Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 101 (19.12.1933)
- Date
- 1933-12-19
- Page
- Seite 995 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCH« RUNDSCHAU Nr. 101, 19. m 1933 Seite 985 Berliner Rmidschaii Vorträge und Konzerte Rudolf Kästner Über Jüdische Künstler, in der Freien indischen Volkshochschule ist der Zyklus ״Der Jude als schöpferischer und reproduktiver Künstler“ letzten Donnerstag bis zum dritten Abend gediehen. Nacli einer generellen Einführung, die auch jenen schöpferischen Kräften ,recht wurde, die im nachschaffenden Künstler latent sind, behandelte der Referent jüdische Dichter und Schriftsteller von Jehuda Halcvi bis Wassermann und Werfel. — Es folgten, von Lichtbildern unterstützt, die großen Maler, Bildhauer und Radierer von Pissaro, Antocholski bis zu den heutigen um Liebermann. — Der zweite Abend brachte eine Konfrontation zwischen der Lyrik und Romantik Mendelssohns und dem Wegsucher Arnold Schönberg, für den ja Kästner als einer der ersten eintrat, ohne heute von der unbedingten Fruchtbarkeit in Schönbergs letzten Theorien^ Zwölftonwstem) überzeugt zu sein. Desto feuriger plädierte er für das ganze bisherige Werk des Einsamen. Orete Sultan spielte Mendelssohns Kinderstücke und Schönbergs optts 11, dieses mit erstaunlicher Ucbcrmigungskraft. — Der dritte Abend gab eine großlinige Apotheose urul interessante psychologisch-musikalische Analyse von Gustav Mahlers Sinfoniewerk, wobei Kästner eine Fülle treffender Beobachtungen und eigene Erlebnisse heranzog. Seine Ausführungen fanden in Olga Ei sn er s Liedvorträgen schönsten Nachhall, zumal sie Wolfgang Rost), ein Neffe Mahlers, feinfühlig begleitete, per beschließende Abend des Zyklus am 21. Dezember bringt eine Ucbersicht über moderne Musik jüdischer Autoren (Weil!, Toch, Schnabel, Sternberg, Wcllesz usw.) unter Mit- Wirkung Stefan F renk eis. L. H. Hauskonzert. 11t einem Hauskonzert spielte das Neue Streichquartett, das aus den Herren Willy Frey, Hans Prager, Rudolf Meyer und Hermann Weil bestellt, ein neues Werk op. 26 von Berthold Goldschmidt. Das Quartett zerfällt in drei Sätze, von denen der erste und dritte sich mit ihren stark ausgeprägten rhythmischen Themen, mit ihrer intellektuellen, oft witzigen und manchmal humorvollen Haltung einander ähneln und ergänzen. Der Mittelsatz ist im Gegensatz zu den Ecksätzen von einem starken innerlichen Gefühl getragen, das in einer ruhigen k'antilcnc ausströmt, ohne dabei jedoch einer gewissen 11ervösen Sensibilität zu entbehren. In diesem Mittelsatz, dem weitaus wertvollsten des Werkes, liegt wohl die Linie vorgezeichnet, in der sich die zukünftige Entwicklung Gold- Schmidts bewegen wird. Die relative Einfachheit des Mittelsatzes entspricht unserem heutigen Empfinden mehr ais die Bizarrerie der Ecksätze, in einem einführenden Vortrag zeichnete Dr. Hans Nathan ein Bild des Entwicklungsganges Ooldschmidts und versuchte, ihn in den Gang der Entwichhing der neuen Musik einzureihen. Hierdurch schuf er einen verständnisvollen Boden für das neue Werk, das ebenso wie der Vortrag lebhaften Beifall fand. Dr. Oskar Guttmann. Zionistische Veranstaltungen Zionistisches Seminar. Di einen Kursus über Fragen B.Z.V, vci n ihrem Semit״ . Nicht eine wis en, sondern arbei ißigo Rüstzeug zt Wirken in ihnci 20. I)e Es folge ul, der Volke als St 20.30 L 20. 12. I: 20.30 Uh CHANUKKAH MEINHART MAUR BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG Chanukkati-Kinderfeit der B.Z.V. und der Frauen-Arbeitsgemeinschaft (<ir Palästina. 19. Dezember, nachmittags 3.30 Uhr, im Logenhaus, Klelststr. 10. Kasperle-Theater, Schokolade und Kuchen. Eintritts, gckl 50 Pfennig. Erwachsene 35 Pfennig. Karten im Vorverkauf in der B.Z.V., Meinekcstr. 10. Bezirksgruppe Nord, 19. Dez., 20.30 Uhr, Chanukkah-Fcicr, Cafö Steinecker, Müller-, Ecke .Seostraiic. Aus dem Programm׳. Film: ,.Feste in Erez Israel“. Aufführung: ״Vor einem Jahre“. Sprcchchor des Ilaschoruer liazair, Klavier- und Gesangvortrugc. Westliche Bczirksgruppen, 19. Dez., nachm. 4 Uhr. Chanukkah- Feier für Kinder. Gartensaal der Loge, Klciststr. 10. Bczlrksgruppe Neukölln. 21. Dezember, 20.30 Uhr, Dr. David Schloß, berg, ״Untergang oder Erneuerung“, Passagc-Fcstsäic, Neukölln, Berg. Straße 151. Arbeitsgemeinschaft ״Iwrla“, 19. Dez., 20.30 Uhr, Hotel König von Portugal, Burgstr. 16, Geschichtsvortrag. Gruppe Junger Zionisten, 19. Dez., 20.45 Uhr, Meinekcstr. 10. Erich Kic'.ve: ״Zionistische Aufgaben im Galuth“, HebrSiicher gemischter Chor. Makheiat llanoar Hachaiuzi von Ben Uri. Chorprobe: 23. 12., Kiopstockstr. 63. Einlaß zwischen 20 bis 20.30 Uhr. Britb Chaluzim Dathiim, Snif, 21. 12., 8 Uhr, Roscnthalcr Str. 55. Thema: ״Der Ilapoel Ilamisrachi, seine Geschichte und sein Werk in Erez Israel“. Referenten: Mosel sch Unna, Di Eisntr. Neue hebräische Kurse der BZV. Das große Interesse, das für die hebräischen Kurse gezeigt wird (es lernen zurzeit gegen 800 Schüler in den Kursen der BZV.), veranlaßt uns, neben den normalen Kursen mit 14—1B Teilnehmern zu UM. 3.— monatlich jetzt auch größere Kurse für 20—25 Teilnehmer zum Preise von KM. 2,— pro Person monatlich bei je U/2 Std. zweimal wöchentlich cinzttrichten. Der erste Kursus beginnt Anfang Januar in dem neuen zionistUchcn^ Heim in der Kantstraße._ Anmeldungen hierzu in der Straße 10, schriftlich oder persönlich in der Sprechstunde zwischen Ankündigung en Bunter Abend. Diensmg, den 26. Dezember 1933, abends 8 Uhr, (Gesang), Godided Zcclatider (Cello), Stella l'hty (krzitalion)^lUrry der Loge, Kleists10' .״, Telephon: 116 Baib.!!8051 :', ״ und 8652, sowie all tler Abendkasse, stlerhilfe“ nl Brettl“, Je Beifall Kleine Nachrichten Da« JUdUche Kinder- und Jugendheim, Berlin-Hcrms'dorl, veranstaltete Kindern zusammcnfamlcn. Vertreter des ü״li,oben Religionmereins für die nördlichen Vororte und des Jüdischen Frauen!״.indes überbrachten Glückwünsche und Spenden. ' D. II. Nachweis von Erholungsheimen und Pensionen. Es besteht — besonbitten um umgehende Mitteilung von Adressen mit Pieis,ingaben, mögliebst unter Beifügung von Prospekten. Wirtschaftshilfe der Jüdischen Gemeinde, Oranienburger Str. 31. ־,. JÜDISCHE RUNDSCHAU ist die große, zweimal wöchentlich erscheinende jüdische Zeitung Deutschlands, die über alle Gebiete des jüdischen Lebens informiert. Sie will dem deutschen Juden, der in eine für ihn ganz neue Lage geraten ist, helfen, seine Sorgen zu tragen und seine geistige Orientierung inmitten der Wirrnisse des Alltags zu fijiden. Die ״Jüdische Rundschau“ kämpft für die Erringung einer würdigen Rechtsstellung der Juden in Deutschland, für die Freiheit ihrer wirtschaftlichen Betätigung, für Berufsumschichtung und kulturellen Aufbau des deutschen Judentums. Sie unterrichtet ausführlich über alle Möglichkeiten und , Vorbedingungen der Auswanderung und insbesondere über die mit Palästina und dem jüdischen Nationalheim zusammenhängenden Fragen. Sie ist das Organ der zionistischen Bewegung Deutschlands. Die ״Jüdische Rundschau“ bringt als ständige Beilagen mit allen für den Leser unentbehrlichen Ankündigungen BERLINER RUNDSCHAU / JÜDISCHES LEBEN IM REICH SPORT-RUNDSCHAU / HEBRÄISCHER FERN-UNTERRICHT In zwangloser Folge erscheinen außerdem u. a. die nachstehenden Beilagen: Palästina-Bilderbeilage Palästina-Wirtschaft Kunst u. Wissenschaft Gemeinde - Rundschau Jugend-Rundschau Literatur-Rundschau Von jüdischer Musik Die Jüdische Schule Kinder-Rundschau Demnächst wird in der ״Jüdischen Rundschau“ mit der Veröffentlichung belletristischer Literatur (Romane u. Erzählungen) begonnen, wobei denUebersetzungen aus der modernen hebräischen Literatur ein besonderer Platz eingeräumt werden soll. DIE ״JÜDISCHE RUNDSCHAU« DARF IN KEINEM JÜDISCHEN HAUSE FEHLEN I Familien־ Anzeigen, Stellengesuche und -Angebote, Geschäfts-Anzeigen und sonstige an die jüdische Öffentlichkeit gerichtete Mitteilungen finden die weiteste Verbreitung und größte Beachtung. Wir bitten feden Leser, bis zum Jahresschluß wenigstens einen neuen Abonnenten für uns zu werben. --.-:-Hier ■UrioMnl -׳---------- An den Verlag ״Jüdische Rundschau“, Berlin W 15 Ich bestelle hierdurch zur laufenden Lieferung ab!.Januar 1934 die ״Jüdische Rundschau“ zum Preise ן von RM 2,— pro Monat / RM 5,75 pro Quartal (Nichtgewünschtes ist durchgestrichen) t. Name und Vorname! ״ ■.—.-.-.-.-.— —.-..... ..-...— Ort u. Beiteilpostamt:____Straße und Nummert ------