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Jüdische Rundschau · 1935-01-25 · Heft 8 (25.1.1935) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 8 (25.1.1935)
Date
1935-01-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 8, 25.1.1935 Lebt der aite Pioniergeist noch? pas Jubiläum des Haifaer Technikums In der Wochenschrift der Arbeiterpartei „Hapoel hazair" Untersucht der Redakteur I. Ltifban unter dem Titel ,,Die Frucht einer Uebertreibung" die Frage, ob die Klage darüber berechtig sei, daß die Arbeiterschaft Palästinas heute nicht mehr jenen Pionier^eist besitzt, welcher den Chaluz noch vor wenigen Jahren auszeichnete. Diese Anklage ist von einzelnen Arbeiterführern selbst erhoben und dann von einem Teile der palästinensischen und der polnisch-jüdischen Presse verbreitet worden. Es wurde besonders darauf hingewiesen, dali vielfach eine Landflucht eingetreten sei, Sali der Arbeifer aus dem Dorfe in die Stadt ziehe, um seinen Teil an der Prosperity zu erhaschen und zum Kleinbürger aufzusteigen. Lufban findet diesen Vorwurf in seiner allgemeinen Form unberechtigt. Es sei falsch, die Vergangenheit so darzustellen, als ob früher alle Arbeiter durchgehalten hätten. Auch damals gab es in den Reihen der Chaluzim immer wieder Abgänge und Verluste. Die Kraft, das schwere Leben der Chaluzim jahrelang durchzuhalten, hatten auch in früheren Zeiten nur wenige. Ja, damals verließen die Deserteure der Chaluziuth nicht nur das Dorf, um in die Stadt zu ziehen, sondern sie verließen, da es in den Städten keine Arbeit gab, überhaupt das Land. Die Geschichte der ersten Kwuzoth weiß davon zu berichten, wie vielfach damals Da^auia oder Kinereth ein bloßer Durchgangspunkt war: man kam und ging wieder, begann die Arbeit und verlor den Mut und zog weiter. Aber ein Rest ist gehlieben und er hat die Arbeiterkolonien gebaut. Heroismus und Pioniergeist sind nicht Eigenschaft der Einzelnen, sondern Eigenschaft der Gesamtheit, die immer wieder die Einzelnen hervortreten läßt, die den Ohaluzgeist bewähren. Dieser Geist ist auch heute nicht ausgestorben. Die Urbarmachung des W'adi Chawarith ist kein geringeres chaluzirk als die H sches \\ erK a ja vielleicht ist jede budgetäre im Süden des unter schwcrstei dali der alte (.1 über, dali von in den <iemeinse entfernt, eine K aller |o neu au des Emek vor 14 Jahren, sie noch grolier, denn sie geschieht ohne Hilfe. Auch die Arbeitergruppe, die heute Toten Meeres im Auftrag der Potash Co, n klimatischen Bedingungen arbeitet, zeigt, hahi/i>eist noch immer lebt. Man klagt dar- DOOtkt Mitgliedern der Histadruth nur 8000 haftssiedlungen leben, aber diese Ziffer, weit zu rechtfertigen, zeigt, wie stark trotz, n den Städten die Arbeiterkommu- K'echnet man dazu, dali etwa 4000 keiulen Prosperifv den Dörfern sind den Arbeiter in beiterdörfern lohner in den kommen, daß 1 ä st i na h e ut e starker ist aI auf Eigeuarbeits-Prinz.ip aufgebauten Areben und einige tausend Arbeiter als Tage- Kolonien arbeiten, so muß man zum Schlüsse der (reist des P i o n i e r t u m s in P a - Palästinensische Arbeiterpartei und Londoner Abkommen Jerusalem (Palcor). Am 1. und 5. Januar fand in Tel-Awiw eine Sitzung des' Parteirats der Palästinensischen Arbeiterpartei statt. Auf der Sitzung wurde die Frage der in London mit den Revisionisten geschlossenen Abkommen, insbesondere die Frage des Arbeitsabkommens zwischen der Histadruth und den revisionistischen Arbeitern behandelt. Die Sitzung war einberufen, um einen Meinungsaustausch unter den aktiven Parteimitgliedern herbeizuführen, nicht um Beschlüsse anzunehmen, weil die Frage der Ratifizierung des Abkommens mit den revisionistischen Arbeitern nach einem früheren Beschhisse im VX'ege eines Referendums unter allen Mitgliedern der Histadruth gelöst werden soll. David Ben-Ourion beleuchtete die in London unterzeichneten Abkommen, lieber das Referat Ben-Gurions entspann sich eine Diskussion, an der sich eine Reihe der führenden Mitglieder der Partei, darunter Ber! Kaznelsou, M. Schertok, J. Tabenkin, IX Remez, I. Ben-Zvi, E. Golomb u. a. beteiligten. Gewinn-Bilanz aller Keren Hajessod- Arbeitersiedlungen Jerusalem (Palcor). •- Alle neuen, vom Keren Hafessod geschaffenen landwirtschaftlichen Arbeitersiedlungen haben jetzt erstmalig nach dreizehnjährigem Bestehen ihre finanzielle Jahresbilanz für 5(>9i mit einem Gewinn abgeschlossen, obwohl all diese Siedlungen im letzten Jahre eine große Anzahl neuer Einwanderer aufgenommen haben, die ihre Mitglieder/ahl um lU 13 "a der früheren Gesamtziffer erhobt haben. Iiis zu diesem Jahre pflegten fast alle Siedlungen, mit Ausnahme der ältesten, wie z. B. Dagania, Gan Schemuel und Geva, ihre Jahresbilanz mit größeren oder kleinereu Verlusten abzuschließen. Die diesjährigen Gewinne lassen sich durch die verschiedenen wirtschaftlichen Verbesserungen erklären, die in der letzten Zeit in den Siedlungen durch Verbilhgung der Produktion, die Einfuhrung moderner landwirtschaftlicher Maschinen, bessere Preise für die landwirtschaftlichen Produkte auf dem einheimischen Markte u. a. erzielt worden sind. Eine Ansprache Wauchopes An der am 15. Jan. abgehaltenen Feier des zehnjährigen Bestehens des Haifaer Technikums, die mit der Verteilung der Ingenieur-Diplome an die Absolventen der Anstalt und der Grundsteinlegung zu den Erweiterungs bauten verbunden war, nahmen etwa 300 Gäste teil. U. a. waren der High Commissioner Der Direktor des Technikums, Ing. S. Kaplansky (rechts}, und der High Commissioner Sir Arthur Wauchope (links) bei der Grundsteinlegung für den neuen Bau Foto: Chnrlotl* Meyer, Haifa Sir Arthur Wauchope, der stellvertretende Distriktskommissar, die Leiter der Regierungsabteilungen für Erziehungswesen, Zölle und technische Erziehung, Dr. Arthur Ruppin für die Palästina-Exekutive der Jewish Agency, Vertreter des Waad Leumi, des Keren Hajessod und anderer jüdischer Institutionen, der Bürgermeister von Haifa und zahlreiche prominente andere Gäste erschienen. Die Feier wurde mit einem Vortrag des Direktors des Technikums, Ing. S. Kaplansky, eingeleitet, in dem er die Entwicklung des Technikums schilderte. Sodann hielt Sir Arthur Wauchope eine Ansprache, in der er für die Einladung dankte und darauf hinwies, daß er selbst die Bedeutung der technischen Erziehung im Lande stets als wesentlich erkannt habe. Die durch das Haifaer Technikum gebotenen Ausbildungs-Möglichkeiten helfen der Jugend des Landes, wertvolle Bürger zu werden, und den Industrieunternehmungen, hochwertige Produkte zu erzeugen. Das Technikum habe seinen großen Wert bereits erwiesen. Seine Erweiterung sei wünschenswert, und aus diesem Grunde hat die Regierung beschlossen, ihm eine Beihilfe von £ 10 000 zu gewähren. Diese soll dazu dienen, die Ingenieurschule des Technikums zu fördern, die gegenwärtig Laboratorien für Physik, Chemie und Bauprüfung habe und dringend ein Laboratorium für Hydraulik benötige. Ferner soll 'die technische Mittelschule entwickelt werden, um im Laufe von 3 bis 4 Jahren die Schüler zu Werkmeistern im Baugewerbe und in anderen technischen Zweigen auszubilden. Mit Hilfe der Regierungsbeihilfe bestehe die Hoffnung, daß die Zahl der Schüler auf 100 erhöht werde. Der High Commissioner beglückwünschte hierauf die erfolgreichen Absolventen des Technikums und wünschte ihnen für ihre weitere Arbeit im Lande alles Gute. Nach dem High Commissioner sprachen Dr. Ruppin im Namen der Jewish Agency und des Waad Leumi und der Bürgermeister von Haifa, Hassan Bey Schukri. Mädchenausbildung im Beth-Zelroth-MIsrachl Jerusalem. Uns wird geschrieben: Hauptziel des Heimes ist, religiösen Mädchen aus allen Ländern im Alter von 14—17 Jahren die Möglichkeit zu einer allgemeinen hauswirtschaftlichen, gärtnerischen Ausbildung zu geben unter Hinzufügung von Hühnerzucht und Werkarbeit in einer ihrer Lebensweise und Weltanschauung entsprechenden Umgebung. Das Beth- Zeiroth-Misrachi ist zurzeit von 45 Mädchen besucht, unter denen 10 .Palästinenserinnen sind. Das Zusammenleben mit den Palästinenserinnen ist aus vielen Gründen anzustreben, besonders um die hebräische Sprache zur Umgangssprache Am nächsten Freitag arscheint die „Jüdische Rundschau" anläßlich der Palästina-Woche in Berlin und dem Reich mit einem bedeutend verstärkten und reich bebilderten Palästina-Teil Von der Woche In Jerusalem fand eine neurologische Tagung statt, um Fragen der psychischen Hygiene in Palästina und der Schaffung eines Systems psychiatrischer Kontrolle zu besprechen. Die Versammlung führte zur Gründung einer Neurologischen und Psychiatrischen Gesell* Schaft, zu deren Vorsitzenden "Dr. Hermann gewählt wurde. Dem Ausschuß gehören Professor Pappenheim und die Doktoren Rosenthal, Halpern, Rabinowitsch und Prager an. Wie uns aus Tel-Awiw berichtet wird, sind auch die weiteren Sinfonie-Konzerte unter der Leitung des Berliner Dirigenten Michael Taube (über das erste Konzert haben wir ausführlich berichtet) überaus erfolgreich verlaufen. Taube hat sich in kurzer Zeit große Beliebtheit beim palästinensischen Publikum errungen, und seine Leistung ist zweifellos auch für die Entwicklung der OrchestermusiK in Palästina von nachhaltiger Bedeutung. Der jugoslawisch-rumänische Kibbtiz des Haschomer Hazair „Ejn Hascharon" hat vom Jüdischen Nationalfonds 1200 Dunam Boden in El Hartije, an der Straße Haifa—Nazareth, zur Ansiedlung erhalten; die Seßhaftmachung dieser Chaluzim steht im Zusammenhang mit der Aufforstung des König-Alexander-Hügels auf dem Boden des jugoslawischen Kibbuz in El Hartije. Der Bühnenbildner Walter Auerbach, der am Berliner Kulturbund tätig war, hält sich studienhalber in Palästina auf. für alle zu machen.' In der ersten Zeit gestaltete sich dieses Zusammenleben zu einer Erschwerung, mit der Zeit finden die Mädchen jedoch in erfreulicher Weise den menschlichen Kontakt zueinander. Die Mädchen bleiben zwei Jahre im Heim, die Möglichkeiten für ein drittes Ausbildungsjahr als spezielles Berufsjahr bestehen. Das erste Jahr ist allen Zweigen der Haushaltsführung gewidmet, wie Kochen, Backen, Nahen, Wäschebearbeitung, Hausarbeit und -pflege, unter Hinzufügung von Gartenbau, Hühnerzucht und Werkarbeit. Jedes Mädchen arbeitet nach Möglichkeit im ersten Jahr in jedem dieser Zweige, so daß es nach Beendigung des ersten Jahres die Grundkenntnisse zur Führung eines palästinensischen Groß- und Familienhaushaltcs besitzen muß. Die Mädchen arbeiten ohne jede fremde Hilfe, die Anleitung in sämtlichen Zweigen erfolgt durch fachlich und pädagogisch geschulte Kräfte. Durch das Kennenlernen eines jeden Haushaltszweiges im ersten Jahr sind die Mädchen in der Lage, sich für das zweite Jahr in einem ihnen zusagenden speziellen Zweig auszubilden, so daß sie nach Ablauf des zweiten Jahres dann eine umfassende Ausbildung erworben haben. Die Mädchen lesen ferner Tenach, Dinim usw., sie beschäftigen sich aber auch mit bereits verarbeiteten Stoffen, die ihnen die Probleme vielleicht noch näherbringen können. Marianne Lewy. Jerusalems Wasserversorgung. Mit Rücksicht auf die großen Regenfälle in Palästina weist der Korrespondent der englischen Zeitschrift „The Near East and India" darauf hin, daß Jerusalem Ende Dezember bereits 160 mm Regen gehabt hat, etwa das Fünffache derselben Periode des vorigen Jahres. Es scheine eine Ironie des Schicksals zu sein, daß Jerusalem innerhalb weniger Tage das Dreifache des normalen Regenfalls einer ganzen Saison gehabt hat und daß die Wasserreservöirs für die Bedürfnisse des ganzen Jahres gefüllt wurden, gerade in einem Jahre, wo endlich eine Wasserleitung nach Jerusalem gebaut wird. Das Haifaer Trio (Torkanowsky, Prof. Zadri, Joseph' Weisgerber) gab am 5. d. M. im Rahmen der von der „Musical Society" in Haifa veranstalteten Abonnements-Konzerte sein erstes Konzert. Die „Palestine Post" vom 9. d. M. schreibt darüber •— nach einer Analyse des Programms: Trio von Arensky, Violoncellsonate in A-Dur von Beethoven und „Dumky", Trio von Dvorak — wie folgt: „Die Künstler hatten einen enthusiastischen Erfolg, und es muß ihnen eine große Genugtuung gewesen sein, daß die höchste Kunstform musikalischen Zusammenwirkens so gewürdigt wurde." Das Trio wurde auch für ein Konzert am 26. d. M. in der „Music Society" in Jerusalem verpflichtet. Hans Schrag-enKeiiH S chuhwaren M. d.j.CL' Siegfried Reis s Hur KurfurYtindamrn 61 <N*h« oti.«er Plaut Spezialität: m*$$°■W'W*T>: 4 Willy Heilbut Beeidigter Bacherrevisor ■WIM S4Z, wauertorttr.i-2. Fi Morttzoi.ms ► _Fam.iienforsci.iing., Stammbaume Minentafeln I HaeAwei* der •MlsstfiiM in DwtteMSM R. Simonis, Berlin -Friedenau OdenwaldatraBe 19. H3«292 Chemlsdie Reinigung NM Dir PHhl9 M«M Fiten HaRMM Dringt Inn weg Poisterntooiiraintgung i. h«», «>*. AUx„PO\.i„TC.n,sa^ BLUMANN aeerettr. 14.Tel.: Ii Boam.34U ■ micti ■ Irina I roisti Abholung, Lieferung frei Kau» rang I >:>">; I Ständiges inserieren bringt Bewit.nl —Kaminshi & Hassan- Rapid-Enttieckerel — schnell, gut, billig ftrbt, reinigt, kanatitocft, auch Teppich« e*,.jnB|.oc«. a Kwtfc.U..lg. Ourdlii«.-W..che illlHllBliESir. 4 AbholooJ und Znrt«Uon| frei H aea II BtimarckelCt BLUMEN-CAPBI ■•rlln W so, Splehernstr. 13 B 4 Bavarta 0*74 ——Palastina! Ehest« lieh verloben oder beteiligen, auaführliche Auskunft aalordern durch PriTatamkunltei Bankier Hugo Lery Hannover, BödekeratraBe 85 Polnische Rechtsanaalegenhaltan lurrfi Or. jur. Roman Pratxal Sachverständiger für polnUchea Recht und Dolmetscher der polnischen Sprache Berlin W IS, KurfBretendarara 4» 49 Tel.i Bi»m«r* 9373 Dame, m. gut. Hefer., schon in Palast, jrewrs.. will Pfleg«bedürft, od. Kinder bald naen Palästina begleiten Zu«*ir.erb.u.C 15 an Am.- AbuMemekpslr. I Dame, Anfang «0, aueht gebildete Partnerin tu gemeint. Beauch wissensch. und kfinitt. Veranst. OK. unt. B 986 an die An2.-Aot, MetnckeitraBe 10. Walter Schott Der RadmiechniKer lur jeden Fatanenstrafie 18 gegenüber der Synagoge Huf: J 1 (Bismarck) 3063 Beginn 28. Januar Betty Vogel s Inventur »-Vor kau f. *lellt einen grollen Posten limhinodti liüfigürlel Cummisdilüpfir Corsclettes Strumpfgürtel ,,„./ Büstenhalter ». u [»ni b e <1 c u I r n il h e r h I) g «• - »elilen Preiien »um \erknuf Audi |Mn/ groll.' 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D I (Ralnlctenaorf) MI7 mtfbaitransport-spadraon-Lagerhluser a spaziaitt.: Palästina-Transporte XX In Liftvans u. Sammelladung ~ Vom PalAstina-Amt empfohlen Ausbürgerung*- —, Ausländer- und Nlchlarler-Angelegenheiten berat n. bee^itaditet ala Spezialist hob. Beamter a. U. Keehtzeit- Meldung notwendig unter M 222 a. d. Anz.-Abt.. Meinekeetr. 10

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