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Jüdische Rundschau · 1933-10-11 · Heft 81-82 (11.10.1933) · p. Seite 644

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 81-82 (11.10.1933)
Date
1933-10-11
Page
Seite 644 (sequence 12)
Language
German
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Seite 642 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 81/82, 11. X. 1933 I ittwak. Und Reschid-Bey rühmt die Bereicherung, die die Araber durch die Einwanderung der Juden erfahren haben. .,nc leben mit uns wie Brüder, warum sollten wir sie nicht lieben V“ Und als der böse Teufel im jüdischen Lager stellt 'ich für Herzl der Parteipolitiker Doktor Geyer dar, der einen!!idenstaar im machtpolitischen Sinne erstrebt, der den Instinkten des Volkes nach politischer Herrschaft schmeichelt. S r i«t der falsche Prophet, wie sie auch immer wieder in Krad;mlgestanden sind und seinen Anhängern ruft in der Vali'i-cii'acht in ,,Altneuland“ Herds Mund zu: ״Wählt einen, der nicht an den nächsten Vorteil denkt, sondern an den danernden. Wenn ihr aber einen Geyeraner wählt, so seid ihr nicht ert, daß euch die Sonne unseres Heiligen Landes hrccheint.“ Seihst die Jüdische Akademie Palästinas hat die Aufgabe, die Verdienste Einzelner um die Menschheit aufzu- ‘-richen. Diese Aufgabe war ״selbstverständlich nicht an die Grenzen des Landes gebunden“ und die jüdischen Gelehrtrn in ״Altneuinnd“ kümmern sich vor allem am die Emanzipation der Neger. In der ״Neuen Gesellschaft“ leben die Juden vielleicht nicht ,,jüdischer“ als in Europa; doch leben sie menschiicher, freier und würdiger. Die allgemein-menschliche Schönheit eines solchen Lebens zu erringen, war Hcrzls Ziel gewesen. Daher hat auch sein Aufmf eine solche Zauberkraft über junge jüdische Menscher« gewonnen: Eine jüdische Siedhing in Palästina zu schaffen, die von allmenschlicher Bedeutung sei. Zugleich hatte er zur Erringung dieses Zieles dem jüdischen Volke neue Wege gewiesen: eine weltpolitische Freiheit und Offenheit, die erst die wahre Vollendung der Emanzipation in der Autoemanzipation brachte. Briefe an die Redaktion 1000״ Worte Jiddisch" z. Zt. Amsterdam, 4. Oktober 4933. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, ru Nr. 78 der ״J. R.“ sind in dem Schreiben des Herrn Kurt Mavcr verschiedene Erklärungen des Wortes ״Nebbich“ enthalten. M. E. treffen diese Erklärungen alle nicht das Richtige. Der Ausdruck ״Nebbich“ durfte aus dem Hebräischen kommen: Nach dem Wochenabschnitt בשלח sagte Pharao mit Bezug auf die geflüchteten Kinder Israel: '.‘"גבייב לב בא Er wollte damit, sagen: Sie haben sich verirrt, sie sind in der Enge, sie können sich nicht mehr helfen. Nach meiner Ansicht haben wir es hier mit dem Wort ״Nebbich“ zu tun. Bekanntlich spricht man im Osten das Kibbuz ebenso wie das Schuruk, etwa wie das deutsche ü, so daß aus “?j (plural נכבים ) leicht das Wort ״nebbich“ entstehen kann. Danach wäre also ״Nebbich“ etwa: der Greis, der auf dem Dache sitzt und sich nicht zu helfen weiß. Mit vorzüglicher Hochachtung und Zionsgruß Dr. W. Weisbeck er. Berlin-Neukölln, d. 5. 10. 1933. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau‘* Es war früher bei den deutschen Rittern üblich, wenn sie ausritten, daß sie einen besonderen Knappen liatten, der neben dem Pferde laufen und dem Ritter Speer und Schild tragen mußte. Auf diesen armen Kerl, dessen schweres Los nicht abzuändern war, sah der hoch zu Roß reitende Ritter mit einem bedauernden Mitleid herab, war doch sein Schicksal nicht zu ändern. Dieser neben dem Pferde laufende Knappe hieß, weil er doch ״nebenher“ lief, der ״Nebichte“ oder auch der ״N c b bi g“. Der in dem Worte ״nebbig“ liegende Sinn deckt sich auch recht gut mit dem Gefühl des herabblickenden Ritters auf seinen Knappen. Hochachtungsvoll Alexander Kerr. * Essen, d. 4. 10. 1933. An die Schriftleitung der ״Jüdischen Rundschau“, ln den letzten Nummern der ״Jüd. Rundschau“ wurde von Herrn Dr. Rabinowitz und im Widerspruch zu diesem von Herrn Halter versucht, das vielumstrittene Wort ״dawenen“ etymologisch 7u deuten. Beide Herren haben sich geirrt. Das Wort ״dawenen“ kommt vielmehr von dem hebräisehen דבב gesprächig machen. Siehe hebr.-dt, Wörterbuch von David Cassel, 8. A. Breslau 1909. Das Wort ist belegt im Hohelied 7, 10. ״ ד1?ב ש?סי י׳?(יםEr macht gesprächig die Lippen der Schlafenden.“ Ferner ist es belegt in der Liturgie vom 1. Neujahrstage בקול U?i־P D'Rzil דוהרי ״Die Feuerspeienden verkünden laut.“ H. I s a a c, Konrektor. Berlin, 3. 10. 33. An die ״Jüdische Rundschau“. Geehrte Redaktion! Herr Josef Halter glaubt in der ״Rundschau“ Nr. 78 vom 29. 9. die beiden, Worte ״dawnen“ und ״tscholent“ von לאבינו und von שילין ableiten zu können. Die erstere Ableitung ist bekannt (soll übrigens nicht von דאבינו sondern vom aramäischen דאבהגוי stammen); die zweite ist falsch. Wie Prof. Berliner vor vielen Jahren nachgewiesen hat, kann das Wort nur vom alt-französischen ״chau(l)d“ =־ dem heutigen ״chaud“ ״warm“ abgeleitet werden. Dem entspricht ja auch das hebräische חמיך für ״tscholcnt“. Herr Kurt Mayer leitet ״nebbich“ von ״nie bei Euch“ ab. Das dürfte nicht richtig sein. Näherliegend[ ist an das slawische zu denken: ״Nie Bog“ (Boch) ״nicht von Gott“ gesandt. Hochachtungsvoll Ida Gottheime r. Mit diesen Zuschriften schließen wir die Diskussion über dieses Thema. 30״ Worte Jerusalem" Berlin, den 5. Okt. 1913. Sehr geehrte Redaktion! Dem Verfasser des Feuilletons 30״ Worte Jerusalem“ (״J. R.“ 79/80) sind einige Fehler unterlaufen. ״Nafalta b4p ach“ heißt nicht ״du bist in eine Kanne gefallen“, es heißt vielmehr auf gut Hebräisch: I ״du bist in eine Falle geraten“. ״Paeh“ heißt auch Blech, I und es liegt hier offenbar eine Verwechslung mit den in Palästina ״pach“ genannten Blechkannen vor. Die dringenden Zwecken dienende Anstalt heißt in der Regel ״b et h h a k k i s s e“, selten ״beth-hakkawod“, wohl nie aber ״beth hammelech“. Hadassa, ein guter hebräischer Frauenname, dürfte zwar als Bezeichnung des Spitals (nach der zionistisehen Frauenorganisation in Amerika benannt), nicht aber als Myrte (was ״hadass“ heißt) gelten. Das im obengenannten Feuilleton angeführte, von manchen Kindern am Lande gebrauchte Zeitwort ״bl, af bl cf“ (die Kindt:; selbst werden meistens ״blaflef“ sagen) stammt nicht aus dem deutschen ״verblüffen“, sondern aus dem englischen ״bluff“, was etwas dem Sinn nach ganz anderes bedeutet. Es dürfte übrigens (genau wie das Substantiv ״Kunz“), abgesehen von seiner Abstammung, besonders wegen seiner unverdaulichen Form, kaum Aussicht haben, im Hebräischen jemals mehr als vorübergehendes Gastrecht zu genießen, Schalom _Ephraim Bräudo. | Die Hafengebühren in Haifa Nachdem der Hafen in Haifa in Betrieb genommen worden ist, veröffentlicht die Hafenverwaltung die neuen Entladegcbühren. Bei Benutzung des 15-Tonnen-Krans kostet die erste Stunde 2 £P, jede weitere Stunde oder ein Teil hiervon kostet 1 £P. Die Mindestgebühr beträgt 3 CIE Bei Benutzung des 5-Tonnen-Krans kostet die erste Stunde 1/3 £P, jede weitere Stunde oder ein Teil hiervon ebenfalls V» £P. Die Mindestgebühr beträgt 1 £P, Die Verladung mit den beiden Kranen erleichtert natürlich die Löschung von Waren gegenüber dem bisherigen Ausbootungssystein ganz erheblich. Sie hat bereits in den ersten Augusttageil rcibungslos funktioniert. Ucbrigens sind jetzt auch für die Ausbootung von Personen aus solchen Schiffen, die nicht unmittelbar an einer der beiden Molen ankern wollen oder können, neue Tarifsätze bekanntgegeben worden. Die Ausbootung kostet je erwachsene Person 60 Mil, je Gepäckstück 25 Mil, je Passagiergutkiste 50 Mil. Anschluß Persiens an die Pipeline? ln dem bekannten Konflikt zwischen der Anglo Persian Oi!-C0. und der persisehen Regierung ist bekanntlich eine provisorische Vereinbarung zustande gekommen, der bald ein endgültiger Kontrakt folgen soll. Der Anglo Persian wird u. a. eine Konzession für die alleinige Ausbeutung aller PetroleumfeJder in Nordpersien erteilt. Der Abtransport des Petroleums aus den nordpersischen Feldern kann durch die nach Haifa führende Röhrenleitung geschehen. k STOFFE Pyjama - Flanell Indanthren, neueste Streifen, auch einfarbia.Meter \Ji־ bedruckt,zaSßm^Mß,75 Sonderangebot: Boucle-Angorefte reine Wolle, neue Melan- Oac gen, ca. 130 cm breit,Meter 4.22. Stichelhaar Ä 352 Mantelstoffe reine Wolle, schwere, hochwerfigeQualitäten, ca. 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