Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 102 (22.12.1933)
- Date
- 1933-12-22
- Page
- Seite 1006 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 996 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 102, 22. XII. 1933 Briefe an die Redaktion Luiher und die Juden Belgrad, 14. Dezember!933. An die Redaktion der ״Jüd. Rundschau“ Berlin W 15. Gestatten Sie mir als Juden, dem Luther und seine Betrachtimgsweise der Bibel eine Grundlage seiner geistigen Ent• Wicklung geworden ist, zu der Buchbesprechung unter dem Titel ״Luther und die Juden“ in Ihrer Ausgabe Nr. 98 vom 8. Dezember 1933 folgendes zu bemerken. Wie ״sch“ ganz richtig sagt, gilt von Luthers ״Feind* Schaft“ gegen die Juden vor allem, was auch von seiner ״Feindschah“ gegen das Papsttum, die Ketzer und Bauern zuerst gilt, dali sie in der theologischen Sphäre liegt und nur von dort aus verstanden werden kann. Jeder ernste Lutherleser erkennt bald, dal! Luthers Stellung zu seiner Umwek zuerst bestimmt wird von deren Gehorsam gegen das Evangelium von Christus. Seine ״Feindschaft“ gegen die Juden rührt also zuerst daher, daß sie hartnäckig־ die Annähme Jesu als .Messias verweigern. Seine Verurteilung des Wuchers und anderer Erscheinungen bei den Juden hat ebenfalls nichts mit Rassenhaß zu tun, sondern hat einen ethisch-theologischen Grund wie sein Kampf gegen die gewalttätigen Fürsten, den habgierigen Klerus usw. Ganz abgesehen davon, daß Luther eine historische Betrachtungsweise im modernen Sinn natürlich ganz unbekannt war. Wie aber Luther als Mensch menschlich von den Juden dachte, geht aus einer kleinen Schrift, ״Daß Jesus Christus ein geborener Jude sei״, hervor, die er 1523 als Entgegnung auf lügnerische An würfe schrieb, deren Natur aus dem Eingang der Schrift ersieh! lieh ist. Er schreibt: ״Darnnib will ich aus der Schrift erzählen die Ursach, die mich bewegen zu glauben, daß Christus ein Jüde sei von einer Jungfrau geboren, ob ich vielleicht auch der Juden etliche nuiehi /ntn Christenglauben reizen. Denn unsere Narren, die Päpste, Bischof, Sophisten und Milnehe, die groben Lselsküptc haben bisher also mit den Juden gefahren, daß wer ein guter Christ wäre gewesen, hätte wohl mocht ein Jude werden. Und wenn ich ein Jude gewesen wäre, und hätte solche 'I olpd und Knebel gesellen den Christenglauben regieren und lehren, so wäre ich ehe ein Sau worden denn ein Christen. Denn sie habe!! mit den Jriefen gehandelt, als wären es Hunde und nicht Menschen; haben nichts mehr kunnt thuti, denn sie schelte«, und ihr Gut nehmen.... Ich hoff, wenn man mit den Juden freundlich handelt und aus der heiligen Schrift sie säuberlich unterweiset, es sollte ihr recht viele Christen werden, und wieder zu ihrer Väter, der Propheten und Patriarchen Glauben treten; davon sie nur weiter geschreckt werden, wenn man ihr Ding vunvirft und so gar nichts will sein lassen, und handelt nur mit Hochmutii und Verachtung gegen sie. Wenn die Apostel, die auch Jiklen waren, also hatten mit uns Heiden gehandelt, wie wir Heiden mit den Jiiden, es wäre nie kein Christen unter den Heiden worden. Haben sie denn mit uns Heiden so brüderlich gehandelt, so sollen wir wiederum!! brüderlich mit den Juden handeln, ob wir etliche bekehren mochten; denn wir sind auch selb noch nicht alle hinan, schweig denn hinüber. LJnd wenn wir gleich hoch uns rühmen, so sind wir dennoch Heiden, und die Jiiden von dem Geblüt Christi; wir vager und Frernbdlingen, sie sind Blutfreund, Vettern '!er unseres Herrn. Darumb wenn man sich des Bluts ichs rühmen sollt, so gehören die Jiiden Christo denn wir....“ Hochachtungsvoll Siegfried F ri ed I i eb. Parfümerie Lustig Inhabers E. Wangenheim Bayerischer Platz G und £> Celeron/ B 6 Cotncliu* 1S&& Sachgemäße Beratung in Schönheit** pflege, Niederlagen: Bock-Marinelto' Akademie. KAUFT KUPFERHAUSER FÜR PALÄSTINA Hociwsrtissts Kollerung WgimiuhM wohnen BESTE KAPITALSAHLAGE Verlangen Sie uns. Palä.tina-Pro.p.M BEHERALUERTRETER FRITZ HEUMARN, HAIFA, H0U86 TfiltSCtl DEUTSCHE KUPFERHAUS-GESELLSCHAFT ״'• »• h. Berlin HW7, unter den Linden 65 herausgegeben und für den Geschäftsverkehr mit Palästina unerläßlich. Der Zolltarif ist gegen Einsendung von 1 M. nebst 10 Pf. Porto durch das Palästina-Amt, Berlin W 15, Meinekestraße 10, zu beziehen. Der ״Chiriuch“ ist ein Merkblatt über die Lehrstätten in Palästina. Er informiert über die Aufnahmebedingungen und Lehrfächer der palästinensischen Schulen und Universitat. Jugendliche, ■die ihr Studium in Palästina fortsetzen wollen, sollten diese Broschüre erwerben. Der ״Chinuch“ kostet 0,50 M. und ist gegen Voreinsendung des Betrages zuzüglich 0,10 M. Porto zu beziehen beim Palästina-Amt, Berlin W 15, ,Meinekestr. 10. Bei Bestellungen der ״Alijah“, des Zolltarifs oder des ״Chimich“ wird gebeten, sich des im Annoncenteil befindlichen Bestellscheins zu bedienen. Palästinareisen des Kartells Jüdischer Verbindungen. Auch im kommenden Frühjahr werden wir zu Purim und Peflach Reisen zu Pauschalpreisen veranstalten. Dabei werden wir bemüht bleiben, den Reisenden innerhalb von 10—12 Tagen im Lande ein eindrucksvolles Bild wirtschaftlichen und kulturellen Lebens zu zeigen. Daß die Form der Organisierung richtig zu sein scheint, ergeben auch die Berichte, die wir von den jeweiligen Teilnehmern an unseren Reisen zur Kontrolle eingefordert haben. Wir sind gern bereit, auf Wunsch diese Berichte Interessenten zugänglich zu machen. Im Interesse einer sorgfältigen Vorbereitung wäre es uns angenehm, wenn sich die Interessenten für die Purini- und Peßachreise schon jetzt melden würden. Die Prospekte sind in Vorbereitung und werden in kürzester Zeit fertiggestellt werden. Wir glauben, heute schon sagen zu können, daß die Preise der Reisen, obwohl sie zu Purim mit dem 47 000 tons großen Dampfer Aquitania und zu Peßach mit dem Schnelldampfer Vulkania ausgeführt werden, nicht teurer sein werden als unsere bisher veranstalteten Reisen. Prospekte bitten wir anzufordern beim: Präsidium des Kartells Jüdischer Verbindungen, Berlin-Charlottenburrp RleDtreustraße 50. Drogerie Photo Geschenk״ u. Toiletteartikel Palästina - Hinweise .Mitteilung des Palästinaamtes: Die Beratungsstelle bleibt vom 2 i. Dezember bis 1. Januar einschließlich für Besucher g e s c!1 lass e 11. Die ״Alijah“ ist die amtliche Informationsbroschüre des I־al.!-li11a-Am!es Berlin. Sie enthält alles Wissenswerte für den ),.־)l.istma-Wanderer. Unter anderem Beiträge über: EinwaniiiTiingsbestini m!!n״cn, Mitnahme von Kapitalien aus Deutschland. Kapital-Transfer, Devisen-Fragen, Mitnahme von Gepäck. Auto 11<\v., Wirtschaftslagen, Arbeitsmarkt und Lohn!׳, Kapitalanlagen, Export- und Importziffern, Zollfragen, pal;istiiieii'Lein• Stenern, Eiektri7itätLieferung, Lebenshaltungskosten, (üsimdlieitsfragen, landwirtschaftliche Ansiedkmgsrnogliehkeiten; wichtige Adressen. Der Preis der Broschüre betrügt 0,75 M. Die ״Aiijsh“ ist gegen Voreinsendung dieses Betrages zu/uglidt 0,10 M. Porto zu beziehen beim Pa-!ästin:!-Amt Berlin \V!5, .Meinekestr. 10. Der ״Zolltarif Palästinas“ enthält sämtliche Positionen in alphabetischer iihersiclitliclier Reihenfolge, Ein- und Ausfuh.rxerbote und Beschränkungen und das palästinensischsyrische Zollabkommen. Er ist auf Grtmd des int Juli 1933 veröffentlichten englischen Zolltarifs in deutscher Sprache KALENDARIUM 1933 — 53. Woche 5694 — 15. Woche Freitag 22. Dezember 4. Teweth Samstag 23. 9# ויגש .5 Sonntag 24. f» «• .. Montag 25. »» 7- .. Dienstag 26. 1* ״ .8 Mittwoch 27. »• 9• Donnerstag 28. »• ״ .10 Sabbat-Ausgang: Berlin 44\ Breslau Am. Frankfurt a. M 33°. München 5ln, 2«. 12. 1862: Morris RosenfelcD berühmter jiddischer Dichter (Lieder des Ghetto), geboren. Z11 unserer Chanukkah-Blldbeilage. Auf verschiedene An• fragen geben wir den Namen des Photographen bekannt, von den! das schöne Kinclerbild auf der Titelseite stammt. El ist J. Gidal, München. Geschäftliche Mitteilungen (Ohne Verantwortung der Redaktion.) Das Franko-Orchester, bekannt durch die Kabarettveranstallungen im Caic Floh, eröffnet am 1. Wciimachtdeierta^ jni eigenen Namen ein Tanzkaharett im GesellschaUsImus am Zoo (früher ,.Ambassadeurs“), Harrirnber^fr. 7. Die jungen Künstler sind bestrebt, durch erstklasdj>e Darbietungen (Annemarie llaa^*, Ulando, Jacks usw.) ihr Publikum zufrieden zu steilen. Die Preise sind in einem Rahmen ge* halten, der cs jedem ermöglicht, diese vielversprechenden Veranstaltungm zu besuchen. Wir hoffen, daß die große Beliebtheit und künstlerische Qualität des Franko-Orchcstors ihm einen vollen Erfolg verschaffen werden, Expreß-Ball. Der Expreß-Club, dessen regelmäßige gesellige Verfnstalturigen sich seit fünf Jahren steigender Beliebtheit erfreuen, ludet zum 10, Expreß-Ball ein. Das Jubiläums-Fest findet am Sonnabend, dem 23. Dezember, 9 L'lir abends, in den Gesellschafts-Räumen des Cafe Leon, Kurfürstcndarnm 15ö, statt. In der einzigen Tanzpause KabarettAVettbcworh mit. Prämiierung. Karten an der Abendkasse 1,40־ EM. Deutsche Heimat. Diese Bildersammlung, die von der Zigarettenfabrik Yramos herausgegeben und von allen Schichten der Bevölkerung eifrig gesammelt wird, erscheint jetzt, in einer neuen Folge, Serie B. Das Sammelwerk zu dieser Serie, auf dessen Ausstattung große Sorg- Falt gelegt wurde, wird sicherlich mit großer Freude aufgenommen werden, Fs ist bei allen Zigarren-lländlern oder durch den Yramos- Rauchurdienst, Drcsden-A, 19, Faubcstr. 24, für 1 RM. erhältlich. Fnsure langjährige Mitarbeiterin, Fräulein Rose Fisch, hat in Haifa, Mountain Stioet, House Saltv, eine moderne Pension eröffnet, mit der ein Mittagstisch verbunden ist. Die schöne Tage des Hauses und die komfortablen Zimmer, deren Terrassen einen wunderbaren Rundblick auf Hafen und Karmel bieten, sowie die erstklassige Küche sind geeignet, dieses Haus zu einem Ixdiehten Heim für Dauer-Pensionäre und Touristen zu gestalten. — Wir verweben auf die heutige Anzeige. Gerade in den Zeiten der Wirtschaftskrise ist eine Kranken versieherung gegen die fimmziellen Sehäden. der Erkrankungen unbedingt notwendig. Krankenversichciung זיג aber Verlraucn<sache. Während lOjiihriger Tätigkeit bat Herr Siegbert Wolff, C 2, Bürgst*. 28, Tel. D 2 Weidendaimn 0906, Tausende jüdische Versicherte beraten. Vertrauen auch Sie diesem Fachmann und verlangen Sie unverbindlich KrankmverMchcruiigsprospckic. Die .,Rituelle Küche“ Wiesbaden, verbunden mit dem Kindertagesheim, hält Koeblchrkur.se ab. 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Tanz und Gesvlligkcit zählt zu seinen Mitgliedern Angehörige der jüdischen GeselLrhaff. die zum Teil aus verschiedenen Berliner Klubs durch Einführung des Arier-Paragraphen au-gesrhiedm *ind. Im Winter wird Fisspart, Tanz and Geselligkeit gepflegt, im Sommer u. a. Tennis und Fing Pong. Wir verweisen auf die im Anzeigenteil angekündigte Silvester- Feier. Besuchen Sie die Firma Max Riegel, Pariser Str. 28-29, wenn Sie für Geschenkzweeke oder für sich persönlich Bedarf an optischen Gegenständen haben. Brillen, Theatergläser, Lupen, Photoarlikel usw. linden Sie dort in reicher Auswahl. — Vor allem: Sie kaufen im Fachgeschäft. Wer winterliche Erholung in Harzburg sucht, findet in der schön gelegenen Pension Tarlowsky-Rosenfeld behaglich komloriablen Aufenthalt. — Die Küche ist bekannt gut, die Pivi-e zeitgemäß preiswert. —־ Fließendes Wasser. Zentralheizung, von den Gästen besonders gesucht und geschätzt, sind im ganzen Hause vorhanden. 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