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Jüdische Rundschau · 1935-01-04 · Heft 2 (4.1.1935) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 2 (4.1.1935)
Date
1935-01-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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mm JODISCHE RUNDSCHAU Berliner Rundschau NR. 2, 4. JANUAR 1935 H Jüdisches Musikleben Kulturbundkonzerte des Monats Chor- und Kammermusik Kipnis singt Das interessanteste, wenn auch vviderspruchvollste Konzert war das Paul Arons, des früheren höchst aktiven Vorkämpfers der Moderne in Dresden. Einen ganzen Abend fast nur wenig bekannte und dazu neuere Klaviermusik zuspielen, ist eine lobenswerte Kühnheit, die auf Süßeren Beifall verrichten kann. Arou hat eine außerordentlich sichere und vielfältige Spieltechnik, eine angenehme Präzision im Anschlag, dazu eine Neigung, Rhythmen herauszuarbeiten, die ihn gerade für zeitgenössische Musik geeignet macht. Aber alle diese Eigenschaften bleiben starr vor dem Kunstwerk selber. Chopin, Brahms waren kaum wiederzuerkennen; dagegen klangen Debussy, Hartok, Castelmiovo-Tedesco (Tänze des Königs David) interessant, zuweilen aber auch zu konzertant, trotzdem sie zum Teil stilistisch zur Vergangenheit (wenn auch zur jüngst verflossenen) gehören. Für die im Laufe des Abends immer mehr hervorbrechende Virtuosität Arons hatte das Publikum mehr Verständnis. Wilhelm Glitt mann stellte Lieder von Edvard Moritz, Gerhard Goldschlag, Heinrich Schalit und Max Kowalski zur Diskussion. — fast alles Musik, die aus einem weniger problematischen Stilwillen als dem der heutigen Avantgarde kommt. Moritz ist in den Kulturbundkonzerten bald heimisch geworden; in kurzer Zeit ist er dreimal zu Worte gekommen. Ganz romantischen, aber doch gediegenen Lyrismen ist Goldschlag ergeben. Kowalski gelang es, mit dem Zarenlied (Klabund) ein Werk von balladesker Eckigkeit und Aggressivität zu schreiben. Schalit (Gedichte von Heine, Dauthcndey) ist von diesen allen der sprödeste, aber auch der eigenwilligste. Alle Lieder wurden von Guttmaiin mit einer Verhaltcnhcit in Stimme und Ausdruck gesungen, die auch Mittelmäßiges mit Spannung zu erfüllen wußte. „Stimmen der Völker" hieß ein Abend in der Philharmonie. Volkslieder, eine Unzahl hintereinander, — von vier Altistinnen gesungen —, in einem Riesensaal! Ein eigenartiges, aber ungeschicktes Arrangement, das die Grenzen der Interpretation stärker als sonst hervortreten ließ: Negro- Spirituals ohne die typische Nonchalance, dafür mit „Ausdruck" (Ottilie M e t z g e r -1. a 11 e r m a n n), osijiidische Lieder ohne die Atmosphäre des Glieder, italienische Lieder ohne Brio. Aber mau darf nicht zu viel von Künstlern verlangen, die diese so fest im Milieu verankerte Kunst erst nachempfinden müssen. Anna Lipin konnte es deshalb nicht schwer fallen, in russischen Kunstliedern und Opernarien (warum keine Volkslieder?) den echten Stil zu treffen. Das gesangliche Können und die persönliche Art von Paula Lindberg und Susanne Stein retteten den Abend. Kurt Sanderling begleitete mit Geschick —, im Konzert von Guftmann mit besonderem Verständnis. Hans Baer hat pianistische Fähigkeiten. Er läßt gut ausklingen, nur bei bewegten Stücken wird er unruhig und unbedacht. Die „Bilder einer Ausstellung" (mit dem originellen „Samuel Goldenberg und Schmuyle") von Mussorgskv spielte er weniger mit Diffizilheit als mit Verve. yon jüdischer Musik brachte er Kompositionen von sich selbst und von Moritz aus jüdischer, mit einfachen Akkorden umkleideter. Thematik bestehende Pianistenstücke. Dr. Hans Nathan. Ein Bach-Abend im intimen Rahmen des Hauses Weil vermittelte einem interessierten Hörerkreis Werke für Solovioliue und Sonaten für Violine und Klavier. Gediegene Haltung zum Werk, eine fast schon zu streng anmutende Darstellung der üppigen barocken Linienführung Bachscher Melodik kennzeichnete das Spiel des Geigers Willy Frey. Geschlossen und eindringlich gelang die Wiedergabe der Chacoma. Joseph Rosen stock unterstrich in seinem Klavierspiei die klare Zeichnung des Bachschen Tongefüges. — Das mit Beifall aufgenommene Konzert der von Dr. Ludwig Misch gegründeten und geleiteten „N eucn Madrigal- Vereinigung" bewies, daß durch systematische Arbeit und Ausdauer künstlerisch Anerkennenswertes erreicht werden kann. Trotz aller Schwierigkeiten und noch vorhandener Schwächen sind hier Anfänge einer ernst zu nehmenden Erziehungsarbeit festzustellen. Die Stärke der Mischsehen Begabung liegt in einer gebunden, Experimenten abholden Einstellung zur Musik. Die pädagogischen Voraussetzungen sind bei ihm eindeutig in der Tradition verankert. Dabei wird er geleitet von äußerst verfeinerten ästhetischen Prinzipien, was er mit der tonlich schönen und vortraglich geschmackvollen Wiedergabe der Sehumannschcn und Menclelssohnschen Chorlyrik, zart gezeichneter Pastelle deutscher Romantik, bewies. Der Versuch von Misch, den Reiz ostjüdischer Melodik in seine Chöre cinzufangen, ist trotz eines gewandten Chorsatzes an der bestehenden Gegensätzlichkeit ostjüdischen und deutschen flefiihlsausdrucks als nicht völlig geglückt zu bezeichnen. Gerhard G o 1 d s c h 1 a g mit seinen Liedkompositionen musiziert ungeachtet brennender Zeitprobleme im Stil der deutschen Romantik. Seine Lieder sind kampflos, voll melodischer Wohligkeit, in sich selbst versunken. Der Solist des Abduls war Wilhelm Güttin an n, ein bewährter Säuger und Interpret der Goldschlag-Lieder. Dr. Jakob S c h ö n b e r g. Konzert des Winawer-Chores Chemja Winawer wird am Sonntag mit seinem Chor (im Kulturbund) ein Konzert geben, bevor er wieder nach Palästina fährt. Auf Tourneen hat er mit svnagogalen Kompositionen wie mit ostjüdischen und palästinensischen Liedern, die er selbst für Mamicrchor bearbeitet hat, wertvolle Propaganda für jüdische Musik gemacht. Winawer ist einer der Wenigen, die die jüdische Tradition tief erlebt haben. Er stammt aus einem chassidischen Milieu, war am „Hofe" eines Zacklik, ist dann aus dem Ghetto in die westeuropäische Welt hineingesprungen, war erst in Warschau, dann in Berlin, wo er Musik studierte, war dann Dirigent in der Synagoge, später eine Zeit lang bei der Mabimah. — Winawer wird in seinem Konzert u. a. Musik aus Erez Israel bringen: Volkslieder und eine Komposition von E.W. Sternberg, dem produktivsten der in Palästina lebenden Komponisten. Dr. H. N. SptecUsiundeH da ScUufÜeituHp: nur Dienstag nachm. von 15'/3 bis tl\'., Uhr und Freitag vormittags von 10 bis 12 Uhr. Ueber Alexander Kipnis wird sich Neues schwer sagen lassen. Er ist ein unvergleichlicher Sänger, ein Gestalter, ein Künstler. Manches, wie das „Lied vom Floh" von Moussorgsky, russische Volkslieder oder das, neben vielen anderen, zugegebene Schubertsehe „Leise flehen meine Lieder" wird mau so vollendet heute nirgends mehr hören können. Ueberhaupt spendete der Künstler reichlich Zugaben, er sang, ohne seine Stimme und ohne seine begeisterten Zuhörer zu ermüden, drei Stunden lang. Dr. V. Ernst W o 1 f f begleitete kongenial. Dr. Oskar G u 11 m a n n. Familien - Nachrichten Frau Johanna Cohn, gel). Srlu-mlcl. im Allersheim der Jüdisches Gemeinde, Uxzcrzimtr, 13, begi bt um 18. Januar 1935 den 76. Geburtstag, Herr Leopold Müller und Frau Rom, fiel). Cohn. Berlin SVV 18, M.itki-rlics Her 12, begehen am 23. Jan. die Silberne Hochzeit. Herr SaiiiliiKnit Sabnio n, Keinii Umiorl-W'e .1, begeht am 8. Jan. den 80. Geburtstag. Persönliches. Am 31. De/emln-r verließen Max Mendel söhn tinü seine Gattin Herliii und halx-u sieh nach l'ulalimt begelicn. Jatire. laue; tmtcthielt Mendel-olm einen Minjan, der spater unter dem Namen „Miniati Memlelvolm" m die Woclicmaßssyiiaßogc des Friedetlstenl|K'ls übersiedelte. Bar Mizwah - Termine Am 12, Jami.tr ..... 8. S,-liw.it: K.v.iIJ S i 1 b e. r b X u c Ii, Sohn vort J. Silbeibiueh, Gip.—,ir. 8. Ankündigungen Zionistische Veranstaltungen I r,nien-^rbut»e;t meirmhdtt fur Pilishm Gi n Iii' i'M um! .\. i U . l \i H |m t 1 1 i Iii l I ' <i r K |. t ki 1 . \ ' Not \\ . I \m , h i 1 1 i. 1 1 Iii i I i K i i - r ' i - I t \ , I 1 * b 1 '\ . \Io a!i. .-- \\>-t 1 bim der BZW, Iii .4 I Iii ' m q i i , n i \ i , | 1. Ii l 1 \ i Sil 11 Hebräischer Vortrag. Am;>. bei . •i.3o r Ii ivv.. i In, "0 i Ii I ' K n 0 ') I , ( 1 ' I)1 11. i t, " I i ' " i I lir, i I W m t i irl: M i ' o 1! i r I rm- Neue hebräische Kurse der BZW I bi \i i k i I m d, i K i 1' i 1 v I < in \ II „, I U/\ , K ' 1 \. 11 „ il ii \m i r "I ki I< In bimi 1 Ii Ii i b in " t ' ii i u «i 1 n \n Mm'l und Vtinuldun, Knbin il i dn , ,i I'./v Mi n< k Ir 10, i. I : üimii.ucIc 7165; Apparat 44. Schalt Bode* in Ew& Israel durch Spenden für den Jüdischen Nalionaltonds Keren K&iemefli Lelisrael Berlin Wl 5, Melnehesfr.lt) Posischeck 25247 'Vi itP Satur- Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der B. Z.V. Sonnabtnd, 5. Jsn. 20.30 Uhr Sonnabend, 5. J«n. 20.30 Uhr Sonnabend, 5 J»n. JO.JO Uhr Sonnabtnd, S. J>n. 20,30 Uhr Dienstatf, 8, Januar 20.30 Uhr Dienstag, 8. Januar 20.30 Uhr Mittwoch, 9. Januar 20.30 Uhr Mittwoch, 9. Januar 20.30 Uhr Mittwoch, «.Januar 20.30 Uhr Mittwoch, 9. Januar 20.30 Uhr Heim der BZV, Landsberger Str. 87 Rtit. Bürgerpark, Bin -Oberschöneweide, WeiOkoplstr. 18. Stadtbahn Bin -Schöneweide. Straßenbahn. 87, 187,95 BZV-Helm, Kant.tr.54 BZV.-Heim, BrückenitraBe 9 Konditorei Trumpf, Kaiscrplatz 12 Hotel König von Portugal, ßurgatr.!6 BZV.-Heim, KantitiaOe 54 Helm des Keliginnivereins, Stierstraße 21 Spandau, Lmdenuler 12 Konditorei Hansa, FIcnsLurger Straße 19 Elsa Dublon, Simon Berkowitr. Bnllter Abend Hakoab-Studio/Eintritt50a. 75Rpl. Habb. Dr. EmU Cohn: „Palästina - Arbeil and Aafban" Chor», Gallo, Reiitalion.il B. Symches „Mosas Maimonldes" (Hebräisch) Oneft Itiiabbat Walter Tempel: „Pallatlnafragekaaten" Dr. .lote! Weiß: „Die Geschieht« der nationalen Kolonisation Pallatinu. Nationale Kapital- und Privat - Initiative." „Gaaproehana Zeltanf" EmU Sparen „Eindrucke einer Pallatlnaretae." Maurice Hirjchleldi „Zar Innerjüdischen Situation'' „Gesprochene Zeitung" Radaktion: Abraham, Dawidowitsch, Dr. r alkenslcin, Holländer, Lindenberg, Dr, Nothmann, Dr, Scherek Beiirk Kriedricbshain Gruppe Obersprae KuKurabtcIlung der BZV Bezirk Südost Gruppe Fehrbellincr PI. II Schulungsgruppe Iwtia Gruppe Halcniee Gruppen Schmargendorf u, Steglitz Bezirk Spandau Bezirk Hansa Die Anseigen-Verwaltuna kann Gewahr für Aufnahme von Anzeigen in bestimmte Nummern oder an bestimmten Platten nicht ubernehmen * Berthold Neumann RADIO: Kurfursrendamm 205 / J 1 Bismarck 3716 Alleinvertrieb DuUgen — retirlcn - QlilntJt Gebrauchte MChtttin, ßlUttimir, ttMItWI« Mende - Telefunken - Siemen» Schaub - Stassfurtar - Nora Blaupunkt - Leranx u. a. Tenor MordGchtiI u.Fela ' Mitty 9, Jan., Logi-nn. LIEDER- II. ARIEN- , 20,15, Losend. Klcismtr. 10 -ABEND | Programm: Hehr, und arab. Volkslieder, ß./et, Puccini, Mozart, Chopin u. a, TENNENSAUM, KLAVIER Tani'CafeTrianon NeneLclliing WSO, Bayerischer PI. 1. . B6 Com. 0835 (M. d..). G.) ^b E* spielen tätlich nachmittags u. abends Klavierstimmer eglit/.i lfK'0 PBHEZ e tf.' .St.. jl verlangen sie •nzeigen-Preitiittt Staatszionistische Organisation Wegen Ueberlüllung der letzten Aufführungen 4. Wiederaufführung Ifiakkabäer von Heute 10 Bilder ans der jüdischen Wirklichkeit Sonntag, 6. Januar, abends 8.18, in den fflusiRer-Siien, Kai.ir.W||h.ta-Slr. 31, U-Bahn Hortt-Wessal-PlaU. S-Bahn Alexanderplatz. Vorprogramm: Sporlvorführungcn und Chöre der Jüngarsnacbalt der Nat. Jugend Hcrzlla. Ansprache: Direkior Georg Kareski. Karten RM. —,SO a. -,S0. . Kinlail! 8 Uhr. . Numerierte PlUze. Vorrerkauf Hirschfeldt, Rosenstr. t7, Dl 2857: Iwria liank, Dirckstn- »trsOa »6,17. El 30551 Büro der Staats«. Org., Oranienburger Straße 12, Dl 3585: Kertlc, Lothringer Straße 24. D2 2686. 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B ». 9040 Anitrai Tanz »us ,,P©er Gynt'* jfftunit von Sehra Achmed Kleist - Konditorei B 5 Barbarossa 3948 B 6 Cornelius 7031 (vorm. Arnzart) Kleiststraße 13 T,u,on N«uar Inhaber: L. KAUFMANN, M, d, j. G, Der aiite Kaffaa / Bar ante Kuction Nsoh Varsammlungsn, Konferenzen sngsnehmstsr Aufantbslt. SOPRAN und ALT mir geschult«., für Chorauff. Cee. VI. Verc eesneht. Meldungen umer B 793 an dir An?«isi>n-Abi«lhm(j, Wl$, Meinekefir. 10 ■sssssss» Alle kaufen: s»«sb»sss» WachSels Lavendel grün Parfüm u.Eau de Col,Chiffon Chypr» Haarwasssr- Weißes Mundwasser 90% Gesichtswasser „.Hautcreme M.WACHTEL G.m.b.H. Barlin -Steglitz I PlflllOS Miefe mir KflufberecbucutiK, Stimmen u. Reparaturen n —(a|n Elsktrols KuQIII Schtllplittan ZANDER, AILHeabll 8*c / C9 6363 Pe i f k B I i K Neaanfarlitriinir - Umarbaitf. »AUh HANN NOrnbersrer Str. 22,1. B 4,3502

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