Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 100 (15.12.1933)
- Date
- 1933-12-15
- Page
- Seite 970 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 960 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 100, 15. Xn. 1933 Hebräischer Fernunterricht Die uns von vielen Selten, insbesondere aus Wittel- und Kleinstädten und vom Lande zugegangenen Wünsche haben uns veranlaßt, einen Lehrgang für hebräischen Fernunterricht in der ״Jüdischen Rundschau“ einzufiltiren. Dieser Fernunterricht ist vor allem für diejenigen gedacht, denen die Teilnahme an einem mündlichen Unterricht nicht möglich äst, weil es ihnen an geeigneten Lehrern fehlt. Die Teilnahme am hebräischen Fernunterricht, dessen LektIonen jeweils in der Freitagnummer der ״Jüdischen Rundschau“ erscheinen werden, ist jedem Leser dieses Blattes möglich. Um auch einen direkten Kontakt mit den L,ernenden henustellen, ist — neben einer ״Antwort-Ecke“, die der Erörterung allgemein interessierender Schüler-Fragen dienen soll — eine individuelle briefliche Beantwortung von Einzelfragen vorgesehen. Jeder derartigen Anfrage, die, mit dem Vermerk ״Hebräischer Fern- Unterricht“ versehen, an die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Berlin W 15, Mcinekesir. 10, zu adressieren ist, muß aulk-r einem adressierten Freiumschlag ein Coupon beigelugt werden, mit dem jede Lektion des Fernunterrichts verseilen seit! wird- Vorbemerkung Der Hebräische Fernunterricht der ״Jüdischen Rundschau“ wird aus zwei Lehrgängen bestehen: A. Allgemeine Einführung in die hebräische Sprache, B. Vertiefung der erworbenen Kenntnisse und Einführung in die hebräische Literatur. Der heute beginnende Lehrgang A soll den Lernenden zunächst durch Vermittlung eines Wortschatzes von etwa 1000 bis 1200 Vokabeln und der allerwichtigsten« Regeln der Grammatik eine Grundlage geben. Da der Fernunterricht sich vorerst auf die Schaffung einer solchen Basis für die spätere gründliche Erlernung der hebräischen Sprache beschränken soll, wird zunächst auf die Behandlung tiefer führender Regeln und sprachlicher Feinheiten absichtlieh verzichtet und auf diese erst iin Rahmen des Lehrganges B eingegangen werden. Es wird versucht werden, diesen Fernunterricht, der in der Hauptsache für einen deutschsprechenden Kreis von Erwachsenen gedacht ist, den sich hieraus ergebenden besonderen Erfordernissen anzupassen. Daher werden z. T‘. auch andere als bisher übliche Methoden angewandt werden, jedoch solche, deren Wirksamkeit im mündlichen Unter• rieht bereits praktisch erprobt wurde. Die Wochcn-Lektion des Fernunterrichts wird aus kleineren Abschnitten bestehen, so daß sie von den Lernenden nicht auf einmal durchgearbeifct werden muß. Die grammatikalischen Erläuterungen werden nur im Anschluß an den durchgenommenen Textabschnitt angeführt werden. Eimesystematische Zusammenfassung der (hirchgenominencn Grammatik wird das monatlich erscheinende ״Dikduk-(Grammatik-)Blatt" bringen. Uni den Unterricht leicht verständlich zu machen, werden die Erklärungen und grammatikalischen Erläuterungen mögliehst populär gehalten werden. Erste Lektion a) Das hebräische Alphabet in Druck -und Schreibschrift. אבגדהוזחטיכולמםנןסעפףצץקרשת 10 n J)l v 9 k פ e 1313) 0 0 j) d ת Da erfahrungsgemäß ein nennenswerter Teil von Intere«:‘-eilten mit dem hebräischen Alphabet bzw. mit der sepliardi-chen Aussprache bekanntgemacht werden tnttß, wird mit einer Gegenüberstellung der hebräischen und deutschen BiichAabcn begonnen. a) Konsonanten Deutscher BurJ1st1i.be Hebräisch gedruckt tr Buchstabe aesrhneben Bezeichnung Anmerkung b ר־־ 9 Beth Merke: mit Innecpunkt c, z צ J Zade Am Wortende: Sdtluß-Zade ץ ר 1 פ Chaf und Am Wortende: Schluß-Chaf "] p cb הי n Cheth (Kehllaut wie im Wort ״Rachen“) d i 0 Q Daleth Fe Am Wortende: Schluß-Fe!ף <? Merke: ohne Innenpunkt f, v 3 g ג ׳) Gimmel h ה פ He Am Wortende: stimmlos i י t Jod Auch als Vokal gebraucht k f נ פ Kaf und Am Wertende: Schluß-Kaf O Merke: mit Innenpunkt ‘ ק)? Kof (ursprünglich anders klingend als das Kaf) 1 ל f Lamed m ם N Mem Am Wortende: Sdiluß-Mem D D n נ J Nun Am Wortende: Schluß-Nun ן j p פ e) Pe Merke: mit Innenpunkt r ף 0 Resch (wie in 11 סל ne) sch ז h 2 Sajtn Schin (eigentlich mit einem rechten Oberpunkt, hier der Einfachheit halber unberiieksichligt.) ס 1 0 Ssamach ß (ss) W י e und Ssin Merke: DasSchiamit linksseitigem Oberpuukt P 0 Teth und t (ה)ר1 fl Taw Merke: Jetzt sowohl mit als auch ohne Innenpunkt als t gebraudit v (vgl. f) ב1 9 Wethund Merke: Beth ohne Innenpunkt w ו 1 1 Waw auch als Vokal gebraucht. * (vgl. <0 Merke: Zu den Konsonanten gehört ferner der Buchstabe A leph, א Ic obgleich er nur in Verbindung mit einem Vokal a rtikuliert ausgesprochen werden kann. Das Aleph dient am Wort an fang als Träger eines Vokals, in der Wortmitte und am Wort ende als Dehnbuchstabe. Aehnlich verhält es sich mit dem Ajin, y ff das jetzt überall wie das Aleph ausgesprochen wird. b) Vokale. Die Vokale werden im Hebräischen nicht in Buchstaben, sondern durch Zeichen oberhalb, unterhalb und innerhalb der Buchstaben ausgedrückt. Es werden unterschieden: lange und kurze Vokale. Vokal L «n8r K u r 2 Zeichen Name Zeichet 1 Natno & *)X T Kamaz (wie in ״Ware") & X Patach (wie in ״Bank“) ö x Zere (wie in ״Erich“) 6 x Ssegol (wie in ״gelb") I *י Chirik Gadöt 1 X Chirik katan (wie in ״Lied“) (wie in ״Wind“) 0 ix Cholam (wie in ״rot“) ö * Kamaz katan (wie in ״Gold“) fl ו Schurek (wie in Ruhe") tt * Kubbuz (wie in ״rttnd") *) Das X steht hier jeweils an Stelle eines Buchstaben. Merke: 1. Das Chirik gadol (langes 1 besteht aus einem Punkt unter dem Buchstaben und einem darauffolgenden Jod, (יx) beim Schurek (langes u tritt immer das Waw als Träger des Vokals auf. Dp Hingegen erscheint das C11 o I a m (langes ö ) sowohl mit einem \Vaw als Träger des Oberpunktes als auch ohne Waw. (x /) Der Vokal 0 wird dann nur durch einen Oberpunkt auf dem betreffenden Konsonanten ausgedrückt. Nach dem Zcre (langes c■) tritt zuweilen das Jod als Dehnbuchstabe auf. Im modernen hebräischen Schrifttum ist es gebräuchlich, auf das Chirik (manchmal mehr auf das Zcre) ein Jod, und auf das Cholam ein Waw stets folgen zu lassen. Ebenso wird jetzt auf das u stets ein Waw gesetzt. Das Kubbuz-Zeichcn (•..) wird also fortgelassen. 2. Das Sch’wa Xunterhalb eines Konsonanten zeigt dessen Vokallosigkeit an, d. h., daß dieser entweder in Verbindung mit dem vorangegangenen oder dein darauffolgenden Vokal auszusprechen ist. (Eingehende Behandlung folgt noch.) 3. Unter den Buchstaben: y ,א/ ה׳ ח (Kehllaute) stehen statt eines Sch’wa (:> folgende Zeichen (Halbvokale): (״chatef Patach“) t: (״chatef Kamaz“) (״chatef Ssegol") die unverändert ausgesprochen werden, und zwar: wie: t: wie: r, v: wie: v, (Ausführliche Behandlung folgt später.) 4. Uin den Teilnehmern das Unterscheiden zwischen Kamaz r und Kamaz katan r (die durch die gleiche Figur dargestellt werden), im Anfang zu erleichtern,’wird liier dem Kamaz katan das besondere Zeichen 1 hin/.ugefügt werden (!r,. c) Betonung. Der Ton liegt im Hebräischen meist auf der letzten, sonst auf der vorletzten Silbe, ln den Lektionen werden die auf der vorletzten Silbe betonte!1 Wörter durch folgendes Zeichcri a oberhalb der betonten Silbe gekennzeichnet werden: Uebung: Lies und schreibe die folgenden Wörter: אב |גד גג גן דוד ד!ד 9/Q 9/9 J(j 9^9 pfc david dod gan gag beged aw חלוץ ארץ סדור |סח צופים d׳S)!3 90!ר פסח Chlc 11 fח zofim peßach ssidur erez chaluz הןב־ך <£דןל הלשו־ה אביב 991יc פפסרח fj!Q /0׳p awiw hachscharah schekel keren ׳םמר!ח קבוצה;גליד פ־:בל h!5> 9'fff 93/P־p poel alijah kwuzah ssimchah הסתו־רורו התקודז נשף *לחם onJ IsJ פ0ת9רות <ימק׳/(ר I lechem ncschef hatikwah histadruth Anfrage- Kupon 1 Hebräischer Fernunterricht der ״Jüdischen Rundschau“ (Jeder Anfrage beizufügen) Berichtigung. In dem in der Scliulbeilage in Nr. 98 der ״J. R.“ veröffentlichten Artikel ״Der Anfangsunterricht in der Bibel“ von I )r. Viktor Kellner waren zwei Druckfehler enthalten, hl der ersten Spalte, 2. Zeile von oben muß es statt ״in einer ihm wesentlichen Gemeinschaft“ richtig heißen: ״in einer ihm w e s e n s g 1 e i c 11 e n Gemeinschaft“. Dritte Spalte, /.eile 16 von oben heißt das hebräische Wort nicht ״Beteiuth“, sondern ,,Bekiuth“ (Beschlagenheit). Parfümerie Lustig 11P11:1׳1111,1'1״m111n1!'1:!nb:H1d1ird!1!1:1i11ii1;11n;niH11:1i1:1i1111;1!1׳iM!1M׳ni;111u111i!(1 . Inhaber! E. Wangen heim Bayerischer Plaiz 6 und 9 Cclcfom B ff Cornelias Jiött Sachgemäße Beratung in SdtÖnheitspflege. Niederlagen! Bock-Nfnrincllo- Akademie. Drogerie Photo Geschenk- 11. Toiletteartikel alüstMrondloRds Keren Haies8tde.il. Postscheckkonto: Berlin Nr.104951 Bankkonto: Dresdner Bank, Depositenkasse Kurfdretendamm 181 Briet aus Czcrnowitz Czernowitz, 7. Dezember 1933. Zionistische Aktionen dienen nicht nur ihrem unmittelbaren Zwecke, sondern sie haben auch einen nicht minder wichtigen erzieherischen Wert. Sie vermitteln die Bekanntschaff mit zionistischen Persönlichkeiten. Miphal Arlosoroff hat uns die Bekanntschaft Dr. Fritz U 1! 11! a n n s vermittelt, der sieh in kurzer Zeit die Sympathien der hiesigen Zionisten erwarb. Seinen Bemühungen gelang es, einen für unsere heutigen Verhältnisse ansehnlichen Betrag aufzubringen. Was aber beinahe noch wichtiger ist als die aufgebrachte Summe, ist ■die propagandistische Tätigkeit, die er bei diesem Anlasse entfaltete. Es gibt beinahe keinen zionistischen Verein und Zirkel in unserer Stadt, wo Dr. Uilmann nicht referiert hätte. Bei der Abschieclsfeier, die im Hotel Pake stattiand, hörte man viele herzliche Worte. Aufrichtige Worte der Anerkennung fanden Dr. Meier Ebner, der gcschäftsfiibrcmle Vizepräsident der zionistischen Landesorganisation, Dr. Theodor Weißeiberger, der Vizepräsident der jüdischen Kultusgemeinde, Ing. Zwilling und viele andere Redner. Nach den soeben vom Jerusalemer Hauptbüro des I ü - disclicn Nationalfonds (Bo-denfoncls) veröffentlichten Statistiken sind die Einnahmen des Jüdischen Nationalfonds im abgelaufenen Jahr um 10 ״b gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Einnahmen betrugen im Jahre 1932/33 220 000 Pfund. Geschäftliche Mitteilungen (Ohne Verantwortung der Redaktion.) In O b t r 1! u 1 (.111 der direkten S!r. ׳ ke IU illn—Krfurt—Stutlgai״. gelegen, 825 m ti, 11. M.) hat die Wintor.sai-on begonnen. Alles ix zum Kinpi'ang der Gäste gerü-iet. Das Hotel Blum, seit. 14 Jahren bestehend. heule 11.1s einzige streng rituell gcfiihrlc Wintcrsporthotel in I ),־ul.״ bland, bietet!־,einen C»ä׳,ten einen angenehmen, behaglichen Atin nt hall bei zeitgemäßen Freisen und durchaus moderner Einriehtung. Er ist etwas für feine Zungen und so billig, der köstliche Polak-Tee, ostfric.-i■ ehe Mi-(Im״״, zum Preise von nur 3.90 KM. pro Pfund. Ivniicn Sie ilm noch nicht, den braunen Trunk erlesener Sorte, so mild aromatisch und gehaltvoll, von dem jeder Schluck Wohlbehagen bedeutet? Bitte, beeilen Sie sieh mit Ul» rer Bestellung. Denn Tee und Tee ist ein Unterschied; und man soll nicht an Vorteilen vorbei• gehen! Ein Versuch nin-cht Sie zum Datierkumleri der F'irma Etndet Versandhaus Bernhard Polak, Emden (Ostfriesland). Handels- und Firtanzbezieliungen zu Holland. Zur Förderung de! Handcl.slx'zieiitmgfn mit Holland liir Industrien, die ihre dortig« Arbeit zu intensivieren wünschen, sowie zur sorgfältigen Beratung in allen Fragen der Niederlassung, Gründung, Kapitalsbetciligung und Vermögensverwaltung hat unser Gesinnung-gcnossc, Ministerialrat Jeder Herr schenkt der Dame Handschuhe, Jumper, Blusen, Schals vom