Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 2 (4.1.1935)
- Date
- 1935-01-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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jüdische Rundschau Palästinensische Umschau NR. 2, 4. JANUAR 1935 Konjunktur und Renditenentwicklung Von Dr. Sigmund J e s c 1 s o h n, Tel-Awiw I. Der Zusammenhang /wischen Renditcnentwieklung und Konjunktur ist bekannt. Früher glaubte man sogar, Konjunktur und Rendite ständen im Verhältnis von gegenseitiger aiisschiicl'.licber Ursache und Wirkung. Die Lehre King dahin, daß billiges (ield Investitionen rentabel mache, durch die Vornahme der Investierungen das (ield teurer werde, bis ein Punkt erreicht wird, an dem die Neuinvestitionen sich nicht mehr rentieren, so dal? die Konjunktur bricht, die Nachfrage nach t ield nachlaßt, und das (ield wieder billiger wird, um de; Kreislauf von neuem /u beginnen. Heute weif, man, dali der Zyklus noch von ganz anderen Ursachen bestimmt ist, vor allem auch von außerwirtsehaftliehen Faktoren Immerhin bleibt die Konjunktur ein mitbestimmender f aktor Fiir die Entwicklung der Renditen, so dal! es gerechtfertigt erscheint, die Entwicklung in Palästina in dieser Richtung /u prüfen. Der Anstois zu der Konjunktur in Palästina kam immer wesentlich von a u I! e r v. i r t s c h a f 11 i c h e n Gebieten her; gerade bei der der/eiligen Konjunktur ist besonders deutlich, welchen Anteil der Zionismus und die politischen Verhältnisse in Europa an der Entwicklung haben. Trotz dieser aufcrwirfschüfU-i, heu Emaillen ,-citft aber die hiesige Konjunktur das ivpi.-che Rcüditcium can einer Investitionskonjiii'ksur. die noch ein-- Iv-mdcrc I ärhung erhalt durch die we;i\c: breitete I isnrt.'ieiuiig um kisigfristigen Investitionen mit V 11 hsehi. Da d.«, Wiiianm in die palästinensischen V crli.äbm —e nur naeii und u:rh ent-tand und entsteht, k'cciie eist eine Ii die Rendite Kapital zu Investitionen anreize;!. l):c i ntu'ickhmg be-onders in den letzten beiden Jahren unters! heulet sich von der anderer Emwanderuugsländer \vc>c:]!n.:l! in zweita her Hinzieht: Auf <ler einen. Seite ist die palästinensische Einwanderung begleitet von einem großen Kapitaleinstrom» der in di ii Stadien einen hohen In hirfiiKst.mdard mit sich gebracht hat. So jvt egekomm» n, «Ja'*, der W o Ii n ti n g s b a ü zum wiehhc'sten wirtschaftlichen I aktor des Emu anderungskmdes geworden ist Aul der alliieren S,..j:e besteht die Erscheinung, daß der 0 r a n g e n h a n ein.'ii dnart bcbci rs-chenden Anteil an der AgraruirtM luft dr> I mulis eiinii'iimt, dali er zu einem (.hat aktei utihuin d er p «I .ist j n i um h j, ,-n < k samt Wirtschaft überhaupt geworden i-i Das Bauwesen eineiseits und alles, was damit zusammenhängt, und ilie I\ndc-Wirtschaft andererseits sind zu den hauptsächlichen h'ciniiu nlrageru in Palästina geworden. II. In der P a r d e s s w i r i s c h a f t haben sieh die Renditen in den letzten Iahten kaum verändert. Ein Dunam Pardess, der etwa HO Kisten bringt, kostet etwa £P 14(1. Bei einem Erlas von sh 5 pro Kiste ist der Bruttoertrag £P 32 51)0, an BearbcinuiLi-kostcn sind jährlich abzusetzen .'JP 15 000. so (laß ein Nettoertrag von £P 17 500 verbleibt. Das bedeutet eine Rendite von 12,5 Diese Rendite erscheint nicht zu hoch, wenn man die in der Pardesswirtsehaft lugenden allgemeinen Risiken, vor allem die Absatzlage bei steigendem Anbau, berücksichtigt. Der Einfluß dieser Risikofaktoren auf die Rendite ist bei Pardcssinvestitionen so stark, daß der reguläre Renditenzyklus, wie er eingangs behandelt wurde, fast ganz tiberdeckt wird. Es gibt deshalb bei den F'ai dessim estitionen zurzeit keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Rendite und der Inlandskonjiuiktur. III. Bei den Renditen, die mit dem Bauwesen zusammenhängen, sind zu unterst hehlen die Renditen aus Wohnhausein. Ihpnthekcn und aus Pfandbriefen. 1. Die Rendite aus Wohnhäusern beträgt in den Städten etwa 1(1-1» ••_ . Wesentliche V erandeiiingen sind in letzter Zeit nicht erfolgt. Die Preisentwicklung von Wohnhäusern hauet Un a silu eng mit der Preisentwicklung für Grund "•">*! Boden zusammen. Der I'u is für (iruitd und Boden Tichtet seil aber in l'al.i>tma ktiiu-st.ill, aiisselihehlich oder atkh nur \y siinluh iia.-h dem Aug«, bot auf dem Kapitalmarkt, sondern *iel mehr nach anderen I aktoieii wie Bodcnknanpheit, Boden- P"Idik der Regierung. Bodct-eiwcrb aus nationalen (irunden tind almh,!h m. Do- Klztgeti.tiuiten Faktoren sind zwar eng mit den Vei Iuhiu-scii auf dem Kapitalmarkt verbunden, ihr I mtlnli i-t aber so stark, daß Aenderungen auf dein Kapitalmarkt in der letzten Zeit nicht in der' Lage waren, 1 Ec-ci pi eise und -reihli'eii zu I11 ein fll'ssen. 1.» Gegensatz zu den \'ei h.dtnissen auf dem vorstehend geschildert«, ii (n biete zeigten die Satze auf dem! Iv p o - t .'i « k .• ii in a r k t im l aufe des letzten Jahres eine eind-at:.:c I ntw kldaug Wahi.nd gegen Ende des |ahres 1033 t'|s-'-' iiM'odukeu in den <:.i,m-n noch S' . « brachten, Ii 0 s;;, dieser s.,t.. |vs April joji auf 8 "n und gegen September 1031 auf ca. 7'. gesenkt. In den Kolonien war eine ähnln he Entwicklung zu verzeichnen, die -atze sind dort von o os .. . auf $i_. <-.. heruntergegangen. J'tc kage ist heute schon vielfach so, daß e r s t k 1 a's s i g e Objekte nicht leicht zu finden sind. Da keine Anzeichen für ein Nachlassen des (ichiangebots auf dem Hvpothekeiiinarkf vorliegen, besteht die Möglichkeit, daß die bisher beobachtete Senkung des Hvpothekenzinsfulies weitergeht. 3. Aehulich liegen die Verhältnisse auf dem Pfand- Ii rief tu a r k t e, der ausschließlich beherrscht wird von den Papieren der General Mortgage Bank of Palest ine l.td. P.is zum |ahre 1033 gab es lediglich einen "'"•.igen Pfandbrief mit 2thahiiger Laufzeit. Im Laufe des Jahres 1033 kam eine Emission eines 6«--igen Pfandbriefes mit äjähriger Laufzeit auf den Markt. Das Jahr 1034 brachte dann den 6'. igen 20jährigen Pfandbrief. Gleichzeitig wurde aber noch im Jahre 1031 eine Serie 7<>„iger 'iOjaliriger Pfandbriefe ■»emittiert. Die Kursentwicklung des 7»«»igen Pfandbriefes war etwa die folgende: November-Dezember 1033 <)b <>'o Jamiar-Eebruar 1031 07 00 <>,« März 1034 Q0»/t - UM) ' .. April 1031 100t'., lOli^n,, Mai 10il 10E , lU2t .. »f, Juni E'Jl 103 "o Juli 1034 103i,<>« August 1034 1033 ,. n0 Seitdem sind die Kurse etwa stabil geblieben. Das Neueste in Kürze Von unserem palästinensischen gl.-Korrespondenten Aus Politik und Gesellschaft Fellachen und Beduinen aus der Umgehung von Nahalal (Ebene Jesreel) griffen jüdische Siedler aus dem Dorfe, die Nationalfondsboden in der Nähe pflügten, mit Steinwürfen an und verletzten zwei Siedler. Die Araber behaupten, sie hätten auf dem gepflügten Land Weiderechte und würden die Bearbeitung durch Juden nicht zugeben. Der Distriktskommissar hat die Arbeit fürs erste gestoppt; der Prozeß gegen die Angreifer ist im Gange. Ein Hausbesitzer in Tel-Awiw, der amerikanischer S t a a t s b ü r g e r ist, weigert sich, das M i e t e n g e s e t z, das Mindestpreise für Wohnungen festsetzt, für sich anzuerkennen. Er macht geltend, daß Amerika kein Mitglied des Völkerbundes sei und England sieh verpflichtet habe, amerikanischen Besitz in Palästina unter dem Mandat zu schützen. Das Mietengesetz sei aber ein Eingriff in amerikanische Besitzreehte und verstoße daher gegen die Abmachungen des Mandats. Der angestrengte Prozeß wird mit großem Interesse erwartet. Eine Gruppe von Unzufriedenen, deren Anträge auf Emwanderungsei laubuisse für Verwandte oder Freunde von der Immigrationsabteihmg der Jewish Agency nicht bewdligt werden konnten, machten in Jerusalem einen U eher fall auf das Ei nw andern ng s d ep ar te m e n t der Agency, zerbrachen Fenster und Möbel. Die Polizei mußte eingreifen und stellte die Ruhe wieder her. Seit einiger Zeit hat sich die Zahl der jüdischen Schutzleute in Tel-Awiw verringert, während sich die der englischen vermehrt hat. Die Polizeiherichte werden heute in der Regel in englischer Sprache angefertigt. Wenn neue Kräfte für die Polizei gebraucht werden, so haben sich nur selten Juden für die Posten gefunden, sondern es sind im Gegenteil eine Anzahl fortgegangen. Der Grund liegt in der steigenden Konjunktur, wo man leicht gutbezahlte Arbeit erhalten kann, während die Gehälter bei der Polizei dieselben gcbFcbcn sind wie früher. Es wurden also freiwerdende Stellen und neugeschaffene Posten mit Engländern ausgefüllt. Die Presse wendet sich an die Stadtverwaltung mit der Forderung, eine Anglisierung der Tel-Awiwer Polizei zu verhüten und den Schutzleuten derartige wirtschaftliche Bedingungen zu siehern, daß die Abwanderung aus der Polizeitruppe gestoppt wird. Im Hafen von Haifa wird jetzt ein Arbeitstag von 21 Stunden eingeführt, um die Landung der Einwanderer schneller abzuwickeln. Im Zusammenhang mit der neuen Maßnahme ward angenommen, dal? die Regierung beabsichtigt, nach und nach die Landung der Immigranten in Haifa zu konzentrieren. Die „Zentralstelle für die A u s i e d 1 u n g der deutschen Juden" in Jerusalem veranstaltete eine Pressekonferenz, in der Dr. Ruppin, Dr. Senator und Dr. Krolik über die Fortschritte der Ansiedlung Bericht erstatteten. Anläßlich des Abschlusses der '/.-Million-Pfund-Anleihe durch die Zionistische Exekutive versammelten sieh die Beamten der nationalen Institutionen (Agency, K. H. und K. K. L.) zu einer Feier, Es sprachen Elieser Kaplan, der Schatzmeister der Agency, und Dr. Weizmann. Der Maler und Graphiker Jaakob Steinhardt hat in Jerusalem eine Schule für Zeichner eröffnet. Prof. Wormscr aus Paris, der eine Reihe von Vorträgen über B i o c h e in i e am Daniel Sieff-Instititt in Rechowoth halten soll und Dr. Ludwig Farkass, früher Berlin, jetzt Cambridge, der für physikalische Chemie an die Universität von j c r u - s a 1 e m berufen ist, sind in Palästina eingetroffen. Die von der Gesellschaft ,,Esrath Nasschim" in J e r u s a 1 e m unterhaltene Irrenanstalt begeht in diesen Tagen das vierzigste Jahr ihres Bestehens. Das Institut hat Platz für 60 Kranke und ein jährliches Budget von C 4500. Aus Anlaß des Jubiläums hebt die palästinensische Presse die großen Verdienste des leitenden Arztes der Anstalt, Dr. Herrmann, und der Vorsitzenden des Committees, Frau Yellin, hervor. 62 d eut sch -jüd. Jugendliche sind in den Betrieben der Jordansenke (D a g a n i a h und K i n e - reth) zur Ausbildung untergebracht worden. Miß Szokl empfing die Gruppen bei der Ankunft. In Daganiah wurde ihnen ein festlicher Empfang bereitet. Die Expansion der Wirtschaft Die P a I e s f i n e Electric Corporation bereitet eine Verdoppelung ihres Kapitals vor, das von 1 auf 2 Millionen Pfund erhöht werden soll. Die Gesellschaft beabsichtigt, zwei neue Kraftstationen in der Gegend des Tiberiassces zu errichten. Man erwartet, daß nach Ausbau der neuen Zentralen die Strompreise gesenkt werden können. Die P a 1 e s t i n e Co 1 d S t o r a g e and S u p p I y Company Ltd. in Tel-Awiw (Kühlhäuser und Iiisfabrikation), geht an die Erriilitung eines Kühlhauses in Haifa. Sie hat Boden in der Hafenzölle für den Zweck erworben. „Egged", die Kooperative, welche die Autobus« v e r b i n d u n p zwischen den Städten des Landes besorgt, hat in Tel-Awiw einen Platz für den Bau einer zentralen Garage erworben. Ein Wettbewerb für die Baupläne wurde ausgeschrieben. Bei der Poltzeistation in Jaffa werden elektrische Farbcnsi g n a 1 e für Verkehrsregelung ausprobiert, die wie in europäischen Großstädten für die Ordnung des Verkehrs benutzt werden sollen. Es ist geplant, sie zuerst in Tel-Awiw und Jaffa einzuführen. In Wadi Hawarith (Emek Chefer), wo heute bereits 15 Siedhiiigspunkte im Aufbau begriffen sind, wurden von den Repräsentanten der Dörfer eine Reihe von Forderungen an die Regierung formuliert: Die Behörden werden ersucht, die Bekämpfung der Malaria in größerem Umfange zu betreiben, um die Fieberfälle, die in den letzten Jahren sehr zahlreich waren, einzuschränken, die Chaussee zwischen Jaffa und Haifa, die durch das Tal führt, endlich auszubauen und zwischen den Dörfern passierbare Wege zu schaffen. Der Verkehr in Wadi Chawarith selbst und von dort nach Haifa und Tel-Awiw hat sich mit dem Fortschreiten der Siedlungen stark vergrößert, und es wird dringend nötig, ein normales Wegenetz für die Gegend zu schaffen. Bei den letzten Winterregen, die sehr stark waren, drohte das Gebiet völlig von der Umgebung abgeschnitten zu werden, da das Land ringsum sich in Sumpf verwandelte. Aus dem arabischen Leben Bei einem arabischen Hausbesitzer, der ein Gebäude in Jerusalem errichtet, erschien eine Gruppe arabischer Arbeiter unter der Anführung Fakhri Bey Nasehaschibis (stellvertretender Bürgermeister der Stadt) und verlangte, er solle die jüdischen Arbeiter, die auf seinem Bau beschäftigt wurden, entlassen und au ihrer Stelle arabische einstellen. Der Besitzer erklärte, die Juden seien Facharbeiter, ohne die er nicht auskommen könnte. Die Posten gaben jedoch nicht nach und die Juden wurden entlassen. Das Auftreten dieser Gruppe ist einer der ersten Versuche arabischer Arbeiter gegen Juden, die bei Arabern beschäftigt werden, in derselben Weise vorzugehen, wie es von jüdischen Posten gemacht wird. Die Regierung beabsichtigt, in Nablus eine kooperative Seifenfabrik als Musterbetrieb einzurichten. In der alten Stadt in Jerusalem sind halbjährige Kurse für Dorfmädchen errichtet worden, in der sie die Bekämpfung der sehr verbreiteten Augenkrankheiten (insbesondere Trachom) erlernen sollen. Veranstalter der Kurse ist der Leiter der Augenabteilung am englischen Krankenhaus in Jerusalem. In Nablus ist ein Streit darum entstanden, ob die Stadt von der Palestine Electric Corporation mit elektrischem Strom versorgt werden soll. Ein Teil der Städter wendet sich gegen das Projekt, da die Corporation eine jüdische Gesellschaft ist. In den Moscheen wird gegen den Vorschlag gepredigt. Aus den Nachbarländern Wie aus Beiruth gemeldet ward, haben elsässische Juden 120 OOo Dunam B o d e n i m L i b a n o n erworben. Als Verkäufer wird die Familie Sttrsuk genannt. Es wird über den Ankauf zweier weiterer großer Areale verhandelt. Aus Kairo kommt die Nachricht, daß der Bau einer C Ii a u s s e e zw ischen A e g y p t e n und Palästina geplant ist, die über die Sinailialbinsel führen soll. Der Weg soll von Suez, aus durch die Wüste, gehen. Die Straße soll eine Autoverbindung zwischen den beiden Ländern ermöglichen. Der 6r ige 20jährige Pfandbrief wurde emittiert im April 1034 mit 06 <\«. Er stieg im gleichen Monat noch auf 06 u. «o im Mai auf ov, 07k, 08 »o im luni auf 08'/a -00- 00«', <Vo im Juli auf 100 1(Xh ■' <y0 Der Kurs blieb dann stabil bis November, um Anfang November auf 101 »o anzuziehen. Das Bild dieser Kursbewegungen ist eindeutig. Die Rendite der 7 «igen Pfandbriefe, die im November 1033 noch 7,3 ><:« betrug, hat sich bis August 1034 auf ca. 6,75 °« gesenkt, zu gleicher Zeit ging die Rendite der 6 igen Pfandbriefe herunter von etwa 6,25 auf ca. 5,94°o. Die Ursache, daß die Rendite des 7 «igen Pfandbriefes sich noch nicht durch Kurssteigerung an die des 6'odgen Pfandbriefes angeglichen hat, liegt darin, daß sämtliche Pfandbriefe 20iähriger Laufzeit von seiteil der Hypothekenbank halbjährlich zu pari kündbar sind. Konversionen durch die Hypothekenbank sind also innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit möglich. Aus diesem Grunde ist der Renditensenkung durch Kurssteigerungen üFer pari eine ziemlich enge Grenze gesetzt. Neue 7».«ige Emissioien werden bei der heutigen Lage des Kapitalmarktes wohl nicht mehr herausgegeben werden, es ist sogar nicht ausgeschlossen, daß die Hypothekenbank in nicht allzu ferner Zeit eine 5<Voige Serie herausbringt. IV. Bei der Renditcnentwieklung von Hypotheken und Pfandbriefen zeigt sich der Einfluß von Angebot und Nachfrage auf dem Kapitalmarkt ganz deutlich. Hemmend wirkt nur der Umstand, daß das Vertrauen in die wirtschaftliche Stabilität Palästinas noch jung ist und immer wieder neu erworben werden muß. Aus diesem Cmmde besteht auch noch eine grolle Spanne zwischen den Sätzen für kurz- und langfristige Anlagen und zwischen Soll- und Haben-Zinsen. Die Großbanken gewähren für tägliches Geld ca. 1 o/o, während Sollzinsen und auch Wechseldiskonto mit 7 8 "o berechnet werden. Diese Spannung drängt zu einem Ausgleich. Kleiner werden muß auch auf lange Sicht der auffallende Unterschied in Renditen langfristiger Anlagen zwischen anderen Ländern des. Sterlingblocks und Palästina. Ein erstklassiges palästinensisches Papier kann bei Stabilität im Lande nicht auf die Dauer eine Rendite von 6--7% bringen, wenn die Durehschnittsrendite entsprechender Anlagen auf dem Londoner Markt 3 3>'_. <>/o beträgt. Alle diese Umstände werden, falls keine unvorhergesehene Wendung in der Konjunktur eintritt, zusammenwirken, um das Zinsniveau in Palästina zu weiterem Sinken zu bringen. Eine gewisse Differenz, zwischen den Erträgen in Palästina und beispielsweise in England wird zwar auf absehbare Zeit immer bleiben; wie groß sie sein wird, läßt sich nicht voraussagen, sie wird im wesentlichen von dem Vertrauen abhängen, das man den palästinensischen Verhältnissen entgegenbringt. Bisher jedenfalls ist die Konjunkturentwicklung ungebrochen, die Kapitaleinwanderung dauert nach wie vor an, die Angleidning palästinensischer Renditen an ausländische scheint erst in ihren Anfängen zu stehen. Die Exekutive der Jewish Agency veröffentlichte in der palästinensischen Presse eine Aufforderung an alle Personen und Institutionen, in deren Besitz sich Wechsel der Exekutive befinden auch wenn diese auf noch nicht fällige Zahlungstermine lauten --, sich bei der Exekutive zur Entgegennahme des ihnen schuldigen Betrages zu melden. (Paleor.) ^8 C> mm S i«!#rej«a«iesle p&aaie Hilfen A If^m. /lODfc^ *0/**4SSt* *'jmk.'j^ AI ' in anW* •inichlSg'ge»» Gotci tÄU DE COV.OG«*«4/>fSAlI