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Jüdische Rundschau · 1933-11-28 · Heft 95 (28.11.1933) · p. Seite 874

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 95 (28.11.1933)
Date
1933-11-28
Page
Seite 874 (sequence 10)
Language
German
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0 Seite 872 Jüdisdie Musik in Paris 1. Be la manlfcre fran^aise: Ldon Algazi, weltbekannt als Vorkämpfer Jüdischer Musik in Frankreich, als Leiter eines Synagogenchors wie als Bearbeiter jüdischer Volkslieder, präsentiert in einer Buchhandlung des Quartier latiri (Acadeniia Ravmond Duncan) vor einem kleinen, aber auserlesenen Publikum jüdische Lieder und biblische Ncgro-Spirituels unter der Flagge: ״!.'Id: e de Dieu chez Israel et chez les Darkies des Plantations“, Knapp und klar teilt Algazi in seiner kurzen Einführung die wichtigsten Tatsachen über Jüdische Musik mit, indem er betont, daß die Juden selber schuld haben, daß die besten Erzeugnisse dieser Musik .unbekannt geblieben sind, da sie zu sehr an die Erzeugnisse der letzten Generationen fixiert sind. .- Der Conferencier .betonte ferner, da(5 es Milhaud und Ravel zu danken ist, daß das jüdische Lied einem breiteren Publikum zugänglich wurde. Robert Franc, ein kultivierter Sänger, interpretierte dann synagogale Melodien, ökonomisch und stilvoll von Alga/i harmonisiert, sowie zwei jüdische Lieder von Milbaud, die bereits international bekannt sind. —■ Im zweiten Teil sang Mild ah Poliah mit sehr zartem Ausdruck wunderschöne Negro-Spirituals. 2. Auf deutsche Art: Das Auftreten der Chöre der Berliner Großen S v 11 a g o ׳״״e in: Thcatre des Charnps-Elyses wurde als hochoffi/iolles Ereignis ausgewertet. Die einleitende, allgemein b*.־dcutu1״:s׳volle Rede hielt M. Louis Barthou von der Academie irangaise, ehemaliger president du conseil. Das Theater fallt etwa TO! Personen — es war größtenteils besetzt. Das Ganze war als;gesellschaftlich« Ereignis größten Stils aufgemacht. Die Chöre, in der Tracht der Vorbeter, sangen unter dem Dirigenten Benjamin Spott und unter solisiischer Mitwirkung des ausge/eichn cten Tenors Sthlama Hartenher religiöse Melodien von Eduard Birnbaum, Gerowitsch, Leo Kopf, Lewandowskv tmd Alrnan sowie Volkslieder in Bearbeitungen von (iladstein, Kopf und Nadel. Der Chor hat große Vorzüge, jedoch wollen wir hier weder auf seine Leistung ת och auf sein Programm kritisch eingehen, sondern vielmehr den unvergleichbaren Eindruck registrieren, den man hier in der Fremde in diesem Moment angesichts der Begegnung gerade mit dieser Chorgemeinschaft erlebt..-— Wieweit d::s Repertoire den französischen Geschmack trifft, ist seine er?u beurteilen: der Erfolg war recht lebhaft, obwohl nicht ein einziges französisches Werk auf dem Programm stand und wiewohl die spezifische robuste Art dieses Chors durchaus deutsch wirkt. — Interessant war, daß als Zugabe stürmisch das ״Kol Nid re“ verlangt wurde. Statt dessen sang man /.um Schluß ״Hin hamezar“ von Halevy. Man mußte immer wieder den großen, repräsenlativen Zug bewundern, mit dem die Franzosen diese Veranstaltung jüdischer Kunst bewerkstelligt haben. “ Es ▼ersteht alch von selbst, daß sich viele anhdmisebe tmd fremde protnk nente Persönlichkeiten ■nter de* Hörer* befanden* Alice jacob-Loewenson, z. Zt Paris. Parb. Unsere Mitarbeiterin Alice Jacob-Loewenson wurde von Henry Pruniere zu einer Söance über jüdische Musik im Rahmen der ״Revue Musicale“ eingeladen. Zeitschrift für vergleichende Musikwissenschaft. Herausgeber: Dt. Robert Lachmann; Max Hesses Verlag, Berlin. — Johannes Wolf betont dm Geleitwort des ersten Heftes, daß die vergleichende Musikwissenschaft jetzt wichtiger ist. als das historische Studium, da man durch sie die Möglichkeit habe, die Musik des Altertums und des Mittelalters zu verstehen, die heute noch stellenweise im Orient lebendig ist. A. H. Fosc Strangways analysiert, was der Westen vom Osten gelernt hat: Von den Indem und Griechen haben wir Tonleitern und Bau der Instrumente gelernt Auch von den Arabern, Chinesen und Japanern ist unser« Musik stärker beeinflußt worden, als wir gemeinhin wissen, während die Orientalen auf keinen Fall ihre Musik von uns gelernt haben. Erich von Hornbostel und Robert Lachmann berichten auf Grund von neuen Phonogrammen islamisch -südarabischer Musik über ״Asiatische Parallelen zur Berbermusik“. Die hier gemachten Beobachtungen und Nolenbeispiele interessieren uns besonders als Musik der ni-chtjüdisehen Jemeniten. Wir können sie z. B. mit «len von Idelsohn aufgenommenen und notierten Liedern der jemenitischen Juden vergleichen und Verwandtschaften, Gemeinsamkeiten tmd Unterschiede konstatieren. Das zweite Heft ist vorwiegend einer Darstellung des Reigens der ״Tanzenden Derwische“ . (Helmut Ritter) gewidmet, die durch reichliche Notenbeispiele illustriert ist. ajl. Unter der Leitung Emil Hausers, des bekannten ehemaligen Leiters des Budapester Streichquartetts, steht das Neue Konservatorium, das unlängst in Jerusalem eröffnet wurde. Die Tendenzen, de» Lehrplan und die Mitarbeite» werden sich neben jeder erstrangigen europäischen Musikschule halten können. Von Lehrkräften, die auch in Berlin einen Namen hatten, seien genannt: Franz ösborn (Klavier), Emil Hauser (Violine), Thelma Yellin (Cello), Dr. Kari Salomon (Stimmbildung), Käthe Jacob (rhythmische Erziehung). Wie wir amerikanischen Zeitungsmeldungen entnehmen, isi Arnold Schönberg, der sich gegenwärtig in Amerika aufhält, mit der Komposition eine» neuen biblischen Oper ״Moses und Aron“ beschäftigt, deren Libretto er selbst verfaßt hat. Zwei Akte sind bereits fertig. Nr. 95, 28. XI,!935 Jüdischer Masikverlag in Paris Unter der künstlerischen Leitung von Leon Algazi. et V. Dyck hat die Edition Salabert mit der Publikation von neuen bzw. neu bearbeiteten Werken jüdischer Musik begonnen. Die Sammlung trägt den Namen ״Misinor“. Als erste Veröffentlichungen erschienen ״Enq C 11 ce u r s Religieux“ von Salomon Ross!, genannt ״Ebreo“. Jenes Salomone Rossi, von den! man vielleicht sagen könnte, daß er die einzige gelungene Assimilationserscheinung in der jüdischen Musik darstellt. Gelungen insofern, als hier die Auflösung der jüdischen Elemente in der Musikkultur seiner nichtjüdischen Umwelt vielleicht restlos künstkrisch geglückt ist. Während Rossi für die Entwicklung der jüdischen Musik ja eher von negativer Bedeutung war. Als Kunstwerke an sich gehören diese Chöre allerdings zu dein Wertvollsten, was wir an jüdischer Chorliteratur besitzen. Die Neuausgabe der Naumbourgschen Fassung stellt für jeden liberalen Synagogenchor einen hohen Wert dar: Sie enthält nicht nur wesentliche Korrekturen, sic sehält nicht nur den Urtext aus den späteren Zusätzen heraus,- sondern sie bietet ihn in einem klaren, übersichtlichen Notenbild, in vorbildlichem Druck und fügt eine Orgel- bzw. Klavierbegleitung hinzu, die nur einen Auszug der Gesangsthenien darstellt und ausschließlich für Studienzwecke bestimmt ist. Die schön formulierte Einleitung wurde von Edmond FI cg verfaßt, das Titelblatt enthalt die wichtigsten Lebensdaten des Komponisten. Als zweite Reihe erschienen in der Kollektion Mismor Kompositionen und Verarbeitungen jüdischer Themen von V. Dyck für verschiedene Besetzung. Eine ״Berceuse hebraique“ für Violine und Klavier, anspruchslos, jedoch durchaus apart harmonisiert. Ueberhaupt zeichnen sich die Bearbeitungen von V. Dyck durch reinen Stil des Klavier sstzes sowie durch wohlklingendes, dabei keineswegs sentimentales Klanggefüge aus. Die übrigen Bearbeitungen: ״Kaddisch“ (ebenfalls für Violine und Klavier), ״Eli! Eli!“ (für Klavier und Gesang), ״Wos wet sain mit Israel“ (für Klavier, Gesang mit Solovioline) bereichern die Konzertliteratur ebenfalls um wertvolle Objekte. In den ״Trois Pieces Hebra/qucs* (für Cello oder yioline und Klavier) ist die edle, meist rczitativistische Melodie die Hauptsache, der die Begleitung nur dienen soll. Da es sich nm jüngere Literatur handelt, hat die harmonikale Auffassung, die hier zutage tritt, eine gesteigerte Berechtigung. Svnipathisch ist daran auch der Mangel jeder artistischen Aspiration und absolute Ehrlichkeit dem Text gegenüber. —• Erwähnt sei auch noch des Verfassers Harmouisation der ״H atikwah“, die sich ebenfalls durch Korrektheit auszeichnet. — Diese Bearbeitungen wollen natürlich weder als Kompositionen, noch als musikwissenschaftliche V ersuche gewertet werden, s-ondern als praktische, leicht verwendbare Repertoirestücke. — Als nächste Veröffentlichungen sind Lieder von Verdina Schlionsky und Leon Algazi angekündigt. A.J.-L 1H111H11111111111111m1Hi»1[1m11[111111111111[11111m[1111111[111M18H1[11111111um11m111n1n11n1i111111ffl1n11!11t11111111n1Mm11t111111t1n1n111111111111n111H1HM11111111m11111M11111m1111111n1111111mu11!1m^^ Jüdisches Leben im Reich Berlin. Eduard Wi schnitz, der langjährige Ehren- Vorsitzende der Chewre Kali sc ha Groß-Berlin, eine der populärsten Gestalten der Berliner Judenheit, ist im 86. Lebensiahre am 23. 11. nach kurzer Krankheit verschieden. Der Verewigte erfreute sich wegen seines Charakters allgemei- 11er Sympathien, was auch bei der am 26. 11. in Weißensee stattg'cfumk'nen Trauerfeier zutage trat. Eine große Schar von Trauer!::ästen gab dem Verstorbenen das Geleit. Vom Genuiiuk-vor-tande sah man Herrn Carl Fuchs mit mehreren Mitgliedern der Friedhßfskoinmission, von der Chewre Kadiseha den Vorsitzenden, Herrn Siegbert Seidelsohfl, und fast alle tätigen Damen und Herren der Chewre, ferner eine Abordnung der Münchner Synagoge mit Herrn Rabbiner Dr. Arthur Lew, Vertreter der Passatier Synagoge und andcrer Verei nigungen. Auch die Herren Rabbiner Dr. Adolf Kober, K(!!11, und Rabbiner Dr. Salti Lew. Mainz, waren herbcigeeilt, dem Senior ihrer Familie die fetzte Ehre zu erweisen. Rabbiner Dr. Unk hielt die Gedenkrede. Er entwarf cm 1 ebensbild des Entschlafenen. Hierauf rief Rabbi- וזer Dr Kober, Köln, dem Senior der Familie Abschiedsgrüße 11,•u 11. Gesänge des Herrn Oberkantor Davidsolm umrahmten die Trauerfeier. — [der Synagogen verein K a i s erst r a (5 e veranstaltete am '21. November einen Abend, zu dem etwa b'XS Personen erschienen waren. Herr Rabbiner Dr. Willi dm Lewv sch ild erte in eindrucksvollen Worten seine PaEMinareise. Gesangsvorträge der Herren Oberkantor Kalischer und Oberkantor Hoffmann umrahmten den Vortrag. Breslau. Drittes S y n a g o g e n - K o 11 z e r t. Dieser Abend erhielt seine besondere Bedeutung durch das erste öffentliche Auftreten des vor etwa drei Monaten ins Leben gerufenen J u d i s c h c 11 Kammerchors und des ebenfalls 110-111־ jungen jüdischen Kaijmerorchesters. Beider Dirigent ist Werner Sander. Mendelssohns Orgelsonate c-inoli erüffnete die Reihe'der Darbietungen. Erich Schaffer, dem auch alle Begleitungen anvertraut waren, spielte das Werk sowie das im zweiten Teil folgende Orgelkon/ert F-dnr von Händel klariinig und überaus farbenreich. Das Kam mcrorchcstcr ließt es an rhythmischer und tonlicher Prägnanz nicht fehlen, und ein unbedingter Gewinn war seine Mitwirkung in der prächtigen Schubert sehen Kantate ״Mirjams Siegesgesang“, mit welcher der Abend ausklang. Der Clio», dem auch die Wiedergabe des 92. Psalms von Schubert und des 118. Psalms von Albert Kellermann gelang, hat schon mit diesem ersten Konzert seine Daseinsberechtigung erwiesen. Für die Sopransoli war Lotte Sc hl cs sk o w, früher Opernsoubreite am Breslauer Stadttheater, verpfliclitel worden; man nm(! anerkennen, daß sie sich der ungewohnten Aufgabe sowohl gesanglich als auch empfitidungsmäßig geschickt entledigte. Ein weiteres Solo (bei Schubert) sowie einige Arien aus ״Elias“ von Mendelssohn und ״Judas Maccabäus“ von Händel sang Hermann Schey, Berlin. — Vornehmste Kunstauffassung adelte den Lieder- A b e n d H c r t a G 1 ii c k m a n n s. Abgesehen vorn allen technischen Vorzügen ihres musterhaft geschulten Organs: nicht minder fesselnd ist die Art, wie die Künstlerin sich auf dem Podium zu geben weiß. Und das in einem Programm, welches •von Beethoven über Brahms, Wolf und Strauß zu Tsthaikovvsky und — eine besonders interessante Not« — zu den aus dem Repertoire der Giannini bekanntgewordenen Volksliedern der Italiener und Spanier führt. In Max Auerhach hatte Frau Glückmann einen vorzüglichen Begleiter. Das Publikum zeigte sich init Recht äußerst beifallsfreudig. — Tags darauf konzertierten an der gleichen Steile drei auswärtige Künsller, die sich vor einigen Monaten zu einer Trio- Vereinigung zusam in enge schlossen haben: Walter Goldmann (Klavier), Professor Alfred Wittenberg (Violine) und Paul B 1 u in e 11 f e I d (Violoncello), ln Breslau bekannt ist lediglich der Geiger, der ja aus der Schule Joachims her• vorgegangen ist, und dessen Kammermusikspiel man stets hoc 11 schätzte. Seine reiche Erfahrung wird den Triogenossen in erheblichem Maße zugute kommen. In Dvoraks Dumky* Trio, •das den Abend eröffnete, vermißte man noch die volle Einheit der künstlerischen Kräfte. Wesentlich besser geriet die Wiedergabe des Brahmsschen H-dur-Trios Opus 8. Von besonderer Abgeklärtheit war das Zusammenspiel im Adagio. Wittenberg trat auch solistisch hervor, und zwar mit der Bachsehen Chaconne (aus der Partita d-rnoll); eine sehr anerkennenswerte, in tonlicher Hinsicht sogar vorbildliche Leisturig. Zur Mitwirkung war Oberkamtor Richard Cohn (Gleiwitz) gewonnen worden, dessen Baß-Bariton in zwei Arien von Haydn und Mendelssohn zu schöner Wirkung kam. Die Beglcitungen führte Walter Goldman» bisweilen etwas robust aus. Martin Hausdorff. Darmstadt. Auf Einladung der ״Arbeitsgemeinschaft Jüdischer Jugend“ veranstaltete hier der Schauspieler Alfred Auerbach, Frankfurt, einen Rezitationsabend, der jüdischer Dichtung gewidmet war. Auerbach begann mit einer eigenen Nachdichtung einer bretonischen Volkserzählung ״Der ewige Jude und die Not“, worauf er einen Teil aus Heines ״Jeiuida Halevi“ rezitierte. Aus den ״Legenden des Baal Schern“ von Martin Buber las der Künstler ״Das dreimalige Lachen“. Es folgten Fragmente eines ungedrucklen Romans ״Wandere wohin?“, der von Bert hold Auerbach begonnen und von seinem Nachfahren Alfred Auerbach augenblicklich vollendet wird. Der zweite Teil war ausschließlich heiteren Erzählungen Vorbehalten. Zuerst hörte man ein Kapitel aus der Novelle ״Maser“ von Goldsdhmidt, worauf die Erzählung ״Die beiden Antipoden“ von S. Kohn• folgte. Nicht vergessen sei die musikalische Umrahmung des Abends durch Frl. Erna Mann und Herrn Oskar Kleinberg, die mit zwei Suiten aus dem ״Baal Schern“ von E. Bloch einen Beweis ihres starken Könnens gaben. Frankfurt a. M. Die seit einigen Jahren bestehende lüdische Jugendgemeinschaft ״IJrah“ ist durch Vorstandsbe- Schluß geschlossen zum Verein ״Montefiore“ iibergetreten. Damit ist der erste Schritt zu einem langgehegten Wunsche der Jugendkommission auf Konzentration der hündischen Arbeit in Frankfurt a. M. getan. In einem Gemeinschaftsabend, zu dem auch die Eltern der Jugendlichen erschienen waren, brachte der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, David Awramowitz, in eine» kurzen Aussprache zum Ausdruck, dab durch den Uebert ritt zum ״Montefiore“ die Jugendgemein- Schaft ״Urah“ nicht ganz zu bestehen aufhöre, sondern als Arbeitsgemeinschaft Im Verein ״Montefiore“ Sonderaufgaben sozialer Natur zu leisen habe. Herr Alfred Speyer gab als Vorsitzender des Vereins ״Montefiore“ seiner Freude über den Zusammenschluß Ausdruck. Gleiwitz. Der Verstand der Gemeinde hatte in Gemein- Schaft mit einem vorbereitenden Ausschuß für den 18. Novemher in die Synagoge zu einem Gemeindeabend eingeladen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die durch eine von Dr. E. Markus (Violine) und Alfred Markus (Klavier) vorgetragene Beethoven-Sonate (Op. 12 Nr. 1) und durch ein« von Franz Cohn gespielte TscEiajkowskij-Romanze eingerahmt wurde stand ein Referat von Dr. H. Zcrnik über ״Verstand und Gefühl" mit dem Untertitel ״Die Ueberwindung des Intellektualismus“. ln diesem mit großer Sachkenntnis ausgearbeiteten Vortrage entwickelte der Redner die typischen Merkmale der rationalistischen Epoche und deren allmähliche Ablösung durch die Rückkehr zur gefühlsmäßigen Einsteihing. Die Inhaltlieh und terminologisch nicht gerade populären Ausführungen — deren Wirkung, nicht deren Wert an sich hier zur Debatte stellt — waren an die Zuhörer leider nicht heranzubringen. So konnte ein Mißerfolg nicht ausbleiben. Wenn die Synagoge im Rahmen eines Gemeindeabends zur Verfügung gestellt wird, so müssen die Darbietungen vor allem an das Gemül appellieren und »!!gemeinverständlich gehalten sein. Hans Baron hat mit seinen ״Wort und Ton“ betitelten Unterhaltungsabenden in Gleiwitz am 19ד in Ratibor am 20., und in Beuthen am 21. November viel Sympathie gefunden. Rosl AJbach eroberte die Herzen der Zuhörer mit liebenswürdigem Charme. Ruth Hennig gefiel besonders in ihren mit Wärme zum Vortrag gebrachten jüdischen Liedern, während Altred Salzmann, sehr routiniert, eine lustige Sache nach der anderen erzählte und in dem mit Günther Brjenitzer auf geführten Sketsch ״Hals- und Beinbruch“ eine urkomische Type schuf. Pulvermacher am Flügel hielt sich in seiner musikalischen Begleitung zu bescheiden 1m Hintergrund. Begrüßenswert wäre es, mehr auf Ursprünglichkeit, Abwechslung (z. B. durch Tanzeinlagen) und vor allem auf die jüdische Npte zu achten. Der am 16, November hier gegründete jüdische Schachklub erfreute sich bereits bei seinem Eröffnungsabend, der vcm dem in Gleiwitz wohnhaften ehemaligen schlesischen Schachmeister, Herrn Ehrlich, iri einem Simultanspiel geleitet wurde, einer rege« Beteiligung. Es sollen l-ltägig Spielabcnde veranstaltet werden; der nächste findet atn 30. November im ״Jüdischen Vereimhaus“ statt. N. Buky. Hannover. Nach einer Pause von 5 Monaten traf das Repräsentantenkolleg zu einer Sitzung zusammen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand eine Aussprache zu der Interpellation der Volkspartei, was der Vorstand der Gemeinde zur Errichtung einer jüdischen Volksschule getan habe und was er zu tun gedenke. Sämtliche Redner erkannten das Bedürfnis an. Beschlossen wurde die Bildung einer Konimission, die zusammen mit dem Vorstand der Gemeinde die notwendigen Vorarbeiten unverzüglich in Angriff nehmen soll. Briefe an die Redaktion Tanzabend der Künstlerhilfe Berlin N 24, den 21. November 1933. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Berlin W. Sehr geehrte Redaktion! ln der Nummer 93 v. 21. November geben Sie einer Einsendung des Herrn Dr. Alfred Frankenstein Raum, die sich mit dem von der ״Jüdischen Künstlerhilfe“ neu gegründeten Unternehmen ״Bühne und Brettl“ beschäftigt. Die Kritik des Herrn Dr. F. geht davon aus, daß man in der heutigen Zeit keine Tanzkabaretts eröffnen dürfe, weil dies der gegenwärtigen Lage de» deutschen Judenheit nicht entspräche. Ich bin durchaus der Meinung des Herrn Einsenders und betone, daß im Unternehmen diese Gesichtspunkte berücksichtigt sind. Wer die Prinzipien kennt, nach denen das ״B. u. B.“ geführt wird, weiß, dal! der Tanz dabei die geringste Rolle spielt. Auch dem Einsender ist es nur zu gut bekannt, daß die ״Künstlerhilfe“ die Aufgabe hat, jüdische Künstler aus Vt'ohlfahrtsempfängern wieder zu arbeitenden Gliedern unserer Gesellschaft zu machen. Die Erfahrungen der letzten Monate haben ergeben, daß dieses Ziel nicht anders erreicht werden kann, als durch Schaffung eigener Unternehmungen. Das ״B. u. B.“ wird vielen jüdischen Künstlern, Musikern, aber auch sonstigen Arbeitnehmern Verdienst mögliclikeiten geben. Sieht mau sich das jüdische Publikum in gewissen Gaststätten an, so dürfte ein solches Unternehmen wohl genügend gerechtfertigt sein. Hochachtungsvoll E. P o 11 a k (Kürastlerhilfe). Nr, 9! Uns von Ber nistlschei bände s wirk lieh« Arbeit a wöciient! über die die Hut! bis F reit crstalfun werden 1 And schalt ir Vorträge Ziele d< bacher, jüdische Aktien, Bert Altmaun Beu! Studienr der Lite Dr. Mel für Leo Herrn . Bop Arhciiss. über A (Karlsru Che Ortsgru Michael «billig Arabern der be; konnte, bauten eng li sei! 15 Jahr nur dci größtem vollen kunft 1 Versa:.1 Beifall, vollen Herr E iadting Jewish Weltwi: bevölkt rer kri blähent an die ge führt Resulta lästinatigkeit materie DU Pollack lästina: arbeit. Saales in die Es! lt. 11. Fening Oedcnl 11. ' i: Eu versa in he»g. ifeilbc-1 Alfred KKL-K und E Heiibei 19. 11. I’alästi von H Zahlrei Ifechal Lapell Fr Bad N Out hm als W nächst H! Wintei Liiitüh kurte. Ratnue Caro, Berich Hände schem schiclu Berich H seine Zxisani vorträ, tung. 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