Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 14 (15.2.1935)
- Date
- 1935-02-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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i \ V / -"' 1 V ^/ JÜDISCHE RÜNP ■ehrittleltnnr.VerUe; h. Anxet(enver*r»Itang l Berll« W5S, Melnekestr.l* Fernruf: Sasunel-Nr. J 1 Bismarck 3181/82,7165/70,7240/42. - Betuisprei« Je Monat RM 2,-. i* Vierteljahr RM 5,75. - PodttchRck-Kom« der Vertriebs •Abteilung: Berlin 71573 (für Gro&-Berlin), Berlin 17372 (fUr das übrige Reich). Aualand*- bezug ia jeweiliger Landeswährung. - Erscheint Jeden Dleutaa; ml Freitag. BERLIN rrsnn 'n ns FREITAG, 15. FEBRUAR 1935 Schalter oa> Freilag 9-15 t»7 die Freitag-Ausgabe^ \z Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Helmstitte In KS Preis 25 Rpf 40 ätetlengee* '.szahlung am r.ag 9-18 Uhr. ^Jtag 10 Uhr, für ^nnereiag 10 Uhr) r( Programm) „Arische Front" i» CSR ^Äilat,c Vor den tschechoslowakischen Parlamentswahlen Von unserem Korrespondenten h.I. Prag, K). Februar 1935 In der Tschechoslowakei finden in diesem Jahre die Wahlen in die g c s e 1/:g e b e n d c n Körperschaften, in das Abgeordnetenhaus und in den Senat, ferner auch in die Landesvertretungen und in die Stadtverwaltungen statt. Iis ist darum verständlich, daß das politische Leben schon von Anbeginn des Jahres unter dem Gesichtspunkt dieser Wahlen steht. Der Termin der Wahlen ist noch nicht bestimmt, bisher wurden Mai oder September genannt. Es scheint, daß die Regierung dem zweiten Termine zuneigt. Die Skepsis und Besorgnis, mit der man vielfach in den vergangenen Monaten diesen Wahlen eritgegenblickte, ist inzwischen einer ruhigeren Betrachtungsweise gewichen. Die Regierungsparteien — Agrarier, Katholiken und Sozialisten — erwarten von den Wahlen keine wesentlichen Aenderungen. Die Hauptopposition droht von der „Nationalen Vereinigung", deren Hauptstützen der rechte Flügel des Bürgertums und die radikalisierte Jugend ist. Diese Gruppierung hat vor einigen Monaten mit ziemlichem Schwung ihre Propaganda begonnen — aut ihr Konto sind auch die antideutschen und zugleich antisemitischen Univcrsitütskra walle zu buchen — und verfügt auch über beträchtliche Unterstützungen aus Industriellenkrcisen. Sie wird bei den Wahlen gewiß einen großen Stimmenzuwachs zu verzeichnen haben, aber trotz allem nicht jene Mandatszahl erreichen, die bei der kommenden Regierungsbildung ins Gewicht fallen könnte. Es ist vielmehr anzunehmen, daß die heutige tschechoslowakische Regierung, eine Koalition aus Bürgerlichen und Sozialisten, auch nach den Wahlen im Amte bleiben wird, erweitert vielleicht um die Partei der tschechischen Gewerbetreibenden und der slo.wa- „kischjin Katholiken.; In letzter Zeii haben wiederum die tschechischen Faschisten, die von dem degradierten General G a j d a „Keine Diskriminierung" Erklärungen des Londoner polnischen Botschafters London, 12. Februar. (JTA.) Der polnische Botschafter in London, Graf Raczynski, äußerte sich in einem Interview über die wirtschaftliche und politische Lage der Jude n i n P o 1 e n. Einleitend bemerkte der Botschafter, es sei nicht richtig, daß die Juden Polens von Staats wegen Beschränkungen unterworfen sind, die ihnen das Leben unerträglich machen, ts gebe keinerlei Beschränkung der B e s c h ä ft i g u n g v o n Juden im Staatsdienst, in den v e r - s c Ii i e d e n e n A c m t e r n oder in irgendeinem B e - tut. In gewissen Berufen, so im ärztlichen und im juristischen Beruf, seien in Polen die Juden in der Tat stark vertreten. Aut diesen Umstand weise er nur deshalb hin, um zu zeigen, daß die Juden in Polen im Berufsleben nicht diskriminiert werden. Auch im Außenministerium finde man eine größere Zahl von Juden. Schwierigkeiten, unter denen die gesamte Bevölkerung zu leiden habe» würden oft als gegen die Juden speziell gerichtete Beschränkungen gedeutet. In diesem Zusammenhang sprach Graf Raczynski über die Uebcrfüllung der Mittel- und Hochschulen und die daraus sich ergebende Not unter den Akademikern. Zur Besprechung der Beziehungen zwischen der Polnischen Judenhcit und der n i c h t j ü d i s c h e n Bevölkerung erklärte der Botschafter, die Regierung sei dauernd bemüht, ein freundschaftliches Zusammenleben der einzelnen Bevöikcrungsteile zu fördern. Die Regierung sei genötigt gewesen, eine Anzahl von Extremisten wegen ihrer chauvinistisch-antisemitischen Tätigkeit in Konzentrationslager zu bringen. Der Notwendigkeit, judenfeindliche Propaganda zu unterbinden, habe die Regierung große Aufmerksamkeit zugewandt. Da die Gesamtbevölkerung nicht antisemitisch eingestellt sei, werde es zweifellos immer möglich sein, der jüdischen Bevölkerung eine angemessene parlamentarische Abessinien und seine Juden Das Königreich Abessinien, das jetzt im Vordergrund des weltpolitischen Interesses steht, ist auch in jüdischer Beziehung bemerkenswert. Schon in ältester Zeit bestanden zwischen Aethiopjen und Palästina Beziehungen. Es sei nur erinnert an die bekannte Episode des sagenhaften Besuches der Königin von Saba bei König Salomo. So führt denn auch das abessinische Königshaus seinen Ursprung auf König Salomo zurück; die Legende berichtet, daß <in Sohn König Salomos und der Königin von Saba namens Menclik zum König von Acthiopien eingesetzt worden ist, der Stammvater der heutigen Herrscher. Die Mitglieder des abessinischen Kaiserhaus legen sich noch heute in ihren offiziellen Dekreten den Namen „Löwe aus dem Stamme Juda"?u. Die abessinische Sprache, das Aethiopische, ist eine semitische Sprache, die viele Berührungspunkte auch mit dem Hebräischen aufweist. Die Zahl der abessinischen Juden, „Falaschas" genannt, wird in Nachschlagewerken mit 50000 angegeben. Ein in Berlin weilender abessinischer Jude; ^'zeichnete uns aber ihre Zahl mit ungefähr 200000 (bei einer üesamtbevölkerung von etwa 15 Millionen). Die Falaschas geführt werden und nicht in die „Nationale Vereinigung" einbezogen worden sind, von sich hören lassen. Sie haben für die Wahlen eine „Arische Front" gebildet, in die sie auch Deutsche aufnehmen wollen. Als Hauptschlager für die Wahlen haben sie bereits radikale antisemitische Losungen angekündigt. Gajda, der in politischen Kreisen nicht ernst genommen wird, aber besonders unter der Landbevölkerung viele fanatische Anhänger besitzt, scheint diesmal keine glückliche Hand gehabt zu haben. Die antisemitische Losung wird gewiß ziehen, aber seine „Arische Front" stößt in tschechisch-nationalistischen Kreisen, die ebenso wie gegen die Juden auch gegen die Deutschen eingenommen sind, auf Widerstand. Falls es ihm doch gelingen sollte, ins Parlament zu gelangen, so wird er dort wie bisher überhaupt keine Rolle spielen können. Mit großem Interesse verfolgt man in der jüdischen Bevölkerung die Vorbereitungen zu den Wahlen. Die von den Zionisten geführte „Jüdische Partei" hatte im jetzigen Abgcordnctcnliausc zwei Abgeordnete (Dr. Angclo Goldstein und Dr. J. Reiß). Durch das Wahlgesetz, das die kleinen und Splitterparteien aus dem politischen Leben auszuschalten trachtet, ist es für die Juden unmöglich, selbständig in die Wahlen \u gehen. Deshalb verbündete sich das fetzte Mal die „Jüdische Partei" mit den Polen. Jetzt kommt diese Kombination nicht mehr in Frage, da im polnischen Lager ein Zerfall eingetreten ist und die polnischen Sozialisten gemeinsam mit den tschechischen Sozialisten kandidieren werden. Es besteht die Möglichkeit, daß sich die „Jüdische Partei" mit den Ruthenen in Karpatho-Ru Bland verbünden wird, um die erforderliche Wahlziffer zu erreichen. In diesem Falle wäre es nicht ausgeschlossen, daß erstmalig auch ein Jüdischnationaler in den Senat gewählt werden würde. Diese Frage ist zur Zeit noch Gegenstand der Verhandlungen, bei denen selbstverständlich auch andere Möglichkeiten erwogen werden. Auf alle Fälle wird man versuchen, der jüdischen Minorität in der Tschechoslowakei ihre bisherige parlamentarische Vertretung auch für die Zukunft zu sichern. Vertretung zu geben. Er sei überzeugt, daß die Juden diese Vertretung auf Grund einer Verständigung mit der Regierungspartei erlangen werden. Die polnische Regierung, erklärte Graf Raczynski zum Schluß, steht der Errichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina mit großem Wohlwollen gegenüber, vor allem deshalb, weil die Erfahrung gelehrt hat, daß die Juden, die nach Palästina gingen, sehr freundschaftliche Gefühle für Polen bewahrt haben. In Palästina lebende Juden machen große Anstrengungen, um die Handelsbeziehungen zwischen Polen und Palästina zu fördern. „Jüdischer Katzenjammer" Die „Westfälische Landeszeifung Rote Erde", Dortmund, vom 12. Februar beschäftigt sich in einer Glosse unter der Ueberschrift „Jüdischer Katzenjammer" mit der Lage in Palästina. Das Biatt behauptet, daß sich dort „das Wirtschaftsbaronieter bald dem Gefrierpunkt zu nähern scheint". Die „Wirtschaftskrise habe ihre Schatten selbst bis zum gelobten Land geworfen." Besonders schlecht stehe es um diejenigen Einwanderer, die von laufenden Einnahmen abhängig sind, „denn eine ehrliche Handarbeit wollen und können sie auf Grund ihrer rassischen Veranlagung nicht verrichten". Es heißt dann weiter u. a., daß auch „die wenigen Juden, die wirklich Orangenzucht treiben wollen, wirtschaftlich einen sehr schweren Stand haben, da sie bei Neuanpflanzungen bekanntlich sechs Jahre auf die Nutznießung der Anpflanzungen warten müssen." Und über die Industrie wird gesagt: „Eine Ankurbelung der nur schwach entwickelten Industrie ist gänzlich aussichtslos, da die Absatzschwierigkeiten durch die Sättigung des Weltmarktes mit Industrieartikeln unüberwindlich sind." Diese Glosse ist unter der Ueberschrift „Im Blitzlicht" erschienen. Schade nur, daß dieses Blitzlicht nichts der Wirklichkeit Palästinas Entsprechendes zu enthüllen vermochte. treiben größtenteils Landwirtschaft und Handwerk, besitzen jedoch auch eine gebildete Schicht, die im Lande sehr angesehen ist. Sie heiligen den Schabbat und verehren Jerusalem als heilige Stadt. Im übrigen weichen ihre Gebräuche mehrfach von dem Ritus der europäischen Juden ab; sie haben auch eine selbständige IJeutung des jüdischen Gesetzes und eine Literatur von ausgeprägter Eigenart, sowie eigene mündliche Ueberlicferungen und Legenden. Ihre ganze Literatur ist in der Ge'ez-Sprache geschrieben (äthiopisch), die auch die Sprache der abessinischen Kirche ist. L)ie Falaschas sind von schwarzer Hautfarbe und unterscheiden sich auch sonst im äußeren Rassentyp fast gar nicht von den anderen Abcssiniern. In letzter Zeit ist das Interesse für die Falaschas in Europa erwacht. Große Verdienste hat sich insbesondere der bekannte Forscher Feitlowitsch erworben, der auch der Initiator des „Pro Falascha-Komitees" ist, das in verschiedenen jüdischen Gemeinden der Welt Unterstützung findet, vor allem mit dem Zweck, den abessinischen Juden eine bessere Ausbildung zu ermöglichen. In letzter Zeit sind auch einige abessinische Juden zu Studienzwecken nach Europa gekommen, darunter unser Gewährsmann, der in Deutschland Nationalökonomie studiert Als vor zwei Jahren der Umschwung in Deutschland eintrat, waren unter vielen deutschen Juden recht nebelhafte Vorstellungen über die Möglichkeit einer Auswanderung verbreitet. Zu schnell trat die neue Situation an die Juden heran, und viele glaubten, da die Judciiirnge in Deutschland in einer so einzigartigen, zugespitzten Form in Erscheinung trat, durch Auswanderung die Juden frage wieder von sich abschütteln zu können. Wir sprechen hier nicht von ..politischen" I luchtlingen, sondern von den unpolitischen .Wen .eben, die aus wirtschaftlichen, beruflichen oder seelischen Gründen den Weg der Auswanderung beschritten. Nur diejenigen jüdischen Kreise, die sich bereits seit Jahren mit allen Seiten des jüdischen Problems befassen und daher auch über das Wanderungsprohlcm, das seit jeher einen Bestandteil der Judenfrage, keineswegs eine Befreiung von ihr, gebildet hat, Bescheid wissen, waren in bezug auf den Umfang der Möglichkeiten skeptisch. Auch die freundlichen Worte, die vor zwei Jahren in verschiedenen Ländern gegenüber Auswanderern und speziell auch häufig gegenüber jüdisi hen Auswanderern geäußert wurden, konnten das wahre Problem nicht verschleiern. Denn von Sympathie-Erklärungen für die von einer gewaltigen Erschütterung Betroffenen Iiis zu w irklicher I liiie ist ein weiter Schritt. Heute schauen wir auf Erfahrungen zurück. An dieser Stelle wurde wiederholt die Lage in den einzelnen Ausvvatidcrungsländem geschildert und darüber berichtet, welche Juden sich da oder dort eine neue Existenz schaffen konnten und welche bis heute in einer furchtbaren Unsicherheit, als Objekte einer Fürsorge, die immer aktionsunfähiger wird, verweilen. Das vom Völkerbund im Herbst 1933 eingesetzte Oberkommissariat, an dessen Spitze bekanntlich der Amerikaner James MacDonald steht, hat weder reale Macht, noch verfügt es über andere Mittel als die, die ihm die jüdischen Organisationen zur Verfügung stellen. Die in dem Direktorium des Oberkommissariats vertretenen Regierungen haben bisher nicht einmal zu den Administrationskostcii beigesteuert. Diese Angelegenheit führte vor einigen Tagen zu einer lebhaften Aussprache im englischen Oberha u s. Lord Marley, derdie Frage anschnitt, gab einen Uebcrbück über Entwicklung und Umfang der Auswanderungsbewegung und wies darauf hin, wie vor anderthalb Jahren die Errichtung des Oherkommissariats zustande kam, und daß der Völkerbund der Ueberzeugung war, alle Regierungen würden den High Commissioner nach besten Kräften in seiner Aufgabe unterstützen. Wenn es auch dem High Commissioner gelungen sei, vielen Ausgewanderten zu helfen, stehe er doch auch heute noch vor den Aufgaben, derentwegen er ernannt wurde. Mau habe berechnet, daß von den etwa 70 000 Ausgewanderten nur 35 <mhi seßhaft gemacht werden konnten, und zwar d c r g r <"> Ii t e T eil v o n i h n c n, etwa 20 00O, in Palästina, die übrigen in den Vereinigten Staaten, Südafrika und einigen europäischen Ländern. Die große Masse der '3ö OHO noch nicht seßhaft gemachten Auswanderer befinde sich gegenwärtig in Frankreich und habe keine Aussicht auf dauernde Niederlassung. Der High Commissioner habe seine Arbeit mit einem inzwischen zurückgezahlten kleinen Vorschuß des Völkerbundes begonnen. Seither ha b e k e i u e R e g i e r u n g e inen P e n n y für die A u s g e w a n d e r t e n o d e r d a s B ü r o des Ober ko m in iss;irs beigesteuert. 1 >ie ganze Arbeit des Oberkommissars sei dadurch erschwert worden, daß er genötigt war, Mittel von privater Seite aufzubringen. Für die Auswalldererfürsorge seien von privater Seite anderthalb Millionen Pfund zur Vertilgung gestellt worden. Obwohl 20 »Ii der Ausgewanderten Nieb1j;iden sind, seien es in der Hauptsache die j ü d i s c h e n O r g a n i s a t i o n c n, die sich auch um die christlichen Ausgewanderten kümmern. Lord Marley erklärte im Verlauf seiner weiteren Ausführungen, er habe erfahren, daß der High Commissioner vor einigen Monaten vorgeschlagen habe, die Regierung solle einen Beitrag zu den Kosten seines jetzt in London befindlichen Büros leisten. Es habe sich tun eine Zahlung seitens Englands von 2000 Pfund gehandelt; Amerika und andere Länder hätten sich bereits zur Zeichnung von Beiträgen bereiterklärt. Der Antrag Lord Marlcys wurde von Viscotmt Cccil unterstützt und erweitert. Lord Cccil befaßte sich freilich vorwiegend mit den Fragen der politische n Flüchtling e, die von der jüdischen Flüchtiingsfrage wesentlich verschieden ist. Er wies darauf hin, daß es politisch!1 Flüchtlinge der verschiedensten Völker gebe und dieses Problem zu Friedensstörungen führen könne, wenn es nicht geregelt wird. Auch Lord Noel-Buxton betonte, daß die Emigrantenfrage nicht durch Wohltätigkeit gelöst werden könne. Die Erklärung des Lordkanzlers Eden im Unterhaus, daß die Regierimg Emigranten, die nicht der eigenen Bevölkerung Beschäftigung wegnehmen, zulassen will, werde oft durch die Emigrationsbeamfen kontertrahiert. Für die Regierung antwortete der Unterstaatssekrefär des Kricgsministeriums, Lord Strathcona, der sich vor allem über die formale Frage ausließ. Es handle sich um eine Angelegenheit des Völkerbundes, und zwar könne auch der Völkerbundsrat in der Sache nichts tun, sondern nur die Völkerbunds Versammlung, die bekanntlich nur einmal im Jahre, gewöhnlich im September, zusammentritt; denn die Einsetzung des High Commissioners geschah auf Initiative der Völkerbundsversammlung von IOJ'3. Die britische Regierung könne den Beschlüssen der Völkerbundsversammlung nicht vorgreifen. Sie werde aber so wie bisher den Bestrebungen des Higli Commissioners bei der Lösung seiner Aufgabe Sympathien entgegenbringen und er könne auch, da das Büro jetzt in London ist, auf administrative Unterstützung rechnen.