefühl m den» itfstieg} ereitet, esenen dieses» :utsche lentunj s J uvurder» s iüdi— ht alla idische m ertv rufhör-;ischert kern," t über Feind) irturajtil t des d Gev dap über* e aus ent;- 8 der ludert juderi udeniartiri , kein sehen von Meer Väter ver» Wer . und au/ daß idenagen, Freiirse: täfts- :men deut- Leo (apiihrer und itere soon" zuiden Gau nter •hier Jter, lach iter in ■zia- :nthen au- >en je-, ihr ett* dias ereilten Je-- *g, mim__

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