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Jüdische Rundschau · 1933-12-01 · Heft 96 (1.12.1933) · p. Seite 888

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 96 (1.12.1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 888 (sequence 8)
Language
German
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Seite 88-6 jüdische Rundschau Nr. 96, 1. XII. 1933 Nr 91 3Sfc,v Zionistische Arbeit in Frankreich s, n. Paris, den 28. Uov. 33. Wir haben bereits Mitteilung •von den Bestrebungen der jetzt in Paris hcfinclliehcn, aus Deutschland gekommonen Zionisten gemacht, *!ich in einer Gruppe zusammenzuschließen. Die neue Gruppe trägt d«n Namen ״Ost und West“ und ist eine Sektion der ״Union Sioniste“ in Frankreich. Schon im Namen kommt zum Ausdruck, du® es nicht in der Absicht der Gruppenmitglieder liegt, sich alizuschließen und als eine ,,Landsmannschaft“ im französischen Zionisinus zu wirken. Im Gegenteil! Man ist bestrebt, was bisher in Paris nicht zu gelingen vermochte, Zionisten verseiliedenstcr Herkunftsländer ־zu gemeinsamer Arbeit zu voreinigen und Ansehluft an die alteingesessenen Juden zu suchen. Diese Absicht haben auch die bisher in Paris gegründeten Gruppen gehabt, aber keinen Erfolg zu erzielen vermoclit. Am 23. November fiuid in einem Saale des an der Place de POpera gelegenen Cafe de la I’aix die Gründungsversnmmlung der neuen Gruppe statt. Etwa 200 deutsche Zionisten waren erschienen, um die Referate der angekündigten Redner. darunter D1-. Helfmanns, .Jerusalem, Delegierten des ״Mifal Arlosoroff“, ־zu hören. Die neue Gruppe wird demnächst einen eigenen Versammlungsraum habet» und ein eigenes Büro unterhalten. Dr. Nachum Goldmann gab einen Ucherbliek über die neuen Verhältnisse in Palästina und hesprach die zu ergreifenden Maßnahmen, um die Erschwerengen der Palästinaeinwundcrung zu mildern. Moses Waldmann widmete seine Ausführungen dem Arbeitsplan der neuen Sektion. Der Vorsitzende der ״Union Sioniste“ bo• grüßte die neue Gründung im Namen des französischen Zionisimis ui:r 1 :111(11 Vertreter der Arbeitcrgrnppe, der Revisioni- ■steil und der zionistischen Fonds beglückwünschten die neue zionistische Zelle, wolnd sich alle Redner in Komplimenten an die Adresse des deutschen Zionismus und der ״geschulft•!!" deutschen Zionisten überboten. In den Bestrebungen des ״Ost und West“ spielt die Sp rachenfrag e eine große Rolle. Es werden Veranstaltungen mit verschiedenen Verhandlungssprachen — deutsch für die Zionisten aus Deutschland, Oesterreich usw., jiddisch für die Zionisten aus Osteuropa und französisch für die Spaniolen und alteingesessenen Juden — organisiert werden müssen. Außerdem sind natürlich gemeinsame Kundgebungen geplant. Jeder dieser ,,Sprachenkreise“ . soll einen eigenen Leiter bekommen. Alle Leiter zusammen werden den Vorstand der Gruppe ״Ost und West“ bilden. Im Vordergründe des Interesses stehen drei Probleme: Zionistische Frauen* arbeit, Firziehung der Jugend und körperliche Ertüchtigung. Es ist die Einrichtung regelmäßiger Zusammenkünfte der Frauen geplant; daraus soll sich eine neue ״Wizog ruppe“ entwickeln. Ferner geht man an die Errichtung von Kindergärten heran; hauptsächlich soll in ihnen Hebräisch gesprochen werden. Schließlich soll am 1. Dezember eine Versammlung von Mitgliedern jüdischer Sportgruppen stattfinden, um in Paris eine ״Bar K o c h b a - G r u pp c“ ins Leben zu rufen, die im engsten Kontakt mit dem Iranzosisehen Makkabiverband stehen wird. Kleinkunst in Palästina T e 1 - A w i w, im November 1933. Wie eine Abgesandtin der Tel-Awivver Jugend steht Sara Osnat-Halevi auf der Bühne. Sie vertritt ein Qenre, das sonst nur von ihrer Kollegin Bracha Zfira gepflegt wird. Echte Jemenitin, singt sie ihre kleinen arabischen und sephardischen Lieder. Es ist schwer, über die Osnat-Halevi ein einfaches Urteil im Sinne des Out oder Schlecht abzug-eben. Unzweifelhaft ist sie eine außerordentlich starke Begabung. Fast alle ihre Lieder sind begleitet von der Bewegung, sei es, daß es sich um ausgesprochene Tänze handelt, sei es, daß sie mimisch und mit Gesten ihre Texte unterstreicht. Man glaubt manchmal, daß die absolute Beschränkung• auf das Sprachliche ihre Wirkuitg eher steigern als verkleinern könnte. Bei der Produktion von Kunst dieser Art besteht ebenso sehr die Möglichkeit, durch eine naive volksliedhafte Einfachheit, der nichts mehr von überlegten Bühnenwirkungen an- /.uliaften scheint, den Zuhörer zu überraschen und zu bezaubeni wie durch eine virtuose, groß angetegte künstlerische Gestaltung das gleiche Ziel zu erreichen. Es ist eine Frage des Naturells, welchen Weg man wählt, wobei ganz großen Begabungen selbstverständlich beide Möglichkeiten offen stehen. Vielleicht wird Sara Osnat-Halevi eines Tages so weit sein. Heute ist sie es noch nicht, und wenn man ihr raten darf, so soll sie von allem, was gekünstelt ist, oder dem Zuhörer auch nur so erscheinen könnte, absehen. Es kommt nicht darauf an, was einem gemischten Publikum besser zu gefallen scheint, wenn als einziges Maß der künstlerische Geschmack ausschlaggebend sein soll. Zweifellos hat Sara Osnat-Halevi mit den Kinderliedern, die sie — als kleines Mädchen angezogen — zum Vortrag bringt, einen fast größeren Erfolg, als mit ihren Chansons, die lyrisches Gepräge tragen. Aber die Mittel, mit denen sie bei den kindlichen Liedern arbeitet, sind billig und daher unkünstlerisch. Ebenso ist in diesem Rahmen die Verwendung einer der bezauberndsten Mozartschen Kompositionen, deren Schwingütig durch kindliches Atemholen zerstört wird absolut unatigebracht. Das Bialiksche Lied von der Arbeit war eine ausgezeichnete Vortragsleistung, ebenso das Hamawdil. Die Stimme der Sara Osnat-Halevi, ein tiefer Alt, ist nicht sehr groß, und die Begleitung muß sehr diskret sein, um sie nicht zu überdecken. Die Beleuchtung der Bühne war besonders bei den ersten Liedern unmöglich, was freilich mehr Schuld des mangelhaften Apparates, über den das einzige Tel-Awiwer Theater verfügt, sein dürfte als Schuld der Künstlerin. Manfred Geis. L_! Stal! BERU TEt-A ZEH.. H I ®jßSÄfi G E SCHAFTS - A N Z EI GEN Bevorzugen Sie bei Ihren Einkäufen das führende KA UFHA US Wilhelm Joseph Berlin - Schöneberg, Hauptstraße 163־ Bl-Gu-Schuhe I Inhaber: Qoldsteln 1 Größte Auswahl bei billigsten ■ Prei cn durch Vermeidung hoher I Ladenmiefen. 1 Wlimaradorfer Strafte SS (Hoflokal) | Haushalt- Auflösungen gtat od. tellwelae, einzelne Ehnrichtungsstlldke aller Art aofort. 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