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Jüdische Rundschau · 1933-10-24 · Heft 85 (24.10.1933) · p. Seite 699

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 85 (24.10.1933)
Date
1933-10-24
Page
Seite 699 (sequence 7)
Language
German
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1933 Nr. 85, 24.X. 1933 jüdische kundschau Seite 697 iter des I :her! Ai :nen Be-1 jiidisü ifluß an( en wirt ,aiäsfims I ilaätinen. 11 u r e n in Vorms de!;! um 1 eil irte von n habei!, irtscliafikonnten, d haben I in/uti] Gebirg״ Olivenfast aus- Siedjüdischen n Bauten haft auf eubauten I rüg 1032 1 n ist di! •hen Ei1-:׳ cl, Beth-| Industrie, ine Am- 'erbr.ru e motori• hm ater, ten amt-1 zu eine:!kommet : gezahlt eben Arer Rück- :r, als in Beduinen stina gciten Einmöglich(, ten d e r ] r könnt e Steuer- Nachlaß arsteuem g daran, rch Ans- 1 zu vera 70 arakommen. I W ler Stadt- 1 jüdische 931 18 1 gsbeihilf e I tilg von| jetzt auf dtverw;' 00 PfundI Tel-Awi" I muar bis 1 ׳ o n 60811 :samtbau■ 09 Läden | des Vorigen zu in ׳ Gesamt■ 8 Läden I gen Endel 97 Wob״- ioner lieder der 1 bei dem I Commis-1 >e, ihren I fung über! dlung ab• Briefe an die Redaktion Kamaz gadol und Kamaz katan Dresden, den 21. 10. 1933. Sehr geehrte Redaktion! ln Nr. 77 der ,.Jüdischen Rundschau“ wird vom Er* scheinen eines Büchleins berichtet, in welchem eine große Reihe von hebräischen Wörtern zusammengestellt ist, deren Kamaz ein Kamaz katan ist. Das Büchlein will nämlich dem eigentümlichen Mißzustande von Kamaz gadol und Katnaz katan abhelfen. Dazu ist zu bemerken, daß es, um dem abzuhelfen, ein viel leichteres Mittel gibt. Allerdings kann es, wie leicht es auch ist, eine einzelne Person nicht bewerkstelligen. Dazu bedarf es einer autoritären Instanz. Es wäre daher vorzuschlagen: der Waad Halaschon in Jerusalem oder die Hcbräische Universität bestimme für den Kamaz katan eine neue, von der des Kamaz gadol etwas abweichende Gestalt, oder, was besser wäre, sie beschließen, da ß fortan dem Kamaz katan immer zwei Punkte beizufügeti sind, was übrigens keine ״Neuerung“ sein würde, da es so etwas schon gibt. Somit würde dem Milistande ein Ende bereitet werden, daß für zwei verschiedene Vokale ein und dasselbe Zeichen verwendet wird. Besonders heutzutage, wo das Erlernen der hebräischen Sprache eine Frage des Lebens geworden ist, würde es für den Hebriiischiernenden eine Wohltat sein — und auch der Hebräischkenner würde dafür dankbar sein —, wenn durch den Eingriff einer berufenen Hand manch unnütze und unnötige Schwierigkeit aus dem Dikduk entfernt wird. Mit der Entfernung des genannten Uebels möge daher recht bald der Anfang gemacht werden. Ein winziges Strichlein oder zwei Pünktchen würden Tausenden von Juden Kopfschmerzen ersparen. L. K 0 r n b I ii t h. Verwendung von Büchern Berlin, den 20. 10. 1933. An die ״Jüdische Rundschau“, Berlin W 15. Unter Bezugnahme auf den Brief des Herrn Franz Levi, Eschwege, in NZ 83 ihres gesch. Blattes, gestatte ich mir, Ihnen folgendes mitzuteilen: Nach dem Fortzuge der Herren, welche bisher die Bücher- Sammlungen für die Jerusalemer Bibliothek organisiert haben, habe ich vorläufig die Geschäftsführung der ״Gesellschaft der Freunde der Jerusalem-Bibliothek“ übernommen. Da es aus mannigfachen Gründen zweifelhaft erscheint, ob ich in der Lage sein werde, diese Aufgabe fortzuführen und die genannte Gesellschaft zurzeit aus Mangel an 'Mitteln ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen kann, so wäre es sehr wünschenswert, wenn sich eine Anzahl von Persönlichkeiten, die voraussichtlich ihren Wohnsitz in Deutschland, möglichst in Berlin, beibehalten werden, bereit erklären würden, sich an diesen Arbeiten zu beteiligen. Ich bitte alle diejenigen, welche hierzu in der Lage sind, mir ihre Adressen mitzutei'en, damit sie zu einer demnächst stattfindenden Besprechung eingeladen werden können. Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst Dr. Josef M e i s 1, Bcrlin-Halensee, Seesener Str. 18. AiuSedlung von Akademikern und Kaufleuien Rinteln, 22. 10. 33. An die ״Jüdische Rundschau“, Berlin. Sehr interessant sind die Berichte über diese Frage füi mich, da wir uns mit dem Gedanken tragen, uns in Pakistin; anzusiedeln. Wir haben zwei kräftige tind gesunde Jungen im Alter von 12 und 13 Jahren, deren Zukunft Palästina seit soll. Wir selbst, meine Frau und ich, sind Anfang bis Mitti der Vierziger. Arbeitsfrohe und gesunde Menschen, denen di< Existenz genommen ist. Wir beabsichtigen, unser Geschah aufzulösen, werden aber voraussichtlich keine £P 10Q!) übrig behalten. Ich muß dem Ausspruch zustimmen, daß es ein« Harte für diejenigen ist, die über ein Kapital von £P 100( nicht verfügen, wenn die Möglichkeit einer Ansiedlung füi sie nicht besteht. In einer früheren Ausgabe der ״J. R.‘ wurde allerdings das Thema schon einmal besprochen, daf es wohl möglich wäre, Gemeinschaftssiedlungen zu schaffet für arbeitswillige Menschen mit weniger Vermögen. Meine! Erachtens _gibt.es eine ganze Menge Familien in Deutschland denen es ähnlich geht wie uns, also müßte auch einmal ai diese gedacht werden. Für Kapitalisten ist es immer eir leichtes, sich irgendwie anzusiedeln. Ich glaube, daß dies! Ausführungen manchem Familienvater mit Heranwachsender Kindern aus der Seele gesprochen sind. Vielleicht stellen Sh auch diese Anregungen einmal zur Diskussion. Hochachtend! Louis Leeser. von im iml 'alirl ZCIi fcn. bis-l (Okt. 33j| Palästinaragen ern, sie vot| r bei an• iders 11c:■ ngsbestim; »en, Kapi־| aftsfragc:! .eiten, (Je• Neuhof, den 22. 10. 1933. Sehr geehrte Redaktion! Die Ausführungen des Herrn Steinfels in Nr. 84 d ״J. R.“ finden bestimmt in weiten Kreisen, die sich in äh )‘eher Lage befinden, Widerhall. Die Schwierigkeiten, die He Steinfels für die zirka 50jährigen Auswanderungslustigen da legt, bestehen aber in erhöhtem Maße auch bei jünger! verheirateten Menschen, und hier wirken sich die b stehenden Härten vielleicht noch schärfer aus, weil ja; sich der Einwanderung von jungen arbeitslustigen Mensch! bis zu 35 Jahren keine Schwierigkeiten in den Weg gele werden. — Wenn aber jn dem in gleicher Nummer erschi nenen Artikel ״Das Land wartet auf Menschen“ davon d Rede ist, daß sich die deutschen Einwanderer unliebsa in den Städten zusammendrängen, während es in den K lonicn an Siedlern und Arbeitskräften fehlt, dann muß dara hingewiesen werden, daß es in Deutschland eine sehr grol Anzahl Menschen gibt, die mit Begeisterung am Aufbauwe: mithelten wurden, denen aber der Eintritt ins Land e schwert wird. Gerade hier in Hessen gibt es viele ״Lan Juden“, die von Jugend auf an körperliche, sogar an Lan׳ arbeit gewöhnt sind. Sie haben keine ״Hachscharah“ dem Sinne nötig, daß sie sich von geistiger auf körperlicl Arbeit umstellen müssen, wenn sie auch nicht gerade vo kommene Landwirte sind. Von seiten des Palästina-Amt: l״״d aber verlangt, daß ein Zertifikats-Anwärter «ntwed *900 Pfund nachweist oder aber ein gelerntes Handwe! nachweist bzw. durch die ״Hachscharah“ gegangen ist. Vieh verheirateten jungen Menschen ist letzteres aber nicht mö| hch, weil sie darauf angewiesen sind, für den Unterhalt ihr Familie zu sorgen, wenn sie nicht ihre wenigen Ersparnis aufzehren wollen. ־״־־ Anderseits \vir4 auch immer wied netont, daß es für die Arbeiter in Palästina in der Haup Sache daran! ankommt, ״wendig“ und anpassungsfähig : sein, jede Arbeit anzupacken, damit den jüdischen Arbeitern Arbeitsplätze erhalten bleiben. Mit anderen Worten, es kommt mehr auf den unbedingten Arbeitswillen an, als auf ein perfekt gelerntes Spezialfach. — Um von meinen eigenen Erfahrungen zu reden, erlerne ich in meiner Freizeit das Platten- Legen, weil ich hörte, daß diese Spezialarbeit in Palästina sehr gesucht ist. Ich bin aber davon überzeugt, daß diese Tatsache auch anderen jungen Menschen bekannt ist. Bis ich ins Land kommen werde wird es genug Plattenleger geben, und ich werde sicherlich eine andere Arbeit ergreifen. Warum also diese Erschwernisse für arbeitswillige Menschen? Bei mir. wie bei vielen in ähnlicher Lage spielt sogar noch mit, daß auch meine Frau von Jugend auf mit Landarbeit vertraut ist. Es müßte doch eine Möglichkeit geschaffen werden, solchen Menschen die Einwanderung zu erleichtern. Meistens ist doch sogar ein kleines Kapital von einigen Tausend Mark vorhanden. Wäre es nicht vielleicht so zu machen, daß man solchen jungen Menschen, die Bedingung stellt, daß sie sich irgendeiner Organisation gegenüber verpflichten, jede zugewiesene Arbeit in Erez-lsrael anzunehmen? Der Arbeiterinangei in Palästina wäre bestimmt bald kleiner und vielen jungen Leuten in Deutschland würde die Möglichkeit geschaffen, mitzuhelfen ain Aufbau unseres Landes. Mit Zionsgruß hochachtungsvoll Hugo Fischer. Ortsgruppen Berlin. Am 14. Oktober veranstaltete die Bezirksgruppe Süd der B. Z. V. im Deutschen liof, Luckauer Str., ihre Simchath Thora-Feier. Lange vor Beginn war der Saal überfüllt, so daß eine ParalleTfeier veranstaltet werden mußte. Auch der hinzugernietete Saal konnte die Erschienenen bei weitem nicht fassen. Trotz der hieraus sich ergebenden Schwierigkeiten konnte das Programm reibungslos abgewickelt werden. Der Leiter der Bezirksgruppe, Alfons Gundermann, wies in seiner Ansprache ״über den Sinn unseres Festeieierns“ darauf hin, daß wir Zionisten Feste nicht um des Vergnügens willen feiern, sondern daß wir sie als eine schöpferische Pause im Leben der Arbeit empfinden. Leo Stein sang, von Rosi Klein begleitet, jiddische Lieder. Glowinsky trug 66״“ von Scholem Alechem vor, die Habonim führten den Sketch von Gronemann ״Die Paradiesäpfel“ auf. Weiter wurde der Film ״Feste in Erez Israel“ aufgeführt, zu dem Norbert Reich sprach. Die Feier wurde von hebräischen Liedern des Habonim umrahmt. Beckum (Westi), Im Rahmen eines Theodor Herzl- Klubs ist hier eine Erziehungsarbeit für Judentum und Zionismus begonnen worden. Vor allem wird das in den Vordergrund des jüdischen Interesses gerückte Palästina- Problem eingehend behandelt. Die Tjschri-Sammlung des Keren Kajemcth, für die sich der Theodor Herzl-Khib restlos einsetzte, hat hier zum erstenmal die Tatsache bewiesen, daß die jüdisch-zionistischen Erneuerungsgedariken weite Kreise erfaßt haben. Der Erfolg ist durchaus zufriedenstellend, soll allerdings zu weiteren Arbeiten anspornen. Ein Vortrag ״Der Ruf des Bodens“ hat einem größeren Kreis der Gemeinde das Verständnis für Wege und Ziele des Keren Kajemeth Lejisrael nähergebracht. Beuthen (O.-S,). Am 7. Oktober sprach Dr. Ernst M a r cu s - Berlin über: ״Aufbruch in die neue Zeit“ (Der Weg des deutschen Judentums). Die Veranstaltung fand im Saale der Bne Britli-Loge statt und war außerordentlich stark besucht. Der Redner zeichnete in markanten Strichen die einzelnen Phasen der Galuth, das Werden und Wachsen der Judenschaften in den einzelnen Ländern. In seinem Schlußwort erfüllte Herr Dr. Marcus die Zuhörer mit starker Zuversieht für eine jüdische Zukunft, die in Erez Israel alle die Lebenskräfte neu bewahren und weiter entwickeln wird, welche jetzt in der Galuth zu versickern drohen. Der Vortrag brachte eine Anzahl neuer Mitglieder. Lmden. Am 17. September sprach Herr Schani Weinberg vor einem geladenen Publikum von etwa 100 Personen über das Thema: Was bedeutet Palästina heute für die deutschen Juden? Der Vortrag «regte allgemeines Interesse. Am 24. September fuhr der Vorsitzende der Ortsgruppe in Begleitung dreier jugendlicher Mitglieder nach Jever, wo durch Herrn Julius Schwabe eine kleine Versammlung vorbereitet war. Es war etwa die Hälfte der Gemeinde anwesend. Die Gründüng einer Ortsgruppe wurde sofort beschlossen. Etwa 20 Mitglieder traten bei. Vorsitzender wurde Herr Jul. Schwabe, N.-F.-Kommissar Frau Erika Peiser. — Am 15. Oktober wurde eine gut besuchte Versammlung in Au rieh veranstaltet. Die Versammlung wurde von dem Vorsitzenden der Emder Ortsgruppe geleitet, der auch einige einleitende Worte sprach. Ferner sprach mit großem Erfolg Herr Landrabbiner Dr. Blum. Es wurde eine zionistische Arbeitsgemeinschaft gebildet. Diese Arbeitsgemeinschaft w׳ird wöchentlich einmal zusanunentreten. Wir hoffen, im Laufe der Zeit in Aurich eine Ortsgruppe bilden zu können. Der Leiter der Arbeit ist Herr W. Wolff. Am 21. Oktober veranstalten wir einen Vor* trag des Herrn Schaul Weinberg in Aurich. Am 22. Oktober fand in Emden eine zionistische Jugendtagung für ganz Ostfriesland statt, bei der Herr Weinberg referierte. Am Abend desselben Tages erweiterte Mitgliederversammlung mit einem Vortrag von Herrn Weinberg. Frankfurt a. M. Am 10. September fand hier eine Be• zirkstagung statt, bei der Benno Cohn •Berlin und S. S c h k o 1 n i k - Daganiah Referate hielten. Es schlossen sich Aussprachen über die zionistische Arbeit in Deutschland und die wirtschaftlichen Möglichkeiten in Palästina an. Die Beteiligung der Bezirksorte war recht zufriedenstellend. — An drei Abenden wurde ein Einführungskurs in den Zionismus abgehalten. Die Referenten waren die Herren Jakob Herz* berg, Dr. Fritz Millner und Georg Guthmann. — An einem Propaganda-Abend für den Keren Kajemeth am 23. September sprachen Aron Twerski und Fritz Saal berg. Gießen (Wizo). Dieser Tage schloß sich in Gießen ein größerer Kreis jüdischer Frauen zu einer ״Wizo-Gruppe“ zusammen. Sie unterhält u. a. eine Beratungsstelle, hebräische und englische Kurse, denen evtl, auch handwerkliche Kurse angeschlossen werden sollen. Ueber Wizo-Arbeiten im allfemeinen und speziell über Atisvvanderungsfragen gibt die eratungsstelle Auskunft. Auskunftsbüro: schriftl. Anfragen: Dr. Fürth, Liebigstr. 5, Teleph.: 2471. Sprechstunden jeden Mittwoch, 14—18 Uhr, Liebigstr. 5. Hellbronn. Am 16. Oktober fand im Saale der Adler- Brauerei hier eine gut besuchte Versammlung der hiesigen jüdischen Gemeindemitglieder statt, bei welcher Herr Rechtsanwalt Dr. Tänzer, der Leiter der Zionistischen Ortsgruppe Stuttgart, «Inen Vortrag über die Notwendigkeit zionistischer Betätigung hielt. Es war die erste jüdische Ver- Sammlung, die nach einer Unterbrechung von mehreren Monaten wieder hier stattgefunden hat. Die Ausführungen des Redners waren von dem Erfolg begleitet, daß anschließend eine Zionistische Ortsgruppe mit 38 Mitgliedern sofort gegründet werden konnte, wobei erfreulicherweise die Jugend stark vertreten ist. Mit einer größeren Anzahl von weiteren Anmeldungen ist noch zu rechnen. Als erster Vorsitzender wurde Herr Rechtsanwalt Dr. Manfred Scheuer, als zweiter Herr Fabrikant Gerhard Wolf gewählt. Die Ortsgruppe ,wird ihre Zusammenkünfte jeweils Sonnabend abends abhalten. Au» den Gemeinden Breslau. Unterhaltungs-Abend jüdischer Künstler. Von all denen, die sich seit Monaten um die Schaffung eines jüdischen Kunstlebens in unserer Stadt bemühen, verfügt Hans Baron ohne Zweifel über die reichste Erfahrung. Man spürte es deutlich beim letzten Unterhai• tungsabend, der wieder vor völlig ausverkauftem Hause stattfand. Einen gewandten und sympathischen Mitarbeiter hat Herr Baron vor allem in Günther Brienitzer gefunden, dessen Conference nichts zu wünschen übrig ließ. Rosi A Ibach holte sich gleichfalls stärksten Applaus. Als eine Vortragskünstlcrin von hohem Rang erwies sich erneut Lotte Schwarz-Roseiibiuni. Auf demselben Niveau bewegte sich die ausgezeichnete Leistung Siegfried Brucks, des Nestors der Breslauer Schauspieler. Ferner ist der vielsei'.ig begabte Alfred Salzmann zu nennen, der als Humorist, als Chansonnier und namentlich als Stepptänzer zu spontanem Beitall hinriß. Als Klavierbegleiter bewährten sich Werner Schönwald und Günther Pulvcrmachcr. Martin H a 11 s d o r f f. Burg b. M. Wie in vielen anderen Gemeinden, so macht sich neuerdings auch in der hiesigen ein starkes Verlangen nach Erlernung des Neuhebräischen geltend. An einem solchen Kursus, der von Herrn Lehrer Steinhardt (Magdeburg) geleitet wird, nehmen aus mehreren kleineren Gemeinden nahezu 20 Erwachsene teil. Essen. Am 16. Oktober beging Frau Ida Frankenstein die Feier ihres 80. Geburtstags. Die feinsinnige Frau, die sich körperlich und geistig eine ungewöhnliche Frische bewahrt hat, nimmt mit regstem Interesse an den Geschicken ihrer großen Familie teil, von der ein großer Teil, Enkel, Neffen und Nichten, ihre Zukunft in Erez Israel gefunden haben. Es wurde beschlossen, einen!da ־ FranKenstcm- Garten zu errichten. Verwandte und Freunde werden gebeten, Zahlungen zu diesem Zwecke auf das Postscheckkonto J. Stein, Essen 32SS7 zu leisten. Frankfurt a. M. Ci e s e 1 i schaff f ü r jüdische Volksbildung e. V'. Die drei ersten künstlerischen Veranstaltungen der Gesellschaft für jüdische Volksbildung haben schon jetzt Erfolge gebracht, die es ermöglichen, für die kommenden Monate ein Programm in großen Zügen festzulegen. Es sind folgende Veranstaltungen vorgesehen: Im November: Rezitationsabend Otto Bernstein; Vortrag des Herrn Dr. Schoeps iiber Franz Katka; Erster Schauspiel-Abend ״Jüdische Autoren“; Konzert der Altistin Ruth Kisch-Arndt und der Pianistin Heida Hermanns, - Im Dezember: Konzert des Kammcrstreichorchestcrs mit Instrumental- und Vokal- Solisten; Kasperletheater Liese! Simon (Chanukkah); Erster Opernahend: ״Weiberverschwörung“ von Schubert und ״Die Abreise“ von D'Albert; Zweiter Schauspielabend: Werke von Moii'ere in der Uebertragung von Fulda. — Alle Veranstaltungen finden vorläufig im großen Saal der Frankfurt- Loge statt. Der genaue Arbeits- und Spielplan wird regel* mäfiig in allen jüdischen Zeitungen veröffentlicht werden. Die Mitglieder der Gesellschaft für jüdische Volksbildung (Mindestbeitrag ist jährlich pro Person: 3 RM.) haben besondere Vergünstigungen beim Kauf von Eintrittskarten. — Um alle Arbeiten in Zukunft auf möglichst breiter Basis aufzubaucn, wird eine Studienkommission berufen werden, die sich ans Vertretern aller Richtungen zusammensetzen wird, und die den verantwortlichen Leitern der Veranstaltungen ihre Wünsche unterbreiten, beratend zur Seife stehen und finanzielle Hilfsquellen erschließen wird. Die Gesellschaff für jüdische Volksbildung steht bereits in engster Verbindung, mit den größeren rhein-mainischen Nachbar- Städten und erstrebt aut diese Weise einen regen Austausch geistiger und künstlerischer Kräfte. Hermann Geiger. Hamburg. Der Vorsitzende der Deutsch-Israelitischen Gemeinde, Alfred L e v y, trat von seinem Amte zurück, das er seit 1901 bekleidete. Er begründet seinen Schritt damit, daß er sich den heute an den Vorsitzenden der großen Hamburger Gemeinde herantretenden Forderungen nicht mehr gewachsen fühle. Karlsruhe. Dankbar begrüßte die hiesige jüdische Bevölkerung den ersten Abend der netigeschaffencn Konzertabteilung des Vereins für Jüdische Geschichte und Literatur. Herr Dr. Richard F u c 11 s, der sich um die neue Abteilung und die Durchführung dieser ersten Veranstaltung sehr verdient gemacht hat, gab bekannt, daß weitere Veranstaltungen vorgesehen sind, als nächstes das Hebraikon-Quartett Berlin. Die Veranstalter haben bei dem ersten Abend mit dem Baritonisten Hermann Scbey (Berlin) eine glückliche Wahl getroffen. Auf dem Programm standen Lieder von Mendelssohn, Schubert, Händel, Schumann und Dvorak. Die Begleitung des hiesigen Kapellmeisters Kurt Stern war diskret und formvollendet. W. R. Bad Kfssingen. Seit dem Frühjahr besteht hier unter der Leitung von Suse Ehrlich und Martin Bamberger eine regelmäßige Turnstunde für die gesamte jüdische Schuljugenü unserer Stadt. Die weibliche Jugend beteiligt sich mit regem Eifer an den neuhebräischen Sprechstunden, die von Frau Rabb. Dr. Ephraim gegeben werden. — Audi ein hebräischer Singkreis wird sich jetzt regelmäßig zusammenfinden, Köln. Schule der jüdischen Jugend. Die Schule der jüdischen Jugend, die schon im verflossenen Jahre unter der Leitung des Herrn Rabbiners Dr. Schlesinger fruchtbringende Arbeit geleistet hat, hat ihre Tätigkeit in diesem Winter der völlig veränderten Situation der deutschen Judenheit angeglichen Und das Schwergewicht ihres Lehrplanes auf die Erfordernisse der Auswanderung und Berufsumsciiichtung verlegt. An erster Stelle steht der Unterricht im Neuhebräischen und in Palästinakunde. Kurse über Geschichte des Zionismus sind in Vorbereitung. Seit einigen Wochen wirkt an der Schule als Lehrer Herr Josef Schukstcliski aus Td-Awiw. Mehrere hundert Chaluzim haben sich bereits um ihn geschart. Eine Anzahl Kurse allgemeinjüdischer Art sorgen dafür, daß neben dem Zweckmäßigen auch das geistige Gefüge des Judentums zur Geltung kommt und den HÖTcrn vertraut wird. Die Dozentenschaft sowie der Leiter der Schule, Herr L)r. Hans Seligmann, sind bemüht, den schweren Aufgaben, die die aufgewühlte Zeit an die jüdische Jugend stellt, gerecht zu werden. Nordhausen. Der Jüd. Jugendbund Nordhausen a. H. entfaltete in den letzten Monaten eine rege Tätigkeit. Das große Interesse, das der Jüd. Jugendbund auch dem Palästina-Aufbau entgegenbringt, wurde durch eine Vortragsreihe über Palästina, zu der'sich Herr Werner Alfeld zur Ver- Iiigung stellt«, bekundet. Außer den wöchentlichen Heimabenden sind Sprachkurse für Englisch und Hebräisch eingerichtet. Den englischen Kursus übernahm Herr Midiei Münz, den hebräischen Sprachkursus Herr Mittclschullchrer Abraham Jaffe. Herr Jaffe übernahm es auch, einen mehrwöchigen Geschichtskursus abzuhalten. In der Arbeitsgemeinschalt Nordhausen, in der alle hiesigen jüdischen Organisationen Zusammenarbeiten, findet als Eröffnung der Winterarbeit ein Vortrag von Herrn Werner Alfeld über seine Palästinareise statt.

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