Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 4 (11.1.1935)
- Date
- 1935-01-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2653827-2653831--26270-2687643- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 2× ep/1047930
OCR text
JODISCHE RUNDSCHAU Jugend-Rundschau NR. 4, 11. JANUAR 1935 r- Eintritt ins Leben der Arbeit Jugend - Alijah in Palästina Kibbuz Haschomer Hazair Kinereth, Ende Dezember 1934. An dem Tag, als die Nummer 100 der „Jüdischen Rundschau" vom 14. 12. 34 bei uns eintraf, und wir unter „Berliner Rundschau" den Aufsatz: „Fröhliche Alijah" lasen, der die Abreise von 150 jüdischen Jugendlichen nach Palästina beschreibt, war diese Jugend bereits im Lande angekommen und schon auf dem Wege, sich in ihr neues Leben einzuordnen. Es soll nun versucht werden, einen Eindruck zu vermitteln, wie die Einordnung dieser jungen Menschen in unserem Kibbuz vorbereitet war und wie sie selbst bei ihrer Ankunft hier empfangen wurden. Das Tagesgespräch Schon seit Wochen bildet das Ereignis der ersten Ankunft deutscher Jugendalijah im Emek Hajarden das Tagesgespräch in den Kwuzoth von Kinereth, Dagaru'ah, Bethsera und Geshcr, auf die etwa die Hälfte der Gruppe verteilt werden soll. Bei gelegentlichen Zusammenkünften zwischen Mitgliedern der verschiedenen Siedlungen werden Vergleiche angestellt, wo das Haus für die „deutschen Kinder"' wohl schöner, komfortabler, bequemer sei, welche Kwuzah mehr Jugend aufnehmen könne und welche nur weniger oder am Ende gar keine u. a. m. In unserer noch verhältnismäßig jungen Wirtschaft, in der bisher mir Holzbaracken standen, wird mit Hochdruck am ersten B e t o n Ii a u s gearbeitet, das für die Jugend aus Deutschland bestimmt ist. Alle nur irgend verfügbaren Arbeitskräfte werden an den Bau beordert, um noch rechtzeitig das für hiesige Verhältnisse stattliche zweistöckige Haus fertigzustellen. Die meisten Witze, die bei der Arbeit vorkommen, die meisten Unterhaltungen in den Arbeitspausen haben die Jugendlichen aus Deutschland zum Gegenstand. In langen Sitzungen an den Abenden werden die vielen schwierigen Fragen, die sich aus dem Problem der Eingliederung ergeben, besprochen: Arbeits- und Unterrichtseinteilung, Lehrsystem, Art der Lehrkräfte, sprachliche, kulturelle, ökonomische Einordnung, Organisatorisches usw. In jeder Siedlung wird eine Chavverah mit der Fürsorge für die Jugendlichen betraut, möglichst eine aus Deutschland stammende oder wenigstens eine mit guten kenntnissen, damit die „Kinder" außer Gruppenführer auf diese Weise noch ein zur Kwuzah haben. deutschen Sprachihrem jeweiligen Verbindungsglied sie nur ■?« Die letzten Vorbereitungen Endlich naht der Tag der Ankunft heran. „Was sie wohl zuerst sagen werden?", „Wie aussehen?", „Ob sie sich auch wohlfühlen werden bei uns und viele andere Fragen schwirren den ganzen Tag durch die Luft; es ist ergreifend für mich als deutschen Juden zu sehen, wie diese Juden aus Rußland, die den Kern unseres Kibbuz ausmachen, die selbst unter schwersten Opfern die Wirtschaft aufgebaut haben, die großenteils wegen ihrer zionistischen Einstellung von der Sowjetregierung nach Sibirien deportiert wurden, bevor sie nach Erez Israel kommen konnten — wie diese Menschen sich mit einer Herzenswärme auf die „neuen Chaluzim" aus Deutschland freuen und alles tun, um ihnen die erste Zeit so angenehm wie nur möglich zu gestalten, wie es eine Mutter kaum besser könnte. Ein Chawer, der über einen guten Photoapparat verfügt, muß Aufnahmen bei der Ankunft machen, der Kibbuz wih die Gesichter bei der Ankunft, sogar die Koffer, das Auto, mit dem sie kommen, jede Einzelheit für später in seinem Albuin festgehalten wissen. Für den Abend des Ankunftstages ist ein großer Empfangs-Festabend in der Schule von Daganiah in Aussicht genommen, an dem alle umliegenden Kwuzoth teilnehmen werden, unter Beteiligung von Vertretern jüdischer Behörden aus Jerusalem und aus Tel-Awiw. Und nun ist der Tag ihrer Ankunft in Haifa gekommen; von unserem Kibbuz ist ein Chawer an den Hafen gefahren, um unsere Gruppe in Empfang zu nehmen und hierher zu geleiten. Man diskutiert bei uns eifrig darüber, wie sie wohl die Fahrt überstanden haben, wie ihnen die Impfung bekommen wird u. a. m. Die erste Nacht wird in Haifa verbracht, am darauffolgenden Tag fahren unsere Jugendlichen an ihre Wohnplätze; Gelegenheit zur Besichtigung von Stadt und Land soll ihnen auf späteren Ausflügen gegeben werden. Unsere Chawerim stehen in Gruppen beisammen, lassen Arbeit Arbeit sein und warten, warten voller Spannung... Die letzten Vorbereitungen werden in Eile und Liebe getroffen: alle erhalten noch rasch bunte Tischdecken und frische Blumen in ihre Zimmer gestellt, jeder gibt vom Eigenen, was nur irgend entbehrlich ist, um die Jugend so warm und so herzlich wie möglich zu empfangen; keine Mühe ist zu groß, um es den Neuankömmlingen noch eine Kleinigkeit behaglicher zu machen. Einer bemerkt fast neiderfüllt: „Wirklich, wie Grafen werden sie empfangen, bei uns wurden zwei Holzkisten und ein Strohsack darüber als Bett hergerichtet, als wir herkamen!" Sie kommen! Da, ein telephonischer Anruf: In fünf Minuten kommen sie!! Und wirklich wird nach wenigen Minuten der mit Spannung erwartete Omnibus in der Ferne gesichtet. Aufgeregt und sich seiner Verantwortung bewußt läuft unser Photograph hin und her, um sich den günstigsten Standort auszusuchen, von wo er mit seiner Kamera den noch fahrenden Wagen zuerst erwischen kann. „Sie kommen", „sie sind da" ruft mau und alle strömen zusammen, auch wer bis jetzt noch still und in gewohnter Weise seiner Arbeit nachgegangen war. Und nun fährt der Bus in den Hof ein, hält, und — vor dem Aussteigen noch rasch eine Aufnahme! -- sie steigen aus, zuletzt unser Chawer, der als Abgesandter nach Haifa gefahren war. Befangenes, schweigendes, gegenseitiges Befrachten .., Jetzt ist nicht der Ort und nicht die Zeit zu langen Begrüßungen. Zwei Jungen klettern auf das Dach des Autos und helfen beim Herabreicheu der Koffer, der Omninus hat es eilig und muß wieder nach Haifa zurück. Orofier Tag In Daganiah Lassen wir die Jugend sich etwas erfrischen und stärken und sich von den Strapazen der Reise etwas erholen, währeno. wir nach dem benachbarten Daganiah fahren. Je näher man der schönen Schule kommt, desto stärker steigt einem angenehmer Duft von Schokoladentorte in die Nase: Hochbetrieb in der Küche, wo die „Konditoreifachleute" aus den umliegenden Kwuzoth gemeinsam für den Abend arbeiten. Im Saal drinnen wird das Klavier von einem noch in letzier Minute aus Haifa herbeigerufenen Fachmann gestimmt, bunte Willkoinmensplakate werden angefertigt und an den Wänden des Saales befestigt, der Boden gescheuert, die Bänke abgerieben, ein riesiger hufeisenförmiger Tisch voller Blumen, Süßigkeiten und Früchte hergerichtet; in den Ecken stehen einzelne Gruppen beisammen und beraten sich über Reihenfolge und Inhalt des Festprogramms: der Ansprachen und der künstlerischen Darbietungen; mit den benachbarten Siedlungen wird telephoniert, um noch rasch letzte Verständigungen auszutauschen. Daganiah hat einen großen Tag, der viel Arbeit, Umsicht und Organisationstalent erfordert; all die Gäste müssen untergebracht werden, Schlafstellen zugewiesen erhalten. Aber nach außen ist alles wie sonst: jeder geht seiner Arbeit nach, nur der Eingeweihte merkt, daß „etwas los" ist. Am Spätnachmittag ist endlich alles soweit fertig, Wagen un<i Autos bringen aus der Nachbarschaft die Neuankömmlinge heran, die den festlich erleuchteten und geschmückten Saal betreten, nach ihnen die Gäste von nah und fern, die Chawerim und Chawcroth der Kwuzoth. Das Fest Eröffnet wird das Fest mit dem Gesang der „Tcchesakna". Die Worte Bialiks graben sieh gerade bei einem solchen Anlaß besonders tief in alle Herzen ein. — Daun erhebt sich Henriette Sz old, Leiterin des gesamten Jugendalijahwerkes, und begrüßt die Neuankömmlinge. Und diese Frau spricht -so voller Lebens- und Jugendnähe, daß man es verstehen muß, wenn später ein Chawer von ihr sagte, sie sei in Wirklichkeit die jüngste im Saale, in einem Kreis von Menschen, in dem nicht die Anzahl von Jahren, sondern die Bereitschaft zu ehaluzischer Arbeit das Alter des Menschen bestimmt. Nach ihr sprechen Vertreter aller Kwuzoth aus der Umgegend zu der jüdischen Jugend aus Deutschland, und aus aller Worte war es herauszufühlen, wie sehr sich diese Menschen der großen Verantwortung gegenüber dieser Jtl* gendalijah bewußt sind, wie sie mit Herzenswärme bereit sind, ihr ein I leim zu bereiten . .. Bei manchen klingen Erinnerungen an die eigene Jugend, an die eigene Alijah an, und dann bricht unverhohlen die Freude darüber durch, daß das Werk so weit gedeihen durfte, daß heute bereits Eltern ihre Kinder dahin schicken können, wo vor nach nicht allzuviel Jahren ein Nichts war... Einer der Jungen aus Deutschland antwortet, dankt in fließendem Hebräisch den Gastgebern. Und dann spricht ein Bjähriges Mädchen, das in Daganiah auf die Welt gekommen ist, zu ihren neuangekommenen Altersgenossen und sagt ihnen in wenigen, aber um so packenderen Worten, wie sehr sie, die Schulkinder in den Kwuzoth, schon lange sehnsüchtig auf die Jugend aus Deutschland gewartet hätten. Wieder antwortet einer von den Jungen aus Deutschland in gutem Hebräisch. Und als die alten Chawerim diese Jugend sehen und sprechen hören, schauen sich viele von ihnen an: sie wissen jetzt wieder einmal, daß ihre Opfer nicht vergeblich waren, daß ihr Werk Zukunft haben wird. Zwischen den Reden ertönt Musik: ein Chawer aus dem Emek trägt selbstverfaßte, bei der Arbeit entstandene palästinensische Lieder vor, ohne Begleitung, und läßt sie stückweise gleich von uns wiederholen, da er will, daß man sie lernt und behält; es sind Weisen, die in ihrer Natürlichkeit unmittelbar aus der Landschaft Erez Israels aufzusteigen scheinen. Dann ertönen Klänge von Schumann und von Bralims am Klavier, und es ist schwer zu sagen, was diesen jungen, soeben von Europa angekommenen jüdischen Menschen mehr ins I ler/, dringt: eine Bruhmssche Rhapsodie oder ein palästinensisches Hirtenlied. Nun sind sie aufgenommen, diese Neuen, aufgenommen in den Kreis der Chaluzim luv Israels, und wir alle singen gemeinsam mit ihnen unsere jüdischen 1 ieder, eines reiht sich an das andere, immer brausender wird der Chor, bald genügt es nicht mehr, ruhig zu sitzen und zu singen, Tische und Stühle werden weggeräumt, die Jungen fassen sich um die Schultern und tanzen, tanzen eine Horn: zuerst nur wenige, dann kommen die anderen, die Runde wird größer, zwei, drei, vier sich ineinander bewegende Kreise von starken und jungen, tanzenden und singenden jüdischen Menschen. R c u b e h J a c o b i II Haus der Jugend" in Jerusalem Ein neuer pädagogischer Versuch Die Alijah aus Deutschland hat eine Fülle von Neuem auf gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Gebiet zur Folge gehabt. Eine große Anzahl dieser Neugrtindungen, wie Pensionen, Beratungsstellen, Vermittlungen, sind einem aktuellen, oft nur vorübergehenden Bedürfnis angepaßt. Hierzu gehören auch in der Mehrzahl die Gründungen von „Kinderheimen". Viele Einwanderer sehen sich genötigt, sich zunächst für einige Zeit von ihren Kindern zu trennen, um ungestört die vielen Fragen, die sich dem Neueinwanderer entgegenstellen, zu klären. Nur wenige komnjen. mit einem sofort durchführbaren Plan ins Land. Schon die Wohnungsfrage stößt auf ungeahnte Schwierigkeiten. Auch das Interesse der Kinder spricht hierbei mit. Diese würden im Durcheinander der ersten Wochen oder Monate hin- und hergeworfen und sollen lieber schnell in den Unterricht und besonders in die Fürsorge eines hebräischen Lehrers übergeführt werden. So leisten diese Kinderheime zweifellos Gutes, wenn sie von geeigneter Hand geleitet werden. Dabei konneu sie aber nicht mehr sein als ein Schutz junger und jüngster Menschen vor räumlichem und seelischem Ungemach, eine Erleichterung des Ueberganges und eine Grundlage für die Erlernung der hebräischen Sprache. Viele Kinder leiden seelisch unter der plötzlichen Veränderung des Landes und Klimas, des Freundeskreises, der Sprache und des gesamten Gedankenkretees. Insbesondere bei sensiblen Naturen wird hierdurch häufig die nervöse Veranlagung verstärkt. Hier bieten Kinderheime, die in bevorzugter Lage am Meere oder im Berglande oder in einem ruhigen Vororte untergebracht sind, zumal wenn sie ärztlich geleitet oder überwacht werden, Beruhigung und Heilung. Wieder andere Heime bieten überhaupt nur eine vorübergehende Unterbringungsmöglichkeit. Eltern, die für ihre Kinder eine ausgiebige Einführung in palästinensische Art und hebräisches Leben und eine Hachscharah für die Zukunft haben wollen, überließen sie den bekannten großen Erziehungsanstalten oder den neu gebildeten Kindergruppen. Daß hierbei sehr schwere Probleme entstehen, CHALUZIM Ein Duft von Ernte und von Sonne hing Im Kornfeld, «»» man noch Getreide band Und Garbe endlos hinter Garbe stand. Die Dämm'rung erst gab ihnen einen Wink, Da legten sie die Arbeit aus der Hand, Und in dem reifen Juliabend ging Nun jeder heimwärts durch das müde Land. Wenn sie so leicht und so gelassen schreiten, Als sei ein Erntetag mit all dem vielen Mühsel'gen Schafjen nur für sie ein S/nelen, Dann ahnt man es vielleicht: daß diese breiten Verwelkten Hände mit den harten Schwielen Die Zukunft uns'res Volkes neu bereiten Zu freiem Lehen und zu großen Zielen, Rolf lladlauer, Kinder, die in eine hebräische und palästinensische Lebens« form hineinwachsen und in dieser Form erstarken sollen, und für Kinder, denen in den großen dorflichen Kameradschaften oder in der Stallt oder im Liternhause seelische Schwierigkeiten entstehen". Hinter diesem knappen Hinweise des Prospektes steckt eine Fülle von wertvollen Gedanken. Gerade Eltern aus Deutschland werden verstehen, wie die Lebenshaltung in einer isolierten Dorfgemeinschaft die Kinder leicht in Vereinsamung und Opposition hineindrängt, die durch die ungeheure Veränderung des gesamten Daseins hervorgerufen wird. So manche Kinder können die Stadt mit ihren Straßen, Schaufenstern, Plakaten usw. nicht missen und wollen von Zeit zu Zeit mit einem Schritt in die betriebsame Allgemeinheit untertauchen, würden jedoch, wenn sie in der Stadt selbst lebten, nicht in den Geist des hebräischen Landes eingehen. Das „Beth Hanoar" sucht diesen Kindern in mannigfacher Weise gerecht zu werden. Teilahme an gewissen häuslichen Arbeiten, wie Betten und Zimmer ordnen, die Bereitung des Eßtisches und die Pflege des Eßraumes, Pflege des Gartens, kleine Reparaturen wollen das Gefühl der Verantwortlichkeit und die Freude am eigenen Heim vermitteln, Tisch« lerei, Zeichnen, Kleb- und Papparbeiten, Hühnerzucht führen in die körperliche Arbeit ein, die Pflege des jüdischen Liedes und der Künste, die Lektine einer hebräischen Zeitung, Wanderungen in die Altstadt von Jerusalem, in die verschiedenen Stadtviertel, um die Mauer in die arabischen Siedlungen, Besuch der llabimah usw. Illingen die notwendige Verbindimg mit dem Leben des Jischuw. Line wertvolle Stütze erhalfen diese Bemühungen in den Aussprachen über alles, was mit dem Judentum, dem Lande und seinen Bewohnern in Beziehung steht. Man baut mit großem Eifer eine Sukkah und läßt auf der anderen Seite einen Spaziergang über die laffastraße und einen Besuch des Kinos machen. Dabei ist klar, daß die hebräische Sprache den wichtigsten Platz erhalt. Wo schnellere Fortschritte in der Erlernung der Sprache erforderlich sind, >teh<-.i besondere Kur-c zur Verfügung. Seit Beginn des neuen Schuljahres ist die Anstalt in' der Lage, ihre Zöglinge in die erweiterte, naheliegende Schule von Frau Nathan (früher Berlin) zu schicken. Bedeutende Erweiterungen sind geplant: Ausbau zu einem umfassenden Erziehungsheim, Aufbau von Handwerksabteilungen, wie Buchbinderei, Schlosserei, physikalisches und chemisches I aboratorium für künftige Geouuicr, Drogisten usw., Töpferei u. a. Angliedcriing eines Kleinkinder- Internats, Abteilung für schulentlassene Kinder, hauswirtschaft« liehe Abteilung. Freilich bedarf es hierzu erheblicher Zuschüsse und vor allen Dingen der Bewilligung von eigenem Boden und eigenem Haus. Auch die hebräische Jugend« büchcrei ist noch bedeutend zu erweitern. Philipp Lewinski, Regiertmgsbaumeister a, D., Haifa Berlin. liegt auf der Haitd, denn der Gegensatz, zwischen einer deutschen Großstadt und einer palästinensischen dörflichen Kwuzah ist gewaltig. Hier war Raum für ein Werk, das nicht nur ein augenblickliches Bedürfnis befriedigen, sondern eine Lücke im Erzich ungsw es en des Landes ausfüllen will. Vor einigen Monaten erfolgte die Umwandlung eines Kinderinternates in dem klimatisch ausgezeichneten Vororte T a I - pioth bei Jerusalem in ein „Haus der Jugend", das sofort in maßgebenden Kreisen des Erziehungswesens und der sozialen Fürsorge lebhaftes Interesse erregte. Das „Haus der Jugend" (hebt. „Beth LIanoar") soll ein Heim sein für Kinder, „die sich nicht auf einen Berufszweig oder eine Lebensriehtung festlegen, und deren Eltern sich nicht auf lange Zeit binden wollen oder können, für Die Hechaluz-Bewegung in England In einem kleinen stillen Hause in einer noch stilleren Nebenstraße in Whitechapel versammeln sich mehrmals in der Woche einige junge Menschen. Nur wenige wissen um sie Bescheid. Sie sind die ersten C h alu/.im Engl x n d s, die dort ihre Snif-Abende mit Hebräischlernen, zionistischen und allgemein-jüdischen Vorträgen abhalten. Vor etwa zwei Jahren kamen einige junge Menschen zusammen und gründeten die H i s 1 a d i u t h I I c c h aluz B' Anglia. Damals waren es nur wenige, heute ist die Zahl derjenigen, die sich zur chaluzisch-zionistischeu Idee bekennen, in London auf über hundert gewachsen. Vor einigen Monaten wurde auch in Manchester ein Snif (Gruppe) des Hechaluz gegründet, dem jetzt 1t 20 Chawerim angehören. Auch in l.ceds und einigen anderen Städten Englands sind zurzeit Snifim des Hechaluz im Entstehen begriffen, so daß der Hechaluz in England jetzt etwa 135-4 10 Mitglieder zählt. An der Spitze der Bewegung steht die Moazah in London, die aus fünf Chawerim besteht. Der Snif in Manchester steht in enger Zusammenarbeit mit der Moazah. Zwei seiner Mitglieder fahren jeden Monat nach London. Sowohl in London wie auch in Manchester sind in den Snifim einige Chawerim aus Deutschland, die zum Teil auch in ihren Herkunftsstädten dem Hechaluz. angehörten und nun einen wesentlichen Anteil an der Arbeit des englischen Hechaluz. haben. \*m