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Jüdische Rundschau · 1935-01-11 · Heft 4 (11.1.1935) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 4 (11.1.1935)
Date
1935-01-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 4, 11.1.1935 Kampf um Jiddisch in Tel-Awiw Eine jüdische Schiffahrtslinie Tel -Awi w, 8, Januar. (JTA ) In eine vom Klub jiddischer Schriftsteller und Journalisten Tel-Awiws veranstaltete Konferenz, drang eine (iruppe junger Leute ein, protestierte laut Regen den öffentlichen Gebrauch der jiddischen Sprache in! rc/ Israel, schaltete das Licht aus, schlug die Fensterscheiben ein und zerstörte die Inneneinrichtung. Verletzt wurde niemand. Die Leitung des jiddischen Klubs ersuchte den Warschauer jiddischen PEN- Kltilt telegraphisch, gegen die Vorgange in Tel-Awiw zu protestieren. New York, 8. Januar. (JTA.) Eine Konferenz jiddischer Schriftsteller und Kulturarbeiter New Yorks befaßte sich mit der jüngsten Aktion gegen Jiddisch in Palästina und beschloß die Oründimg einer „Liga für das Recht des Jiddisch in P a I ii s t i n;t". (*.* So sehr wir selbstverständlich für die Herrschaft des Hebräischen in Palastina eintreten, so deutlich müssen wir jedoch derartige Vorkommnisse, wie das hier erwähnte, mißbilligen. Wir glauben, daß (iewaltmethoden in geistigen Kontroversen unter allen Umständen auszuscheiden haben. Uebereifer kann hier nur schaden, indem er die Sympathien der Oeffentlichkeit von den Fanatikern des Hebräischen abwendet. — Ked.) Von der Woche Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, soll die Jleue i. i r u n d s t e u e r v e r o r d n u n g, durch die an Stelle der bisherigen (irundbesitzsteuer und des Zehents eine einheitliche Grunde rtragssteuer treten soll, v o m 13. Januar in Kraft gesetzt werden. Wie aus Jerusalem berichtet wird, hat der Vorsitzende der Berliner Jüdischen (iemeimle. Direktor Heinrich Stahl, das Haus lies jüdischen Nationalfonds besticht. Direktor Stahl und seine Gattin haben sich, bei ihrem Besuch in das Goldene Buch des KKI. eingetragen. Im Auftrag der Palästina-Regierung wird der ehemalige GeneraldirtMor der (ireat Western Raiiwav, Sir Felix Pole, ein Mitglied des Beirats für koloniale Entwicklung, Mitte Januar eine F. \ p e r t i s e u b er die finanzielle n u n d w i r t s c Ii a f t I i c h e n V e r h ä 11 n i s s e. d i e b e i der g e - plante n V e r I e g u n g d e s Bis e n b a h n k n o t e u p u n ktes v o n I u d d in d i e u n m i 11 e I b a r e N a c h barsch a 11 \ o n T e I - A w i w ii n d J a f f a u n d für den Bau e i ii e r Z w e i g I i n i e z u m J a f f a e r Hafen i n B e - t rächt kommen, erstatten. Man glaubt, dalS die auf 35»)«MI Pfund gesellatzten Kosten der Verlegung durch die Frluiliimg des Verkehrs und Güterumschlags kompensiert werden wurden. Am 1. Januar wurde der zunächst für eine beschränkte Zahl von PiM« intern zugelassene T e 1 e g r a m m v e r k e h r i n h e b r ä i s c h e n S c h r i f t z e i c h e n in Palästina eröffnet. Das erste Telegramm in hebräischer Schrift wurde von Israel Amikam abgesandt, der einen jahrelangen Kampf um die Zulassung der hebräischen Schrift im palästinensischen Telegrammverkehr geführt Hat. (Von unserem palästinensischen Korrespondenten) gl. Tel-Awiw, 3. 1. 1935. Eine Gruppe deutscher Juden in Palästina unter der Führung von Arnold Bernstein, dem bekannten Hamburger Reeder, hat die P a 1 e s t i n e S h i p p i n g Company Ltd. mit einem Kapital von 60ODO Pfund gegründet und geht daran, eine jüdische Schiffahrtslinie zwischen Haifa und T r i e s t zu schaffen. (Schon kurz gemeldet. — Red.) Die see- und handelstechnischen Aufgaben des Unternehmens liegen bei der Agentur von Arnold Bernstein, der in Haifa eine Reederei gegründet hat. Ihr Leiter ist Herr Hirschkowitz, der Manager der Shipping Company ist Dr. Siegmar Ginsburg, dem deutschen Zionismus aus seiner Arbeit in Königsberg seit Jahren bekannt. Den Dienst zwischen Haifa und Triest übernimmt der 10 000-Tonncn-Dampfer „T e 1 - A v i v", der am 22. Februar in Haifa eintrifft, um seine Fahrten anzutreten. Das Schiff wird unter palästinensischer Flagge segeln. Die Regierung ist im Moment beschäftigt, die nötigen Regulationen für die palästinensische Flagge herauszubringen. Bisher gab es keine Fahrzeuge unter diesem Zeichen. Das Schiff ist als Einklassendampfer eingerichtet. Die Preise sind entsprechend den Kabinen leicht gestuft, jedoch stehen alle Decks und alle Aufenthaltsräume allen Passagieren gleichmäßig zur Verfügung, was fraglos von den Reisenden als ein großer Vorzug empfunden werden wird. Das Schiff soll außer den gut ausgebauten Aufenthaltsräumeu eine Synagoge enthalten. Ueberhaupt wird der jüdische Charakter des Dampfers betont. Ein großer Teil der Besatzung und des Bedienungspersonals sind Juden, außerdem werden von der Leitung 12 jüdische Schiffsjungen aufgenommen, die an Bord ihre Ausbildung als Seeleute erhalten sollen. Die Gesellschaft will es übernehmen, diese jungen Leute, wenn sie sich bewähren, später auf Seefahrtsschulen im Ausland zu schicken, um so einen Nachwuchs für die Schiffsmannschaft heranzuziehen. Man hofft damit, die Grundlage für eine jüdische Seefahrt zu legen. Der Unfug des Privatßc'des. Schon zu wiederholten Malen erhielten wir aus verschiedenen Orten (bes. Kolonien) Palästinas Zuschriften, die auf den Uebelstand hinwiesen, daß verschiedene Arbeitgeber ihren Arbeitern den Lohn nicht in barein Geld auszahlen, sondern in Anweisungen, „Pitkaot" (Zettel), wie sie genannt werden. Diese Anweisungen lauten auf ein bestimmtes Geschäft oder ein Restaurant, wo sie in Zahlung genommen werden, und zwingen dadurch den Arbeitnehmer zum Einkauf in dem betreffenden Geschäft. In den Zeiten der Arbeitslosigkeit und der Krise ist dieser Brauch in Palästina aufgekommen; in der jetzigen Zeit der großen Konjunktur besteht aber nicht der geringste Anlaß, ihn fortzusetzen. Die betreffenden Arbeitnehmer haben dadurch nicht nur Unbequemlichkeiten, sondern auch Verluste, da solche Zettel, zumal man sie für bestimmte Gelegenheiten aufbewahren muß, naturgemäß leichter verloren gehen als Geld. Es wäre zu wünschen, daß eine palästinensische Instanz, vielleicht der Waad Leumi, sich um diese Sache kümmert und dafür sorgt, daß die Unsitte der Pitkaot abgestellt wird. Menachem Sambursky Am 29. Dezember starb ganz unerwartet im Alter von etwa 68 Jahren in Tel-Awiw einer der ältesten Zionisten, Menachem Mendel Sambursky, der schon in der Zeit der Chibbath-Zion ein verständnisvoller Arbeiter für Erez Jisrael gewesen ist. Beim ersten Auftreten des durch Herzl formulierten politischen Zionismus stand er bereits in der Reihe der Streiter für die nationale Idee und die Zionistische Organisation und wurde in Deutschland einer der ersten tätigen Zionisten. Um ihn sammelten sich in Königsberg, wohin er von seiner litauischen Heimat gekommen war, die ersten Kreise, unter denen er die nationale Idee und zugleich die hebräischen Sprach- und Kulturbestrebungen verbreitete. Damals wurden seine Handclsaufsätze in der hebräischen Tageszeitung von St. Petersburg, dem „Hameliz", sehr beachtet. Als ein hervorragender Kenner der hebräischen Literatur legte er nicht bloß den größten Wert auf die gesprochene hebräische Sprache, sondern besonders auch auf ihren jüdischen kulturellen Inhalt. Er hatte die Freude, daß er in seinen Kindern die Früchte seiner erzieherischen Arbeit sah. Später siedelte er von Königsberg nach D a n z i g über und wurde auch dort einer der Führer der Bewegung, der sich seiner ganzen, ihm angeborenen Bescheidenheit gemäß gern still im Hintergrund hielt und doch führte. In Danzig hat er leider seine Lebensgefährtin verloren und hat den Schmerz, erlebt, daß ihm eine Tochter, wenige Tage bevor sie als Chaluzah nach Erez Israel übersiedeln wollte, durch eine Krankheit genommen wurde. Den Lesern hebräischer Zeitschriften und Zeitungen ist der Name Menachem Sambursky seit Jahrzehnten bekannt. Und nachdem er vor etwa drei Jahren hierher gezogen war, hat er sich auch in der hiesigen Tagespresse bekannt gemacht. Sein Sohn Dr. Schmuel Sambursky, der vor allem in Holland sich wissenschaftlich ausgezeichnet hat, ist an der Jerusalemer Universität Lektor für Physik, während sein jüngerer Sohn, der sich in Deutschland in der zionistischen Bewegung betätigte und besonders durch seine musikalische Begabung bekannt geworden ist, in Tel-Awiw wirkt. Nach seinem Wunsche ist Menachem Mendel Sambursky auf dem neuen Friedhof in Tel-Awiw beigesetzt worden. Trotz dem Regen hatte sich ein zahlreiches Trauergeleit eingefunden. Mit Recht gehörte der Verstorbene zum „Brith Rischonim", dem Bunde der ersten Erbauer des Landes. Sein Andenken wird zum Segen bleiben. Heinrich Loew« Dürfen Touristen Arbeit annehmen? Haifa, 8. Januar. (JTA.) Durch eine Entscheidung des Vorsitzenden des Haifaer Gerichts, W. C. Curry, wurde festgestellt, daß Personen, die zu vorübergehendem Aufenthalt als „Touristen" nach Palästina kommen, berechtigt sind, Arbeit anzunehmen. Ein Tourist aus Aleppo war unter der Beschuldigung, in Palästina Arbeit angenommen zu haben, ohne im Besitz einer Einwauderungscrlaubnis zu sein, als „illegaler Einwanderer" angeklagt worden. Demgegenüber wies der Verteidiger Argaman darauf hin, daß die Immigration Ordinancc keine Bestimmung enthalte, derzufolgc die Annahme von Arbeit in Palästina durch Touristen verboten sei. Der Richter schloß sich dieser Ansicht an und sprach den Angeklagten frei. MAXRIEGEI I OPTIK Partner Sir. 28 29 FOTO; J2 0!iva 5561 '<*. d. Handw. - V. Lief, d. Krankenk JOB BERTHOLD NEUMANN Jg PIANOS-RADIO TTTT KurfOrstendamm 205 J 1 Bismarck 3716 1 T*\.t C t Stelnpl. 5433 Neu Schreibrnasch. Gebr.! Eigens Reparaturwerkstatt Preiswerte Reinigung in». Friedrich Rotholz Charlhg., Frinibenrntr 37. Mtyl. d. i. H.V. Einl.jad.Ladengcnchift Leo Grilnspolin Gelegenheiten in sämtlichen Systemen. CharlottBnstr. 26, Leipiig. Eck / AI D6nh. 2608 Schreibmaschinen Eigene Reparaturwerkstatt. ALBRECHT, BlamarckatraQe 4 am Knie C 4 Wilhelm 4838 HOTELS* PENSIO NE N U ND SA NATO RIEN AMSTERDAM PENSION ESPLAN ADE Amsterdam- Z. Honlngmneuie» IM Teleion 92017 Schön« Zimmer / .Modernef Komiort Voriügl. Varpllaguno / Ruhig« Lage Garten. Ziv/ Preise Amsterdam - S. Pension EhLrÄB mndern einher. Zimmer mit allem Koraf , streng rit. Ve pSicfun^. Zeit gemaO*: Preise. 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