Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 101 (19.12.1933)
- Date
- 1933-12-19
- Page
- Seite 993 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.~ 101, 19. XH. W3S Sefte 983 Palästina ■Abend in Berlin Die deutschen Mitglieder der Jewish Agency und das Präsidium des Deutschen Keren Hajessod veranstalteten am 1. Dezember im Festsaa! des Brüder-Verewshauses einen Palästina-Abend, der einen äußerst eindrucksvollen Verlauf nahm. Der Saal und einige Nebenräume waren tiberfüllt, so daß die Reden durch Lautsprecher in die verschiedenen Räume des Brüder-Vereinshauses übertragen werden mußten. Die Kundgebung wurde geleitet und eröffnet von Direktor Oscar Wassermann der von dem ungebrochenen Lebenswillen der deutschen Juden ausging und darauf hinwies, daß nicht _ Deklarationen die Aufgabe des. Judentums seien, sondern die Schaffung wirkliehen jüdischen Lebens. Die jüdische Jugend muß zur Ehrfurcht vor unserer Vergangenheit erzogen werden, zugleich aber muß man ihr eine Zukunft weisen, und diese Zukunft ist Palästina. Palästina braucht nicht Menschen, die dorthin ins Exil gehen, sondern es muß ein Zentrum sein, das auch für unsere Stellung in Deutschland ausschlaggebend ist. Nur in Palästina kann ein freies jüdisches. Leben entstehen, nur dort kann sich Religion und Leben innig verbinden. Das Werk in Palästina hält sich heute auch ohne unsere Hilfe, aber von uns hängt das Tempo seiner Ent- Wicklung ab. Direktor Wassermann schloß mit einem wannen Appell für die Unterstutzungdes Keren Hajessod. Als zweiter RedneT ergriff Dr. Michael Traub das Wort, der das jüdische Leben in Deutschland vor 1933 dem Leben in Palästina von heute gegenüberstellte. Er schilderte den Niedergang des deutschen Judentiuns, der schon seit Jahrzehnten eingesetzt hat, wies msbesondere auf die Vergreisung der deutschen Juden infolge ihres bevölkerungspolitischen Abstieges hin. Die. anormale soziale Struktur des deutschen Judentums hat dahin geführt, daß die wohlhabenden Schichten zum größten Teile verschwunden sind. Zugleich hat der Prozeß der Assimilation die Träger des jüdischen Kulturgutes dezimiert. Glaubte man noch früher, sich diesen Tatsachen geistig verschließen zu können, so gibt es heute kein Ausweichen mehr. Man entrinnt nicht seinem jüdischen Schicksal, weder durch Assimilation noch durch Taufe. — Diesem Bilde wirtschaftlicher und geistiger Entwurzelung stellte Dr. Traub das jüdische Leben in Palästina gegenüber. Während alle anderen Länder sich gegen jüdische Einwanderung verschließen oder höchstens nur Flüchtlinge aufnehmen, die Objekte der Wohlfahrtspflege werden, ist Palästina in der Lage, seine jiidisehen Einwanderer in den wirtschaftlichen und kulturellen Aufbauprozeß des Landes produktiv einzuglieilern. Im Gegensatz zu anderen Ländern wächst die Aufnahmefähigkeit Palästinas mit zunehmender jüdischer Einwanderung. Wahrend daher Juden außerhalb Palästinas, über neue Jüdische Zu- ,Wanderung oftmals nicht sonderlich erfreut sind,. wird in Palästina jedes Schiff, das jüdische Einwanderer ins Land bringt, vom Jischmv freudig begrüßt. Die jüdische Bevölkerung Palästinas ist jung und der natürliche Zuwachs ist dort stärker als in irgendeinem anderen Lande der Welt. Die soziale Struktur ist normalisiert, der Arbeitsplatz in der Werkstatt und auf der Scholle in sämtlichen Produktionsstadien von Juden besetzt. Noch bedeutender als unsere materiellen Errungenschaften sind aber die kulturellen Positionen, die wir im Lande geschaffen haben. Unser bedeutendstes Aktivum ist aber in Palästina der jüdische Mensch, der Schöpfer dieser neuen jüdischen Welt, der mit dem Lande und dem Volke verbunden ist und abseits von jeder Politik die Grundlagen unseres Lebens in Palästina legt. Dr. Frfedxidi Brodniiz der vor kurzem von einer Palästiimreise zurück gekehrt ist, erinnerte an die früheren Diskussionen über Palästina, die heute dadurch hinfällig geworden sind, daß den meisten deutschen Juden Palästina eine Realität bedeutet. Dr. Brodnitz schilderte den Eindruck vom Aufbau und von der Natur des Landes, von seinem Kinderreichtum und der in ihm wohnenden Lebensfreude. Er gab ein Bild von dem Heroismus der ersten Ansiedler, die ihre Arbeit in dem Gefühl getan haben, für die jüdische Zukunft und für uns alle zu wirken. Es ist für die Arbeit in Palästina wirkliche Liebe notwendig, die unabhängig von äußeren Faktoren ist. Palästina sei eine Stärkung für das gesamte Judentum, und die ewish Agency muß eine Wechselwirkung zwischen dort und ier herbeiführen. Kein ernsthafter Mensch könne die Judenfrage betrachten, ohne Palästina als die größte Leistung unserer Generation miteinzubeziehen. Es ist unsere Pflicht, spürbare Opfer zu bringen, um dieses Werk zu fördern. Nach einer Pause sprach als letzter Redner Kurl Blumenfeld Er wies darauf hin, daß es heute aussehc, als ob die heroische Zeit im Aufbau Palästinas abgeschlossen sei, und eine zivilisierte, behagliche Welf sich dort durchsetze. Demgegenüber müsse festgcstellt werden, daß wir nicht a!11 Ende der Entwicklung sind, sondern daß das Vorhandene ein neuer Anfang sein muß. Pioniergeist muß auch das Vorhandene überwinden. In Palästina, einem Lande ständiger Entwicklung und Bewegtheit, gibt es alle Sorgen des einzelncn Menschen, aber die Basis des Lebens ist anders. Dort erst werden alle Probleme des Juden 7t! echten Problemen, zu wahren Fragen des Lehens. Ir! Palästlna gibt es ein Judentum ohne Entschuldigungen. Für manchen ist cs bequemer, auch Palästina in die ihm vertrauten Vorstellungen einzuordnen und das Unberechenbare beiseite zu schieben, das Palästina in sich birgt. Hiergegen entbrennt der Kampf um ein echtes Ercz Israel aufs neue. Dort in Palästina können wir erfahren, was wir wert sind. In jenem Lande entsteht eine Welt, die stärker ist als wir, die uns überwältigt und eine Führung für uns darstelit. Es gibt für uns Juden nur eine Zukunft und eine Rettung: daß eine Macht uns überwältigt, die wir nicht berechnen und vorher erkennen können. Palästina ist sinnvoll für uns, wenn es das Außerordentliche ist. Darum wird in Palästina der Kampf zwischen dem Neuen und den normalisierenden Kräften ausgefoch teil. Es ist das neue Lehen, das hoch Unfaßbare, das viele Juden Palästina gegenüber ängstlich macht. Palästina ist die Antwort auf die Judenfrage und der Retter des Judentums, weil die Liebe zum eigeneu Geschick bei den Juden durch dieses Werk entsteht. Die Juden hoffen wieder auf die Keimkraft des Erbes der Jahrtausende in ihnen. Wir fühlen, daß eine Macht entsteht, die im jüdischen Leben ein Zensor ist. Dieser Macht haben wir uns freudig zu beugen. Mit ihT werde das Judentum wieder Dinge leisten, die wir nicht den andern zu ״offerieren“ brauchen,_so!1dern die die Welt sich von uns holen wird. Irn Namen dieses Erez Israel zwingen wir das jüdische Volk, seinem Schicksal zu vertrauen, ־und legen zwischen Erinnerung und Hoffnung unsere eigene Tat. — E)ie Vorträge dieses Abends wurden vom Publikum mit gespannter Aufmerksamkeit und stürmischem Beifall atifgenornmen. Besonders die Rede BUimcnfelds war Anlaß zu einer starken Ovation für den Redner. Dir. Wassermann schloß die Kundgebung mit Worten des Dankes und einem Appell zu aktiver Mitarbeit. Die Arlosoroff - Morduntersuchung Jerusalem, 14. Dezember. (J.T, A.) In der Untersuchung zur Aufklärung des Mordes an Dr. Chaim Arlosoroff wurden wieder einige Vernehmungen durchgeführt. Die 18jährige Tochter des vor einiger Zeit verstorbenen Eigentümers des Hotel Turgcman in Jerusalem, Levand Turgeman, sagte aus, sie habe Abraham Stavsky am 16. Juni, dem Tag des Mordes, in die Liste der Hotelgäste eingetragen. Das Zimmergeld habe Stavsky, den sie nachher nicht mehr gesehen habe, im voraus erlegt. Der Kutscher Jakob Friedmann aus Tel-Awiw bekundete, er habe dieselbe Nacht im Turgeman-Hotel zugehracht und dort zwei Männer beobachtet, jedoch nicht so genau, daß er sie mit Sicherheit wiedererkennen könnte. Dagegen behauptet der Bruder des Zeugen, Moses, er habe Stavsky am 17. . um 6 Uhr morgens (die Mordtat geschah am 16. Juni in Tel-Awiw um H Uhr abends) im Hotel gesehen und ihn später bei der polizeilichen Vorführung wiedererkannt. Er bestätigte die Behauptung Stavskys, daß dieser schon am Vortag einen Verband an der Hand getragen habe (in der polizeilichen Anklageschrift wird angenommen, Stavsky habe sich die Verletzungen an der Hand beim Uebersteigen eines Stacheldrahtzaunes in der Nähe der Mordstelle zugezogen). Professor Nahum Slousch, der als Alibi-Zeuge für Achi Meir geführt worden war, sagte aus, er habe Achi Meir am 16. Juni um 6 Uhr nachmittags in Jerusalem gesehen. Am folgenden Tage wurde das Mitglied der Palästina- Exekutive, Mosche Shertok, vernommen. Der aus London eingetroffene neue Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Horace Samuel, griff zum erstenmal in die Verhandlungen ein und stellte eine Reihe von Fragen an Shertok. Dieser legte dem Gericht den jetzt in seinem Besitz befindlichen Revolver Dr. Arlosoroffs vor, für den er seit dem 12. Juli einen Waffenpaß besitzt. Shertok erklärte, Dr. Arlosoroff habe, bevor er seine letzte Europa-Reise unternahm, den Revolver nebst anderen Effekten seinem Freunde Richard Richter in Tel-Awiw zur Aufbewahrung übergeben. Von dies m habe der Zeuge die Waffe übernommen. Das Gericht behielt den Revolver zurück. Hierauf wurden mehrere Zeugen vernommen, die das Alibi Achi Meirs stützten. Salomen Preis, ßaruch Schochtmann und Frau Jawneeli, die Gattin des Rechtsanwalts Jawneeli, hei dem Achi Meir in Jerusalem wohnte, sagten aus, sie hätten Achi Meir am Mordabend zwischen 6.15 und 8.30 Uhr in Jerusalem gesehen. Frau Jawneeli fügte hinzu, Stavsky sei um 5 Uhr nachmittags in ihr Haus gekommen und habe nach Achi Meir gefragt. Zwei weitere Zeugen, Abraham Elmaleh und David Luschinsky, ehemaliger Sekretär beim jüdischen Friedensgericht, erklärten, sie hätten Acht Meir am Mordabend um 7.15 Uhr in Jerusalem gesprochen. Am 14. Dezember wurde der Zeuge Josef Canaani vernommen, dessen Aussage für die Entlastung des Angeklagten Rosenblatt von Bedeutung war. Canaani be- «tätigte, daß Rosenblatt am Mordabena an der revisionistisehen Zusammenkunit in Kfar Saba teilgenommen hat. Er selbst habe in der Versammlung das Protokoll geführt und habe Rosenblatt noch um 10,30 Uhr abends gesellen und gesprechen. Allerdings könne er sich nicht erinnern, ob Rosenblatt auch am Tanz, der nach der Versammlung stattfand, teilgenommen hat. Prozeß gegen eine arabische Terrorbande Haifa, 13. Dezember. (J. T. A.) Vor dem Haifaer Gericht wurde unter dem Vorsitz von Oberrichter Curry das Verfahren gegen die Scheichs Hassan Hamadi, Miihamed Zarura und die Dorfbewohner Al Abd Abdullah und Dib Dihan eröffnet. Sie werden von der Polizei beschuldigt, einer gehei men Gesellschaft angehört lind damit den Artikel 20 der Aufruhr-Verordnung von 1020 übertreten 7a haben, worauf Gefängnis bis zu einem Jahr stellt. Ferner sind sie der Verschwörung zur Verübung todcswiirdiger Verbrechen angeklagt auf Grund des Abschnitts 14 des Amendements zum Strafgesetz v. j. 1027, der Gefängnis bis zu sieben Jahren vorsieht. Im besonderen wird ihnen Verschwörung zur Ermordung von Juden in den Siedlungen des Norddistrikts in den Jahren 1931 und 1632 vorgeworfen. Der angeklagten Bande werden folgende Verbrechen zuge״ schrieben: j a d s c h 11 r, 5. April 1931: drei Getötete, fünf Verwundete; Kfar Chassidim.. 5. März 1932: ein Getöfeter; Bombenwürfe gegen die Nescli e r-Zementfabrik, die Herbert Samuel Acht!sah auf dem Karmel und gegen eine deutsche Farm auf dem Karme! im lantiar 1932; Ermordung eines Landwärts in Baifouria 'im Januar 1932; Verwundung von zwei Männern in Kfar Jechcskcl am 30. April 1032; Entfernung von Schienen von der Eisenbahnlinie Beisan-fisr el Mnjamie, die von den Arbeitern der Palestine Electric Corporation benutzt wurde, Anfang 1932: Dschcdda, Schüsse gegen eine jüdische Farm, und schließlich die Ermordung des jüdischen Kolonisten Jacobi und seines Sohnes in Nahalal. Rabbiner Dr. Dienemann in Sdiufzhaff Wir entnehmen der ״Frankf, Zeitung“ vom 17. 12. folgende Nachricht aus Offenbacli: Das W. S. N.-Biiro meldet: ״Der hiesige Ra b bin er Dr. Dienemann i s t i n Schutzhaft genommen w o r - den. Von dem Offenhacher Polizeidirektor hatte er sich die Genehmigung zur Abhaltung von Vorträgen in der jiidischeu Kultusgemeinde geben lassen. In einem dieser Vortrüge schilderte er die Gewalttaten des Königs Herodcs und betonte, daß auch während der französischen Besatzimgs/eit derartige Gewalttaten vorgekommen seien. Aber ffir das Judentum sei es gleichgültig, ob cs von einem französischen General oder von einem Polizeipräsidenten regiert werde. Wegen dieser unverschämten Aetißcrnng wurde über den Rabbiner die Schutzhaft vcihängt und die Ueberführung ins Konzentrationslager beantragt.“ ״Miph&l Ariosorott״ Ein« Siedlung auf den Namen Arlosoroffs in Palästina ln diesen Tagen hat in Deutschland die Aktion für Mlplial Arlosoroff begonnen, tirei auch die deutschen Juden Anteil nehmen zu lassen an der neuen Siedlung in Palästina, die auf den Namen t.linjiin Arlosoroffs geschaffen werden soll. Es ist für das deutsche IiKlentum eine ranz besondere Aufgabe, seiner Verbundenheit mit der I'er.-on Arlosoroffs durch Anteilnahme an diesem Gedüchtuiswerk Ausdruck zu geben, hat doch Arlosoroff einen starken Einfluß gerade auf die Entwicklung der zionistischen Bewegung in Deutschland und die Richtung, in der sich die jüdische Jugend Deutschlands entwickelte, gehabt 111 den Jahren seines Aufenthaltes in Berlin hat Arlosoroff den ersten Kreis junger Menschen um sich gesammelt, die als Pioniere, Chaluzim nach Palästina gingen und schon damals, als die Lebenschancen der jüdischen Jugend in Deutschland noch gilt zu sein schienen, die Last der körperlichen und beruflichen Umstellung im Dienste Palästinas auf sich nahmen. Auch späterhin ist die persönliche Verbindung Arlosoroffs mit dem deutschen Zionismus niemals unterbrochen worden, und noch wenige Wochen vor seinem Tode weilte er unter uns, um die Pläne zu besprechen, die für eine Seßhaftmaclnmg deutscher Juden in Palästina von ihm ins Auge gefaßt worden waren. Chajim Arlosoroff, ein Mensch der jungen Generation, ist einem verahsrheuenswiirdigeii Verbrechen zum Opfer gefallen. Er war in kurzer Zeit zu einem der markantesten Mensch der c c 111 c 11 p <> 1 i t i s e 11 e!1 I n t 11 i t i o 11, der wie kein anderer dazu aiisersehei! war, unsere Sache auf dem schau‘‘1'erst' unlängst''v'o rö 1 feilt! ic-ht'c ' Bericlit^des^ Politischen Departements der Zionistischen Exekutive, der dein letzten Kongreß vorgelegt worden ist, gibt uns ein Bild von der vielseitigen und auf zahlreichen < iehieten erfolgreich eingeleiteten Arbeit Arlosoroffs. Dem Andenken an diese״ Mau!! eilt ״Mipha! Arlosoroff“. Für die Zionistisc 11 e V e r e i 11 i 11 ׳״ n g für Deutsch-!and erlassen 1 )r. Siegfried Moses und Kurt Blumenfeld, Dr. Walter'" ׳Erhard und Dr.' Ernst' Mrch'ier ' einen1' gvnici״- jüdischen Welf starken ,׳Widerhall \gcf״m!c!1 hat" Der^Aufruf weist dann auf die Bedeutung unserer Arbeit in Palästina hin und sargt hierzu folgendes: ״Die jüdische Welt hat die Bedeutung unserer Arbeit in Palästina erkannt; Zelintausende von Juden gehen in das Land, in dem wir in langen Jahren die Grundlage für eine große jüdische Einwanderung gelegt haben. Daß heule ein natürlich geschichtetes Lehen in Ere/. Israel möglich ist, daß ein erheblicher Teil der jüdischen Bevölkerung auf dem Lande sitzt und sich dort von eigener Hände Arbeit ernährt, danken wir den unablässigen, immer wiederholten Anstrengungen, allgemein Mittel für den Ausbau des Landes zu beschaffen. Nachdem Baron Edmund von Rothschild uns at3 Wegbahner vorangegangen war, lieben unsere Fonds in moderner und erfolgreicher Weise das Werk fortgesetzt und auf neuerworbenenem Boden einem arbeitenden jüdlsehen Geschlecht ein freudiges und freies Leben ermjp ■licht. Zum Erstaunen der Welf konnte das Land Israel in diesem Jahr über 3.1000 jüdische F.i :Wanderer aufnehmen, erheblieh mehr als alle anderen Länder der Welt zusammen. Die Bedeutung der Palästina-Wanderung liegt aber nicht nur in der Zahl. Auch in jenen Ländern, die jüdische Ein- Wanderer ga-'-tlich aufnehmen, konnte den Juden das Schicksal von Emigranten nicht erspart bleiben. Nach Erez Israel kommen Juden nicht als geduldete Menschen, sondern auf Grund eines anerkannten Rechtes, als ro'lbereditigte Bürger in einer neuen jüdischen Lebensgemeinschaft.“ Die Fortsetzung־ der /וי״ W׳u׳:el!en Arbeit in Palästina Basis" der "jüdischen Vicdliim!* veräärkt '‘wird! ׳Alls''diese!« Grunde fordert der Aufruf: ״In Erinnert Freundes und F neuen Kolonisati Pioniere gegrün ׳beiter- ״Durch die Ergebnisse (Leser Kar-pagne werden wir eine Dankesschuld a;1 einen Mann ebtragen, der sein Leber! für den Aulbau von F.־ez Israel hinge geben hat. Wir erwarte»׳: vom l?crant'.־;'־rtt:n<gsgefü!11 und vom Opfermut der deutschen Juden, daß unsere Sammlung einen entscheidenden Beitrag für das Arlosoroff-Werk erbringet! wird.“ Kurt Blumenfeld. Der Gesdiäftsiuiircnde Ausschuß der Sitzung des Gesehüftsfiihrender! Ausschusses, in der die Frage der Ansiedlern־״ deutsche!• Jude!! in Paladin״ besprochen wurde, hat der O. A., fußend auf einer Fidschi ie!hing der zionistischen Arbeitstagung vom 3. Dezember, Herrn Kurt Blumenfcfd gebeten, die Zionistische Vereimnmg für Deutschland greenitber allen jüdisch! :1 Körpcmdnhcn 1111c] sonstigen Stellen, die sieh mit der Frage des Hilfswerks;, sowie insbesondere mit der Frage der Asisiedlunp der deut• sehen Juden in Palästina beschäftigen, zu vertreten. ln rlcr Royal Asiatic Society, der angesehensten Gesellschaff zur Erforschung Asiens in L!H;1ih1, sprach am 11.12. unser Mitarbeiter Dr. Ernst Cohn-Wir n e r, z. Zt. Lo!1don, über seine Forschungsreisen in M'cst-Turkcstan. Der Vortrag war von einer großen Anzahl englischer Gelehrter besucht und fand außerordentlichen Beifall.'Der Vortragende illustrierte ihn mit Lichtbildern seiner eigenen Aufnahmen. Brielhaslen <ter Redaktion Karfcellbruder Mlnkowskvs. Sie irren. Prof. Minkowsky ist 1358 i!1 Kowno (damals Rnßlaiui, jetzt Litauen) geboren. Er ist später aus dem Judentum ausgetreten, ohne aber seine jüdische Herkunft zu verleugnen. Oskar Melseles, Wattenscheid. Ihr Wunsch ist inzwischen erfüllt. Frau Elisabeth Lee, Berlin. Sie legen Wert auf die Fest- Stellung, daß die bezüglich der Behandlung von Juden irn Theater am Kurfürstendamm im Umlauf befindlichen Gerüchte unrichtig sind.